WASHINGTON (dpa-AFX) - Der US-Reifenhersteller Bridgestone/Firestone , eine Tochterfirma des japanischen Reifenkonzerns Bridgestone, hat unter dem Druck der amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde einem weiteren Rückruf von 3,5 Mio. Reifen zugestimmt. Davon befinden sich allerdings nur noch rund 768.000 im Einsatz.
Bridgestone schätzte am Freitag in Tokio, dass der erneute Reifenrückruf seiner US-Tochter bis zu 30 Mio. US-Dollar (64,2 Mio. DM/32,8 Mio. Euro) kosten wird.
Bridgestone/Firestone hatte bereits im vergangenen Sommer 6,5 Mio. Firestone-Reifen zurückgerufen. Ford hatte im Mai dieses Jahres eine eigene Rückrufaktion für alle 13 Mio. Wilderness AT-Reifen angekündigt, die sich auf seinen Autos befanden. Dies kostet Ford 3 Mrd. USD.
Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) stellte in einer vorläufigen Entscheidung fest, dass es einen Defekt bei den beanstandeten Wilderness AT-Reifen gibt. Sie hatte den freiwilligen Rückruf der Firestone-Reifen am Donnerstag bekanntgegeben.
FIRMENCHEF BESTREITET UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE DER BEHÖRDE
Bridgestone/Firestone-Firmenchef John T. Lampe bestritt die Untersuchungsergebnisse der Verkehrssicherheitsbehörde. Eine lange Konfrontation mit der NHTSA hätte aber die Qualität der Firmenprodukte in Frage gestellt und den Wiederaufbau des Unternehmens verzögert, erläuterte Lampe die Entscheidung für den Reifenaustausch. Die beanstandeten Reifen werden kostenlos ausgewechselt.
Es handelt sich bei den jetzt beanstandeten Reifen um Wilderness AT-Reifen der Reifengrößen P235/75R15 und P255/70R16, die vor dem Mai 1998 produziert wurden. Insgesamt wurden 3,5 Mio. dieser Reifen hergestellt. Sie wurden vor allem auf Ford-Explorer- und Mercury-Mountaineer-Geländewagen eingesetzt und in geringerem Umfang auf Ford-Ranger-Pickup-Fahrzeugen sowie als Ersatzreifen für diese und andere Modelle.
NACH ANGABEN DER BEHÖRDE DURCH PROFILABLÖSUNGEN 50 TOTE
Nach Angaben der Behörde soll es wegen Profilablösung bei Unfällen mit den jetzt beanstandeten Reifen 50 Verletzte und 25 Tote gegeben haben.
Die Behörde hat alle bisher beanstandeten Firestone-Reifen mit Unfällen in Verbindung gebracht, bei denen es insgesamt 271 Tote gegeben hatte. Die meisten dieser Unfälle hatten sich mit Ford- Explorer-Geländewagen ereignet. Es laufen zahlreiche Schadenersatzklagen./br/ln/DP/jh/
Autor: dpa - AFX (© dpa),13:15 05.10.2001