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Was machen die Börsen, wenn die Griechen offiziell Insolvenz anmelden? ( Seite 4)
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schrieb am 10.02.12 11:32:43
Auch ich habe die Bücher von Dirk Müller gelesen. Er definiert ja
z. B. die Depression in den USA in den 1930er Jahren als einen
solchen Reset.
In dieser Zeit war den US-Amerikanern allerdings der private
Goldbesitz verboten und der Goldpreis war staatlich festgelegt. Mit
Gold konnte man in dieser Zeit legal keine Geschäfte machen.
Insgesamt verfielen alle Preise und auch die Aktienkurse des
Dow-Jones Index in einer gewaltigen deflationären Spirale auf etwa
15 Prozent ihres Wertes von vor der Krise im Jahre 1929.
Bankenzusammenbrüche führten auch zur Vernichtung von
Ersparnissen.
Die einzige Anlage aus dieser Zeit mit der man einen deutlichen
Gewinn erzielen konnte, waren nach meiner Kenntnis Goldminenaktien.
Dies resutliert wohl daraus, dass von der Erlösseite der Goldpreis
staatlich fixiert war. Dies gab den Goldminen feste Einkünfte. Auf
der anderen Seite sanken die Kosten der Goldproduktion in der
Deflation ständig. Dies resultiert daraus, dass in der Deflation
Löhne und Sachkosten ja stark sinken. Im Ergebnis führten stabile
Erlöse und sinkende Kosten bei diesen Unternehmen zu stark
steigenden Gewinnen. Diese wiederum führten zu stark steigenden
Kursen von Goldminenaktien.
Im Internet ist ein Chart der Goldmine Homestake Mining aus dieser
Zeit erhältlich. An die Internetadresse kann ich mich gerade nicht
erinnern. Über Google ist es sicherlich kein Problem diesen Chart
im Internet zu finden.
Auch in Deutschland gab es in den oben genannten schweren Zeiten
ein Goldbesitz- und Goldhandelsverbot. Somit war für kleinere
Beträge Gold nicht eben das ideale Wertaufbewahrungsmittel. In
solchen Zeiten sind wertbeständige Waren des täglichen Bedarfs
meines Erachtens hierzu viel besser geeignet. Hierzu zählen
Dosennahrung, Zigaretten und auch Spiritousen. Der Besitz dieser
Waren war auch in der Vergangenheit niemals illegal. Sie haben in
Krisenzeiten den Vorteil, dass man sie selbst konsumieren kann.
Darüber hinaus haben sie auch in jeder Zeit einen gewissen
Tauschwert, so dass man diese Waren jederzeit auch gegen andere
benötigte Waren eintauschen kann.
Verfügt man natürlich über vergleichsweise große Beträge können
Gold oder Diamanten hierfür ein Wertaufbewahrungsmittel sein.
Dagegen steht aber wieder die Gefahr, dass in solchen Zeiten häufig
das Rechtssystem zusammenbricht. Es besteht also die Gefahr, dass
z. B. die bisherigen Sicherheitskräfte, die dann ja vom Staat kein
werthaltiges Gehalt mehr bekommen, sich mit ihren Dienstwaffen von
den Besitzenden dasjenige holen, was sie auf legalem Weg nicht mehr
bekommen können. Hinzu kommen natürlich "normale Kriminelle".
Wenn also die Banken nicht mehr der Ort der sicheren Aufbewahrung
von Vermögen sind, muss man dies an einem anderen Ort tun. Dies
führt dann für die Bürger zu einem enormen Sicherheitsproblem. Es
ist nun einmal nicht jedermanns Sache, die zu Hause lagernden
Wertgegenstände mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Außerdem
kann die Herausgabe dieser Gegenstände ja durch Kidnapping von
Familenangehörigen oder durch Folter erzwungen werden.
