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Übernahme Gilde Brauerei - 500 Beiträge pro Seite


Der Großaktionär der Gilde Brauerei verhandelt derzeit mit mehreren Interessenten über den Verkauf der Gilde Brauerei. Im Gespräch sind rund 450 Mio. EURO. Die jetzige Börsenbewertung liegt bei rund 250 Mio. EURO und dies trotz der Kurssprünge der letzten Tage.

Der Kaufpreis erscheint mit Blcik auf den Verkauf von Beck & Co im vergangenen Jahr durchaus realistisch.

Der Aufsichtsrat hat gestern dem Verkauf bereits zugestimmt. Für den 15. November ist eine a.o. HV angesetzt. Aufgrund der beabsichtigten Änderungen der Steuergesetzgebung soll das ganze noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

50% Kurssteigerung müßten also mindestens drin sein oder habe ich einen Denkfehler. Wo könnten Risiken liegen?

Bitte um eure Einschätzung.

Gruß

Kaderli
Bin mir nicht ganz sicher, versuche aber es so zu erklären:
Das Kaufangebot über 450 Mio. bezieht sich auf die Dachgesellschaft(?) der Gilde. Davon gibt es nur 1900 Anteilsscheine (bin ich mir ganz sicher). Die Gilde AG kann also nur indirekt betroffen sein. Ob dennoch eine Kurssteigerung über das jetzige Nieveau hinaus möglich ist, vermag ich nicht zu sagen. Wäre vorsichtig.

Gruss ganymedes
Meine Berrechnung bezog sich auf die 480.000 Aktien der Gilde Brauerei AG. Die 450 Mio. EURO ist die Zahl für den Gesamtunternehmenswert.

Völlig richitg ist, dass zunächst die Braugilde Hannover erworben werden wird und damit deren 85% Anteil. Es dürfte dann aber sehr bald ein Angebot für den Rest folgen.

Ich bin mir nicht sicher was das Übernahmegesetz aussagt. Dieses erfordert bei einem Erwerb von mehr als 30% ein Übernahmeangebot. Die Frage ist nur, gilt dies auch für einen mittelbaren Erwerb.

Gruß

Kaderli
macht die `braugilde hannover` eigentlich noch etwas anderes ausser diese 85%-gilde ag aktien zu halten ????????

sollen sich die 450 mio euro auf
- den kaufpreis für die braugilde
- 85 % von gilde ag
- 100 % von gilde ag
beziehen ??????


wenn ichs richtig aufgeschnappt habe hat die gilde ag ja auch noch `staaliche` aktionäre und die sollen sich vehemennt gegen einen verkauf ausgesprochen haben

danke und gruss
Gidorah
Die 450 Mio. sind der Gesamtkaufpreis, gerechnet auf 100% der Gilde Brauerei AG.

Die staatlichen Aktionäre können nichts verhindern. Der Anteil liegt meines Wissens bei etwas über 10%.

Gruß

Kaderli

P.S. Danke PeerShare
Damit ist die Aktie gabz klar unterbewertet.
Nachfolgend ein Artikel aus der Hannoverschen Allgemeinen:

Hannover - Nachrichten
Aufsichtsrat: Gilde kann verkauft werden
Nun ist es offiziell: Die Brauergilde hat am Dienstag die Weichen für den Verkauf des Gilde-Konzerns gestellt. Danach beginnt jetzt ein Bieterverfahren, an dessen Ende die Gebote der potenziellen Käufer des Bierkonzerns stehen.

Dies hat der Aufsichtsrat der Brauergilde, der 85,4 Prozent der Gilde-Brauereigruppe gehören, mehrheitlich beschlossen. Wirtschaftsdezernent Michael Karoff, der die Stadt als Brauergilde-Aktionär in dem Kontrollgremium vertritt, hat gegen den geplanten Verkauf des Traditionshauses gestimmt. Das verlautete aus dem Aufsichtsrat.

Nach wie vor sind es drei internationale Biermultis, die ihr Interesse an einer Übernahme der Gilde bekundet haben: der niederländische Braukonzern Heineken, der belgische Bierriese Interbrew und die südafrikanische Gruppe SAB Miller. Wie es aus Konzernkreisen hieß, werden die Unternehmen in den nächsten Tagen alle Gilde-Zahlen unter die Lupe nehmen. Mit demjenigen, der ein Höchstgebot abgibt, werde dann über den Verkauf verhandelt. Das werde zügig gehen. Schon die für Freitag kommender Woche anberaumte außerordentliche Hauptversammlung der Brauergilde wird darüber abstimmen. Stadt und Land fürchten wie der Betriebsrat, dass bei einem Verkauf an einen ausländischen Bierriesen hannoversche Arbeitsplätze bedroht wären. Gilde-Vorstand Gerhard Nienaber betont hingegen in einem Schreiben aus seinem Urlaubsort in Florida, dass die Aktionäre nur an einen Bieter verkaufen würden, der den Erhalt des Firmensitzes in Hannover garantiert, den Brauereibetrieb hier aufrechterhält und der zudem kein weiteres Personal abbaut.

Thema rückt in den Wahlkampf: Parallel zur Entscheidung des Aufsichtsrats verschärfte sich am Dienstag die politische Kontroverse um den Gilde-Verkauf. Der CDU-Landesvorsitzende Christian Wulff griff Ministerpräsident Sigmar Gabriel wegen dessen Kritik an dem Geschäft massiv an. Der Regierungschef solle „nicht nur immer die Backen aufblasen, sondern sich konkret beim Bundeskanzler für die Belange der niedersächsischen Arbeitnehmer einsetzen”, sagte Wulff. Der Gilde-Verkauf sei Folge der von der Bundesregierung geplanten „Steuererhöhungsorgie”. Der FDP-Landesvorsitzende Walter Hirche warnte vor „Aktionärsbeschimpfung”, nur weil sie nicht auf eine drohende Steuerbelastung warten wollten. Gabriel hat die Aktionäre für den kommenden Dienstag eingeladen. „Dabei geht es um die Sicherheit für den Standort Hannover”, sagte sein Sprecher Michael Linkersdörfer.

Mehr Zeit zum Verkauf? Die Hoffnung der Verkaufsgegner, das Geschäft über den Jahreswechsel hinaus zu verzögern und es damit unattraktiv zu machen, schwindet. Die Befürworter, vor allem die früheren Gilde-Vorstände Gerhard Nienaber und Steffen Lorenz, drängen zur Eile, um der von der Bundesregierung ursprünglich zum 1. Januar 2003 geplanten generellen Spekulationssteuer aus Aktienverkäufen zu entgehen. Nun soll die Besteuerung offenbar erst nach dem 21. Februar – und damit nach der Hessen-Wahl – greifen. Viele Gilde-Aktionäre betonen, die Bundesregierung zwinge sie geradezu, noch vor der Änderung des Steuerrechts Aktien zu verkaufen – obwohl Anteilseigner schon im Juni einen Verkauf forcierten, als in Berlin von Steuern auf Aktienverkäufe noch nicht die Rede war. Die Gegner des Gilde-Verkaufs nannten die Fristverlängerung. eine „ökonomische Fehlleistung”.


cb/gum/mbu

Veröffentlicht 05.11.2002 22:09 Uhr
Zuletzt aktualisiert 05.11.2002 22:12 Uhr
Nur einmal ein kleiner Tipp, die Übernahme der Gilde-Brauerei durch einen anderen, käme den normalen Aktionären
nicht zwangsweise zu Gute. Für die wäre es besser, die Gilde
würde in den bisherigen Eigentümerverhältnissen weiter laufen.
Nur meine Meinung, als Hannoveraner. Denn die ausländischen
Brauereien sind hauptsächlich an der Hasseröder Brauerei interessiert. Es kann den ganz schnell sein, das diese ausgelagert wird, und die Gildebrauerei nur noch regional
als kleine Firma weiterläuft. Was das dann für den Aktionär bedeuten würde, kann sich jeder an 5 Fingern ausrechnen.
Wobei sich zudem noch die Frage stellet, falls der belgische Brauer kauft, hat er an einer Produktion in Hannover überhaupt noch interesse, da er ja schon in Bremen die Becksbrauerei hat.
Gruß Dylan
Vergleichbare Situationen sind sicherlich nicht Aktienbrauerei Kaufbeuren.

Ähnliche Chancen wie bei Gilde Brauerei liegen zumindest theoretisch bei Radeberger und Brau und Brunnen. Radeberger gehört aber zu Oetker und dürfte nicht zum Verkauf stehen. Brau und Brunnen (Premium Marke Jever) macht immer noch Verluste und hat nach wie vor viel Ballast und Altlasten an Bord.

Der staatliche Anteil and der Braugilde wird den Verkauf nicht verhindern können.

Die Problematik des Standortes Hannover sehe ich nicht unbedingt. Bereits heute werden Lohnabfüllungen vorgenommen. Da die Anlagen als modern gelten würde ein Übernehmer eventuell dort eigene Marken brauen. Davon abgesehen sind die Emotionen bzw. Vor- und Nachteile für Hannover und die Mitarbeiter für die Beurteilung des Kurspotentials irrelevant.

Sicherlich sind die 450 Mio. von Seiten Gilde zum Pokern ins Spiel gebracht worden. Aber selbst bei 350 Mio. EURO ergibt sich noch ein Übernahmekurs von 730 EURO je Gilde Brauerei Aktie. Auf den gestrigen Kurs wären dies rund 30%. Ist doch auch nicht schlecht.

Gruss Kaderli
Tatsächlich steht auch bei der Aktienbrauerei Kaufbeuren (501300) ein Übernahmeangebot bevor. Ob dieses aber deutlich über den derzeitigen Börsenkursen liegt, kann ich allerdings nicht sagen. Ich denke aber, dass ein Engagement auf dem derzeitigen Kursniveau auch bei der 501300 nur mit begrenzten Risiken verbunden ist.
auch wenn bub seit einiger zeit läuft:

die markkapitalisierung liegt bei gut 200 mio euro und nach dem apollinaris-verkauf ist die gruppe schuldenfrei !!!

weiterhin interessant !!

gruss Gidorah
Mich erreichten Gerüchte aus Hannover, wonach die South African Breweries nach Durchsicht der Gilde-Bücher bereit sein soll, 380 Millionen Euro für die Übernahme auf den Tisch zu legen. Gestern waren Heineken-Vertreter in der Gilde-Gruppe und es wird vermutet, daß der finanzstarke Heineken-Konzern das SAB-Angebot noch toppen möchte, um in Deutschland richtig Fuß zu fassen. Insbesondere der ostdeutsche Biermarkt (Hasseröder) soll es Heineken angetan haben.

Weiß hier jemand näheres oder kann die SAB-Zahl verifizieren? Bisher ist es zwar nur ein Gerücht - doch entspräche ein Preis von 380 Mio. Euro einem Übernahmepreis von satten 792 Euro je Aktie.

Dazu soll es von SAB anscheinend auch eine formelle "Standortsicherungsgarantie" geben, um so die wahlkämpfenden Politiker zu besänftigen und ihren Widerstand gegen den Verkauf zu brechen.

Wie man weiter hört, soll der Verkauf der Landesregierung eigentlich nicht ganz ungelegen kommen, da so die marode Staatskasse aufgebessert wird. Die Kräfte-Spiele der Politik der letzten Tage fallen dann wohl in die Rubrik "Wahlkampfgetöse" und Populismus-Taktik...:)

Hier noch ein Zeitungsausschnitt aus der Hannoverschen Neuen Presse von gestern:

"...Am Montag waren als letzte der vier Kaufinteressenten Manager der holländischen Heineken-Gruppe mit großem Stab auf Informationsbesuch bei Gilde. Die Angebote müssen von der ABN Amro-Bank bewertet und am Donnerstagabend dem Gilde-Aufsichtsrat auf dem Tisch liegen. Am Freitag ist die Hauptversammlung.

Im Rennen neben Heineken: Interbrew (Belgien), South African Brewery und Carlsberg (Dänemark). Wer den Zuschlag kriegt, ist nach NP-Informationen offen. „Eine Vorfestlegung gibt es nicht”, so die Einschätzung mehrerer Aktionäre..."

Die nächsten Tage werden also äußerst spannend! Fakt ist aber wohl, daß man bei einem Preis von 530 Euro je Aktie und der Aussicht auf einen Übernahmekampf nicht viel falsch machen kann.

Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei nur 254 Mio. Euro...
Interbrew, Heineken, SAB Miller
interested in Germany`s Gilde -
report


Interbrew SA, Heineken NV and SAB Miller PLC are
interested in taking stakes in Gilde-Gruppe, after the
Hannover based brewer was put up for sale by its owner
Brauergilde Hannover AG, Boersen-Zeitung reported,
without citing sources.

Gilde, which produces the Hasseroeder and Wolters
brands, has an annual beer output of 4.4 million hecto
litres, and is one of Germany`s five largest beer
producers.

