Beitrag schreiben
Beliebteste Beiträge
Ansicht
-
Umgekehrte Sortierung (neuste zuerst)
-
Die letzten 30 Beiträge
-
500 Beiträge pro Seite
[ Seite: 1, 2, 3 … 5, 6, 7 … 11, 12, 13, neuster Beitrag ]
schrieb am 30.03.11 12:42:42
Mit Wasser in die Zukunft
30.03.2011, 11:58 UhrWeniger Gewicht, mehr Platz, höhere
Reichweite: Die Brennstoffzelle könnte Elektroautos gefährlich
werden - theoretisch.
_
Artikel ausdruckenArtikel versendenSocial
BookmarkingArtikelembeddenvon Gerd Zimmermann und Creditreform
Bereits 2009 wurde die erste öffentliche Wasserstoff-Tankstelle für
Brennstoffzellenfahrzeuge in Baden-Württemberg eröffnet. Die
Großserie lässt aber noch auf sich warten.
Quelle: dpa
Berlin. Berlin West, Heerstraße, Total Tankstelle: Das Einfädeln in
den vorbeibrausenden Verkehr ist nur mit einem scharfen Spurt zu
schaffen. Trotz kräftigem Tritt auf das Gaspedal heult der Motor
des knapp zwei Tonnen schweren Geländewagens nicht auf. Fast wie
ein Sportwagen schießt er nach vorne, lediglich Reifenrollgeräusche
und der Fahrtwind sind zu hören. "Das ist die Zukunft und nicht
Elektro", sagt Dirk Breuer, bei Toyota Deutschland zuständig für
neue Techniken. Für ihn sind rein akkubetriebene Fahrzeuge eine
Zwischenstation auf dem Weg ins Zeitalter der Brennstoffzelle:
Wasser- und Sauerstoff werden im Automobil so zusammengeführt, dass
elektrischer Strom entsteht, der in den für den Antrieb zuständigen
Elektromotor fließt. Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf.
Und: Autos mit Wasserstoff kämen mit einer Tankfüllung bis zu
sechsmal weiter als E-Fahrzeuge, so Breuer. Damit eigne sich diese
Antriebstechnik endlich auch für Transporter, schwere Brummis und
Busse, also generell für den Überlandverkehr - wegen der größeren
Reichweite sowie des geringen Platz- und Gewichtsbedarfs des
Energiespeichers. "Überhaupt erfüllen Wasserstoffmobile alle
heutigen Fahr-, Nutzungs- und Komfortansprüche, die für Fahrzeuge
mit Verbrennungsmotor gelten", fasst der Toyota-Ingenieur
zusammen.
Wer in Berlin mit dabei war, ist geneigt das zu glauben: Dem
japanischen Off-Roader "Highlander FCHV-adv" ist die neuartige
Vortriebslösung nicht anzusehen. Im Gegenteil: Außenmaße,
Platzverhältnisse im Innenraum und Zuladung gleichen dem Modell mit
Benziner oder Diesel. Ebenso die Reichweite von rund 600 Kilometern
sowie die Tankzeit von zirka drei Minuten. 2015 soll der
Brennstoffzellenwagen auf den hiesigen Markt kommen.
2015 serienreif?
Auch Christian Mohrdieck, Leiter Brennstoffzellen- und
Batterieantriebsentwicklung bei Daimler, freut sich auf 2015: "Dann
sind die Brennstoffzellenfahrzeuge auf dem Niveau der heutigen
Hybridfahrzeuge und bei vergleichbarer Leistung kostengünstiger als
Batteriefahrzeuge." Dabei verweist er auf die Lösung F-Cell von
Mercedes und auf Ergebnisse der Clean Energy Partnership (CEP), zu
deren Mitgliedern neben Daimler und Toyota auch BMW, Volkswagen,
Ford, General Motors, Shell und Total gehören. Das gemeinsame Ziel:
In vier Jahren sollen Wasserstoffautos serienreif und bezahlbar
sein - und an 1.000 Wasserstofftankstellen auftanken können.
Derzeit allerdings gibt es im Bundesgebiet gerade einmal 31
Tankstationen, darunter die Total in der Berliner Heerstrasse, die
größte. Mehr als zwei Millionen Euro sind für eine Zapfeinrichtung
der Zukunft zu veranschlagen, eine herkömmliche Anlage kostet knapp
die Hälfte.
Hybridtechnik überzeugt
Trotz dieses finanziellen Handicaps zeigt sich Veit Steinle,
Abteilungsleiter im Bundesverkehrsministerium, zuversichtlich:
"2020 werden wir ein ausreichendes Versorgungsnetz für 500.000
zugelassene Fahrzeuge mit Brennstoffzelle haben." Ähnlich
optimistisch äußern sich Detlef Stolten, Leiter des Instituts für
Brennstoffzellenforschung im Forschungszentrum Jülich, und Johannes
Töpfer, Vorsitzender des Deutschen Wasserstoff- und
Brennstoffzellenverbands (DWV). Den Massenmarkt sehen sie
allerdings nicht vor 2030.
