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schrieb am 18.08.00 12:10:19
SPARTA startet bei Bluthardt richtig durch! Schon wenige Tage nach
der Übernahme gibt es Neuigkeiten.
Die HV-Einladung zu Bluthardt war heute im Bundesanzeiger. Ich
beschaffe gerade den Text und stelle ihn dann ein.
Wer so blöd war, sich in den letzten Tagen durch Board-Postings
verunsichern zu lassen, wird seine Stücke bald nur zu deutlich
höheren Kursen zurückkaufen können.
SPARTA will es bei Bluthardt mal wieder richtig wissen. Wartet`s
ab!
schrieb am 18.08.00 12:17:24
Hi zusammen,
aus Bluthardt wird die Warp AG, AR: Dr. Hein, Dr. Lenz, Peer Share,
Split 1:25.
AO HV am 02.10.2000 in Nürtingen.
Gegenstand des Unternehmens: Erwerb und Veräußerung sowie
Verwaltung von
Beteiligungen an Kapital- und Personengesellschaften.
Das ging ja schneller als erwartet.
Grüße, der_geringste.
schrieb am 18.08.00 12:23:15
Sitzverlegung nach Hamburg. Ins Zentrum der
Hightech-Beteiligungs-Branche!
Fazit: SPARTA geht beim Bluthardt-Mantel in die vollen. Schon
wenige Tage nach der Übernahme gibt es Neuigkeiten, die nicht von
schlechten Eltern sind. Name und Satzungsänderung verraten bereits,
daß für die Bluthardt-Aktionäre eine neue Ära anbricht. Beim
Aufsichtsrat geben sich entsprechend einige der bekanntesten
Spartaner die Ehre: Das Gremium wird zukünftig aus Dr. Olaf Hein,
Dr. Lukas Lenz und Christoph Schaefers bestehen.
schrieb am 18.08.00 13:37:53
Soeben bei www.share-infos.at gefunden. Scheint noch nicht über den
Verteiler gegangen zu sein.
****
*** KRÄNZLEINS CURIOSITÄTEN CABI.NET: DIE REISE AUF DIE SCHWÄBISCHE
ALB ***
Liebe Freunde, sehr geehrte Leser der SHARE-Infos,
nun ist er doch gekommen: der Sommer hat sich mit angenehmen
Temperaturen eindrucksvoll zurückgemeldet, obwohl viele bereits den
Glauben daran verloren hatten. Was mußte ich beim Bäcker und beim
Metzger daheim im Fränkischen für Schimpftiraden übers schlechte
Wetter hören: „Sauwetter“ war dabei noch eine der feineren
Umschreibungen für den weitgehend trüben und regnerischen Sommer
anno 2000... Wer es sich leisten konnte, hat die Koffer gepackt und
ist der grauen Tristesse entflohen. Ein Blick in den durch
jahrelanges, eisernes Sparen ordentlich gefüllten Sparstrumpf
signalisierte, daß heuer nach 25 Jahren endlich wieder Ferientage
in südlichen Gefilden abseits von den staatlich subventionierten
Kuren am Tegernsee oder dem Teutoburger Wald möglich waren....
Als weitsichtiger Unternehmer hatte ich noch zu „Lebzeiten“ fürs
Alter vorgesorgt und hochrentierliche bayerische Staatsanleihen
gekauft. Emittiert im Jahr 1912 freue ich mich so über eine
stattliche Rendite von jährlich 3%. Leider mußte meine liebe Frau
Gemahlin zuhause bleiben, da der exklusive Reisepreis und das
Budget lediglich das Verreisen einer Person möglich machen
sollte...
Wohin sollte nun die Reise in den sonnigen Süden gehen? Ein
langgehegter Kindheitstraum des nunmehr greisen Emil Kränzlein war
es stets, die rauhen Gipfel der Schwäbischen Alb nahe der
Schwabenmetropole Stuttgart – auch bekannt als Stern des Südens -
mit dem Tornister auf dem Rücken zu erwandern und die faszinierende
Berglandschaft mit den romantischen Burgen und Schlössern der
Dichterfürsten (Wilhelm Hauff, Schloß Lichtenstein, Nähe Bad Urach)
und Rittersleut auf Schusters Rappen zu erleben. .
