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Seite 1 von 1.067

Gerichtsentscheid bringt Ölkonzern Yukos schwer in die Bredouille

Diskussionsstatistik
eröffnet am 19.04.04 23:33:21
von
neuster Beitrag 16.02.11 20:08:11
von

Anzahl Beiträge: 10.662
Aufrufe gesamt: 523.879
Aufrufe heute: 1
Diskussionsnr.: 848.908

YUKOS, NK ADR 4/

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[ Seite: 123106510661067neuster Beitrag ]

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schrieb am 19.04.04 23:33:21
Beitrag Nr.1 
(12.798.037)
Antwort
Zitat
Moskau - Der größte russische Erdölkonzern Yukos hat die Kontrolle über seine Aktiva verloren und steht möglicherweise kurz vor einem Bankrottverfahren. Das russische Steuerministerium, das von Yukos für das Jahr 2000 noch 99,5 Mrd. Rubel (circa drei Mrd. Euro) an Steuern nachfordert, setzte vor dem Moskauer Arbitragegericht durch, dass die Aktiva des Ölgiganten eingefroren werden. Die Eigner können nun keine Aktiva des Mutterkonzerns oder der Konzerntöchter verkaufen. Die Erdölproduktion - Yukos will in diesem Jahr seinen Ausstoß von 82 auf 90 Mio. Tonnen steigern - ist davon jedoch nicht betroffen.


Beobachter in Moskau schlossen nicht aus, dass die Steuerrechnung, die Yukos bis Freitag hätte bezahlen müssen, den Yukos-Konzern in die Insolvenz treiben könnte. Finanzchef Bruce Misamore zeigte sich vom Vorgehen der Steuerbehörden " geschockt" . Er sagte, die Beamten hätten dem Konzern vier Stunden Zeit gegeben, um das Geld zu überweisen. Laut Misamore verfügt Yukos derzeit nicht über die Barmittel, um die Steuerschuld zu begleichen.


Da Yukos gegenwärtig nur mit größten Schwierigkeiten Kreditlinien eröffnen kann und keinerlei Aktiva veräußern darf, ist der Konzern in gefährliches Fahrwasser geraten. Die Steuerforderung weist das Unternehmen als ungerechtfertigt zurück. " Nun könnten auch noch Steuernachforderungen für 2001, 2002 und 2003 in ähnlicher Höhe erhoben werden" , sagte ein Moskauer Ölanalyst. " Dann stünde Yukos tatsächlich kurz vor dem Aus."


Yukos ist ein weit verschachtelter Konzern aus rund 600 Firmen. Wie alle anderen russischen Ölfirmen nutzte Yukos innerrussische Steueroasen in kleinen Provinzstädten, um die Steuerlast zu minimieren. Durch diese Steuertricks entgingen dem Fiskus jährlich Einnahmen in Höhe von rund drei Prozent des BIP, rechnete die Weltbank vor. Die über Jahre gängige Praxis, die von staatlicher Seite unterstützt wurde und die Misamore als " 100prozentig legal" einstuft, wird nun vom Kreml als illegal gesehen. Am 29. Dezember vergangenen Jahres, also zwei Tage vor Verjährungsfrist, hatten die Steuerbehörden erstmals die Milliardenforderung erhoben.


Tatsächlich wirkt das Steuerverfahren gegen den Konzern politisch motiviert. Erst nachdem der ehemalige Yukos-Chef und Hauptaktionär Michail Chodorkowskij im vergangenen Jahr bekannt gegeben hatte, Oppositionsparteien zu unterstützen, fiel Yukos in Ungnade. JH




Artikel erschienen am 20. April 2004

Quelle: Welt
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NicholasVanOrton
schrieb am 20.04.04 00:21:46
Beitrag Nr.2 
(12.798.762)
Antwort
Zitat
Was lernen wir daraus?
Nie sein Geld in Unternehmen investieren, die Ärger mit dem Zaren haben. Der Zar wird eine Lösung finden, die IHM gefällt. ;)

In diesem Sinne
Gruß NVO
Avatar
schrieb am 20.04.04 00:52:31
Beitrag Nr.3 
(12.798.997)
Antwort
Zitat
hat der yukos-hauptaktionär/chef nicht schon seit einiger zeit russische beteiligungen in milliardenhöhe aus seinem privatportfolio veräußert?
evtl. irre ich mich auch.
putin in die quere zu kommen können sich weder oppositionelle noch oligarchen noch journalisten leisten.
erinnert sich noch wer an lebed? das alles erscheint in einem neuen licht .... schluck. das ist nicht lustig ...
Avatar
schrieb am 20.04.04 18:11:33
Beitrag Nr.4 
(12.807.651)
Antwort
Zitat
Für eine mögliche Insolvenz steht Yukos aber noch hoch im Kurs. Alles nur Panikmache?!

