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Was machen die Börsen, wenn die Griechen offiziell Insolvenz anmelden? ( Seite 2)
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Starbucks
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Frankfurt (EUR), 25.05.12 | 19:25
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schrieb am 08.02.12 09:00:06
PS: Starbucks wäre wie jedes andere börsennotierte Unternehmen
betroffen. Freilich würden solche defensiven Titel nicht so stark
leiden wie z. B. Titel aus dem Bankensektor. Den Bankensektor würde
die kommenden Krise vollständig zerlegen.
schrieb am 08.02.12 11:33:45
Im März läuft eine Anleihe aus. Jetzt zu 38% einsteigen u. im März
100% kassieren...
schrieb am 08.02.12 12:14:59
Aktienanlagen waren in der Vergangenheit ein gutes Anlagemedium
sowohl in Zeiten einer aufstrebenden Wirtschaft als auch in einer
Zeit wo der deutsche Staat zusammengbrochen ist.
So konnte man in der Zeit der Hyperinflation von 1922 als auch der
Währungsreform von 1948 mit Sachanlagen einen Teil seines Geldes in
Sicherheit bringen. Aktien sind hier als liquide Sachanlage eine
der besten Wege dies zu tun. Andere Sachanlagen haben ihre
Probleme. So war der Goldbesitz und auch der Goldhandel in der oben
genannten Zeit in der einen oder anderen Zeit verboten. Man konnte
hier also legal keinen Käufer finden, wenn man sein Gold in z. B.
Lebensmittel umtauschen wollte. Dies führte für den Goldbesitzer -
wenn er z. B. bei einem Bauern sein Gold in Lebensmittel umtauschen
wollte - dazu, dass er sein Gold weit unter Wert weggeben mußte.
Immobilien wurden in dieser Zeit vom Staat mit Zwangshypotheken
belegt.
Auch Aktien erfüllten in dieser Zeit nicht die vollen Anforderungen
an eine Sicherung des Kapitals während der Krise, da ja in dieser
Zeit der Aktienhandel auch weitgehend nicht möglich war. Nach dem
Ende der Krise und der Einführung einer neuen Währung allerdings -
so 1923 die
Rentenmark und 1948 die DM - konnten die Aktien ihre Vorteile als
Wertaufbewahrungsmedium voll ausspielen.
Je nachdem - wie man das Ausmaß der Krise in der Zukunft einschätzt
- macht nach den Erfahrungen der Vergangenheit eine Kombination aus
physischem Gold - mit Aufbewahrung an einem geheimen Ort -
zuzüglich Aktien für die Zeit nach der Krise Sinn. Man muss sich
allerdings darüber im klaren sein, dass man bei einer wirklichen
Krise im Ausmaß der oben genannten Krise für sein Gold bei weitem
nicht den vollen Marktwert erhalten wird. Aber ein Wenig ist
natürlich immer noch weit besser als ein Nichts.
So vermag ich nicht zu sagen, warum die Aktien zur Zeit steigen.
Sind die Kursgewinne ein Zeichen dafür, dass die Anleger eine
Besserung der Situation erwarten, oder sind die Kursgewinne ein
Zeichen dafür, dass die Zeiten nach Ansicht der Anleger noch
schlimmer werden und sie ihr Geld in Form von Sachwerten in
Sicherheit bringen wollen.
schrieb am 08.02.12 12:52:49
Die Vergangenheit zeigt aber auch, dass die gegenwärtige Lage bei
weitem nicht so schlecht einzuschätzen ist, wie man dies in der
öffentlichen Meinung findet.
So konnten in der Vergangenheit einige Länder ihre Verschuldungen
gemessen in Prozent des BIP deutlich zurückführen.
Irland wies im Jahre 1994 eine Verschuldung in Höhe von 94,1
Prozent des BIP aus. Ende 2006 war die Verschuldung auf 24,9 % des
BIP zurück geführt worden.
Spanien wies 1997 eine Verschuldung von 66,8 Prozent des BIP aus.
Ende des Jahres 2007 war die Verschuldung auf 36,2 Prozent des BIP
gesunken.