Deshalb stehe ich Ratschlägen - wie z. B. das Vergraben von eigenem
Gold im eigenen Garten - in wirklichen Notzeiten sehr zurückhaltend
gegenüber. Die meisten dieser Ratgeber sind zu jung, um wirkliche
Notzeiten in Deutschland erlebt zu haben. Dennoch hatte ich in Form
meiner Großeltern, die beide Kriege persönlich erlebt haben,
Ratgeber, die wirklich praxistaugliche Tips für solche Zeiten
hatten und die dann auch wirklich funktioniert haben. Ob dies in
der heutigen Zeit mit teilweise anderen Problem dann auch noch
funktionieren würde, ist eine ganz andere Frage.
schrieb am 13.02.12 02:33:27
Der Presse ist zu entnehmen, dass das griechische Parlament nunmehr
dem Sparpaket zugestimmt hat. Deshalb ist wohl davon auszugehen,
dass die Länder der Eurozone in der nahen Zukunft wohl weitere
Zahlungen an Griechenland leisten werden. Der Bankrott
Griechenlands findet zunächst also nicht statt. Trotzdem bleibt die
Lage weiter fragil. Die Probleme des Landes sind mit Geld allein
nicht zu lösen.
Wir können uns also zunächst wieder den Fragen zuwenden, die wir in
diesem Forum diskutieren wollten. Zu den Aktien wurden ja bereits
einige Erwartungen mitgeteilt. Deshalb möchte ich einmal meine
Erwartungen zu den Edelmetallen mitteilen.
Weiter oben hatte ich gesagt, dass Gold in einer wirklichen Krise
bedingt als Wertaufbewahrungsmittel in Form von Münzen oder Barren
geeignet erscheint. Zur Zeit scheinen die Märkte aber nicht der
Meinung zu sein, dass wir auf eine Krise im Ausmaß der
Hyperinflation in Deutschland des Jahres 1922 oder der Depression
in den USA in den 1930er Jahren zusteuern.
Was bedeutet denn dies nun für Gold. Wir konnten in der letzten
Zeit bemerken, dass Gold seine Funktion als sicherer Hafen zur Zeit
eingebüßt zu haben scheint. Vor einiger Zeit lief Gold immer dann
aufwärts wenn an den Aktienmärkten Krise gespielt wurde und die
Kurse deutlich fielen. Nunmehr scheint Gold gemeinsam mit den
Aktienmärkten zu steigen und auch zu fallen. Als Absicherung gegen
fallende Aktienkurse ist es damit zur Zeit wohl nicht geeignet.
Neben der abklingenden aktuten Furcht vor einem nahen Zusammenbruch
spielt hier wohl auch die Euroschwäche bzw. die Stärke des Dollars
gegenüber dem Euro aber auch anderen Währungen eine Rolle. In
Zeiten einer Dollarstärke hatte es der Goldpreis in der
Vergangenheit immer schwer. Da ich in der näheren Zukunft nicht von
einer ausgeprägten Schwäche des Dollar gegenüber dem Euro ausgehe,
bin ich für den Goldpreis nur verhalten optimistisch. Der Goldpreis
wird wohl mit dem Aktienmarkt steigen aber eben nicht so stark wie
der Aktienmarkt.
Als Ersatz für eine Absicherung des Eurokurses könnte an Stelle des
Erwerbs von Gold teilweise auch ein Erwerb von Anleihen von
Emerging Markets in lokaler Währung treten. Wenn man an weiter
steigende Rohstoffpreise glaubt, können hier auch Länder mit
starken Rohstoffvorkommen berücksichtigt werden.
Nach meiner Einschätzung stehen insbesondere die Währungen von
Ländern in Asien erst am Anfang einer Neubewertung gegenüber dem
Euro und auch dem US-Dollar. Diese Länder haben hohe
Exportüberschüsse und eine im Vergleich mit den westlichen Ländern
niedrige Verschuldung.
Eine Ahnung über das Ausmaß einer möglichen Aufwertung der
Währungen dieser Länder erhält man, wenn man sich einmal die
Kursentwicklung der DM und des japanischen Yen gegenüber dem
US-Dollar anschaut. Deutschland und Japan waren die Emerging
Markets von den 1950er Jahren bis zum Ende der 1980er Jahre.
