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Bechstein Piano 519800: Unentdeckte Perle der old economy

Diskussionsstatistik
eröffnet am 27.01.01 16:29:28
von
neuster Beitrag 11.04.01 15:20:37
von

Anzahl Beiträge: 16
Aufrufe gesamt: 591
Aufrufe heute: 0
Diskussionsnr.: 334.670

C.Bechstein Piano

Chart
WKN: 519800
ISIN: DE0005198006
Symbol: BEP
5,70
 
+3,64 %
+0,200
Frankfurt (EUR), 25.05.12 | 16:31
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Ansicht

[ Seite: 12neuster Beitrag ]

Avatar
schrieb am 27.01.01 16:29:28
Beitrag Nr.1 
(2.785.856)
Antwort
Zitat
Hallo zusammen,

Ich möchte mal wieder auf eines dieser vergessenen
"Mauerblümchen" hinweisen, die exzellente Zahlen
produzieren, aber keinen interessiert`s. Vielleicht findet
sich der eine ohne andere, der sich meiner Meinung
anschließt und auch ein bisschen Wasser auf die ausgedörte
Pflanze gießt und, wenn sich genügend finden, die kräftig
gießen, ja dann kann sogar ein Mauerblümchen prächtig
wachsen und gedeihen.

Um wen geht`s? Um Bechstein Pianos. Ja diesen vermeintlich
langweiligen Hersteller der schwarzen Dreibeiner.
Langweilig?

Bechstein hat ein einmaliges Produktangebot vom
Einsteigerklavier für DM 5.000 bis zum Konzertflügel für
150.000, wie Mercedes-Benz vom Smart bis S-Klasse.
Was macht MB? Verdrängt Massenhersteller wie Opel, wäre da
nicht Chrysler ... aber das ist andere Geschichte.

Bechstein hat einen Spitzenmakrenimage mit Weltruf.

Bechstein hat kräftig in modernste Produktionsanlagen am
kostengünstigsten und handwerklich interessantesten
Standort in Deutschland investiert, in Sachsen (denkt an
den Erfolg von Lange Uhren u.a. aus Glashütte/Sachsen).

Bechstein hat enge Kooperationen mit verschiedenen
Herstellern insbesondere CZ.

Und dann hat Bechstein in der letzten Woche erste Zahlen
für 2000 bekannt gegeben:

Umsatz + 35 % auf 38 Mio. DM,
Jahresüberschuss auf 2,0 Mio. DM. verdoppelt!
Der Vorstand hatte bereits auf der HV im Juli die
Wiederaufnahme einer "ordentlichen" Dividendenzahlung
in Aussicht gestellt. Wie hat die Aktie reagiert?
Enttäuschend, nämlich gar nicht.

Zu den Fakten:

Ausgegeben sind 1.200.000 Aktien bei einem GK von
6,0 Mio.DM, d.h. Bechstein wird gerade mal mit
rd. 12 Mio. DM bewertet! Das ergibt ein KUV von 0,3 !!

Bei dem avisierten Ergebnis von 2,0 Mio. DM entspricht
das einem EPS von DM 1,66 oder € 0,85, was wiederum einem
KGV von 6,1 entspricht. Selbst wenn für 2001 nur ein JÜ
von 2,5 Mio. DM bzw. einem EPS von DM 2,08 bzw. € 1,06
gerechnet wird, ergibt das ein KGV von 4,8.

Und zu dem noch eine zu erwartende Dividende von
vielleicht der für das GJ 98 von € 0,40. Das würde auf
dem aktuellen Kursniveau einer Dividendenrendite
von 7,7 % entsprechen.

Charttechnisch ist die Aktie auch sauber. Der Boden ist bei
€ 5,00 gefunden, die Umsätze auf diesem Niveau nehmen
langsam zu, was mich fast zu der Vermutung kommen lässt,
sammelt da einer? Zumindest scheint das Kursrisiko nach
unten begrenzt. Der Weg nach oben scheint frei.

