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Hauptversammlungsbesuche und die Kosten

Diskussionsstatistik
eröffnet am 08.01.12 21:28:57
von
neuster Beitrag 17.05.12 14:40:34
von

Anzahl Beiträge: 10
Aufrufe gesamt: 2.181
Aufrufe heute: 1
Diskussionsnr.: 1.171.532
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schrieb am 08.01.12 21:28:57
Beitrag Nr.1 
(42.566.538)
Antwort
Zitat
Bald geht ja wieder die HV Saison los.
Und manch ein Aktionär will seine AG oder SE besuchen.

Bei deutschen AG klappt das ja meistens mit der Eintrittskarte.
Aber wie sieht es mit den Firmen in den Nachbarländern aus?

Hier soll darüber berichtet werden, welche Schwierigkeiten dabei auftreten, wie sich die Depotbanken verhalten und ob exorbitanten Kosten dafür entstehen.

Mein erstes Beispiel betrifft die im MDAX notierte EADS-Aktie.
Diese habe ich einem Depot bei einer Bank in Deutschland liegen. Die HV findet in Amsterdam statt; doch auch Proxy-Voting ist vorgesehen, also die Abstimmung per Post. Deshalb schickte ich das Formular, wie vorgeschrieben, an die Depot Bank. Diese antwortete:

Sehr geehrter Herr ...,
wir haben ihr Weisungsformular für die Hauptversammlung der EADS erhalten.

Hierzu wurde uns heute seitens der ... Bank mitgeteilt, dass ein
sogenanntes Proxy-Voting-Verfahren (Briefwahl) bei Hauptversammlungen
im Ausland 150,00 Euro Gebühren kostet!

Bitte teilen Sie uns bis spätestens Montag 14:00 Uhr mit, ob Sie
bereit sind für den Auftrag zur Stimmrechtsausübung die Gebühr von
150,00 Euro zu tragen, oder ob Sie doch keine Weisung erteilen
möchten.
Mit freundlichen Grüßen,
_______________________________________

Ich lehnte natürlich ab.
Meine Meinung dazu ist, dass dies Kostenwucher ist.
Meine Antwort an den Bankvorstand:

Sehr geehrter ......,

vielen Dank für den Hinweis. Unter diesen Umständen verzichte ich natürlich
auf das Voting. Die Gebühr betrachte ich aber als eine Wuchergebühr, um
Aktionäre von der Ausübung ihrer Stimmrechte abzuhalten
. Die EADS ist an einer deutschen Börse notiert und deshalb sollte für Aktionäre und Depotbestände in Deutschland auch die Eintrittskarte zur HV oder das Proxy-Voting kostenlos sein.

Wir alle wollen doch eine funktionierende Aktionärsdemokratie in der EU. Gerade damit Vorstände und Aufsichtsräte besser von ihren Eigentümern kontrolliert werden können. Die Millionentantiemen für Vorstände in den AG und Banken mit den Superverlusten haben ja gezeigt, das mehr Kontrolle durch die Aktionäre selbst notwendig ist. Denn auch die Aufsichtsräte, die die Gehaltsregeln für den Vorstand beschliessen, haben da versagt. Und wir Aktionäre können nur die Aufsichtsräte wählen oder abwählen.

Der Zugang der Aktionäre zur Hauptversammlung oder alternativ das
'proxy-voting' darf nicht mit prohibitiven Gebühren abgeweht werden.


Mit freundlichen Grüssen



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schrieb am 09.01.12 02:40:28
Beitrag Nr.2 
(42.566.818)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.566.538 von Erdman am 08.01.12 21:28:57Unverschämt - ich meine die Bank, nicht Dein Begehr.

Schreibe doch mal an die EU, die wäre doch dafür zuständig, daß Unionsbürger nicht benachteiligt werden und eine solche Gebühr ist m.M.n. als Benachteiligung anzusehen. Warum werden die Dienstleistungen von dt. Kreditinstituten für dt. Unternehmen kostenlos ausgeführt und bei ausl. Unternehmen eine Gebühr erhoben? :confused:

Als ich mich in Brüssel darüber beschwerte, daß die spanische Quellensteuer nur auf ein spanisches Bankkonto überwiesen wird, teilte man mir mit, daß Spanien ab 03/12 eine Änderung vornimmt, die auch für verflossene Jahre gelten soll. Ok, der Sachverhalt ist nicht vergleichbar, aber andererseits sind die Bürokraten dort dankbar, wenn sie etwas haben, mit dem sie ihre Existenzberechtigung nachweisen können. :laugh:
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schrieb am 09.01.12 09:46:14
Beitrag Nr.3 
(42.567.259)
Antwort
Zitat
Unter anderem deshalb kaufe ich keine Auslandsaktien. Da hat man zusätzlichen Ärger, den man als Aktionär nicht braucht.
Avatar
schrieb am 09.01.12 18:17:00
Beitrag Nr.4 
(42.569.875)
Antwort
Zitat
Hallo, zusammen,

endlich mal wieder ein Thread nach dem Motto "Die bösen, bösen Banken", der von keinerlei Sachkenntnis getrübt wird. Wunderbar.