Nunmehr gibt es eben neue Emerging Markets.
schrieb am 22.02.12 07:46:21
Im Großen und Ganzen glaubst Du also nicht an einen Währungs-Reset?
Es klingt so, als sei das Alles gar nicht so dramatisch - Inflation
und Deflation gleichen es immer aus. Eigentlich kann man ja weiter
gemütlich die Trends reiten. Die Börsen werden schon zeigen, wo die
Reise hingeht. Griechenland ist erstmal aus der Schusslinie. Mal
sehen, wie lange diesmal. Am Ende wird Griechenland Europas neuer
Emerging Market...
schrieb am 22.02.12 16:13:02
Währungs-Resets in einzelnen Ländern hat es schon immer
gegeben.
Wer allerdings in Deutschland während der Hyper-Inflation oder auch
während der Währungsreform 1948 sein Geld in Dollar oder Schweizer
Franken angelegt hatte, konnte die Krise bequem überstehen.
Wenn nun beispielsweise der Euro zusammenbricht, wird dies zwar
Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Dennoch kann ich nicht
einsehen, warum eine Währung in Asien, deren Land vorzugsweise
Wirtschaftsbeziehungen mit anderen asiatischen Ländern hat und dazu
einen vergleichsweise niedrigen Schuldenstand hat, im Falle des
Eurozusammenbruchs ebenfalls einen Währungs-Reset erleben
sollte.
Andere Länder haben so gut wie gar keine Außenbeziehungen zum Euro
und haben überwiegend Binnenwährungen. Ich denke hier an Vietnam
und Nordkorea. Diese Länder würden einen solchen Fall kaum
bemerken.
Ein Zusammenbruch des US-Dollar hätte hier ganz andere
Auswirkungen, da der US-Dollar noch immer eine überragende
Wirtschaftsrolle spielt.
So soll ja alleine China Währungsreserven von 3.200 Milliarden
US-Dollar - davon etwa siebzig Prozent in US-Dollar - angehäuft
haben.
Auch die anderen Länder in Asien haben nach vorliegenden Zahlen
auch Währungsreserven von mehreren Tausend Milliarden US-Dollar
angehäuft.
Diese Länder werden allein aus Eigennutz - nämlich um ihre eigenen
Reserven nicht wertlos werden zu lassen - den US-Dollar in der
mittleren Zukunft weiter stützen. Dies tun sie zwar mit einem
gewissen Bauchgrimmen, dennoch haben sie keine Wahl. Stützen sie
nämlich den US-Dollar nicht mehr, so würden ihre eigenen Währungen
plötzlich sehr stark aufwerten und folglich ihr eigener Export
zusammenbrechen.
Dies ist das Geheimnis der verhältnismäßig stabilen
Dollarsituation. Die USA haben also für ihre Währung gewaltige
Rettungsschirme. Diese Rettungsschirme heißen China, Thailand,
Indonesien, Indien, Malaysia, Philippinen, Hongkong, Singapur usw.
und nicht zuletzt Federal-Reserve-System.
Die Spekulanten kennen die unermeßlichen Reserven dieser
Rettungsschirme und legen sich deshalb nicht übermäßig mit dem
Dollar an. Dies bedeutet nicht, dass diese Länder nicht in der
Vergangenheit und auch in der Zukunft eine kontrollierte Aufwertung
ihrer Währungen zugelassen haben bzw. zulassen werden. Nur an einer
schockhaften Entwicklung, die nur im Interesse der Spekulanten
wäre, sind diese Länder nicht interessiert.
Dies bedeutet andererseits nicht, dass einzelne Länder die Eurozone
verlassen müßte. Dies würde den Staatsbankrott z. B. Griechenlands
bedeuten und hätte auch Auswirkungen auf andere Staaten. Dennoch
führt dies nicht automatisch zu einem weltweiten Zusammenbruch.
