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Einsteiger Fragen zum ETF Sparplan

eröffnet am 26.02.16 16:16:51 von
vaio06

neuester Beitrag 11.05.16 17:57:35 von
Jochen_68


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vaio06
26.02.16 16:16:51
Beitrag Nr. 1
Hallo,

habe mich in letzter Zeit mit dem Thema ETF Sparplan etwas näher beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass es am besten zu mir passt.

Bin 25 Student im Abschluss-Semester und hoffe bald Geld zu verdienen.
Dadurch habe ich noch kein Kapital für eine größere Investition in ETFs. Deshalb denke ich dass ein Sparplan geeigneter für mich ist.

Das einige zu einem Sparplan kritisch stehen, habe ich hier auch schon gelesen :D Aber das soll hier nicht Thema sein.

Nachdem ich nun einige Bücher gelesen und mich auf einschlägigen Seiten informiert habe, habe ich dennoch ein paar (banale) Fragen.

Momentan plane ich 150€ monatlich sparen zu können.

Wie viele ETFs für einen Sparplan?
In der Literatur wird wenig über den Sparplan geschrieben. Meistens werden Tipps für die einmalige Anlage in mehrer ETFs gegeben.
Doch auf wie viele ETFs soll ich bei einem Sparplan setzten? Wenn ich meine Summe auf viele verteile, wird das recht teuer.

Monatlich, oder Quartalsweise investieren bei 150€
Lohnt es sich bei dieser Summe monatlich zu kaufen, oder lieber 3 Monate sparen und dann quartalsweise kaufen?

Den richtigen ETF finden
Auf was man achten sollte ist mir soweit klar. Doch was machen, wenn es zwei identische ETFs von zwei unterschiedlichen Anbietern gibt?

Kein deutscher ETF für den Index vorhanden
Was tun, wenn es keinen deutschen ETF für einen Index gibt? Zum Beispiel für den MSCI World müsste ich einen aus Luxenburg, Frankreich oder Irland nehmen, wenn ich das richtig gesehen habe. Das hat doch steuerliche Nachteile?

Physischen oder syntetischen ETF
Gut das wird wohl auch eine Grundsatzfrage sein. Momentan tendiere ich zum syntetischen. Alerdings ist doch hier das Risiko höher?

Broker Wahl
Tendiere momentan zu flatex oder DAB. Da sind jeweils zwei ETF Anbieter komplett kostenlos.
Bei comdirect habe ich zwar ein Girokonto, aber hier ist mir die Preisberechnung zu undurchsichtig. Oder gibt es einen positiven Aspekt für comdirect? Denn comstage sind bei der DAB zusätzlich zu db x-trackers gratis.
Gibt es hier Empfehlungen?
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honigbaer
27.02.16 03:51:17
Beitrag Nr. 2
ETFs sind doch inzwischen längst wieder out.

Früher gab es Fonds, bei denen ein Verwalter versuchte, die richtigen Aktien zu kaufen. Die meisten Verwalter waren nicht besser als der Durchschnitt und trotzdem teuer bezahlt. Und selbst ein guter Verwalter hatte oft so viel Geld in der Kasse, dass er nicht nur die beste, sondern auch die 7. und 12. beste Aktiekaufen musste, um alles am Markt unterzubringen. In Abhängigkeit von der Laune des Publikums, das mal die Altersvorsorge entdeckt und ein halbes Jahr später lieber das Gled auf dem Girokonto haben will, wegen der vielen Gefahren.

Um keine falschen Anlageentscheidungen zu treffen, wurden die ETFs erfunden, die nur nach Indexgewichtung in die Aktien investieren. Also werden die Aktien gekauft, die nach Marktkapitalisierung hoch gewichtet sind. Also bevorzugt die Aktien, die relativ zu den anderen hoch im Kurs stehen und breit gestreut sind. Gleichzeitig wird behauptet, der cost-average-Effekt eines Sparplans führe dazu, dass man billig kauft.

Und dann soll noch eine Wissenschaft daraus gemacht werden, welche ETFs man zusammenpacken soll. Als ob die Anleger so schlau wären, das Land der Welt zu benennen, in dem es demnächst gut läuft. Selbst die Profis zu Hause haben Mühe, die Vorgaben der Notenbank für den heimischen Aktienmarkt richtig zu deuten.

KLar lernt man nach Aktien und Anleihen vielleicht bald die ETFs kennen, aber um einen Anlageerfolg zu verbuchen, muss man eine Anlageidee haben. Und meistens ist es viel leichter, eine vertrauenswürdige Aktie zu finden, als mit dem ETF im richtigen Zeitpunkt auf das richtige Land zu setzen. ETFs sind doch für Leute ohne Ideen, wenn man nur einmal in einem der Börsenheftchen schaut, welche Aktie wieviel Dividende zahlt und ein paar Firmennachrichten liest, kann man schnell etwas Phantasie entwickeln, was eine gute Aktie sein kann.
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vaio06
28.02.16 12:30:38
Beitrag Nr. 3
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.850.675 von honigbaer am 27.02.16 03:51:17Danke für deine Antwort.
Mangels Kapital kann ich mir momentan keine Aktien kaufen.

