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schrieb am 24.07.03 20:24:21
#30 dümmer geht`s nimmer
bei der Aufklärung des schlimmsten Terroranschlages aller zeiten
sind die Staatsbeamten träge und das System schwerfällig
du weißt schon, dass du dich hier lächerlich machst
Das bahnunglück von Eschede ist schon seit einiger Zeit aufgeklärt
und die schlampigen und trägen Verantwortlichen verurteilt.
schrieb am 25.07.03 10:57:12
#27, Mauskartoffel: das ist doch Sülzpolemik.
Fakten, Argumente !!! Wenn schon "das böse Amerika" auch mal Opfer
sein darf, dann doch richtig, oder? Wenn die sogenannten
Terroristen solche Anschläge problemlos organisieren können, warum
organisieren sie sie dann nicht gleich richtig und fliegen in die
Türme, wenn 10 oder 20T Leute drin sind, um Amerika wirklich zu
schädigen. Der Anschlag geschah, als das Ansehen Amerikas auf dem
Tiefpunkt war bzgl. Umweltgipfel in Johannisburg, Palästina-Politik
usw. ein denkbar schlechter Termin, um weltweit Amerika als Opfer
hinzustellen und somit die gewünschte antiamerikanische Stimmung
zunichte zu machen.
Warum zündete Nero Rom an, warum brannte der Reichstag, warum
stürzte das WTC ein ? Immer wenn eine neue "Weltordnung"
verklickert werden muss, wird den Menschen Angst gemacht, damit sie
unpopuläre Entscheidungen hinnehmen (Einschränkungen der pers. und
öff. Freiheiten) und Kriege als "notwendiges Übel" sehen.
schrieb am 25.07.03 13:09:33
Die Verschwörungskritiker möchte ich an dieser stelle spätestens
mal in die Dummchenecke stellen.
Grundsätzlich gilt mal eines: Nicht alles nachplappern, was
irgendwelche "Theoretiker" an hochgeistigem so von sich lassen.
Verschwörungen gab und gibt es, solange es Menschen aber auch Tiere
gibt.
Eine Verschwörung ist meines Erachtens bereits ein Kartell das
illegal Preise abspricht.
Viele hier verfolgen eigene Theorien, besser ihr Geist wirkt
kreativ und macht sich selbständig auf Vorgänge, die dubios und
undurchsichtig erscheinen(siehe 11.September).
Wenn ich an NIXON denke, wäre dieser Skandal niemals aufgedeckt
worden, wenn da nicht so ein kreativer Geist (Journalist von der
Washington Post) am werke gewesen wäre.
Jeder Kriminalist muß diesen "kreativen Geist" besitzen, sonst
braucht er sich gar nicht erst um Aufklärung bemühen.
schrieb am 25.07.03 13:15:27
LostLilith, der Autor dieses Threads wurde übrigens wg.
"Antiamerikanismus" gesperrt
schrieb am 25.07.03 13:20:38
Ich habe das mitbekommen. Aber warum hat er seinen "Nicknamen"
gewechselt? Sittin Bull gefiel mir besser.
schrieb am 25.07.03 14:20:20
Partei des Zeus
Die Bande: Der Einfluss der Straussianer auf die US-Politik
Es ist eine dieser Ironien der Geschichte. Die heftigsten Gegner
des deutschen Antikriegskurses in Amerika berufen sich auf einen
deutsch-jüdischen Philosophen, einen Flüchtling aus dem alten
Europa. Die New York Times nannte ihn „Godfather“ des „Contract
with America“, den die Republikanische Partei 1994 schloss. Für
Time ist er „einer der einflussreichsten Männer in der
amerikanischen Politik“, seine Anhängerschaft in der politischen
und akademischen Welt für die New Republic „eine der Top Ten Gangs
des Millenniums“.
Seine Geschichte klingt unglaublich. Leo Strauss (1899-1973), ein
jüdischer Gelehrter aus dem Umfeld Franz Rosenzweigs, promoviert
von Ernst Cassirer, später im Banne Heideggers, von Carl Schmitt
gefördert, 1938 in die USA emigriert, lehrte für beinahe zwanzig
Jahre an der University of Chicago politische Philosophie und
scharte dort eine Gemeinde um sich, die noch die Regierung Bush
prägt. Die Politik-Departments in den USA werden seit langem von
den Straussianern unterwandert, vielerorts beherrscht. Ganze
Generationen von Politikern gingen bei ihnen in die Lehre.