So kam es, daß ich bei dem renommierten Reisebüro Cranz.Fly das
Arrangement „In 80 Tagen auf die Alb“ buchte und mich mit einer
älteren Reisegruppe im Bus (1958er SETRA) bei Wein, Werbung und
Gesang auf den Weg ins Schwäbische machte. Die Reise sollte in
Nürtingen am Fuße der Schwäbischen Alb enden, wo unser
schiffsdieselbefeuerter Reisebus mit einem kapitalen Motorschaden
liegen blieb - Kolbenfresser...
Den Tornister geschultert, ging es in strammen Marsch ins
beschauliche Städtchen Nürtingen, welches im letzten Jahrhundert,
meiner Jugend, zu den Zentren der Industrialisierung Württembergs
wurde und viel zum Bild des „Musterländle“ landauflandab beitragen
konnte. Vorbei ging es an gepflegten Vorgärten und bienenfleißigen
Dorfbewohnern, die ihrer Pflicht zur landesüblichen Kehrwoche
nachgingen und dabei auf Schwäbisch und über drei Straßenzüge
hinweg über den Lauf der Welt und der heimischen Wirtschaft
schwätzten: „Hano, hasch Du`s scho ghört, die hen dr BLUTHARDT vo
Nürtinga vrkauft...“ „ Wer hat au den gkauft?“ „Sell war`n
Hamburger gwä, was wollet die au mit`m BLUTHARDT macha?“ „Koi
Ahnung, lasset mer ons überrascha....“
Geschwächt und ausgezehrt vom langen Marsch, nur getrieben vom
inneren Schweinehund des Weltkriegsveteranen (I+II), kehrten wir
zunächst im Wirtshaus „Zum Ochsen“ ein – auf der handgeschriebenen
Speisekarte erwartete uns eine gutbürgerlich-schwäbische Küche mit
Maultaschen und Sauren Kutteln sowie Saure Nierle (Nieren) als
Spezialität des Hauses. In einem Nebenzimmer feierte der
Schwäbische Albverein den runden Geburtstag einer ihrer
„Wandervögel“....
Im Nürtinger Ochsen machte ich also schon früh die Bekanntschaft
mit den als eigenbrötlerisch („net g`schimpft is g`lobt g`nug“ –
für norddeutsche: „nicht geschimpft ist gelobt genug“) aber
herzlich („kommet´se zum Abendessen, aber bringet´se ´s Weckle
selber mit“ – übersetzt: „Kommen Sie zum Abendessen, aber bringen
Sie das Brötchen selber mit“) bekannten Einheimischen. Nach dem
vierten Viertele Württemberger (95er Haberschlachter Dachsberg) und
einigen Zwetschgenbränden kam man untereinander ins Gespräch...
Das alles beherrschende Thema an den Stammtischen Nürtingens war
die jüngst gemeldete Übernahme der traditionsreichen ehemaligen
Werkzeugmaschinenfabrik GOTTLIEB BLUTHARDT AG (mit Sitz in
Nürtingen) durch die Hamburger SPARTA Beteiligungen AG – einer auf
die Vermittlung und Restrukturierung von sogenannten Börsenmänteln
spezialisierten Gesellschaft, wie oft zu lesen ist. Die SPARTA
beteiligte sich den Angaben zufolge mit „mehr 75%“, was Raum für
Spekulationen über die tatsächliche Beteiligungshöhe zuläßt.
Nach dem sechsten Viertele und einem halben Liter Stuttgarter
Hofbräu-Bier erkannte ich in meinem Gegenüber vom Schwäbischen
Albverein einen alten Weggefährten wieder, mit dem ich einst, es
war das Jahr 1915, im Schützengraben lag. Fritz Möggele, so sein
Name, war auch ein enger Bekannter des alten Gottlieb Bluthardt,
mit dem er viele Abende beim Kartenspielen im Wirtshaus Zum Ochsen
verbrachte. So traf es sich, daß Möggele einige Anekdoten aus der
Anfangszeit der G. BLUTHARDT AG, der ältesten Maschinenfabrik
Nürtingens, zu berichten wußte.
Plötzlich – die Tür zur Wirtsstube schwingt auf! Ein alter Mann mit
Bart, gestützt an einem schweren Stock tritt ein. Ob es an der
beschwipsenden Wirkung des Weines lag, daß ich meinte, in ihm den
alten Fabrikanten Gottlieb Bluthardt leibhaftig zu erkennen?