Yesterday, Gilde board member Michael Beck said it is
now to be expected Gilde`s owners will sell out to foreign
buyers so that they can make a rapid tax free gain.

"It will be difficult to avoid this. It will certainly go this way,"
he said.

Beck said no formal offer has yet been made for Gilde,
which is valued at 500 million euro, and there are as yet
no concrete negotiations in progress.

Following the sale of Bremen`s Beck & Co to Intebrew for
1.7 billion euro, the German beer market still remains
largely unexploited by the foreign majors, who now
consider it too important to ignore, the paper said.

© AFX News

Story filed: 08:56 Tuesday 5th November 2002
Hannover - Nachrichten
Ministerin sagt Treffen ab:
Der Streit um den geplanten Verkauf des Gilde-Konzerns an einen ausländischen Biermulti spitzt sich zu.


Gestern sagte Wirtschaftsministerin Susanne Knorre kurzfristig ein für den Dienstagabend angesetztes Treffen von Landesregierung und Stadt mit den Aktionären der Brauergilde Hannover AG ab. Die inhaltliche und personelle Vertraulichkeit der Veranstaltung sei nicht gewährleistet, begründete Knorres Ministerium die Absage. Zeitungen hatten gestern über den Ort des Treffens berichtet. Zuvor hatte Ministerpräsident Sigmar Gabriel das Gespräch als Teil seines Engagements für die Gilde angekündigt.

Viele Aktionäre der Brauergilde, die 85,43 Prozent an der Gilde-Gruppe (Hasseröder, Gilde, Wolters) hält, seien stark verunsichert und fühlten sich zudem von den Medien bedrängt, sagte Knorre. Daher sei zu befürchten, dass das Treffen ohne Ergebnis geblieben wäre. Es wurde aber auch spekuliert, dass zu dem Treffen ohnehin nur wenige Aktionäre gekommen wären und die kurzfristige Absage einem möglicherweise enttäuschenden Verlauf zuvorkommen sollte. Knorre möchte jetzt in Einzelgesprächen möglichst viele Anteilseigner der Brauergilde überzeugen, nur an den „besten Besitzer“ zu verkaufen. Das sei vielleicht nicht der meistbietende Interessent, aber einer, der den Erhalt der Standorte und der Arbeitsplätze garantiere.

Wie aus Kreisen der Brauergilde zu hören war, distanzieren sich inzwischen viele Aktionäre von dem Alleingang der früheren Gilde-Vorstände Gerhard Nienaber und Steffen Lorenz. Sie sollen, wie berichtet, auf eigene Faust bei den beiden Bierkonzernen Interbrew und Heineken gewesen sein, um sie für einen Kauf der Gilde zu interessieren. Bis Donnerstagabend werden alle konkurrierenden Unternehmen Gebote abgeben. Am Freitag sollen die Brauergilde-Aktionäre auf einer Hauptversammlung darüber entscheiden.

Dort wird Finanzdezernent Stephan Weil für die Stadt, mit rund zehn Prozent größte Aktionärin der Brauergilde, voraussichtlich gegen eine Satzungsänderung stimmen, die den Verkauf erst möglich macht. Das Votum dafür soll ihm die morgige Ratsversammlung geben. Unterdessen hat der Bahlsen-Konzern seinem Betriebsrat untersagt, Unterschriften gegen den Gilde-Verkauf zu sammeln. „Angeblich, weil es eine parteipolitische Aktion sei“, sagte Klaus Twesten, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten. Er wies den Vorwurf zurück.


Veröffentlicht 12.11.2002 20:13 Uhr
Wer ist denn überhaupt noch gegen den Verkauf?

Eine Standortsicherung sollte kein Hindernis sein. Welcher Konzern kann es sich leisten, eine Akquisition für viel Geld zu tätigen und dann einen nicht unbeträchtlichen Teil davon dicht zu machen? Da der Bierverbrauch wieder ansteigt, kann man ohnehin nicht auf das Personal verzichten. Überzählige Mitarbeiter sollten nicht an Bord sein bei der hohen Profitabilität, besonders in dieser Branche.

CU, goldmine
Auch wenn die Stadt beschliessen sollte, gegen eine Satzungsänderung zu stimmen, dürfte dies unerheblich sein. Die erforderliche Mehrheit dürfte auf jeden Fall zusammen kommen, es sei denn die Satzung der Braugilde sieht andere Regelungen vor als das Aktiengesetz.

Gruss

Kaderli
Hannover - Nachrichten
Schicksal der Gilde entscheidet sich
Die verkaufswilligen Aktionäre der Brauergilde geraten immer stärker unter Beschuss.


Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) hat am Mittwoch noch einmal schweres Geschütz aufgefahren. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert, kritisierte Gabriel in aufgeheizter Stimmung bei der Betriebsversammlung der Gilde-Brauerei die ehemaligen Gilde-Vorstände Gerhard Nienaber und Steffen Lorenz, die den bevorstehenden Verkauf von langer Hand vorbereitet haben sollen. Es ist unmoralisch, was die beiden machen, rief Gabriel den rund 400 Mitarbeitern aus Hannover, Braunschweig und Wernigerode zu, die mittlerweile nur noch wenig Hoffnung haben, den Verkauf verhindern zu können.

Am Freitag soll die gesamte Struktur des Unternehmens zerschlagen werden, die es in der Vergangenheit stark gemacht hat, warnte der Ministerpräsident mit Blick auf die bevorstehende Aktionärsversammlung und erntete entsprechend heftigen Applaus der Mitarbeiter. Die Landesregierung habe darüber nachgedacht, mit einem Bieterkonsortium die Gilde zu erwerben, sagte Gabriel. Jedoch wäre dies nur bei einem Verkauf zum Marktpreis möglich gewesen. Die nun geschätzten 450 Millionen Euro seien hingegen ein Phantasiepreis, der dem Steuerzahler nicht zu vermitteln gewesen wäre.

Wie Gabriel sprach sich in der eineinhalbstündigen Versammlung auch Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg noch einmal gegen den Verkauf aus und appellierte an die Heimatverbundenheit der Aktionäre. Schmalstieg kritisierte auch, dass bereits alle Bücher der Gilde für die Interessenten geöffnet würden. Das Unternehmen zieht sich schon bis aufs Hemd aus. Sollte es unerwartet doch zu einer Ablehnung des Verkaufs kommen, gebe es schwerwiegende Wettbewerbsnachteile.

Auch Landtagspräsident Rolf Wernstedt stärkte dem unermüdlich kämpfenden Gilde-Betriebsratschef Werner Brünig den Rücken und bezeichnete die Vorgänge um die Gilde als ziemliche Schweinerei. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Franz-Josef Möllenberg, forderte die Mitarbeiter auf, zur Hauptversammlung zu gehen. Die Aktionäre sollen euch in die Augen schauen, sagte er. Mittlerweile sind mehr als 30.000 Unterschriften gegen den Verkauf gesammelt worden.

Unterdessen hat sich gestern der belgische Bierkonzern Interbrew zu Wort gemeldet, einer der drei Kaufinteressenten. Interbrew-Sprecher Corneel Maes beschrieb die lokalen Brauereien als das wichtigste Standbein seines Konzerns. Bei Übernahmen von Brauereien sei es nicht das Ziel, diese zu schließen, sondern vielmehr, deren Marktposition auszubauen. Einzig die Rentabilität sei entscheidend für die Zukunft einer Brauerei.
Gilde: Kaum noch Hoffnung

Countdown bei der Gilde: Mit scharfen Attacken auf verkaufswillige Aktionäre warnten Ministerpräsident Sigmar Gabriel und OB Herbert Schmalstieg nochmals eindringlich vor einem Ausverkauf des Unternehmens.

Am Freitag entscheidet die Hauptversammlung der Brauergilde über die Satzungsänderung, die den Weg für Veräußerungen an Großaktionäre freimachen soll. Donnerstagabend tagt der Aufsichtsrat.

Es gibt keinen Grund, sich von den Aktien zu trennen“, schimpfte OB Herbert Schmalstieg vor den Gilde-Mitarbeitern in der vollbesetzten Brauereikantine: „Und das betreiben Leute, die früher ständig das Wort Tradition im Mund geführt haben.“ Von „Verrat“ sprach Betriebsratschef Werner Brünig.

„Wer immer das Unternehmen übernimmt, den interessiert der Standort nur noch am Rande“, so der OB. Er sehe mit Sorge, dass sich die Gilde im Bieterverfahren vor Konkurrenten „bis aufs Hemd ausgezogen“ habe: „Hanebüchen!“

Mit Blick auf Ex-IHK-Chef Steffen Lorenz, neben Gerhard Nienaber einer der Hauptdrahtzieher eines Verkaufs, kennt Ministerpräsident Sigmar Gabriel keine Zurückhaltung mehr: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.“ Gabriel: „Hier soll alles rasiert werden, was das Unternehmen erfolgreich gemacht hat. Dagegen müssen wir uns wehren.“

Das Gefährliche, so Gabriel, seien die „Fantasiepreise“, die für Gilde-Aktien geboten würden – 100.000 Euro über dem Marktpreis. „Das Geld muss doch nachher irgendwie wieder hereingeholt werden.“ Das laufe dann über Synergien, Zusammenlegungen, Ausgliederungen. Das Land habe keine Möglichkeit gesehen, bei solchen Preisen ein Bieterkonsortium auf die Beine zu bringen.

„Was hier passiert, ist eine ziemliche Schweinerei. Wir haben kein Interesse, unsere 4,6 Prozent der Aktien zu verkaufen, wir werden gegen eine Satzungsänderung stimmen“, kündigte Landtagspräsident Rolf Wernstedt an.

Der Landtag verstärkt damit die Truppen der Verkaufsgegner um Stadt, Stadtsparkasse und andere. Ob das reicht? Fest zu diesem Kreis werden bisher etwa 30 Prozent der Anteilseigner gerechnet. In Einzelgesprächen kämpfen Stadt und Land um jede Stimme. Die Arbeitnehmer machen Druck, wollen mit drei Bussen zur Hauptversammlung im HCC fahren.

Aufsichtsratschef Ernst August Schrader wies im Gespräch mit der NP den Eindruck zurück, es gehe um den höchsten Erlös: „In der Ausschreibung steht, dass Standort- und Beschäftigung für uns bei der Bewertung Präferenz haben.“
Diese Hetzkampagne der niedersächsichen und hannoverschen Politiker(unterstützt von der gesamten Presse in Hannover) zur Einschüchterung der Aktionäre und deren Beeinflussung bei der Stimmenabgabe ist empörend.

Natürlich sind die Sorgen der Belegschaft zu verstehen, aber unbegründet.
Gegenüber den internationalen Brauereiriesen, die jetzt auf den deutschen Markt drängen, ist die Gilde-Gruppe ein kapitalschwacher Zwerg, mag sie auch aus niedersächsischer Sicht als groß und stark erscheinen. Sie hat ohne Zweifel langfristig keinerlei Überlebenschance. Hierüber sind sich alle Fachleute längst einig.
Der Fortbestand der Gruppe kann nur gesichert werden, wenn rechtzeitig ein starker Partner aufgenommen wird.
Wer von den " politischen"Aktionären ( Stadt, Land , Landtag, Stadtsparkasse etc- die Gruppe von ca. 30%, die lt Gabriel gegen den Verkauf stimmen werden) kann größere Kapitalerhöhungen mitmachen, die in der Zunkunft dringend notwendig sein werden?? Die haben doch alle kein Geld dafür!!
Und die "privaten" Aktionäre müssten hierzu ggf. andere Aktien verkaufen und dabei riskieren in die Steuerpflicht zu kommen, wenn sie diese nicht länger als 5 Jahre (falls die Spekulationsfrist derart verlängert wird)halten.

Es ist ganz stark zu vermuten, dass die Leute, die am lautesten " Arbeitsplätze, Standort, Tradition" rufen doch nur "Posten, Einfluß, Wählerstimmen" meinen.

Der Schaden, die diese Leute anrichten, weitet sich immer mehr aus!!
Eigentum verpflichtet! Aber die Eigentumsverpflichtung fordert auch, zu reagieren auf sich wandelnde Marktverhältnisse ,um Standort- und Arbeitsplatzverluste zu vermeiden.
Die Zementierung von Traditionen um ihrer selbst willen wäre verantwortungslos und würde den wirtschaftlichen Erfolg nicht fördern, eher drosseln.
Das mußte mal gesagt werden.

ms
@ muschelsucher,
ich kann die Aktionäre der Gildebrauerei verstehen, wenn sie bei diesen zu erwartenen Gewinnen verkaufen werden.
Aber deine aussage das die Gildebrauerei ein kapitalschwacher Zwerg ist, ist gelinde gesagt hirnrissig und falsch. Ebenso das sie keine Überlebenschance hätte.
Immerhin ist sie in Niedersachsen die Nr. 1 und gehört in Deutschland zu den Top 8 !!!
Im Jahre 2001 machte sie einen Gewinn von 20 Mio. nach Steuern. Also rede nicht so ein Scheiß, wenn du keine Ahnung hast.
Gruß Dylan
Gilde ist die deutsche Bieraktie mit der stärksten Bilanz m.E.
Auf den HVs um 1997 herum wurde mehrfach von der Verwaltung betont, daß der Börsenkurs allein schon von Hasseröder gedeckt sei
(vgl. Nebenwerte-Magazin)
Einziger Kritikpunkt meinerseits:
warum ist die Tochter Hofbr. Wolters nicht auch am Montag letzter Woche und heute mitausgesetzt worden?
Schlafmützigkeit?
Der Kurs ist heute und morgen ausgesetzt. Montag wird der Handel wieder aufgenommen.

