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Was passiert, wenn die Euro-Zone auseinanderbricht? ( Seite 4)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 18.11.10 20:30:42
von
neuster Beitrag 15.05.12 12:23:48
von

Anzahl Beiträge: 44
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schrieb am 21.02.12 15:43:00
Beitrag Nr.31 
(42.783.062)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.754.065 von kenkennard am 15.02.12 13:44:11Nur dem Gedanken der undemokratischn Unterordnung der Schuldenländer unter Geberländer oder Finanzinvestoren wie Banken vermag ich nicht zuzustimmen.

Das ist kein "irgendwie" Gedanke

das ist die Realität, der ZWECK den die "Macher"-Staaten verfolgen

und es fragt sich haltz, ob man die Sprachregelungen dieser macher zu seinem eigenen Anliegen machen möchte
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schrieb am 22.02.12 00:47:09
Beitrag Nr.32 
(42.786.033)
Antwort
Zitat
Ich bedauere es sehr, dass die Wähler der Geber-Länder nicht ausreichende Möglichkeiten hatten, über die Rettungsprogramme abzustimmen. Bei Vornahme entsprechender Volksabstimmungen würde es die Programme - so wie sie jetzt konzipiert wurden - wohl nicht geben.

Das griechische Volk wird - ich hoffe dies sehr - dann im April 2012 die Möglichkeit zur Abstimmung über das Programm in einer freien demokratischen Wahl haben.

Nach vorliegenden Umfragen werden sowohl die sozialdemokratische Pasok als auch die konservative ND nur noch einen Bruchteil der Stimmen aus er letzten Wahl von 2009 erzielen

In diesen Umfragen liegen die drei Linksparteien unter Führung der Kommunistischen Partei Griechenlands deutlich vorne. Diese Partei hat ein klares Wahlprogramm, dass den Austritt Griechenlands aus dem Euro und die Nichtzahlung der griechischen Schulden vorsieht.

Eigentlich bin ich eher ein Wähler konservativer Parteien. Aber in diesem besonderen Falle, wünsche ich mir einen Wahlerfolg der griechischen Kommunisten.

Auch in Ungarn haben wir vor ca. zwei Jahren gesehen, dass die Regierungspartei auf eine Restgröße schrumpfte, wogegen die Konservativen mehr als 64 Prozent der Stimmen erzielten. Eine solche erdrutschartige Veränderung der Kräfteverhältnisse könnte es nun auch in Griechenland geben. Die Stimmung dort ist ja genug aufgeheitzt.

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schrieb am 27.02.12 15:50:31
Beitrag Nr.33 
(42.812.871)
Antwort
Zitat
Es könnte sich in der mittleren Zukunft tatsächlich ein Szenario ergeben, in dem Deutschland und andere Geber-Länder den Euro-Raum verlassen und entweder einen "Nord-Euro" gründen oder zu ihren jeweiligen nationalen Währungen zurückkehren werden.

Ich halte die Möglichkeit für einen Nordeuro für eine Möglichkeit mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit. Die Mentalität der anderen Länder spricht dagegen. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass es die Niederländer oder gar die Österreicher es für erstrebenswert halten, als Juniorpartner in einem von den Deutschen dominierten Währungsraum einzutreten.

Somit ist in diesem Fall die Wiedereinführung der DM die wahrscheinlichere Lösung.

Auch viele ausländische Anleger scheinen ja mit einer solchen Möglichkeit zu rechnen. Anders sind wohl die gigantischen Käufe aus dem Euro-Raum von Bundesanleihen nicht zu erklären. Diese Anleger hoffen wohl auf Währungskursgewinne der DM gegenüber dem Euro, falls die DM wirklich wieder eingeführt wird.

Diese Spekulation könnte aber möglicherweise nicht aufgehen. In der dann vorzunehmenden Währungsumstellung wäre die jeweilige Bundesregierung ja frei. Ich habe im Internet ein folgendes zukünftiges Szenario hierzu gefunden.

Eine Umstellung von 1 zu 1 erfolgt nur für sogenannte "Stromgrößen" wie z. B. Gehälter, Renten und Mieten.

Bestandsgrößen wie z. B. Girokonten, Sparkonten, Bundesanleihen und auch Schulden werden nur 2 zu 1 umgestellt.