EU-Ziel: 135 Gramm
Für Burkhard Göschel, Ex-BMW-Vorstand und nun Mitglied im
Lenkungsausschuss der Nationalen Plattform Elektromobilität, sind
solche Aussagen derzeit "wenig hilfreich". Er ist überzeugt, dass
viele Großstädte alsbald weitere Einfahrbeschränkungen für Gefährte
mit Verbrennungsmotor erlassen werden. Schärfere Umweltauflagen
seien dann schnellstens nur mit den "heute schon verfügbaren"
E-Lösungen erfüllbar. Elektro wäre ebenso die rasch verfügbare und
marktkonforme Lösung, um den CO2-Flottenausstoß - also den
zusammengefassten, durchschnittlichen Abgaswert aller Kfz-Modelle
eines Herstellers - zu reduzieren.
Ihn will die EU-Kommission bis 2020 stufenweise auf 135 Gramm pro
Kilometer senken. Wird die Vorgabe nicht erreicht, drohen
Strafzahlungen. Dazu kommt, dass bei der anstehenden Reform der
Besteuerung von Dienstwagen eine CO2-abhängige Staffelung zum Tagen
kommen soll: je weniger Ausstoß, desto weniger Steuern.
Göschel lässt kein Zweifel daran, dass Kraftfahrzeuge speziell in
Ballungsräumen aus Umweltgründen künftig entweder vollständig oder
wenigstens kurze Strecken elektrisch fahren können müssen. "Wenn
konventionell angetriebene Fahrzeuge künftige Schadstoffgrenzen
schaffen sollen, kommen wir um eine Elektrifizierung des
Antriebsstrangs nicht herum", meint gleichfalls Ralf Wolk,
Marketingleiter bei der Leasinggesellschaft Arval.
Reichweite optimieren
Mercedes-Benz verdeutlicht anhand der Konzeptstudie "F-Cell" die
Funktionsweise des Brennstoffzellensystems.
Quelle: dpa/dpaweb
Dabei rechnet Wolk in der Mehrzahl allerdings nicht mit rein
elektrischen Antrieben, sondern eher mit Hybridmobilen. Das sei im
Vergleich zur kompletten E-Lösung nämlich deutlich kostengünstiger.
Allein schon, weil der teuere Energiespeicher kleiner ausfallen
kann. Und dank der Plugin-Technik sollen die Unterhaltskosten
nochmals purzeln. Das Sparprinzip: Ist der Akku leer, übernimmt der
Verbrennungsmotor den Antrieb, die Batterie kann mit Strom aus der
Haushaltssteckdose geladen werden. Die Vorreiterrolle spielt
Toyota, der neue Plug-in-Prius, in Japan bereits unterwegs, kommt
2012 auf den deutschen Markt.
Eine andere Lösung baut auf Reichweitenverlängerung mit Hilfe eines
herkömmlichen Motors. Das Kraftstoffaggregat, in der Branche gern
als Range Extender bezeichnet, produziert während der Fahrt Strom,
der für das E-Triebwerk und somit für das Vorankommen benötigt
wird. Derzeit hält Opel hier die Fahne hoch. Im kommenden Jahr
wollen die Rüsselsheimer mit dieser Technik das Modell Ampera auf
den Markt bringen, schon jetzt läuft die Werbekampagne auf
Hochtouren. Cornel Stan, Professor an der Hochschule Zwickau mit
Fachgebiet Alternative Antriebsysteme, ist sich sicher, dass Opel
alsbald Gesellschaft bekommen wird. Er erwartet eine große Vielfalt
an Range Extendern - darunter überraschende Lösungen wie die
Rückkehr des Wankelmotors, den Audi derzeit als Range Extender
testet.
Daimler testet schon
Und Daimler, ganz von der Brennstoffzelle und ihren Vorteilen
überzeugt, testet zur Zeit eine Konfiguration, bei der kein
Verbrennungsmotor die Batterie auflädt, sondern eine
Brennstoffzelle. Beispielsweise im Hydro Smart, der damit eine
Reichweite von rund 250 Kilometern schafft - bei umgerechnet 1,5
Litern Spritverbrauch auf 100 Kilometer. "Die Verbindung
Elektroauto und Brennstoffzelle kann unsere Mobilität ein weiteres
Mal revolutionieren", ist Daimler-Vorstandmitglied Thomas Weber
überzeugt. "Die Entwicklung alternativer Antriebskonzepte bis zur
Serienreife stellt die größte Herausforderung der kommenden Jahre
dar", lässt sich der Verantwortliche für die Konzernforschung und
Mercedes-Benz Cars Entwicklung gern zitieren.