Der letzte große Staatsbankrott war Argentinien ca. 2001. Hier in
Europa haben wir ziemlich wenig davon bemerkt. Den argentinischen
Fall kenne ich recht gut, da meine Tochter dort seit mehr als
zwanzig Jahren wohnt und auch verheiratet ist. Da ich zuweilen
gerne meine Enkelkinder besuche, bin ich manchmal in diesem Land.
Wir alle wissen, dass die Welt den argentinischen Zusammenbruch
recht gut überstanden hat.
Dies wird auch beim vergleichsweise kleinen Griechenland nicht
anders sein. Die anderen Problemstaaten der Eurozone halte ich
eigentlich für stark genug, im Laufe von z. B. einem Jahrzehnt die
gegewärtige Krise zu überwinden.
Wir hier in Europa machen noch immer den Fehler, Europa für den
Nabel der Welt zu halten. Dies ist schon lange vorbei. Europa und
die USA haben zwar immer noch einen Anteil von 40 Prozent des Welt
BIP, aber schon lange nicht mehr 75 Prozent des Welt-BIP, wie vor
einigen Jahrzehnten.
In den USA sind schon längere Zeit einige Bundesstaaten
zahlungsunfähig. Dies hat aber erkennbar keine Auswirkungen auf die
Position der USA.
schrieb am 22.02.12 16:58:46
Natürlich wird es in der mittleren Zukunft nicht so weitergehen wie
bisher.
Die Krisenstaaten in der Eurozone werden gewaltige Anstrengungen
unternehmen müssen, um ihre Verschuldung in Prozent des BIP zu
senken.
Die Anleger werden ihnen - anders als in der Vergangenheit - keine
Mittel mehr zu so geringen Zinsen wie vorher zur Verfügung
stellen.
Dies ist aber nichts Neues. Wenn man die Presse verfolgt, so
gewinnt man leicht den Eindruck, dass die Staatsverschuldung
gemessen in Prozent des BIP bei allen Staaten stets nur den Weg
nach oben gekannt habe. Dies ist aber nicht richtig. So haben
einige Staaten vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2007/2008 ihre
Verschuldung gemessen in Prozent des BIP deutlich gesenkt.
So wies z. B. Irland im Jahre 1994 eine Verschuldung von 94,10
Prozent des BIP aus. Ende 2006 war die Verschuldung auf 24,90
Prozent des BIP gesunken.
Spanien wies 1997 eine Verschuldung von 66,80 Prozent des BIP aus.
Im Jahre 2007 wies Spanien nur noch eine Verschuldung von 36,20
Prozent des BIP aus.
Italien wies Ende 1996 eine Verschuldung von 121,50 Prozent des BIP
aus. Im Jahre 2003 wies Italien nur noch eine Verschuldung von
104,40 Prozent des BIP aus.
Belgien wies 1994 eine Verschuldung von 134,20 Prozent des BIP aus.
Im Jahre 2007 wies Belgien nur noch eine Verschuldung 84,00 Prozent
des BIP aus.
Quelle :
www.oekonomenstimme.org/wege aus der Schuldenkrise.
Diese Zahlen zeigen, dass die heutigen Krisenländer es in früheren
Jahren bereits einmal geschafft haben, ihre Verschuldung in Prozent
des BIP deutlich bis sehr deutlich auf ein tragbares bis zu einem
sehr niedrigen Niveau zurück zu führen.
Diese Leistungen erbrachten diese Länder ohne einen Währungs-Reset,
ja sogar ohne einen Europäischen Rettungsschirm.
Ich vermag nicht zu erkennen, warum diese Länder dies auch heute
nicht schaffen könnten.
Die oben genannten Länder können es also schaffen. Dies bedeutet
aber eisernes Sparen. Dieses eiserne Sparen verursacht in diesen
Ländern aber eine deflationäre Entwicklung. Dagegen steht dann die
Politik der Zentralbanken, die durch die Hinnahme von negativen
Zinsen die Inflation fördern. Solange dies dann zu überschaubaren
Inflationsraten führt, ist dies sogar willkommen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Lage zwar ernst aber nicht
hoffnungslos ist. Die Politik scheint sie sogar noch als weniger
ernst einzuschätzen.
