Antwort auf Beitrag Nr.: 33.848.001
von haidelberger am 09.04.08 17:29:07Web in a
box
Surfen mit dem Fernseher: Met@box 50
Digitalfernsehen einmal anders: Met@box vermietet seine
Internet-Set-Top-Box f�r den Fernseher wie Premiere oder DF1 ihre
Decoder. Hat die kleine Schachtel das Potential, einer breiten
Anwenderschaft das Internet per Fernseher zu erschlie�en?
W�hrend andere Hersteller von Set-Top-Boxen nur die Hardware
liefern, tritt Met@box auch als Internet-Provider auf. Auf diese
Weise kann die Firma ihre Box zum Festpreis von 479 Mark
beziehungsweise f�r 19,90 Mark monatliche Mietgeb�hr anbieten. Der
Benutzer kann keinen anderen Provider einstellen. Acht Pfennig pro
Minute einschlie�lich der Telefongeb�hren kostet die Verbindung
rund um die Uhr - dieses Tarifmodell rechnet sich nur f�r
Gelegenheitssurfer.
Aber Met@box sieht Internet-Junkies auch gar nicht als seine
Zielgruppe. Die Surf-Schachtel soll vielmehr technisch wenig
versierte Leute ansprechen, die ohne PC das Internet nutzen wollen.
Sollten Schwierigkeiten auftreten, will Met@box �ber eine Hotline
(0 18 05/00 25 35) helfen. Bei Ger�tefehlern verspricht Met@box,
die Schachtel innerhalb von drei Werktagen auszutauschen.
Fehlbedienungen sind ohnehin so gut wie ausgeschlossen, da die Box
fertig konfiguriert zum Kunden kommt. Er verbindet sie nur per
Scart-Kabel mit dem Fernseher, schlie�t sie an Telefonbuchse sowie
Stromversorgung an und legt sofort los. �ber Funktionstasten der
Infrarot-Tastatur oder �ber die Fernbedienung greift der Anwender
auf die wichtigsten Funktionen zu, etwa die Bookmark-Verwaltung,
eine Liste der zuletzt besuchten Sites oder das EMail-Programm. Wer
nur per Fernbedienung surft, kann �ber eine einblendbare
Onscreen-Tastatur beispielsweise URLs eingeben. Beim Start ins WWW
f�hrt die Met@box den Benutzer auf das met@TV-Portal. Dieses
Web-Verzeichnis ist allerdings je nach Thema noch sehr bescheiden
best�ckt. So verzeichnet es unter der Rubrik �Spiele� gerade mal
acht Sites.
Die Darstellung war auf den von uns getesteten Fernsehern gut; Die
Met@box vergr��ert kleine Schriftarten automatisch - das stellt
sicher, da� alle Texte auf dem Fernseher gelesen werden k�nnen. Da
die Met@box nur maximal 800 x 600 Punkte darstellen kann, passen
viele Sites auch von der Breite her nicht auf den Bildschirm. Vier
kleine Pfeile am Bildschirmrand zeigen statt Laufbalken, wohin der
Benutzer scrollen kann. Die Fernbedienung erlaubt es aber nicht,
horizontal zu scrollen. �ber einen Drucker mit DeskJet-Emulation
lassen sich WWW-Seiten auch ausdrucken. Allerdings schneidet die
Met@box Ausdrucke bei 800 Pixeln Breite ab.
Schnellstarter
�rgerlicher ist es, da� die Met@box einige Seiten einfach nicht
anzeigen mag. Ob Lindenstrasse.de, Quelle oder Neckermann - sie
meldet nur �Seite kann nicht dargestellt werden�. Die komplizierten
Frame-Strukturen auf Consors.de bewirken sogar, da� die
Web-Schachtel komplett abst�rzt. Cookies merkt sich die Box nur
w�hrend einer Session; schaltet man die Met@box aus, so gehen sie
verloren. JavaScript ist noch nicht komplett implementiert;
Multimedia beschr�nkt sich auf (animierte) GIFs, JPEGs und
XBM-Grafiken sowie AU- und WAV-Sound-Wiedergabe. Erweiterungen in
Form von Plug-ins oder ActiveX-Controls bietet sie nicht.
Im gro�en und ganzen l�uft die Box aber zuverl�ssig und beherrscht
mit HTML 3.2 und SSL alles, was Otto Normalsurfer ben�tigt, um die
meisten Sites besuchen zu k�nnen. F�r zuk�nftige
ECommerce-Anwendungen und f�r Online-Banking ist ein Kartenleser
bereits eingebaut. Java- sowie vollst�ndige
JavaScript-Unterst�tzung will Met@box noch in diesem Jahr
nachliefern.
In der Met@box arbeiten ein 32-Bit-ARM-Prozessor sowie ein 33.6er
Modem. Das zusammen mit Teknema (www.teknema.com) entwickelte
Betriebssystem ist auf einer Flash-Card untergebracht. Das erlaubt
es der Schachtel, innerhalb von f�nf Sekunden zu starten. Das
Surfen im Netz gestaltet sich allerdings deutlich tr�ger: Bis eine
umfangreiche Homepage wie die des Stern inklusive aller Bilder
aufgebaut ist (knapp 200 KByte), geht schon mal eine knappe Minute
ins Land. Ein PC mit einer schnellen Internet-Anbindung ben�tigt
daf�r gute zehn Sekunden.
Fazit
Man darf von der Met@box nicht zuviel erwarten. Keine der bisher
von uns getesteten Internet-Set-Top-Boxen f�r den Fernseher kann
mit einem PC-Browser mithalten, so auch nicht die Met@box 50. Als
Einstiegsdroge f�r Web-Neulinge oder
f�r den gelegentlichen
Aktiencheck w�hrend der Pinkelpause eignet es sich allemal - aber
nur daf�r: Schon bei zehn Online-Stunden kommen 48 Mark nur an
Provider- und Telefongeb�hren zusammen. Damit die Box beliebte
Shopping-Sites wie die von Quelle oder Neckermann darstellen kann,
mu� Met@box noch an den JavaScript- und Frame-F�higkeiten der Box
nachbessern. (jo)