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schrieb am 29.12.11 19:24:23
sehr schöne Zusammenfassung!
schrieb am 29.12.11 02:34:44
Ich denke nicht, dass es die hier diskutierten Eurobonds in der
erwarteten Form geben wird.
Einmal wird die angestrebte Fiskalunion - die ja wohl für die
Bundesregierung Voraussetzung hierfür ist - wohl nicht kommen. Der
sozialistische Kandidat für die Präsidentenwahlen in Frankreich hat
ja bereits angekündigt, dass er die bisherigen Vorschläge nach
seiner Wahl nicht akzeptieren und neu verhandeln wird. Für die
Einführung einer Schuldenbremse in der französischen Verfassung
benötigt Sarkozy ja wohl auch die Stimmen der Sozialisten, die dies
aber bereits abgelehnt haben. Damit sind wichtige Grundsätze der
Fiskalunion in Frankreich wohl nicht durchsetzbar. Eine Fiskalunion
ohne Frankreich macht aber wohl keinen Sinn.
Auch die übrigen "Geberstaaten" wie Finnland, Österreich,
Niederlande etc. können sich wohl kaum für Eurobonds
begeistern.
Nicht zuletzt ist auch das Bundesverfassungsgericht, das in seinem
letzten Urteil zu den Rettungsschirmen, Eurobonds doch wohl eine
deutliche Absage erteilt hat, nicht zu vergessen. Es werden sich
wohl einige Bundestagsabgeordnete finden, die ein solches Vorhaben
vor diesem Gericht stoppen würden.
Eigentlich bin ich kein absoluter Gegner von Eurobonds und auch der
Fiskalunion. Die gegenwärtig in der Diskussion befindlichen
Vorschläge lehne ich völlig ab.
Eurobonds können nur am Ende eines langwierigen Prozesses von
Reformen in den Schuldenstaaten stehen. Wenn diese Reformen aber
durchgeführt sind, sind Eurobonds aber wiederum unnötig, weil so
reformierte Staaten sicherlich auch wieder normal Investoren für
ihre Anleihen finden können.
Es ist also ähnlich wie mit dem Beitritt der Türkei zur EU. Dies
kann nur in einem langwierigen Reformprozess von vielleicht
weiteren fünfzig Jahren zur Diskussion stehen. Sollte die Türkei
diesen Reformprozess wirklich durchlaufen, wäre sie am Ende ein
solch moderner Staat, dass ein Beitrit für sie nur eine Belastung
wäre. In dieser fernen Zukunft wird die Türkei sicherlich wie die
Schweiz und auch Norwegen der EU im eigenen Interesse nicht
beitreten.
schrieb am 28.12.11 22:33:08
treffend bemerkt
schrieb am 28.12.11 16:33:57
Zitat von 50667treffend
bemerkt!
aber welchen Zweck verfolgt Deiner Ansicht nach die stattdessen
verfolgte Fiskalunion innerhalb von 24 Monaten (Schäuble, Merkel),
wenn nicht €urobonds?
Das ist irrelevant. Deine Prognose vom August ist in die Hose
gegangen, nur das zählt.
schrieb am 28.12.11 06:36:24
Moin, Nannsen,
trivial war ernst gemeint und zwar positiv besetzt, im Sinne von
offensichtlich für Jeden, der Augen hat zu sehen. Keinesfalls
abwertend, keinesfalls im Sinne Deiner als Synonyme oder Analogien
gesetzten Begriffe wie "banal" oder "kitschig"
wikipedia:
Als trivial (von lateinisch trivialis, „jedermann zugänglich“,
„altbekannt“; enthält die Begriffe tres, „drei“ und via, „der Weg“)
gilt ein Umstand, der als naheliegend, für jedermann ersichtlich
oder leicht zu erfassen angesehen wird.
banal:
die Plattheit, das leere, inhaltslose Gerede, die
oberflächliche Aussage
kitschig: na ja, auf jeden Fall negativ besetzt
nur, das wir uns richtig verstehen
schrieb am 28.12.11 01:07:12
wenn auch triviale Analyse, Nannsen.
danke,nur so gezeichnet wie sich die realität für mich darstellt:
kurz,trivial,banal und kitschig.....