Dies kann man daran messen, dass die Politik bisher noch nicht zu
den ihr zur Verügung stehenden "Notmaßnahmen" gegriffen hat. Diese
wären z. B. Goldbesitzverbot der Privaten mit Ablieferungspflicht
aller privaten Goldbestände an die Regierung (so geschehen in USA
und auch Deutschland in wirklichen Notzeiten), Zwangsanleihen aller
Bürger (hierbei werden bestimmte Teile des Brutto-Einkommens
zwangsweise vom Staat in Form von Zwangsanleihen einbehalten),
ergänzend könnte man die Bürger, Banken und Versicherungen per
Gesetz verpflichten bestimmte Anteile der Depots in langlaufenden
und niedrigverzinslichen Staatsanleihen zu halten, oder Einführung
von Kapitalverkehrskontrollen mit der Folge, dass der Umtausch von
Euroguthaben in andere Währungen unter Strafandrohung verboten
wird.
Dies alles ist in der Vergangenheit bereits geschehen und würde die
Handlungsspielräume der Krisenstaaten erheblich vergrößern. Bevor
es zu einem "Reset" kommen würde, rechne ich damit, dass die
Staaten erst diese Möglichkeiten ausschöpfen würden.
Erst kürzlich konnte man dem Handelsblatt entnehmen, dass die
Vermögen der deutschen Bürger bestehend aus Kontoguthaben,
Versicherungsguthaben, Immobilien, Aktien und
Unternehmensbeteiligungen nach einer Schätzung des Bundesverbandes
Deutscher Banken sich auf ca. 10.000 Milliarden Euro belaufen
würden.
Diese Summe alleine würde also schon ausreichen, die Schulden der
gesamten Eurozone zu decken. Aber auch die Bürger anderer
Eurostaaten sind unermeßlich - teilweise sogar bedeutend reicher
als die Deutschen Bürger - reich. In den Staaten Belgien, Italien
und Portugal soll es nach im Internet zugänglichen Quellen uralte
Familien geben, die über riesige Vermögen - zum Teil aus der
Kolonialvergangenheit dieser Länder stammend - verfügen.
In wirklichen Notzeiten - dies zeigt insbesondere die Deutsche
Vergangenheit - würden die Staaten auf diese Mittel zugreifen. Dies
ist auch möglich. So kann man ja Immobilien, Aktienvermögen,
Unternehmensbeteiligungen und Lebensversicherungen nicht einfach
verschwinden lassen.
schrieb am 23.02.12 02:03:25
Eine Möglichkeit zur Finanzierung eines Staates ist die Auflegung
von Zwangsanleihen.
Eine besonders originelle Zwangsanleihe führte Griechenland im
Jahre 1922 unter dem Finanzminister Petros Protopapadakis
durch.
Angeblich um die Inflation zu bekämpfen wurde gesetzlich
angeordnet, dass die umlaufenden Banknoten in der Mitte
zerschnitten werden sollten.Die rechte Hälfte der Banknote blieb
Zahlungsmittel zum halben Wert, wodurch die Geldmenge halbiert
wurde. Die linke Hälfte der Banknote mußte vom Eigentümer der
Banknote zwangsweise in Staatsanleihen umgetauscht werden.
Quelle: Wikipedia
Vielleicht ist dies ja auch ein probates Mittel für das heutige
Griechenland. Wenn sie wieder die Drachme einführen und diese ca.
um die Hälfte gegenüber dem Euro abwerten müßten, könnte diese
halbe Banknote für eine Übergangszeit bis zum Druck der neuen
Drachme-Banknoten dann die Funktion des Bargeldes übernehmen.
Dies wäre dann eine schnelle Lösung.
schrieb am 25.02.12 01:25:57
Immerhin scheint die griechische Regierung ja jetzt einige -
eigentlich schon mehr als überfällige - Maßnahmen gegen
Steuersünder, die ihr Geld ins Ausland verbracht haben, zu
treffen.
