Hi,
der Trend bei den heutigen "einfachen" Navigationssystemen geht
vermutlch klar Richtung vollständiger und umfassender
Infotainment-Produkte. Nun lässt sich dies grundsätzlich, so
verstehe ich es, entweder mit
1. Onboard-Systemen (z.B. Kartenmaterial von Tele Atlas auf CD/DVD
im Auto) + online-verbindung zu einem service/content-provider
(über mobilfunk)
2. Offboard-Systemen --> Vollständig online-Bezug von Daten über
einen content/ service-provider (über mobilfunk)
Die Frage, die ich mir stelle, wird Tele Atlas oder auch Navtech
(beide Kartenmaterialhersteller) im Szenario 2 eher profitieren
oder eher vom Markt verschwinden, da das Geschäftsmodell dann
nahezu überflüssig würde? Sicherlich werden auch die
Content-Provider digitales Kartenmaterial von Tele Atlas, navtech
oder anderen Anbietern nutzen müssen. Nur werden die
Lizenzeinnahmen für die Kartenmaterial-Hersteller reichen, um die
hohen Kosten der Digitalisierung und Datenaufzeichnung zu
decken????
Bzw. werden die kritischen Massen je erreicht werden?
manager-magazin.de, 09.02.2003, 15:05 Uhr
http://www.manager-magazin.de/life/auto/0,2828,233844,00.htm…
N A V I G A T I O N S H I L F E N
Die Revolution durch`s Internet
Sie weisen Autofahrern den Weg durch den Großstadtdschungel. Doch
gegenüber mobilen Infodiensten, die über das Internet angeboten
werden, muten die Funktionen von Navigationshilfen begrenzt an.
München/Stuttgart - Sie bieten Orientierungshilfe in Großstädten,
unterstützen bei der Routenplanung und geben Umleitungsempfehlungen
bei Staus. Viele Autofahrer möchten die Vorzüge eines
Navigationssystems nicht mehr missen. Doch verglichen mit den
mobilen Infodiensten, die die Autohersteller neuerdings über das
Internet anbieten, muten die Funktionen der elektronischen
Pfadfinder begrenzt an.
Navigationssystem bei Mercedes
Über die neuen Online-Dienste lassen sich auch Nachrichten und
Wetterberichte abrufen, Hotels suchen und ansteuern sowie Zimmer
reservieren. Nach Ansicht von Experten sind die Möglichkeiten damit
aber noch lange nicht ausgeschöpft.
BMW zum Beispiel bietet seit der Einführung des neuen 7ers für
Fahrzeuge der Oberklasse-Baureihe den Internetdienst "BMW Online"
an. Er ermöglicht nach Angaben von Jochen Müller, Sprecher des
Automobilherstellers in München, den mobilen Zugang zu Hotel- und
Restaurantverzeichnissen, Branchendiensten, einem Nachrichtenticker
und Wetterinformationen. Außerdem lassen sich die Adressdaten ins
bordeigene Navigationssystem übernehmen. Auch das Abrufen und
Verschicken von E-Mails aus dem Auto heraus ist möglich.
Vorstellung bei der Cebit
Bislang ist "BMW Online" den Fahrern des neuen 7ers vorbehalten.
Ein entscheidender Grund dafür ist laut Müller, dass zur Nutzung
noch das iDrive-Bediensystem der Baureihe mit dem Dreh-Druckknopf
auf der Mittelkonsole benötigt wird. Erst nach einer Anpassung an
die jeweilige Fahrzeugtechnik sollen die mobilen Online-Dienste
auch in anderen Baureihen verfügbar sein. Bis dahin würden sie für
den 7er kontinuierlich ergänzt. Eine Version, die in rund 80
Großstädten auch die Suche nach Parkplätzen und Apotheken
ermöglicht, will BMW bei der Computermesse CeBIT in Hannover (12.
bis 19. März) vorstellen.
In ähnlicher Form soll "BMW Online" einmal auch im neuen Mini der
gleichnamigen Konzernmarke erhältlich sein, für den BMW eine
Nachrüstlösung auf PDA-Basis entwickelt. Sie besteht laut
Sprecherin Sandra Schillmöller aus den Komponenten HP iPAQ mit
Touchscreen, Mobiltelefon und GPS-System zur satellitengestützten
Positionsbestimmung, die mit Fahrzeugelektronik und
Navigationssystem verbunden sind. Eine erste Version des "Mini
PDA", mit der zunächst nur die Navigation möglich sein wird, soll
noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.
