Mit den Zahlen hat keiner gerechnet. VW aus dem Weg, aus der Krise?
Sieht zumindest
so aus.
27.10.2000 VW: Erwartungen übertroffen
Der Wolfsburger Autokonzern Volkswagen hat für die ersten neun
Monate des laufenden Jahres ein Ergebnis vor Steuern von
4,3 Mrd. DM erzielt. Das entspricht einer Steigerung von
30,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten waren lediglich
von
einem Anstieg auf 3,8 Mrd. DM ausgegangen. Nach Steuern
konnte man das Ergebnis sogar um 49 Prozent auf
2,2 Mrd. DM steigern.
Beim Umsatz
wurde eine Steigerung von 13,9 auf 125,3 Mrd. DM
erzielt. Die Schätzungen im Vorfeld beliefen sich im
Durchschnitt
auf 121,7 Mrd. DM. Für den Jahresüberschuss rechnet der
Konzern mit dem besten Ergebnis seit dem Jahr 1998.
Grund für den erwartet hohen Jahresüberschuss sind die
Rekordauslieferungen
an Kunden, die das Unternehmen mit 3.318 Tsd. Fahrzeugen
angab (+3,1 Prozent).
Die Aktie von
Volkswagen (WKN: 766 400) gehörte gestern zu den Tagesverlierer
aufgrund der schlechten Stimmung in der Automobilbranche. VW
gab
um 1 Prozent auf 53,50 Euro nach.
23.10.2000 VW und DaimlerChrysler wollen nach China
Die beiden Autokonzerne Volkswagen und DaimlerChrysler buhlen
derzeit um
eine Zusammenarbeit mit der Staatsfirma First Automotive Works
(FAW)
in China. Die Gesellschaft hält rund zwei Drittel der
chinesischen LKW-Produktion.
Die Wolfsburger stehen mit
FAW schon in einem Joint-Venture zur Herstellung von PKW´s.
Der VW-Vertriebschef Büchelhofer ist optimistisch, schon bald mit
FAW
schwere Fahrzeuge herstellen zu können. Auch der Chef der
Nutzfahrzeugsparte von Daimler Zetsche ist positiv für die
Verhandlungen.
Von dieser Seite erwartet man ein Ende der Verhandlungen
bis Jahresende.
Die Aktie von VW
(WKN: 766 400) verliert im frühen Handel rund 1,5
Prozent.
20.10.2000 Volkswagen: Gemeinschaftsfirma in Singapur
Der Automobilkonzern Volkswagen (WKN: 766 400) will über seine
100-prozentige Tochter Volkswagen Financial Services AG (VFS) sein
Engagement
in Asien ausbauen. Norbert Massfelder, Vorstandsvorsitzender der
VFS, gibt
in Singapur ein neues Joint Venture an. Das Unternehmen
hat mit der Group Exklusiv, einem gemeinsamen Vertriebsunternehmen
von
VW und Renault, ein Gemeinschaftsunternehmen vorgesehen, das eine
Ergänzung
zur bereits bestehenden Zusammenarbeit in der Singapore Motor
Group
darstellen soll.
Volkswagen wird an dem neuen Joint Venture einen
51-prozentigen Anteil halten. Die Gruppe verfügt über die
Kapazität,
500.000 Fahrzeuge pro Jahr in China auszuliefern. Der
Geschäftsbetrieb
soll Anfang nächsten Jahres aufgenommen werden.
Die Volkswagen-Aktie notiert derzeit
bei 54,55 Euro (- 1,2 Prozent).
