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schrieb am 10.05.12 09:52:48
Sehr mutig vom Autor, so einen üppigen Crash von vorherzusagen.
Falls er damit recht behielte, wäre ich beeindruckt, aber ich habe
erhebliche Zweifel.
Von Elliot-Wellen habe ich nicht viel Ahnung, zu fünfteiligen
impulsiven Wellenüberschneidungen schweige ich darum lieber.
Was aber mindestens in den stark schwankenden letzten zwanzig
Jahren eigentlich immer Bestand hatte, ist, dass die großen Indizes
nach einem Crash mit größeren Verlusten ab 30% im darauffolgenden
Jahr noch nie gleich wieder gecrasht sind. Üblicherweise geht ein
Crash so weit, bis das Potential dafür ausgeschöpft oder sogar
übertroffen ist, da bleibt kein Raum mehr für einen unmittelbaren
Folgecrash. Der Anstieg im letzten Halbjahr hätte dafür höchstens
eine Bärenmarktrally als Unterbrechung eines größeren Crashs sein
können, aber dafür war der Aufwärtstrend zu groß und zu stabil.
3. Volatilitäts-Index
VDAX-New: Dieser ist Mitte März mit einem Wert von 17 an einer
markanten Aufwärtstrendlinie seit Anfang 2005 nach oben hin
abgeprallt. Die Zielzone liegt nun zwischen 55 und 62,50. Die
Volatilität wird also wieder deutlich zunehmen, auch wenn der
Spitzenwert aus 2008 mit über 80 innerhalb der drohenden
Abwärtsbewegung wohl nicht mehr erreicht werden wird. Steigender
VDAX = fallender DAX.
2009 lag der VDAX zwischen 25 und 30. Nachdem der DAX aus dem Tief
um ca. 40% gestiegen war, gab es einen Rücksetzer um gute 10% mit
VDAX über 30, und danach ging der Boom umso kräftiger weiter.
Und diesmal ist der DAX aus seinem 2011er-Tief um ca. 40% gestiegen
und danach bei einem VDAX von 28 um gute 10% gefallen. Vielleicht
ist eine kleine Zwischenkonsolidierung nicht immer ein schlechtes
Zeichen.
Viele Leser erinnern
sich sicher noch an meinen provokanten "DAX Jahresausblick 2012"
vom 3. Januar. Es kam anders.
Ja, so ist das leider mit den Prognosen. Darum sage ich lieber
jetzt keine Boomfortsetzung voraus, obwohl ich sie aus historischen
Vergleichen und Fundamentaldaten vermute.
Verhindern könnte dieses
negative Szenario jetzt nur noch ein berherzter und nachhaltiger
Sprung über die 7.000er Marke.
Und obwohl ich bei aller Skepsis den Mut zur Überzeugung beim Autor
bewundere - dieser Nachsatz ist einer der ängstlichen Winkelzüge,
die ich an Chartanalysen gar nicht mag, weil diese Sätze a la "Wenn
der Kurs deutlich steigt, dann ist es wohl doch kein Crash" einfach
nur tautologisch sind.
schrieb am 10.05.12 12:09:42
@ gnurpel
Börse ist immer Wenn-Dann-Spiel. Egal ob klassische Charttechnik
oder Elliott Wave. Es geht immer nur um Wahrscheinlichtkeiten, da
niemand in die Zukunft sehen kann.
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