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    Fresenius: Der heimliche Star im DAX (EuramS) - 500 Beiträge pro Seite

    eröffnet am 27.02.05 16:30:15 von
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    neuester Beitrag 27.02.05 16:30:15 von
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    schrieb am 27.02.05 16:30:15
    Beitrag Nr. 1 (15.934.504)

    Fresenius Medical Care wächst fast automatisch. Der Weltmarktführer für Dialyse-Technologie profitiert von der Überalterung der Gesellschaft.

    von Jens Castner und Tobias Meister

    Mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Dividende. So mögen’s die Börsianer. Trotzdem lassen die meisten – vor allem private Investoren – die Aktie von Fresenius Medical Care links liegen. Zu unheimlich ist vielen das Geschäftsmodell des heimlichen Wachstumsstars im DAX.Mit den Produkten von Fresenius Medical Care, kurz FMC, will niemand in Berührung kommen. Das Unternehmen hat sich auf Dialyse spezialisiert – Blutwäsche für Patienten, bei denen wegen Nierenversagens die körpereigene Selbstreinigung nicht funktioniert.Mehr als 40 Jahre ist es her, daß der Fresenius-Konzern ins Dialyse-Geschäft einstieg. Die Geschichte des Unternehmens reicht freilich viel weiter zurück, streng genommen sogar bis ins Jahr 1462. Damals öffnete die heute noch existente Hirsch-Apotheke auf der Zeil in Frankfurt am Main ihre Pforten. Im 18. Jahrhundert gelangte sie in den Besitz der Familie Fresenius.

    1912 erweiterte Dr. Eduard Fresenius das an die Hirsch-Apotheke angeschlossene Laboratorium zu einem kleinen Produktionsbetrieb. Mit Erzeugnissen wie Injektionslösungen und Nasensalben wuchs das Unternehmen innerhalb von 20 Jahren zu stattlicher Größe heran. Bereits in den 30er Jahren, kurz nachdem die Produktion aus Platzmangel ins nahegelegene Bad Homburg im Taunus umgezogen war, zählte die Firma 400 Mitarbeiter. Die Tochter war der Mutter über den Kopf gewachsen – ein Ereignis, das sich 60 Jahre später wiederholen sollte. Die 1996 im Zuge der Fusion mit dem US-Konkurrenten National Medical Care separat an die Börse gebrachte Tochter FMC ist heute um einiges größer als die Muttergesellschaft. Mit einem Börsenwert von knapp sechs Milliarden Euro zählt das Bad Homburger Unternehmen zu den DAX-Titeln und damit zu den 30 wichtigsten Aktiengesellschaften in Deutschland. Der Mutterkonzern Fresenius muß sich dagegen mit einem Platz in der zweiten Reihe begnügen. Der Börsenwert von 3,6 Milliarden qualifiziert eben nur für den Nebenwerte-Index MDAX.

    Doch nach wie vor bestimmt die kleinere Mutter Fresenius, die 50,8 Prozent der Stammaktien von FMC hält, wo’s bei der Tochter langgeht. Nach der Philosophie des Hauses ist FMC weiterhin eine Sparte des Gesamtkonzerns, wenn auch die mit Abstand wichtigste. FMC-Chef Ben Lipps, ein brillanter Wissenschaftler, der Ende der 60er Jahre an der Entwicklung der ersten künstlichen Niere, des Dialysators, beteiligt war, berichtet an Fresenius-Konzernlenker Ulf Schneider, nicht umgekehrt.

    Anleger, die in FMC investieren wollen, können deshalb gleich zur Vorzugsaktie greifen. Sie kostet fast 30 Prozent weniger, bringt mehr Dividende, und das Stimmrecht ist wegen der Machtverhältnisse im Konzern ohnehin wertlos.

    Doch egal ob Vorzugs- oder Stammaktie – FMC wächst quasi automatisch. Durch die steigende Lebenserwartung der Menschen nimmt auch die Anzahl der Patienten mit chronischem Nierenversagen kontinuierlich zu.

    Als Weltmarktführer bietet FMC alle Produkte und Dienstleistungen rund um die Dialyse an. Zum einen betreibt das Unternehmen weltweit mehr als 1600 spezielle Kliniken. Zum anderen produziert FMC die notwendigen Maschinen, Geräte und Zubehör wie Schlauchsysteme, Filter, Lösungen und Desinfektionsmittel, die auch von konkurrierenden Häusern gekauft werden müssen.

    Weltweit sind derzeit 1,7 Millionen Patienten in Behandlung, 124000 davon in einer Klinik von FMC. Bis zu dreimal pro Woche müssen die Betroffenen an die künstliche Niere angeschlossen werden. In Nordamerika, dem wichtigsten Markt von FMC, kostet eine Behandlung im Schnitt 290 Dollar (etwa 220 Euro). Vorstands-Chef Lipps geht davon aus, \"daß das Entgelt weiter steigerungsfähig ist\".Obwohl das Unternehmen zwei Drittel seines Umsatzes in den USA erwirtschaftet, hat FMC kein Problem mit der Dollar-Schwäche. Im Gegenteil: Als einziges DAX-Unternehmen bilanziert FMC in Dollar – und zählt damit zu den Gewinnern der aktuellen Währungssituation. Doch selbst, wenn die Währungsrelationen eines Tages kippen sollten, bleibt die Aktie eine Art Rentenpapier: Mit dem zunehmenden Wohlstand in Osteuropa, Asien und Lateinamerika werden sich immer mehr Patienten die lebenserhaltende Blutwäsche leisten können. \"Der Markt wird langfristig um fünf bis sieben Prozent pro Jahr wachsen\", schätzt Lipps, der keinen Hehl daraus macht, daß FMC plant, sich immer größere Teile dieses Marktes zu sichern.

    Neben dem – fast klingt es bezogen aufs Geschäftsmodell makaber – organischen Wachstum steigt der Umsatz Jahr für Jahr, weil kleinere Wettbewerber zugekauft werden, übrigens ein Kennzeichen aller Fresenius-Sparten. Das Tempo wird weiter forciert. 104 Millionen Dollar hat Fresenius Medical Care 2004 für Übernahmen auf den Tisch gelegt. In diesem Jahr soll es mindestens das Doppelte werden.

    Wertpapiere des Artikels:
    FRESENIUS AG O.N.
    DAX


    Autor: SmartHouseMedia (© wallstreet:online AG / SmartHouse Media GmbH),16:24 27.02.2005