20.10.2000 Analystenschaetzung Volkswagen - Interessant
GZ-Bank AG WochenausblickAktienWieder einmal liegt eine extrem
turbulente Woche
hinter uns. Der vergangene Mittwoch hatte zu Beginn der
Handelssitzung in New York zunächst gute Chancen als "Schwarzer
Mittwoch" in die Geschichte der Börse einzugehen. Die Tatsache,
dass der Börsenmonat Oktober in der Vergangenheit bereits
mehrfach
seinem Ruf als "Crashmonat" erfolgreich nachgekommen ist, schürt
angesichts
der großen Volatilitäten zusätzliche Unsicherheit bei vielen
Anlegern und
Investoren. Der unerwartet hohe Anstieg der US-Verbraucherpreise
sowie zunächst
enttäuschende Quartalszahlen des Computerherstellers IBM sorgten am
Mittwoch zu
Handelsbeginn für ein Minus von rund 435 Punkten im
Dow Jones und einem rund 6%-igen Rückgang an der
Technologiebörse Nasdaq. Umso erstaunlicher ist, dass wir an
diesem
Tag mit nur geringen Abschlägen geschlossen haben. Mit einem
Tagesplus von 7,79 % bestrafte vor allem die Nasdaq
bereits einen Tag nach diesem ansatzweisen Sell-off am Mittwoch
sämtliche Pessimisten. Nach Einschätzung der GZ-Bank Analysten wird
abzuwarten
sein, inwieweit das Schlimmste an den Börsen nun bereits
überstanden ist. Angesichts neuer anstehender Quartalszahlen, der
noch immer
nervösen Stimmung des Marktes sowie der Aussicht auf weiter
steigende Zinsen in den USA und Europa werden die
Börsen, nach Ansicht der GZ-Bank Analysten, zunächst weiterhin
in
ihrer volatilen Ab-/Seitwärtsbewegung verharren. Eine Abkopplung
der europäischen Aktienmärkte
von den US-Börsen scheint dabei zunächst nicht in Sicht.
Eine Trendwende wird zwar angesichts der zum Teil drastischen
Kursverluste der letzten Wochen zunehmend wahrscheinlich, jedoch
bleiben die
Analysten kurzfristig weiterhin neutral und raten den Anlegern,
in
diesen volatilen Zeiten nicht voreilig in den noch immer
nervösen Markt zu investieren. Ungeachtet des schwierigen
Börsenumfelds zeigt
sich aber insbesondere an Tagen wie diesem Mittwoch, dass
es durchaus lukrativ sein kann, ausgewählte Qualitätswerte in
Schwäche
selektiv zu kaufen bzw. aufzustocken. Dies ist umso ratsamer
wenn bestimmte Unternehmen in erster Linie aufgrund der
allgemeinen
Marktverfassung ungerechtfertigt stark an Wert eingebüßt haben. Zu
den
Werten der Old Economy, die die Analysten auf dem
derzeitigen Niveau als interessant einstufen, gehören BASF, Linde,
Procter
& Gamble und Volkswagen.
Quelle: GZ-Bank
18.10.2000 Analystenschaetzung Volkswagen AG - Kaufen
Volkswagen-AGEmpfehlung: Kaufen (unveränderte Einschätzung) VW hat
Absatz von 5
Millionen Autos im VisierEuropas führender Automobilhersteller wird
im laufenden
Jahr voraussichtlich seinen Fahrzeugabsatz weltweit erstmalig auf
über 5
Mio. Einheiten (1999: 4,92 Mio.) steigern. In den ersten
neun Monaten stiegen die welt-weiten Verkäufe um 3% auf
3,8 Mio. Fahrzeuge. Unterschiedlich verlief die Absatzentwicklung
in den
wichtigsten Regionen. Auf dem für VW bedeutendsten Markt in
Westeuropa ging der Absatz insbesondere aufgrund der Schwäche
des
deutschen Marktes (Minus von 11% bei den Pkw-Neuzulassungen in
den ersten neun Monaten 2000) um 2,1% zurück. Trotz
leichter Marktanteilsverluste von 0,3-Prozentpunkten behauptete der
VW-Konzern mit einem
Marktanteil von 18,5% seine Spitzenposition auf dem
westeuropäischen Automobilmarkt
mit weitem Abstand vor seinen Wettbewerbern. Demgegenüber fährt
der
VW-Konzern mit seinen Modellen in Nordamerika auf der
Erfolgsspur.