Morgen wird es im Anschluß an die a.o.HV der Brauer Gilde ab ca. Uhr 15.00 eine PK der Brauer Gilde in H. geben, auf der eine wichtige Entscheidung über die Gilde Brauerei bekannt gegeben wird.

Dann wissen wir etwas mehr.

CU, goldmine
Kann mir mal jemand erklären, wo man im Internet alle hiesigen Kursaussetzungen findet?
Bei www.vwd.de und www.exchange.de steht z.B. nix.
Danke vorab

Was Hofbr. Wolters angeht, ist der Absturz nach 2000 angesichts des bestehenden B&G-Vertrages m.E. unerklärlich,
heute waren bei steigenden Kursen gute Umsätze in Hannover.
Gilde: Doppelter Streit um den Verkauf

Gilde, Gilde, Gilde: Der Rat beschloss am Donnerstag eine Resolution gegen den Verkauf der Brauerei – und stritt stundenlang. Der Aufsichtsrat des Unternehmens tagte auch. Es ging um eine Verkaufsempfehlung.

In einer flammenden Rede kämpfte OB Herbert Schmalstieg für das Traditionsunternehmen Gilde: „Es geht nicht um das Wohl der Aktionäre, sondern um das Wohl der Beschäftigten.” Es sei „skandalös”, was einige wenige Aktionäre auf den Weg gebracht hätten.

Die CDU nutzte die Gelegenheit, um mit der Politik der rot-grünen Bundesregierung abzurechnen. Demonstrativ setzte sich der CDU-Fraktionschef Rainer Lensing eine Gilde-Mütze auf: „Wenn in einer Bundesregierung Chaos herrscht, darf man sich nicht wundern, wenn es kein Vertrauen gibt.”

Die CDU kritisierte die geplante Besteuerung von Aktiengewinnen. SPD-Fraktionschef Klaus Huneke hielt dagegen, dass es sich um ein vorgeschobenes Argument handele. Die Überlegungen, Gilde-Anteile zu verkaufen, seien schon viel älter. Die CDU beharrte in ihrem Antrag auf dem bundespolitischen Seitenhieb.

Da die Verwaltung auch eine Resolution aufgesetzt hatte, ging es darum, sich auf ein Papier zu einigen. Grünen-Chef Lothar Schlieckau beschwor das Plenum: „Wir brauchen ein einstimmiges Votum.”

Daraus wurde nichts. Alle Fraktionen außer der CDU stimmten für die Resolution der Stadt. Das CDU-Papier wurde abgeschmettert. OB Schmalstieg betonte noch einmal, dass im Frühjahr 95 Prozent der Gilde-Aktionäre gegen einen Verkauf von Firmenanteilen gestimmt hatten. Laut einem Wirtschaftsgutachten sei die Brauerei wirtschaftlich völlig gesund.

Am Ende der Gilde-Debatte rief Rainer Lensing ins Forum: „Die wollen verkaufen.” Er meinte damit die Vertreter der Stadt. Die Stadt Hannover hält zehn Prozent an der Brauerei. Eine Begründung für diese Spekulation gab es gestern allerdings nicht.

Der Aufsichtsrat der Brauergilde beriet Donnerstagabend über die vorliegenden Angebote der kaufwilligen Biermultis. Ergebnisse waren bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht bekannt. Strittig war offenbar, ob der Aufsichtsrat gestern überhaupt eine Verkaufsempfehlung abgeben durfte. Verkaufsgegner argumentierten, dass der Aufsichtsrat damit gegen die gültige Gilde-Satzung verstoßen würde. Sie schließt den Besitz von mehr als fünf Prozent der Anteile bisher aus.

Über eine Änderung wird erst am Freitag in der Gilde-Hauptversammlung entschieden. Beobachter erwarten eine „beinharte Auseinandersetzung”.
Hannover - Nachrichten
Wer schluckt die Gilde?
Heute könnte der Tag der Entscheidung für die Brauergilde werden. Bei der Aktionärsversammlung soll die Satzung geändert und der Weg frei für den Verkauf gemacht werden. Während der Rat der Landeshauptstadt gestern noch versuchte, die Aktionäre mit einer Resolution umzustimmen, stehen die potenziellen Käufer bereits in den Startlöchern.

Gestern Abend tagte der Aufsichtsrat hinter verschlossenen Türen, um die weitere Strategie zu beraten

Die Belgier

Der belgische Brauereikonzern Interbrew galt bis zuletzt als Favorit unter den Bietern. Da es die Interbrew mit aller Macht auf den deutschen Biermarkt zieht, wurde auch erwartet, dass sie für die Gilde tief in die Tasche greifen würde. Erst im vergangenen Jahr hat Interbrew die Bremer Traditionsmarke Beck‘s und die Diebels-Brauerei übernommen. Und die Belgier waren bisher die Einzigen, die sich öffentlich in Hannover äußerten.

Interbrew-Sprecher Corneel Maes teilte am Mittwoch mit, dass sein Unternehmen kein Interesse an der Schließung von Brauereien hat. Vielmehr würde der Konzern seine Strategie fast vollkommen auf lokale Biermarken ausrichten. Eine Standortgarantie für die Gilde wollte Maes allerdings genauso wenig geben, wie sich überhaupt zu den Vorhaben des Unternehmens in Hannover äußern.

Interbrew kann auf eine noch längere Tradition als die Gilde zurückblicken, Das Unternehmen begann im Jahr 1366 mit einer Brauerei in Leuven. Interbrew selbst entstand allerdings erst 1987 durch die Fusion zweier belgischer Großbrauereien. Seitdem hat sich das Unternehmen zur Nummer drei im weltweiten Biergeschäft entwickelt. Die Hauptmarken sind Stella Artois und Beck‘s, zudem gehören 220 Marken aus 20 Ländern zum belgischen Bierkonzern. Mehr als 37.000 Mitarbeiter arbeiten für Interbrew.


Die Südafrikaner

Für SAB-Miller würde die Übernahme der Gilde den Einstieg auf den deutschen Markt bedeuten. Denn bislang hat der Bierkonzern mit Sitz in London vergeblich in Deutschland mitgeboten und ist beispielsweise im vergangenen Jahr der Interbrew beim Werben um Beck‘s unterlegen. Allerdings war dies noch bevor die South African Breweries (SAB) im Mai dieses Jahres die amerikanische Miller Brewing Company übernahmen. Denn seit Mitte des Jahres ist die neue Gesellschaft SAB-Miller zur Nummer zwei im weltweiten Biergeschäft aufgestiegen.

„Kein Kommentar”, heißt es bislang aus London zu einer möglichen Übernahme der Gilde. Die hannoversche Brauerei würde jedoch genau in das Sortiment von SAB-Miller passen. Und auch bei der Gilde-Belegschaft wird SAB-Miller als Favorit gehandelt. Denn bislang beschränken sich die in Europa erworbenen Biermarken auf Osteuropa. SAB-Miller gehört Pilsner Urquell in Tschechien, ist aber auch in Polen, Ungarn, Rumänien, der Slowakei, Russland, China, Indien und in Afrika gut positioniert. Allerdings soll der Konzern auch Interesse an der Holsten-Brauerei haben, die wiederum an Gildes Wolters-Brauerei interessiert sein soll.

SAB-Miller besitzt 111 Brauereien in 24 Ländern und beschäftigt 38.000 Mitarbeiter. Gegründet wurde das Unternehmen 1895 in Südafrika, hat seine Zentrale aber seit 1999 in London.



Die Holländer

Der holländische Biergigant ist im Februar dieses Jahres bei der Münchener Schörghuber-Gruppe eingestiegen und hat damit für einen Paukenschlag auf dem deutschen Biermarkt gesorgt. Denn über Schörghuber ist Heineken nun unter anderem an den Marken Paulaner, Kulmbacher und Hacker-Pschorr beteiligt und erstmals mit deutschen Marken auf dem deutschen Markt positioniert.

Weltweit sind die Amsterdamer Brauer hinter SAB-Miller und Interbrew die Nummer vier unter den Bierkonzernen. Dabei wird bei der internationalen Ausdehnung des Konzerns, der sich über alle Kontinente erstreckt, vor allem auf die beiden Spitzenmarken Heineken und Amstel gesetzt. Interessant wären für Heineken also vor allem die Vertriebswege der Gilde. Bislang gab es aber aus Amsterdam keinen Kommentar zu Kaufabsichten.

Gegründet wurde Heinken 1592 in Amsterdam, doch mittlerweile wird die Biermarke nicht nur rund um die Welt in mehr als 170 Ländern verkauft, sondern auch fast überall produziert. Damit gilt Heineken als die internationalste aller Biermarken. Weltweit arbeiten mehr als 40.000 Mitarbeiter für den Bierkonzern. Bislang liegen die Hauptabsatzmärkte in den USA, Spanien, Frankreich, Italien, Thailand und Kanada. Und auch die Gewinn- und Umsatzkurven der Holländer zeigen stetig nach oben.
Die Gilde ringt um ihre Zukunft

Drei Bierkonzerne wollen die Gilde-Brauerei kaufen – ob die Aktionäre auf der heutigen Versammlung aber entscheiden, welcher Bieter den Zuschlag erhält, ist offen. Brauergilde-Aufsichtsratschef Ernst-August Schrader sagte, es werde auf jeden Fall eine Entscheidung geben.

Dagegen hatte in der vergangenen Woche der dreiköpfige Vorstand der Brauergilde um Michael Beck in einem Brief an die Aktionäre betont, es gehe zunächst darum, die Angebote der Bieter vorzustellen. Anschließend soll die Meinung der Aktionäre abgefragt werden. „Selbstverständlich wird es zu dieser Frage keine formale Abstimmung geben, da ein entsprechender Tagesordnungspunkt nicht angekündigt war“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Bleibt es bei dieser Einschätzung, steht auf der Versammlung die Frage einer neuen Satzung im Mittelpunkt. Inzwischen wurde auch bekannt, dass der Vorstand der Brauergilde noch im Oktober empfohlen hatte, die für einen Verkauf notwendige Satzungsänderung abzulehnen. Die früheren Gilde-Chefs Steffen Lorenz, Gerhard Nienaber und weitere Aktionäre wollen mit einem Antrag heute erreichen, dass jeder einzelne Anteilseigner in Zukunft mehr als fünf Prozent der Aktien besitzen dürfen. Der Vorstand lehnte das ab: Nur mit der Fünf-Prozent-Klausel sei die „drohende Beherrschung der Gesellschaft durch einzelne Aktionäre“ zu verhindern. Eben dies aber wollen die Aktionäre ermöglichen, die die Traditionsbrauerei verkaufen wollen. Immer noch im Gespräch ist dabei ein Verkaufspreis von 450 Millionen Euro.

Einen Tag vor dem Aktionärstreffen in der Stadthalle appellierte die Ratsmehrheit gestern an die Aktionäre, in der heutigen Eigentümerversammlung gegen eine Änderung der Satzung zu stimmen. Die CDU scherte aus der Gemeinsamkeit aus, weil sie die Steuerpolitik der Bundesregierung in dem Appell unterbringen wollte.

Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg kritisierte gestern erneut, dass Konkurrenten der Gilde schon die Bücher des Unternehmens einsehen durften, ohne dass die Grundlage für einen Verkauf – die Aufhebung der Sperrklausel – existiere. Lorenz und Nienaber hätten schon seit November vergangenen Jahres den Verkauf in einer Art und Weise vorangetrieben, dass „mir schlecht wird“.

Offenbar will Stadtkämmerer Stephan Weil (SPD) auf der Aktionärsversammlung heute Morgen besonders auf rechtliche Probleme im bisherigen Ablauf des Verkaufsverfahrens hinweisen und sich damit gegen eine Satzungsänderung stemmen. Bis in den späten Abend tagte am Freitag der Aufsichtsrat der Brauergilde, um sich ein Bild von den vorliegenden Angeboten zu machen. Bis Redaktionsschluss lag noch kein Ergebnis dieser Zusammenkunft vor.
Warum ist eigentlich die Gilde-Tochter Hofbräuhaus Wolters AG (607480) nicht ausgesetzt worden?

