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Die Swissair-Pleite ( Seite 10)
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schrieb am 01.03.02 14:45:32
Ich werde vielleicht beim Sachwalter mal ein Angebot für die Marke
Swissair abgeben falls der Rechtsstreit negativ ausgeht (denke da
aber eher an 100CHF). Eigentlich müsste er ja meistbietend
verkaufen...
schrieb am 01.03.02 15:03:34
Schau mer mal. IMHO am wahrscheinlichsten ist der Verkauf der
Markenrechte an eine Leasinggesellschaft, die die Rechte dann an
die Crossair vergibt. Bei der Leasinggesellschaft handelt es sich
wahrscheinlich um eine noch zu gruendende der Schweizer Banken.
100MCHF finde ich eigentlich ganz guenstig.
Hinterkopf aus der CoBa-Alt-Geschichte: Unrechtmaessige Benutzung
eines Markennamens kostet etwa 1% vom Umsatz. Da sind doch die
Leasingraten von unter 10MCHF pro Jahr ein Geschenk.
Tschoe, Istanbul.
schrieb am 02.03.02 00:29:33
Zürich. SDA/BaZ. Swissair-Gläubiger haben bei Sachwalter Karl
Wüthrich über 23.000 Forderungen eingereicht. Davon wurden bereits
über 13.000 erfasst. Bis Mitte April dürfte die Erfassung der
Forderungsanmeldungen abgeschlossen sein. Mehr als 50 Prozent des
von der SAirGroup ausgegebenen Franken- Anleihenskapitals sei
inzwischen angemeldet worden, teilte Sachwalter Karl Wüthrich am
Freitag in seinem wöchentlichen Lagebericht mit. Diese Fortschritte
ermöglichten eine rasche Abwicklung des Nachlassverfahrens.
Gläubigerversammlungen Ende Juni
Die Gläubigerversammlungen für die SAirGroup und die Swissair
werden am 26. Juni 2002 stattfinden. Jene für die SAirLines und die
Flightlease AG einen Tag später am 27. Juni. Haupttranktanden
werden die Wahlen der Liquidationsorgane (Liquidator und Mitglieder
des Gläubigerausschusses) und die Berichterstattung des Sachwalters
sein. Die Akten würden den Gläubigern ab dem 3. Juni zur
Einsichtnahme beim Sachwalter aufliegen, teilte Wüthrich weiter
mit.
Nach den Gläubigerversammlungen werde eine schriftliche Abstimmung
über die Nachlassverträge durchgeführt. Er werde zudem seine
Berichte ausarbeiten und voraussichtlich bis Ende Juli 2002 an die
Nachlassrichter einreichen. Mit diesem Zeitplan sollte es möglich
sein, mit dem Nachlassliquidationsverfahren oder der
Konkursliquidation - wenn bei einer Gesellschaft kein
Nachlassvertrag zusammenkommt - im kommenden Frühherbst zu
beginnen. Zurzeit arbeitet Wüthrich an einem Zwischenbericht für
Gläubiger und Nachlassrichter.
schrieb am 02.03.02 00:31:01
SAirGroup führt drei Anleihensgläubiger-Versammlungen durch
ANLEIHEN / Die SAirGroup muss für drei der insgesamt zehn
ausstehenden Franken-Anleihen Gläubiger-Versammlungen durchführen.
Ein Zürcher Rechtsanwalt, der mehr als 5 Prozent des betroffenen
Kapitals vertritt, hat die Einberufung der Versammlungen
durchgesetzt.
Betroffen sind die 4,25-Prozent-Anleihe 2007, die
5,125-Prozent-Anleihe 2003 und die 6,25-Prozent-Anleihe 2002, wie
die SAirGroup heute Freitag bekannt gab. Die Versammlungen finden
am 15. März 2002 statt. Das Haupttraktandum ist die Wahl eines
Anleihensvertreters.
Beratende Stimme
Laut Obligationenrecht (OR) hat ein Anleihensvertreter das Recht,
an den Verhandlungen des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung
mit beratender Stimme mitzuwirken. Den fordernden
Anleihensgläubigern schwebt die Wahl des Schwyzers Ständerats und
Notars Bruno Frick zum Anleihensvertreter vor.
Die Einberufung der Versammlungen war bereits am 16. Januar
beantragt worden. Laut OR hätte die SAir Group allerdings innert 20
Tagen darauf reagieren müssen. Anleihensgläubiger haben nun bis zum
8. März Zeit, eine Zutrittskarte für die Versammlungen zu
bestellen.