Es gibt noch die möglichkeit, es wie dein freund sloterdijk
darzustellen, nur, auch dann wirst leider in einem noch schlimmeren
ellenlangen schwulst von nonsens enden.
schrieb am 27.12.11 22:28:52
hervorragende, wenn auch triviale Analyse, Nannsen.
Trivial deshalb, weil für Jeden, der sehenden Auges die
Entwicklungen beobachtet und der den Homo Sapiens
realistischerweise als egozentrischen Wettkämpfer (Darwin) und
nicht als kommunikatives soziales Wesen (Illusion der sog.
Gutmenschen, was für eine Wortschöpfung!) begreift, absehbar ist,
dass das Projekt zum Scheitern verurteilt ist.
Dazu passt, dass Deutschland in vorauseilendem Gehorsam
(Deutschland geht's einfach noch zu gut, um wettbewerbskämpfend ums
Überleben kämpfen zu müssen) Gelder zum ESM vorzeitig(!) zahlen
will.
CDU und CSU im Bundestag bremsen Finanzminister Wolfgang
Schäuble (CDU) bei der beschleunigten Aufstockung des
Euro-Rettungsschirms ESM. Die CSU-Landesgruppe will einen
Alleingang der Bundesregierung nicht akzeptieren. "Es kann nicht
sein, dass nur die Deutschen schneller einzahlen", sagte
CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt der FTD. "Wir sind zu
schnelleren Einzahlungen bereit, aber nur, wenn das für alle Länder
gleichermaßen gilt." Dazu müssten noch einige Verhandlungen auf
europäischer Ebene geführt werden.
Auch Norbert Barthle (CDU), haushaltspolitischer Sprecher der
Unionsfraktion, sagte: "Es darf keinen deutschen Alleingang geben."
Schäubles Vorschlag, die fünf jährlichen Tranchen schon früher zu
überweisen, sei eine Überlegung wert. "Aber dann müssten auch alle
anderen Euro-Länder das schaffen", sagte Barthle. Frankreich sei
dazu "vielleicht noch in der Lage. Aber bei Italien und Spanien
habe ich schon meine Zweifel."
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:euro-rettungsschirm-u…
schrieb am 27.12.11 11:46:17
Die fiskalunion kann, wenn sie denn richtig im sinne des
lebensinteresses aller funktionieren soll,m.e.nur nach den
bewährten naturgesetzen nach dem recht des stärkeren erfolgen,denn
nur wenn der notwendige sanktionsmechanismus der starken und
letztendlich haftenden staaten zwangsweise sehr tief in die
finanzhoheit der schwachen einzelstaaten eingreift,können deren
marode haushalte im selbsterhaltungsinteresse der einzelnen starken
staaten so saniert werden,das ein gemeinsames weiter existieren zum
gegenseitigen nutzen so unterschiedlicher gemeinwesen überhaupt
erst möglich ist. (darwin läßt an dieser stelle herzlich
grüßen)
Brutal, aber offen ausgesprochen, bedeutet eine funktionierende
gemeinschaft als fiskalunion nichts anderes, als das sowohl die
finanzminister und die parlamente der maroden und nur noch von den
starken schmarotzenden mitgliedsländer ihre zuständigkeiten für
ihre nationalen haushalte verlieren.
Im klartext, der aber verklauseliert diplomatischer und vornehmer
ausgedrückt werden wird, kann es sich bei einer fiskalunion nur um
eine zwangsadministration der starken und die wirkliche und
alleinige haftung tragenden über die unverantwortlichen bisher
schmarotzenden schwachen nach dem kategorischen imperativ der
reinen vernunft handeln.
Weil die funktion der von mir skizierten natürlichen und
fiskalunion so niemals aufgrund der nationalen eitelkeiten und des
zu erwartenden widerstandes möglich sein wird, bleibt als
alternative das übliche gerechte wischiwaschi, bei dem sozial
gerecht alle staaten jeweils mit einer hand in der tasche des
anderen so weiter wursteln wie bisher, damit die privilegien und
damit einzelinteressen
der auf zeit gewählten tätigen politiker in form von lebenslangen
fetten pensionen und dienstwagen gesichert bleiben.