Daher die Idee mit dem Sparplan.

Sicher das ETFs nicht mehr aktuell sind? Überall liest man davon^^
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honigbaer
28.02.16 14:19:42
Beitrag Nr. 4
Ja, Du hast schon Recht, die ETFs haben erhebliche Marktanteile gewonnen und werden auch weiterhin verkauft. Aber ich hatte gerade keine Lust, auf das ETF Thema einzusteigen und da muss ich ja ein Bisschen dagegen poltern. Dass diese Finanzinstrumente schon technisch von der Besteuerung und Ausstattung nicht so unkompliziert sind, sieht man ja schon an Deinen Fragen.

Irgendwie machen die ETF-Leute scheinbar viel Werbung und wenn sich junge Leute dann erstmals nach Geldanlage und Altersvorsorge fragen, kommt man bald auf die ETFs obwohl sie eigentlich nur eine Sache gut können: Wenn ich viel Geld in den Markt investieren will, ohne mir Gedanken zu machen, mit einer einzigen Entscheidung.

Aber gerade, wenn Du schon Bücher gelesen hast, und bereit bist, Dich mit den Finanzthemen auseinanderzusetzen, sollte auch klar sein, dass man damit natürlich keine besonders tollen Gewinne erzuielen kann, wenn man das macht, was alle machen und was gerade angesagt ist. Die Transaktionskosten sind auch bei Aktien- und Anleihekäufen nicht mehr so hoch und die Discountbroker werben mit Neukundenprämien. Außerdem gibt es auch Sparpläne auf Aktien, zum Beispiel bei DAB und Consorsbank, man muss aber auf die Kosten achten.

Gerade, wenn man nicht viel Geld anlegen kann, fällt ja die Zeit und der Aufwand für die Entscheidungen ins Gewicht, da kann mansich eigentlich nicht mit durchschnittlichen Erträgen zufrieden geben. Aber es steht einem die ganze Börsenwelt offen, allein in Deutschland fast 1.000 verschiedene Aktien. Wenn man nur mal schaut, welche Firmen hohe Gewinnmargen und geringe Verschuldung haben, dann hat man schon bald auch aus dem DAX die richtige Aktie ausgewählt und im MDAX oder SDAX darf man ja auch schauen. Und hier auf w:o findet man meistens auch eine Meinung zu den größeren Firmen.
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christian76
28.02.16 16:35:26
Beitrag Nr. 5
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.855.856 von vaio06 am 28.02.16 12:30:38Es gibt aber auch Gründe für eine passive Anlage mittels ETFs. Klar wird man keine Überrendite erziehlen, aber auch keine negativ Performance ggü dem breiten Markt (mittels einem MSCI-World ist man der ja praktisch).
Das Risiko von Einzelinvests umgeht man auch. Nicht jeder Anfänger kauft zu Beginn seiner Börsenlaufbahn die "guten" Aktien.

der UBS MSCI-World LU0340285161 sollte steuereinfach sein und ist ausschüttend (evtl. von Vorteil falls der Freibetrag noch nicht ausgeschöpft ist).
Die MSCI-World ETFs von Comstage, HSBC, und Lyxor sollten steuerlich auch unproblematisch sein.
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honigbaer
28.02.16 17:53:43
Beitrag Nr. 6
Ich verstehe nur den Reiz nicht, eine durchschnittliche Rendite erzielen zu wollen.
Das mag das Interesse großer Versicherungen sein, die mit den hereinströmenden Milliarden nicht wissen, wohin. Und es mag auch Privatanleger geben, die sich einfach nicht mit dem Thema befassen wollen. Dann ist das natürlich schon ein Erfolg, wenn man sie mit welchem Argument auch immer zu einem passiven ETF hin und vom Sparbuch weglocken kann.

Aber in der Jungendzeit sucht man doch den Erfolg und das Abenteuer.
Für 120 Euro kann man sich schon an Buffetts Berkshire Hathaway beteiligen.
Der Unterhaltungswert ist dabei doch weitaus höher.

Von den neuerlich zu hörenden Stimmen ganz zu schweigen.
Gaunereien gibt es immer, aber man kann natürlich im Wissen, dass viele Anleger einfach immer den Index kaufen, manipulieren. Eine Kapitalerhöhung einer schwachen Firma führt automatisch zu einer höheren Indexgewichtung und die Aktie wird von den Indexkäufern gekauft. Das Aktienrückkaufprogramm einer guten Firma hingegen führt zu einer geringeren Indexgewichtung und die Aktie wird von den Indexkäufern weniger gekauft. Man kann dem entgegenhalten, die Überlegungen der Marktteilnehmer würden schon die richtigen Kurse sorgen. Aber das Konzept, ETFs populär zu machen, hat ja direkt zur Folge, dass viele Marktteilnehmer sich gar keine Meinung bilden.