Die meisten Neokonservativen sind Schüler oder Enkelschüler von Leo
Strauss. Einige haben bei prominenten Straussianern wie Harvey
Mansfield oder Allan Bloom studiert. Blooms „The Closing of the
American Mind“, eine Populärversion der Strauss’schen Lehre, wurde
1987 zum Bestseller und zur Lieblingslektüre der neokonservativen
Welle unter Ronald Reagan. Saul Bellow hat seinem Freund Bloom mit
dem Roman „Ravelstein“ ein Denkmal gesetzt.
Zu den schillerndsten Figuren der neokonservativen Szene zählen die
medienmächtigen Familien Podhoretz und Kristol. Norman Podhoretz
ist Herausgeber der einflussreichen jüdischen Zeitschrift
Commentary, der Straussianer John Podhoretz war bei der New York
Post. Irving Kristol, neben Norman Podhoretz Gründervater der
Neokonservativen, gibt seit langem das neokonservative Hausorgan
Public Interest mit heraus. Heute ist er Senior Fellow am „American
Enterprise Institute for Public Policy Research“, vor dem Bush
kürzlich seine Irak-Rede hielt. Irvings Sohn William Kristol,
Chefideologe der Republikaner, ein Schüler Harvey Mansfields, hat
seinen Weekly Standard zum Sprachrohr der Neokonservativen gemacht.
Der Einfluss der Straussianer auf die konservativen Medien,
einschließlich des Wall Street Journal, ist gewaltig. Straussianer
dominieren auch manche der neokonservativen Think Tanks (SZ vom 1.
März) und finanzstarke Stiftungen wie die Olin Foundation.
Welche Rolle sie aber in der gegenwärtigen Bush-Administration
spielen, ist schwieriger zu beurteilen. Zwar stehen zahlreiche
Straussianer in Regierungsdiensten. Doch auch wenn sie dort als die
Vordenker gelten, so müssen sie mit anderen um die Gunst des
Präsidenten konkurrieren: mit den Vertretern dessen, was man früher
den „militärisch-industriellen Komplex“ nannte (wie Dick Cheney),
und mit den intellektuell dürftigen Hitzköpfen der „Christlichen
Rechten“. Beiden Gruppen fühlt Bush sich nahe, der ersten qua
Herkunft, der zweiten aufgrund seines religiösen
Erweckungserlebnisses, das in den morgendlichen Bibelstunden im
Oval Office und seiner theologisch aufgeladenen Rhetorik
fortlebt.
Der heute wichtigste straussianische Politiker ist Paul Wolfowitz,
stellvertretender Verteidigungsminister, den manche Kommentatoren
als das „Superhirn“ der Regierung bezeichnen. Er hat nicht nur bei
dem Atomkriegsdenker Albert Wohlstetter, sondern auch bei Allan
Bloom studiert – wie Francis Fukuyama, der bekannteste
Regierungsstraussianer.
Plaudertasche Machiavelli
Man wird die gegenwärtige amerikanische Politik nicht verstehen,
ohne den straussianischen Hintergrund ihrer neokonservativen
Vordenker zu kennen. Dazu muss man die üblichen Klischees – „Blut
für Öl“ und „christlicher Fundamentalismus“ – aufgeben: Erstens
glauben die Straussianer an das, was sie sagen. Für sie verändern
Ideen die Welt, nicht wirtschaftliche Interessen – wobei beides
miteinander vereinbar sein kann. Zweitens glauben sie an ihre
historische Mission, doch diese Mission ist nicht christlich,
sondern die globale Demokratisierung. Leo Strauss war Atheist, und
seine Schüler sind es ebenfalls – auch wenn es für Straussianer
erlaubt ist, das nicht öffentlich zu bekennen.
Das Denken von Leo Strauss ist elitär: Die Wahrheit ist nur für
wenige bestimmt, die sie verkraften können – die Philosophen. Sie
sind ständig bedroht von Religion und Politik, die sich durch die
kritische Kraft der Philosophie in Frage gestellt sehen. Auf der
anderen Seite wollen die Philosophen, um ihre Freiheit des Denkens
zu bewahren, die wertezersetzenden Wahrheiten nicht der
Gesellschaft zumuten, die durch die Anerkennung göttlicher und
staatlicher Autorität zusammengehalten wird. Aus diesen Gründen der
Gefährdung und der Verantwortung verbergen große Philosophen ihre
Ideen zwischen den Zeilen. Leo Strauss steht in der akademischen
Welt für diese Unterscheidung des „esoterischen“ und „exoterischen“
Schreibens. Darauf gründet sich das Selbstverständnis einer
politischen Elite, die niemand anderen für kompetent hält, ihre
Politik, zumal die Außenpolitik, zu beurteilen.