Dort wurde, nicht zuletzt auch wegen des schwa-chen Euros,
eine Absatzsteigerung von 21,8% im Zeitraum Januar bis
September
2000 erzielt. Auch in der Region Asien/Pazifik haben die
Verkäufe mit 9,6% auf 311.740 Einheiten zuge-nommen. Allein in
Japan strebt VW in diesem Jahr ein Absatzvolumen von
57.000 Fahrzeugen (+21%) an, was einen Rekordwert für einen
europäischen Automobilhersteller bedeuten würde. Da sich insgesamt
die Region
Asien/Pazifik schnell erholt, wird dieAbsatzprognose für das Jahr
2001
in dieser Region auf rd. 400.000 Fahrzeuge heraufgesetzt. An
der in Gang gekommenen Erholung in Südamerika partizipierte der
VW-Konzern in denersten 9 Monaten mit einer Verkaufssteigerung
von
3,8%. Insbesondere in Brasilien hat sich der Automobilmarkt von
seinem niedrigen Niveau aus wieder stärker belebt. Zurück
bleibt
indes nach wie vor der argentinische Markt.Absatzimpulse durch
neuen
PassatMit dem neuen Passat hat der BMW 3er sowie
die Mercedes C-Klasse einen ernsthaften Konkurrenten in der
gehobenen
Mittelklasse bekommen. Mit stark modifizierter Technik, Ausstattung
und Design
(mehr als 2.300 Teile wurden neu entwickelt) ist die
neue Generation des Passats mehr als ein reines Facelift.
Nachdem der relativ neue BMW 3er bei den Verkaufszahlen
in diesem Jahr das alte Passat-Modell überholt hatte, dürfte
VW mit dem neuen attraktiven Modell recht bald wieder
zu dem Konkurrenten aufschließen. Die neben dem Golf
bedeutendste
Produktlinie des Wolfsburgers Konzern kommt am 10. November in
die Verkaufsräume der Händler in Deutschland. Auf die
Auftragseingänge
bei VW, die zuletzt eine positive Tendenz zeigten, dürfte
das neue Passat-Modell stimulierende Wirkung haben. Bei nahezu
unveränderten
Preisen im Vergleich zum Vorgängermodell (Basisversion ab ca.
39.500
DM) bietet das neue Modell dem Kunden durch die
höherwertige Ausstattung (u.a. Klimaanlage serienmäßig) eine
Wertverbesserung von ca.
2.400 DM. Für das neue Passat-Modell liegen zum gegenwärtigen
Zeitpunkt bereits 8.000 Bestellungen vor. Von dem neuen Passat
ist für das Jahr 2001 weltweit ein Absatz von
rd. 490.000 Fahrzeugen geplant. Gegenüber dem laufenden Jahr
würde
dies eine Absatzsteigerung von 100.000 Einheiten bzw. 25%
bedeuten,
die größtenteils auf den westeuropäischen Automobilmärkten erzielt
werden soll.
Die bedeutendsten Absatzmärkte für den Passat sind Deutschland,
USA,
Italien, Großbritannien und Frankreich/Spanien. Von dem neuen
Modell sollen
in Deutschland nächstes Jahr 125.000, im übrigen Europa 240.000
sowie in den USA (Markteinführung Anfang 2001) 110.000
Einheiten
verkauft werden. Insbesondere die Exporte in die USA, nach
dem Inland der zweitwichtigste Absatzmarkt für dieses Modell,
sind
bei dem derzeit schwachen Euro ein für den Konzern
lukratives Geschäft und bringen höhere Ergebnisbeiträge als im
Heimatmarkt.
Zumeist bestellen die amerikanischen Kunden die höher motorisierten
Varianten
mit gleichzeitig umfangreichen Sonderausstattungen. Die
Profitabilität der Produktlinie Passat
ist in etwa gleich mit der des Golfs. Mit
dem jetzt vorgestellten neuen Passat wird sich die Nettomarge
trotz konstant gebliebener Preise leichtverbessern. Gemessen an der
Umsatz-
und Kapitalrendite erbringt der Passat eine überdurchschnittliche
Rendite im
Konzern. Mit dem neuen Passat setzt der VW Konzern
seine Produktoffensive fort, die im November mit der
Markteinführung
des neuen Audi A4, eines gleichfalls bedeutenden Volumenmodells,
noch
verstärkt wird. Ob der VW-Konzern sein Ziel einer
Absatzsteigerung
auch im nächsten Jahr erreichen kann, hängt stark von
der erwarteten Erholung des wichtigen Inlandsmarktes ab. Nach
einem
Rekordjahr 1999 mit 3,8 Mio. Pkw-Neuzulassungen dürften die
Erstanmeldungen
in diesem Jahr im Inland auf rd. 3,4 Mio.
