@Greetchen #370
Also zum FT Interspezial habe ich folgende Daten über die letzten 5
Jahre (Wertentwicklung bis zum 31.07.2004)
1. FT Interspezial -25,99% (5 Jahre kum.)
2. MSCI World $ -19,18% (5 Jahre kum.)
3. DWS Akkumula -0,76% (5 Jahre kum.)
4. Templeton Growth Fund Inc. 20,94% (5 Jahre kum.)
5. DWS Vermögensbil.fond I 8,91% (5 Jahre kum.)
Ja es stimmt, der FT-Interspezial war einmal ein Top-Fond, wie
gesagt er war es einmal und das liegt (wie Du treffend beschrieben
hast) schon 5 Jahre her. Seit dem dort ein Fond-Manager FT
verlassen hat, schafft es der Interspezial noch nicht einmal mehr
den Index zu erreichen. Somit sehe ich persönlich nach 5 jähriger
schlechter Phase auch für die kommenden Jahre keine
Besserung.
Natürlich kann dieses auch den Templeton Growth treffen!

Daher meine Devise: Kein Neukauf von Pleite-Fonds, wie den
FT-Interspezial! Und nach längerer Durststrecke eine bessere
Alternative suchen und nicht ständig den guten alten Zeiten
hinterher weinen und hoffen, dass wird nächstes Jahr schon wieder
besser werden.
Zum Basisfond:
Ich habe noch einmal nachgefragt: Die großen Verluste kamen daher,
dass ab einer bestimmten Grenze die Basis-Fonds in FT-Interspezial
umgeswitcht wurden. Und da der FT-Interspezial in den vergangenen
Jahren ja nicht so gut... also Sorry, es war mein Rechenfehler, der
Basisfond alleine hatte also nicht derartige Verluste
gebracht!
Zu unserem Lieblingsthema FLV contra Fond-Sparvertrag möchte ich
einen Deiner Argumente einmal realistisch aufgreifen:

DIE FLEXIBILITÄT
Herr Mustermann schließt im Alter von 30 Jahren eine FLV bis zu
seinem 65 Lebensjahr ab. Er ist Single und benötigt den
Risikoschutz gar nicht, aber laut MLP ist dieses die einzige
sinnvolle Altersversorgung bezüglich der zukünftigen Besteuerung.
Somit schmälert die nicht benötigte Risikoleistung seine
Rendite.
Soll der Vertrag z.B. nach einigen Jahren aufgestockt werden
(berufliche Verbesserung), dann wird die Versicherungssumme neu
berechnet, eine eventuelle neue Gesundheitsprüfung ist notwendig.
Die Kosten (Provision) wird aber auf die gesamte Versicherungszeit
berechnet, auch wenn die ersten 10 Jahre bereits abgelaufen sind.
Das schmälert erneut die Rendite!

Aber
vielleicht bekommt er aber auch einen ganz neuen zusätzlichen
Vertrag.
So nun nach weiteren 5 Jahren sieht es beruflich schlecht aus, er
verdient nur wenig und er ist auch zwei Jahre arbeitslos. Wie sieht
es nun mit seinen Verträgen aus? Klar, er kann sie Beitragsfrei
stellen und auch die Dynamik ablehnen, aber er kann seine alten
monatlichen Beiträge nicht mehr aufbringen. Er dezimiert die
Versicherungssumme und versucht wenigstens minimale Beiträge hinein
zusteuern. Die Kosten und Provisionen der ursprünglichen hohen
Versicherungssumme bekommt es natürlich nicht wieder. Das schmälert
mal wieder seine Rendite!
Vielleicht möchte Herr Mustermann aber auch schon vorher
kündigen:
Wenn der Vertrag nun nach ca 2 Jahren gekündigt wird, dann gibt es
gar nichts zurück. Kündigt er nach ca.12 Jahren weil er dringend
Geld braucht, so wird er seine eingezahlten Beiträge mit einer
geschätzten Rendite von ca. 3% erstattet bekommen (Rückkaufswert).
Das ist nicht gerade berauschend!
Also, was will ich damit sagen: Jegliche Änderungen an dem Vertrag
über 35 Jahre wirken sich negativ auf die Rendite aus.
Beitragsanpassung, Beitragsfreistellung oder gar Kündigung. Die FLV
hat für mich nur 2 positive Argumente:
1. Die FLV wird ohne jegliche Anpassung (auch ohne Dynamisierung)
bis zum Ende durchgezogen. Dann hat man die wenigsten Kosten und
die Rendite kann akzeptabel und steuerfrei ausfallen.
2. Die versicherte Person stirbt relativ früh und die
Hinterbliebenen erhalten die Todesfallsumme.
Aber, den Risikoschutz kann ich mit einer reinen Risiko-LV weitaus
einfacher und billiger haben.
Und schließlich muss ich einmal zynisch fragen: Kann ich heute
abschätzen, ob ich den Vertrag über 35 Jahre konsequent durchziehen
werde? Es wird noch soooo viel passieren.
Ich kann heute nicht
die Entscheidung treffen, ob ich die monatlichen Beitragszahlungen
über 35 Jahre hinweg konsequent gewährleisten kann. Ich kann und
möchte meine Zukunft nicht dermaßen verplanen – alles
Spekulation!
Nun nehmen wir einmal den Fond-Sparvertrag:
Ich kann Einzahlen, wie ich lustig bin. Die Jahre mit der
beruflichen Verbesserung kommt halt mal mehr in den „Spartopf“, die
arbeitslosen Jahre werden einfach ohne Sparbeiträge überbrückt.
Also das Auf und Ab bestimme ICH, die Kosten werden nur auf das
aktuelle Sparguthaben berechnet. Ich habe volle Freiheit und kann
ans Geld ran, wann ich will. Und auch nach 2 Jahren, wenn ich das
Konto auflöse, habe ich sichtbares Kapital in der Hand. Und nach 12
Jahren habe ich auch eine größere Rendite als 3 % zu verbuchen.
Was bleibt also übrig: Na klar, der steuerfreie Aspekt bei der
LV:
Zuerst muss ich anmerken, dass es Möglichkeiten gibt, das Kapital
in steuerbegünstigtes Fahrwasser zu bringen (z.B. Steueroptimierte
Fonds). Wahrscheinlich habe ich auch einige Steuerabzüge, aber
diese kann ich mit meinem wesentlich höheren Fond-Kapital
(gegenüber der FLV) gut subventionieren.
Fazit:
FLV ist ein Fesselvertrag wenn die Rendite stimmen soll, ich brache
mich um nichts Sorgen machen.
Der Fond-Sparvertrag ist absolut flexibel, Kosten sind transparent
und fallen nur auf das tatsächliche Guthaben an. Er bringt eine
größere Rendite!
Also:
Familie „Sorglos“, Herr „Konservativ“, Frau
„Kümmert-sich-um-nichts“ schließen eine oder mehrere FLV ab.
Familie „Flexibilität“, Herr „Kapitalmaximierer“, Frau
„Auf-und-Ab-im-Beruf“ stehen mit einem Fond-Sparvertrag wesentlich
besser da.
Wer zu welcher Kategorie zählt (oder zählen möchte), entscheidet
jeder selbst für sich.
schöne Grüße
TD3333