HAMBURG/MÜNCHEN(dpa-AFX) - Auf Handy-Sünder im Straßenverkehr kommen möglicherweise härtere Strafen zu. Wie die "Bild"-Zeitung (Samstag) berichtet, sind bei Verstößen bald 80 DM Bußgeld und ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei fällig, statt wie bisher 60 DM Verwarnungsgeld. Der Grund sei, dass das seit dem 1. April geltende Telefonierverbot am Steuer ohne Freisprecheinrichtung offenbar kaum eingehalten werde.
Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) will den Handy-Sündern aber dem Zeitungsbericht zufolge noch eine Schonfrist einräumen: "Sollte sich zeigen, dass das Handy-Telefonieren eine bedeutsame Unfallursache bleibt, müssten wir gemeinsam mit den Ländern neu überlegen." Zugleich kündigte er "intensive Kontrollen" an.
Der ADAC warnte die Politik vor übereilten Aktionen. "Es macht keinen Sinn, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen", sagte ADAC- Sprecher Klaus Reindl der dpa in München. Es sei zu früh, über eine Verschärfung der Rechtslage nachzudenken. Auch bei der Einführung der Gurtpflicht Anfang der siebziger Jahre habe es eine gewisse Zeit gedauert, bis sich die Autofahrer auf die neue Regelung eingestellt hätten. Statt die Strafen zu verschärfen, sollten die Autofahrer verstärkt kontrolliert und Verstöße gegen das Handy-Verbot wie bisher geahndet werden, sagte Reindl./ll/DP/rh/af