SAirGroup gegen weiteren Vertreter
Die SAir Group ist gegen die Wahl eines Anleihensvertreters und hat
beantragt, darauf zu verzichten. Jeder Anleihensgläubiger könne
sein Stimmrecht auf der für 26. Juni angesetzten
Gläubigerversammlung ausüben, teilte Sachwalter Karl Wüthrich in
seinem wöchentlichen Lagebericht mit.
Ab Beginn einer Nachlassliquidation oder eines Konkursverfahrens
würden die Interessen aller Gläubiger durch die gewählten Organe
wahrgenommen - so auch jene der Anleihensgläubiger.
Keine weiteren Versammlungen
Als weiteren Aspekt führt die SAirGroup die Kosten für einen
Anleihensvertreter auf. Diese seien von Gesetzes wegen von den
Anleihensgläubigern zu tragen und würden von ihrer allfälligen
Nachlass- oder Konkursdividende abgezogen, schreibt Wüthrich.
Durch den zeitlichen und finanziellen Aufwand im Zusammenhang mit
Anleihensgläubigerversammlungen werde auch die Masse der SAirGroup
belastet. Der Sachwalter habe die SAirGroup deshalb angewiesen,
solche Aufwendungen gering zu halten. Für die sieben anderen
Anleihen werde sie keine Versammlungen durchführen, sofern keine
berechtigten Begehren angebracht würden.
schrieb am 04.03.02 09:39:31
SAirGroup und Swiss streiten weiter - Unbekannter will
Swissair-Brand kaufen
Trotz der Klage der SAirGroup will Swiss-CEO André Dosé nichts für
den Namen Swiss Air Lines bezahlen. Interesse am Kauf des Brands
Swissair hat dafür offenbar ein unbekannter Investor.
Von Christof Moser
Der Markenstreit zwischen SAirGroup und Swiss geht weiter. Am
Wochenende machte Swiss-CEO André Dosé deutlich, dass die neue
Schweizer Airline für die Verwendung des Namens Swiss der SAirGroup
nichts bezahlen werde. «Ich weiss natürlich nicht, was der Richter
verfügt, doch die Verfügung müsste schon relativ krass sein, dass
wir nicht abheben können», sagte Dosé in der SonntagsZeitung. Die
Swissair handle mit der Klage gegen die Interessen ihrer eigenen
Angestellten, die bei Swiss einen neuen Job gefunden haben, so Dosé
weiter.
Käufer will Swissair-Brand
Zahlen für den Brand Swissair will dagegen offenbar ein Interessent
aus dem Ausland. Dies meldete am Wochenende der SonntagsBlick. Bei
der Swissair bestätigt man den Bericht, will aber über die
Identität des Kaufinteressenten keine Auskunft geben. (Anmerkung
K1: #91

)
schrieb am 06.03.02 10:47:36
Naja, das war ja nicht zu erwarten, dass es in der Schweiz da eine
"ordentliche" Klärung gibt...
Gericht nimmt SAirGroup-Klage gegen "Swiss" nicht an
Zürich (vwd) - Das Handelsgericht des Kantons Zürich hat die Klage
der Swissair-Gruppe abgelehnt, mit welcher der Crossair die
Bezeichnung "Swiss" und der neue Firmennamen "Swiss Air Lines Ltd"
verboten werden sollte. Wie die Crossair am Dienstag mitteilte,
entschied das Gericht ohne eine Stellungnahme der Crossair für
nötig zu erachten. Insbesondere verneinte das Handelsgericht, dass
der Swissair-Gruppe ein später nicht mehr leicht
wiedergutzumachender Nachteil entstehe, wenn die Crossair ab 31.
März den Namen "Swiss" verwende.
Schon aus diesem Grund wurden keine vorsorglichen Massnahmen
bewilligt, wie sie die SAirGroup gefordert hatte. Außerdem ist das
Gericht im Gegensatz zur Swissair-Gruppe der Auffassung, dass keine
Verwechslungsgefahr zwischen "Swiss" und Swissair bestehe, weil
sich die beiden klar von einander unterschieden, schreibt Crossair
weiter. Dass auch die "Swiss" auf dem Seitenleitwerk ihrer
Maschinen das Schweizer Kreuz abbilden will - was die
Swissair-Gruppe verhindern wollte - betrachtet das Gericht als
selbstverständlich.
vwd/03/5.3.2002/apo
schrieb am 06.03.02 10:50:15
Unbekannte Swissair-Investoren könnten Sachwalter zu weiterer Klage
provozieren
Am Bestreben des Sachwalters, die Marke Swissair zum bestmöglichen
Preis zu verkaufen, hat sich auch nach dem Entscheid des
Handelsgerichts nichts geändert. Swiss droht damit weiterhin
Ungemach.
