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DIW-Präsident: Fall Holzmann ist Blamage für deutsche Banken

Diskussionsstatistik
eröffnet am 21.03.02 17:44:08
von
neuster Beitrag 21.03.02 18:35:11
von

Anzahl Beiträge: 2
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Diskussionsnr.: 569.476
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schrieb am 21.03.02 17:44:08
Beitrag Nr.1 
(5.843.543)
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Zitat

BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts der Krise beim Frankfurter Baukonzern Philipp Holzmann hat der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Klaus F. Zimmermann, scharfe Kritik an den beteiligten Kreditinstituten geübt. "Die größten Deutschen Banken kontrollieren dieses Unternehmen seit vielen Jahren", sagte Zimmermann der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe). "Sie behaupten sie hätten es saniert, nehmen Bundeshilfe in Anspruch und jetzt klappt es immer noch nicht."

Dies sei "eine Blamage - nicht nur die Deutsche Bank steht düpiert da", kritisierte der DIW-Chef. Zimmermann sagte weiter, Schröders Rettungsaktion sei "aus heutiger Sicht sicherlich falsch" zu nennen - "aber im Nachhinein ist man immer schlauer." Er lehne das damalige Vorgehen des Bundeskanzlers nicht grundätzlich ab, sagte der DIW-Präsident. "In einer konjunkturellen Aufschwungsphase hätte das auch gut gehen können".

Tatsächlich jedoch sei die Baubranche von schwierigen Rahmenbedigungen geprägt gewesen, sie stecke in einer Strukturkrise, die mit wachsender Arbeitslosigkeit steige. Ursache sei auch die Tatsache, dass der Staat als wichtiger Nachfrager dieses Wirtschaftsbereichs seine Bautätigkeit immer mehr eingeschränkt habe./hi/rh



Autor: dpa - AFX (© dpa),17:44 21.03.2002

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schrieb am 21.03.02 18:35:11
Beitrag Nr.2 
(5.844.048)
Antwort
Zitat
In diesem fall leigt die Blamage wohl sicherlich NICHT bei den banken, sondern beim Bundeskanzler.

Anstatt schon 1999 das Insolvenzrecht zu nutzen, den überlebensfähigen Teilen eines maroden Unternehmens eine gesicherte Zukunft zu geben und den Rest zu schließen, hat Herr Schröder die Banken mehr oder weniger gezwungen dan kompletten Konzern künstlich am Leben zu halten. Schon damals wußten alle, daß Holzmann als Ganzes kaum sanierungsfähig ist. Ich habe von den Banken unterdessen auch nicht gehört, Holzmann sei saniert, sondern nur, es sei (bis auf weiteres) gerettet.
Dies hinderte Holzmann natürlich nicht, mit staatlich subventionierten Billgpreisen kleine Mittelständler in die Pleite zu treiben. Aber 20 mal 500 Arbeitsplätze sind eben unauffälliger als einmal 10000.

Es verdient Respekt für den Mut der Banken, unter anderem der dem rot-roten Senat gehörenden Bankgesellschaft Berlin, sich dem sicherlich ausgeübten politischen Druck entzogen zu haben und eine betriebswirtschaftlich tragfähige Lösung zu verlangen.
Eine weitere Übergangsfinanzierung (bis Herbst nach der BT-Wahl) war wohl alles, was Schröder von der Deutschen Bank verlangen konnte. Zum Glück haben genügend andere Banken dieses Spiel nicht mitgemacht.

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