FAZIT:
Bechstein ist als Markenhersteller mit Weltruf hervorragend
positioniert. Die Fundamentals können nicht besser sein.
Wenn sich für 2001 nur ein erwartetes

EPS 2001 von € 1,06 und eine
Dividendenzahlung von € 0,40 einstellen sollte, ist bei
einem KGV von 7,5 bis 8,5 bei einer
Dividendenrendite von dann 4,4 % bis 5,0 % mein
Kursziel mindestens € 8,00,
immerhin + 53 %.

Bechstein ist für mich ein interessanter Nebenwert
für Fans der Old economy.
Die gefährlichsten Börsenfallen - und wie man sie umgeht
Die gefährlichsten Börsenfallen - und wie man sie umgeht

Uwe Lang
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Avatar
schrieb am 27.01.01 16:46:59
Beitrag Nr.2 
(2.785.917)
Antwort
Zitat
@qxc

Freut mich, dass Du Dich für BECHSTEIN ins Zeug legst.

Beobachte alle Piano-Firmen schon lange, musste aber leider feststellen, dass sich deren Kurse so gut wie garnicht bewegen.

Vergleiche mal mit Steinway & Sons, Bösendorfer, Fasioli (man könte sagen, incl. Bechstein die 4 Blue Chips);
Dann noch aus der 2.Reihe: Ibach, Grotrian Steinweg, Schimmel, Blüthner, Kawai, Yamaha, Baldwin.

mfG
Roger ( Konzertpianist + Steinway-Besitzer )
Avatar
schrieb am 27.01.01 17:23:02
Beitrag Nr.3 
(2.786.045)
Antwort
Zitat
@roger11

Größte Konkurrenz zu Bechstein ist sicherlich Steinway und Yamaha.

Aber Steinway ist ausschließlich in den USA gelistet und
Yamaha ist ein Mischkonzern.

Dementsprechend sehe ich in dieser Branche aus Aktionärssicht keine Alternative zu Bechstein.
Avatar
schrieb am 28.01.01 14:30:13
Beitrag Nr.4 
(2.788.728)
Antwort
Zitat
Zur Info noch die Bechstein-Pressemeldung von der letzten Woche:

Bericht zum IV. Quartal 2000


Bechstein übertrifft eigene Prognose

Nach ersten vorliegenden Erkenntnissen hat der Berliner Klavier- und Flügelbauer
Bechstein die Absatzerwartungen mit nahezu 4000 Instrumenten deutlich
übertroffen (Vorjahr 3.300 Stück). Trotz des wachsenden globalen Wettbewerbs ist
mit 60% Inlandsabsatz eine starke Positionierung im deutschen Markt zu
beobachten.

35% Umsatzsteigerung
Die bereits hoch angesetzten Planzahlen für 2000 von MioDM 36,0 wurden mit
nunmehr MioDM 38,3 (Vorjahr 28,3) tatsächlichem Umsatz nochmals übertroffen.

Gewinnverdopplung
Obwohl noch keine vollständigen und geprüften Abschlussunterlagen vorliegen, wird
mit einem Gewinn (Nettoumsatzrendite) von mindestens 5% gerechnet. Der
Jahresüberschuß ist mit über MioDM 2,0 anzusetzen (MioDM 0.961 in 1999). Die
positiven Ergebnisse wurden trotz zusätzlicher Belastungen durch investive
Tätigkeiten und fachliche Profilierung von Neueinstellungen erzielt. Die geprüften
und verbindlichen Bilanzzahlen und Details werden Ende April 2001 vorliegen.

Das 1853 in Berlin gegründete und ansässige Unternehmen Bechstein verkörpert
die Prinzipien der „Old economy“ mit traditionsorientierten Produktkriterien und
Qualitätsprinzipien und „Leittugenden“ wie Offenheit und Verantwortung. Nachhaltig
zeigt die Entwicklung, dass damit eine ordentliche Rendite zu erzielen ist.
Avatar
schrieb am 28.01.01 15:55:13
Beitrag Nr.5 
(2.789.047)
Antwort
Zitat
Das extrem niedrige KGV von Bechstein hängt wohl damit zusammen, dass Bechstein keine Steuern zahlt (warum? Verlustvortrag?) Der Markt bewertet solche Unternehmen in der Regel nach der alten DVFA-Formel mit fiktiver Besteuerung; daraus ergäbe sich ein 2000er KGV von 12. Die DVFA hat diese Berechnungsmethode zwar abgeschafft, aber sie liefert meist eine bessere Aussage über die zukünftigen Gewinne.