Der Presse ist heute zu entnehmen, dass die griechische Regierung
in Zusammenarbeit mit den Behörden der Schweiz drei Konten von
wohlhabenden Griechen über insgesamt 158 Millionen Euro vorläufig
beschlagnahmt hat.
So ist es nun einmal. Häufig werden notwendige Maßnahmen erst in
einer schweren Krise durchgeführt.
Offenbar scheinen die Behörden der Schweiz zu einer Zusammenarbeit
mit Griechenland bereit zu sein. Wenn auch die Regierungen der EU
bereit sind, mit Griechenland auf diesem Gebiet zu kooperieren, so
könnten durchaus größere Summen wieder dem griechischen
Staatshaushalt zugeführt werden.
Der Presse konnte auch entnommen werden, dass die griechische
Regierung vermutet, dass die griechischen Bürger ca. 49 Milliarden
Euro von den Banken abgehoben haben und dieses Geld nunmehr
irgendwo versteckt aufbewahren.
Dieses Problem könnte man vielleicht mit dem oben beschriebenen
Modell einer Zwangsanleihe aus dem Jahre 1922 durch Halbierung der
umlaufenden Banknoten in den Griff bekommen. Wenn man auf
umlaufendes
Bargeld z. B. eine Zwangsanleihe von fünfzig Prozent erhebt, auf
bestehende Bankkonten vielleicht lediglich von 25 Prozent, könnte
dies vielleicht die Leute wieder zu einer Einlage bei den Banken
bewegen.
Die größte Hoffnung, die ich für Griechenland langfristig hege, ist
aber die kommende Wahl im April 2012. Die Wahl wird mit einiger
Sicherheit zu einer totalen Veränderung des bestehenden
Parteiensystems führen. Dies führt dann zu der Entmachtung der
beiden bisherigen Parteien, die sich seit 1974 stets die
Regierungsmacht geteilt haben.
Vielleicht finden neue Regierungsparteien dann die politische
Kraft, die sehr notwendigen Reformen in Griechenland
anzupacken.
Dies alles in Verbindung mit der Einführung der Drachme und der
dann notwendigen Abwertung, wird Griechenland wieder
konkurrenzfähig machen.
Man stelle sich nur einmal den Run ausländischer Anleger auf
griechische Immobilien vor, wenn diese durch Krise und Abwertung
vielleicht zu einem Drittel des heutigen Wertes erhältlich sind.
Auch als Industriestandort könnte Griechenland durch die so
"verbilligten" Löhne wieder interessant sein.
Wie dies klappt kann man sehr gut am Beispiel Argentinien sehen.
Dort hatte man 2001 eine große Krise. Die Bevölkerung mußte sehr
schwere zeiten durchleben. Heute steht das Land aber wieder besser
da.
schrieb am 25.02.12 11:22:26
Der Presse kann entnommen werden, dass die Regierung Italiens
nunmehr auch die Steuerprivilegien der Katholischen Kirchen
streichen will.
Nach der Pressemeldung verspricht sich die Regierung durch die
Streichung von Steuervorteilen der Kirche und den von ihr
betriebenen Unternehmen Steuermehreinnahmen von 600 Millionen Euro
pro Jahr.
Auch in Deutschland zahlen Kirchen und Gewerkschaften auf ihre
Einnahmen zur Zeit keine Steuern. Solche Privilegien sind in der
gegenwärtigen Krisenzeit nicht mehr zu rechtfertigen.
Von der gegenwärtigen deutschen Regierung kann man wohl eine
Streichung dieser Privilegien nicht erwarten.
Möglicherweise zwingt aber nach der nächsten Wahl die
Schuldenbremse und auch die dann vorliegende Haushaltslage eine
neue Regierung zur Änderung dieser Haltung.
Wir können sehr sicher sein, dass nach der Wahl 2013 die
entsprechenden Zahlen auf den Tisch kommen.
schrieb am 26.02.12 14:40:15
Eine große Gefahr für die Börsen sehe ich nicht in der
Griechenland-Krise.
