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Optionen-Stammtisch

eröffnet am 01.03.16 16:35:48 von
Stierwascher

neuester Beitrag 17.07.16 16:40:57 von
DonVladimir


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Stierwascher
01.03.16 16:35:48
Beitrag Nr. 1
Nachdem mehrmals der Wunsch bezüglich eines eigenen Threads geäußert wurde, mache ich hier mal den Optionen-Stammtisch auf.

In diesem Thread sollen Handelsideen, Strategien, Tipps & Tricks zum Thema Futures und Optionen präsentiert und diskutiert werden.

Ich freue mich auf angeregte Diskussionen und viele gute Beiträge!


Stierwascher
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Stierwascher
01.03.16 17:10:46
Beitrag Nr. 2
Handelsidee - FGBL
So, nun befüllen wir den Thread mal mit Inhalt, darum präsentiere ich gleich eine erste Handelsidee, mit etwas ausführlicherer Erklärung.

Ich gehe davon aus, dass es im Bund Future einen Rücksetzer geben wird. Allerdings möchte ich mich auch gegen einen weiteren Anstieg absichern. Deshalb steige ich hier in einen sogenannten Reverse Hedge ein.

Dazu verkaufe ich einen Kontrakt im Bund Future (d.h. ich bin Short im Underlying) und kaufe gleichzeitig eine Call-Option, wenn möglich mit einem Delta nahe 1. Der Future hat ein Delta von -1, d.h. ich partizipiere 1:1 am Future-Kurs, sowohl nach oben als auch nach unten.

Folgende Szenarien sind möglich:

- Der Future-Kurs steigt: In diesem Fall wird der Verlust in der Shortposition im Future durch den Anstieg des Calls kompensiert. Je weiter der Kurs steigt, umso stärker nähert sich das Delta der Option dem Wert 1 an, d.h. schlussendlich würde auch die Option 1:1 steigen. Ein Anstieg ist nun zwar negativ (da das Delta der Option immer kleiner gleich 1 ist), doch der Verlust

- Der Future-Kurs geht seitwärts: In diesem Fall verliere ich das Aufgeld der Option.

- Der Future-Kurs sinkt: Das ist der Optimalfall für diese Strategie. Im Optimalfall sinkt der Future-Kurs deutlich unter den Basispreis der Option.

Als Beispiel: Der FGBL notiert aktuell bei 163.40. Ich wähle eine Call-Option mit Restlaufzeit 24.03. und Basispreis 162.50, mit Briefkurs 1.63 (Delta = 0.63). Das Aufgeld der Option beträgt (Basispreis + Briefkurs - Future-Kurs = 162.50 + 1.63 - 163.40) 0.73; das ist in diesem Fall mein maximaler Verlust. Wenn der Kurs am Laufzeitende unter 162.50-0.73 = 161.77 steht, bin ich im Plus.

In diesem Fall habe ich eine Option mit relativ langer Restlaufzeit gewählt, da ich die Position nicht mehr vor der EZB-Konferenz rollen möchte bzw. auch nach der EZB, die für Volatilität sorgen dürfte, eventuell noch etwas Zeitwert abgreifen kann. Das geht natürlich etwas zu Lasten der Performance.
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Rocko1237
01.03.16 17:59:40
Beitrag Nr. 3
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.874.152 von Stierwascher am 01.03.16 17:10:46Hallo Stierwascher,