Von Christof Moser und Franziska Hügli
Am Dienstag Nachmittag hat das Handelsgericht des Kantons Zürich
die Scharmützel zwischen SAirGroup und Crossair vorläufig beendet.
Die SAirGroup ist mit ihrem Begehren, der Crossair die Marke Swiss
und den Firmennamen Swiss Air Lines zu verbieten, abgeblitzt.
Swiss droht weiter Konkurrenz
Mit diesem Entscheid hat André Dosé aber nur scheinbar ein Problem
weniger. Denn auch nach dem Entscheid des Handelsgerichts bleibt
die Absicht unbekannter Investoren bestehen, die Marke Swissair zu
kaufen - und weiterleben zu lassen. «Am Interesse der Investoren
hat sich grundsätzlich nichts geändert», sagt Filippo Beck, der
Sprecher des Sachwalters.
Weitere rechtliche Schritte?
Wenn die Marke Swissair tatsächlich am Himmel bleiben sollte, wäre
dies für Swiss aus zwei Gründen ein Problem:
* Eine neue Swissair, auch wenn sie noch so klein und bescheiden
starten würde, wäre eine unerwartete Konkurrenz für Swiss. Der Name
Swissair steht seit rund 70 Jahren für Qualität im
Airline-Business.
* Das Interesse am Kauf des Markennamens Swissair erhöht das Risiko
für Swiss, dass die SAirGroup den Entscheid des Handelsgerichts
anfechten wird. «Sollte sich herausstellen, dass die interessierten
Investoren für den Brand Swissair nach dem Entscheid des Gerichts
weniger bezahlen wollen, müssten wir vorsorglich weitere rechtliche
Schritte gegen Swiss einleiten», sagt Flilippo Beck auf Anfrage von
Moneycab.
Die SAirGroup hat die Möglichkeit, beim Kassationsgericht eine
Nichtigkeitsbeschwerde oder beim Bundesgericht eine
staatsrechtliche Beschwerde einzureichen. Swiss müsste dann weiter
um ihren Markenauftritt und den Firmennamen Swiss Air Lines
zittern.
Die neue Swissair ist aufgegleist
Die grosse Frage bleibt deshalb, ob die Investoren, welche die
Marke Swissair kaufen wollen, bei ihrem Plan bleiben. Abwegig ist
es nicht, dass der Swissair-Schriftzug über Ende März hinaus auf
dem Rumpf von Flugzeugen steht. Moneycab-Recherchen haben ergeben,
dass die Vorbereitungen für die Weiterführung der Marke Swissair
weit fortgeschritten sind:
* Die neue Swissair hat bereits einen designierten CEO. Es handelt
sich dabei offensichtlich um einen bekannten Schweizer Sanierer.
Das bestätigen Moneycab zwei voneinander unabhängige Quellen.
* Es liegt ein fixfertiger, detaillierter Businessplan für die neue
Swissair vor.
* Ein Schweizer Anwalt ist damit beauftragt worden, die Interessen
der ausländischen Investoren zu vertreten.
Die unbekannten Investoren prüfen zwei mögliche Szenarien. Entweder
soll nur der Swissair-Brand gekauft werden oder aber neben der
Marke auch Teile der Swissair.
Muss Dosé den Brand kaufen?
Einen Strich durch die Rechnung machen könnte den möglichen Käufern
von Swissair allerdings André Dosé. Die Crossair hat das
ausschliessliche Vorkaufsrecht am Namen Swissair. Nicht
auszuschliessen ist, dass André Dosé sich plötzlich gezwungen
sieht, den ungewollten Brand doch noch kaufen zu müssen. Entweder
um einen ungeliebten Konkurrenten zu verhindern oder den Sachwalter
von einer Klage bei einer höheren Instanz abzuhalten.
schrieb am 06.03.02 17:08:55
Also doch: Ernst Thomke ist designierter CEO des Projekts
Mini-Swissair
Der designierte CEO für die Mini-Swissair ist Ernst Thomke. Das
haben Moneycab-Recherchen ergeben. Die Investoren wollen für den
Brand Swissair einen tiefen, dreistelligen Millionenbetrag
bezahlen.
