Antwort auf Beitrag Nr.:
43.776.454 von BankCroupier am 01.11.12
19:10:04"An Zahlen, Daten, Fakten wird ein Unternehmen
letztendlich gemessen, nicht an positiven Ausblicken oder vagen
Prognosen.
Der HJ-Bericht fehlt übrigens auch noch immer!"
Ja natürlich ist Börse auch immer ein Stück Spekulation, das macht
das Ganze doch erst reizvoll. Normalerweise antizipiert der Markt
auch Unternehmensentwicklungen frühzeitig und priced dies entspr.
im Kurs ein. Ergebnismeldungen waren früher eher der Moment für
"Sell on News". Hier hat sich das Anlegerverhalten allerdings in
den letzten Jahren, vor allem im Nebenwertebereich, etwas
geändert.
Dennoch sind die von Dir genannten Zahlen nichts anderes als Schnee
von gestern und sagen nur bedingt etwas darüber aus, was kommt. Die
Solarwerte bspw. haben vor dem Einbruch excellente Zahlen
berichtet...
Der Hj.-Bericht ist übrigens seit September auf der Homepage
abrufbar. Die Zahlen aus meiner Sicht "in-line", Eigenkapitalquote
nochmals erhöht auf nun 96%! Viel wichtiger ist jedoch der
Ausblick:
"Die aktuelle Nachfrage an Produkten und Systemlösungen,
insbesondere im Geschäftsfeld Broadcast Industrie, ist in der
zweiten Jahreshälfte ungewöhnlich hoch. Die Aussichten, weitere und
größere Projekte in der zweiten Jahreshälfte umzusetzen, bewertet
der Vorstand als sehr positiv. Die Planungen der artec technologies
AG sehen deshalb für das Geschäftsjahr 2012 eine deutliche
Steigerung von Umsatz und Ertrag vor.
Zum Bekanntheitsgrad: Ich kenne wenige Microcaps, die in den
letzten 12 Monaten ähnlich publik waren. Mehrere Notizen in der
Euro am Sonntag, in Börse Online, Aktionär oder auch in diesem
Thread (MoneyMoney) sprechen eher gegen Deine These. Das sich die
Zahl an Aktionären dennoch in Grenzen hält ist bei ca. 300 K
verfügbarem Freefloat auch nachvollziehbar.
zur Performance: Ich müßte lügen wenn ich die Kursentwicklung
begeistert feiern würde und natürlich lege ich mein Geld nicht ohne
Renditeabsicht an. Dennoch ist es immer dasselbe Spiel: Bei
steigenden Kursen jubeln die Kleinanleger und glorifizieren "ihr"
Unternehmen und ihren Spürsinn. Im umgekehrten Fall ist dann
plötzlich alles schlecht, das Management oder sonst wer schuld und
überhaupt fressen Zweifel schwer am Verstand.
Ich meine ganz so leicht kann man es sich, bei allem Verständnis
für Gefühlslagen, nicht machen.
betr. Käufer: Ich watche den Wert natürlich täglich und schätze mal
so ca. 70 k Käufe seit April(selbstredend wurden davon auch wieder
Stücke abgegeben). Im letzten Jahr hättest Du mit dieser
Bying-Power den Kurs noch bis 5 treiben können oder nix bekommen.
Es ist also nicht so, dass es hier nie Interesse geben würde. Das
Problem ist vielmehr, dass irgendwer und warum auch immer auf dem
Sell-Button sitzt. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und
müssen auch rein gar nix mit der operativen Entwicklung zu tun
haben. Geführte "Interest Kurse", private Liquidationen, Erbfolgen
etc. können bspw. genauso ursächlich sein.
betr. Bewertung: Vergleiche mal eine artec mit ähnlichen
Micro-Firmen, bspw. einer F24 oder gar einer Hydrotec. Bei dem
Bewertungshebel in der Unternehmensbilanz (Gewinn wächst ab einer
Fixkostengröße weit überproportional zum Umsatz), dem langjährigen
Charakter der Vertragsbeziehungen und der hohen EK-Quote und einem
excellenten Bonitätsranking ist noch ordentlich Luft nach oben.
Und was ist überhaupt ein Fair Value? Zur Jahrtausendwende waren
KGV´s unter 100 absolute Schnäppchen, heute sind einstellige KGV´s
fast zu teuer.
Am Ende sind derlei Dinge sehr relativ, denn es bleibt am Ende beim
simplen Grundsatz des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage.
Bei dem Mini-Freefloat ist hier bei einem möglichen
Nachfrageüberhang durchaus auch eine Überhitzung vorstellbar,
schaun wir einfach mal.
Swift