Eines vorweg: Es gibt in der EU bereits Bestrebungen, ausländischen Aktionären den Besuch von Hauptversammlungen in der EU zu erleichtern. Daß das ganze bei 17 bzw. 27 Ländern etwas dauert, ist wohl nicht ungewöhnlich. Hinzu kommt, daß es auf finanziellem Gebiet in der EU derzeit wohl drängendere Themen gibt und - daß die Banken in der Tat blocken.

Woran liegt das? Nun, der ganze Prozeß der Eintrittskartenanforderung für eine AG im Ausland dauert und ist kostspielig. Schon die ausländischen Banken lassen sich eine derartige Anforderung vergüten - da kommen schnell 70 bis 80 Euro zusammen, ohne daß Deine Depotbank auch nur einen Cent davon sieht. Die von Dir genannten 150 Euro mögen auch der Abschreckung geschuldet sein - aber reich würde Deine Bank dadurch nicht.

Dasselbe gilt auch für das Proxy Voting. Bei Namensaktien (ich weiß jetzt nicht, ob EADS auch dazu gehört) ist nur der im Aktionärsbuch eingetragene Aktionär stimmberechtigt, im Falle EADS also eine niederländische Bank. Wenn Du also proxyvoting-mäßig unterwegs bist, beschäftigst Du Mitarbeiter in den Niederlanden, bei Clearstream Banking und bei Deiner Hausbank. Und die wollen ja alle ein Gehalt beziehen...


>>Die EADS ist an einer deutschen Börse notiert und deshalb sollte für Aktionäre und Depotbestände in Deutschland auch die Eintrittskarte zur HV oder das Proxy-Voting kostenlos sein.<<

Was ist das für ein Argument? Dann müßte auch jede HV in Indonesien oder sonstwo kostenfrei sein. Das kann nun niemand verlangen.


>>Wir alle wollen doch eine funktionierende Aktionärsdemokratie in der EU. Gerade damit Vorstände und Aufsichtsräte besser von ihren Eigentümern kontrolliert werden können. Die Millionentantiemen für Vorstände in den AG und Banken mit den Superverlusten haben ja gezeigt, das mehr Kontrolle durch die Aktionäre selbst notwendig ist. Denn auch die Aufsichtsräte, die die Gehaltsregeln für den Vorstand beschliessen, haben da versagt. Und wir Aktionäre können nur die Aufsichtsräte wählen oder abwählen.<<

Glaubst Du wirklich, Du könntest mit Deinen EADS-Aktien da irgendwas beeinflussen?
Vermutlich lacht sich der Bankvorstand immer noch schlapp...


>>Warum werden die Dienstleistungen von dt. Kreditinstituten für dt. Unternehmen kostenlos ausgeführt und bei ausl. Unternehmen eine Gebühr erhoben?<<

Die Bearbeitung von Hauptversammlungen für deutsche Unternehmen ist NICHT kostenlos. Die Banken sind vom Gesetz her zur Information der Aktionäre über eine HV verpflichtet, und deswegen steht den Banken auch eine Aufwandsentschädigung zu, die von den AGen zu bezahlen ist.

Und da es für ausländische AGen keine Aufwandsentschädigung gibt, informiert auch keine Bank über die HVen. Zumal es schwierig ist, in jedem Land für jede AG die entsprechenden Informationen zu bekommen.

Auch wenn ich selbst in einer Bank arbeite, stehe ich vielen Dingen kritisch gegenüber. Aber bei allem Mist, den die Banken verzapft haben: Banken sind nicht die Heilsarmee. Diese Forderung, daß die Bearbeitung ausländischer HVen kostenfrei sein soll, ist realitätsfremd, denn für diese Dinge fallen Kosten an, und zwar erhebliche.

Und wenn Deine Bank dann ihre Depotgebühren erhöht, ist es Dir auch nicht recht...
Avatar
schrieb am 09.01.12 23:11:42
Beitrag Nr.5 
(42.571.223)
Antwort
Zitat
Zitat von JuliaPapaHallo, zusammen,

endlich mal wieder ein Thread nach dem Motto "Die bösen, bösen Banken", der von keinerlei Sachkenntnis getrübt wird. Wunderbar.
Warum kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, du würdest bei einer Bank arbeiten? :D

Avatar
schrieb am 10.01.12 17:50:02
Beitrag Nr.6 
(42.574.899)
Antwort
Zitat
Zitat von HistorikerWarum kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, du würdest bei einer Bank arbeiten? :D


Den Eindruck habe ich auch. Ist eben die Sicht aus einer Bankabteilung heraus.