Von Christof Moser und Markus Schär
Saurer sanierte er, die Pilatus-Werke auch, und bei Bally hat er es
probiert: Ernst Thomke gilt in der Schweizer Wirtschaft als letzter
Retter in der Not. Zum Top-Sanierer wurde er dank seinem Einsatz
für die Schweizer Uhrenindustrie. Als sie 1978 nicht mehr richtig
tickte, kam Thomke, entwickelte das Swatch-Konzept und führte das
Schweizer Traditionsgeschäft mit den Zeitmessern wieder auf
Erfolgskurs. «Wo Probleme sind, ist meist Thomke nicht weit», sagen
Freunde über ihn.
Ein CEO steht schon parat
Nun will sich der Mann für unangenehme Fälle in ein neues Abenteuer
stürzen: Die Rettung der Swissair. Wie Moneycab bereits berichtet
hat, haben die unbekannten Investoren, die den Brand Swissair in
der Luft halten wollen, bereits einen bekannten Schweizer Sanierer
als CEO für die neue Swissair bestimmt. Das Newsmagazin «10vor10»
spekulierte gestern Abend, es könnte Ernst Thomke sein. Moneycab
weiss jetzt: Es ist Thomke.
Der Top-Sanierer ist ausgelastet
Zur Zeit weilt der 62-jährige Thomke in seiner Funktion als
Verwaltungsratspräsident der BB Biotech in Kalifornien. Auf Anfrage
von Moneycab zeigt sich Thomkes Sprecher Edwin Van der Geest
ahnungslos: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass er für das
Swissair-Projekt Zeit hat, eine operative Tätigkeit halte ich für
ausgeschlossen. Er ist mit seinen Jobs voll ausgelastet».
Was Thomke schon alles macht
Einen Tag pro Woche wende er für BB Biotech auf, einen Tag für BB
Medtech, einen halben Tag für den Goldverarbeiter Metalor und einen
weiteren halben Tag für Nobel Biocare - «und dann geniesst er auch
das Leben in Südfrankreich», sagt Van der Geest. Van der Geest
begleitet Thomke seit seiner Zeit bei Saurer, betreut nun aber nur
die Mandate im Zusammenhang mit der Bank am Bellevue (BB Biotech,
BB Medtech, Nobel Biocare).
Es wird eine Mini-Swissair
Trotz der Ahnungslosigkeit von Van der Geest - Moneycab weiss, dass
Thomke kürzlich an einer Präsentation seine Vision der neuen
Mini-Swissair vorgestellt und die simple Formel «Umsatz minus
Kosten = Gewinn» auf den Kopf gestellt hat. Thomke geht bei der
neuen Swissair von einem minimalen Gewinnsatz aus und passt die
Kosten diesem Gewinn an. Er will also nichts anderes als das, was
Mario Corti mehrfach gefordert hatte: Die Airline muss die
Kapitalkosten verdienen - das schafft derzeit kaum eine
Fluggesellschaft. Damit ist klar, dass das Projekt höchstens eine
Mini-Swissair mit deutlich abgespeckten Personal- und
Kostenstrukturen wird. Für den Brand Swissair wollen die Investoren
gemäss Recherchen von Moneycab einen tiefen, dreistelligen
Millionenbetrag bezahlen.
schrieb am 06.03.02 17:43:00
Ich bin doch überrascht, dass das Handelsgericht ohne
entsprechendes Gutachten zu dem Ergebnis kommt, dass man Swiss und
Swissair nicht verwechseln kann. Bei den Schweizern ist nicht nur
der Käse hohl
Aber vielleicht ist die schnelle Entscheidung auch gar nicht so
schlecht. Damit wird Crossair doch gezwungen, sich die Namensrechte
am Markt zu kaufen, anstatt das irgendein hohler Richter denen für
100 CHF den Zuschlag erteilt.
Es bleibt spannend!
schrieb am 06.03.02 17:56:40
... naja es ist ja nicht nur der Brand "Swiss" sondern zusätzlich
auch der Firmenname "Swiss Air Lines LTD", der einen unwillkürlich
an Swissair denken läßt - jedenfalls einen normalen Menschen
(sprich nicht Schweizer Richter

).
Aber wie der Artikel #98 zeigt könnte die Crossair den Namen
vielleicht dann doch noch "freiwillig" kaufen, denn wenn jemand
anderes die Rechte an Swissair übernimmt, dann dürften die
Einnahmeverluste der Crossair durch diese Konkurrenz ein Vielfaches
der Namensrechte getragen.
Grüße K1
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