Das politische Ideal der Straussianer ist die antike Polis, ihr
moralisches die Tugend des Staatsbürgers. Der Moderne werfen sie
vor, die politische Orientierung am Ideal aufgegeben zu haben. Der
Hauptschuldige ist Machiavelli, der die geheimen Wahrheiten
öffentlich aussprach und damit den Nihilismus der Moderne
einleitete. Wohlverstanden: Nicht Machiavellis Analyse – es gibt
keinen Gott, der Mensch handelt unmoralisch – ist in den Augen der
Straussianer falsch, sondern der verantwortungslose Umgang damit.
Dieser Verfall des politischen Denkens stand am Anfang der
technischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Katastrophe der
Moderne.
So deuten Straussianer die Welt. Und an dieser Stelle kommt Amerika
ins Spiel. Neben der antiken und frühneuzeitlichen politischen
Philosophie und der Außenpolitik gilt ihre besondere Zuneigung den
amerikanischen Gründervätern. Amerika, so lehren sie, knüpfte an
die in Europa verschüttete klassische Tradition an, denn es wurde
nicht nur auf modernen, sondern auch auf antiken und biblischen
Fundamenten errichtet. Amerika hat die natürliche Hierarchie und
den Menschen als politisches Wesen wiederentdeckt. Dieses Erbe ist
jedoch bedroht – durch äußere Gefahren, deren größte die
Sowjetunion war, ebenso wie durch subversive Kräfte im Innern, die
Neue Linke, Multikulturalismus und Subkulturen.
Öl? Nein, Ideen
So weit war die politische Theorie des Straussianismus entwickelt,
als in den siebziger Jahren enttäuschte Linke und Liberale wie
Norman Podhoretz und Irving Kristol mit ihrer Hilfe den
Neokonservatismus begründeten, der sich vom althergebrachten
religiösen oder machtpolitischen Konservatismus absetzen sollte. Im
Gegensatz zu diesem traten Neokonservative immer für eine starke
Regierung ein. In der Außenpolitik plädierten sie für eine Rückkehr
zum demokratischen Interventionismus Teddy Roosevelts. Um den
moralischen Relativismus im Inneren zu bekämpfen, erachteten sie
das religiöse Revival der Achtziger für hilfreich, doch als Juden,
die Strauss folgten, predigten sie eine säkulare Religion: den
Patriotismus. Lange Zeit waren beide Seiten miteinander verbündet,
Straussianer und christliche Rechte – „Neocons“ und „Theocons“.
Mitte der neunziger Jahre aber war es damit vorbei. Katholische und
protestantisch-fundamentalistische Gruppen protestierten gemeinsam
immer hitziger gegen Bill Clintons liberale Abtreibungspolitik und
sprachen schließlich der Regierung ihre Legitimation ab. Das war
zuviel für die Straussianer. Die religiösen Geister, die sie
gerufen hatten, wurden sie zwar nicht mehr los. Aber sie nahmen den
Kampf auf. Die „Theocons“ verhielten sich verantwortungslos und
vergraulten potentielle Wähler der Republikaner, lautete der
Vorwurf der Straussianer. Ihr Patriotismus war stärker als ihre
Abneigung gegen Clinton. So traf es sich gut, dass die liberalen
Falken der Regierung Clinton eine Politik des außenpolitischen
Interventionismus einleiteten, wie sie Neokonservative seit langem
gefordert hatten – unter Berufung auf Menschenrechte und
Demokratie.
Die jüdischen Neokonservativen traten darum bei den Wahlen 2000 als
Parteigänger von John McCain hervor, Kriegsheld, republikanischer
Senator und Gegner der religiösen Rechten. William Kristol schrieb
unzählige Artikel für McCain und eröffnete eine Pro-McCain-Website
mit dem Namen „Party of Zeus“. Als Bush mit seinen christlichen
Hilfstruppen sich durchsetzte, erwarteten Beobachter, der Einfluss
der straussianischen Neokonservativen würde nun abnehmen. In der
Tat schien deren Bewegungsfreiheit eingeengt – zwischen den
religiösen und Altkonservativen einerseits und den vorsichtigen
Realpolitikern wie Colin Powell andererseits.
