Für Menschen, die gerne jederzeit über ihren aktuellen Standort
informiert sein möchten, gibt es bereits seit vielen Jahren das
allgemein bekannte Global Positioning System (GPS). Dieses
vom US-Militär entwickelte System beruht auf der Abstandsmessung
zwischen einem GPS-Gerät in den Händen des Nutzers und einer
Vielzahl in der Erdumlaufbahn stationierten Satelliten. Dadurch
wird es möglich, seinen aktuellen Standort überall auf der Erde
festzustellen. Weniger bekannt, aber auf dem selben theoretischen
Modell aufbauend ist die Standortbestimmung via Mobiltelefon. Diese
Technologie, die bisher eine noch recht geringe Beachtung findet,
wird unter anderem durch ein amerikanisches Unternehmen namens
U.S. Wireless (Nasdaq: USWC) entwickelt, das allerdings
derzeit bei einer Marktkapitalisierung von 309 Mio. US-Dollar in
der zweiten oder dritten Reihe einzuordnen ist.
Das von U.S. Wireless entwickelte
RadioCamera-System macht sich eine
netzwerkbasierte Struktur zu nutze und misst die
Radiofrequenzmuster aller Signale, die von einem Nutzer innerhalb
einer Funkzelle abgegeben werden. Der „Fingerabdruck“ des
Frequenzmusters wird anschließend mit gespeicherten Daten
verglichen und damit die örtliche Position eines bestimmten Nutzers
ermittelt. Die Technologie macht sich einfacherweise bereits
bestehende Infrastruktur zu Nutze, ohne eventuelle Modulationen an
den Empfangseinrichtungen vornehmen zu müssen.
Mittels einer Internet-Serviceplattform wird es potentiellen
Dienstleistungsanbietern möglich, dort, wo RadioCamera in
Betrieb ist, den Mobilfunknutzern verschiedene auf der
Standortfeststellung basierende Dienste anzubieten. Dazu zählen zum
Beispiel das Auffinden gestohlener Autos oder der Zugang zu lokalen
„gelben Seiten“. Von unerwartetem Erfolg ist bislang der Einsatz in
der Verkehrsleitung, der dem Unternehmen einen
500.000-Dollar-Vertrag mit dem „Maryland Department of
Transportation“ eingebracht hat. Eine weitere lukrative Verwendung
könnte RadioCamera in der Standortbestimmung für
911-Notrufnummern finden. Insbesondere könnte U.S. Wireless von
einem Mandat der Federal Communications Commission
profitieren, nach der Mobilfunkbetreiber gefordert sind, im Jahr
2001 den Standort eines die 911-Nummer Wählenden bestimmen zu
können.
Auf Grund hoher Kosten für Entwicklung und Feldversuche hat U.S.
Wireless im abgelaufenen Quartal einen Nettoverlust von 3,1 Mio.
US-Dollar verzeichnet, das entspricht 16 Cent pro Aktie. Der
Aktienkurs liegt derzeit mit 14-1/2 US-Dollar deutlich unter seinem
Allzeit-Hoch im März, als die Aktie bei 52-1/2 Punkten
notierte.