schrieb am 30.01.01 18:15:17
Analyse Comroad
Telematik
Auf dem rechten Weg?
Die seit 1995 bestehende Comroad in Unterschleißheim verbindet die
Technologien des satellitengestützten Ortungssystems GPS, des
Mobilfunkstandards GSM sowie des Internets, um darauf basierende
intelligente Verkehrs-Telematik-Systeme u.a. für die
Fahrzeugnavigation anzubieten. Gegenwärtig beschäftigt Comroad 29
feste und 18 freie Mitarbeiter.
Die Aktie wurde am 18. Dezember 2000 in den Nemax-50 aufgenommen.
Sie kam im November 1999 zu einem Preis von 5,125 Euro
(splitbereinigt) an den Neuen Markt. Danach hat sie sich sehr
volatil entwickelt: Einer Verzwölffachung innerhalb von drei
Monaten folgte eine Halbierung und eine erneute Verdoppelung
gefolgt von einem erneuten Verlust von mehr als 50% bis heute. Der
aktuelle Kurs liegt immer noch über dem Fünffachen des
Emissionspreises. Damit gehört Comroad zu den erfolgreichsten
Aktien am Neuen Markt in der letzten Zeit. Es liegt aber auch die
Vermutung nahe, daß das Papier nicht als billig gelten kann, was
wir im Folgenden überprüfen wollen.
Der Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit liegt in der Entwicklung
von Telematiklösungen und der Produktion der dazu erforderlichen
Software. Comroad läßt die entsprechende Hardware bei zwei
Unternehmen in Deutschland und China im Auftrag fertigen (Endgeräte
im Fahrzeug) bzw. verwendet Standardhardware renommierter
Hersteller (Server für Telematikzentralen).
Comroad verfügt über 31 internationale Kunden, bei denen es sich
zum großen Teil um Tochtergesellschaften von Mobilfunkunternehmen
handelt. Für diese hat Comroad inzwischen weltweit
Telematikzentralen eingerichtet. Mit diesen Kunden sollen
beeindruckende Umsätze erwirtschaftet werden. So ist geplant,
innerhalb von drei Jahren mit Online Telematics in Großbritannien
mehr als 80 Mio. DM Umsatz zu erwirtschaften, Security Online
Scandinavia (Norwegen) und Amoun Contracting (Ägypten) sollen im
gleichen Zeitraum zusammen immerhin mehr als 50 Mio. DM bringen.
Diese Umsätze sind teilweise abhängig davon, daß die Betreiber der
Telematikzentralen genügend Kunden gewinnen, an welche sie
Endgeräte und Dienstleistungen vertreiben. Dazu werden mit den
Betreibern bestimmte zu erreichende Meilensteine vereinbart, die
bisher auch immer erreicht oder übertroffen wurden.
Comroad ist einige Kooperationen bzw. Beteiligungen mit Unternehmen
eingegangen, die technologisch eine gute Ergänzung darstellen. Dazu
gehören u.a. Wavecom (Frankreich), die ein Mobilkommunikationsmodul
entwickelt hat, das gut in die Fahrzeugelektronik integriert werden
kann, T + T Netcom (Österreich), die u.a. Hard- und Software für
mobile Logistiksysteme entwickeln, sowie Telcontar (Kalifornien),
die eine Karten/Content-Management Software entwickelt hat, die in
die Systeme von Comroad integriert werden soll.