Mit dem 11. September sollte sich dies schlagartig ändern. Hatten
nicht Neokonservative wie Wolfowitz ständig vor unerwarteten
Gefahren gewarnt und militärische Prävention empfohlen? Männer wie
Wolfowitz und Richard Perle, der zugleich für das AEI und im
Pentagon als Vorsitzender des Defense Policy Board arbeitet, galten
als die Experten der Stunde. In Wahrheit sind ihre
Bedrohungsszenarien – staatliche Massenvernichtungswaffen und von
Staaten unterstützter Terrorismus – noch an den Kategorien des
Kalten Krieges orientiert. Dass ihnen zum globalisierten Terror
nicht viel einfällt, ist kaum aufgefallen. Seit 1977 warnt
Wolfowitz unermüdlich vor der irakischen Gefahr. Was Bush nun
verkündet, weiß Wolfowitz schon lange: Saddam ist der erste
Dominostein, dessen Fall schließlich zur Demokratisierung des Nahen
Ostens führen wird – nach dem Modell des Falls der Berliner
Mauer.
Gegen den Widerstand aller anderen Regierungsmitglieder hat
Wolfowitz den Krieg gegen den Irak bei Bush durchgesetzt. Wäre es
nach Wolfowitz gegangen, hätte Saddam schon das Jahr 1991 nicht
überlebt. Wenige Tage nach dem 11. September 2001 zeigte Wolfowitz
folglich auf den Irak. Seine Bemerkung, Ziel der USA sei es, alle
Staaten zu vernichten, die den Terrorismus unterstützten, musste er
damals auf Druck Powells hin zurücknehmen. Heute ist daraus die
Doktrin der amerikanischen Sicherheitspolitik geworden.
Nicht Öl, sondern Ideen treiben die Neokonservativen an. Ihre
Demokratisierungs-Mission ist noch nicht vollendet. Letztlich aber
haben sie ihren Ahnherrn verraten. So getreu sie ihm folgen: Leo
Strauss wollte nie die alleinige Hegemonie der USA. Der
tugendhafte, patriotische Bürger braucht die Polis, die Nation als
begrenzten, natürlichen Bereich des Politischen. Leo Strauss war in
diesem Sinne kein Neokonservativer. Er blieb ein Denker aus dem
alten Europa, der seine antiken Ideale auf die Neue Welt übertragen
hat.
TIM B. MÜLLER
Süddeutsche Zeitung vom 05. März 2003, Seite 16
schrieb am 25.07.03 18:10:17
@punk, #34
durch welchen beitrag? wieso ist dein thread geschlossen?
wer war der denunziant?
schrieb am 25.07.03 18:41:15
Das kannst Du ja in #40 lesen:
Die Threadüberschrift ist nicht korrekt, der Thread wird daher
geschlossen.
Da ich die BM inzwischen kenne, kann ich dies bestätigen. Es war
eben nicht nur wegen Antiamerikanismus, dass LL gesperrt wurde,
könnte aber ein gewichtiges Argument gewesen sein.
Der Sperrgrund für LL erscheint mir lächerlich, da könnte man
gleich 10 User wegen ihrer heutigen Postings sperren.
Auffallend ist natürlich, das Kritiker der "Guten" viel häufiger
und schneller gesperrt werden als Bushisten.
schrieb am 11.11.03 01:07:55
Punk, Lili usw.
wie alt seid Ihr?
würde mich ernsthaft interessieren.
Ich schätze zwischen 18 und 25 ?!
...deswegen, weil sich eigentlich nur die jüngere Generation(wozu
ich mich auch zähle) wirkliche Sorgen um die Zukunft macht.
Und das ist auch der Punkt der mich in letzter Zeit stutzig
macht,
sind wir - die junge Generation der Nachforschenden -
...zu naiv,
zu sehr an Verschwörungstheorien interessiert,
zu pessimistisch,
haben zu viel Zeit zum Recherchieren,
auf der Suche nach einem Strohhalm an dem man sich halten kann,
haben einen freieren Kopf weil wir uns nicht an Dinge halten müssen
wie Familie; Arbeit und Beruf; öffentliches Ansehen;
Konsum;...?
...ich glaube nicht
pF