So sieht es auch Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der
Automobilindustrie (VDA). Für ihn ist bei Hybrid, Elektro und
Brennstoffzelle "noch lange nicht aller Tage Abend". Um das
vorhandene Potenzial besser auszuschöpfen und in Serie umsetzen zu
können, investierten deutsche Autoproduzenten bis 2015 über zwölf
Milliarden Euro. Dem TÜV Rheinland entsprechend wäre da das
Augenmerk besonders auf die Verbesserung der Reichweite zu legen.
Möglichst viele Kilometer mit möglichst wenig Energie abzuspulen,
das habe bei beruflichen und privaten Autofahrern die höchste
Priorität. Der Aktionsradius bei rein akkubetriebenen Wagen sollte
mindestens 300 Kilometer umfassen. Zwei von drei Autolenkern
möchten keine Abstriche am heutigen Fahrkomfort machen.
Chancen für Hybrid-Diesel
Solche Wünsche deuten laut Thomas Bauch, Geschäftsführer von
Peugeot Deutschland, allesamt in Richtung Diesel-Full-Hybrid:
"Bisher gibt es nur Hybridlösungen mit Benzinmotoren, wir werden
weltweit der erste Hersteller sein, der eine Kombination von
Diesel- und Elektromotor auf den Markt bringt", trommelt er. Die
bekannte Sparsamkeit eines Selbstzünders und die hohe
Umweltfreundlichkeit eines E-Aggregats seien in dem neuen Modell
erfolgreich vereint. Auch Volvo hat für 2012 einen Hybrid-Diesel
angekündigt.
Für die Unternehmensberater von McKinsey liegen die Hersteller
damit genau richtig: Bis 2030 sollen zwei von drei Neuwagen mit
einem Elektroantrieb ausgerüstet sein. 35 Prozent der
Neuzulassungen seien Benzin- oder Diesel-Hybridfahrzeuge, bei
weiteren 16 Prozent helfe ein Verbrennungsmotor beim Aufladen der
Batterie. Lediglich 15 Prozent entfallen auf rein batterie- und
wasserstoffbetriebene Autos.
schrieb am 30.03.11 17:53:28
Der BEE hob in einer Unternehmensbefragung die von der Branche in
den nächsten Jahren erwarteten Milliardeninvestitionen und
Arbeitsplatzzuwächse hervor. Die im Bereich der erneuerbaren
Energien tätigen deutschen Firmen investierten im laufenden Jahr
mehr als 5,5 Milliarden Euro in neue Fertigungsanlagen, Forschung
und Entwicklung. Zudem beschäftigten sie rund 370.000 Menschen,
erklärte BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann in Berlin.
Bis 2014 werde sich das jährliche Investitionsvolumen
voraussichtlich auf 6,2 Milliarden Euro erhöhen. Der Umfrage
zufolge rechnen 80 Prozent der angesprochenen Unternehmen im
Zeitraum bis 2014 mit steigenden Umsätzen. Dadurch entstünden auch
zahlreiche neue Arbeitsplätze, betonte Klusmann: Die Branche
liefere nicht nur Technik und Wissen für einen schnellen
Atomausstieg und die notwendige Energiewende. Sie stärke darüber
hinaus den Standort Deutschland.
Der staatliche norwegische Stromnetzbetreiber Statnett stellte
unterdessen in Kiel ein Projekt zum Bau einer Hochspannungsleitung
zwischen Norwegen und Deutschland unter der Nordsee vor. Das 1,4
Milliarden Euro teure Kabel soll spätestens 2017 fertig sein. Es
soll die Speicherung von deutschen Windstrom in norwegischen
Wasser- und Pumpspeicherkraftwerken ermöglichen und damit die
angestrebte Energiewende erleichtern.
Ballard Powerstation als Notstromaggregat für Pumpen von
abgeschalteten Atomkraftwerken usw.
schrieb am 30.03.11 21:25:44
Trotzdem kommt die Aktie schlicht und einfach nicht in die Puschen.
schrieb am 31.03.11 13:29:44
Antwort auf Beitrag Nr.:
41.292.508 von someone1 am 30.03.11
21:25:44Die Frage: wer macht hier zukünftig das
Geschäft: Daimler und die anderen großen Autohersteller? Und:
inwieweit kann Ballard davon profitieren?
