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und der deutsche Steuerzahler löhnt - 500 Beiträge pro Seite


Quelle Kölner Stadtanzeiger vom 11. 11. 2010

Entschädigung
Erfundene Holocaust-Opfer

Von Dietmar Ostermann, 10.11.10, 23:38h, aktualisiert 11.11.10, 10:29h
Einige Mitarbeiter der Jewish Claims Conference haben Millionen US-Dollar veruntreut, die für Opfer des Nationalsozialismus gedacht waren. Sie sollen Auswanderer aus Russland zur Vortäuschung falscher Identitäten angestiftet haben.
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Steine des Gedenkens in Buchenwald (Bild: rtr)
WASHINGTON - Die Veruntreuung von Millionen US-Dollar, welche die Jewish Claims Conference verwaltete, war offenbar sehr professionell organisiert. So behauptete laut „New York Times“ ein russischer Emigrant, er sei als 13-Jähriger aus dem besetzten Kiew vor den Deutschen geflohen. Tatsächlich sei er in Leningrad, heute St. Petersburg, zur Schule gegangen. Einige der Antragsteller wurden offenbar erst nach dem Zweiten Weltkrieg geboren und „mindestens eine Person war nicht einmal jüdisch“. Die an der Verschwörung beteiligten Mitarbeiter der Claims Conference hätten dafür gesorgt, dass die betrügerischen Anträge genehmigt wurden. Von den Zahlungen hätten sie dann einen Anteil einbehalten.

Die Claims Conference wurde nach eigenen Angaben 2009 auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam, als innerhalb von zwei Wochen zwei verblüffend ähnliche Anträge gestellt wurden. Im Dezember wurde die US-Bundespolizei FBI alarmiert, die daraufhin Ermittlungen aufnahm. Im Februar 2010 wurde der damals für die betroffenen Fonds zuständige Direktor Semen Domnitser von der Claims Conference entlassen. Laut Staatsanwaltschaft soll er der Kopf des Betrügerrings gewesen sein. 11 der Verdächtigen waren am Dienstag verhaftet worden, die übrigen offenbar schon zuvor. Im Fall einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 20 Jahre Haft.

Offen ist, ob auch die rund 5500 Antragsteller mit juristischen Konsequenzen rechnen müssen, die sich Zahlungen aufgrund falscher Angaben erschlichen haben sollen. Viele sollen - wie die Angeklagten - aus Brighton Beach im New Yorker Stadtteil Brooklyn stammen, wo sich russische und ukrainische Auswanderer niedergelassen haben. Staatsanwalt Bharara sprach von einem „beträchtlichen“ Betrug.

Geschädigt ist der deutsche Steuerzahler. Die Claims Conference betonte in einer Erklärung, rechtmäßigen jüdischen Antragstellern seien keine Nachteile entstanden. Auch habe man Schritte unternommen, die internen Kontrollen zu stärken. „Wir sind empört, dass Individuen Geld, das für die Überlebenden des schlimmsten Verbrechens der Geschichte bestimmt ist, stehlen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Berman.

http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1288741306083
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Antwort auf Beitrag Nr.: 40.505.012 von selbstaendiger am 11.11.10 18:56:21wo kann man sich denn für sowas melden ? einfach den zdj anschreiben, bekommt man in dtl auch geld ? muss man irgendwas nachweisen ? wäre für infos dankbar
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.505.012 von selbstaendiger am 11.11.10 18:56:21weil

erstens entweder ein Nachschlag gefordert wird ,wenn das Geld für die berechtigten Antragsteller nicht ausreicht bzw.

zweitens eine Rückerstattung erfolgen sollte, wenn alle Ansprüche befriedigt sind
@leckerkoelsch
weil
erstens entweder ein Nachschlag gefordert wird ,wenn das Geld für die berechtigten Antragsteller nicht ausreicht bzw.
zweitens eine Rückerstattung erfolgen sollte, wenn alle Ansprüche befriedigt sind


Und wo, meinst Du, sei diese Stammtisch-These vereinbart worden?
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.508.533 von selbstaendiger am 12.11.10 09:35:50also, es ist schon sehr blauäugig zu glauben, daß kein Nachschlag gefordert wird , wenn das Geld aufgebraucht ist und es noch berechtigte Anspruchsteller gibt. Vielleicht gibt Du ja für diesen Fall Deine Kontonummer weiter und übernimmst das großzügig.

Im Übrigen könnte man nach Deiner Logik auch einen Teil der Steuergelder in die Nordsee kippen, geschädigt wird ja keiner , weil das Geld von den Steuerzahlern ja eh schon bezahlt wurde.
viel interessanter ist doch die Frage, wie lange hier überhaupt noch gelöhnt werden muss?
65 Jahre nach (offiziellem) Ende des Krieges, oder zumindest seit Ende der Nazi-Verbrechen?
Selbst die Kinder des Warschauer Ghettos dürften mittlerweile ein recht fortgeschrittenes Alter erreicht haben.

Wie ist der Begriff "Opfer" definiert?
Sind damit am Ende etwa auch noch die Enkel der Überlebenden gemeint?

Es kursierte ja mal der böse Begriff der "Holocaust Industrie".

Fragen über Fragen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.509.142 von Cashlover am 12.11.10 10:22:21>>>viel interessanter ist doch die Frage, wie lange hier überhaupt noch gelöhnt werden muss?
65 Jahre nach (offiziellem) Ende des Krieges, oder zumindest seit Ende der Nazi-Verbrechen?<<<



Genau das habe ich mich auch gefragt. Nach 65 Jahren?

Die Anträge um die es hier geht, scheinen doch zeitnah gestellt worden zu sein.
Hat da eigentlich niemand gefragt warum Opfer zig Jahre nicht reagiert haben?

Ach ja, am 03.10.2010 hat Deutschland die letzte Rate des Versailler Vertrages überwiesen.
Das ist unglaublich, dass 1919 ein Vertrag rechtsgültig wurde, dass Menschen die 1989 geboren wurden, immer noch "bluten" mussten.

Man sollte manche Papiere in 1000 Fetzen reißen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.516.829 von Waldsperling am 13.11.10 14:29:38über das Luxemburger Abkommen von 1952 läßt sich trefflich diskutieren.

Bringt aber nix, weil man bei kritischer Betrachtung gleich die Nazi-Keule zu spüren bekommt.
Hier sollte einfach weiter geblecht werden (um paar hundert Mio. mehr oder weniger kommt's jetzt auch nicht mehr an).

Sollten allerdings nach 2020 noch Zahlungen gefordert werden, dürfen wir wohl mit Fug und Recht annehmen, dass der damalige KZ-Aufenthalt sich zu einem Jungbrunnen mit Retard-Effekt für die seinerzeit betroffenen entwickelt haben muss.
Alternativ werden wir annehmen müssen, dass wir einfach beschissen wurden, womit dann gewisse antisemitische Vorurteile wieder salonfähig werden.


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