Produkte
Bei den Produkten von Comroad handelt es sich nicht um normale
Fahrzeugnavigationssysteme, die mit digitalem Kartenmaterial auf
CD-ROM arbeiten. Statt dessen erfolgt der Hauptteil der
Informationsverarbeitung in sogenannten Telematikzentralen. Diese
garantieren den Zugriff auf aktuelle Daten einschließlich der
Verkehrslage und reduzieren die Installation aufwendiger Hardware
im Fahrzeug. Zusätzlich werden Leistungen angeboten, die über die
Navigation hinausgehen. Insbesondere für den professionellen
Einsatz bei Fahrzeugflotten sind die Möglichkeiten interessant,
verschiedenste Daten zu überwachen und festzuhalten, wie z.B. die
Fahrzeugposition und technische Daten wie etwa die
Kühlmitteltemperatur. Weiterhin ist die direkte Übermittlung von
Anweisungen der Firmenzentrale an die Fahrzeuge sowie die mobile
Erfassung von Warenbestandsveränderungen im Fahrzeug einschließlich
deren Rückmeldung an die Zentrale möglich. Die Telematikzentralen
sollen auch eine Fülle weiterer Leistungen, wie mobiles Einkaufen
und multimediale Unterhaltung anbieten, doch dem messen wir nur
geringe Bedeutung zu.
Die wesentliche Technologie, die beim Betrieb der
Telematikzentralen zum Einsatz kommt, nennt Comroad GTTS (Global
Transport Telematic System). Für die Endgeräte in Fahrzeugen hat
Comroad OMTP (Open Modular Telematic Platform) entwickelt.
Insgesamt ergibt sich damit ein sehr flexibles System, das mittels
verschiedener Hard- und Softwaremodule an unterschiedliche
Anforderungen angepaßt werden kann.
Comroad generiert Umsätze im wesentlichen aus drei Quellen:
Einrichtung von GTTS-Telematikzentralen mit der erforderlichen
Hard- und Software,
Endgeräte in den Fahrzeugen, wobei der Absatz hauptsächlich über
Betreiber der Zentralen erfolgt und
Nutzungsabhängige Anteile an den Einnahmen der Betreiber der
Zentralen.
Markt/Konkurrenz
Comroad zitiert gern eine Studie, nach welcher sich der Markt für
Telematik auf 6 Mrd. USD im Jahr 2000 belaufen und bis zum Jahr
2015 kumuliert auf über 400 Mrd. USD wachsen soll. Diese Zahlen
sehen zunächst sehr beeindruckend aus, das Zauberwort jedoch heißt
kumuliert. Es sollen also nicht im Jahr 2015 400 Mrd. USD erreicht
werden, sondern insgesamt für den ganzen Zeitraum. Wenn wir
vereinfachend von einer konstanten Wachstumsrate ausgehen, so
errechnet sich diese zu 17% p.a., was im Jahr 2015 einem
Marktvolumen von "nur" 63 Mrd. USD entspräche. Zahlen in der
gleichen Größenordnung nennt eine aktuellere Studie von UBS
Warburg, sie erwartet aber ein noch höheres Wachstumstempo. Demnach
soll der Markt von 4,2 Mrd. USD im Jahr 2000 über 24 Mrd. in 2005
auf über 47 Mrd. in 2010 anwachsen. In den ersten fünf Jahren wäre
das ein durchschnittliches Wachstum von 42%, in zehn Jahren um 27%
p.a.
Unter diesem Aspekt erscheint das von Comroad angestrebte
Umsatzwachstum, welches noch über mehrere Jahre in der Nähe von
100% p.a. liegen soll, sehr ambitioniert. Wenn dies tatsächlich
erreicht wird (und dabei sogar noch wie geplant die Umsatzrendite
steigt), wäre das eine hervorragende Leistung. Leichte Zweifel
erscheinen jedoch angebracht.
Comroad betont immer wieder, daß es keinen direkten Konkurrenten
gebe. Es entspricht der Realität, daß sich sonst niemand auf die
Einrichtung von Telematik-Zentralen fokussiert. Doch das muß nicht
unbedingt ein Pluspunkt für Comroad sein. Im Gegenteil könnte es
darauf hindeuten, daß andere Unternehmen dieses nicht als
zukunftsträchtiges Geschäftsfeld sehen. Partielle Konkurrenten
konzentrieren sich dagegen auf andere Teilbereiche, das sind
vornehmlich die Endgeräte im Fahrzeug. Zwar ist dort mit deutlich
fallenden Preisen zu rechnen, dennoch dürfte es sich wegen der
stark steigenden Stückzahlen um ein attraktives Feld handeln.
