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Was machen die Börsen, wenn die Griechen offiziell Insolvenz anmelden?

Diskussionsstatistik
eröffnet am 08.02.12 02:44:44
von
neuster Beitrag 04.03.12 02:05:57
von

Anzahl Beiträge: 40
Aufrufe gesamt: 3.231
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Diskussionsnr.: 1.172.256

Starbucks

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[ Seite: 1234neuster Beitrag ]

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schrieb am 08.02.12 02:44:44
Beitrag Nr.1 
(42.716.178)
Antwort
Zitat
Hiermit eröffne ich den Was-Wäre-Wenn-Thread zum Thema Griechenland. Seit Tagen geht das Gezerre um den Schuldenschnitt und die Erfüllung der Auflagen usw. usf.

Fakt ist: wenn Griechenland bis März kein Geld von der EU bekommt, ist die Pleite da.

Ob die Pleite kommt oder nicht soll nicht das Thema sein, sondern: Wie werden die Börsen reagieren, wenn der Fall X eintritt?

Ich habe langsam das Gefühl, dass man an den Börsen resistent gegen die Griechen-Pleite geworden ist. Was meint ihr? Wird es überhaupt eine Reaktion geben? Und was passiert in den einzelnen Assetklassen?

Ist es vielleicht sinnvoll bis März zu 100% in Cash zu gehen und Aktien und Anleihen zu verkaufen? Der Markt ist ja in diesem Jahr schon sehr gut gelaufen.

Wie reagiert der Bund-Future?

Wie reagiert der Euro?

Wie reagieren die Edelmetalle?

Könnte man über Puts profitieren?

Was für Auswirkungen hat die Insolvenz Griechenlands für ein globales Unternehmen wie STARBUCKS oder VW oder FRESENIUS?

Der Finanz- und Versicherungssektor wird wohl eher abschmieren. Mit ihm alle finanzabhängigen Unternehmen? Sind Unternehmen mit hoher Eigenkapitalquote Trumpf? Sind Unternehmen ohne Schulden sicher?

Wie geht es mit Europa und dem Euro weiter? Wird Portugal das nächste Zockeropfer?

Was passiert in Griechenland? Was passiert mit den Gläubigern? Wird das Eigentum des Staates zur Insolvenzmasse? Kann Griechenland auch mit dem Euro in die Insolvenz gehen oder ist das unweigerlich mit dem Euro-Austritt verbunden?

So weit ein kleines Pottburi an Fragen und Anregungen für die Diskussion. Da das Thema mindestens bis März heiß und fundamental bedeutsam sein wird, haben wir sicherlich jede Menge Newsflow.

Bitte im Topic bleiben! Hier geht es nicht darum, ob Griechenland gerettet wird oder nicht, sondern nur was die Folgen einer endgültigen Zahlungsunfähigkeit hat und wie man sich als Anleger auf den Fall vorbereiten kann.
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schrieb am 08.02.12 02:57:36
Beitrag Nr.2 
(42.716.180)
Antwort
Zitat
sie springen noch oben!

Nichts lähmt die Börse mehr als Unsicherheit.
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schrieb am 08.02.12 03:04:47
Beitrag Nr.3 
(42.716.183)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.716.178 von Karla_Marx am 08.02.12 02:44:44einen Potpourri wird es zweifelsfrei geben, aber ich glaube, dass Griechenland viel viel viel zu klein ist, als selbst die Weltbörsen zu beeinflussen zu können.

Der "Umgang" Europas mit Griechenland ist viel entscheidender.

Und da habe ich eine dezidierte Ansicht: Sollte Griechenland der Austritt aus der €urozone "gestattet" werden, ist das ein POSITIVES(!) Signal für die Börsen.
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schrieb am 08.02.12 03:41:24
Beitrag Nr.4 
(42.716.193)
Antwort
Zitat
Aber ist die Insolvenz unbedingt an einen Austritt aus der €urozone gekoppelt? Theoretisch könnte Griechenland ja insolvent sein und trotzdem im €uro bleiben...
Avatar
schrieb am 08.02.12 03:43:47
Beitrag Nr.5 
(42.716.194)
Antwort
Zitat
Zitat von 50667sie springen noch oben!