Ich setze zur Zeit eher auf SFC, die sich in Sachen Brennstoffzelle
eher um andere Lösungen bemühen, als in der Fahrzeugtechnik und
Heliocentris, die auch eher in anderen Bereichen tätig sind,
allerdings auch ein Pilotprojekt mit Faun am Laufen haben.
schrieb am 31.03.11 19:31:29
Antwort auf Beitrag Nr.:
41.296.171 von cash_is_king am 31.03.11
13:29:44Hi,
Ballard hat sich aus gründen schnellerer profitabilität auch aus
der Automobilität weitgehend verabschiedet.
Heliozentris bezieht seine Brennstoffzellen von Ballard als
Exklusivertreter.
schrieb am 31.03.11 19:55:33
Antwort auf Beitrag Nr.:
41.299.164 von GaiasSohn am 31.03.11
19:31:29richtig, Ballard hält nur noch die Nischen
Omnibusse und Gabelstappler besetzt. Das Hauptgeschäft dürfte aber
sowieso stationäre Kraftwerke sein.
schrieb am 01.04.11 12:42:26
Antwort auf Beitrag Nr.:
41.299.164 von GaiasSohn am 31.03.11
19:31:29Korrekt, Heliocentris ist eher im Bereich
Lernsysteme und hybride Energiespeicherlösungen tätig. Wobei das ja
auch durchaus interessanter/lukrativer sein kann, als die
Produktion der Zellen an sich.
schrieb am 02.04.11 21:07:53
Die Brennstoffzelle könnte das Reichweitenproblem des Elektroautos
lösen. Hyundai stellt auf seiner Heimatmesse in Seoul die Version
eines Wasserstoffautos vor.
Bei der Einführung Brennstoffzelle im Auto will Hyundai
international ganz vorn dabei sein. Auf der Seoul Motor Show
präsentiert die koreanische Marke daher eine windschnittige
Reiselimousine mit der zukunftsträchtigen Technik. Der HND-6 Blue2
gibt zudem einen Designausblick auf künftige Modelle.
Großer Kühlergrill, gierige Lufteinlässe und aggressiv geschnittene
Scheinwerfer charakterisieren die Front. Windschutzscheibe und
Seitenfenster scheinen ineinander überzugehen und bilden ein Band,
das sich bis zur breiten C-Säule zieht. Zusammen mit dem flachen,
leicht abfallenden Dach erinnert das ein wenig an den aktuellen
Saab 9-5. Das Heck wiederum kommt eigenständig daher und wird von
einem großen Diffusor geprägt.
Den Antrieb übernimmt ein Elektromotor, der von einer
Brennstoffzelle mit Strom versorgt wird. Der Verbrauch soll bei
knapp 3 Litern Wasserstoff pro 100 Kilometern liegen. Beim
Energiesparen helfen neben der aerodynamisch günstigen Karosserie
auch Leichtlaufreifen. Nicht nur der Antrieb ist sauber, auch der
Innenraum erfüllt in dieser Hinsicht hohe Ansprüche: Ein Ionisierer
sorgt für frische Luft, antibakterielles Leder tötet Keime ab.
schrieb am 03.04.11 17:29:33
Viele Wege führen zu Brennstoffzellen:
Gute Nachricht des Tages
Künstliche Blätter für Stromversorgung
Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology
entwickeln ein künstliches Blatt, das zukünftig als Stromquelle
dienen könnte. Das aus Silizium, Elektrik und Katalysatoren
bestehende Blatt ahmt die Fotosynthese von Pflanzen nach. Dabei
wird Energie durch die Spaltung von Wasser in Sauerstoff und
Wasserstoff gewonnen. Dies geschieht bei den Kunstblättern
allerdings 10mal effektiver. Für die Stromgewinnung reicht es
bereits, das Blatt in eine Schüssel Wasser zu legen und von der
Sonne bestrahlen zu lassen. Durch eine Brennstoffzelle kann die
gewonnene Energie dann gespeichert werden.
Nachricht von NTV
schrieb am 04.04.11 17:56:31
Antwort auf Beitrag Nr.:
41.308.885 von lupos1 am 02.04.11
21:07:53Ich bin sehr gespannt, wie das mit den
Brennstoffzellen im Auto weiter geht. Es gab ja jüngst
Pressemeldungen, dass die Ladekapazität von Batterien massiv
erweitert wurde. Dann wären die Brennstoffzellen eher wieder raus
aus dem Rennen - zumindest wenn es um den Antrieb an sich geht. SFC
setzt ja eher darauf, die Brennstoffzelle für die Heizung im Winter
zu nutzen, da die eben sehr viel Energie benötigt.
Ansonsten sehe ich die Brennstoffzelle aber eher im Zusammenhang
mit stationären Lösungen sinnvoll eingesetzt. Z.B. in Kombination
mit Wind- und Sonnenergie um Überschüsse zu speichern bzw. nachts /
bei Flaute Strom erzeugen zu können.