Eine Ausnahme gibt es dann für Girokonten. Von dem Guthaben auf diesem Konto erhielte jeder Kontoinhaber eine Grundsumme von z. B. 5000 Euro im Verhältnis 1 zu 1 umgestellt. Darüber hinaus gehende Guthaben werden im Verhältnis 2 zu 1 umgestellt.

Durch ein solches Verfahren würde die Bundesrepublik einen riesigen Gewinn an der Umstellung der Staatschulden machen. Die Staatsschulden werden also nur zur Hälfte ihres Nominalwertes auf die neue DM umgestellt. So würde Deutschland die Hälfte seiner Schulden los werden.


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schrieb am 29.02.12 06:00:46
Beitrag Nr.34 
(42.822.805)
Antwort
Zitat
Zitat von kenkennardEs könnte sich in der mittleren Zukunft tatsächlich ein Szenario ergeben, in dem Deutschland und andere Geber-Länder den Euro-Raum verlassen und entweder einen "Nord-Euro" gründen oder zu ihren jeweiligen nationalen Währungen zurückkehren werden.


Weder noch. Das ist Quatsch mit Soße.

Die dt. Staatsanleihen werden wegen der überdurchschnittlichen Sicherheit im Euroraum gekauft, einen Euro-Austritt wird es nicht geben. Da sprechen ca. 1000 gute Gründe dagegen, und ca 2-3 Nationen, die das keinesfalls tollerieren dürften...


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schrieb am 29.02.12 14:25:17
Beitrag Nr.35 
(42.825.877)
Antwort
Zitat
Gratuliere !

Du scheinst die Zukunft zu kennen.

In der Regel scheitert hieran allerdings sehr oft schon die Wettervorhersage.
Avatar
schrieb am 29.02.12 15:11:45
Beitrag Nr.36 
(42.826.234)
Antwort
Zitat
Natürlich kann man als "Nichtprophet" die Zukunft eigentlich nicht kennen.

Man kann lediglich versuchen, die gegenwärtigen Trends zu erkennen und versuchen, diese in die überschaubare Zukunft fortzuschreiben.

Die Geberländer werden von verschiedenen Seiten unter Druck gesetzt, ihre Garantiesummen für die Krisenländer ständig zu erhöhen.

In den Krisenländern kämpft die dortige Bevölkerung mit den schweren Sparmaßnahmen.

Vor diesem Hintergrund klingen die Parolen der Euro-Retter, "wir werden den Euro mit allen Mitteln verteidigen", so wie die Durchhalteparolen des Reichspropagandaministers am Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland.

Werden die Krisenländer weiter in untragbare Sparprogramme getrieben, werden die dortigen Wähler in Wahlen dies beenden. Zunächst könnte dies in Griechenland geschehen. Auch in Irland wird nunmehr eine Volksabstimmung zum geplanten Fiskalpakt stattfinden. Die Irländer sind für ihre "Ablehnungsmentalität" bekannt.

Die Geberländer werden durch eine unbegrenzte Erhöhung der Garantien für Krisenländer - wegen der erhöten Risiken - zunächst von den Rating-Agenturen weiter abgestuft. Dies führt in den Geberländern zu höheren Zinskosten. Am Ende könnte sogar der Staatsbankrott der Geberländer stehen.

Am Anfang der Krise habe ich auch noch den Euro-Rettungsmaßnahmen positiv gegenüber gestanden. Wenn ich nun aber in der Presse von der Möglichkeit eines dritten Griechenlandhilfsprogrammes gelesen habe, sowie zur Kenntnis nehmen muss, dass Portugal und Spanien offenbar die geplanten Defizite nicht einhalten können, muss man ja wohl seine bisherige Meinung überprüfen.

Nach Pressemeldungen haben nach dem griechischen Teilschuldenerlass wohl Irland und Portugal ebenfalls nach Schuldenerleichterungen gefragt.
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schrieb am 29.02.12 15:25:06
Beitrag Nr.37 
(42.826.328)
Antwort
Zitat
Dies alles erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine krisenhafte Zuspitzung der gegenwärtigen Situation.