Das zu beobachtende scheitern einer fiskalunion liegt im wesen
unserer demokratischen strukturen und ist der preis für unsere
gefühlte freiheit.
schrieb am 27.12.11 10:24:53
treffend bemerkt!
aber welchen Zweck verfolgt Deiner Ansicht nach die stattdessen
verfolgte Fiskalunion innerhalb von 24 Monaten (Schäuble, Merkel),
wenn nicht €urobonds?
schrieb am 27.12.11 10:10:09
Zitat von 50667jetzt
ist ein weiterer Damm gebrochen: D schließt Eurobonds nicht mehr
aus, d.h.: die €urobonds sind beschlossene Sache!
Bis jetzt ist diese Prognose nicht eingetroffen.
schrieb am 27.12.11 09:58:42
Gerade hat die EZB beschlossen, den Banken unbegrenzt Liquidität
für nur 1% Zinsen über 3 Jahre bereitstellen zu wollen und für
Februar wird Nachschlag in Aussicht gestellt. Prompt wurden am
21.12. schon satte 489 Mrd. Euro abgerufen!!
Ein weiterer Schritt im sagenhaften Krisenmanagement der EU.
EU-Beamte sind nicht mehr als kleine Schneckchen, die sich an der
Haut der Raubfische festsaugen, die (rendite-)hungrig in den
Schwärmen der Mittelklassefische ungeniert räubern. Sollten sie
nicht satt werden, fressen die Finanz-Raubfische sich gegenseitig,
nach Darwinschem Prinzip gewinnt immer der Größere und
Stärkere.
In panischer Angst davor, dass noch einmal ein großer Raubfisch
(Lehman) gefressen werden sollte, kappt man vorübergehend den
Fischschwärmen die Nahrungsgrundlage und füttert die Raubfische
weiter an.
Um beim Beispiel zu bleiben:
Die EZB stellt ca. 500 Mrd €uro zu 1% für drei Jahre bereit, ohne
Bedingungen, in der HOFFNUNG, dass die Banken und Versicherungen
mit ihrer dann gestärkten Kapitalgrundlage Staatsanleihen von
strauchelnden Eurostaaten kaufen (wie krank ist das denn, würde so
manch ein Jugendlicher sagen). Das werden sie natürlich nicht tun,
da kaufen sie lieber andere Junk-Bonds mit niedrigerer
Ausfallwahrscheinlichkeit, z.B. 9% Zins bei 30%iger
Ausfallwahrscheinlichkeit, machen also 6% Gewinn und lachen über
die 1% Schuldzinsen, denn es bleiben 5% übrig. Sind zwar nicht die
25% von Ackermann, auch nicht die angestrebten 15% seines
Nachfolgers, aber man muss ja überleben!
Daher, wenns ums Überleben der "systemrelevanten" (was ist das
eigentlich genau?) Finanzbranche geht, und daran zweifelt (leider)
keiner mehr, dann war's der richtige Schritt.
Wenn's um die Lösung der Krise gehen sollte, dann war's ein
gigantischer Schritt in die falsche, weil entgegengesetzte
Richtung.
Denn, es ist so simpel wie einleuchtend, es gibt kein perpetuo
mobile, es gibt keinen free lunch, auch nicht in der Finanzpolitik,
alle Ausgaben müssen mittelfristig (nicht langfristig!)
erwirtschaftet werden (sic!, im wahrsten Sinne des Wortes),
Ausgaben können nicht gedruckt, gezaubert, erfunden werden.
Für Dienstleistungen und Produkte folgt die Rechnung auf dem Fuße.
Wer seine Glaubwürdigkeit (sprich Kreditwürdigkeit) dauerhaft
verliert, weil er immer mehr anschreiben lässt, als er zahlt,
bekommt ganz einfach eines Tages keine Dienstleistungen und
Produkte mehr.
Der revolutionäre Appell Jean Mesliers "Behaltet die Reichtümer
und Güter, die Ihr im Schweiße Eures Angesichts erarbeitet für
Euch. Gebt nichts davon an diese prächtigen und unnützen Faulenzer,
die unnütz auf der Erde wohnen, nichts an diese hochmütigen
Tyrannen, die Euch verachten..." hat an seiner Sprengkraft
nichts verloren.