Die Umsatzplanung für 2000 wurde zwar leicht übertroffen, die Gewinnplanung von 2,4 Mio. DM wurde aber deutlich verfehlt (siehe auch http://www.bechstein.de/deutsch/Aktien/Tabelle.html).
Avatar
schrieb am 28.01.01 16:45:49
Beitrag Nr.6 
(2.789.224)
Antwort
Zitat
Dazu muss noch erwaehnt werden, dass Bechstein regelmaessig zu optimistisch schaetzt, was den Gewinn angeht. Das Umsatzziel hatten sie jedoch uebertroffen. Jetzt ist die Frage, ob die Margen sinken (negativ) oder ob konservativer bilanziert wird (positiv). Zum Beispiel koennte man auf aktivierte Eigenleistungen (0.6MioDM in 99) verzichten.

Trotzdem interessante Aktie.

Tschoe, Istanbul.
Avatar
schrieb am 05.02.01 01:02:01
Beitrag Nr.7 
(2.841.263)
Antwort
Zitat
Bechstein hat mir auf Anfrage mitgeteilt, dass noch ein steuerlicher Verlustvortrag in der Größenordnung von 20 Mio. DM besteht. Das ist mehr als der gesamte Buchwert.
Avatar
schrieb am 05.02.01 11:13:38
Beitrag Nr.8 
(2.842.381)
Antwort
Zitat
www.boerseberlin.de

Order Stück / Limit

Kauf 400 / 4.80
Kauf 200 / 5.22
Verkauf 1943 / 5.75
Verkauf 2256 / 5.90
Verkauf 2456 / 5,93

Da ist aber noch jede Menge Verkaufsdruck vorhanden..
Avatar
schrieb am 05.02.01 11:27:51
Beitrag Nr.9 
(2.842.479)
Antwort
Zitat
Gönnen Sie sich einen kurzen Besuch bei der Firma. Der Sitz ist in Berlin-Kreuzberg am Moritz-Platz (unweit des legendären Oranienplatzes (bekannt aus Funk und Fernsehen jährlich am 1. Mai) und direkt gegenüber des ehemaligen Zonen-Grenzübergangs Heinrich-Heine-Straße).

Mein Eindruck war: Solide, aber sehr klein. Nur leichte Veränderungen der Auftragslage wirken sich sehr stark auf die Auslastung aus, große Erweiterungsinvestitionen sind am Standort nur bedingt durchzuführen. Kleinere Erweiterungen sind dagegeben durchaus möglich. Mir fiel bei einem Besuch, der allerdings schon 3 (?) Jahre her ist, auf, daß Teile des Firmengebäudes leergeräumt waren und für eine externe Dauerausstellung (nichts mit Pianos) genutzt wurden.

Trotz solidem Geschäft: Die Wachstumsmöglichkeiten der Firma sind sehr beschränkt und große Investitionen sind mit den dazugehörigen Risiken der sprungfixen Kosten verbunden, die im Falle eines Auftragrückgangs für erhebliche bilanzielle Probleme sorgen können.

Grüße

Peer Share
www.share-infos.de
Avatar
schrieb am 06.02.01 00:24:33
Beitrag Nr.10 
(2.848.879)
Antwort
Zitat
@PeerShare:
Ihre Informationen zu Bechstein sind nicht mehr aktuell. Sowohl die Verkaufsflächen als auch die Produktion wurden mittlerweile an anderen Standorten erheblich erweitert.

Natürlich ist ein Investment trotzdem riskant. Man sollte auch bedenken, dass Bechstein weiterhin kräftig subventioniert wird. Aus eigener Kraft wären die Investitionen des letzten Jahres gar nicht möglich gewesen.

[ Seite: 12neuster Beitrag ]

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