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eurokrise - ursachen und lösungen

eröffnet am 02.05.12 20:50:31 von
valueplantation

neuester Beitrag 04.05.12 18:18:45 von
valueplantation
Beiträge: 20
ID: 1.174.018
Aufrufe heute: 1
Gesamt: 1.767


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valueplantation
schrieb am 02.05.12 20:50:31
Beitrag Nr. 1 (43.112.686)
da sich die meisten themen mit der beschreibung der euro- und kreditkrise beschäftigen soll es hier im thread in erster linie um mögliche lösungen gehen. statt dem üblichen gejammer geht es um kreativität. ich versuche einmal einen anfang.

ursache: teil des derzeitigen problems ist, dass die diversen massnahmen zur rettung des euro-raums und das bereitgestellte geld nicht in den volkswirtschaften ankommt. teils werden marode staatsanleihen gekauft, rückstellungen für basel3 gebildet oder via ezb und notenbanken geld gewaschen, das wieder im ausland landet. summa summarum verpufft das geld in den vermutlich maroden und kaum nachvollziehbaren bilanzen der banken.

lösungsansatz: das geld müsste an den banken vorbei direkt in den wirtschaftskreislauf gelangen. dazu werden zunächst in den krisenländern bankenunabhängige staatliche fonds gegründet, deren aufgabe ausschliesslich die kreditvergabe und abwicklung von öffentlich ausgeschriebenen konjunkturprogrammen und projekten ist. ausschreibungen sowie alle transaktionen der kreditinstitute werden öffentlich vollzogen. die kriterien der zur realisierung vorgeschlagenen projekte richtet sich nach dem größtmöglichen nutzen für die jeweiligen volkswirtschaften. kandidaten in den entscheidungsgremien zur projektfreigabe werden per direktwahl von den bürgern der länder vorgeschlagen und gewählt. auf diese art und weise könnte man auch die vielen lobbyisten in den parlamenten umgehen.
finanziert werden könnte das über drei säulen: den staat, zuschüsse der ezb und inländische investoren, die durch steuerlich vorteile dazu bewegt werden könnten, ihr geld im land zu lassen bzw. zurück zu holen.

vielleicht kann man das weiter spinnen. oder ihr habt eine andere idee. nur zu.
lg max
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stupidgame
schrieb am 02.05.12 21:56:19
Beitrag Nr. 2 (43.112.983)
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.112.686 von valueplantation am 02.05.12 20:50:31Hallo!

Ich erlaube mir mal den Einwurf: Wir haben gar keine Eurokrise!
Der Euro ist derzeit lediglich die Währung mit der schlechtesten Presse. Nur mal als Beispiel, die Gesamtstaatliche Verschuldung der USA ist um Welten höher, als die Spaniens.
Was wir erleben ist lediglich das Ende des Zinsgeld-Zyklus.
Keine Lust und Zeit, das jetzt ausführlich zu definieren...
Kurzversuch: Faktisch seit 30 Jahren haben wir fallende Zinstrends. Die Schuldner haben das aber nicht etwa genutzt, um sich schneller zu entschulden, sondern haben bei "faktisch gleichbleibender Rate" ihre Verschuldung immer weiter erhöht.
Simpelste Mathe Kenntnisse reichen aus, um zu sehen, dass solch ein System immer endlich ist. Ich verweise mal u.a. auf die US-Kennzahl: Total Credit Market Debt. Dort ist zu sehen, dass die faktisch seit Lehman langsam fällt. Es findet also eine Netto-Entschuldung statt. Das reicht aber zur Systemgesundung nicht aus. Es muss mehr oder weniger ein "Reset" her. Wie der ausschauen wird, dürfte primär eine politische Entscheidung sein. Das wird mit Sicherheit eine Kombination vieler Maßnahmen sein. Nur prinzipiell kommen wir an einer deutlichen Enteignung der Gläubiger - und auf der Gegenseite entsprechend Entlastung der Schuldner - nicht dran vorbei. Wann auch immer das abgeschlossen ist... (innerhalb der nächsten 4-6 Jahre... vielleicht?) werden sich dann die Zinssätze wieder normalisieren (positive Realverzinsung) und eine neuer Zinsgeld-Zyklus beginnt.