Der Kurs konnte gestern und heute mit relativ großen Umsätzen bereits zulegen.

Die Wolters-Aktionäre könnten angesichts der niedrigen Börsenbewertung großer Gewinner des Gilde-Deals sein.

Holsten hat in den vergangenen Tagen bereits Interesse an Wolters angemeldet...

Es gibt nur 50.000 Aktien, davon sind 44500 im Besitz der Gilde AG.

Weiteres folgt.
News
AKTUELLE REUTERS-NEWS


15/11/2002 15:27
Gilde-Aktionär - Mehrheit stimmt für Gilde-Verkauf an Interbrew~

Hannover 15. Nov (Reuters) - Die hannoversche
Traditionsbrauerei Gilde [LABG.GER] soll nach dem Willen der
Mehrheit ihrer Aktionäre an den belgischen Brauriesen
Interbrew verkauft werden.
Auf der Aktionärsversammlung des Gilde-Hauptaktionärs
Brauergilde Hannover AG habe eine Mehrheit von gut 60 Prozent am
Freitag für den Verkauf gestimmt, erfuhr Reuters nach dem
Treffen aus dem Kreis der Anteilseigner in Hannover. Details zu
der geplanten Veräußerung sollten nun bis zum 29. November
verhandelt werden.
Interbrew wolle eine Mehrheit von 51 Prozent erwerben, hieß
es. Die Angebote des niederländischen Bieters Heineken
sowie der britisch-südafrikanischen Brauerei SAB Miller
seien dagegen nicht zum Zuge gekommen. Deren Interesse an der
hannoverschen Brauerei war vor zwei Wochen von Gilde bestätigt
worden. Heineken und SAB hatten sich bislang indes nicht
offiziell dazu geäußert.
amr/zap
51% an Gilde Bräu wären ca. 60% an der Obergesellschaft Brauer Gilde. Oder ist die Brauer Gilde gemeint? Dann hätte Interbrew zunächst nur ca. 43,5% an Gilde Bräu.

Inwieweit sind die freien Aktionäre davon betroffen?

CU, goldmine
Gilde: Mehrheit der Aktionäre stimmt für Verkauf an Interbrew

Der belgische Brauerei-Konzern Interbrew kann bei der hannoverschen Gilde-Brauerei einsteigen. Die Aktionäre der hannoversche Traditionsbrauerei Gilde hat dafür am Freitag grünes Licht gegeben.

Die Aktionäre der Brauergilde AG machten am Freitag auf ihrer Hauptversammlung mit der Abschaffung der Stimmrechtsbeschränkung den Weg frei für den Verkauf, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Ernst-August Schrader. Interbrew bietet den Aktionären der Brauergilde AG je 5000-Euro-Aktie 275.000 Euro, für die mit halbem Nennwert die Hälfte. 61,5 Prozent der Aktionäre sind bereit, ihre Anteile zu verkaufen.

Auf der Aktionärsversammlung des Gilde-Hauptaktionärs Brauergilde Hannover AG habe soll eine Mehrheit von gut 60 Prozent für den Verkauf gestimmt haben. Details zu der geplanten Veräußerung sollten nun bis zum 29. November verhandelt werden.


Interbrew wolle eine Mehrheit von 51 Prozent erwerben, hieß es. Die Angebote des niederländischen Bieters Heineken sowie der britisch-südafrikanischen Brauerei SAB Miller seien dagegen nicht zum Zuge gekommen. Deren Interesse an der hannoverschen Brauerei war vor zwei Wochen von Gilde bestätigt worden. Heineken und SAB hatten sich bislang indes nicht offiziell dazu geäußert.
Sofern die Aktienzahl 1.900 für die Brauer Gilde stimmt, wären das € 522,5 Mio für 85,43% an der Gilde Bräu, die damit € 611,6 Mio oder € 1.274 pro Aktie wert wäre.

CU, goldmine
Für 100% der Braugilde werden 492 Mio. EURO geboten. Die Presseerklärung spricht dann weiterhin von einem gesamten Kaufpreis für Gilde Brauerei von 575 Mio. EURO. Dies sind also rund 1.200 EURO je Aktie der Gilde Brauerei.

Bedingung ist, dass mindestens 50,1 Prozent der Aktionäre der Braugilde das Angebot akzeptieren.

Gemäß dem Übernahmegesetz wird es ein Abfindungsangebot geben, so die Presseerklärung.

Glückwunsch allen Gilde Aktionären. Das war ein Kursgewinn mit Ansage.

Gruss

Kaderli
Interbrew, The World`s Local Brewer©, is pleased to announce that the Management Board and Supervisory Board of Brauergilde Hannover AG have decided to support the offer of Interbrew Deutschland Holding for up to 100% of the issued shares of Brauergilde Hannover AG, located in Lower-Saxony (Germany), which itself owns 85.4% of Gilde Brauerei AG. The offer is conditional upon Interbrew acquiring at least 50.1% of the shares of Brauergilde Hannover AG and on obtaining clearance by the relevant competition authorities.
During the Extraordinary General Assembly of the shareholders of Brauergilde Hannover AG, held today in Hannover, important resolutions have been adopted to modify selected articles of the company`s by-laws. This was a necessary step for the offer to go through. Also, a majority of the shareholders of Brauergilde Hannover AG, who were present at the Assembly, have expressed their support for Interbrew`s offer.

The value of 100% of the shares of Brauergilde Hannover AG is 523 million euro, based on today`s offer price to the shareholders of Brauergilde Hannover AG (275,000 euro per share of 2,500 euro nominal value and 137,500 euro per share of 1,250 euro nominal value). Taking into account the value of treasury shares for 32 million euro, Interbrew would pay the public shareholders a total consideration of 491 million euro, should all shareholders decide to accept the offer.

Assuming control of Brauergilde Hannover AG has been attained, Interbrew Deutschland Holding will launch a mandatory offer for the remaining 15% of the outstanding shares (free float) of Gilde Brauerei AG, according to the German takeover act.

Therefore, the total equity value of both transactions is estimated at approximately 575 million euro. The equivalent enterprise value after adjustments for cash and non-operational real estate investments is 475 million euro.

Last year Gilde Brauerei had a net turnover of 271 million euro and 63 million euro of EBITDA on a German GAAP basis. Interbrew estimates that this would equate to approximately 55 million euro of EBITDA in 2001 on an IAS basis. Based on the above enterprise value and on an IAS adjusted EBITDA, the EBITDA multiple for the entire transaction would be 8.6x.


With a total market share of 3.7%, Gilde Brauerei is one of the most profitable and fastest growing brewers in Germany. It enjoys a unique position in the city of Hannover with its Gilde brand and its premium lager Hasseröder is amongst the leading brands in the North-Eastern part of Germany. Important local brands such as Gilde Ratskeller, Gilde Pilsener, Lindener Spezial and Wolters complement the brand portfolio. Total sales volume in 2001 was 4.5 million hectolitres.

The acquisition would create a perfect fit with Interbrew`s local platform in Germany and provide new opportunities to secure the brewery`s future development. The transaction would provide a portfolio focused on the Gilde and Hasseröder brands, which are fully complementary with Beck`s and Diebels.

"We are convinced that we can bring a lot of value to Gilde Brauerei." said Hugo Powell, Chief Executive Officer of Interbrew." This is a strong and profitable and well run brewery with outstanding brands. We look forward to work with all local constituencies to the benefit of the brewery, its employees and its local environment."




Interbrew - The World`s Local Brewer©
Interbrew, The World`s Local Brewer©, is a leading consolidator in the world beer industry. The company is headquartered in Belgium and employs over 37,000 people worldwide. The strategy of Interbrew, The World`s Local Brewer©, is to build strong local platforms in the major beer markets around the world. In the markets where it operates, Interbrew is respectful of the local heritage and tradition of the beer industry and helps the local management grow its business. "The World`s Local Brewer©" strategy is based on four pillars: first strengthening the local brands (in many cases market leader, such as Jupiler® in Belgium), thereafter introducing international premium and specialty brands including Stella Artois®, Beck`s®, Hoegaarden®, Leffe® and Bass® Ale. Finally, Interbrew brings considerable best practices to its local platforms and continues to develop the local operations both organically and through selective acquisitions. In total, more than 200 Interbrew brands are sold in over 120 countries. Visit web site www.interbrew.com for more information on Interbrew.



Contact details:

Corneel Maes
Vice President Corporate Communication
Tel: +32-16-31-57-69
Mobile: +32-475-92-27-69
Fax: +32-16-31-59-69
E-mail: corneel.maes@interbrew.com

Patrick Verelst
Vice President Investor Relations
Tel: +32-16-31-55-41
Fax: +32-16-31-57-13
E-mail: patrick.verelst@interbrew.com
Hier die Fact`s:

Gilde hat laut Einladung zur HV 2002 aus einem Bilanzgewinn von 12 Mio. EUR eine Dividende von 15 EUR je Aktie gezahlt - demnach hätte Gilde 800 000 Aktien!
Quelle: http://www.hv-info.de/showText.php4?docType=256&id=8012

Die Interbrew bietet für die Braugilde max. 523 Mio. EUR. Die Braugilde hält 85,4% (683200 Aktien) an der Gilde AG.

Also bietet Interbrew demnach indirekt ca. 765,50 EUR je Gilde Aktie!

Eine Abfindung der freien Gilde-Aktionäre hat Interbrew bereits angekündigt!
Kann jemand diese Berechnung bestätigen???
Nö, es sind 480.000 Aktien, die Dividende betrug € 25,-.

Das Abfindungsangebot hängt ab von
- Zustimmung von 50,1% der Brauergilde Aktionäre (61,5% haben bei der a.o.HV für einen Verkauf gestimmt - das sollte also bei diesen Konditionen sicher sein)
- Genehmigung des Kartellamtes. Sollte auch kein Problem sein, obwohl Interbrew bereits Beck´s und Diebels hat.

Dann wären ca. € 1.197 pro Aktie an die freien Aktionäre fällig - vielleicht rundet man ja auf. Bis zum 29. November soll alles ausverhandelt sein, das Kartellamt braucht sicher auch nicht lange.

CU, goldmine
Nö,die Dividende ist 15+10=25 Euro, gibt bei 480.000 Aktien 12 Mio Euro Dividendensumme.
Das mit den treasury-shares muß wohl einmal genauer erklärt werden. Sind das eigene Aktien der Brauergilde? Ich denke vor Handelsbeginn am Montag wird näheres zur Abfindung adhoc verlauten.
Okay - Gilde hat laut Geschäftsbericht (S.27 Passiva, gezeichnetes Kapital) von 2001 480000 Aktien (kann man auf der Homepage runterladen!)

Das bedeutet:

Die Interbrew bietet für die Braugilde max. 523 Mio. EUR. Die Braugilde hält 85,4% (409920 Aktien) an der Gilde AG.

Also bietet Interbrew demnach indirekt ca. 1275,85 EUR je Gilde Aktie!

Eine Abfindung der freien Gilde-Aktionäre hat Interbrew bereits angekündigt!
Goldmine,

ich komme auf denselben Betrag.

Hinsichtlich des Kartellamtes sind mit Sicherheit keine Probleme zu erwarten. Dazu ist der Marktanteil von Interbrew, auch incl. Gilde Brauerei, einfach zu klein.

Gruss

Kaderli
Hofbr. Wolters hat lt. Geschäftsbericht 30% EK-Quote.
Die Verbindlichkeiten machen 2,5% der Bilanzsumme aus.
Die Anlagen sind an Gilde verpachtet.
Der im Rahmen des B&G-Vertrages abgeführte Gewinn von 911.000 EUR entspricht 15% Netto-EK-Rendite.
Richtig kurios wird es im Anlagenspiegel.
Die Sachanlagen sind von brutto 55,8 Mio EUR auf netto 4,8 Mio EUR abgeschrieben.
Sind die alle aus den 70ern,
oder wie kommt das?
Je Aktie macht das rund 1000 EUR Abschreibung aus, was für erhebliche stille Reserven spricht.
Der englische Text ist evt. etwas mißverständlich.

Die treasury stocks sind eigene Aktien der Brauergilde, die zu 100% mit 523 Mio bewertet wird.

100% der Gilde Bräu sind danach ca. 612 Mio wert oder € 1.275 pro Aktie.

So sehe ich das nun auch. Um so besser.

CU, goldmine
Mist, wolle meine Bestand eigentlich noch vor der HV aufstocken. Leider haben die schon Do den Kurs ausgesetzt :O


Aber für die Abfindung gibts den hier: :D

Habt Ihr alle Akiten ?!?