Mit brüchiger Stimme und sichtlich aufgeregt setzt Fritz Möggele
an, über die bewegte Vergangenheit und die kleinen Anfänge der
ehemaligen Werkzeugmaschinenfabrik zu berichten, die jetzt vor
einer Neuausrichtung steht. Der junge Mechanikermeister Gottlieb
Bluthardt gründete die Gesellschaft anno 1885 in Nürtingen, so daß
Bluthardt ebenso wie der junge Emil Kränzlein sowohl den
einsetzenden Wirtschaftsaufschwung mitbekam wie auch die
heraufziehenden Krisenherde an vielen Fronten. Es waren eben
turbulente Zeiten damals....
1887 konnte der Jungunternehmer Gottlieb Bluthardt das Anwesen in
der Nürtinger Gerberstraße mit Hammerschmiede und Wasserrecht der
angrenzenden Steinach bereits käuflich erwerben. In dieser Zeit
stellte die Maschinenfabrik vorwiegend Werkzeuge für die Metall-
und Holzbearbeitung wie Parallel-Schraubstöcke her. Der Weggefährte
berichtete ferner, daß anno dazumals erstmals patentamtlich
geschützte Rauch- und Dunstsauger hergestellt wurden, die zudem im
Vollbad verzinkt waren und so einen zuverlässigen Schutz gegen Rost
boten. Alle am Tisch hörten gebannt zu. Wie ging es nun weiter mit
BLUTHARDT?
Fritz Möggele erinnerte die Wanderer an die drei Söhne und eine
Tochter des Firmengründers – der älteste Sohn Otto überlebte die
Wirren des Ersten Weltkrieges dabei nicht. 1924 übernahmen die
beiden Söhne Ernst und Karl die Firma von ihrem Vater, dem
Firmengründer. Die Werkzeugfabrik wurde zur „Werkzeug- und
Maschinenfabrik G. Bluthardt – Parabo“ erweitert, das
Produktsortiment um Säulenbohrmaschinen und
Elektrohandbohrmaschinen ergänzt. Gottlieb Bluthardt, der
Firmengründer, verstarb im Jahre 1936, 1945 folgte Karl seinem
Vater mit nur 48 Jahren in die Ewigkeit.
Bruder Ernst übernahm fortan die Geschäfte und leitete die Firma
bis zu seinem eigenen Tod im Jahre 1951; sein als Firmennachfolger
vorgesehener, einziger Sohn Wolfgang war bereits 1943, gerade
18-jährig, im Krieg in Rußland gefallen...
Der zweite Weltkrieg hielt noch weitere herbe Schicksalsschläge für
die Bluthardt-Dynastie bereit: So wurde der Betrieb 1941 nach
Besichtigung und Beschluß einer Expertenkommission des
Rüstungsstabes geschlossen, die vorhandenen Facharbeiter wurden
abgezogen und einer Firma, welche kriegswichtige Güter herstellte,
zugeteilt. Dem Einsatz Ernst Bluthardts war es schließlich zu
verdanken, daß die Schließung des Betriebs nach nur 3 Monaten
aufgehoben werden konnte – allerdings mußte Bluthardt fortan mit
zugeteilten Lohnarbeitern produzieren, die Facharbeiter blieben in
der Produktion „kriegswichtiger Güter“ beschäftigt....
Das Programm von G. Bluthardt – Parabo umfaßte in dieser Zeit
Schraubzwingen, Knechte, Schraubstöcke aller Art sowie Hand-,
Tisch-, Elektro und Säulenbohrmaschinen für Transmissions- und
direkten elektrischen Antrieb. Die Enkelin des alten Gottlieb
Bluthardt, Ingeborg Münch, Tochter von Ernst Bluthardt, übernahm
nach dem Tod des Vaters die Firma Bluthardt und setzte ihren Mann
Helmut Münch als Geschäftsführer der KG ein. Die Expansion der G.
Bluthardt KG ging ungebremst weiter, 1965 wurde die erste numerisch
gesteuerte Koordinatenbohrmaschine auf den Markt gebracht, in den
weiteren Jahren folgten erste numerisch gesteuerten
Bearbeitungszentren, was einer technischen Revolution gleich kam,
wie das Nürtinger Urgestein Fritz Möggele berichten konnte...