Die griechischen Strukturprogleme können allein durch die Hingabe neuer Darlehn nicht beseitigt werden. Deren Problem im Tourismus ist z. B. im Vergleich zu dem Konkurrenzland Türkei, dass sie ca. 50 Prozent zu teuer sind. Diese fünfzig Prozent durch Lohnsenkungen "herein zu holen" wird sich nicht machen lassen. Dies werden die griechischen Gewerkschaften und Wähler auf Dauer nicht zulassen.

Andere Krisenländer werden - auch mit Recht - die Frage aufwerfen, warum bekommt Griechenland von den Privatanlegern einen Schuldenerlass von fünfzig Prozent und warum nicht wir auch ?

Dies wiederum könnte in den Geberländern die Bereitschaft zur Gewährung weiterer Hilfen deutlich senken. Schon jetzt werden die Hilfen ja nicht mit "Begeisterung" gegeben.

Auch der sozialistische Präsidentschaftskandidat in Frankreich hat ja erklärt, dass er den angestrebten Fiskalpakt "neu verhandeln" wird. In Meinungsumfragen sieht es ja nun wohl so aus, dass dieser die Wahl im kommenden Frühjahr gewinnen wird.

Die politische Zukunft der Euro-Rettung ist aus heutiger Sicht also in wichtigen Partnerländern sehr fraglich.

Wenn aber wichtige Partnerländer bei der Euro-Rettung ausfallen ist die Situation auch in Deutschland neu zu bewerten.

Natürlich kann ich nicht sagen, wie sich die einzelnen Länder in einer solchen Situation verhalten werden.

Dennoch ist die oben von mir gemachte Aussage nicht vollkommen unwahrscheinlich.
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schrieb am 01.03.12 05:58:49
Beitrag Nr.38 
(42.830.533)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.826.328 von kenkennard am 29.02.12 15:25:06@kenkennard
Also, JA, das was Du schreibst stimmt wohl alles.
Aber die Schlussfolgerung scheint mir nicht plausibel.

Wenn die "Geberländer" keine weiteren Risiken eingehen wollen oder können (weil das Volk aufbegehrt), heißt das noch ganz lange nicht,
daß irgendein Land den Euro verläßt. Das ist wohl eher ein Wunschtraum einiger Gestriger...

Die Politiker der einzelnen Staaten haben de facto gar nichts mehr zu sagen was die Währung anbelangt, die Macht liegt einzig und allein bei der EZB. Und die hat mit den 2 letzten Tendern doch deutlichst gezeigt, wo es lang geht!

Wir werden unsere Schulden mit Geld der EZB finanzieren, was eine Abwertung des Euros nach sich ziehen wird (mit Verzögerung), aber den Euro verlassen? Niemals wird sich das ein Staat antun.

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schrieb am 01.03.12 13:14:42
Beitrag Nr.39 
(42.833.045)
Antwort
Zitat
Wenn in Griechenland die dortige Kommunistische Partei mit Unterstützung des von weiteren Parteien gebildeten "Linksblocks" die Wahlen gewinnt, ist meines Erachtens die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Griechenand die Euro-Zone verlassen wird. Denn schließlich hat das Parteiprogramm der griechischen Kommunisten eine entsprechende klare Aussage.

Sollte dies eintreffen, wäre dies für die restliche Eurozone wohl ein Glücksfall und würde die Wahrscheinlichkeit des Weiterbestehens der Eurozone erhöhen.

Die übrigen Krisenstaaten halte ich grundsätzlich für stark genug, die Krise in einem Jahrzehnt zu überwinden, wenn sie die bereits in der Vergangenheit gezeigte Fiskaldisziplin noch einmal aufbringen. Aber gerade das griechische Beispiel wird dies den dortigen Regierungen vor ihren Wählern sehr schwer machen. Die Wähler dort werden den Regierungen doch die Frage stellen, warum sollen wir uns so stark mit Sparen anstrengen. Die Eurozone soll uns doch gefälligst ebenfalls wie Griechenland zu einem Schuldenschnitt verhelfen.

Dies macht es dann weit weniger wahrscheinlich, dass diese Krisenländer die nötigen Anstrengungen zur Lösung der Krise unternehmen werden.

