BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts der Krise beim Frankfurter Baukonzern Philipp Holzmann hat der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Klaus F. Zimmermann, scharfe Kritik an den beteiligten Kreditinstituten geübt. "Die größten Deutschen Banken kontrollieren dieses Unternehmen seit vielen Jahren", sagte Zimmermann der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe). "Sie behaupten sie hätten es saniert, nehmen Bundeshilfe in Anspruch und jetzt klappt es immer noch nicht."
Dies sei "eine Blamage - nicht nur die Deutsche Bank steht düpiert da", kritisierte der DIW-Chef. Zimmermann sagte weiter, Schröders Rettungsaktion sei "aus heutiger Sicht sicherlich falsch" zu nennen - "aber im Nachhinein ist man immer schlauer." Er lehne das damalige Vorgehen des Bundeskanzlers nicht grundätzlich ab, sagte der DIW-Präsident. "In einer konjunkturellen Aufschwungsphase hätte das auch gut gehen können".
Tatsächlich jedoch sei die Baubranche von schwierigen Rahmenbedigungen geprägt gewesen, sie stecke in einer Strukturkrise, die mit wachsender Arbeitslosigkeit steige. Ursache sei auch die Tatsache, dass der Staat als wichtiger Nachfrager dieses Wirtschaftsbereichs seine Bautätigkeit immer mehr eingeschränkt habe./hi/rh
Autor: dpa - AFX (© dpa),17:44 21.03.2002