Die Börse verliert dadurch ihre Funktion, die guten irmen mit Kapital zu versoregen und die schlechten nicht. Das Konzept der ETFs ist, die nach Indexgewichtung großen Firmen mit Kapital zu versorgen und die Kleinen nicht!
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christian76
28.02.16 18:58:52
Beitrag Nr. 7
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.857.377 von honigbaer am 28.02.16 17:53:43Natürlich, bin da voll bei Dir.
Ging halt bei dem Thread-Eröffner um ETFs und als Einstieg in die Börsenwelt finde ich das jetzt nicht das schlechteste.
Am wichtigsten ist es, sich überhaupt einmal selbst Gedanken zu machen.
Würde da bei einem langen Anlagehorizont, etwa zwecks Altersvorsorge auf ausgesuchte Einzelaktien setzen. Das setzt natürlich einen höheren Zeitaufwand vorraus.
CL,PEP,RB,MO,Nestle,J&J,P&G um nur einige zu nennen könnten da als Basiswerte dienen.
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vaio06
29.02.16 13:59:09
Beitrag Nr. 8
Richtig, mir ging es erst einmal darum etwas zu unternehmen und den Weg an die Börse zu schaffen. Sicherlich wird das Thema Aktien dann später interessanter, wenn ich mal wirklich Einnahmen habe und etwas Geld auf der Seite dass ich dann investieren kann.

Ohne wird es aber schwierig^^
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TheGame90
29.02.16 15:33:59
Beitrag Nr. 9
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.862.351 von vaio06 am 29.02.16 13:59:09Hallo vaio06, ich bin im gleichen Alter und der selben Situation wie du und stehe ebenfalls vor der Entscheidung, wie ich die Altersvorsorge angehen werde sobald in den nächsten Monaten die ersten Gehälter auf dem Konto landen.

Ein ETF-Sparplan ist ein guter Einstieg. Du stellst dazu auch die richtigen Fragen. Warum hier einige versuchen die Idee schlecht zu reden verstehe ich nicht. Natürlich erzielt man mit ETFs nur die Durchschnittsrendite. Allerdings sollte wohl jedem klar sein, dass der Durchschnitt auch bedeutet 50% der Anleger sind schlechter als der Markt. Mit einer Woche Recherche und 1-2 Büchern zählt man sehr wahrscheinlich noch nicht zu den besseren 50%. Google spuckt sehr schnell unzählige Studien aus die zeigen, dass selbst professionelle Fondsmanager im Durchschnitt nicht besser sind als z.B Affen mit Dartpfeilen. Natürlich gibt es Einzelne die es schaffen dauerhaft den Markt zu schlagen. Auch viele Privatanleger die freier in ihren Möglichkeiten sind und Aktien kaufen können in die Fonds nicht einsteigen können/wollen/dürfen. Dafür ist jedoch jede Menge Know-How notwendig.
Ich halte es aber für eine Illusion als Anfänger beurteilen zu können ob Daimler, BMW oder VW dieses Jahr am besten abschließt.
Von daher machen ETFs Sinn, weil man sich die Zeit und Aufwand für Research, Beobachten und Timing schenken kann. Bis zur Rente in 40-50 Jahren fährt man mit einem ETF auf den MSCI-World mit Sicherheit besser, als mit Geld auf dem Sparbuch.
Man kann sich also drauf konzentrieren die Kosten der eigenen Strategie zu minimieren und günstige ETFs und Broker suchen. Monatliche oder Vierteljährliche Einzahlungen machen bei der Rendite erstmal keinen Unterschied. Man muss nur schauen was bei der Bank günstiger ist. Ob 2,3,4... ETFs ist auch mehr oder weniger eine Glaubensfrage. Mit MSCI-World, Emerging Markets und DAX/Euro Stoxx bildet man die Weltwirtschaft aber schonmal gut ab der Rest ist eine Abwägung von Rendite zu Risiko (Nebenwerte-ETF, Rohstoffe usw.) . Bis zu einem Vermögen von 50.000-100.000€ sind die Kosten auch geringer, als bei einem Portfolio aus Einzelinvestments mit entsprechend großer Diversifikation.

Für den Spaß am eigenen Handeln kannst du nebenher noch nach Lust und Laune in Einzelaktien und Derivate investieren die du für vielversprechend hältst. So macht das Ganze spaß und du lernst dabei über die Jahre welcher Teil im Depot besser performt, der selbstverwaltete oder die ETFs. Entsprechend kannst du deine Strategie dann nach ein paar Jahren anpassen.
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vaio06
01.03.16 11:38:11
Beitrag Nr. 10
Hallo TheGame90, danke für deinen Beitrag. Sehe ich ganz genauso wie du ;)


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