Hierzu passt heute Morgen der Anstieg der 10-jährigen Italienbonds
auf deutlich über die kritischen 7%. (same procedure as already
known) (zurzeit 7,121 %, siehe pigbonds.info)
schrieb am 25.12.11 13:26:07
HWWI: Euro-Bonds nicht verteufeln
Straubhaar mahnte jedoch, man sollte "in Deutschland Euro-Bonds
nicht aus ideologischen Gründen verteufeln". Denn es werde "auch in
einer Fiskalunion eine gemeinsame Kasse geben, um schwächeren und
überschuldeten Ländern Notkredite finanzieren zu können". Ob die
gemeinsame Kasse "Rettungsfonds" oder "Euro-Bond" genannt werde,
sei "dabei dann nur eine nebensächliche und eher technische
Frage".
http://de.nachrichten.yahoo.com/wirtschaftsforschungsinstitu…
das ist auch meine Ansicht: die angestrebte Fiskalunion innerhalb
der nächsten 24 Monate (Zitat von Schäuble) ist defacto nicht
anderes als €urobonds.
schrieb am 21.12.11 19:59:31
Antwort auf Beitrag Nr.:
42.499.703 von 50667 am 19.12.11
17:40:59interessant, dass Du fast die gleichen Passagen
ausgewählt hast wie ich heute....
schrieb am 19.12.11 17:40:59
Gedanken des Philosophen Peter Sloterdijk:
Die Regierungen verpfänden die Luft über ihrem Staatsgebiet, und
Banken atmen tief durch. Wenn man es sich recht überlegt, ist das
haarsträubend. Das wird möglicherweise europaweit eine
Desorientierung von historischen Größenordnungen auslösen,
möglicherweise vergleichbar mit dem moralisch-ökonomischen
Super-GAU der Jahre 1922/23, der Hyperinflationszeit.
Früher hat man unter Sparen verstanden, dass etwas beiseitegelegt
wird. Heute benutzen die Finanzminister das Wort, um sich selbst
dafür zu gratulieren, wenn sie weniger neue Schulden aufnehmen.
Tilgungsillusion ist ein schöner Name für ein vom Staat geschütztes
moralisches Konstrukt – vorausgesetzt, der Staat selber bleibt als
Schuldner glaubwürdig. Davon kann heute kaum noch die Rede
sein.
Die Illusion wird dadurch bedient, dass die Schulden immer wieder
umgewälzt werden. Alle Schuldenstaaten zahlen alle paar Monate ihre
Schulden mit neuen Schulden zurück.
Das ist eine Idee, die selbst Dante nicht hätte einfallen können.
Man müsste jetzt zu seiner Göttlichen Komödie einen vierten Teil
hinzuschreiben. Bekanntlich hat Dante das Purgatorium als
Reinigungsanlage für lässliche, sagen wir tilgbare Sünden
konzipiert. Die sind mit sieben „P“ auf der Stirn der Sünder
notiert – auch in der Reinigungshölle geht alles Wichtige nur
schriftlich. Nach jeder Etappe wird ein P (für peccatum) gelöscht,
bis der ehemalige Sünder mit einer reinen Stirn dasteht. Kein
Mensch des Mittelalters konnte ahnen, dass man Belastungen aus der
Vergangenheit umschulden könnte. Im Anbau zum Purgatorium würde
aber genau dies passieren. Der Nachteil ist, man käme nie mehr ganz
von der Vergangenheit los und von der Übernahme in die Sphäre der
himmlischen Freuden ist nicht mehr die Rede.
Die meisten Menschen bekommen ihr Maß durch ihre Einkünfte gezeigt.
Gut, man kann Einkünfte durch den Privatkredit auch hochstaplerisch
steigern, aber die Maßgabe liegt im Einkommen, und das ist bei den
allermeisten Menschen bescheiden genug, um dafür zu sorgen, dass
die Bäume nicht in den Himmel wachsen.