Nach dem Ausscheiden der persönlich haftenden Gesellschafterin
Ingeborg Münch wurde die KG in eine GmbH umgewandelt,
Gesellschafter dieser GmbH wurden neben Helmut Münch, dem früheren
KG-Geschäftsführer, auch seine Kinder Dr. Wolfgang Münch sowie
Margrit Würker, geborene Münch.
Wechselvoller, verworrener und voller menschlicher und ökonomischer
Tragik hätte die lange Geschichte der Bluthardts aus Nürtingen wohl
kaum sein können. Das 100-jährige Firmenjubiläum im Jahr 1985 und
das folgende Jahr 1986 markierten den Beginn einer neuen
Zeitrechnung für die verschwiegene Familiengesellschaft im
Schwäbischen. Mit Beschluß einer Gesellschafterversammlung wurden
Mitte 1986 die Vermögensgesellschaft Bluthardt, welche die Anlagen
verwaltete, sowie die Betriebsgesellschaft wieder zusammengefaßt,
mit dem Umwandlungsbeschluß weg von der GmbH hin zur AG vom August
1986 wurde schließlich eine Kapitalerhöhung auf 3,25 Mio. DM
beschlossen. Die Aktien der neugegründeten und weiterhin
weitestgehend im Familienbesitz befindlichen G. BLUTHARDT AG
sollten zunächst im Telefonhandel unter Banken gehandelt werden, so
daß sich erstmals familienfremde Aktionäre an der Gesellschaft
beteiligen konnten. Das Verkaufsangebot und die Actienplazierung
wurde seinerzeit von der GfW Gesellschaft für Wertpapierberatung
mbH abgewickelt, deren Alleineigentümer Dr. Wolfgang Münch zugleich
Aufsichtsratsvorsitzender der G. Bluthardt AG und Spross der
Familie Bluthardt war. 1987 wechselte Dr. Münch schließlich ins Amt
des Vorstands der Gesellschaft.
Verschiedene Kapitalmaßnahmen ließen das Grundkapital bis 1989 auf
5,85 Mio. DM ansteigen, seit Mitte Juli 1989 wird die
Aktiengesellschaft im Freiverkehr der Börse Stuttgart gehandelt.
Ebenfalls ins Jahr 1989 fiel der Einstieg der Alzmetall
Wergzeugmaschinenfabrik und Gießerei Friedrich GmbH&Co.,
Altenmarkt, Bayern bei der G. Bluthardt AG. Die Bayern erwarben die
Aktienmehrheit vom bisherigen Mehrheitsaktionär um die Familie Dr.
Münch. Ende 1991 war die Alzmetall GmbH&Co. mit 62,8% gemäß
Geschäftsbericht am Grundkapital der Bluthardt AG beteiligt, dieser
Anteil wurde bis Ende 1998 durch Zukäufe sukszessive auf knapp 74%
des Kapitals erhöht. Ins Geschäftsjahr 1992 fällt der
anzeigepflichtige Verlust von mehr als der Hälfte des
Grundkapitals, so daß eine außerordentliche Hauptversammlung 1993
über einen Kapitalschnitt durch Zusammenlegung der 50DM-Aktien im
Verhältnis 4:1 beschliessen mußte. Das Grundkapital betrug
anschließend 1,4625 Mio. DM und wurde erst im Jahr 1995 durch die
Ausnutzung des genehmigten Kapitals auf 2.193.750 DM erhöht.
1994 wurde die Produktion der Maschinen stillgelegt, die
Aktivitäten der Gesellschaft umfaßten fortan lediglich den
Maschinenhandel und den Service. Die Kooperation mit Alzmetall und
die Zusammenlegung von Aktivitäten brachte G. BLUTHARDT dabei
erhebliche Einsparpotentiale – gerade im kostenintensiven
Servicebereich konnten so Reisekosten durch die gemeinsame
Erledigung von Kundenaufträgen vermieden werden. Per 1. Januar 1999
wurde zusätzlich die Verwaltung und der Vertrieb von Nürtingen nach
Altenmarkt verlegt, die G. BLUTHARDT AG vermietete die
Produktionshallen am Standort Nürtingen. Die eigentliche
Herstellung von Maschinen erfolgte fortan bei der Alzmetall und
nicht mehr bei der G. BLUTHARDT AG.