:confused:
Avatar
schrieb am 20.04.04 18:40:32
Beitrag Nr.5 
(12.807.856)
Antwort
Zitat
20.04.2004 - 17:26 Uhr
S&P senkt Langfrist-Ratings von Yukos und Sibneft
LONDON (Dow Jones-VWD)--Die Standard & Poor`s Ratings Services (S&P) hat das Langfrist-Rating der Yukos Oil Co auf "CCC" von "BB-" gesenkt und jenes der OAO Sibneft, beide Moskau, auf "B" von "B+". Zur Begründung der Reduzierung bei Yukos verwies die Agentur am Dienstag auf einen Gerichtsbeschluss. Demzufolge darf Yukos wegen einer drohenden Steuerklage über 3,5 Mrd USD Vermögenswerte weder verkaufen noch verpfänden. Die Ratings von Yukos befänden sich nach wie vor auf der Beobachtungsliste. Die Implikation sei aber auf "Developing" von vorher "Negative" revidiert worden.

Die Einfrierung der Yukos-Vermögenswerte umfasse auch den 92-prozentigen Anteil an Sibneft, erklärte Standard & Poor`s die Ratingsenkung bei Sibneft. Auch hier befänden sich die Bonitäten auf "CreditWatch". Die Implikation "Developing" werde bestätigt. Standard & Poor`s zeigt sich über die steigenden Risiken besorgt, dass Yukos die Eigentumsrechte über die cash-generierenden Sparten verliere. Zudem gebe es Unsicherheiten über die Liquidität. Auch könne Yukos unter politischen Druck geraten, was die Position des Unternehmens in der Steuersache schwächen könnte.
Dow Jones Newswires/20.4.2004/chr/mi
Avatar
schrieb am 20.04.04 18:43:52
Beitrag Nr.6 
(12.807.912)
Antwort
Zitat
"Langfrist-Rating der Yukos Oil Co auf "CCC" von "BB-" gesenkt"

Was geht denn hier ab?!

:rolleyes:
Avatar
schrieb am 20.04.04 19:52:08
Beitrag Nr.7 
(12.808.873)
Antwort
Zitat
verabschieded euch von yukos, vorerst..
entweder zerschlagung oder verstaatlichung.
Ich wäre für die verstaatlichung
Avatar
schrieb am 20.04.04 20:25:36
Beitrag Nr.8 
(12.809.246)
Antwort
Zitat
Warum? Dann bricht die Panik am russ. Markt aus.
Avatar
NicholasVanOrton
schrieb am 20.04.04 20:53:11
Beitrag Nr.9 
(12.809.560)
Antwort
Zitat
Tipe auf den Bankrott.
Übrigens sehr inteligent geregelt vom Zaren.
Bei einer Insolvenz hätte er sein Ziel erreicht ohne Prügel von den Investoren zu bekommen.Da der Zar nicht gerade ein Freund jüdischer Geschäftspraktiken ist,hätte sich das Problem des Nachfolgers Chodorkowskys auch erledigt.Habe selber nix gegen Juden im Gegenteil.Es ist halt so und die Aussage ist in Russland bekannt.Die Situation in Russland ist hier sehr schwierig und würde hier den Rahmen sprengen.
Yukos wird sozusagen mit seinen eigenen Waffen geschlagen.
Sehr weise dieser Zar das muss man ihm lassen.

Es wird ein neues Ölunternehmen entstehen.Ob es allerdings an die Börse kommt steht in den Sternen.

Gruß NVO
Avatar
schrieb am 20.04.04 22:49:58
Beitrag Nr.10 
(12.811.075)
Antwort
Zitat
"Bei einer Insolvenz hätte er sein Ziel erreicht ohne Prügel von den Investoren zu bekommen."

Hallo!? Wer will schon einen Totalverlust - habe ich da was falsch verstanden.

"Yukos wird sozusagen mit seinen eigenen Waffen geschlagen." - Welche sind das?!

Gruß Kosto :)

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