da du mich ausdrücklich gebeten hast, etwas zu diesem Thread beizutragen, soviel. Nach einigen Jahren aktiven Handeln mit Optionen bin ich nur noch auf der Verkäuferseite, d.h. ich mache Stillhaltergeschäfte auf Aktien. Früher habe ich hier kurzfristige Laufzeiten gewählt (1-3 Monate), nur bevorzuge ich die Langläufer. Ich verkaufe nur noch Puts mit meist 3-4 Jahren Laufzeit und nur auf Aktien, die ich sowieso im Bestand habe bzw. haben möchte (diese Aktien halte ich dann meist dauerhaft). Bei einer Laufzeit von z.B. 4 Jahren bringen die Puts (je nach Volatilität) oft 20% bezogen auf das riskierte Kapital. Sollte ich am Laufzeitende im Geld sein, bekomme ich die Aktien. Dann habe ich sie aber erstmal 20% billiger und kann entscheiden, ob ich sie halte, vorübergehend halte oder gleich verkaufe.
Zwei Beispiele:
1. Ich habe am 15.01.2016 Puts auf Royal Dutch mit Strike 18 verkauft. Laufzeit bis 18.12.2020. Bekommen habe ich pro Put (vor Gebühren) 560 €. Mach nach Gebühren eine Gesamtrendite von 31% bzw 6,29% p.a. Sollte Royal Dutch am 18.12.2020 bei 18 € oder höher stehen, passiert gar nichts. Ich behalte natürlich die Prämie (580€). Sollte sie unter 18 € stehen, bekomme ich 100 Aktien ins Depot (pro Put), für die ich dann 18 € pro Aktie zahlen muss.
2. Ich habe am 08.01.2016 Puts auf Fuchs Petrolub mit Strike 36 verkauft, Laufzeit bis 17.06.2016 (sie Laufzeit war so kurz, da ich die Aktie noch nicht im Depot habe und sie auf diesem Weg günstiger erhalten wollte; kurz danach fiel sie erstmal wie so viele). Bekommen habe ich pro Put vor Gebühren 110 €, eine Rendite (nach Gebühren) von 3,5%. Bezogen auf die Laufzeit von nur 161 Tagen beträgt die Rendite dann aber 7,93%.
Wie gesagt, ich betreibe das als Ergänzung zum meinen Aktien und versuche auf diese Weise, weiter Cash zu generieren, den ich dann natürlich wieder in Aktien stecke.
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DonVladimir
01.03.16 18:18:57
Beitrag Nr. 4
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.874.152 von Stierwascher am 01.03.16 17:10:46
Finanzierungskosten nicht vergessen!
Zitat von StierwascherAls Beispiel: Der FGBL notiert aktuell bei 163.40. Ich wähle eine Call-Option mit Restlaufzeit 24.03. und Basispreis 162.50, mit Briefkurs 1.63 (Delta = 0.63). Das Aufgeld der Option beträgt (Basispreis + Briefkurs - Future-Kurs = 162.50 + 1.63 - 163.40) 0.73; das ist in diesem Fall mein maximaler Verlust. Wenn der Kurs am Laufzeitende unter 162.50-0.73 = 161.77 steht, bin ich im Plus.

In diesem Fall habe ich eine Option mit relativ langer Restlaufzeit gewählt, da ich die Position nicht mehr vor der EZB-Konferenz rollen möchte bzw. auch nach der EZB, die für Volatilität sorgen dürfte, eventuell noch etwas Zeitwert abgreifen kann. Das geht natürlich etwas zu Lasten der Performance.


Du hast in Deiner Rechnung die Finanzierungskosten von ca. 6% p. a. vergessen - entspricht pro Quartal ca. 0,5%, die hier gegen Dich stehen.

Nur angenommen, der Bufu würde sich überhaupt nicht bewegen, dann würde der Preis des Bufu jeden Tag geringfügig abschmelzen, da hier die Finanzierungskosten im Spiel sind.

Das ist auch der Grund, warum ich seit rund zwei Jahren im Bufu nichts mehr mache.
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Jan_Modaal
01.03.16 19:33:34
Beitrag Nr. 5
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.874.725 von Rocko1237 am 01.03.16 17:59:40
Zitat von Rocko1237Zwei Beispiele:
1. Ich habe am 15.01.2016 Puts auf Royal Dutch mit Strike 18 verkauft. Laufzeit bis 18.12.2020. Bekommen habe ich pro Put (vor Gebühren) 560 €. Mach nach Gebühren eine Gesamtrendite von 31% bzw 6,29% p.a. Sollte Royal Dutch am 18.12.2020 bei 18 € oder höher stehen, passiert gar nichts. Ich behalte natürlich die Prämie (580€). Sollte sie unter 18 € stehen, bekomme ich 100 Aktien ins Depot (pro Put), für die ich dann 18 € pro Aktie zahlen muss.


Dieses Investment finde ich nicht besonders attraktiv. Man muss bedenken, dass ROY jährlich etwa 1,60 Euro als Dividende ausschüttet. Diese geht einem als Put-Verkäufer flöten; sie arbeitet gegen das Investment.

Bei einer Laufzeit von fünf Jahren erhalte ich allein schon 8 Euro Dividende pro Aktie. Wenn ich heute also z.B. 100 Royal Dutch für 21,25 Euro kaufe (Kaufkosten: 2125 Euro plus Gebühren) und gleichzeitig einen Call bis Dezember 2020 zur Basis 22 verkaufe, erhalte ich für den 1 Kontrakt (1 Kontrakt = 100 Aktien) eine Prämie von etwa 340 Euro. Diese Prämie plus die 800 Euro Dividende im Zeitraum bis Dezember 2020 ergeben einen Gewinn von 1140 Euro. Bei einer Ausübung zu 22 Euro kommt dann auch noch ein kleiner Kursgewinn von 75 Euro dazu, was den Gesamtertrag auf 1215 Euro erhöht.