Navigations- bzw. Telematiksysteme werden voraussichtlich in
einigen Jahren zur Standardausstattung von Neuwagen zunächst
gehobener Preisklassen und schließlich fast aller neuen PKW
gehören. Stark vertreten sind hier u.a. Unternehmen wie VDO-Dayton,
Becker und Blaupunkt.
Nach Einschätzung von Frost & Sullivan könnten die kleinen
Anbieter – zu denen auch Comroad gerechnet werden muß – durch
Großkonzerne wie Motorola, BMW und Daimlerchrysler in Ihrer
Existenz bedroht werden. Um sich dagegen zu schützen, seien
Partnerschaften mit großen Unternehmen zwingend notwendig. 1999
hatte Comroad solches erstmals verkündet, in der "In-Car Computing
Initiative" war man gemeinsam mit großen Namen wie Intel, Nokia,
Ericsson, Nokia, BMW, ADAC usw. vertreten. Der Haken an der Sache
ist nur, daß seitdem nichts mehr von dieser strategisch äußerst
wichtigen Initiative zu hören war. Nach Aussagen von Comroad ist
man aber immer noch an aktuellen Initiativen von Intel und
Microsoft beteiligt. Viele Automobilhersteller verfügen bereits
über eigene Telematiktechnik:
BMW: BMW Assist verbindet ein Navigationssystem mit
Mobilfunkfunktion z.B. zum Abruf von Informationen über
Restaurants, Hotels etc.
GM (Opel): Onstar ist ein System, das auf der Integration von
Mobilfunktechnik im Radio basiert. Die meisten Funktionen werden
bisher über personalintensive Call-Center abgewickelt.
Die Volkswagen-Tochter Gedys Telematics entwickelt ebenfalls
Telematiksysteme, bisher jedoch vornehmlich für den professionellen
Einsatz (Logistik, Flottenmanagement etc.).
Die Tochter von Daimlerchrysler Debis kooperiert mit der Deutschen
Telekom im Gemeinschaftsunternehmen Tegaron Telematics. U.a. bietet
Tegaron ähnlich wie auch Comroad die Möglichkeit, relativ
preiswerte PDAs (Personal Digital Assistants), die etliche Kunden
ohnehin schon besitzen, für Navigations- und Telematikzwecke zu
nutzen.
Der Telematikmarkt ist noch stark im Fluß. Aktuell steht u.a. die
Anpassung der Systeme an die neuen Mobilfunkstandards GPRS und UMTS
an. Darüber hinaus werden aber wesentlich weiter gehende
Funktionalitäten erprobt, die auch Eingriffe in das Fahrverhalten
der Fahrzeuge umfassen können. So ist z.B. denkbar, daß das
Fahrzeug automatisch abgebremst wird, wenn es sich zu schnell einer
scharfen Kurve nähert. Das ist zwar noch Zukunftsmusik, doch wird
deutlich, daß über lange Zeit noch erhebliche
Entwicklungsanstrengungen nötig sind, um bei dem schnellen
technischen Fortschritt mitzuhalten. Hier liegt ein nicht
unwesentliches Risiko für relativ kleine Unternehmen wie
Comroad.
Geschäftsergebnisse und Bewertung
Bisher kann Comroad eine eindrucksvolle Entwicklung bei Umsätzen
und Gewinnen vorweisen, die sich nach dem Börsengang Ende 1999 noch
beschleunigte. Im Laufe des Jahres 2000 sind die Prognosen des
Unternehmens immer nach oben korrigiert worden. Die realen
Ergebnisse für das Gesamtjahr liegen nach den gerade
veröffentlichten vorläufigen Umsatzzahlen nochmals darüber, die
vollständigen Jahresergebnisse werden am 26. Februar gemeldet.
