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Was machen die Börsen, wenn die Griechen offiziell Insolvenz anmelden? ( Seite 2)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 08.02.12 02:44:44
von
neuster Beitrag 04.03.12 02:05:57
von

Anzahl Beiträge: 40
Aufrufe gesamt: 3.231
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Diskussionsnr.: 1.172.256

Starbucks

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WKN: 884437
ISIN: US8552441094
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[ Seite: 1234neuster Beitrag ]

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schrieb am 08.02.12 09:00:06
Beitrag Nr.11 
(42.716.745)
Antwort
Zitat
PS: Starbucks wäre wie jedes andere börsennotierte Unternehmen betroffen. Freilich würden solche defensiven Titel nicht so stark leiden wie z. B. Titel aus dem Bankensektor. Den Bankensektor würde die kommenden Krise vollständig zerlegen.
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schrieb am 08.02.12 11:33:45
Beitrag Nr.12 
(42.718.090)
Antwort
Zitat
Im März läuft eine Anleihe aus. Jetzt zu 38% einsteigen u. im März 100% kassieren...
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schrieb am 08.02.12 12:14:59
Beitrag Nr.13 
(42.718.353)
Antwort
Zitat
Aktienanlagen waren in der Vergangenheit ein gutes Anlagemedium sowohl in Zeiten einer aufstrebenden Wirtschaft als auch in einer Zeit wo der deutsche Staat zusammengbrochen ist.

So konnte man in der Zeit der Hyperinflation von 1922 als auch der Währungsreform von 1948 mit Sachanlagen einen Teil seines Geldes in Sicherheit bringen. Aktien sind hier als liquide Sachanlage eine der besten Wege dies zu tun. Andere Sachanlagen haben ihre Probleme. So war der Goldbesitz und auch der Goldhandel in der oben genannten Zeit in der einen oder anderen Zeit verboten. Man konnte hier also legal keinen Käufer finden, wenn man sein Gold in z. B. Lebensmittel umtauschen wollte. Dies führte für den Goldbesitzer - wenn er z. B. bei einem Bauern sein Gold in Lebensmittel umtauschen wollte - dazu, dass er sein Gold weit unter Wert weggeben mußte. Immobilien wurden in dieser Zeit vom Staat mit Zwangshypotheken belegt.

Auch Aktien erfüllten in dieser Zeit nicht die vollen Anforderungen an eine Sicherung des Kapitals während der Krise, da ja in dieser Zeit der Aktienhandel auch weitgehend nicht möglich war. Nach dem Ende der Krise und der Einführung einer neuen Währung allerdings - so 1923 die
Rentenmark und 1948 die DM - konnten die Aktien ihre Vorteile als Wertaufbewahrungsmedium voll ausspielen.

Je nachdem - wie man das Ausmaß der Krise in der Zukunft einschätzt - macht nach den Erfahrungen der Vergangenheit eine Kombination aus physischem Gold - mit Aufbewahrung an einem geheimen Ort - zuzüglich Aktien für die Zeit nach der Krise Sinn. Man muss sich allerdings darüber im klaren sein, dass man bei einer wirklichen Krise im Ausmaß der oben genannten Krise für sein Gold bei weitem nicht den vollen Marktwert erhalten wird. Aber ein Wenig ist natürlich immer noch weit besser als ein Nichts.

So vermag ich nicht zu sagen, warum die Aktien zur Zeit steigen. Sind die Kursgewinne ein Zeichen dafür, dass die Anleger eine Besserung der Situation erwarten, oder sind die Kursgewinne ein Zeichen dafür, dass die Zeiten nach Ansicht der Anleger noch schlimmer werden und sie ihr Geld in Form von Sachwerten in Sicherheit bringen wollen.
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schrieb am 08.02.12 12:52:49
Beitrag Nr.14 
(42.718.647)
Antwort
Zitat
Die Vergangenheit zeigt aber auch, dass die gegenwärtige Lage bei weitem nicht so schlecht einzuschätzen ist, wie man dies in der öffentlichen Meinung findet.

So konnten in der Vergangenheit einige Länder ihre Verschuldungen gemessen in Prozent des BIP deutlich zurückführen.

Irland wies im Jahre 1994 eine Verschuldung in Höhe von 94,1 Prozent des BIP aus. Ende 2006 war die Verschuldung auf 24,9 % des BIP zurück geführt worden.

