hallo allerseits,
nur mal so, zum lesen - nachrichten aus der linken ecke.

quelle:
http://www.rf-news.de/rfnews/aktuell/Betrieb_und_Gewerkschaft/article_html/News_Item.2005-04-23.3358
ROTE FAHNE
wie es aussieht, wird bei wtb noch kräftig gearbeitet.
23.04.05 - Vernichtungsschlacht der Baukonzerne: Konzernweite
Koordinierung der Kämpfe der Bauarbeiter herausgefordert
Nachdem die Walter Bau AG am 1.2.05 Insolvenz anmeldete und über
5.000 Arbeitsplätze in Deutschland direkt von der Vernichtung
bedroht waren, nahmen die Beschäftigten den Kampf um jeden
Arbeitsplatz auf Kosten der Profite auf. Zwei Warnstreiks mit
Autokorso und Demonstration in Frankfurt, eine konzernweite
Demonstration in Augsburg und Streiks bei einer Tochterfirma in
Australien waren die bisherigen Höhepunkte.
Ursache dieser massiven Arbeitsplatzvernichtung ist die
Neuorganisation der Bauindustrie in Europa. Der Strabag-Konzern hat
sich die profitabelsten Teile von Walter Bau - das Auslandsgeschäft
und den Verkehrswegebau - einverleibt, um sich eine Monopolstellung
für öffentlich oder mautfinanzierte Verkehrs- und
Infrastrukturprojekte in Mittel- und Osteuropa zu sichern. Nun soll
auch noch der Züblin-Konzern mit seinem Schwerpunkt im Tunnel- und
Ingenieurbau übernommen werden, um die marktbeherrschende Stellung
auszubauen. Insgesamt geht es um 50.000 Arbeitsplätze. Strabag
würde damit zur Nr. 3 der europäischen Baumonopole. Die weniger
profitablen Teile des inländischen Hochbaus sollen dabei
rücksichtslos platt gemacht werden.
Am 13.4. wurden bei Walter Bau über 2.500 Kollegen vom
Insolvenzverwalter mit der Drohung, sofort ohne Bezahlung
"freigestellt" und anschließend entlassen zu werden, in eine
Beschäftigungsgesellschaft gepresst. Am 16.4. wurden die Kollegen,
die sich weigerten, einen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen, ohne
weitere Bezahlung freigestellt. Etwa ein Fünftel der Kollegen, die
am 14.4. in die Nachfolgegesellschaft Dywidag übernommen wurden,
sollen neue Einzelverträge unterschreiben und auf die Hälfte ihrer
Betriebszugehörigkeit verzichten, um sie dann nach einer
"Restlaufzeit" zur Abwicklung von Baustellen nach maximal zwei
Jahren billig entsorgen zu können.
Ein Korrespondent aus Frankfurt/Main berichtet von der lebhaften
Diskussion in der IG-Bau-Betriebsgruppe: "Im Zimmereibetrieb und
der Lehrwerkstatt wird das 3. Lehrjahr nicht übernommen, neue
Azubis sollen nicht eingestellt werden und die Zimmererkollegen
sollen mit Gartenmöbeln (statt Betonschalungen herzustellen) ihre
Arbeitsplätze sichern. Das hat im Denken der Kollegen, die bisher
am aktivsten waren, Resignation erzeugt. Heute waren nur wenige
Zimmerer da. Die Betriebsgruppe richtete ihnen schöne Grüße aus:
‚Der Kampf ist nicht zu Ende, auch wenn ihr erst mal übernommen
seid, macht wieder mit - auf keinen Fall dürft ihr schlechtere
Verträge unterschreiben.`
Eine Reihe von Kollegen aus der Verwaltung bieten seit Montag 18.4.
weiterhin trotz Freistellung ihre Arbeitskraft am Arbeitsplatz an
und kämpfen gemeinsam um ihre Weiterbeschäftigung. Am Dienstag
wurde die elektronische Zugangsberechtigung gesperrt und die
Kollegen kommen nur unter Mithilfe anderer Kollegen ins Gebäude.
Betriebsratskollegen, die auch nicht übernommen werden sollen,
haben unter Androhung einer Strafanzeige ihre unbehinderte
Betriebsratstätigkeit inzwischen wieder durchgesetzt. Einem
gewerkschaftlich aktiven früheren Betriebsratsmitglied wurde auf
Anweisung des Niederlassungsleiters heute die Arbeit verweigert um
eine Übernahme zu verhindern. Gegen diese politische Maßregelung
wurden sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet. (...)
Die Stärke unserer IG-Bau-Betriebgruppe liegt darin, dass wir, egal
wer wie betroffen ist, gemeinsam weiterkämpfen werden. Wir haben
uns vorgenommen, noch mehr unserer Kollegen zu gewinnen, aber auch
die Kollegen von Strabag und Züblin. Der unausweichliche
Arbeitskampf in der Tarifrunde wird ebenfalls ab Mai mit der
Erfassung von 800 Baustellen im Rhein-Main-Gebiet vorbereitet. Den
Angriff der Bauunternehmer mit drei Stunden unbezahlter
Arbeitszeitverlängerung pro Woche und insgesamt 10 Prozent
Lohnsenkung werden wir nicht hinnehmen. Wir brauchen eine
Neuverteilung der Arbeit durch Arbeitszeitverkürzung mit vollem
Lohnausgleich. Auch gegen Hartz IV wird weiter vorgegangen, da
Kollegen durch Arbeitsausfall von mehr als vier Monaten im Winter
in Hartz IV rutschen. Am 1. Mai wird in Darmstadt unser Transparent
da sein: ‚Wir wollen Arbeit statt Hartz IV!`"
völker hört die signale,
auf zum letzten gefecht
die internationale erkämpft das menschenrecht.
grüße Heinzseins