Italien wies Ende 1996 eine Verschuldung von 121,5 Prozent des BIP
aus. Ende 2003 war die Verschuldung auf 104,4 Prozent des BIP
gesunken.
Eine wahrhaft griechenlandähnliche Verschuldung wies Belgien zum
Ende des Jahres 1994 mit 134,2 Prozent des BIP aus. Bis Ende des
Jahres 2007 konnte das Land die Verschuldung auf tragbare 84,0
Prozent des BIP zurückführen.
Quelle :
www.oekonomenstimme.org/wege aus der Staatsverschuldung
Wenn man die Medien studiert bekommt der unbedarfte Leser den
Eindruck, dass es mit der Staatsverschuldung ununterbrochen nach
oben geht. Die obigen Zahlen zeigen, dass dies nicht immer richtig
ist.
Vielleicht haben die Märkte dies ja im Blick. Der Prozess des
Schuldenabbaues in den obigen Staaten wurde ja vornehmlich durch
die Finanzkrise des Jahres 2008 unterbrochen. Da dann die Banken
gerettet wurden, wurde aus der Finanzkrise dann eine
Staatsschuldenkrise. Dies zeigt besonders das Beispiel Irland.
Dieses Land hat ja mit seinen Mitteln in den Vorjahren eine
besonders sparsame Politik betrieben und eine wahrhaft gigantische
Rückführung seiner Verschuldung in Prozent des BIP geschafft. Auch
Spanien und Italien haben ja in der Vergangenheit gezeigt, dass sie
hierzu in der Lage sind.
Das Positive an der gegenwärtigen Krise ist ja, dass die Staaten
nunmehr verstärkte Anstrengungen auf Druck der Märkte vornehmen
müssen.
Die obigen Zahlen zeigen aber auch, dass in der Vergangenheit dies
ja bereits auch ohne Druck der Märkte in verschiedenen Fällen
gelungen ist.
Bei Griechenland hingegen sind die Aussichten düster. In den
vorgenannten Ländern sind die politischen Parteien weitgehend einig
darüber, dass nunmehr die Probleme angepackt werden müssen. Anders
in Griechenland. Dort hat man den Eindruck, dass sich die Parteien
bei nächster Gelegenheit von den getroffenen Vereinbarungen wieder
distanzieren werden und den Wählern unhaltbare Versprechungen
machen werden.
So wird Griechenland in die Insolvenz fallen. Die Marktteilnehmer
snd aber hierauf bereits vorbereitet. Eine Krise, die bekannt ist,
hat der Markt aber bereits eingepreist. Nur unerwartete Krisen
können den Markt schockieren. Dies bedeutet natürlich nicht, dass
die Aktienmärkte nicht noch gewisse Rücksetzer sehen werden. Dafür
sind die Aktienkurse in den letzten Wochen einfach zu stark
gestiegen.
Insgesamt erwarte ich zum Jahresende einen Dax-Stand von leicht
oberhalb dem heutigen Niveau. Dies ist nicht übermäßig optimistisch
aber eben auch nicht pessimistisch.
schrieb am 08.02.12 13:30:13
Nach Griechenland wendet sich der Blick einfach auf die nächste
Baustelle.
schrieb am 08.02.12 14:30:14
Starbucks habe ich als ein exemplarisches Fallbeispiel willkürlich
herausgegriffen. Somit hat der Thread auch einen Indikator, wie
sich der Markt seit Threadbeginn entwickelt hat.
In meinen Augen gibt es nach aktuellem Stand zwei Möglichkeiten,
die leider gegensätzliche Anlegerstrategien erfordern.
1. Die Insolvenz ist bereits komplett bilanziert, die Banken und
Versicherer hatten lange genug Zeit, sich auf einen Ausfall
vorzubereiten und haben Anlagen in Griechenland faktisch
abgeschrieben. Kommt die offizielle Meldung, geht es an den Börsen
steil aufwärts. Der Finanzsektor wird natürlich zunächst in
Sippenhaft genommen und abverkauft werden, ob man betroffen ist
oder nicht. Nach kurzer Zeit gibt es aber auch in diesem Sektor
einen Rebound, weil klar ist, dass der Ausfall kaum Auswirkungen
mehr hat.