Neue Geldsysteme, Edelmetalldeckung, oder was auch immer in der Form - vergesst es. Daran hat die Mehrheit der Entscheider kein Interesse. Weil sich weder die Politik, noch weite Teile der Wirtschaft ein Ausgabenkorsett anlegen lassen will.

MfG.
s.
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goldbanana [Verein]
schrieb am 02.05.12 22:24:00
Beitrag Nr. 3 (43.113.100)
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.112.983 von stupidgame am 02.05.12 21:56:19meine Fresse wie clever du doch bist festzustellen das Spanien unverständlicherweise weniger Schulden hat als Amerika ;)
ne aber sonst geb ich dir größtenteils recht
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Quando
schrieb am 02.05.12 23:40:39
Beitrag Nr. 4 (43.113.318)

Krise

....ja , die haben wir !!!

ob sie jetzt Euro, Banken, Staatsschulden oder sonstwie mit
Vornamen heißt oder geschimpft wird ist mir ziemlich egal.
Für mich ist es eine Systemkrise deren Ursache die menschliche
Gier, der "moral Hazard" und ökonomisch , mathematisch das Zinseszinssystem ist. Durch das Vererbungs und Steuerrecht entsteht
eine immer größer werdende Gerechtigkeitslücke.
Wir sind an einem Zeitpunkt angelangt an dem viel mehr, viel zu viel Geld vorhanden ist. Das Verhältnis der ständig wachsenden Geldmenge
steht in keinem vernüftigen Verhältnis zur realen und reellen Wirtschaft. Und dieses Geldmenge wächst immer weiter und fordert
Zins und Zinseszins .
Die Geldmenge muß aus den Händen der Wenigen bei denen sie sich
akkumuliert hat genommen und reduziert werden.
Die Geldmenge muß wieder in ein näturliches Verhältnis zur Realen
Wirtschaft gebracht werden.

Quando
ias
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buchi1971
schrieb am 03.05.12 10:00:13
Beitrag Nr. 5 (43.114.142)
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.113.318 von Quando am 02.05.12 23:40:39Absolut richtig, kann ich nur unterschreiben!!!

Dazu kommt m.E. ein immer weiter wuchernder Staatsapparat, der dem Markt Geld entzieht und im weitesten Sinne von unten nach oben verteilt (Subventionen, Vetternwirtschaft usw.)

So entstehen neue Dynastien, so bescheuert das auch klingen mag. Wenige Menschen die enorm an Kapital ansammeln, während die Masse zusehends am Zahnfleisch nagt.

Lösung wäre fürs erste eine Kürzung des Staatsapparates gepaart mit einer höheren steuerlichen Belastung für sehr hohe Einkommen. Dazu eine hohe Finanzsteuer für virtuelle Geldanlagen, damit diese Wetten der Vergangenheit angehören.

Fazit:
Es gibt nur noch einige Wenige, die alles kontrollieren!!!
Avatar
Blue Max
schrieb am 03.05.12 10:26:15
Beitrag Nr. 6 (43.114.280)
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.112.686 von valueplantation am 02.05.12 20:50:31#1

Die Ursachen sind allgemein bekannt, die Lösungen auch.

Es fehlt nur der Wille diese Lösungen auch umzusetzen...

:eek:
Avatar
valueplantation
schrieb am 03.05.12 11:08:13
Beitrag Nr. 7 (43.114.532)
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.112.983 von stupidgame am 02.05.12 21:56:19Wir haben gar keine Eurokrise!

interessanter ansatz. :cool:
in der psychologie nennt man das wohl verdrängung. http://de.wikipedia.org/wiki/Verdr%C3%A4ngung_%28Psychoanaly…

ich kenne eine ganze menge von leuten, die mit den scheuklappen bestens leben bis eben alles zusammenbricht.
aber 50% jugendarbeitslosigkeit in spanien, das erliegen des privaten kreditsektors in den krisenländern, die target2-salden der eurostaaten, das ist schon mehr ein drama als eine krise zumal die politiker einfach nur noch stillhalten und geld drucken. austerität nennen sie das. http://de.wikipedia.org/wiki/Austerit%C3%A4t warum halten sie still? weil ihnen die verursacher der krise dazu raten.

