Diego2, Durchschnitt:
Antwort zu #20 und #23
Zunächst gehe ich davon aus, das die als steuerschädlich wirkenden
Novationen bei Vertragsänderung die gleichen bleiben wie heute. Nur
ist halt keine "Heilung" mehr durch eine weitere Laufzeit von
mindestens zwölf Jahren mehr möglich. Es gibt aber auch
steuerunschädliche Vertragsänderungen, zu denen heute schon
Beitragsreduzierung und Verkürzung der Laufzeit gehören, sofern
damit nicht eine Gesamtlaufzeit von zwölf Jahren unterschritten
wird. Steuerschädlich ist z.B. dagegen eine Beitragserhöhung, die
nicht im Vertrag festgelegt ist und eine ebensolche Verlängerung
der Beitragszahlungsdauer. Die Beitragsreduktion oder die
Verkürzung der Beitragszahlungsdauer könnte also heute und
wahrscheinlich auch ab 2005 ein probates Mittel sein, ohne die
Steuerfreiheit des Vertrages zu gefährden. Gute Verträge sollte man
auch noch mal auf die Höhe der Dynamikoption überprüfen; ggf. noch
in 2004 ausbauen.
Zu #23, Diego2:
zu 2) bei der Finanzierung einer Existenzgründung oder einer
vermieteten Immobilie kann, ausreichend hohen Steuersatz
vorausgesetzt, der Einsatz von Lebensversicherungen / Fondspolicen
zur Tilgung sinnvoll sein. Der Nachteil der in Summe höheren
Zinszahlungen vor Steuer wird dann nach Steuer mehr als
ausgeglichen. Es sei denn, die Performance der Police wäre
supermau, z.B. durch ultralange Beitragszahlungsdauern von 35 und
mehr Jahren, dann werden nach 12 Jahren Laufzeit bei z.B. 8 %
durchschnittlicher Fondswertentwicklung gerade mal 2-3 % p.a.
Beitragsrendite erreicht. Daher für diesen Fall meine Empfehlung,
die Beitragszahlungsdauer zu zu verkürzen.
zu 3) wichtiger Punkt mit der Beitragsbefreiung, sehe ich auch so.
Darauf sollte man achten, wenn man den Beitrag der MLP Fondspolice
reduzieren will und die Differenz vielleicht in 2004 noch in einer
besseren Fondspolice (oder in einer britischen LV..), wieder mit
Beitragsbefreiung bei BU, anlegen möchte. Ist man nicht mehr so
gesund wie früher, klappt das vielleicht nicht mehr. Dann ist
wieder abzuwägen.
zu 2) Welche Police ist in Zukunft besser? Das ist wirklich nicht
vorherzusagen. Man kann da nur von den Grundvoraussetzungen der
Police und der Gesellschaft ausgehen: Qualität des Managements in
der Vergangenheit (nur Indiz!), vielfältige Fondsauswahl,flexible
Fondswechseloptionen, geringe Kostenbelastung, transparente
Kosteninformation, Teilauszahlungsoption, lange Ablaufphase... Du
erwähntest die Cosmos: in der Tat wäre man in der Vergangenheit mit
der Simpel-Version, d.h. einem kostengünstigen Versicherungsmantel,
kombiniert mit einem Fondsklassiker wie dem Templeton Growth Fund
besser gefahren als mit vielen gemanagten Portefeuilles.
Bezüglich der Kosten bei der MLP Fondspolice, die im übrigen auch
nicht in Gänze offengelegt werden, bin ich eher skeptisch. Ich
befürchte da eine hohe latente Energie zur Abschöpfung der Erträge-
da hat man praktisch einen Vampir am Vertrag. Und ich fürchte, der
könnte stärker zubeißen, wenn man mal nicht mehr in andere
steuerfreie Policen wechseln kann.
1)zu Deinem Rechenbeispiel: habe ich nicht ganz verstanden, aber
ein paar Hinweise von mir:
Mit einer Nettowertentwicklung von 6 % p.a. der MLP Fondspolice bei
einer durchschnittlichen Portefeuillewertentwicklung von 8 % p.a.
liegst Du schon ganz richtig (ohne Vampir)

.
Ein Fondssparplan hat allerdings zwei Nachteile: 1.
Ausgabeaufschläge, wenn auch rabattiert, und den Steuernachteil,
wenn der Sparplan in die Verfügungsphase geht: während man nämlich
unter dem Fondspolicenmantel seine Erträge durch Umschichten in
Renten- Immobilien oder Garantiefonds steuerfrei sichern kann,
fallen beim Fondssparplan durch das Umschichten u.U. nochmal
Ausgabeaufschläge an und die Erträge sind zu einem hohen Teil
steuerpflichtig. Bei dem hohen Volumen ist auch der
Freistellungsauftrag schon längst erschöpt. Zudem erfolgt die
Besteuerung nicht am Ende, sondern schon während der Laufzeit, was
den Zinseszinseffekt ausbremst. Rechne ich wie in Deinem Beispiel
mit 100 € im Monat, 8 % Wertentwicklung, einem Ausgabeaufschlag von
3% und einem durchschnittlichen zu versteuernden Anteil der Erträge
von 42 %, so verbleiben bei 50 % Steuersatz nach 30 Jahren nur
100.000 Euro statt 140.000 €.
Grüße,
fairgehtvor