zurückgehen. Die kräftig gestiegenen Kraftstoffpreise, ein nach wie
vor
verstopfter Gebrauchtwagenmarkt sowie das relativ geringe
Durchschnittsalter des Kraftfahrzeugbestands,
das sich negativ auf den Ersatzbedarf auswirkt, haben allzu
euphorische Absatzerwartungen zuletzt gebremst. Mit seiner
modernen, attraktiven Modellpalette
ist der Wolfsburger Konzern allerdings in dem weiter an
Schärfe zunehmenden Wettbewerb gut positioniert.AusblickAm 27.
Oktober wird VW
seine Neunmonatszahlen veröffentlichen. Trotz der anhaltenden
Marktschwäche im Inland
rechnen wir mit einer Fortsetzung des Gewinnwachstums im
bisherigen
Jahresverlauf. Zur Jahresmitte hatte der VW-Konzern einen Anstieg
des
Ergebnisses vor Steuern von 15,5% auf 2,55 Mrd. DM
sowie eine noch kräftigere Verbesserung des Ergebnisses nach
Steuern
von 48,4% auf 1,25 Mrd. DM berichtet. Für einen
Ausgleich des rückläufigen Inlandgeschäftes dürfte das florierende
Geschäft in
Nordamerika sorgen. Mit einem Absatzvolumen von rd. 600.000
Fahrzeugen
hat sich die Region Nordamerika zum zweitwichtigsten Absatzmarkt
für
den VW-Konzern entwickelt. Bei seinen Exporten in die USA
profitiert VW zusätzlich von der günstigen
EUR/USD-Währungsrelation. In Südamerika
steuert der Konzern nach einem dreistelligen Millionenverlust
(1999: 710
Mio. DM vor Steuern) wieder ein ausgeglichenes Ergebnis an.
Im Gesamtjahr 2000 erwartet der VW-Konzern eine deutliche
Steigerung
des Gewinns im Vergleich zum Vorjahr (1,65 Mrd. DM).
Empfehlung: KaufenVon seinem bisherigen Jahrestief von 39 € hat
sich der Aktienkurs inzwischen um rd. 40% erholt. Neben
den verbesserten Gewinnaussichten dürfte auch der Beschluss, eigene
Aktien
bis zu 10% des Grundkapitals zurückzukaufen, zum Kursanstieg
beigetragen
haben. Vor dem Hintergrund eines auch im nächsten Jahr
erwarteten robusten Wachstums diesseits und jenseits des Atlantiks
bleiben
die fundamentalen Rahmenbedingungen für die Automobilhersteller
günstig. Mit seiner
Mehrmarkenstrategie und der attraktiven Produktpalette ist der
VW-Konzern in
dem harten Verdrängungswettbewerb gut positioniert. Die
voranschreitende Umsetzung der
Plattform- und Gleichteilestrategie führt zukünftig zu
Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe.
Der nachteilige Kannibalisierungseffekt dieser Strategie (die
einzelnen Konzernmarken nehmen
sich gegenseitig die Kunden weg) hat sich bislang in
Grenzen gehalten. Wir sind daher zuversichtlich, dass der
Konzern
noch vor Ablauf der Amtsperiode von Unternehmenslenker Piech im
Jahr 2002 das Renditeziel einer Umsatzrendite vor Steuern von
6,5 % erreichen wird. Aufgrund der verbesserten Gewinnperspektiven
behalten
wir unsere bisherige Kaufempfehlung für die VW-Aktie mit einem
Kursziel von 70 € bei.