du solltest dich vielleicht besser informieren bevor du in die tasten greifst. total credit market debt fällt nicht, auch nicht seit lehman. das siehst du auf vielen charts oder direkt hier www.federalreserve.gov/releases/z1/current/z1r-4.pdf
auch die annahme, zinszyklen seinen zwingend mit einem reset verbunden ist humbug. allein die beobachtung fallender zinsen ist korrekt.

eine "deutliche enteignung der gläubiger" an der wir nicht vorbeikommen? schön wär's! dann würden nämlich die banken und das dahinter stehende kapital enteignet. so wie früher als man den gläubigern einfach den kopf abgeschlagen hat wenn die last zu groß wurde. es geschieht jedoch das gegenteil: die grossen gläubiger werden entlastet indem man ihnen gestattet, ihre faulen kreditforderungen gegen die besitztümer derer einzutauschen, die solide gewirtschaftet und gespart haben. und warum? weil die großen gläubiger erklärt haben, sie seien zu wichtig um für ihre fehler/verbrechen belangt zu werden. hier liegt der fehler des systems. und wenn man jetzt etwas daraus lernen will, dann muss das system zurück kehren zu dem prinzip, dass verlierer, kriminelle und versager vom markt verschwinden statt auf kosten aller anderen gerettet zu werden.
dafür müssen ideen entwickelt werden.
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oscarello
schrieb am 03.05.12 12:04:18
Beitrag Nr. 8 (43.114.813)
"Deutliche Enteignung der Gläubiger"

Gläubiger bin auch ich mit meinem Sparkassenbuch, Bausparvertrag.
Was soll dieser Blödsinn überhaupt? Man wird ja hier geradezu animiert,
in demn Tag hineinzuleben, nichtstun,.....
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oscarello
schrieb am 03.05.12 12:16:38
Beitrag Nr. 9 (43.114.887)
Zitat von oscarello"Deutliche Enteignung der Gläubiger"

Gläubiger bin auch ich mit meinem Sparkassenbuch, Bausparvertrag.
Was soll dieser Blödsinn überhaupt? Man wird ja hier geradezu animiert,
in demn Tag hineinzuleben, nichtstun,.....


...dann haben wir bald 100% Arbeitslosigkeit.Ist das der richtige Weg?
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valueplantation
schrieb am 03.05.12 12:35:43
Beitrag Nr. 10 (43.114.980)
Rede von Dr Andreas Dombret
Member of the Executive Board of the Deutsche Bundesbank

Frankfurt am Main
3 May 2012
Europe's Solution for Too-Big-To-Fail


http://www.bundesbank.de/download/presse/reden/2012/20120503…

dort wird immerhin ein ansatz propagiert:

2.2 Establishment of a designated resolution authority for financial institutions

One end of the rope forming the Gordian knot involves the institutional set-up for national resolution regimes. In adopting the Key Attributes, the G20 states committed to establish a designated resolution authority for financial institutions so that the particularities of crisis situations in the financial sector, such as the danger of runs on banks, can be taken into consideration. This new authority will be given a strong mandate. In particular, its tasks will be to

promote financial stability,
ensure continuity of systemically important financial services,
protect depositors, although this could be done – as in Germany – in coordination with the deposit guarantee schemes,
seek to minimise the overall costs of resolution in home and host jurisdictions and
duly consider the potential impact of resolution actions on financial stability in other countries.

To fulfil its role, the resolution authority will be equipped with far-reaching instruments. For example, it will be able to

remove senior management and replace it with an administrator to take control of the firm,
transfer or sell assets and liabilities to a third party or a bridge bank and
impose a moratorium with a suspension of payments to unsecured creditors.

Implementing the Key Attributes will lead to a gradual alignment of the national legal frameworks for resolution regimes. I am convinced that this will most certainly have a positive impact on financial stability.




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