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Das Recht und sein Preis - Der Fall Foris
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schrieb am 01.04.05 10:27:26
Das ehemalige Vorstandsmitglied Müller-Güldemeister hat ein
ausgesprochen spannend zu lesendes Buch über seine Zeit als
Vorstand der Foris geschrieben.
Es ist zu beziehen über den Verlag Axel Giersbeck, Obere Marsch 2,
37073 Göttingen, Tel: 0551 - 484828, www.better-solutions.de. Der
Preis beträgt 24,90 €, einschließlich Versand.
Es ist dies nicht etwa nur eine Abrechnung mit seinen früheren
Geschäftspartnern, wie ich erwartet hätte, der Verfasser gibt
vielmehr freimütig eigene Fehler zu. Es ist nicht schwarz/weiß
geschrieben, selbstkritische Grautöne verleihen dem Geschriebenen
Seriosität. Teils wird eine Spannung aufgebaut, die einem Krimi in
nichts nachsteht. Es fällt ungemein schwer, es aus der Hand zu
legen.
Für den einfachen Aktionär bietet es einen Blick hinter die
Kulissen einer AG, die ihm im Normalfall verschlossen bleiben.
Klar, es ist dies die einseitige, aber auch sehr plausible
Darstellung eines der Vorstände. Er räumt drastisch auf mit den
hier im board gehandelten Versionen, die teilweise ja nichts
anderes sind als aus der Luft gegriffene und machmal abenteuerliche
Spekulationen.
Sicher ist dies auch interessant für Leser, die anderswo investiert
sind. Denn wer nur auf die allgemein zugänglichen Quellen wie
adhoc, Geschäftsberichte und Hauptversammlungen angewiesen ist,
wird nach der Lektüre eine Skepsis gegenüber nackten und für die
Anleger natürlich entsprechend verpackten Unternehmensnachrichten
entwickeln und dann seine Anlageentscheidung noch vorsichtiger
treffen. Die Unternehmenswirklichkeit sieht halt doch ganz anders
aus, als man anhand der Verlautbarungen vermuten könnte.
Ich hätte dieses sehr interne Buch früher gebrauchen können, es
hätte mich und andere sicher vor einigen Fehlinvestments bewahrt,
wie viele, die in den Blütezeiten der Börsen unreflektiert den
selbsternannten Gurus wie die Lemminge gefolgt sind. Von diesen
Gurus gibts Gott sei Dank nur noch wenige und die wenigen haben
kaum noch Gefolgschaft, ob die jetzt gewerblich Kaffeesatz lesen,
um in der Branche zu bleiben?
Aber in aller erster Linie ist das Buch unterhaltsam und kommt in
sehr eleganter Diktion daher.
schrieb am 01.04.05 15:43:06
Danke für den Hinweis.
Werde mir das Buch in jedem Fall kaufen. Mit Foris verbinde ich
eine meiner erfolgreichsten Investments, und auch
Müller-Güldemeister konnte ich schon persönlich erleben. Schade,
dass Foris so zwischen die Mühlen geraten ist
schrieb am 01.04.05 16:18:06
Ich kann mich „LittleHoss“ nur anschließen: ich habe das Buch
kürzlich im Internet direkt beim Verlag bestellt und in zwei
Nachtsitzungen durchgelesen, so gefesselt war ich. Hatte ich eine
larmoyante Abrechnung mit Rollmann und Cobet in trockenem
Juristendeutsch befürchtet, sah ich mich erfreulicherweise
getäuscht. Müller-Güldemeister erzählt die Geschichte vom Aufstieg
und Fall der FORIS AG, seinen persönlichen Triumphen ebenso wie
Zweifeln und dem Rausschmiss aus seiner eigenen Firma, die ihn eine
existenzbedrohende Krise stürzt, sehr anschaulich und spannend.
Dabei spart er nicht mit Selbstkritik und klärt über Hintergründe
auf: so sind mir die Ereignisse rund um die Hauptversammlung 2002,
die mit Müller-Güldemeisters Absetzung endete, erstmals klar
geworden. Vor diesem Hintergrund wäre ein wütender Ton mehr als
verständlich gewesen, doch “MüGü“ erliegt der Versuchung zum Glück
nicht.
Zwischen den Schilderungen zu FORIS gibt das Buch auch Einblicke in
die Person des Autors (gern hätte man hier noch mehr erfahren),
ebenso wie in die Abgründe der Bürokratie von Justiz, Banken, Börse
und Behörden. Müller-Güldemeister beobachtet scharf und kommt zu
treffenden Analysen. Sicher wird der juristisch weniger gebildete
oder interessierte Leser einige Passagen überblättern wollen.