1998 1999 2000
Umsatz 2,34 10,24 44,0
Gewinn -0,15 ca. 1,2 5,3
Ergebnisse von Comroad in Mio. Euro. Börseneinführungskosten (3
Mio. Euro für 99) sind herausgerechnet.
Nach den Planungen von Comroad soll es rasant weitergehen. Bis zum
Jahr 2005 sollen die Umsätze mit beeindruckenden 74 bis 107% (pro
Jahr!) weiterwachsen und dabei die Umsatzrendite von heute 12% auf
über 17% ansteigen. Diese Zahlen sind beeindruckend – wenn sie sich
denn realisieren lassen, woran man durchaus zweifeln kann. Comroad
hat zwar bisher nicht enttäuscht, doch ist es schwer vorstellbar,
daß die Prognosen erfüllt werden, wenn nicht wirklich große Partner
wie Automobilhersteller oder Automobilclubs gewonnen werden und
damit der Schritt in den Massenmarkt gelingt. Davon ist bisher
nicht viel zu sehen, doch soll nach Aussagen des Unternehmens in
der 2. Hälfte dieses Jahres der Einsatz in Serienfahrzeugen zweier
Hersteller als optionale Zusatzausstattung erfolgen. Details sind
leider noch nicht zu erfahren.
Wenn sich das Geschäftsfeld wirklich als so lukrativ erweist, wie
Comroad es erwartet, ist kaum anzunehmen, daß Big Player wie z.B.
Siemens, die Automobilhersteller oder etablierte Hersteller von
Autoradio- und Navigationssystemen der relativ kleinen Comroad das
Geldverdienen leicht machen werden. Es ist nicht zu erkennen, daß
es besondere Markteintrittsbarrieren gäbe, die Comroad dauerhaft
eine vorteilhafte Position sichern könnten. Patente besitzt Comroad
nicht. Übrigens hat das Unternehmen bis heute keinen separaten
Finanzvorstand, obwohl dieser ursprünglich schon für Ende 1999
angekündigt war. Diese Funktion wird bisher vom
Vorstandsvorsitzenden Bodo Schnabel mit übernommen. Immerhin wurde
inzwischen ein Controller eingestellt. Bei der gegenwärtig noch
überschaubaren Größe des Unternehmens erscheint das auch
ausreichend. Dennoch könnte vielleicht ein professioneller
Finanzvorstand zur Steigerung des Vertrauens in die Finanzprognosen
beitragen.
Eine entscheidende Frage wird sein, ob Comroad große Erfolge im
Consumermarkt erreichen kann. Für den durchschnittlichen privaten
Anwender dürfte die Navigationsfunktion die größte Bedeutung haben.
Der gegenüber herkömmlichen Navigationssystemen herausgestellte
Vorteil der Berücksichtigung aktueller Staus ist faktisch schon
nicht mehr vorhanden, denn die neuesten Navigationssysteme nutzen
TMC (Traffic Message Channel). Das ist eine Funktion des RDS (Radio
Daten System), die Staumeldungen in standardisierter Form digital
überträgt. Dieses System, bei dem die Staumeldungen kostenlos mit
dem Radiosignal übertragen werden, ist dabei sich zumindest
europaweit durchzusetzen. Zwar gibt es bisher nur relativ wenige
Geräte, die das System nutzen, doch das wird sich schnell ändern.