„Staatsschulden sind ein Indikator für ein Sozialismusdefizit“
Der Bürger, das Ich, hält Maß. Aber sein Staat, das „Wir“, kann es
nicht
Die Staatsschulden sind zu einem wesentlichen Teil ein Indikator
für ein strukturelles Sozialismusdefizit in der Gemeinschaftskasse.
Was man sich nicht in Form von Besteuerung holen kann, lässt man
sich durch leichtsinnige Gläubiger kreditieren. Das
Sozialismusdefizit drückt sich präzise aus im Ausmaß der
Staatsverschuldung. In der Zeit des blühenden Rheinischen
Kapitalismus war die Staatsverschuldungsquote niedrig, weil unter
konservativen Regierungen der Semi-Sozialismus besser funktioniert.
Die Soziale Marktwirtschaft von Ludwig Erhard umschreibt dieses
Konzept auf so sonore Weise, dass auch Konservative es sich
gefallen lassen. In Wahrheit leben wir längst in einem massenmedial
integrierten, fiskalisierten Semi-Sozialismus auf der Grundlage
einer zinsgetriebenen Ökonomie, die viele Leute Kapitalismus
nennen.
Man muss die Möglichkeit der Realwirtschaft, an Kredite zu
kommen, abkoppeln von der spekulativen Zwischenwelt der
Geschäftsbanken, der Fonds und ähnlicher Einrichtungen. Das heißt
also: Wenn schon der Staat sich als „lender of last resort“
nützlich machen will, dann soll er im Notfall Abkürzungen für die
echten Kreditsucher in der Wirtschaft anbieten, statt acht Zehntel
des klugen Geldes zu Niedrigstzinsen den Spekulanten nachzuwerfen.
Einen solchen Shortcut zwischen der Bank höchster Instanz und der
Realwirtschaft müsste man mal ausprobieren, dafür haben wir ja
schlaue Institutionendesigner, die von solchen Dingen etwas
verstehen. Das wäre eine einfache Maßnahme, um die zu mächtig
gewordene Finanzmarktbranche systemimmanent in ihre Grenzen zu
weisen.
schrieb am 01.12.11 01:37:14
Auch mich hat die heutige konzertierte Aktion von Notenbanken der
ganzen Welt überrascht.
Warum?
Erstens: sie war nicht vorherzusehen. Punkt. Aus. Aha.
Zweitens: sie dokumentiert gemeinschaftliches Handeln hinter den
Kulissen; an den Nähten zur Weltpresse vorbei. Das ist extrem
beunruhigend.
Drittens: was uns präsentiert wird als Krisenmanagement von D, FR,
EZB, EFSF etc. und der zugehörigen Holprigkeiten, sind doch nur
Kindergartenspiele gegenüber den Vorgängen, die anscheinend hinter
den bereits genannten Kulissen abgehen und uns vollkommen
unvorbereitet präsentiert werden.
Viertens: es bleibt nur Ohnmacht. Schwindel. Demut.
Bescheidenheit.
Ganz klar: man muss als Deutscher über jeden Monat froh sein, den
man sich weiter oder noch wie im ruhigen Auge des Orkan bewegen
darf, denn am eigentlichen Krisenmanagement nehmen weder die Völker
Europas teil noch deren vermeintlich demokratisch gewählte
Vertreter.
Das Ganze hat zweifellos kosmopolitische Züge angenommen. Die
letzten Zweifel sind bei mir spätestens seit Schäubles Rede vor dem
EBC ausgeräumt.
Ich schlupfe jetzt unter meine Decke und mache Winterschlaf.
schrieb am 28.11.11 18:45:56
die wirtschaftswoche zum neuen Thema EliteBonds:
Das letzte Gefecht der Euro-Ritter
Offiziell will von dem Szenario niemand etwas wissen. „Es gibt
keine Planungen für Triple-A-Bonds oder Elite-Bonds“, erklärte ein
Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Montag in Berlin. Das
Instrument sei auch nicht für Notfälle geplant, hieß es in
Regierungskreisen. Vielmehr werde an einer „Stabilitätsunion“ und
den entsprechenden Vertragsänderungen dafür gearbeitet. „Das ist
der Weg, um das Vertrauen der Märkte zu gewinnen“.