Das Problem liegt aber höher. Bei der Banken- und Börsenlobby und beim Gesetzgeber.
Und der letztere lebt wohl ganz nach Gusto der Lobbyisten und vergisst dabei die Nöte der kleinen und mittleren Aktiensparer.

Wobei Aktiensparen immer wichtiger wird, nachdem das mit dem Riestern (der Flop der Politik) nicht klappt.

Avatar
schrieb am 05.02.12 09:37:41
Beitrag Nr.7 
(42.700.969)
Antwort
Zitat
Zitat von ErdmanDas Problem liegt aber höher. Bei der Banken- und Börsenlobby und beim Gesetzgeber. Und der letztere lebt wohl ganz nach Gusto der Lobbyisten und vergisst dabei die Nöte der kleinen und mittleren Aktiensparer.

Wobei Aktiensparen immer wichtiger wird, nachdem das mit dem Riestern (der Flop der Politik) nicht klappt.
Stimmt genau!

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schrieb am 14.04.12 20:49:06
Beitrag Nr.8 
(43.039.920)
Antwort
Zitat
Ich und ein Bekannter haben schon mehrmals Eintrittskarten für die EADS-HV bestellt und - nach Protest - kostenfrei bekommen. Die Abwicklung macht die Deutsche Bank, von dieser bekommt man ein Schreiben, daß die Aktien hinterlegt sind. Dieses Schreiben dient als Eintrittskarte in Amsterdam.

Die Banken bekommen von den Firmen ein Entgelt für den Versand der HV-Einladungen und die die Bestellung der Eintrittskarten. Deshalb halte ich es für eine unverschämte, illegale Geldschneiderei, beim Aktionär ein zweitesmal für HVs in Deutschland zu kassieren, wie dies einige wenige Banken leider tun, z.B. nimmt die ONVISTA-Bank neuerdings 5 € pro Bestellvorgang.

Ich rechne mit einer gerichtlichen Entscheidung gegen diese Verfahrensweise, wie schon früher gegen das Kassieren von Gebühren beim Depotübertrag etc.
Avatar
schrieb am 10.05.12 01:04:42
Beitrag Nr.9 
(43.144.488)
Antwort
Zitat
Rechnen sich eigentlich die HV-Besuche in Deutschland?

Was kann man alles bei der HV überhaupt erreichen, wenn man nicht immer im Sinne der Verwaltung abstimmt?

Gibt es vielleicht andere, als SDK und DSW Aktionärsgruppen, die sich vertreten lassen? Von der SDK und DSW weiß ich, die verfolgen aber wohl eigene Ziele. Kommen für mich eher nicht mehr in Frage.

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schrieb am 17.05.12 14:40:34
Beitrag Nr.10 
(43.177.720)
Antwort
Zitat
Zitat von Zhu-zhuRechnen sich eigentlich die HV-Besuche in Deutschland?

Was kann man alles bei der HV überhaupt erreichen, wenn man nicht immer im Sinne der Verwaltung abstimmt?


Was verstehst Du unter "rechnen sich..."?

Abstimmen kannst Du auch, ohne die HV zu besuchen. Einfach die Eintrittskarte schicken lassen und einen Vertreter der Gesellschaft beauftragen, nach Deinen Weisungen abzustimmen. Die Anweisung ist auf der Eintrittskarte enthalten - Du mußt sie nur zurückschicken oder mailen.

Ich besuche HV ganz gerne.
Man sieht schließlich mal "das Gesicht", dem man sein Geld anvertraut. Die Vertreter der Aktionärsgruppen oder einzelne Aktionäre selbst stellen manchmal auch interessante Fragen, aus deren Beantwortung man dann Schlüsse ziehen kann.
Nach dem Besuch mehrerer HV verschiedener Gesellschaften kann man schon durchaus vergleichen, wie sich ein Vorstand usw. verhält, wenn kritische Fragen gestellt werden.

Tlw. erfährt man auch Dinge, die nicht unmittelbar mit der Gesellschaft, sondern mit anderen aktuellen Themen in Zusammenhang stehen. Bei Vossloh wurde der Vorstand bzgl. der "Frauenquote" angegriffen. Als der VV dann einmal darlegte, wieviele Bewerbungen in einem Eisenbahn- und Schienenunternehmen von Frauen überhaupt eingehen, sah die ganze Sache schon anders aus. Bei Lang&Schwarz waren die Antworten auf die geplante Finanztransaktionssteuer interessant - auch das Mienenspiel des Vorstandes. Und bei Gelsenwasser erfuhr ich zum ersten Mal etwas über das damals noch relativ unbekannte "Fracking" und den Auswirkungen auf das Grundwasser.
Als dies stand nie in einer Tageszeitung.

Und last but not least - häufig spart man sich Frühstück und Mittagessen.....

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