Nichts lähmt die Börse mehr als Unsicherheit.


Mittlerweile sind sie ganz und gar nicht gelähmt, im Gegenteil, es geht zügig aufwärts an den Aktienmärkten. So weit, dass viele von einer überkauften Situation sprechen. Aber nur weil sie es verpasst haben, dabei zu sein...
Avatar
schrieb am 08.02.12 04:09:34
Beitrag Nr.6 
(42.716.199)
Antwort
Zitat
das sehe ich genauso wie Du,

"überkauft" sind die europäischen Märkte keineswegs! Die währungspolitische Unsicherheit bleibt allerdings. Und da hast Du aus meiner Sicht ganz richtigerweise den Finger auf die Wunde Griechenland gelegt. Ich bin zuversichtlich, dass sich dieses eigentlich periphere Problem bald von selbst erledigt.
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schrieb am 08.02.12 04:16:38
Beitrag Nr.7 
(42.716.200)
Antwort
Zitat
Börsen hassen Unsicherheit. Bei Unsicherheit gehen Kurse tendenziell nach unten.

Wenn eine Entscheidung gefallen ist - hier die Insolvenz Griechenlands - ist die Unsicherheit vorüber und die Märkte können wieder steigen. Auch der Euro würde nach meiner Meinung stärker werden, weil die angelsächsischen Anleger an die europäischen Börsen zurückkehren, um europäische Aktien zu kaufen. Hierzu müssen sie ja vorher ihre Dollars und Pfunde in Euro umtauschen.

Nach fast zwei Jahren Griechenlandkrise sind die wichtigsten Marktteilnehmer auf den finanziellen Zusammenbruch Griechenlands vorbereitet. Banken und Versicherungen sind durch die vorhandenen Rettungsschirme und die reichliche Geldausstattung der EZB nicht in Gefahr.

Auch Portugal ist nach meiner Meinung nicht gefährdet. Im Unterschied zu Griechenland sind hier Regierung und Opposition einig in der vollen politischen Unterstützung der notwendigen Sparprogramme.

Die griechische Bevölkerung wird in den nächsten zehn Jahren in sehr schwierigen Zeiten leben. Ob Griechenland im Euro verbleibt, wird wohl durch die kommenden Wahlen im April 2012 entschieden. In Ungarn haben wir gesehen, dass in den dortigen Wahlen die Konservativen auf ca. 64 Prozent der Stimmen kamen und eine rechtsradikale Partei sich sehr stark auf ca. 17 Prozent verbesserte. Die vorher regierende sozialistische Partei schrumpfte auf eine Restgröße zusammen.

Einen solchen erdrutschartigen Sieg einer Partei in Griechenland, die dem Land einen Euroaustritt verordnen möchte, halte ich nicht für unmöglich. Dies sind im Falle Griechenlands die lokalen Kommunisten.

Portugal wird in keinem Fall ein Zockeropfer. Egal wie es ausgeht. Denn die Turbulenzen an den Staatsanleihen der betroffenen Staaten sind ja nicht von Zockern verursacht worden. Wenn der besorgte portugiesische Kleinunternehmer, der bisher für seine Altersvorsorge in portugiesischen Anleihen gespart hat, sich aus Angst vor einem Zusammenbruch Portugals nunmehr deutsche Bundesanleihen kauft, so ist er ja kein Zocker, sondern vielmehr ein vorsorglicher Hausvater.

Ähnlich einzuschätzen sind Banken und Versicherungen, die in Zukunft das Geld ihrer Sparer und Versicherungsnehmer, die ja ebenfalls eine risikolose Altersversorgung aufbauen möchten, nicht mehr in gefährdete Staaten anlegen wollen.