Strategie: Man kauft jetzt schon kräftig Aktien, um den Anstieg
optimal zu nutzen. In Finanztiteln geht man short.
2. Der Finanzsektor hat es nicht geschafft, sich auf den Ausfall
vorzubereiten und es gibt einen systemischen Effekt. Es gibt einen
Crash in allen Assetklassen. Hier profitiert man mit Shorts auf
Aktien und Rohstoffen.
Einzige Möglichkeit, die von beiden Szenarien profitiert: Puts auf
Finanzaktien.
Was meint ihr?
Und: Ist die Insolvenz im €uroraum möglich oder muss Griechenland
im Fall X raus aus dem €uro?
schrieb am 08.02.12 18:48:36
Zitat von Karla_MarxIn
meinen Augen gibt es nach aktuellem Stand zwei Möglichkeiten, die
leider gegensätzliche Anlegerstrategien erfordern.
1. Die Insolvenz ist bereits komplett bilanziert, die Banken und
Versicherer hatten lange genug Zeit, sich auf einen Ausfall
vorzubereiten...
Das ist nicht der Fall, die griechischen Banken z. B. sind randvoll
mit Anleihen ihres Staates und daher sofort tot, wenn die Insolvenz
kommt. Zudem haben die europäischen Geschäftsbanken noch genug von
diesen Papieren, die unzureichend wertberichtigt sind. Und nicht
vergessen: Die EZB schwimmt in griechischen Staatsanleihen,
allesamt nicht wertberichtigt.
schrieb am 08.02.12 18:50:36
Zitat von kenkennardDie
Vergangenheit zeigt aber auch, dass die gegenwärtige Lage bei
weitem nicht so schlecht einzuschätzen ist, wie man dies in der
öffentlichen Meinung findet. [...] Spanien wies 1997 eine
Verschuldung von 66,8 Prozent des BIP aus. Ende des Jahres 2007 war
die Verschuldung auf 36,2 Prozent des BIP gesunken.
Zu Spanien lies mal dies hier:
"Die dritte Bedrohung rührt von den Konsequenzen einer möglichen
Schuldenfalle in Spanien. Der japanische Ökonom Richard Koo hat in
seinen Untersuchungen über die die japanische Depression der
neunziger Jahre das Konzept einer Bilanz-Rezession entwickelt, das
man eins zu eins auf Spanien übertragen kann. Bilanzrezessionen
sind selten. Wenn sie auftreten, sind sie grausam. Sie entstehen
dadurch, dass der Privatsektor nach einer geplatzten
Spekulationsblase über Jahre hinweg nicht mehr seine Profite
maximiert - eine Grundannahme allen ökonomischen Denkens - sondern
unabhängig vom Zinsniveau seine Schulden abbaut. Sicherheit geht
plötzlich vor Gewinnstreben. Wenn der Staat dann nicht massiv mit
höheren Staatsausgaben gegensteuert, fällt das Land in eine
dramatische Schuldenfalle. Ein Fehler, den der japanische Staat
vermieden hat. Laut Koo hätte Japan mit einer restriktiven
Haushaltspolitik 60 Prozent seiner Wirtschaftsleistung
eingebüßt.
Spanien macht jetzt genau den Fehler, vor dem Koo Japan mit Erfolg
gewarnt hat. In Spanien entschulden sich Privatsektor und Staat
zeitgleich. Wenn man Spanien nicht aus den Zwängen des
Stabilitätspakts entlässt, dann kommt es dort zu einem Einschnitt
ähnlich oder schlimmer als bei uns während der Großen Depression.
Die Vorgabe der europäischen Haushaltspolitik führt Spanien direkt
in diese Katastrophe."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,813992,00.h…
schrieb am 08.02.12 19:00:24
Zitat von Karla_MarxEinzige
Möglichkeit, die von beiden Szenarien profitiert: Puts auf
Finanzaktien.
Das Problem dabei ist, daß sich das Sterben noch ein Weile
hinziehen könnte.
Die EZB hat gerade das Bankensystem mit Geld geflutet und die
Banken kaufen mit diesem Geld wieder Staatsanleihen ihrer Staaten.