Quelle: BfG Bank
AG
18.10.2000 Analystenschaetzung Volkswagen AG - Halten
Volkswagen AG - HaltenStreik im VW/Audi-Werk in Sao Jose
in BrasilienDie Gewerkschaft fordert eine Reduktion der
wöchentlichen Arbeitszeit
sowie eine Erhöhung der Gehälter. Das Unternehmen hat erklärt,
die in der Region üblichen Konditionen anzubieten. Der Streik
ist unbefristet und betrifft eine Tagesproduktion von ca. 500
Fahrzeugen (ca.1/5-1/4 der gesamten brasilianischen VW-Produktion).
Verhandlungen zur Beendigung
des Streikes finden statt, die bisherigen Angebote des
Unternehmens
sind von den Gewerkschaften als nicht akzeptabel zurückgewiesen
worden.Nach
zwei schwierigen Jahren hat sich das brasilianische Geschäft in
2000 für das Unternehmen wieder verbessert. Nach einem deutlich
von Restrukturierungen geprägten Verlust von Euro 363 Mio. in
1999 hat das Unternehmen für 2000 das Erreichen oder
leichte Überschreiten der Nulllinie in Aussicht gestellt. Sollte
der
Streik länger dauern bzw. für das Unternehmen nachteilige
Vereinbarungen
getroffen werden, stehen diese Erfolge ggf. in Frage.
Kurzfristige
Kursbelastungen sind nicht auszuschliessen, wir sehen den
langfristigen Erfolg
der lateinamerikanischen Operationen aber vorerst nicht gefährdet.
Einschätzung unverändert
sector performer.
Quelle: Bankgesellschaft Berlin
18.10.2000 Volkswagen: Streik in Brasilien
Der Wolfsburger Automobilkonzern Volkswagen (WKN: 766 400) muss
mit
Produktionsausfällen in seinem brasilianischen Werk in Sao Paolo
rechnen.
Ein Streik legt das Werk Sao Jose dos Pinhais,
in dem täglich 500 VW- und Audi-Modelle gefertigt werden,
lahm. 3500 Mitarbeiter haben ihre Arbeit niedergelegt, um ihren
Forderungen für eine Anpassung der Löhne und niedrigere
Wochenarbeitszeiten
Nachdruck zu verleihen. Die wöchentliche Arbeitszeit soll von
44
auf 40 Stunden sinken.
Die VW-Aktie schloss gestern um 1,7
Prozent leichter bei 55,20 Euro.
14.10.2000 Wider Erwarten - Volkswagen
Autokonzern mit dem deutlichsten Kurssprung
Der Deutsche Aktienmarkt ist in
den vergangenen Wochen durch schwere Kursrückschläge gezeichnet
worden. Der
Traum der Börsianer, den DAX aus seinem Seitwärtstrend nach
oben hinauszubugsieren und die Marke von 7.400 Punkten
nachhaltig
zu überspringen, ist bereits lange wieder Schnee von gestern.
Stattdessen erlebt man Anleger wie Händler zwischen Hoffen und
Bangen. 6.500 Punkte ist die Unterstützung, die es bis
zum Wochenende für den DAX zu verteidigen galt. Ein
Blick auf die übrigen deutschen Indizes zeigt, dass der
Kurssturz auf breiter Front erfolgt ist. Nemax All Share
und Nemax50 fielen in der abgelaufenen Woche unter ihre
bisherigen Tiefststände. Auch der SDAX fiel von seinen
Höchstständen
deutlicher zurück. Einzig der MDAX behauptete sich auf
ansprechendem
Niveau. Doch trotz aller Tristesse im Alltag gibt es
doch so manchen Lichtblick. In allen Marktsegmenten schaffte es
so manche Aktie, sich dem Trend zu entziehen.
Unter
den 30 DAX-notierten Titeln zeigen sich überraschend die
Unternehmen
der sogenannten "Old Economy" als die zähesten Werte. Allen
voran präsentiert sich die Volkswagen-Aktie als "Best Performer".
Stolze
12,4 Prozent ging es gegen den erdrückend schwachen Markttrend
nach oben. Vor 20 Handelstagen noch 49 Euro "billig"
ist das VW-Papier derzeit für 55,10 Euro zu haben.
Besonders die jüngst veröffentlichten Absatzrekorde weltweit sind
hierbei ein
entscheidender Faktor. Dagegen sind es bei der Metro eher
Übernahmefantasien und Expansionspläne, die den Kurs vorantreiben.