Bis zum heutigen Tag beträgt das Grundkapital 2.193.750 DM und ist
eingeteilt in 43.875 Aktien zu je 50DM, so daß die
Marktkapitalisierung dieses von der SPARTA als Deutschlands
renommiertester Adresse im Mantelgeschäft erworbenen Mantels bei
knapp 16 Mio. DM liegt – eine Größenordnung, die eine gewisse
Kursphantasie bei Einbringung interessanter Geschäftsfelder zu
reellen Konditionen zumindest nicht gänzlich ausschließen
sollte...
Zu klären bleibt, ob noch nennenswerte Vermögensgegenstände wie
werthaltige Grundstücke vorhanden sind. Über
Verwendungsmöglichkeiten dieses Mantels kann im jetzigen
Früh-Stadium der Mantelübernahme nur spekuliert werden – ich möchte
mich an diesen aufkeimenden Spekulationen allerdings nicht
beteiligen. Einem alten Mann fehlt hier sicherlich auch die
Phantasie der Mantelnahkampf-erprobten Spartaner, die in der
Vergangenheit zuhauf ihre Kreativität unter Beweis gestellt
haben...
Zunächst gilt es also sicherlich, die in Kürze stattfindende
außerordentliche Hauptversammlung abzuwarten, welche satzungsgemäß
noch am historischen Gesellschaftssitz in Nürtingen bei Stuttgart
abgehalten wird. Vielleicht sind auch der anstehenden HV-Einladung
einige interessante Hinweise auf den zukünftigen Verwendungszweck
zu entnehmen... Bislang hatten aber alle von der SPARTA
neuausgerichteten Gesellschaften ihren gewissen Charme. Ich gehe
davon aus, daß dies bei dieser traditionsreichen schwäbischen
Aktiengesellschaft nicht anders sein wird und entsprechende
Nutzungskonzepte in den Köpfen der Spartaner bereits existieren...
Man darf gespannt sein.
Ein dumpfer Schlag durchfuhr die gespannte Atmosphäre. Fritz
Möggele spürte die Hand der resoluten Wirtin Rosi Häberle auf
seinen schwachen Schultern. Ein spitzbübisches Lächeln huschte
dennoch über sein Gesicht, freute er sich doch darüber, auch mit
über 90 noch ein begehrter Mann zu sein. Rosi Häberle holte uns
zurück ins Jetzt der rauhen Wirklichkeit. Es war schon reichlich
spät geworden, weit nach Mitternacht. Mit Nachdruck forderte Rosi
uns schwäbisch-charmant auf, doch nun endlich die Rechnung zu
bezahlen. Ich suchte nach meiner Geldbörse und entdeckte zunächst
Lilly, die Katze des Wirtshausehepaares, die es sich während der
Anekdoten unter meiner Rheumadecke gemütlich eingerichtet hatte.
Katze sollte man sein in diesen Zeiten: ich kratzte den
allerletzten Kreuzer zusammen und konnte so dem Schichtdienst in
der Küche gerade noch entgehen....
Auf dem Nachhauseweg beim Gang durch die Nürtinger Gassen stolperte
ich just heute Morgen über ein aktuelles Exemplar des
Bundesanzeiger, das der Amtsbote auf dem Weg zum Nürtinger Rathaus
offenbar verloren hatte. Da ich aufgrund der aufregenden Geschichte
der G. Bluthardt AG noch innerlich aufgewühlt war und nicht
einschlafen konnte, beschloß ich, die Lektüre mit in mein Gemach zu
nehmen mit der festen Absicht, das Exemplar am nächsten Morgen im
Nürtinger Rathaus abzuliefern.
Nachdem ich alle Handelsregisteränderungen und den Behördenteil
durchgelesen hatte, stieß ich kurz vor dem Einschlafen auf die
Tagesordnung der außerordentlichen Hauptversammlung der G.
Bluthardt AG, die ihren traditionsreichen Namen nunmehr in WARP AG
umzuwandeln beabsichtigt und den Sitz nach Hamburg verlegt. Unter
WARP kann ich mir nun gar nichts vorstellen, lediglich meine
Urenkel berichten in regelmäßigen Abständen über eine im Fernsehen
ausgestrahlte Zukunftsvision und einen gewissen Mr. Zulu, der von
seinem Kapitän die Order erhält, auf Warp 9 zu gehen. Können Sie
mir weiterhelfen?
