Auf der Berlinale hatte ich die Gelegenheit "Nuclear Nation" zu
sehen, einen beeindruckenden Dokumentarfilm über den Ort Futaba,
direkt bei dem AKW Fukushima.
http://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/2012…
Es wäre schön, wenn der Film hier auch veröffentlicht wird.
Anschliessend kann man über einigen Mumpitz, der hier pro Atom
gepostet wurde nur noch den Kopf schütteln.
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In der TAZ noch etwas zum Thema: Wie preisgünstig sind AKW's.
AKW-Abriss in Osteuropa wird teurer
Ist ja nur Atommüll
Die Abrisskosten für drei alte AKWs in Osteuropa haben sich fast
verdoppelt. Der EU-Rechnungshof warnt vor zusätzlichen Ausgaben.
Dies gilt vor allem für das AKW Ignalina in Litauen.
von Reinhard Wolff
STOCKHOLM taz | Zu einem Milliardendebakel verspricht sich der
Abriss von drei Alt-AKWs in Litauen, der Slowakei und Bulgarien zu
entwickeln, der derzeit von der EU finanziert wird. Für die
Reaktoren in Ignalina, Jaslovske Bohunice und Kosloduj, deren
Abschaltung Voraussetzung für den EU-Beitritt dieser Länder war und
deren Stilllegungskosten deshalb von der EU mitgetragen werden,
wurden bislang 2,85 Milliarden Euro bereitgestellt.
Nun warnt der Europäische Rechnungshof vor einem zusätzlichen
Finanzierungs-bedarf von mindestens weiteren 2,5 Milliarden Euro.
Es fehle an Vorgaben, die Zuständigkeiten seien unklar, die
Überwachung sei mangelhaft und der zusätzliche Finanzierungsbedarf
nicht absehbar, aber wohl umfassend, schreibt der Rechnungshof in
einem Bericht. Vor allem die Kosten für den Abriss des litauischen
AKWs Ignalina seien durch Verzögerungen aus dem Ruder gelaufen.
Für die Stilllegung der beiden Ignalina-Reaktoren hat die EU mit
1,4 Milliarden Euro bislang fast so viel bereitgestellt wie für die
sechs Reaktorblöcke von Jaslovske Bohunice und Kosloduj
zusammengenommen. Nun sei allein in Litauen aber mit Kosten von
etwa 3 Milliarden Euro zu rechnen, schätzt der Rechnungshof. Der
Finanzierungsbedarf für die Endlagerung des Atommülls sei dabei
überhaupt nicht berücksichtigt, weil bislang noch nicht einmal
annähernd klar sei, mit welchen Mengen und Arten von Atommüll
gerechnet werden müsse.
Es seien außerdem die "für deren Behandlung erforderlichen Anlagen
und Technologien nicht verfügbar", heißt es in dem Bericht weiter.
Unklar ist, woher das zusätzliche Geld kommen soll. "Das Fehlen
ausreichender Finanzierungs-mechanismen gefährdet die Vollendung
der jeweiligen Stilllegungsprozesse", warnt der Rechnungshof.
Vorbereitungen für neues AKW-Abenteuer
Jedenfalls für Ignalina, wo ein Reaktor noch mit Brennelementen
geladen ist, hätten die deshalb aufgetretenen Verzögerungen auch
"große Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit". In Litauen
schiebt man die Schuld an den Verzögerungen, die sich für Teile des
Projekts auf mehr als drei Jahre belaufen, auf die mit den Arbeiten
beauftragten Firmen und vor allem auf die deutsch-russische
Nukem-Technologies.
Zum anderen wirft Vilnius der EU vor, sich nicht an ihre
Verpflichtungen zu halten und nicht genügend Finanzmittel
bereitzustellen. In Medien wird bereits diskutiert, ob Litauen
nicht seinerseits vertragsuntreu werden und einen Ignalina-Reaktor
wieder ans Netz gehen lassen sollte.
Es laufen sogar Vorbereitungen für ein neues AKW-Abenteuer. Man
hoffe, im Frühjahr mit der japanisch-US-amerikanischen Hitachi-GE
Nuclear Energy den Vertrag über den Neubau eines
1.300-Megawatt-Reaktors unterzeichnen zu können, erklärte
Vizeenergieminister Zygimantas Vaiinas. Es hakt aber noch bei der
Finanzierung. Im eigentlich als Mitfinanzier eingeplanten
Nachbarland Lettland legte sich Ende Januar eine Parlamentsmehrheit
erst einmal quer.