schrieb am 06.05.12 02:02:22
Kurz vor dem entscheidenden Wahlsonntag in Frankreich hat die EZB
die Leitzinsen bei einem Prozent belassen. Regierungen und Banken
sollen ihren Beitrag zur Gesundung des Systems leisten. Doch der
Teufelskreis bleibt am Laufen, der Rubikon ist längst
überschritten.
Lesen sie den ganzen Artikel:
Euro-Krise: Gelddrucken, Transferzahlungen, eingeschränkte
Kreditvergabe
schrieb am 06.05.12 02:02:23
Sehr geehrter Herr Haselsteiner,
daß Sparmaßnahmen ohne Wachstumsimpulse in der Krise zur
Schrumpfung der Wirtschaft führen und damit in die Rezession und
folglich zu hoher Arbeitslosigkeit ist nicht ausschließlich ein
griechisches, portugiesisches oder spanisches Problem, sondern
betrifft alle anderen Staaten genauso. Das wußte bereits John
Maynard Keynes. Daß es Deutschland derzeit wirtschaftlich besser
geht als andere ist darauf zurückzuführen, daß gemessen an der
Produktivität die Löhne um ca. 10 - 15% zu niedrig sind ( vor allem
aufgrund der Niedriglohnstrukturen im Bereich der Leiharbeit und
der Aufstocker ) und in den Krisenländern der Peripherie um bis zu
20% zu hoch. Das erhöht die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wie
es im selben Maße die Kompetitivität der südlichen Länder schwächt.
Verschuldet sind alle Staaten gleichermaßen. So haben alle zur
Krise beigetragen, auch Deutschland. Jemand wie Sie sollte auch die
verschiedenen Krisenszenarien in den betreffenden Staaten
unterscheiden. Spanien hat z.B. in erster Linie kein
Schuldenproblem sondern steckt eher in einer schweren
Wirtschaftskrise, die zum Schuldenproblem führen könnte. Eine
Wirtschaftskrise, die auf einer geplatzten Immobilienblase
zurückzuführen ist. Da hilft ein Schulden-schnitt garnichts, das
Land braucht ein Wachstumsprogramm. Spanien ist im Grunde
wettbewerbsfähiger als z.B. Italien. Es in einen Topf mit
Griechenland und Portugal zu werfen ist völlig abwegig. Ihre
Geschäftspartner, also die deutschen Banken, haben mit über 215
Milliarden Euro diese Immobilienblase mit aufgebläht. Es war ein
gutes Geschäft: über 12 Milliarden €uro haben Ihre Freunde von der
Kreditwirtschaft am spanischen Bauboom verdient. Als dann die Krise
kam, haben sie ganz schnell den Hahn zugedreht und den Geldfluss
trockengelegt. Es ist unverkennbar, daß sowohl die deutsche
Finanzwirtschaft als auch die deutsche Wirtschaftspolitik der
letzten 10 Jahre eine erhebliche Mitschuld am derzeitigen Desaster
in Europa tragen. Mit welchem Recht zwingt Deutschland anderen
Ländern gnadenlose Spardiktate auf?
schrieb am 06.05.12 12:19:39
Hallo feguillena2011!
Ich sehe das ähnlich, dass Deutschland nur
aufgrund seiner niedrigen Löhne einen Noch-
Vorteil hat.
In Wirklichkeit steckt Deutschland im gleichen
Dilemma, wie seine europäischen Nachbarn mit
hoher Arbeitslosigkeit, die aufgrund neuer
Statistiken geschönt sind.
Spanien ist ein ordentlicher Markt, der auf
keinem Fall mit dem koruppten italienischen
verglichen werden kann.
Doch leider gilt ein Problem mit den Banken
allgemein: Wer nichts hat, bekommt auch vom
Testsieger Interhyp nichts. Da sind sich die
Banken untereinander einig.
Dennoch ein interessanter Lagebericht von
Herrn Haselsteiner.
LG
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