Ein Kursaufschlag
von 11 Prozent auf 46,90 Euro erfreut die Aktionäre.
Vorschusslorbeeren für den neuen Chef der Karstadt Quelle
drücken
sich gleichfalls in einem Kursplus aus. Mit etwas Abstand
zu den beiden Top-Performern platziert sich das Unternehmen mit
einem Kursgewinn von 6,3 Prozent auf Platz drei der
w:o-Top-Liste, die unter Kurse & Charts - Kurslisten
abzufragen
ist. Auf den weiteren Plätzen sonnen sich die Aktien
der RWE (+ 5,2 Prozent auf 43,20 Euro) und
der Münchener Rück (+ 5,1 Prozent auf 327,00 Euro)
auf der "Sonnenseite des Lebens". Deutliche Abschläge gibt es
dagegen bei den Technologietiteln. Epcos (- 24,5 Prozent) und
Siemens (- 19,9 Prozent) führen die Flop-Liste des DAX
an. Aber auch die Deutsche Telekom hat neue Jahrestiefststände
getestet (- 17 Prozent).
Lichtblicke - und dabei noch bessere
Kursgewinne - findet man unter den Werten in MDAX
und SDAX. Top-Gewinner des MDAX ist die Aktie von
Hugo Boss. Das Wertpapier des Unternehmens legt um satte
17 Prozent und kostet nun 269 nach zuvor 230
Euro. Noch besser sind die SDAX-notierten Aktien von Allbecon
und Edscha gelaufen. Beide Unternehmen konnten mit solider
Unternehmensführung
überzeugen und gute Zahlen liefern. Während es für Allbecon
um 25 Prozent auf 37,50 Euro nach oben ging,
notiert Edscha 18 Prozent über dem Vormonatskurs von 13,60
Euro. Der Hersteller von Türscharnieren, Cabriodächern und
Lkw-Schiebedachsystemen gibt
sich redlich Mühe, seinen Anlegern zu gefallen.
Am Neuen Markt
muss man schon länger nach den sogenannten Top-Performern
suchen.
Der Nemax50 weist derzeit gerade einmal zwei Werte aus,
die überhaupt noch über ihrem 20 Tage zurück liegenden
Kurs notieren. Das sind die Teles-Aktie (+ 10,5 Prozent
auf 10,00 Euro) und die im Vormonat schwächere Aktie
der Edel Music AG (+ 4,1 Prozent). Im weiter
gefassten Nemax All Share können besonders die Wertpapiere des
Umweltenergiekonzerns Plambeck, der die beste Monatsperformance mit
einem Plus
von 31,9 Prozent liefert, und des Informationsdienstleisters
Hunzinger (+
18,9 Prozent) überzeugen. Deutlich über dem Marktdurchschnitt
notieren auch
die Deutsche Entertainment (DEAG) und die Cor AG. Während
die DEAG einen Kursgewinn von 7,9 Prozent verbuchen kann,
bleibt für die Anleger von Cor ein Plus von
7 Prozent.
Alles in allem aber bleibt für die letzten
beiden Monate des Jahres 2000 die Hoffnung, dass wieder
mehr zufriedene Anleger auf eine positive Entwicklung ihrer
Aktienwerte
blicken können.
13.10.2000 Volkswagen: Neues Kursziel
Für die Aktie des Wolfsburger Autokonzerns Volkswagen wurde ein
neues Kursziel ausgegeben. Die Investmentbank Lehman Brothers hat
ihr
Kursziel von 52 Euro auf 60 Euro angehoben. Die
Einstufung der Aktie bleibe allerdings bei "outperform".
Die Mitteilung von VW, man wolle eigene Aktien
zurückkaufen, sollte den Kurs positiv beeinflussen, so die
Bank.
Weiter heißt es, VW sei eine gute Alternative zu
DaimlerChrysler.
Die Aktie von Volkswagen (WKN:
766 400) notiert heute fester. Mit einem Plus von
1,6 Prozent ist das Papier für 54,40 Euro zu
haben.