Hier müssen die Staaten Vertrauen aufbauen, dass sie ihre Verschuldung wieder auf einen tragbaren Level zurückführen möchten. Dies werden sie wohl auch tun. Im übrigen scheinen die Staatenlenker die gegenwärtige Krise nicht als wirklich bedrohlich zu empfinden, sonst hätten sie bereits zu einigen der ihnen zur Verfügung stehenden "außerordentlichen Mittel" gegriffen.

Solche außerordentlichen Mittel wurden in einigen Staaten bei Vorliegen von sehr hohen Verschuldungen z. B. nach dem Zweiten Weltkrieg durchgeührt. Hierzu gehörten z. B. Verbot des Goldbesitzes und Goldhandels, Zwangsabgabe von vorhandenem Gold zu einem weit unter dem Marktpreis liegenden Festpreis,
Einführung von Zwangsanleihen und Zwangshypotheken und eine Besteuerung von bis zu neunzig Prozent des Einkommens, Einführung von Kapitalverkehrskontrollen, Einfrieren aller Bankkonten und Beschränkung der monatlichen Abhebungen von diesen Konten auf eine bestimmte Summe.

All solche Maßnahmen hat es im letzten Jahrhundert in Deutschland aber auch in demokratischen Staaten schon gegeben. Offenbar sieht man die gegenwärtige Situation wohl nicht als so bedrohlich an, sonst hätte man schon zu diesen harten Maßnahmen gegriffen.

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schrieb am 08.02.12 04:54:25
Beitrag Nr.8 
(42.716.207)
Antwort
Zitat
"In Athen setzen die Koalitionspolitiker die Beratungen über die Sparmaßnahmen fort. Die Troika aus EU, IWF und EZB fordert weitreichende Reformen, die über Lohnkürzungen, eine Reform des Arbeitsmarktes bis hin zur Reduzierung der Zahl der Staatsbediensteten reichen. "Die Märkte rechnen weiterhin damit, dass letztlich ein Deal zustande kommt", sagt Gavan Nolan von Markit Credit Research. Innerhalb der griechischen Regierungskoalition sträubten sich jedoch einige Akteure gegen harte Einschnitte, um so in der Bevölkerung Sympathien zu sammeln."

http://www.n-tv.de/wirtschaft/marktberichte/Dax-Endspurt-reicht-nicht-ganz-article5428941.html
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schrieb am 08.02.12 07:53:10
Beitrag Nr.9 
(42.716.385)
Antwort
Zitat
Was hat das mit Starbucks zu tun?

Aber zurück zur Frage, wie wollen die Griechen das denn NOCH offizieller machen, als bereits die letzten Monate.

Für mich gibt es da KEINEN Überraschungseffekt mehr.
Avatar
schrieb am 08.02.12 08:56:22
Beitrag Nr.10 
(42.716.712)
Antwort
Zitat
Zitat von Karla_MarxOb die Pleite kommt oder nicht soll nicht das Thema sein, sondern: Wie werden die Börsen reagieren, wenn der Fall X eintritt?
M. M. n. wird es wie 2008/2009 einen Kurssturz an den Börsen geben.

Wenn Griechenland kein Geld mehr bekommt und seine Zahlungen einstellt, ist neben dem Staat Griechenland erstmal der gesamte Bankensektor in Griechenland pleite. Über die üblichen Ausbreitungseffekte wären zunächst griechische Unternehmen sowie andere europäische Banken und Versicherer betroffen, später auch der Finanzsektor in Übersee und Asien. Es würde so laufen wie 2008/2009m nur diesmal ausgehend von Europa in die USA und nicht umgekehrt.

Die Frage ist m. E. nicht, ob es passiert sondern wann es passiert und wie tief es gehen wird. Schulden mit immer neuen Schulden zu bezahlen funktioniert nämlich auf Dauer nicht.




[ Seite: 1234neuster Beitrag ]

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