Ciao Nick


P.S.: Ich hab 65 Stück. :yawn:
Nur zur Info, die Gildebrauerei ist heute an die Belgier, sprich Interbrew, verkauft worden. Die 5% Klausel aufgehoben.
Gruß Dylan
PS. Bin allerdings nicht unbedingt der Meinung, daß das den normalen Gideaktionär langfristig viel bringt. Aber das ist auch nur meine subjektive persönliche Meinung.:confused:
Huch, langfristig wird es wohl nicht mehr so viele "normale" Gildeaktionäre geben :-))

Sieht der Übernahme-Kodex eigentlich nochmal vor, dass allen Aktionären die gleiche Summe pro Aktie geboten werden muss ?!?!?!? Wie war das nochmal ??

Ciao Nikolas
@Big Nick,
genau das ist ja das Problem, Interbrew hat nun das sagen bei der Gildebrauerei, was interessiert die Belgier der normale Aktionär? Sie sind doch nicht unbedingt daran interessiert die Brauerei Gilde als ganzes zu erhalten, sondern sich die Filetstücke herauszuschneiden. Sprich hauptsächlich Hasseröder! Soweit ich informiert bin, habenm sie zwar die Zusage gegeben den Standort die nächsten 4 Jahre zuerhalten, aber was bedeutet das schon? Sie haben Becks in Bremen gekauft und irgenwann werden, wo auch immer die Standorte zusammengelegt. Poduktionsstätten sind in Wernigerode (Hasseröder) auch besser auszubauen, da genug Hinterland, im Gegensatz zu Hannover, vorhanden. Meiner Meinung nach wird die Gildebrauerei eines Tages eine kleine regionale Brauerei sein, wie die Herrenhäuser, ohne große Bedeutung. Alles andere ist Augenwischerei, nur meine persönliche Meinung. Und was interessiert die Belgier, hannoversche Arbeitsplätze oder die Aktionäre. Aber von mir aus kann das jeder anders sehen, ist nur meine Meinung.
Gruß Dylan
Die bELgier werden 100% kaufen, dann gibts keine anderen aktionäre mehr, auf die Sie Rücksicht nehmen müssten...

Hasseröder u. Becks werden ausgebaut und auch international vermarktet. Ich als Bremer war zwar auch ein bisschen traurig, als Becks verkauft wurde, aber vielleicht liegt auch eine Chance darin...

Außerdem sind Belgier doch auch keine Unmenschen. Mir ist Belgien so als Land usw. auch nicht unsympatisch. Wir haben auch Freunde in Bruessel.

Naja, soweit, Ciao Nick
Sie haben, zwar nicht 100%, aber weit über 70% gekauft!!
Also was interessiert sie da noch der normale Aktionär der Gildebrauerei??? Warum sollen sie nochmehr Geld ausgeben?
Für die restlichen 30% zwar auch noch, u.a. für die Anteile der Stadt Hannover, Nord LB und einiger verstreuter Aktionäre der Braugilde! Aber doch nicht für den Aktionär der Gildebrauerei!! Warum auch, sie haben das Sagen!
Das hat im übrigen nichts mit Sympathie oder Antisympathie gegenüber Belgien zutun, nur mit kaufmännischem Denken. Würde kein anderes Unternehmen, aus welchem Land auch immer, anders machen!
Ihr müßt die besondere Aktionärsstruktur der Gildebrauerei beachten! An die Aktie, die die Belgier jetzt kaufen, kam kein normaler Aktionär ran, sie waren verbunden, u.a. mit Immobilien und ähnlichem. Aber es sind die Aktien, die den Weg der Gildebrauerei bestimmen. Deswegen war ja bislang auch der Passus darin, das niemand mehr als 5% dieser Aktien besitzen durfte, um zu vermeiden, das wenige oder gar nur eine einzelne PÜerdson über den Weg der Gildebrauerei entscheiden kann. Dieses ist nun seit gestern Abend Vergangenheit! Den Weg bestimmt allein Interbrew!!!!
Aber träumt ruhig weiter, manchmal erfüllen sich ja auch Träume.
Gruß Dylan
Wir sollten die Emotionen einmal aus dem Spiel lassen.

Fakt 1 ist, dass Interbrew bereits in der Presseerklärung die Übernahme aller Aktien angekündigt hat, bzw. den Willen geäußert hat. Es wird laut Presserklärung ein Übernahmeangebot an die Aktionäre der Gilde Brauerei AG geben.

Fakt 2 ist, dass dies auch gemäß dem deutschen Übernahmegesetz erforderlich ist. Damit ist sichergestellt, dass bestimmte Mindesterfordernisse erfüllt werden. Ob es nun irgend welche juristischen Winkelzüge gibt, die ein geringeres Angebot als die durchgerechent rund 1.200 EUR je Aktie ermöglichen ist relativ egal. Selbst für diejenigen die in der vergangenen Woche zu rund 600 EUR je Aktie gekauft haben, ergibt sich ein wunderbarer Gewinn. Also Kollege Dylan, Neid ist hier wirklich fehlt am Platze.

Fakt 3 ist, dass auch die betriewbswirtschaftliche Logik für ein solches Angebot spricht. Ziel wird es sein einen Squeeze out anzustreben. Hierfür werden nur 10% der freien Aktien benötigt und 50,1% der Aktien der Braugilde. Streng genommen stellt sich die Lage für die Aktionäre der Braugilde, die nicht verkaufen viel schwieriger dar, denn Interbrew benötigt wie angeführt nur 50,1% der Aktien der Braugilde und 10% der freien Aktien. Nur nach dem Rausdrängen der Aktionäre können die Vertriebs- und Produktionswege mit Becks und Diebels optimal koordiniert werden.

Nein, nein. Der Kurs wird auf 1.200 EUR steigen. Vielleicht nicht gleich am Montag, aber im Laufe des kommenden Jahres.

Gruss

Kaderli
Lt. WpÜG muss der Gegenwert "angemessen" sein und mindestens dem Gegenwert der letzten 90 Tage vor Abgabe des Angebots entsprechen. Ausnahmetatbestände sind hier nicht erkennbar. Da es außer der Beteiligung an der Gildebrau keine weiteren wesentlichen Vermögensgegenstände gibt, dürfte die "Angemessenheit" eher am oberen Ende der Skala liegen.

Grüße

Peer Share
Wenn ich die Meldung in #43 richtig deute, wird es ein Kaufangebot für die
15 % aussenstehenden Gilde-Aktien geben. Aber wenn man das genau liest,
ergibt sich ein gesamter Transaktionswert von 575 Mio inkl. Kaufangebot.
Ohne Kaufangebot, also nur Brauergilde, 523 Mio.
Demnach wird das Kaufangebot für die 15 % Gilde-Aktien 52 Mio betragen.
Das wären nach meiner Rechnung 693 € pro Aktie , also weit entfernt von den
hier herumgeisternden 1200 €.
Wer hat Meinungen hierzu?
Bei der Berrechnung spielen die Treasury shares eine wichtige Rolle. Heribei handelt es sich offenkundig um eigene Aktien, die die Braugilde Hannover an sich selber hält. Diese sind herauszurechnen. Interbrew zahlt an die Aktionäre der Braugilde 491 Mio. EURO (die eigenen Aktien erhält sie damit gratis mit). Die wichtige Zahl ist der Equity Value und der beläuft sich auf 575 Mio. EURO. Daraus ergeben sich die EUR 1.200.

Gruss

Kaderli
@kaderli,
Neid:confused: , wo habe ich von Neid gesprochen.
Wünsche allen dicke Gewinne:) , nur ich persönlich kann daran bei der normalen Gildeaktie nicht sorecht glauben.
aber vielleicht hast du ja Recht. Wünsche es dir jedenfalls.
Das einzige was bisher 100% feststeht ist, das Interbrew für jede Brauergilde-Aktie 275.000 Euro geboten hat! Diese unter der Bedingung bis zum 29.11.02 mindestens 51 % dieser
Aktien in ihrem Besitz zuhaben. 61,5 % der Aktionäre sprachen sich für den Verkauf aus. Die Stadt Hannover u.a. dagegen. Sie wird am Montag eine Anfechtungsklage beim Landgericht einreichen. Mit der Argumentation, daß bei der nötigen Abstimmung für eine Satzungsänderung (5% Klausel)
nur 64% dafür gestimmt haben. Ihrer Meinung nach aber 75%
erforderlich gewesen wären. Ob die Klage aussicht auf Erfolg hat weiß ich nicht!
Aber wie auch immer, meiner Meinung nach hat dieses alles nichts mit der normalen Gildeaktie zutun. Vielleicht irre ich mich ja. Aber hier in Hannover sehen es viele so wie ich! Im übrigen wäre ich froh, wenn es wirklich so wäre, da ich auch ein paar normale Gildeaktien halte.:)
Gruß Dylan
Die restlichen 15% der Gilde Aktionäre bekommen nach erfolgreicher Übernahme der Braugilde auch ein Angebot: (siehe www.interbrew.com)

Brussels, 15 November 2002 - Interbrew, The World`s Local Brewer©, is pleased to announce that the Management Board and Supervisory Board of Brauergilde Hannover AG have decided to support the offer of Interbrew Deutschland Holding for up to 100% of the issued shares of Brauergilde Hannover AG, located in Lower-Saxony (Germany), which itself owns 85.4% of Gilde Brauerei AG. The offer is conditional upon Interbrew acquiring at least 50.1% of the shares of Brauergilde Hannover AG and on obtaining clearance by the relevant competition authorities.
During the Extraordinary General Assembly of the shareholders of Brauergilde Hannover AG, held today in Hannover, important resolutions have been adopted to modify selected articles of the company`s by-laws. This was a necessary step for the offer to go through. Also, a majority of the shareholders of Brauergilde Hannover AG, who were present at the Assembly, have expressed their support for Interbrew`s offer.

The value of 100% of the shares of Brauergilde Hannover AG is 523 million euro, based on today`s offer price to the shareholders of Brauergilde Hannover AG (275,000 euro per share of 2,500 euro nominal value and 137,500 euro per share of 1,250 euro nominal value). Taking into account the value of treasury shares for 32 million euro, Interbrew would pay the public shareholders a total consideration of 491 million euro, should all shareholders decide to accept the offer.

Assuming control of Brauergilde Hannover AG has been attained, Interbrew Deutschland Holding will launch a mandatory offer for the remaining 15% of the outstanding shares (free float) of Gilde Brauerei AG, according to the German takeover act.

Therefore, the total equity value of both transactions is estimated at approximately 575 million euro. The equivalent enterprise value after adjustments for cash and non-operational real estate investments is 475 million euro.

Last year Gilde Brauerei had a net turnover of 271 million euro and 63 million euro of EBITDA on a German GAAP basis. Interbrew estimates that this would equate to approximately 55 million euro of EBITDA in 2001 on an IAS basis. Based on the above enterprise value and on an IAS adjusted EBITDA, the EBITDA multiple for the entire transaction would be 8.6x.

With a total market share of 3.7%, Gilde Brauerei is one of the most profitable and fastest growing brewers in Germany. It enjoys a unique position in the city of Hannover with its Gilde brand and its premium lager Hasseröder is amongst the leading brands in the North-Eastern part of Germany. Important local brands such as Gilde Ratskeller, Gilde Pilsener, Lindener Spezial and Wolters complement the brand portfolio. Total sales volume in 2001 was 4.5 million hectolitres.

The acquisition would create a perfect fit with Interbrew`s local platform in Germany and provide new opportunities to secure the brewery`s future development. The transaction would provide a portfolio focused on the Gilde and Hasseröder brands, which are fully complementary with Beck`s and Diebels.

"We are convinced that we can bring a lot of value to Gilde Brauerei." said Hugo Powell, Chief Executive Officer of Interbrew." This is a strong and profitable and well run brewery with outstanding brands. We look forward to work with all local constituencies to the benefit of the brewery, its employees and its local environment."
Die Angaben in der Erklärung von Interbrew widersprechen sich etwas.

Wenn man nämlich von der Gesamtzahlung an Aktionäre von BG und GB ausgeht, die mit 575 Mio beziffert wurde, dann heißt das Abfindungsangebot für freie Aktionäre von € 1.197. Wenn man andererseits von den 523 Mio für BG gesamt inkl. eigener Anteile ausgeht, dann sind 100% der GB 612 Mio wert und die GB Aktie € 1.275.

Eine Zahl darunter ist aber aus der Erklärung nicht herauszulesen. Die höhere Zahl ist aber eigentlich direkt aus den Angaben für BG ableitbar, so daß ich weiter die € 1.275 herauslese.

CU, goldmine
Also zur Beruhigung aller, sollte der Deal mit Interbrew
über die Bühne gehen, wird von denen ein Angebot an alle Aktionäre kommen, welches über 800 Euro liegt.
Habe mich da noch einmal ein weng schlau gemacht, und korregiere hiermit meine Aussage.
Zur Klage, das ist eine reine Auslegungssache. Die 75% werden benötigt, wenn Unternehmenszwecke (das ist meiner Meinung ncht der Fall) oder Unternehmensziele (das könnte der Fall sein) geändert werden.
Gruß Dylan
@ Dylan:

Wo hast Du Dich denn am Samstag "schlaugemacht" ?!?
Wieso 800 Euro ?? Oder hast Du nur mal den englischen Aktikel übersetzt ;-)))

Wenn Du eine andere Quelle hast, würde es mich wirklich interessieren...

