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schrieb am 19.04.04 23:33:21
Moskau - Der größte russische Erdölkonzern Yukos hat die Kontrolle
über seine Aktiva verloren und steht möglicherweise kurz vor einem
Bankrottverfahren. Das russische Steuerministerium, das von Yukos
für das Jahr 2000 noch 99,5 Mrd. Rubel (circa drei Mrd. Euro) an
Steuern nachfordert, setzte vor dem Moskauer Arbitragegericht
durch, dass die Aktiva des Ölgiganten eingefroren werden. Die
Eigner können nun keine Aktiva des Mutterkonzerns oder der
Konzerntöchter verkaufen. Die Erdölproduktion - Yukos will in
diesem Jahr seinen Ausstoß von 82 auf 90 Mio. Tonnen steigern - ist
davon jedoch nicht betroffen.
Beobachter in Moskau schlossen nicht aus, dass die Steuerrechnung,
die Yukos bis Freitag hätte bezahlen müssen, den Yukos-Konzern in
die Insolvenz treiben könnte. Finanzchef Bruce Misamore zeigte sich
vom Vorgehen der Steuerbehörden " geschockt" . Er sagte, die
Beamten hätten dem Konzern vier Stunden Zeit gegeben, um das Geld
zu überweisen. Laut Misamore verfügt Yukos derzeit nicht über die
Barmittel, um die Steuerschuld zu begleichen.
Da Yukos gegenwärtig nur mit größten Schwierigkeiten Kreditlinien
eröffnen kann und keinerlei Aktiva veräußern darf, ist der Konzern
in gefährliches Fahrwasser geraten. Die Steuerforderung weist das
Unternehmen als ungerechtfertigt zurück. " Nun könnten auch noch
Steuernachforderungen für 2001, 2002 und 2003 in ähnlicher Höhe
erhoben werden" , sagte ein Moskauer Ölanalyst. " Dann stünde Yukos
tatsächlich kurz vor dem Aus."
Yukos ist ein weit verschachtelter Konzern aus rund 600 Firmen. Wie
alle anderen russischen Ölfirmen nutzte Yukos innerrussische
Steueroasen in kleinen Provinzstädten, um die Steuerlast zu
minimieren. Durch diese Steuertricks entgingen dem Fiskus jährlich
Einnahmen in Höhe von rund drei Prozent des BIP, rechnete die
Weltbank vor. Die über Jahre gängige Praxis, die von staatlicher
Seite unterstützt wurde und die Misamore als " 100prozentig legal"
einstuft, wird nun vom Kreml als illegal gesehen. Am 29. Dezember
vergangenen Jahres, also zwei Tage vor Verjährungsfrist, hatten die
Steuerbehörden erstmals die Milliardenforderung erhoben.
Tatsächlich wirkt das Steuerverfahren gegen den Konzern politisch
motiviert. Erst nachdem der ehemalige Yukos-Chef und Hauptaktionär
Michail Chodorkowskij im vergangenen Jahr bekannt gegeben hatte,
Oppositionsparteien zu unterstützen, fiel Yukos in Ungnade. JH
Artikel erschienen am 20. April 2004
Quelle: Welt
schrieb am 20.04.04 00:52:31
hat der yukos-hauptaktionär/chef nicht schon seit einiger zeit
russische beteiligungen in milliardenhöhe aus seinem
privatportfolio veräußert?
evtl. irre ich mich auch.
putin in die quere zu kommen können sich weder oppositionelle noch
oligarchen noch journalisten leisten.
erinnert sich noch wer an lebed? das alles erscheint in einem neuen
licht .... schluck. das ist nicht lustig ...
schrieb am 20.04.04 18:11:33
Für eine mögliche Insolvenz steht Yukos aber noch hoch im Kurs.
Alles nur Panikmache?!
schrieb am 20.04.04 18:40:32
20.04.2004 - 17:26 Uhr
S&P senkt Langfrist-Ratings von Yukos und Sibneft
LONDON (Dow Jones-VWD)--Die Standard & Poor`s Ratings Services
(S&P) hat das Langfrist-Rating der Yukos Oil Co auf "CCC" von
"BB-" gesenkt und jenes der OAO Sibneft, beide Moskau, auf "B" von
"B+". Zur Begründung der Reduzierung bei Yukos verwies die Agentur
am Dienstag auf einen Gerichtsbeschluss. Demzufolge darf Yukos
wegen einer drohenden Steuerklage über 3,5 Mrd USD Vermögenswerte
weder verkaufen noch verpfänden. Die Ratings von Yukos befänden
sich nach wie vor auf der Beobachtungsliste. Die Implikation sei
aber auf "Developing" von vorher "Negative" revidiert worden.
Die Einfrierung der Yukos-Vermögenswerte umfasse auch den
92-prozentigen Anteil an Sibneft, erklärte Standard & Poor`s
die Ratingsenkung bei Sibneft. Auch hier befänden sich die
Bonitäten auf "CreditWatch". Die Implikation "Developing" werde
bestätigt. Standard & Poor`s zeigt sich über die steigenden
Risiken besorgt, dass Yukos die Eigentumsrechte über die
cash-generierenden Sparten verliere. Zudem gebe es Unsicherheiten
über die Liquidität. Auch könne Yukos unter politischen Druck
geraten, was die Position des Unternehmens in der Steuersache
schwächen könnte.
Dow Jones Newswires/20.4.2004/chr/mi
schrieb am 20.04.04 18:43:52
"Langfrist-Rating der Yukos Oil Co auf "CCC" von "BB-" gesenkt"
Was geht denn hier ab?!
schrieb am 20.04.04 19:52:08
verabschieded euch von yukos, vorerst..
entweder zerschlagung oder verstaatlichung.
Ich wäre für die verstaatlichung
schrieb am 20.04.04 20:25:36
Warum? Dann bricht die Panik am russ. Markt aus.
schrieb am 20.04.04 20:53:11
Tipe auf den Bankrott.
Übrigens sehr inteligent geregelt vom Zaren.
Bei einer Insolvenz hätte er sein Ziel erreicht ohne Prügel von den
Investoren zu bekommen.Da der Zar nicht gerade ein Freund jüdischer
Geschäftspraktiken ist,hätte sich das Problem des Nachfolgers
Chodorkowskys auch erledigt.Habe selber nix gegen Juden im
Gegenteil.Es ist halt so und die Aussage ist in Russland
bekannt.Die Situation in Russland ist hier sehr schwierig und würde
hier den Rahmen sprengen.
Yukos wird sozusagen mit seinen eigenen Waffen geschlagen.
Sehr weise dieser Zar das muss man ihm lassen.
Es wird ein neues Ölunternehmen entstehen.Ob es allerdings an die
Börse kommt steht in den Sternen.
Gruß NVO
schrieb am 20.04.04 22:49:58
"Bei einer Insolvenz hätte er sein Ziel erreicht ohne Prügel von
den Investoren zu bekommen."
Hallo!? Wer will schon einen Totalverlust - habe ich da was falsch
verstanden.
"Yukos wird sozusagen mit seinen eigenen Waffen geschlagen." -
Welche sind das?!
Gruß Kosto
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