Antwort auf Beitrag Nr.:
33.146.676 von mickefett am 23.01.08
18:46:31Agassi startet Netz für Stromautos
von Matthias Lambrecht (München)
Shai Agassi verhandelt mit deutschen Konzernen über ihre
Beteiligung am Aufbau eines landesweiten Netzes von Ladestationen
für Elektroautos. Der frühere SAP-Vorstand will Großunternehmen aus
mehreren Branchen für seine Idee gewinnen.
"Unternehmen wie Eon wären klassische Partner für uns", sagte
Agassi im Gespräch mit der FTD. Aber auch Finanzinstitute wie die
Deutsche Bank wolle er gewinnen. "Und natürlich brauchen wir die
deutschen Autohersteller." Deutschland ist eines von derzeit 15
Ländern, in dem Agassi sein im vergangenen Jahr angeschobenes
"Project Better Place" vorantreibt. Ziel ist die Schaffung einer
massenmarktfähigen Infrastruktur für Elektroautos.
Gemeinsam mit Renault-Chef Carlos Ghosn und Präsident Schimon Peres
hat Agassi am Montag den Aufbau eines landesweiten Netzes von
Ladestationen in Israel angekündigt. Der französische
Autohersteller und seine japanische Tochter Nissan haben dafür
Elektroautos entwickelt, die schon in diesem Jahr in kleinen Serien
getestet werden.
Project Better Place plant die Installation von rund 500.000
Stationen, die in Haushalten, aber auch auf öffentlichen
Parkplätzen das Aufladen der Batterien ermöglichen sollen.
Zusätzlich sollen an 150 Standorten leere
Batterien gegen
volle getauscht werden können, um lange Ladezeiten nach längeren
Fahrten zu vermeiden.
Shai Agassi wirbt für seine "Apollo-Mission"
Massenproduktion ab 2011
"Ziel ist es, 2011 mit der Massenproduktion zu beginnen", sagte
Agassi. Für ihn ist die Markteinführung die Initialzündung, um
seine Geschäftsidee weltweit durchzusetzen. "Das ist Israels
Apollo-Mission", sagte er am Dienstag auf dem Münchner IT- und
Medienkongress DLD.
Mit seinem als unternehmerisches Startup organisierten Projekt
stößt Shai Agassi in einen Markt vor, den sich wie Renault auch
andere Autohersteller erschließen wollen. Die weltweite Debatte
über Klimaschäden durch Kohlendioxidemissionen und der hohe Ölpreis
lassen die Nachfrage nach Elektroautos wachsen. Bislang scheiterte
der Einstieg ins Massengeschäft aber an den langen Ladezeiten der
Batterien und vergleichsweise geringen Reichweiten. Entscheidend
ist daher die Entwicklung der Akkus, in die auch deutsche
Autohersteller verstärkt investieren.
Das Problem der langen Ladezeiten glaubt Agassi mit dem
flächendeckenden Netz und den Batteriewechselstationen gelöst zu
haben. Dabei muss sich der Nutzer nur das Auto anschaffen, dessen
Motorleistungen etwa denen eines vergleichbaren Benzin- oder
Dieselantriebs vergleichbar sein sollen. Die Akkus bleiben dagegen
im Besitz des Stromnetzbetreibers. Der könne dann Tarifmodelle
anbieten, wie sie heute in der Telekommunikationsbranche üblich
sind: So würden gefahrene Kilometer entweder einzeln oder im Paket
abgerechnet. Denkbar seien auch monatliche Pauschalen, die die
gesamte Fahrleistung abdecken und sogar länger laufende Verträge,
die ein Gratisauto einschließen.
Flankenschutz bekommt Agassi in Israel durch eine hohe Steuer auf
Benzin- oder Dieselautos, die beim Kauf eines Elektroautos bis 2015
nicht erhoben werden und danach deutlich geringer ausfallen soll.
Der Startup-Unternehmer erwartet, dass auch andere Länder
Emissionen mit deutlich höheren Abgaben belegen werden, sodass die
Gesamtkosten der Elektroautos schon bald unter denen konventionell
betriebener Fahrzeuge liegen könnten.
Der Strom für die Autos soll aus regenerativen Energien
kommen. In Israel müssten dazu 5 Mrd. $ in neue Solaranlagen
investiert werden. Die Kosten des Aufbaus der Infrastruktur werden
auf rund 1 Mrd. $ veranschlagt. 200 Mio. $ hat Agassi in der ersten
Finanzierungsrunde bereits eingesammelt. Zu den Geldgebern gehört
die US-Investmentbank Morgan Stanley. Agassi geht davon aus, dass
sich sein Engagement trotz der hohen Investitionen schnell
rentiert: "Das Geschäftsmodell ist sehr profitabel", sagte er.
"Deshalb kommen jetzt auch viele Investoren zu uns, die mit
einsteigen wollen."
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P.S.: Ich halte das Brennstofzellenauto für eine Totgeburt. Aber
ich kann mich natürlich auch täuschen.