Ciao Nick
@ Big Nick,
direkt bei der Gilde, ein Freund von mir ist dort in maßgeblicher Position. Im übrigen @ Ahnung habe ich lediglich über 800 Euro gesagt. Deine 1200 Euro
halte ich eher für eine Illusion. Aber wer weiß. Allerdings
ist ja, so wie es aussieht, noch die Hürde der Klage da.
Soweit mir bekannt ist soll auch der sofortige Verkauf per einstweiiger Verfügung gestoppt werden. Im übrigen besitzt dieser Freund selbst 3 Aktien der Braugilde, insofern glaube ich diesen Infotmationen schon.
Gruß Dylan
@Big Nick,
hoffe sie bleiben dabei. Würde mich freuen.
Allerdings als Hannoveraner, so blöd es klingt, hoffe ich immer noch das der Verkauf an Interbrew irgendwie scheitert.ich würde mir wünschen SAB-Miller käme doch noch zum Zuge, bei denen gäbe es auch mehr Möglichkeiten auf die 75% Zustimmund zukommen. Selbst wenn dann etwas weniger Geld in die Kasse der Aktionäre käme. Aber das sehe ich, gebe ich zu, rein subjektiv als Hannoveraner. Wird wohl auch nicht dazu kommen.
Gruß Dylan
Hoffen wir mal auf die 1200 Euro, aber irgendwie kann einem schon schwanen, daß die freien Aktionäre möglicherweise über den Tisch gezogen werden sollen. Ich denke da an die Abläufe um Carl Schenck seinerzeit, als die Großaktionäre deutlich mehr bekamen, als die kleinen.
Hoffen wir mal, daß das neue Übernahmerecht die kleinen vor Winkelzügen ("Paketaufschlag") ausreichend schützt bzw. die Leute bei Interbrew fair vorgehen.
Hallo,
ich möchte mich noch mal kurz in die Diskussion einmischen und folgendes zu bedenken geben:
m.E. besteht ein großes Risiko, dass das Geschäft nicht zustande kommt und zwar aus folgenden Gründen:
obwohl über 60 % für den Verkauf gestimmt haben des ANWESENDEN Kapitals (das ist ein Unterschied zum Kapital der Gesellschaft!)ist nicht sichergestellt, ob diese Aktionäre auch ihre gesamtem Anteile verkaufen, Es besteht die Gefahr, dass etliche sich "Alibiaktien" behalten wollen und nur einen Teil verkaufen ,um zu Liquidität zu kommen, aber trotzdem sich nicht dem Kassemachenvorwürfen auszusetzen.
Die größere Gefahr droht von der schon vor der Hauptversammlung von der Stadt angekündigten Klage gegen die Änderung des " 5%-§"( auf der Hauptversammlung hatte der Stadtvertreter bereits Widerspruch zu Protokoll gegeben). Wobei ich nicht glaube, dass die Klage Aussicht auf Erfolg hat (die Gesellschaft hatte ein Rechtsgutachten zu diesem Punkt vorher anfertigen lassen!!). jedoch kann so die rechtzeitige Eintragung der Aufhebung der 5%Klausel ins Handelsregister verzögert werden. Und für diese hatte der Übernehmer eine bestimmte Frist als Vertragsbedingung genannt.
Ich möchte hier nicht würdigen, welch schädigendes Verhalten aus welchen Motiven seitens der politisch Verantwortlichen hier vorliegt und mir ist bekannt, dass es Aktionäre gibt, die, sollte der Vertrag daran scheitern, eine Prozeßlawine gegen die Stadt lostreten werden.
Doch das hilft uns aktuell nicht.
ms
@muschelsucher

die von Dir angeführte Gefahr sehe ich nicht. Denn wenn sich tatsächlich ergeben sollte, daß innerhalb der gesetzten Frist nur 49 % ihre Aktien hergeben sollten und dann eine nachfrist gesetzt wird, dann werden alle die, die noch ein paar behalten wollten ihre stücke auch andienen um ein Platzen des Deals zu verhindern (aus eigenem Interesse).
Unerträglich finde ich das Verhalten der Politiker, die wieder einmal mit dem Geld anderer marktwirtschaftliche Maßnahmen verhindern. Ich werde mich auf jeden Fall an etwaigen Schadensersatzprozessen beteiligen. So etwas ist ein Skandal. Wer finanziert denn deren Prozeßrisiko - der Steuerzahler !!!

Was mich interessieren würde, was für Kurse erwartet ihr für Montag bei Gilde
@smallcapexpert
Damit kann man nicht unbedingt rechnen, ich meine mit der Nachfrist, je nachdem wie stark dann das Interesse von Interbrew noch ist, wenn denen ein Knüppel nach dem anderen vor die Knie geworfen wird.
Aber selbst wenn, die Uhr tickt.. am 29.11.liegen die Zahlen vor und das Geschäft soll bis zum 30.12.02 abgewickelt sein. Und ob die bei einer schwebenden Anfechtungsklage nicht auch das Interesse verlieren wie die anderen Bieter??? Wer weiß.
Für SAB hatte der Rückzug mit dem Verhalten und den Drohungen von Klagen und Verzögerungen durch die Stadt zu tun.. und SAB hatte, soweit ich gehört habe ( wohlgesagt nur gehört) mehr bieten wollen!!
Ich muß leider sagen, ich bin ziemlich pessimistisch, allerdings auch kämpferisch.
ms
Für eine solche Nachfrist reichen dann wenige Tage.
warum sollte Interbrew das Interesse verlieren - es geht schließlich um wirtschaftliche Interessen und sie sind kurz vor dem Ziel.
das mit der Stadt kann ich nicht einschätzen, aber aus der Ferne halte ich das Verhalten der Politiker für unerträglich - aber das ist ja nichts Neues.
SABs Angebot lag noch höher, doch sie wollten nicht die Weitreichenden Arbeitsplatz-, Marken- und Sponsoringgarantien geben wie Interbrew.

Glaube kaum, dass sich INterbrew noch irgendwie abschrecken lässt, für ist der Kauf genau wie bei Becks von strategischem Interesse, deswegen erfüllen Sie auch alle Auflagen.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass Interbrew ggü. der Stadt Hannover weitere Garantien macht und man sich einigt. Schließlich könnte auch die Stadt einen ganz schönen Reibach machen. Vielleicht gibt es auch eine Geheimabsprache, dass die Klage nach der Wahl in Niedersachsen gegen Öffentlichkeitswirksame Eingeständnisse Interbrews fallengelassen wird...

Ciao Nick
leider halte ich solche Zugeständnisse für absolut kontraproduktiv. Interbrew sollte eigentlich - wenn die stadt Hannover sich querstellt, alle nicht garantierten Arbeitsplätze abziehen. Die Politiker sollten auch einmal sehen, daß ihr unkonstruktives Verhalten Konsequenzen hat !!
Hallo Big Nick,
jetzt würde mich einmal interessieren wo du deine Infos her hast? Meine das Interbrew alle Arbeitsplätze garantiert und daß das Angebot von SAB höher lag.
1. Das einzige was Interbrew bisher garantiert hat, ist eine 4 jährige Standortgarantie. Die wiederum wenig mit
Arbeitsplätzen zutun hat. Heisst nicht mehr oder weniger, das in den nächsten 4 Jahren an der Hildesheimerstraße in Hannover noch Bier gebraut wird. Wieviel und mit wieviel Personal, wird nicht gesagt.
2. Gehen wir einmal von dem, zwar sehr unwahrscheinlichen,
Fall aus, das in den nächsten 4 Jahren in Hannover keine Stelle abgebaut wird. Spätestens danach, wir zumindestens Verwaltungsmäßig Becks und Gilde zusammengelegt. Wo, das kannst du dir an 5 Fingern ausrechnen. Brauereitechnisch
wird dann wohl viel nach Wernigerode zur Hasseröder verlagert. Weil da massenhaft Ausbaumöglichkeiten zur Verfügung stehen. Also wird nach 4 Jahren die Gildebrauerei zu 90% vereschwunden sein. Zumal das Grundstück an der Hildesheimerstraße auch für eine andere Bebauung, sei es Wohnungen oder Gewerbe hochinteressant ist.
3. Hast du anscheinend mehr Einsicht in das SAB Angebot, als die manche Aufsichtsratsmitglieder, soweit ich weiß, kennt es noch nicht einmal der Betriebsratsvorsitzende!
Aber du!?!
Gruß Dylan
Noch ein kleiner Nachsatz, sollten Altaktionäre zukünftig wirklich nur mit 1,5% versteuert werden. Ist den meisten
Brauergildeaktionären auch ein wichtiges Argument für ihren eilbedürftigen Verkauf, wegen normaler Versteuerung, ausgegangen. Bei den Gewinnen sind 1,5% Steuern wirklich ein Witz.
Gruß Dylan
@Dylan

Du schreibst eine Menge komischer Sachen. Deine 1,5% sind 15% - das wirdst Du Dir wohl auch schon gedacht haben. Man fragt sich, was für Interessen Du hier vertritts.

CU, goldmine
Dylan gehört zur leidgeprüften MB Software Fraktion, wenn man seine früheren Threads liest...

Das sagt doch eigentlich schon alles...:D

Ich würde die Beiträge nicht weiter ernst nehmen: Dylan ist eben auch ein "Neider" - wie viele andere in Hannover auch. Dies gilt insbesondere für die Kaste der Politiker!!!

Thema: mb Software - wieder gute Einstiegskurse

#1 von Dylan 26.01.01 11:23:51 Beitrag Nr.: 2.777.777 2777777
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Ich eröffne diesen Traid eigentlich nur um nicht immer wieder den unsäglichen von Kalli Kostolany nach oben zu holen. Abgesehen davon glaube ich persönlich das im Moment wirklich wieder gute Einstiegskurse bei mb sind. Die kurse sind ohne neagative Meldungen gefallen, wie im übrigen der gesamte Markt. Sicherlich waren einige Gewinnmitnahmen dabei, immerhin hat mb in denletzten Wochen von einem unglaublich niedrigen Niveau fast 100% zugelegt. Dazu kamen sicherlich einige eng gesetzte St.Loss. Da haben sicherlich einige auch wieder Verluste eingefahren. Letztlich werden auch die immer wieder gezielte Gerüchte über Liquditätsschwierigkeiten bei mb ein übriges gebracht haben. Wie oft soll mb eigentlich noch dementieren??
Dies soll beileibe kein Push sein, aber wenn die Zukunft bei mb größten Teils im Internet liegt, werden sie meiner Meinung eine große haben.Was ist eine Internetplattform mit Bilfinger und Berger, Strabag und einigen anderen Baufirmen, wie bei Nemetschek, eine Plattform mit SAP, Kooperation mit IBM und anderen, wie bei MB Software?
Gruß Dylan
Big Nick
das mit dem Rechtgutachten hat der Vorstand gesagt!!!
Dylan
Herr Eichel spricht von 1,5% vom Erlös! (und zwar vom 20.11.02 an, weil dann die gewollte Gesetzesänderung vorgestellt wird und von da an es keinen Vertrauensschutz mehr gibt) Das bis zum Wirksamwerden der gesetzlichen Regelung auf den 21.2.03, dann 15% vom Gewinn!!!
Hört sich doch wohl anders an, insofern sollten alle Aktionäre schnellstens das Angebot annehmen , um auf der sicheren Seite zu stehen
ms
Gilde: Stadt reicht Montag Klage ein

Die Stadt reicht am Montag Klage gegen den Gilde-Verkauf ein. Das Angebot von Interbrew gilt nur bis zum 29. November. Interbrew will keine langfristigen Garantien geben.

Interbrew hält trotz der Klage der Stadt Hannover an ihrem Kaufangebot fest. Aber: Die Gilde-Aktionäre müssen bis spätestens 29. November mindestens 50,1 Prozent der Aktien dem belgischen Bier-Multi zum Kauf anbieten. Stückpreis: 275.00 Euro.

Dann müssten aber noch die Kartellbehörden zustimmen. Zum 19. Dezember wäre die Gilde-Übernahme amtlich, so der Plan von Interbrew.

Den will Stadtkämmerer Stephan Weil zunichte machen – mit einer Klage, die heute eingereicht wird. Interbrew-Vizepräsident Corneel Maes mochte sich am Sonntag dazu nicht äußern.

Er räumt nur ein: „Wir sind am Anfang eines langen Weges.“ Man müsse die weiteren Schritte abwarten. Auch zu Standort- oder Arbeitsplatzgarantien wollte er keine Zusagen machen. „Wir verstehen die Unsicherheiten in Hannover, aber wir können keine Garantien geben“, so Maes.