Doch wer die Eskalation der Euro-Krise in den vergangenen Monaten
verfolgt hat, weiß, dass die Haltbarkeit solcher Dementis oft kurz
ist.
Denn den Euro-Ländern bleibt wahrscheinlich keine Zeit mehr für
einen großen Wurf. Laut Medienberichten werkeln EU-Diplomaten
bereits am Notfallplan. Demnach will die Eurozone eine Art
Brandmauer errichten, einen Schutzwall, hinter den sich die letzten
soliden Staaten der Gemeinschaftswährung flüchten können, wenn die
Märkte die Oberhand gewinnen. Es wäre Merkels geheimer Plan zur
Euro-Rettung, falls alle anderen Schutzmassnahmen versagen.
Die EU wechselt in den Belagerungsmodus
Für die Planspiele spricht, dass sich die Eurozone schon seit
Monaten in einem akuten Belagerungszustand befindet - ein Rückzug
in die rettende Burg wäre also nur folgerichtig. Das Zeitfenster
für die Rettung der Euro-Zone wird täglich kleiner, weil auch die
Kernstaaten der Gemeinschaftswährung längst ins Visier der Märkte
geraten sind - nicht nur Italien, sondern vor allem Frankreich.
Gemeinsame Anleihen der sechs verbliebenen AAA-Länder wären wohl
vor allem eine verborgene Maßnahme, um die Grande Nation vor dem
Abgrund zu retten.
Denn sollten die Franzosen ihr Top-Rating verlieren, wäre die
Politik der Euro-Rettung faktisch gescheitert
Dass Frankreich ausfällt, ist relativ wahrscheinlich. Die
Ratingagenturen haben Frankreich bereits angezählt
chließlich wäre es nicht das erste Mal, dass die EU in Kerne mit
unterschiedlichen Geschwindigkeiten zerfällt: Von 27 EU-Mitgliedern
sind nur 17 Euro-Mitglieder. Auch bei der gemeinsamen Grenzpolitik
im Rahmen des Schengen-Abkommens machen Zypern, Rumänien und
Bulgarien bislang gar nicht und Großbritannien nur unvollständig
mit. Laut EU-Vertrag ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen
EU-Mitgliedern in bestimmten Bereichen sogar ausdrücklich
möglich
Die entscheidendere Frage für den Euro ist also nicht, ob es
Elite-Bonds wirklich geben dürfte, sondern wer mit Deutschland in
die Burg flüchten darf - und wem das Tor vor der Nase zugeknallt
wird.
http://www.wiwo.de/politik/ausland/schuldenkrise-das-letzte-…
ES GEHT UM FRANKREICH!
Aber es kann auch so sein, wie Dorfrichter vermutet: Deutschland
ist kein souveräner Staat (wie unsouverän

), Italien ist tot, Großbritannien ist angelsächsisch (sic!), es
gilt jetzt nur noch Frankreich zu schwächen, will man den €uro in
etwas Größeres "Ganzes" eingehen lassen ...
Meine Synthese: der €uro in der jetzigen Form ist unrettbar
verloren (bewusst zerstört worden?), es bleit die Perspektive:
entweder ein Kern-€uro oder eine neue "größere"
"Gemeinschaftswährung", in der der US-Dollar seine Weltleitfunktion
nicht verliertén muss und weiter dominieren darf.
schrieb am 28.11.11 13:59:32
Zitat von AHEOFrankreich
lebt auf unsere Kosten.
Wenn es denn nur Frankreich wäre...
schrieb am 28.11.11 13:52:28
Frankreich lebt auf unsere Kosten.
schrieb am 28.11.11 12:34:49
Antwort auf Beitrag Nr.:
42.406.439 von 50667 am 28.11.11
08:31:52"
wäre nicht Frankreich mit im
Boot"
Genau.
Letztendlich sollen wir für die Schulden der
Ecole-National-Patrone
haften und noch dazu den sich dann immer noch ergebenden höheren
Zinsaufwand tragen.
EU? Nein, Danke.
schrieb am 28.11.11 09:00:11
entschuldigung, es fehlt noch die Quelle.
ich gebe hier mal das Handelsblatt an:
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/deutschland-…
Die Bundesregierung erwägt einem Zeitungsbericht zufolge
gemeinsame Anleihen mit fünf besonders kreditwürdigen Euro-Ländern.