Dies wird in der mittleren Zunkunft auch die Bereitschaft der Geberländer zu weiteren Hilfen erlahmen lassen. Schon heute gibt es in Finnland, Holland und auch Österreich starke Rechtsparteien, die dem ganzen Rettungsprojekt sehr reserviert gegenüber stehen. Auch in kleineren Ländern - wie der Slowakei - ist dies schon heute der Fall.

Wenn nur einige dieser Länder aus dem Kreis der Geberländer ausscheiden wird dies auch nicht ohne Auswirkungen auf die Meinungsbildung in Deutschland bleiben.

Die größte Gefahr bildet aber die weitere Entwicklung in Frankreich. Wenn der sozialistische Kandidat die Wahl gewinnt und seine Ankündigungen zur "Neuverhandlung" der bisherigen Vereinbarungen zu realisieren versucht, sind alle bisherigen Vereinbarungen ohne Grundlage. Eine Eurorettung ohne Frankreich ist schlicht nicht möglich.

So sind die Risiken für die mittlere Zukunft recht groß. Das wir in einigen Jahren eine Euro-Zone mit anderer Zusammensetzung sehen werden ist ziemlich wahrscheinlich.

Ob dann schwächere Länder oder Geberländer die Eurozone verlassen werden kann ich natürlich nicht sagen. Die Möglichkeit, dass man sich noch einige Zeit so weiterschleppt wie bisher, ist natürlich auch gegeben.

Zugegebenermaßen kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur Wahrscheinlichkeiten gegeneinander abwägen. Dies muss dann jeder für sich selbst tun.
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schrieb am 01.03.12 13:31:50
Beitrag Nr.40 
(42.833.172)
Antwort
Zitat
Im Grundsatz würde ich ein "Weiter so" mit dem oben beschriebenen Szenario mit Finanzierung über die EZB und Abwertung des Euro auch für die positivere weil "schonendere" Lösung halten.

Dieses Szenario würde genau dem Wunsch der deutschen Exportindustrie entsprechen. Eine Abwertung des Euro würde den Export der deutschen Industrie z. B. nach Asien deutlich unterstützen.

Auch für die Südländer wäre mit einer Abwertung des Euro gegenüber anderen Konkurrenzländern - z. B. der Türkei - sicherlich geholfen. Dies ist darauf zurück zu führen, dass eine Abwertung des Euro z. B. für deutsche Touristen den Urlaub außerhalb des Euroraumes grundsätzlich verteuern kann. Dies wiederum könnte die Touristen des Euroraumes dazu veranlassen, wieder mehr Urlaub im Euroraum zu machen. Dies kann helfen die Probleme der Südländer zu erleichtern.

Auch macht die Abwertung des Euro Importwaren teurer. So könnten die Verbraucher mehr auf in der Eurozone produzierte Waren ausweichen. Dies wiederum kann unter Umständen auch der Binnenkonjunktur der Eurozone helfen.

Dies alles steigert natürlich auch die Inflation im Euroraum. Dies ist aber gewollt, weil dies den Leuten das Sparen verleidet und sie dann mehr für den Konsum ausgeben werden.

Auch wirkt dieser Teil der Inflation den deflationären Tendenzen entgegen, die sich durch die in den Krisenländern vorgenommenen Sparmaßnahmen einstellen.

Dies alles würde den Schock eines Verlassens der Eurozone mildern und auf mittlere Sicht zu einer Lösung der Krise führen.

Auch soll man ja nicht verschweigen, dass Deutschland ja gerade durch den Kauf von Bundesanleihen durch verängstigte Anleger auch aus den Krisenländern in Form von niedrigen Zinsen für die Staatsschulden an der Krise nicht schlecht verdient. Schätzungen gehen von Zinsersparnissen von 25 Milliarden Euro pro Jahr für den Deutschen Staatshaushalt aus.

Somit gehe ich davon aus - da wir ja für die Euro-Rettung bisher weit überwiegend nur Garantien und keine Barzahlungen geleistet haben -, dass zur Zeit für Deutschland die Rechnung aus der Krise noch positiv ist.

Dies kann sich aber durch die Auflegung von immer neuen "Rettungsprogrammen" ändern.

An diesem Punkt heißt es dann für die Geberländer "neu nachdenken".

[ Seite: 12345neuster Beitrag ]

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