Unterwegs per Fingertipp
Bereits erhältlich ist die Nachrüstlösung, die DaimlerChrysler für
die A-Klasse von Mercedes-Benz zur Nutzung des
Mercedes-Benz-Portals anbietet. Auch sie besteht nach Angaben von
Konzernsprecherin Anna Leonie Wöhler in Stuttgart aus dem Pocket-PC
Compaq iPAQ, der sich unterwegs per Fingertipp bedienen lässt,
einer GPS-Antenne und einem Mobiltelefon. Als Funktionen stehen
neben einem Routenplaner und Staumelder auch die Umkreissuche nach
Tankstellen, Hotels, Restaurants und Apotheken sowie E-Mail- und
Adressdienste zur Verfügung. Außerdem lassen sich Flüge und
Konzerttickets buchen.
Die angezeigten Adressen können wie beim "Mini PDA" von BMW direkt
angesteuert werden. Allerdings erfolgt die Navigation laut Wöhler
über ein so genanntes Off-Board-Navigationssystem, bei dem die
Ortsangaben per Mobilfunk zum Fahrzeug übertragen werden. Das
komplette Paket, das der Hersteller eventuell auch für andere
Baureihen anbieten will, kostet 1799 Euro. Für die Nutzung werden
vom zweiten Jahr an 220,40 Euro jährlich fällig. Dazu kommen die
Kosten für die Datenübertragung.
Navigationssystem bei Opel
Auf einen eigenen Internet-Dienst können mittlerweile auch Fahrer
des Kompaktvans Opel Zafira zugreifen. Beim "OnStar-Car Web" des
Autoherstellers aus Rüsselsheim sind nach Angaben von Sprecher Nick
Kelter zum Beispiel Routen- und Verkehrsinformationen, Stadtführer
mit Angaben zu Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten sowie ein
Organizer mit Kalender- und Adressbuchfunktion verfügbar. Basis des
bisher nur ab Werk erhältlichen und ebenfalls per Fingertipp zu
bedienenden Systems ist wiederum der Pocket-PC Compaq iPAQ.
Das Komplettsystem inklusive Mobiltelefon und PDA kostet 2290 Euro.
Dafür ist die Nutzung nach einmaliger Anmeldung kostenlos.
Autofahrer müssen nur für die Telefongebühren aufkommen. Eine
Ausweitung des "OnStar Car Webs" auf andere Baureihen sei vorerst
nicht geplant, so Kelter. Opel wolle zunächst Erfahrungen mit der
Akzeptanz mobiler Online-Dienste bei den Autofahrern sammeln.
Experten sind skeptisch
Zumindest die Experten sind bisher eher skeptisch. So hält
Professor Ferdinand Dudenhöffer vom Center of Automotive Research
(CAR) der Fachhochschule Gelsenkirchen die derzeit angebotenen
Dienste allenfalls für "bessere Reiseführer". Er wertet sie als
Versuch der Hersteller, im Bereich der Online-Dienste Fuß zu
fassen. "Was für Autofahrer wirklich interessant ist, das kommt
erst noch."
Dazu zählt Dudenhöffer mobile Online-Dienste, die dem Fahrzeug
direkt dienen - etwa Angebote zur Fernwartung, bei denen das Werk
den Fehlerspeicher des Fahrzeugs ausliest und den Fahrer bei
Problemen warnt. Auch von Navigationsdiensten, die auf die
Verkehrssituation in unmittelbarer Umgebung reagieren, indem sie
etwa auf Unfälle hinter Kurven oder Kuppen hinweisen, verspricht
sich Dudenhöffer mehr Akzeptanz bei Autofahrern: "Das kann ihnen
keiner bieten. Für die Umkreissuche können sie auch einen
Reiseführer nehmen."
Reservierung von Parklücken aus dem Auto heraus
Entsprechende Dienste sind bereits in Vorbereitung. So sollen laut
DaimlerChrysler-Sprecherin Wöhler über das Mercedes-Benz-Portal
einmal auch Fahrzeuginfos abgerufen werden können. Und BMW erprobt
Sprecher Müller zufolge die Reservierung von Parklücken aus dem
Auto heraus sowie ein Navigationssystem mit "dynamischer
Routenführung". Dieses berücksichtige über Sensoren die Situation
im direkten Fahrzeugumfeld und von Verkehrsplanern gewünschte
Verkehrsflüsse gleichermaßen. Die erfassten Daten tauschen die
Fahrzeuge dabei untereinander aus.
Felix Rehwald, DPA