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Sparkassenverband packt Sexbombe Beate Uhse ins Portfolio
Jochen Kauper
Wider Willen ist der Sparkassenverband in Schleswig-Holstein zum
neuen Ankeraktionär der Erotikkette Beate Uhse aufgestiegen. Neben
der Consipio Holding ist man mit einem Anteil von knapp 13 Prozent
nun der zweitgrößte Aktionär. Steht die Aktie von Beate Uhse vor
einem Comeback?
Sex Sells! Das trifft auf die Produkte von Beate Uhse allerdings
schon länger nicht mehr zu. Seit Jahren kämpft der Konzern mit
rückläufigen Umsätzen und Verlusten. Vorstand Serge van de Hooft
befindet sich seit seinem Amtsantritt auf der Suche nach der
richtigen Strategie um gegen die starke Online-Konkurrenz zu
bestehen.
Sexy Geschäftsmodell begrüßt konservativen Ankeraktionär
Wie aus heiterem Himmel kann Vorstand van de Hooft jetzt einen
neuen Ankeraktionär begrüßen. Ob dieser allerdings aktiv an der
Unternehmensentwicklung teilnehmen wird, darf bezweifelt werden.
Kein geringerer als der Sparkassenverband Schleswig-Holstein
besitzt seit wenigen Wochen ein Aktienpaket von rund 13,1 Prozent
an Beate Uhse. Die Beteiligung hat einen Wert von knapp drei
Millionen Euro.
Über Umwege ins Portfolio
Das Aktienpaket kam über Umwege in das Portfolio des
Spakassenverbands Schleswig-Holstein. Laut Handelsblatt war der
urspünglicher Besitzer die Sparkasse Flensburg. Diese wurde vor
rund drei Jahren von der Nord-Ostsee-Sparkasse übernommen, welche
aufgrund einer Schieflage von der Sparkassen-Finanzgruppe gestützt
werden. Auf diesem Weg ist der Sparkassenverband Schleswig-Holstein
stolzer Besitzer des Beate Uhse-Aktienpakets geworden.
Beate Uhse soll entstaubt werden
An diesem Aktienpaket dürfte der Sparkassenverband in
Schleswig-Holstein wenig Freude haben: In den letzten Monaten
„glänzte" Beate Uhse eher mit schwachen Zahlen. Für das Jahr 2011
erwartet Vorstand Serge van der Hooft einen operativen Verlust von
vier bis sechs Millionen Euro bei einem Umsatz von rund 140
Millionen Euro. Jetzt soll die Marke wieder aufpoliert werden.
Großen Anteil am Umkehrschwund hat der neue COO Sören Müller.
Müller soll vor allem den Bereich E-Commerce voran bringen.
Großreinemachen verspricht auch Vorstand van der Hooft. Die 208
Beate Uhse-Shops sollen radikal zusammengestrichen werden.
Sexy Investment?
Auch denkt der Vorstand bereits wieder an Expansion.

„Wir
wollen 2012/13 vor allem die osteuropäischen Märkte angehen. Hier
sehen wir großes Potenzial", so van der Hooft gegenüber dem
AKTIONÄR. 2012 erwartet der Vorstand ein ausgeglichenes Ergebnis,
danach soll es weiter aufwärts gehen. Fazit: Interessant -
sicherlich auch für den Sparkassenverband Schleswig Holstein!
Privatanleger sollten allerdings mit einem Investment noch abwarten
bis erste Erfolge des Konzernumbaus sichtbar werden.