Spanien wies 1997 eine Verschuldung von 66,8 Prozent des BIP aus. Ende des Jahres 2007 war die Verschuldung auf 36,2 Prozent des BIP gesunken.

Italien wies Ende 1996 eine Verschuldung von 121,5 Prozent des BIP aus. Ende 2003 war die Verschuldung auf 104,4 Prozent des BIP gesunken.

Eine wahrhaft griechenlandähnliche Verschuldung wies Belgien zum Ende des Jahres 1994 mit 134,2 Prozent des BIP aus. Bis Ende des Jahres 2007 konnte das Land die Verschuldung auf tragbare 84,0 Prozent des BIP zurückführen.

Quelle :

www.oekonomenstimme.org/wege aus der Staatsverschuldung

Wenn man die Medien studiert bekommt der unbedarfte Leser den Eindruck, dass es mit der Staatsverschuldung ununterbrochen nach oben geht. Die obigen Zahlen zeigen, dass dies nicht immer richtig ist.

Vielleicht haben die Märkte dies ja im Blick. Der Prozess des Schuldenabbaues in den obigen Staaten wurde ja vornehmlich durch die Finanzkrise des Jahres 2008 unterbrochen. Da dann die Banken gerettet wurden, wurde aus der Finanzkrise dann eine Staatsschuldenkrise. Dies zeigt besonders das Beispiel Irland. Dieses Land hat ja mit seinen Mitteln in den Vorjahren eine besonders sparsame Politik betrieben und eine wahrhaft gigantische Rückführung seiner Verschuldung in Prozent des BIP geschafft. Auch Spanien und Italien haben ja in der Vergangenheit gezeigt, dass sie hierzu in der Lage sind.

Das Positive an der gegenwärtigen Krise ist ja, dass die Staaten nunmehr verstärkte Anstrengungen auf Druck der Märkte vornehmen müssen.
Die obigen Zahlen zeigen aber auch, dass in der Vergangenheit dies ja bereits auch ohne Druck der Märkte in verschiedenen Fällen gelungen ist.

Bei Griechenland hingegen sind die Aussichten düster. In den vorgenannten Ländern sind die politischen Parteien weitgehend einig darüber, dass nunmehr die Probleme angepackt werden müssen. Anders in Griechenland. Dort hat man den Eindruck, dass sich die Parteien bei nächster Gelegenheit von den getroffenen Vereinbarungen wieder distanzieren werden und den Wählern unhaltbare Versprechungen machen werden.

So wird Griechenland in die Insolvenz fallen. Die Marktteilnehmer snd aber hierauf bereits vorbereitet. Eine Krise, die bekannt ist, hat der Markt aber bereits eingepreist. Nur unerwartete Krisen können den Markt schockieren. Dies bedeutet natürlich nicht, dass die Aktienmärkte nicht noch gewisse Rücksetzer sehen werden. Dafür sind die Aktienkurse in den letzten Wochen einfach zu stark gestiegen.

Insgesamt erwarte ich zum Jahresende einen Dax-Stand von leicht oberhalb dem heutigen Niveau. Dies ist nicht übermäßig optimistisch aber eben auch nicht pessimistisch.
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schrieb am 08.02.12 13:30:13
Beitrag Nr.15 
(42.718.937)
Antwort
Zitat

Nach Griechenland wendet sich der Blick einfach auf die nächste Baustelle.
Avatar
schrieb am 08.02.12 14:30:14
Beitrag Nr.16 
(42.719.385)
Antwort
Zitat
Starbucks habe ich als ein exemplarisches Fallbeispiel willkürlich herausgegriffen. Somit hat der Thread auch einen Indikator, wie sich der Markt seit Threadbeginn entwickelt hat.

In meinen Augen gibt es nach aktuellem Stand zwei Möglichkeiten, die leider gegensätzliche Anlegerstrategien erfordern.