Somit entfällt ein wichtiger Grund für die kostenintensive
drahtlose Verbindung. Andererseits haben aber auch normale
Navigationssysteme nicht unerhebliche Folgekosten. Um immer auf dem
aktuellsten Stand zu sein, ist der regelmäßige Kauf aktualisierter
CDs oder DVDs notwendig, die mehrere hundert DM kosten. Mit
zunehmender Verbreitung der Systeme dürften diese Preise stark
fallen, ähnlich wie es schon bei Routenplanungssoftware für PC zu
beobachten war. Übrigens hat gerade der ADAC einen Test von
Navigationssystemen veröffentlicht. Dabei wurden u.a. alle mit TMC
ausgestatteten Geräte (von Blaupunkt, Becker und VDO Dayton) mit
empfehlenswert beurteilt. Besonders interessant erschienen hier
Modelle, die Radio, CD-Player und Navigation in einem Gerät
vereinen. Eine große Marktlücke für Comroad tut sich hier folglich
nicht auf. Lediglich die Preise, die von 2.000 bis 6.000 DM
reichen, lassen Platz für preiswertere Lösungen, wie Comroad sie
bieten kann. Doch mit Sicherheit wird der Markt bald die Preise
sinken lassen.
Die Mobilfunkfunktion der Telematiksysteme macht zwar noch Sinn für
Notrufe mit automatischer Positionsübermittlung, doch auch dieses
Motiv für den Einsatz der Technik von Comroad wird mit zukünftigen
Handy-Generationen schwinden. Ein Handy dürfte bald annähernd jeder
haben (jedenfalls jeder, der als Kunde für relativ teure
Navigationssysteme in Frage kommt), und in wenigen Jahren werden
normale Handys ebenfalls eine Positionsbestimmung ermöglichen.
Bliebe noch das automatische Absetzen eines Notrufs (z.B. bei
Auslösung des Airbags) als Vorteil. Doch ist es nicht schwer
vorstellbar, daß bald auch die Autoelektronik via drahtloser
Techniken wie Bluetooth mit dem Handy kommuniziert, um so den
Notruf auszulösen.
Andererseits erscheint es ebenso gut möglich, daß bald Geräte mit
voller PC-Funktionalität und drahtloser Internetverbindung (wie
auch Comroad sie u.a. anbietet) in den Autos zum Standard werden.
Diese könnten dann ebenfalls die Routenplanung etc. übernehmen,
doch daß sich hier gerade für Comroad eine besonders große Chance
ergäbe, ist nicht ersichtlich. Wir erwarten, daß Comroad durchaus
lukrative Nischen im professionellen Bereich z.B. beim
Flottenmanagement und bei Logistiklösungen besetzen kann, aber die
exorbitanten Verdienstmöglichkeiten, wie Comroad sie darstellt,
sind dort allein nicht realisierbar.
Zur Berechnung des Ertragswertes lehnen wir uns bis zum Jahr 2005
eng an die ehrgeizigen Prognosen von Comroad an. Danach werden wir
vorsichtiger und lassen das Umsatzwachstum in den Folgejahren
relativ schnell ausklingen. Über das Jahr 2008 hinaus haben wir
gleichbleibende Umsätze angenommen. Die zunächst bis auf knapp 18%
ansteigende Umsatzrendite dürfte sich auf Dauer nicht halten
lassen, wir erwarten ein langsames Absinken auf 16%. Die Abzinsung
mit einem Zinssatz von 13%, der ein relativ hohes Risiko
berücksichtigt, führt zu einem Ertragswert von ca. 48 Euro. Er
liegt also weit über dem aktuellen Aktienkurs und deutet auf eine
Unterbewertung der Aktie hin. Sollte tatsächlich für Comroad alles
nach Plan laufen, ergäbe sich möglicherweise sogar noch Spielraum
für höhere Bewertungen, denn ein plötzliches Nachlassen des
Umsatzwachstums von ca. 80% auf 15% - wie wir es vorsichtshalber
angenommen haben - erscheint unwahrscheinlich.
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 ewige Rente
Umsatz (in Mio.) 84,4 156 279 485 870 1.000 1.100 1.150
Rendite 15,5% 17,3% 17,8% 17,8% 17,5% 17,0% 16,5% 16,0%
EpS 0,65 1,33 2,47 4,30 7,58 8,47 9,04 9,16 70,49
Fairer Wert bei Abzinsung der Gewinne mit 13%: 48,00 Euro
Der Ertragswert von Comroad. Angaben in Euro.
