extra chance 3.9.03
IVG Immobilien: Muss WCM seine Beteiligung versilbern?
Dass die Aktien der IVG Immobilien AG ein echtes Schnäppchen sind,
hatten wir in den ExtraChancen bereits Ende April deutlich gemacht.
Auch wenn die Papiere seitdem 20% an Wert zulegten, notiert die
Gesellschaft weiterhin deutlich unter ihrem so genannten
Nettovermögenswert (?Net-Asset-Value?), der sich aus dem Wert der
Immobilien im Konzernbesitz ergibt. Als Grund für diesen Abschlag
werden vor allem die Unsicherheiten über die Zukunft der
Muttergesellschaft WCM verantwortlich gemacht. Die Diskussion um
die Eigentümerstruktur hängt wie ein Damoklesschwert über der
IVG-Aktie. Doch die Entscheidung rückt näher.
IVG: Attraktiv bewertete Immobilien-Aktie
IVG Immobilien
ISIN DE0006205701
aktueller Kurs 8,93 Euro
52-Wochen-Hoch 10,18 Euro
52-Wochen-Tief 5,70 Euro
Marktkap. 1,03 Mrd. Euro
Stopp-Kurs 7,50 Euro
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Die IVG Immobilien AG zählt zu den größten
Immobilienaktiengesellschaften Europas. Das Management eigener
Liegenschaften, die damit verbundenen Dienstleistungen sowie
Projektentwicklungen zählen zu den Kernkompetenzen der Bonner.
Investitionsschwerpunkte im Bereich Büroimmobilien und
Businessparks sind zum einen deutsche Großstädte wie Berlin,
München oder Frankfurt, aber auch europäische Wirtschaftsmetropolen
wie Brüssel, London oder Paris.
Die Diskussion um die künftige Eigentümerstruktur beim
Mehrheitsaktionärs WCM ist nicht spurlos an der im MDAX notierten
Gesellschaft vorbei gegangen. Die Finanzprobleme der Hamburger
Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft haben auch die Anleger der
Tochtergesellschaft IVG verunsichert.
WCM hält - indirekt über seine Mehrheitsbeteiligung an der Sirius
Beteiligungsgesellschaft - 54% an IVG. Um diese Beteiligung an IVG
zu erwerben, hat Sirius einen Kredit von rund 600 Mio. Euro bei
verschiedenen Banken aufgenommen. Nach einem Bericht der
?Frankfurter Allgemeinen Zeitung? scheinen die Gläubigerbanken nun
offenbar die Geduld zu verlieren und wollen ihr Geld bis Ende
September zurück haben (vgl. ExtraChancen vom 1. September). WCM
hat für die Sirius-Verbindlichkeiten angeblich eine Bürgschaft
abgegeben.
Verlängern die Banken die Laufzeit ihrer Kredite für Sirius
wirklich nicht, gerät WCM kurzfristig unter Zugzwang. Auf dem
Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse ist bereits zu hören, dass
die Gläubiger planen, die IVG-Beteiligung nun zu versilbern ?
zweistellige Preise machen die Runde.
Aber auch ungeachtet dieser Tatsache ist die IVG-Aktie ein lohendes
Investment. Die Bonner Immobiliengesellschaft überzeugt seit Jahren
mit recht konstanten Erträgen. Zudem notiert die Aktie deutlich
unter dem Net-Asset-Value, der bei rund 12 Euro liegt. Demnach wird
der Titel mit einem 30%-igen Abschlag gehandelt.
Der Immobilienkonzern konnte seinen Gewinn vor Zinsen und Steuern
im ersten Halbjahr auf Grund von Immobilienverkäufen in London und
Brüssel auf 77,8 Mio. Euro (Vorjahr: 57,4 Mio. Euro) steigern. Der
Überschuss erhöhte sich sogar auf 25,9 Mio. Euro (6,6 Mio. Euro).
In den ersten sechs Monaten wurden mit 168,8 Mio. Euro rund 11%
mehr umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr
erwartet der Vorstand zwar einen Jahresüberschuss knapp unter dem
Vorjahreswert von 70 Mio. Euro. Mit einem KGV für 2003 von 11,6 ist
die Aktie aber nach wie vor attraktiv bewertet.