„Bier ist ein lokales Geschäft, und wir brauchen die Mitarbeiter der Gilde.“ In anderen Ländern habe man nach ähnlichen Aquisitionen sogar mehr Mitarbeiter gebraucht und neu eingestellt. „Wir wollen Marken aufbauen und nicht zerstören“, versicherte Maes.

Stadtkämmerer Stephan Weil bekräftigte gestern noch einmal seinen Plan. Mit einer Klage soll die Eintragung der Satzungsänderung beim Registergericht ausgesetzt werden. Hintergrund: Die Stadt steht auf dem Standpunkt, dass für die Änderung der Satzung und damit den Verkauf an Interbrew eine Dreiviertel-Mehrheit notwendig gewesen wäre. Es stimmten jedoch nur 64 Prozent der Aktionäre zu.

Weils Taktik: Das Übernahmeangebot von Interbrew ist bis zum 29. November befristet – „ich halte es nicht für realistisch, dass diese Rechtsfrage in so kurzer Zeit geklärt werden kann“, so Weil. Einen „schweren Schaden“ habe die Gilde aber allein schon durch das Bieterverfahren erlitten, glaubt Weil.

„Das ist ein hart umkämpfter Markt. Jetzt hatten die Konkurrenten die Möglichkeit, sich einen genauen Überblick über die Gilde zu verschaffen.“

Die Delegierten des SPD-Landesparteitags unterstützen die rechtlichen Schritte gegen die Übernahme einstimmig. „Es ist konsequent, alle rechtlichen Möglichkeiten zu nutzen, um die Gilde auf der bisherigen Satzung weiter bestehen und arbeiten zu lassen.“
@ muschelsucher,
es gibt keine Arbeitsplatzgarantie! Herr Eichel spricht von 1,5 %, was z.Zt. auf alle Brauergildeaktionäre zutreffen würde, wenn sie später verkaufen würden. In einer Sache hast du natürlich Recht, bei dieser Regierung weiß man allerdings nur eins....nichts ist sicher!!!
@ goldmine,
wie gesagt nichts ist sicher, bei dieser Regierung, aber es sind in der Tat kurzfristig nur 1,5% vorgesehen! Zumindestens was die derzeitigen Gildeaktionäre betrifft, die ihre Aktien länger als ein Jahr halten.
@ Tirolerhut,
ich bin hier schon einmal auf den Neidfaktor angesprochen worden. Verstehe ihn allerdings nicht so ganz.:confused:
Wieso sollte ich, als normaler Gildeaktionär einen Neidfaktor haben? Freue mich doch auch über jeden Gewinn, gerade nach meine absoluten Fehleinschätzung bei mb!!!!!
Würde solche Aktien mein Lebenlang nie wieder anfassen. Leider habe ich noch einige davon.:mad: Im übrigen finde ich es super das du den Finger wieder in eine alte Wunde von mir steckst.:) Bin allerdings auch einer der Wenigen gewesen, die sich hier im Board öffentlich für seine, persönliche, absolute Fehleinschätzung entschuldigt hat.
Ansonsten habe ich nur ein paar Informationen gegeben, die weder Kursbeinflussend sind, noch irgendjemanden zum Kauf oder Verkauf rät. Die u.a. von Pacific, mehr oder weniger bestätigt werden.
Im übrigen bin ich garantiert kein Politiker oder gar Gewerkschafter. Also was solls!?!
Gruß Dylan
@Tirolerhut,
im übrigen finde ich es hochinteressant, das du dich unter Tirolerhut am 10.12.01 angemeldet hast, aber Beiräge von mir, vom 26.01.01 kennst. Diese sogennanten Nickwechsler waren mir schon immer sehr sympatisch.:kiss: :laugh:
Gruß Dylan
@Nick

Laut Auskunft Börse Hannover wird gehandelt.
Leider bekomme ich bei der realtime Abfrage von
comdirect derzeit keinen aktuellen Kurs.

Hat jemand zufällig einen aktuellen Brief oder Geldkurs?
600-700!

Das ist wohl der Risikoabschlag wg. der jetzt anhängigen städt. Klage.

Zu diesen Kursen werde ich aber nicht verkaufen, eher kräftig zukaufen...:)

@Dylan (#90):
Schlauberger! Wenn ich auf Deinen Nicknamen klicke, öffnen sich alle früheren Threads. Da ist es wirklich kein Hexenwerk, im November 2002 auch Deine Beiträge von Anfang 2001 zu lesen, selbst wenn man sich erst später angemeldet hat...:)
Au weia, der/die Armleuchter, die zu 600 Euro raus sind, können einem echt leid tun...:)

Wer rechnen kann, verkauft doch nicht zu 600 Euro!

Jetzt schon wieder 625G/- ohne Briefkurs.
Was nun sprach Zeus? Wie schätzt Ihr die Lage ein. Wird es weiter abbröckeln oder geht es bald wieder gen Norden?

@Dylan, eine Frage an Dich: Du scheinst die Satzung etwas genauer zu kennen. Normalerweise wird eine 75%-Mehrheit für eine Satzungsänderung benötigt (laut Aktiengesetz). Warum meint das Management hier, mit einer geringeren Mehrheit auskommen zu können. Es muss ja was dran sein, immerhin soll man ja ein Rechtsgutachten haben.

Danke

Kaderli
Ich würde mich da nicht herausblöffen lassen.

Die Presseerklärung von Interbrew war eindeutig - gleicher Preis für alle.

Selbst ohne Übernahme ist Gilde bei 664 noch recht günstig bewertet. Gewinn 2001 ca. € 42,-, diese Jahr soll lt. H1 Bericht sehr gut laufen, also ca. € 50,-. Dividende war bereits bei € 25,-.

Andere große Brauereien erhöhen die Preise, der Absatz steigt und die Übernahmen werden sich fortsetzen. Interbrew wird also Geduld haben. Woanders kommen sie nicht günstiger zum Zuge und der Druck auf Heineken, SAB und Carlsberg nimmt zu, eine große Übernahme in Dt. zu erreichen. Viele bleiben da nicht übrig.

Selbst wenn Interbrew die Lust verlieren sollte (eher unwahrscheinlich), die Gilde ist auf dem Markt und wird so oder so geschluckt werden. Dann eben von den anderen zu einem noch höheren Preis.

Nur Geduld.

CU, goldmine
Aus der FTD vom 18.11.2002 www.ftd.de/kapital
Das Kapital: Interbrew kann das Zechen nicht lassen

Offenbar ist Interbrew noch lange nicht reif für den Klub anonymer Antialkoholiker. Nach dem Übernahmerausch der vergangenen Jahre hatten die Belgier Enthaltsamkeit gelobt. Den einen oder anderen kleinen Schwips gönnen sie sich trotzdem.

Dass auch die teuer sein können, hat man in den beiden vergangenen Wochen gesehen. Anfang November kaufte Interbrew die Mehrheit an der chinesischen K. K. Group und stieg mit einem Anteil von 24 Prozent bei Zhujiang ein. Mit Kosten von insgesamt 61 Mio. Euro haben diese Deals aber höchstens den Durst auf mehr geweckt. Immerhin hat das großzügige Angebot an die Familieneigentümer der Brauergilde Hannover einen Vorteil. Deren operative Tochter ist als Gilde Brauerei notiert - anders als die chinesischen Ziele. Da weiß man zumindest mit Sicherheit, dass Interbrew zu viel bietet.

Schon richtig, dass die Hannoveraner hochprofitabel wirtschaften. Mit Hasseröder, Gilde und dem 84 prozentigen Anteil am Hofbrauhaus Wolters besitzen sie starke Lokalmarken. Der Absatz legte im ersten Halbjahr um 8,4 Prozent auf 2,33 Mio. Hektoliter zu. Das ist beachtlich. Denn bekanntlich stagniert der heimische Biermarkt. Und hier zu Lande werden noch immer 87,5 Prozent des Gilde-Gerstensafts abgesetzt.

Dennoch sind 575 Mio. Euro in bar ein stolzer Preis für die Aktien von Mutter und Tochter. Bereinigt um zu verkaufende Immobilien und die Nettokasse sollen es zwar nur 475 Mio. Euro sein. Aber es ist schwer zu sagen, ob das hinkommen kann. In der 2001er Bilanz von Gilde tauchen jedenfalls brutto nur 13,5 Mio. Euro an liquiden Mitteln und Immobilien mit einem Buchwert von insgesamt 24 Mio. Euro auf. Nach HGB hat Gilde im Vorjahr gerade einmal 271 Mio. Euro an Umsatz und 63 Mio. Euro an Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Goodwill (Ebitda) erzielt. Interbrew schätzt, dass der nach dem hausintern üblichen IAS bei 55 Mio. Euro gelegen hätte.

Interbrew will also den 8,6fachen Ebitda geboten haben. Selbst das wäre nur relativ zur feuchtfröhlichen Übernahme von Beck’s günstig. Deren Integration scheint der mexikanische Interbrew-Partner Femsa weiter zu blockieren. Bis die erhofften Synergien im US-Vertrieb erzielt werden, muss man sich also noch gedulden. Auch in Osteuropa ist nach den jüngsten Zahlen von Sun-Interbrew keine Trendwende erkennbar. Neben dem nachlassenden Durst der Russen auf Niedrigprozentiges leidet die Interbrew-Tochter unter dem starken Euro.

Mit dem 8,3fachen laufenden Ebitda bewertet, bleibt Interbrew 15 Prozent teurer als SAB Miller und nur geringfügig günstiger als Heineken. Beide haben sich mit ihren Gilde-Angeboten lobenswert zurückgehalten. Nüchtern betrachtet scheint da der Aufschlag zu SAB Miller überzogen. Denn zumindest wissen die Südafrikaner, dass weitere Saufgelage den Kater nach einer Übernahme nur kurzfristig lindern können.
@kaderli,
soweit mit bekannt ist, werden die 75% nur benötigt, wenn der Unternehmehssinn, bzw. die Unternehmensziele geändert werden sollen. Ob das nun der Fall ist, ist eine reine Auslegungssache. Der Sinn wird m.M. nach nicht geändert, Bier wird ja auch weiterhin gebraut. Bei den Zielen wäre allerdings ein Ansatzpunkt für die Klage. Aber wie gesagt, reine Auslegungssache.
Gruß Dylan
Kommt eine einstweilige Verfügung gegen die Anfechtungsklage???


Der Oberbürgermeister kritisiert die vierjährige Job-Garantie für Gilde.

Gilde-Betriebsratschef Werner Brünig sprach sehr leise, als er das Fazit der vergangenen zwei Wochen zog. „Der Erhalt der Brauerei ist im Kern misslungen“, sagte er am Sonnabend. Brünig war von der SPD zu einem Grußwort an den Parteitag eingeladen worden. Der vom voraussichtlich neuen Eigentümer gegebenen Standortgarantie traut der Gewerkschafter nicht sehr weit. Sie sage nämlich nichts aus über die zukünftige Größe der Gilde in Hannover. Die belgische Brauerei Interbrew spricht von einer vierjährigen Garantie für die Arbeitsplätze. Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg beurteilte diese Aussage schärfer. „Das ist doch nichts wert.“ Die SPD sicherte der Belegschaft in einer einstimmig verabschiedeten Resolution ihre Unterstützung zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standort zu. Die Mitarbeiter der Gilde treffen sich heute zu einer weiteren Betriebsversammlung. Wie berichtet, will die Stadt den Verkauf vor Gericht verhindern. Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer hält dies für einen vergeblichen Versuch und forderte den OB auf, mit dem künftigen Eigentümer um den Erhalt von Arbeitsplätzen und Braustätten zu streiten. „Wirtschaftspolitik wird mit und nicht gegen die Wirtschaft gemacht. Diese Binsenweisheit nicht zu begreifen, ist der Kapitalfehler der städtischen Wirtschaftspolitik.“ Am Sonntag hat ein einzelner Aktionär, die CS Immobilien Service und Beteiligungen AG, die Stadt aufgefordert, die Anfechtungsklage zu unterlassen. Sie sei „politisch motiviert“, verletzte die Treuepflicht eines Aktionärs gegen Unternehmen und Anteilseigner und verstoße daher gegen das Aktienrecht. Nach Angaben von CS-Vorstand Jörg Benecke besitzt das Unternehmen eine einzige Aktie der Brauergilde und mehrere der Gilde. Benecke warnt vor Schadenersatzansprüchen von Aktionären und will eine Klage der Stadt notfalls mit einer einstweiligen Verfügung stoppen. Kämmerer Stephan Weil sagte dazu, niemand könne die Stadt hindern, ihre Rechte geltend zu machen.
zum Beitrag von Dylan/Ziel als Ansatzpunkt der Klage:

in der Gildesatzung steht, die Gesellschaft sei der Tradition verpflichtet, dies sieht wohl die Stadt als Klageansatzpunkt, ansonsten reicht die Mehrheit der angegebenen Stimmen (soweit diese von mehr als 75% des Gesellschaftkapitals stammen) für die Änderung der 5%Klausel aus.
Aber Tradition ist Auslegungssache, bedeutet aber jedenfalls nicht Zementierung gegen jede bessere wirtschaftliche Erkenntnis! Oder geht man lieber in Tradition unter????

