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Shareholder Value Beteiligungen AG setzt auf Nebenwerte
Erstmals notiert ein Investmentclub an der Börse
Am Stammtisch beschlossen sie, Neuland zu betreten. Das hieß:
Investieren an der Börse. Am 28. Februar 1980 hoben elf Mitglieder
unter Leitung des Bankers Günter Weispfenning in Darmstadt den
Aktienclub R 3000 aus der Taufe. „ R stand für Risiko – das
bedeuten Aktien ja immer“, sagt Weispfenning, „und 3 000 DM zahlte
jeder anfangs ein
Die Darmstädter waren erfolgreich: Nach eigenen Angaben erzielten
sie seither im Durchschnitt 30 Prozent Rendite pro Jahr. Als dann
das Aktiendepot – mit Nebenwerten aus Deutschland, der Schweiz und
Österreich bestückt – auf 11 Mill. DM anschwoll, war ihnen klar,
dass sie sich anders organisieren mussten.
Zumal das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen für Clubs mit
einem Vermögen ab einer Million DM einen Anlageausschuss der
Mitglieder vorschreibt. Doch die Darmstädter hatten zwar gemeinsam
Informationen gesammelt, die Anlageentscheidungen aber dem
börsenerfahrenen Clubleiter überlassen. Die etwa 70 Mitglieder
wechselweise in einen Anlageausschuss zu berufen, „ist in der
Praxis zu kompliziert gewesen“, erzählt Gründer Weispfenning.
Daher wurde beschlossen, das Kapital an die Clubmitglieder
auszuschütten, um so das Gesamtvermögen unter die Grenze von einer
Million DM zu drücken. Ralf Bieneck und Clubmitglied Reiner Sachs
hoben dann die Beteiligungsgesellschaft Shareholder Value
Beteiligungen AG als Vorstände aus der Taufe. An der neuen
Gesellschaft beteiligten sich die Clubmitglieder. Weispfenning, der
vor der Clubzeit bei der BHF-Bank, der Commerzbank und der
Bayerischen Hpyotheken- und Wechselbank tätig war, rückte in den
Aufsichtsrat der Beteiligungsgesellschaft. Bis heute berät er die
AG, und der Vorstand entscheidet, in welche Aktien investiert
wird.
„Der Investmentclub existiert weiter, aber wir nehmen keine neuen
Mitglieder auf“, sagt Bieneck. Wie der 33jährige Aktienanalyst
erklärt, verfolgt die im Freiverkehr notierte Shareholder Value
Beteiligungen AG (Wertpapierkennnummer: 605996) die gleiche
Strategie wie der Club: „Wir picken uns Nebenwerte heraus, die wir
für unterbewertet halten, weil sie sich in speziellen Situationen
befinden.“ Eine solche Situation könnten Großaufträge oder Fusionen
sein. Oft handele es sich um Mittelständler, die in ihrem Segment
Marktführer seien.
Small Caps stünden wegen ihrer begrenzten Marktkapitalisierung
nicht im Blickfeld der Banken und anderer Großinvestoren –
entsprechend würden sie von deren Analysten vernachlässigt, meint
Bieneck. Das eröffne günstige Anlagemöglichkeiten. Dabei ist er
sich bewusst, dass er in engen Märkten agiert, in denen die
Aktienkurse auf kurze Sicht stark schwanken können.
Kurschancen für die Shareholder Value Beteiligungen AG verspreche
deren besonderes Know-how, sagt Bienek. Die Erfolgsgeschichte des
Clubs spreche für sich. Außerdem könne der Vorstand mit den
Managern der Firmen direkt Kontakt aufnehmen. Den Vorteil gegenüber
einem Fonds sieht Bienek darin, dass Fondsmanager oft zu
Aktienverkäufen gezwungen seien, sobald Anleger ihre Anteile
zurückgeben.
Die Aktie steht derzeit bei 18 Euro, emittiert wurde sie zu 20
Euro. Der Umsatz der Titel der Gesellschaft ist mit 2000 Stück seit
dem Börsengang am 26. Oktober aber bislang gering. „Wir werben
ohnehin um langfristig orientierte Anleger“, kommentiert Bienek.
Rund 450 000 Aktien wurden ausgegeben. 98 Prozent der Anteilseigner
halten eine Beteiligung von weniger einem Prozent, und kein
einzelner Aktionär besitzt mehr als 5 % der Anteile. Vorstand und
Aufsichtsrat sind auch selbst bei ihrem Unternehmen engagiert.
Derzeit liegt das Depotvolumen bei 16 bis 17 Millionen DM. Zu den
10 bis 15 Werten darin zählen Koenig & Bauer, Babcock-Borsig,
Allianz Leben, WMF, die schweizerische Aktie Comet und die MAN-
Tochter Renk. Mehr will Vorstand Bieneck nicht verraten – „sonst
könnten andere Marktteilnehmer unsere Strategie konterkarieren.“
Quartalsberichte und den inneren Wert der Aktie veröffentlicht die
Gesellschaft vierteljährlich. Abrufbar sind die Informationen auch
im Internet unter www.shareholder.de.
Ob das Modell „Investmentclub geht an die Börse“ in Deutschland
Schule macht? Bieneck ist skeptisch: Das Clubvermögen müsse hoch
sein, der Verwaltungsaufwand mäßig – und jemand müsste sich privat
zuvor so stark engagiert haben wie Weispfenning. Zudem bleibt
abzuwarten, ob die Shareholder Value AG ihrem Namen Ehre macht und
ihren Aktionären Gewinne beschert.
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Klingt interresant. Die Website funktioniert leider nicht. Sonst
ist auch nichts im Web darüber zu finden. Kann einer der
Welt-Artikel hier reinstellen?
M.f.G. thomtrader