Guten Tag allerseits, wie die meisten meiner Leser wissen, arbeite
ich hauptberuflich als selbständiger Fachberater in einem großen
Elektronikmarkt. Ich selbst kann mit dem ganzen Weihnachtsgedöns
nichts anfangen. Mal abgesehen davon, dass dieses Fest jeglicher
biblischer Grundlage entbehrt, hat das Verhalten der meisten
Menschen zu dieser Jahreszeit mit dem eigentlichen Geist der
Weihnacht nichts mehr zu tun. Ich bin ehrlich gesagt heilfroh, dass
dieser Wahnsinn nun wieder zu Ende ist. Sollte ich noch ein kleines
Lichtlein vorweihnachtlicher Vorfreude vor einiger Zeit verspürt
haben – jetzt ist es aus, kalt, erloschen. Der Konsumterror der von
allen Seiten auf uns hereinprasselt, ist nur noch eine Farce. Man
überbietet sich gegenseitig im Schenken – schneller, weiter, höher
und vor allem teurer. Und wenn ich es mir nicht leisten kann,
bleibt ja immer noch die schicke Finanzierung. Was sind da schon 20
oder 40 oder 60 Euro im Monat? Wie lange kann das wohl noch gut
gehen? Speziell in den letzten Verkaufstagen habe ich mir immer
wieder mal die Mühe gemacht, mir für ein paar Minuten die Menschen
anzusehen, welche da in unseren kleinen, gemütlichen Markt gerannt
kamen und vorher und nachher über den Parkplatz hechteten. Glauben
Sie mir, ich habe alles gesehen. Schreiende Kinder, schreiende
Erwachsene, pöbelnde Menschen auf dem Parkplatz, sich streitende
Pärchen. Doch wissen Sie, was ich nicht gesehen habe? Ein Lächeln,
ein Lachen – nichts dergleichen. Weihnachtsfreude? Fehlanzeige.
Weihnachtsstress vielleicht oder Weihnachtsärger trifft es noch
besser. Und je näher der heutige Tag rückte, desto stressiger
wurden die Einkäufer – und vor allem aggressiver. Ist das nicht ein
trauriges Zeichen unserer Zeit? Man liest überall von „besinnlichen
Tagen“. Wo bitte sollen die denn herkommen? Schließlich muss jeder
zusehen, ob die Geschenke auch groß genug waren und vor allem teuer
genug. Vielleicht haben Sie ja mal die Muße, über diese Gedanken
nachzudenken. Möglicherweise kommt man ja doch zu dem Schluss, dass
man, wenn man auf diesem Weg weitergeht, irgendwann vor dem Abgrund
steht und sich die Frage stellt: Warum? Und vor allem: Für was das
alles? Als Verkäufer möchte ich Ihnen trotzdem noch etwas
verkaufen. Ich verkaufe Ihnen heute ein wenig ZEIT. Das steht bei
mir schon sehr lange im Regal, doch irgendwie hat es keinen
interessiert. Wissen Sie was es kostet? Nichts – Sie müssen mir
nichts dafür bezahlen. Ich schenke Ihnen heute Zeit. Vielleicht
nehmen Sie dieses Geschenk und verpacken es für Ihre Liebsten in
einem Lächeln, in einer Umarmung oder in einem leisen und lieben
Wort des echten Gefühls. Vertrauen Sie mir, diesen Kauf werden Sie
nie bereuen. Und vor allem ist dieses Geschenk mehr wert, als jedes
Handy, jeder IPod, jedes Notebook, jeder Flatscreen-TV – diese
Dinge können nicht lächeln. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von
Herzen alles Gute und vor allem – VIEL ZEIT!!!
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Die Souveränität der Markttechnik: EUR-USD: Abwärtsziel
liegt bei 1,19 USD