Antwort auf Beitrag Nr.:
43.343.862 von gore_esque am 02.07.12
16:40:31Was ist da nicht zu verstehen?
Die Netzbetreiber sind genause SYSTEMRELEVANT wie Banken. Die
dürfen nicht pleite gehen und müssen angeregt werden, die
erforderlichen Leitungen für den alternativen Strom zu legen, die
erforderlichen Investitionen durchzuführen. Vielleicht können wir
auch von Monopolen sprechen?
Wenn Banken Mist bauen, zahlt doch auch der Steuerzahler, um
Schlimmeres zu verhindern. Hinzu kommt, dass eigentich jeder vom
Strom abhängt. Wenn man jetzt den Verbraucher die Zeche zahlen
läßt, dann zahlt es nicht der Steuerzahler, somit reden wir dann
auch nicht von einer staatlichen Subvention. Böser Trick - scheint
aber zu funktionieren
Tatsache ist leider, dass Fukushima in Deutschland ebenfalls
massive Schäden angerichtet hat.
Aber genau hier liegt jetzt meines Erachtens die Attraktivität von
Aktien großer Energiekonzerne. Die großen Konzerne reichen die
Kosten durch für die Entstehung neuer Energieformen einfach durch.
Der Staat hält die Füße still, weil er den Umbau angeregt hat.
Offshore-Parks sind eine Domaine der großen, kapitalstarken Player,
da teuer. Aber die Großen investieren nur, wenn Gewinne in Aussicht
sind. Der Staat ist jetzt nach seinen Entscheidungen in der
Zwickmühle, schnell Ersatz für die abgeschalteten Kraftwerke
besorgen zu müssen. Dazu gehören auch Garanien, dass sich die
Investitionen in die Anlagen lohnen, und dazu sind natürlich auch
die zig-Tausend Kilometer neuer Leitungen erforderlich.
Vielleicht dürfen wir jetzt von einer neuen Ära der Volksverdummung
reden:
Das bezieht sich auf die Art und Weise, wie
1. Arbeitslosenzahlen präsentiert werden, wo jene Jobs, die nicht
mehr zur Ernähung der Familien ausreichen, nicht mehr in der
Arbeitslosenstatistik erscheinen. In den schlimmsten Fällen sind
die 1Euro Jobs zu nennen.
2. Es bezieht sich auf die Art und Weise, wie Banken gestützt
werden, damit die Menschen das Gefühl haben, dass ihr Geld auf der
Bank sicher sei. Dass das Geld aber hinten rum über die Steuer und
Staatsverschuldungen dem Sparer dafür aus der Tasche gezogen wird,
sagt man nicht so laut. Aber die Regierung kann behaupten, sie
hätte das Schlimmste verhindert.
3. Die erforderlichen Kosten für den Stromumbau soll nicht mehr dem
Steuerzahler, sondern dem "Verbraucher" aufgelastet werden. (So
etwas funktioniert nur, wo Monopolstellungen vorhanden sind.)
4. Die energieaufwendige Industrie soll gestützt werden, in dem
jetzt mögliche Mehrkosten, die z.B. die Alu-Industrie in die Knie
zwingen würde und Arbeitsplatzverluste erzeugen würde, nicht mehr
auf den Steuerzahler, sondern ebenfalls auf den "Verbraucher"
umgelegt werden soll.
5. nur der Vollständigkeit halber: Es werden Gesetze beschlossen,
die im Grunde nicht mehr einzuhalten sind. Das führt dann zu
solchen Dingen, wie dem Betreuungsgeld, weil nicht ausreichend
Plätze vorhanden sind und damit die staatlichen Garantien für die
Kinderbetreung nicht mehr ausreichen. Den überhasteten Atomausstieg
werte ich persönlich ebenfalls so.
6. Bin gespannt, wann ein Gesetz erlassen wird, dass in Deutschland
nur noch die Sonne scheinen darf und schlechtes Wetter verboten
wird.
Irgendwie beschleicht sich mir das Gefühl, dass unserer Politiker
das Gefühl dafür verloren haben, was überhaupt machbar ist und was
nicht. Aber Gesetze bekommen sie hin. Und in Deutschland geht das
besonders schnell und effektiv.