Außerdem hält die Stadt ja selbst mehr als 5%, gleiche Rechte für alle???

Und wenn man bedenkt, dass der Stadtkämmerer als Vertreter des größten Gesellschafters (der Stadt Hannover mit 10%) auf der GildeHV erklärt hat, er hätte keine besondere Ahnung/Sachkenntnis von der Brauereimaterie, erscheint doch alles, was jetzt unternommen wird, nicht wirtschaftlich, sondern politisch begründet.

Sollte man nicht einen Investor besser behandeln?? Gerade im Zeichen der Standort und Arbeitsplatzsicherung?????

ms
Vielleicht sollte man hier im Thread endlich mal zwichen Brauergilde Hannover
und Gilde Brauerei unterscheiden. Hier wird immer alles in einen Topf geworfen.
Die Brauergilde ist zwar Großaktionär der Gilde Brauerei, hat aber auch noch andere
Beteiligungen und die Summen, die im Gespräch sind beziehen sich fast alle auf die Brauergilde..
Hier über Satzungsdetails der Brauergilde und Stimmrechte zu diskutieren, führt nicht weiter.
Ich halte es schon für wichtig, sowohl über der Brauergilde als auch die Gildebrauerei zu diskutieren, denn wenn Interbrew nicht bei der Brauergilde die Aktienmehrheit übernimmt, wird es wohl auch- jedenfalls zur Zeit- kein Angebot für die börsennotierten Aktien geben.
ms
Ich kenne zwar die Brauergilde-Bilanz nicht (auf zur IHK Hannover!),
aber ich möchte wetten, daß diese auch einige Grundstücke und Festgeldkonten hat.
Das sollte man bei dem ventilierten Übernahmepreis berücksichtigen und aus dem 648500-Wert herausrechnen.
also wenn hier ein hannoveraner ist.

die billanz der brauergilde hannover ag gibt es auf dem
amtsgericht hannover abteiltung handelsregister und die registernummer ist HRB 6659.

dort kann mann auch in die satzung reinschauen.

interessant wäre es schon was der brauergilde hannover ag
außer den 85,xx an der gilde brauerei ag noch gehört.

nach dem Geschäftsbericht der gildebrauerei ag gehören der
brauergilde hannover ag
50,1% an der Malzfabrik Langkopf GmbH.


hat jemand einen info wie es mit der klage aussieht, ob die
inzwischen eingereicht wurde und ob wiederum aktionäre
der brauergilde gegen die stadt vorgehen. weil letzteres
war angekündigt wurden.
Was mich nur etwas wundert, ist die Tatsache, daß es stets eine Angebotsseite gibt. Eventuell ist es möglich, daß durch die Unsicherheit der Klage später günstigere Einstiegskurse zu erzielen wären. So weit ich den Sachverhalt verfolgt habe, spekuliert die Stadt weniger auf einen Erfolg, sondern vielmehr auf die Verstreichung der Angebotsfrist durch die Klage. Allerdings sehe ich nicht, was einer Fristverlängerung entgegenstehen würde. Auch die Steuerpläne lassen ja einen Spielraum bis Februar.

Gruß unicum
Die heutige Pressemeldung von Interbrew sagt alles:

Die Anwälte von Interbrew und Gilde sähen keine Probleme bei der Übernahme durch das Veto der Stadt.

Wait and see.

CU, goldmine
Hier die Pressemeldung im Wortlaut:

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der belgische Brauereikonzern Interbrew sieht ungeachtet des Vetos der Stadt Hannover keine Probleme bei der geplanten Übernahme der hannoverschen Gilde-Brauerei . Ihre Rechtsberater sähen keine Schwierigkeiten, teilte Interbrew am Dienstag in Brüssel mit.

Die Aktionäre der Brauergilde AG hatten am Freitag den Weg für den Verkauf frei gemacht. Die Stadt Hannover hatte allerdings eine Klage angekündigt. Die Brauergilde als Holding hält gut 85 Prozent an der Gildebrauerei, die wiederum die Marken "Hasseröder", "Gilde" und "Wolters" vertreibt.

Die Stadt will die notwendige Satzungsänderung verhindern. Nur 64 Prozent der Aktionäre hätten zugestimmt, nötig seien jedoch 75 Prozent gewesen. Ein Interbrew-Sprecher sagte, die Anwälte beider Konzerne hielten eine einfache Mehrheit für ausreichend. Die angekündigten Schritte der Stadt Hannover hätten nichts damit zu tun, dass Interbrew der bevorzugte Bieter sei.

Die Gilde-Gruppe gehört bei mehr als 4,4 Millionen Hektolitern Bier-Ausstoß zu den Top Fünf der deutschen Brauereiwirtschaft. Im Geschäftsjahr 2001 erzielte sie mit rund 900 Mitarbeitern 306 Millionen Euro Umsatz und einen Überschuss von 20 Millionen Euro./FX/ar/cs/bi



Quelle: dpa-AFX
Wir denken, daß es sich bei der Geschichte um eine provinzielle SPD-Politposse handelt und gehen davon aus, daß die Chancen für eine endgültige Blockade des Deals eher schlecht sind.

Grüße

Peer Share
http://www.share-infos.de
... man strebt einen Rechtsstreit an und erklärt, damit zwar nicht den Prozeß gewinnen zu wollen, wohl aber die Durchsetzung eines demokratisch gefundenen Beschlusses zu verhindern. Das ist ein klarer Missbrauch der Justiz. Recht und Unrecht ist, was uns gefällt.
Nicht der erste Beweis dafür, daß Berufspolitiker überhaupt kein ethisches und demokratisches Verständnis haben. Bleibt zu hoffen, daß die örtliche Richterschaft einigermaßen unabhängig ist. Auf jeden Fall: armes Deutschland

Gruß unicum
@unicum

Reiches Deutschland - nach Übernahme der Großbrauereien durch ausländische (und evt. kleine Übernahmen durch inländische) Konzerne.

Morgen geht´s Richtung € 800,- bei Gilde.

CU, goldmine
Sehr geehrter Herr Stephan Weil,

hiermit fordere ich Sie auf, zurückzutreten von Ihrem Amt als Stadtkämmerer, wenn Sie Prozesse auf Kosten der Steuerzahler führen und diese verlieren sollten.
@smallcapexpert:

Jetzt mach Dich mal nicht gleich lächerlich.
Ist schließlich nur legitim, dass die Hannoveraner alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Gilde nicht zu verlieren....


Ciao Nick
Die Stadt Hannover scheints ja ganz dicke zu haben wenn sie sich solche Spielereien erlauben kann. Von kommunalen Finanznöten keine Spur. Nicht mal ein fettes Angebot für ihr Gildepaket müssen sie annehmen damit die kommunalen Aufgaben erledigt werden können. Von Schuldentilgung ganz zu schweigen.

Wenn der nächste Kindergarten geschlossen wird oder in den Schulen mal wieder keine Stühle vorhanden sind und die Stadt über Geldmangel klagt, können sich die Betroffenen ja mal an die zuständigen Stadtoberen wenden und fragen warum das Gildepaket nicht mit sattem Aufschlag verkauft wurde und stattdessen lieber gegen einen Verkauf geklagt wurde.
Wenns nach der Stadt geht haben wir ja vielleicht demnächst eine Umbenennung in SEB StadtEigenerBetrieb Gilde. ;)

Was sagt ihr eigentlich dazu dass der Erlös aus dem Gildeverkauf bereits im Finanzetat des Landes Niedersachsen enthalten sein soll? Denken die Sozis am Ende wirklich daran dass die Wähler ihnen dieses Kasperles-Theater wie bei der Bundestagswahl nochmal abkaufen?
Das muß man sich mal vorstellen: Die Stadt klagt gegen einen Mehrheitsbeschluß der Aktionäre. Wo sind wir eigentlich?

Glaubt irgendjemand dass Interbrew das nicht vorher geprüft hat wieviel Prozent sie für die Entscheidung brauchen? Welche Aussichten hat so eine Klage überhaupt?
Genau, M-Dupont,
am Tag der HV der Gilde stand als Schlagzeile in den hannoverschen Zeitungen, dass Niedersachsen pleite sei und dass man sich von Unternehmensbeteiligungen trennen wolle und den Erlös daraus mit 120 Mio bezifferte. Nur drei Beteiligungen wolle man behalten, darunter war VW,(die beiden anderen sind mir entfallen, glaube Salzgitter AG?) jedenfalls nicht Gilde.
Andererseits hält die Stadt ja die 10% und das Land eine kleine Stückzahl. Ich weiß nicht, wie die finanzielle Verpflechtung oder der finanzielle Zusammenhang zwischen Stadt und Land ist.
Bei dem Vartaverkauf gab es übrigens nicht solch einen Aufstand .
ms
Gilde: Gericht verzögert Eintragung ins Register

Zeitgewinn für die Gilde: Das Amtsgericht hat die Eintragung der geänderten Satzung ins Handelsregister vorläufig ausgesetzt.

„Ein erster Teilerfolg“, freute sich Stadtkämmerer Stephan Weil. Er hatte als Vertreter des Gilde-Aktionärs Stadt beim Amtsgericht beantragt, die von der Hauptversammlung am Freitag beschlossene Satzungsänderung nicht ins Handelsregister aufzunehmen.

Die geänderte Satzung macht den Einstieg eines Großaktionärs bei Gilde erst möglich. Nach Ansicht der Stadt wäre für die Änderung eine Drei-Viertel-Mehrheit notwendig (NP berichtete). Tatsächlich stimmten aber nur 61,5 Prozent dafür.

Das Gericht hat der Stadt eine Frist bis zum 28. November gesetzt. Bis dahin muss sie ihre Anfechtungsklage beim Landgericht gegen die Satzungsänderung eingereicht und bis 29. November dem Amtsgericht eine Abschrift vorgelegt haben. Weil dazu: „Kein Problem, das werden wir schaffen.“

Das Gericht darf die Eintragung laut Gesetz aussetzen, „wenn begründete Zweifel an der Gültigkeit der Beschlüsse geltend gemacht werden und eine alsbaldige Eintragung wesentliche Interessen der Beteiligten verletzen könnte“. Das hat das Gericht offenbar so gesehen.

Brauergilde-Aufsichtsratschef Ernst August Schrader ist trotzdem überzeugt, dass die Satzungsänderung rechtmäßig zu Stande gekommen ist: „Ich begreife das Vorgehen der Stadt nicht, das schadet doch nur dem Unternehmen.“ Es wäre besser gewesen, mit ihm zusammen möglichst wasserdichte Garantien für die Arbeitsplätze auszuhandeln.

Bis zum 29. November müssen verkaufswillige Gilde-Aktionäre Interbrew ihre Anteile anbieten. Rechtsberater des Bier-Multis sehen im Vorgehen der Stadt keine ernste Gefahr für die Übernahme.

HANNOVER, VON MICHAEL KRISCHE
Nun müßte man den Wortlaut der Satzung der BG kennen, um beurteilen zu können, wie die "Wahrung der Tradition" in den Unternehmensgegenstand eingebettet ist. Kann hier jemand den Abschnitt einstellen, bzw. wie kommt man da ran, wenn man nicht in Hannover wohnt ?

Gruß unicum
Ich denke nicht, daß letztlich Satzungsdetails und deren Interpretation über die Übernahme entscheiden.

Ist doch schon witzig:

SPD Stadtregierung versucht 1/2- Milliarden Investition eines ausländischen Investors in Dt. zu verhindern.

Mal sehn, wie lange die den Kurs durchhalten. Ich wäre als Stadt Hannover sehr vorsichtig, den neuen Eigentümer der Gilde Brauerei in Hannover allzusehr zu verärgern. Schließlich muß man ja mit ihm leben, wenn der Pulverdampf sich verzogen hat.

Aber wenn Pfründe wegzufallen drohen, ist eben die Aufregung erstmal groß.

CU, goldmine
Ich glaube schon, daß Satzungsdetails ausschlaggebend sind, ob etwas rechtens ist oder nicht. Das hier schlechte Politik gemacht wird, ist klar. Aber die Politiker werden jetzt kaum noch einen Rückzieher machen. Einen neuen Eigentümer der Brauergilde gibt es bis dato nicht und wenn das Gericht der Klage der Stadt zustimmen sollte, wird es ihn auch in absehbarer Zeit nicht geben. Insofern verärgert man auch niemanden.
Bin aber trotzdem vorsichtig optimistisch. Der Teil der Satzung, welcher die Eigentumsverhältnisse der Gilde regelt ist eben ein anderer als der des Unternehmensgegenstandes. Gegen die Klage spricht m.E. die Regelung, daß gerade