Das ist übrigens der einzige Grund, warum die Renditen spanischer
und italienischer Anleihen gefallen sind. Das Problem wird dadurch
von den maroden Staaten weg in deren (marodes) Bankensystem
verschoben. Irgendwann kommt es von dort wieder hoch. Aber das kann
noch lange dauern.
Die besten Strategie ist m. E., erstmal gar nix zu tun.
Aktienbestände würde ich mit SL absichern, außer
abgeltungssteuerfreie Altbestände exzellenter und krisenfester
Gesellschaften. Die würde ich mit durch den Crash nehmen.
schrieb am 09.02.12 02:10:49
Ich gebe ja zu, dass der gegenwärtige Kurs auch seine Risiken
hat.
Aber es gibt ja keinen anderen Weg. Wenn z. B. Spanien den Sparkurs
aufgeben würde, könnte es sich bald am freien Markt nur noch zu
griechischen Zinsen - also gar nicht - refinanzieren.
Auch die Geberländer könnten weitere Kredithilfen an Länder, die
nicht sparen wollen, politisch zu Hause nicht mehr durchsetzen.
Bliebe nur die EZB. Ob aber ein unbegrenzter Aufkauf von
Staatsanleihen auf Dauer von den Geberländern hingenommen würde,
ist eine offene Frage.
Wenn der gegenwärtige Kurs nicht klappt, fallen eben alle
Krisenländer in die Insolvenz. Dann aber geht es nicht mehr um
Ersparnisse um ca. fünf Prozent des BIP pro Jahr. Wenn diese Länder
keine Anleihen mehr unterbringen können, werden sie - mangels
Einnahmen aus Krediten - eben dreißig Prozent des BIP im Jahr
"sparen" müssen.
In diesem Fall wäre wohl wirklich das finanzielle Ende der
Weltwirtschaft gekommen. Einem totalen finanziellen Zusammenbruch
Europas könnte sich wohl keine Region dieser Welt entziehen, ohne
selbst großen Schaden zu nehmen. Dann wird wohl auch der Kauf von
Puts nicht weiterhelfen, da dann die Banken, die die Puts
geschrieben haben, wohl selbst in die Insolvenz fallen würden.
Damit wären dann auch alle Puts wertlos.
Einen solchen Fall sehe ich aber zunächst nicht kommen. Am
29.02.2012 wird die EZB die Banken wiederum mit einer unbegrenzten
Menge Geld zu einem Zinssatz von 1 % pro Jahr und mit einer
Laufzeit von drei Jahren versorgen. Die Banken werden dann mit
einem großen Teil dieser Mittel Staatsanleihen - auch der
Krisenländer - erwerben. Die Krisenländer zahlen den Banken
deutlich höhere Zinsen als diese selbst bei der EZB zu zahlen
haben. Dies wird die Ertragslage der Banken steigern und sie können
mit den Erträgen auch ihre Rücklagen stärken.
Dieses Manöver kann die EZB notfalls auch mehrfach wiederholen, so
daß eine Zahlungsunfähigkeit von Staaten oder Banken auf absehbare
Zeit nicht eintreten wird. Das Risiko ist natürlich, dass nach
einiger Zeit das Inflationsrisiko steigen kann. Genau dies ist aber
ja erwünscht. Denn durch den Zusammenbruch eines Staates würden ja
die Anleihen dieses Staates einen großen Teil ihres Wertes
verlieren. Dies wiederum würde die Geldmenge enorm schrumpfen
lassen und den sicheren Weg in die Deflation bedeuten.
Solange die Sparmaßnahmen der Krisenstaaten durch Geldschöpfung der
EZB ausgeglichen wird ist die Gefahr einer Deflation wohl
gebannt.
Auch muss das von der EZB geschaffene Geld ja von den Banken und
anderen Wirtschaftsteilnehmern angelegt werden. Dieses Geld fließt
neben den Staatsanleihen zum Teil auch in die Aktienmärkte, was
diese in der Tendenz steigen läßt. Diese Entwicklung sehen wir
offenbar zur Zeit.
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