Eine wirkliche Gefahr besteht in dem seit einiger Zeit wieder stark
ansteigenden Ölpreis. Die Gefahr liegt nicht im Anstieg der Preise
an sich, sondern in der Geschwindigkeit des Anstiegs.
Ab einem gewissen Punkt kann sich dieser Preisanstieg dann wieder
zu einer Krise mit einem schnellen Zusammenbruch führen.
Dies konnten wir ja im Jahre 2008 beobachten. Der Zusammenbruch des
Bankhauses Lehmann Brothers war wohl der Anlaß für den
Zusammenbruch der Börsen - aber eben nicht der alleinige Grund. Ein
wichtiger Grund war wohl auch der starke Anstieg der Ölpreise und
der damit verbundene Anstieg weiterer wichtiger Preise.
Dies führte dann dazu, dass viele Verbraucher - wegen der hohen
Benzinpreise - insbesondere in den USA ihre Ausgaben für andere
Dinge des täglichen Lebens einschränken mußten. Dies führte dann in
weiten Teilen der Wirtschaft zum Ausfall von Nachfrage. Dieser
Nachfrageausfall führte dann in vielen Ländern zum Abbau von
Arbeitsplätzen usw.
Diese Kettenreaktion führte dann auf breiter Front zu einer
schweren Rezession und auch zum Zusammenbruch der Ölpreise in
kurzer Zeit von ca. 145 US-Dollar je Barrel auf ca. 40 US-Dollar je
Barrel.
Auch die Preise von Industriemetallen fielen stark zurück. Die
Nachfrage nach Autos stockte sofort.
Die Regierungen in den USA und in China reagierten mit riesigen
Konjunkturprogrammen. Das deutsche Programm war dagegen
vergleichsweise klein. Dennoch waren diese Programme kurzfristig
wirksam.
Wenn es wegen des schnellen Ölpreisanstieges wiederum zu einer
ähnlichen Krise kommen sollte, sind - wegen der nunmehr hohen
Staatsverschuldung - ähnliche Konjunkturprogramme - wie in 2008 -
wohl nicht mehr möglich.
Dies könnte sich dann zu einem ernsten Problem der Realwirtschaft
und damit auch an den Weltbörsen entwickeln.
Alle gemachten Aussagen zu einer positiven Börsenentwicklung stehen
natürlich unter dem Vorbehalt, dass sich die Entwicklung der
Ölpreise nicht weiter zuspitzt.
schrieb am 04.03.12 02:05:57
Man kann beobachten, dass die griechische Regierung an vielen
Punkten de Haushaltes spart.
Eines der wenigen Haushaltsteile, wo offenbar nicht gespart wird,
ist der Militärhaushalt.
Dies zeigt, dass die Militärs in Griechenland hinter den Kulissen
noch über ein politisches Machtpotential verfügen, das höher als in
anderen Staaten der EU ist. In anderen Staaten wäre es wohl nicht
möglich, dass bei einer solchen Notlage des Landes der
Militärhaushalt kaum gekürzt wird.
Die Meinungsumfragen für die im April bevorstehenden Wahlen deuten
eine Machtübernahme des Linksblocks - gebildet von Kommunisten und
einigen anderen Linksparteien - an.
Diese Situation hatten wir bereits schon einmal in den 1960er
Jahren. Die Antwort des griechischen Militärs damals war ein
Militärputsch und die Machtübernahme durch eine
Militärregierung.
Dies halte ich auch grundsätzlich heute noch für möglich. Es sollte
mich also nicht wundern, wenn wir in den nächsten Wochen - also
kurz vor der Wahl im April - in Griechenland einen Militärputsch
sehen werden.
Eine solche Militärregierung hätte dann wohl die Kraft
durchzusetzen, dass Griechenland den Euro verläßt und die Drachme
wieder einführt. Zusätzlich würde diese Militärregierung dann wohl
auch die Zahlungen auf griechische Schulden einstellen.
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