1. Die Insolvenz ist bereits komplett bilanziert, die Banken und Versicherer hatten lange genug Zeit, sich auf einen Ausfall vorzubereiten und haben Anlagen in Griechenland faktisch abgeschrieben. Kommt die offizielle Meldung, geht es an den Börsen steil aufwärts. Der Finanzsektor wird natürlich zunächst in Sippenhaft genommen und abverkauft werden, ob man betroffen ist oder nicht. Nach kurzer Zeit gibt es aber auch in diesem Sektor einen Rebound, weil klar ist, dass der Ausfall kaum Auswirkungen mehr hat.
Strategie: Man kauft jetzt schon kräftig Aktien, um den Anstieg optimal zu nutzen. In Finanztiteln geht man short.


2. Der Finanzsektor hat es nicht geschafft, sich auf den Ausfall vorzubereiten und es gibt einen systemischen Effekt. Es gibt einen Crash in allen Assetklassen. Hier profitiert man mit Shorts auf Aktien und Rohstoffen.


Einzige Möglichkeit, die von beiden Szenarien profitiert: Puts auf Finanzaktien.

Was meint ihr?

Und: Ist die Insolvenz im €uroraum möglich oder muss Griechenland im Fall X raus aus dem €uro?
Avatar
schrieb am 08.02.12 18:48:36
Beitrag Nr.17 
(42.721.347)
Antwort
Zitat
Zitat von Karla_MarxIn meinen Augen gibt es nach aktuellem Stand zwei Möglichkeiten, die leider gegensätzliche Anlegerstrategien erfordern.

1. Die Insolvenz ist bereits komplett bilanziert, die Banken und Versicherer hatten lange genug Zeit, sich auf einen Ausfall vorzubereiten...
Das ist nicht der Fall, die griechischen Banken z. B. sind randvoll mit Anleihen ihres Staates und daher sofort tot, wenn die Insolvenz kommt. Zudem haben die europäischen Geschäftsbanken noch genug von diesen Papieren, die unzureichend wertberichtigt sind. Und nicht vergessen: Die EZB schwimmt in griechischen Staatsanleihen, allesamt nicht wertberichtigt.

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schrieb am 08.02.12 18:50:36
Beitrag Nr.18 
(42.721.364)
Antwort
Zitat
Zitat von kenkennardDie Vergangenheit zeigt aber auch, dass die gegenwärtige Lage bei weitem nicht so schlecht einzuschätzen ist, wie man dies in der öffentlichen Meinung findet. [...] Spanien wies 1997 eine Verschuldung von 66,8 Prozent des BIP aus. Ende des Jahres 2007 war die Verschuldung auf 36,2 Prozent des BIP gesunken.
Zu Spanien lies mal dies hier:

"Die dritte Bedrohung rührt von den Konsequenzen einer möglichen Schuldenfalle in Spanien. Der japanische Ökonom Richard Koo hat in seinen Untersuchungen über die die japanische Depression der neunziger Jahre das Konzept einer Bilanz-Rezession entwickelt, das man eins zu eins auf Spanien übertragen kann. Bilanzrezessionen sind selten. Wenn sie auftreten, sind sie grausam. Sie entstehen dadurch, dass der Privatsektor nach einer geplatzten Spekulationsblase über Jahre hinweg nicht mehr seine Profite maximiert - eine Grundannahme allen ökonomischen Denkens - sondern unabhängig vom Zinsniveau seine Schulden abbaut. Sicherheit geht plötzlich vor Gewinnstreben. Wenn der Staat dann nicht massiv mit höheren Staatsausgaben gegensteuert, fällt das Land in eine dramatische Schuldenfalle. Ein Fehler, den der japanische Staat vermieden hat. Laut Koo hätte Japan mit einer restriktiven Haushaltspolitik 60 Prozent seiner Wirtschaftsleistung eingebüßt.

Spanien macht jetzt genau den Fehler, vor dem Koo Japan mit Erfolg gewarnt hat. In Spanien entschulden sich Privatsektor und Staat zeitgleich. Wenn man Spanien nicht aus den Zwängen des Stabilitätspakts entlässt, dann kommt es dort zu einem Einschnitt ähnlich oder schlimmer als bei uns während der Großen Depression. Die Vorgabe der europäischen Haushaltspolitik führt Spanien direkt in diese Katastrophe."

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,813992,00.h…

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schrieb am 08.02.12 19:00:24
Beitrag Nr.19 
(42.721.430)
Antwort
Zitat
Zitat von Karla_MarxEinzige Möglichkeit, die von beiden Szenarien profitiert: Puts auf Finanzaktien.
Das Problem dabei ist, daß sich das Sterben noch ein Weile hinziehen könnte.