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiter schöne Tage, morgen früh
um 5.10 Uhr treffen wir uns am Wanderparkplatz Schelmenwasen und
dann geht’s los mit Sack und Pack zum Wasserfall nach
Urach...Kommen Sie mit? Ich freue mich auf Sie....
Herzlichst
Ihr Emil Kränzlein
(emil_kraenzlein@yahoo.de)
schrieb am 18.08.00 17:04:59
Danke AlfaRomeo
ich schau mir die seite mal an, wenn ich Zeit habe.
das ist doch der Link, welchen Sparta auf seiner Internetseite
angibt?
von der Sparta seite aus hat er nicht funktioniert.
schrieb am 23.08.00 12:23:30
Bundesanzeiger vom 22.08.2000
"Der Vorstand der G.Bluthardt AG gibt bekannt, dass der operative
Geschäftsbetrieb der Gesellschaft im Rahmen eines Asset Deals an
den bisherigen Grossaktionär und einzigen Kooperationspartner , die
Alzmetall Werkzeug-Maschinenfabrik und Giesserei Friedrich GmbH +
Co. KG , Altenmarkt veräussert wurde. Die Zustimmung zu dem Verkauf
wird Tagesordnungspunkt einer ausserordentlichen HV sein, die in
Kürze einberufen wird. Die Alzmetall teilte der Gesellschaft mit,
dass Sie keine Beteiligung mehr an unserem Unternehmen hält.
Gleichzeitig teilte uns die Sparta Beteiligungen AG, Hamburg mit,
dass Ihr mehr als 75% der Stimmrechte an unserer Gesellschaft
zuzurechnen sind.
Der Vorstand
schrieb am 24.08.00 19:19:29
wb Hamburg (Eig. Ber.) -- Die Sparta Beteiligungen AG verwandelt
als neuer Mehrheitsaktionär
der G. Bluthardt AG aus Nürtingen diesen Händler von
Werkzeugmaschinen in eine
Beteiligungsgesellschaft. Wie aus der Einladung zur
Bluthardt-Hauptversammlung hervorgeht,
soll der Name der Gesellschaft in Warp AG geändert werden. Sparta
hatte angekündigt, für den
restlichen Streubesitz ein öffentliches Übernahmeangebot abgeben zu
wollen.
Mehrheitsaktionär von Bluthardt ist die Alzmetall
Wergzeugmaschinenfabrik und Gießerei
Friedrich GmbH & Co. in Altenmarkt, die 73,87% hielt. An diese
sollen nun auch das
verbliebene, geringe operative Geschäft und sämtliche Aktiva gehen.
Sparta hatte u.a. den
Mantel der Brauhaus Amberg AG nach deren Konkurs erworben, ihn an
die Deutsche Balaton
Broker-Holding AG weiterveräußert, die daraus dann die im
Emmissionsgeschäft tätige Net.IPO
AG machte.
Sparta war 1998 in den Freiverkehr gegangen und ist dieses Jahr in
den Amtlichen Handel
gewechselt. Zudem wurde aus dem Mantel der Wedag Westfalia
Dinnendahl Gröppel AG die
Pre-IPO AG. Im März hatte Sparta 43% an der Deutschen Balaton AG
gekauft. Balaton
wiederum hält u.a. 83% an der Net.IPO, 22% an der Hornblower
Fischer AG sowie 34% an der
Birkert & Fleckenstein AG. Angekündigt hatte Sparta, dass die
ehemalige Patriziär Bräu KgaA
eine neue Karriere als Ocianica AG starten soll.
schrieb am 11.09.00 11:06:52
hallo zusammen,
bin seit letzter woche - nach eingehender betrachtung der threads
& des charts - mit einer kleinen stückzahl eingestiegen.
gibts hier noch profis, die neuere infos haben? mich würden auf
jeden fall auch stellungnahmen zu risiken interessieren, da ich mit
mänteln noch nicht die erfahrung habe (kapitalerhöhung durch
sacheinlage, verwässerung, bezugsrechtausschluss, etc.).
vielen dank für infos & eine schöne woche
m-t