Fazit
Comroad kann bisher mit einer hervorragenden Geschäftsentwicklung
beeindrucken und auch die unternehmenseigenen Prognosen für die
nächsten Jahre sind sehr vielversprechend. Wenn Comroad nicht
enttäuscht, ist die Aktie gegenwärtig klar unterbewertet. Wer an
die Unternehmensstory glaubt, muß die Aktie eigentlich kaufen. Doch
am Glauben mangelt es uns gegenwärtig noch ein wenig, die
Konkurrenz dürfte es Comroad nicht leicht machen, die
selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Es würde uns daher nicht
überraschen, wenn früher oder später die Prognosen verfehlt werden.
Da jedoch zumindest moderate Verfehlungen der Ziele an der
Unterbewertung nicht viel ändern, raten wir zum Übergewichten der
Aktie. Man sollte sich jedoch der Risiken, insbesondere im momentan
sehr turbulenten Marktumfeld, bewußt sein.
Comroad auf einen Blick
Wertpapierkennummer 544940
Stärken Schwächen
Relativ stark wachsender Markt Insbesondere im angestrebten
Massenmarkt gibt es starke Konkurrenz durch etablierte größere
Anbieter von Navigationssystemen sowie durch
Automobilhersteller
Günstig bewertet, wenn planmäßiges Wachstum erreicht wird Sehr
dynamische Technologieentwicklung birgt Risiken
Große Zahl internationaler Kunden
Marktkapitalisierung 697,7 Mio. Euro
Letzter Kurs (05.01.01) 34,80 Euro
Internet www.comroad.de
KGV 01 53 CAGR 03-05 78,00%
KGV 02 26 PEG-Ratio 02 0,33
KUV 01 8,3 Fairer Wert nach PEG 105,45 Euro
KUV 02 4,5 Fairer Wert nach Ertragswert 48,00 Euro
Unser Urteil übergewichten
Jost Niggemann
© 2001 Performaxx AG
schrieb am 30.01.01 19:14:37
Comroad hat, laut eines Schriftwechsels von Bodo Schnabel und mir,
Anfang diesen Monats genau 47 Mitarbeiter (inkl. TTNetcom (war
hoffentlich der richtige Name so aus dem Kopf)). Zudem kommen noch
einige Beteiligungen und die ganzen Lizensnehmer. Ausserdem
bestehen Vorverträge mit vier großen Automobilkonzernen bzgl. des
neuen Telematikchips, der mit namhaften Größen wie Bosch, ARM
"Lernout und Hauspie" und Hyundai Electronics entwickelt wird und
bald getestet werden dürfte.
schrieb am 30.01.01 19:43:15
Ich bin echt erschreckt über die obige Diskussion.
Comroad anhand der Mitarbeiterzahl im Verhältnis zu den
Personalkosten zu beurteilen ist schlicht lächerlich und zum
Kaputtlachen.
Der Vergleich mit Metabox ist dann aber der Kalauer des (noch
jungen) Jahres. Gerade Comroad glänzt mit hervorragendem
Management, seriösen Prognosen und vor allem stets übertroffenen
Geschäftszahlen.
Das KGV ist natürlich bedenklich hoch. Aber ist eine KGV-Analyse
bei Comroad aussagekräftig? Nein, denn das Wachstum ist gigantisch
(siehe z.B. Posting weiter oben)und das Geschäftsmodell ist mehr
als überzeugend.
Fazit: Wer hier heute gegen Comroad mit irgendwelchen
Pseudoargumenten gearbeitet hat, hat keine Ahnung ! Sorry,
entspricht nicht meiner Art, aber diese Postings hier sind echt so
etwas von dämlich. (und ich habe gar keine Comroad-Aktien)