Die EZB hat gerade das Bankensystem mit Geld geflutet und die Banken kaufen mit diesem Geld wieder Staatsanleihen ihrer Staaten. Das ist übrigens der einzige Grund, warum die Renditen spanischer und italienischer Anleihen gefallen sind. Das Problem wird dadurch von den maroden Staaten weg in deren (marodes) Bankensystem verschoben. Irgendwann kommt es von dort wieder hoch. Aber das kann noch lange dauern.

Die besten Strategie ist m. E., erstmal gar nix zu tun. Aktienbestände würde ich mit SL absichern, außer abgeltungssteuerfreie Altbestände exzellenter und krisenfester Gesellschaften. Die würde ich mit durch den Crash nehmen.

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schrieb am 09.02.12 02:10:49
Beitrag Nr.20 
(42.722.615)
Antwort
Zitat
Ich gebe ja zu, dass der gegenwärtige Kurs auch seine Risiken hat.

Aber es gibt ja keinen anderen Weg. Wenn z. B. Spanien den Sparkurs aufgeben würde, könnte es sich bald am freien Markt nur noch zu griechischen Zinsen - also gar nicht - refinanzieren.

Auch die Geberländer könnten weitere Kredithilfen an Länder, die nicht sparen wollen, politisch zu Hause nicht mehr durchsetzen.

Bliebe nur die EZB. Ob aber ein unbegrenzter Aufkauf von Staatsanleihen auf Dauer von den Geberländern hingenommen würde, ist eine offene Frage.

Wenn der gegenwärtige Kurs nicht klappt, fallen eben alle Krisenländer in die Insolvenz. Dann aber geht es nicht mehr um Ersparnisse um ca. fünf Prozent des BIP pro Jahr. Wenn diese Länder keine Anleihen mehr unterbringen können, werden sie - mangels Einnahmen aus Krediten - eben dreißig Prozent des BIP im Jahr "sparen" müssen.

In diesem Fall wäre wohl wirklich das finanzielle Ende der Weltwirtschaft gekommen. Einem totalen finanziellen Zusammenbruch Europas könnte sich wohl keine Region dieser Welt entziehen, ohne selbst großen Schaden zu nehmen. Dann wird wohl auch der Kauf von Puts nicht weiterhelfen, da dann die Banken, die die Puts geschrieben haben, wohl selbst in die Insolvenz fallen würden. Damit wären dann auch alle Puts wertlos.

Einen solchen Fall sehe ich aber zunächst nicht kommen. Am 29.02.2012 wird die EZB die Banken wiederum mit einer unbegrenzten Menge Geld zu einem Zinssatz von 1 % pro Jahr und mit einer Laufzeit von drei Jahren versorgen. Die Banken werden dann mit einem großen Teil dieser Mittel Staatsanleihen - auch der Krisenländer - erwerben. Die Krisenländer zahlen den Banken deutlich höhere Zinsen als diese selbst bei der EZB zu zahlen haben. Dies wird die Ertragslage der Banken steigern und sie können mit den Erträgen auch ihre Rücklagen stärken.

Dieses Manöver kann die EZB notfalls auch mehrfach wiederholen, so daß eine Zahlungsunfähigkeit von Staaten oder Banken auf absehbare Zeit nicht eintreten wird. Das Risiko ist natürlich, dass nach einiger Zeit das Inflationsrisiko steigen kann. Genau dies ist aber ja erwünscht. Denn durch den Zusammenbruch eines Staates würden ja die Anleihen dieses Staates einen großen Teil ihres Wertes verlieren. Dies wiederum würde die Geldmenge enorm schrumpfen lassen und den sicheren Weg in die Deflation bedeuten.

Solange die Sparmaßnahmen der Krisenstaaten durch Geldschöpfung der EZB ausgeglichen wird ist die Gefahr einer Deflation wohl gebannt.

Auch muss das von der EZB geschaffene Geld ja von den Banken und anderen Wirtschaftsteilnehmern angelegt werden. Dieses Geld fließt neben den Staatsanleihen zum Teil auch in die Aktienmärkte, was diese in der Tendenz steigen läßt. Diese Entwicklung sehen wir offenbar zur Zeit.

[ Seite: 1234neuster Beitrag ]

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