Sollte ROY am Verfallstag im Dez 20 unter dem Basispreis von 22 notieren, behalte ich die Aktien. Mein Einstandskurs: 2125 Euro (Kaufkosten) minus 340 Euro (Prämie) minus 800 Euro (Dividende) geteilt durch 100 = 9,85 Euro.
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Jan_Modaal
01.03.16 20:04:36
Beitrag Nr. 6
Nachtrag: Eine Quartalsdividende hat Royal Dutch in diesem Jahr schon gezahlt; man muss also mit circa 760 Euro statt 800 Euro Dividende rechnen.

Rendite des oben beschriebenen Geschäftes bei Ausübung im Dez 2020 zu 22 Euro:

13,15% vor Steuern (circa 9,5% nach Steuern).
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YellowDragon
01.03.16 21:03:50
Beitrag Nr. 7
Options Strategy Evaluation Tool
GW zur Threaderöffnung! Ich hoffe auf fruchtbare Diskussionen.

Hoadley sollte bekannt sein? Das kostenlose Options Strategy Evaluation Tool ist sehr zu empfehlen.
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YellowDragon
01.03.16 21:12:07
Beitrag Nr. 8
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.874.152 von Stierwascher am 01.03.16 17:10:46Zu Deinem Beispiel hier das Payoff-Diagramm (vom obigen Tool):


Iwe ich schon mal schrieb, es ist gleichwertig wie Long Put:
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prof19
01.03.16 23:44:56
Beitrag Nr. 9
Intraday Handel im Kauf von CALLS oder PUTS auf US-OPTIONEN

mein Thread aus den Jahren 2001/2 im Gefolge von 9/11

http://www.wallstreet-online.de/diskussion/475252-1-10/opti…

Im Gegensatz zu den meist im Vordergrund stehenden Stillhaltergeschäfte, also Verkauf von PUT und/oder CALL, die vor allem Geduld und Ausdauer erfordern, ist das Daytrading mit dem Kauf von CALL oder PUT auf Aktien ein heißes Geschäft, das viel Disziplin und schnelle Reaktion erfordert. Dafür ist es zum Beispiel im US-Markt interessant und abwechslungsreich.

Hierzu einige Stichpunkte:

Kurz- und mittelfristige Markteinschätzung, Einfühlen in das individuelle Kursverhalten bestimmter Bluechips

Die Hauptbewegung des Tages spielen und Gewinne rigoros und zeitnah mitnehmen, Verluste keinesfalls aussitzen, sondern zügig glattstellen

Risikominimierung durch Portfolio und erfolgsabhängiges Money-Management einzelner Positionen
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DonVladimir
02.03.16 01:22:58
Beitrag Nr. 10
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.877.533 von prof19 am 01.03.16 23:44:56
Zustimmung in weiten Teilen des Postings
Zitat von prof19Intraday Handel im Kauf von CALLS oder PUTS auf US-OPTIONEN

mein Thread aus den Jahren 2001/2 im Gefolge von 9/11

http://www.wallstreet-online.de/diskussion/475252-1-10/opti…

Im Gegensatz zu den meist im Vordergrund stehenden Stillhaltergeschäfte, also Verkauf von PUT und/oder CALL, die vor allem Geduld und Ausdauer erfordern, ist das Daytrading mit dem Kauf von CALL oder PUT auf Aktien ein heißes Geschäft, das viel Disziplin und schnelle Reaktion erfordert. Dafür ist es zum Beispiel im US-Markt interessant und abwechslungsreich.

Hierzu einige Stichpunkte:

Kurz- und mittelfristige Markteinschätzung, Einfühlen in das individuelle Kursverhalten bestimmter Bluechips

Die Hauptbewegung des Tages spielen und Gewinne rigoros und zeitnah mitnehmen, Verluste keinesfalls aussitzen, sondern zügig glattstellen

Risikominimierung durch Portfolio und erfolgsabhängiges Money-Management einzelner Positionen


Prof, ich stimme Dir in vielen Teilen zu und da hast Du zweifelsfrei recht, wie Disziplin, etc.

Bei der alten Frage zu Verkauf von Optionen und Intradayhandel in Optionen: Das ist eine Religion und ich gehöre zu den Atteisten, die es hassen Optionen zu schreiben und Optionen intraday zu handeln.

Bei geschriebenen Optionen ist mir das Risiko zu hoch. Hier bin ich zu oft auf den Mund gefallen. Das geht zwanzigmal gut und beim einundzwanzigsten Mal erwischt es dich ganz heftig. Da hast Du auch keine richtige Zeit zu reagieren.

Intraday: Bei den hohen Spreads stehen die Chancen schon einmal ganz stark gegen Dich!

Aber das ist nur meine Meinung. Ich kenne zig Leute, die auf verkaufte Optionen schwören. Und einige meinen tatsächlich, sie müßten mit Intraday Optionsgeschäften Geld verdienen. Wer das machen will, soll das tun - mein Ding ist das mit Sicherheit nicht.


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