WCM kann ohne Investor überleben
Frankfurt - Keine existenzielle Gefährdung seines Unternehmens
durch die gegenwärtigen Turbulenzen sieht Roland Flach,
Vorstandsvorsitzender der WCM AG: "Die Zukunft der WCM hängt nicht
davon ab, ob wir einen Investor finden", so Flach gegenüber WELT am
SONNTAG.
Dabei ist er seit Monaten auf der Suche nach einem Geldgeber, um
einen Teil der Bankschulden von rund drei Milliarden Euro
zurückzuzahlen. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei die
Gesellschaft Sirius, die WCM zu 45 Prozent gehört. Sirius wiederum
besitzt die Hälfte der Immobiliengesellschaft IVG und hat diesen
Anteil mit Krediten finanziert. Dieses Geld wollen die Banken jetzt
zurückhaben. Nur wenn es Flach gelingt, rechtzeitig frische Mittel
aufzutreiben, wird es nicht zu der von den Gläubigerbanken
angekündigten Versteigerung der Sirius-Anteile an IVG kommen.
Flach würde seinen über Sirius gehaltenen IVG-Anteil zwar gern
behalten, richtet sich jetzt aber auf eine Zukunft ohne IVG ein.
"Wenn IVG versteigert wird, dann geht es eben ohne IVG weiter - und
wir sind 600 Millionen Euro Schulden los", so Flach forsch.
Allerdings habe er noch einige Wochen Zeit, den gesuchten
Großinvestor zu finden. "Ich kämpfe so lange um einen Investor, wie
es geht", sagt er. "Dafür werden ich bezahlt."
Auf keinen Fall will er WCM-Anteile an der Commerzbank mit Verlust
auf den Markt werfen, bloß um ein paar lästige Banken ruhig zu
stellen. Die Beteiligungsgesellschaft WCM, deren Hauptaktionär, der
Hamburger Raider Karl Ehlerding, auch tief in finanziellen
Schwierigkeiten steckt, könne zur Not auch ein Jahr als reine
Immobilengesellschaft überwintern, glaubt Vorstandschef Flach.
Festhalten will er auf jeden Fall an der 83-Prozent-Beteiligung an
den Klöckner-Werken. mf
Artikel erschienen am 9. Nov 2003
was meint der mit dem satz "könne zur Not auch ein Jahr als reine
Immobilengesellschaft überwintern"