Dabei handele es sich um Frankreich, Finnland, die Niederlande,
Luxemburg und Österreich, die wie Deutschland über die höchste
Kreditwürdigkeit verfügen, berichtete die Zeitung „Die Welt“
(Montagsausgabe) vorab unter Berufung auf ranghohe EU-Diplomaten,
die mit den Verhandlungen zur Lösung der Währungskrise vertraut
sind.
(...)
Beim Kauf der neuen Bonds solle die Finanzagentur des Bundes mit
Sitz in Frankfurt eine zentrale Rolle spielen. Der Zinssatz der
neuen Anleihen solle zwischen zwei und 2,5 Prozent liegen.
schrieb am 28.11.11 08:31:52
was heute morgen durch die Ticker geht ("EliteBonds"), ist ein
interessanter Gedanke:
Man "tut sich zusammen", hält in der Krise zusammen, um den €uro
wenigstens in den Kernländern zu halten und zu etablieren, indem
man einen neuen großen Bond-Markt (vermeintlich) stabiler €urobonds
der Kern-Eurozone schafft, um die Investoren, die zurzeit
fluchtartig der €urozone den Rücken kehren, wieder
zurückzugewinnen.
Ich halte nach ersten Überlegungen diese Idee nicht für sooo
abwegig, wäre nicht Frankreich mit im Boot.
Zunächst will man damit den überschuldeten Staaten helfen. Ob das
gelingt, bleibt abzuwarten. Ich denke natürlich: eher nicht. Und
das ist auch nicht richtig.
Der Prozess wird wohl dann mittelfristig eher in Richtung
Kern-€urozone gehen, da den überschuldeten Staaten nicht dauerhaft
mit Geldtransfers "geholfen" werden kann. Man verlängert nur den
Sterbeprozess (Insolvenzverschleppung).
Fakt ist für mich, dass dies ein erster deutlicher Schritt mit
Signalwirkung ist, ein Schritt in Richtung Reduzierung der €urozone
auf einen Kern-€uro. Dieser Schritt ist für mich nachvollziehbar
(wie gesagt, wenn Frankreich nicht wäre).
schrieb am 26.11.11 11:51:11
Der Euro hat die EU um 50 Jahre zurückgeworfen, hat alles kaputt
gemacht was vorher über Jahrzehnte aufgebaut wurde, die Einführung
von Eoro Bonds wurde alles nur um 10 Jahre verzögern und die
Probleme würden sich wiederholen !
schrieb am 25.11.11 18:33:05
Alles wird gut, schließlich haben wir jetzt mit den neuen
Führungspersönlichkeiten in Griechenland (Papademos), Italien
(Draghi) und unseren Freund bei der EZB (Monti) gestandene
Fachleute aus dem Dunstkreis von Morgan Stanley,Goldman Sachs und
Co, welche sich ihr Know How jetzt prima zu Nutze machen können, um
Europa den finalen Stoß im Sinne der verarmten Großmacht auf der
anderen Seite des Atlantik zu geben. Es gibt immer noch Leute,
welche glauben, das ein politischer bzw
finanzieller/wirtschaftlicher Supergau in der Welt ein paar
Gewinner haben würde. Da kann man nur sagen, das unser Marsprogramm
noch nicht so weit gediegen ist, diese kranke Erde ohne Schaden zu
verlassen.
Wer jedenfalls sein Leben lang hart gearbeitet hat und nun wie
damals unsere Großeltern einen Tribut zur Rettung der
Politik/Finanzelite
zu zahlen verpflichtet werden soll, der wird sich letztendlich die
Frage stellen;
Lohnt sich arbeiten noch, wenn stehlen so viel leichter
ist
schönes WE
bushy
schrieb am 25.11.11 17:29:22
Es ist ein großes Schachspiel. Und im Hintergrund bauen die
"Angelsachsen" wohl ihren Erfüllungsgehilfen für seinen zweiten
Versuch auf. Oder irre ich mich da ? Es dürfen Vorschläge abgegeben
werden, wer gemeint ist. Kleine Hilfestellung: Gysi und der Neue
von Sarah Wagenknecht sind es nicht.
schrieb am 24.11.11 15:52:37
Antwort auf Beitrag Nr.:
42.393.877 von 50667 am 24.11.11
12:56:14Völlig richtig.
Die Transferunion haben wir ja bereits.
Und genau die ist nicht dazu geeignet, bei den Zahlernationen
Begeisterung zu erwecken.
Bei einem Dauerzustand können sehr rasch wieder nationalistische
Gedanken hochkommen.
Und wohl auch nicht ganz zu Unrecht..
schrieb am 24.11.11 12:56:14
Die Vision eines friedlichen Europas ist realistisch! Aber nur als
pluralistisches Europa souveräner Staaten mit gemeinsamem
kulturellen Hintergrund, aber differenzierten nationalen
Mentalitäten, verschiedenen wirtschaftlichen Geschwindigkeiten,
verschieden stabilen Währungen und trotzdem gemeinsamen
wirtschaftlichen Interessen und Harmonisierungen.
Wann geht es endlich in die Köpfe der Politiker, dass die Völker
Europas keine zentralistische Europadiktatur haben wollen, sondern
eine europäische Wirtschaftsunion der national souveränen
Pluralitäten und gleichzeitig weitestmöglichen Harmonisierungen und
Erleichterungen!
Trennt das Gute Europas von dem Schadhaften, verwirklicht eine
hilfreiche Europäische Union und schafft die Transfer- Schulden-
und Zentralitäts-Union ab!
Genau das fordern mindestens 4/5 der Europäer. Fragt die Leute auf
der Strasse! In Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien genauso
wie in den Niederlanden, Österreich oder Deutschland.
Eurobonds führen direkt in die Sackgasse und sämtliche positiven
Entwicklungen eines gemeinsamen Europas werden aus lediglich
monetären Gründen um Jahrzehnte zurückgeworfen, weil der positive
Europäische Gedanke ins unerträglich Negative pervertiert wird.
Europa ist eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, es darf nicht zu
einer Schicksalsgemeinschaft werden!
schrieb am 24.11.11 11:40:10
Zusammenfassend:
Es liegt im elementaren Interesse von GB/USA daß Deutschland
herausgelöst wird aus Europa und Frankreich isoliert dasteht, daß
es seine Souveränität verliert. Da kommt es dann schon mal vor, daß
auch Fistelstimmen sich erheben und von einem Weltbild
schwadronieren, das die Menschen ansprechen soll.
______________________________________________________________________________________
http://www.youtube.com/watch?v=h0ViKBQDYu0
______________________________________________________________________________________
Der fromme Wunsch vom Frieden und heile heile Welt findet rührenden
Niederschlag. Lügende Minister gehen klappern, daß es einem
schlecht werden könnte. Eine Metapher wird aufgebaut, ja eine
potemkische Kulisse über die Bühne geschoben, die die Kleinkinder
schon bewegen.
schrieb am 24.11.11 11:32:42
ZDF-Sendung: Angst ums Geld
Und jetzt mit den Eurobonds geht's noch beschleunigter in den
Orkus
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/live/1321472/ZDFzoom-…
schrieb am 24.11.11 10:38:29
Antwort auf Beitrag Nr.:
42.387.671 von schamiddi am 23.11.11
10:56:48Auf die Straße gehen und
demonstrieren
auch das brächte nix, und das volk weiß das
wir dürfen zwar demonstrieren nach dem GG, aber den politikern geht
das am a... vorbei, nur wenn zu viele leute eine partei wählten,
die etwas ändern würde, kriegen sie angst, daher versuchen sie im
vorfeld, parteien zu verbieten indem sie ihnen etwas
unterschieben
iü die debatten im bundestg sind doch nur show, entschieden ist
doch längst alles nd wer sich nicht fügt in der partei bekommt
ärger
schrieb am 24.11.11 10:02:07
Heute passt die Thread-Überschrift richtig gut.
Auf bestem Weg in die Transfer-Union.
Ich glaube, ich werde besser bald Portugiese.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,799618,00.h…
[ Seite: 1, 2, 3 … 43, 44, 45, neuster Beitrag ]
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