Dennoch ist das Buch keines nur für Rechtsexperten. Das liegt nicht
zuletzt an der Sprache, Müller-Güldemeister kann erzählen. Sein
Stil kommt angenehm unjuristisch daher, wahrscheinlich auch wegen
seines Interesses für Literatur und Philosophie, das in Zitaten
immer wieder durchblitzt.
Am Ende des Buches fragt sich MüGü, ob seine Mühen vergebens waren.
Er verneint es, weil seine Geschäftsidee schon etlichen Menschen zu
ihrem Recht verholfen hat. Ich füge hinzu, sie waren es auch
deshalb nicht, weil dieses Buch dabei herausgekommen ist.
schrieb am 11.04.05 11:38:32
die dinge laufen inzwischen wieder bestens, das wetter ist
überraschend sonnig und warm.
gleichwohl erscheint mir die foris in den letzten monaten
unangenehm häufig im bewußtsein, auch unangenehm häufig im
traum...
vermutlich habe auch ich, der ebenso serien von einfamilienhäusern
täglich in den orkus (lokus?) schwinden sah, doch tiefere probleme
mit meiner historie als aktionär, nach wie vor ist das erlebte
nicht abgearbeitet, verdaut oder gar vergessen.
aber erst jetzt mag ich auch darüber reden.
t&b haben auch mich angerufen. ebenso wie mügü und offenbar
andere wichtigs dachte ich daraufhin gerade nicht daran die anteile
zu verkaufen. wie kämen wir darauf...
dabei wäre es so einfach gewesen.
ich selbst hatte im w:o board meine zweifel an der "fertigung"
geäußert, hatte selbst das mügü interview vorab einer
q-berichterstattung (das muß nicht immer so sein) richtig
interpretiert. leider vertrauteauch ich in erster linie den
meldungen und insbesondere den menschen dahinter









scheinbar saßen wir doch nicht im selben boot...
hoke
ich hab da eigentlich noch ein bisschen zu sagen,
mögen sich ander anschliessen?
schrieb am 13.07.05 09:36:02
FORIS AG
Bonn
Veröffentlichung gem. § 246 Abs. 4 AktG.
Am 6. Juli 2005 wurde der FORIS AG eine Anfechtungsklage eines
Aktionärs zugestellt. Mit der Klage wird begehrt, dass die
Beschlüsse der Hauptversammlung vom 31.03.2004, und zwar die
Beschlüsse zur Entlastung des Vorstandes für die Geschäftsjahre
2003 und 2004 sowie die Beschlüsse zur Entlastung des
Aufsichtsrates Dr. Cobet für die Geschäftsjahre 2003 und 2004 für
nichtig erklärt werden. Ein Termin zur mündlichen Verhandlung wurde
noch nicht bestimmt.
Der Vorstand
schrieb am 30.08.05 11:12:51
Heute gelesen im " Berliner Anwaltsblatt" :
Jerry Cotton auf hohem Niveau
Ein Anwalt beschreibt in einem spannenden Dokumentarroman Auf- und
Abstieg mit seiner Prozessfinanzierungs-AG: „Das Recht und sein
Preis“
Warum gerade junge Juristen dieses Buch lesen sollen? Warum es
sogar Pflichtlektüre sein sollte? Nun, der forsche, strebsame,
frisch examinierte Theoretiker kann gleich Zweierlei erfahren: Wie
der wahre Rechtsalltag aussieht und wie man trotz Jurastudiums
verständlich und spannend schreibt.
Wohl zum ersten Mal dokumentiert ein Jurist in einem Roman
abgrundtiefe Einblicke ins juristische und wirtschaftliche System
und seine Systemmanager. Mit den Augen des Autors kann der Leser
betrachten, wie faul das System sein kann, wenn sich Würmer darin
einnisten. Er erkennt, wie wenig juristisches Wissen, Examensnoten
und Titel allein nützen, wenn es darum geht, Recht durchzusetzen,
und wie sehr es auf
Gespür, Menschenkenntnis, Verhandlungsgeschick und Glück ankommt.
Der Autor beschreibt aus seinem Blickwinkel, wie Recht gebeugt wird
und wie schwer es ist, es wieder gerade zu biegen.
Lothar Müller-Güldemeister (57), Gründer und ehemals Vorstand der
Prozessfinanzierungsgesellschaft Foris AG, erzählt in seinem Buch
„Das Recht und sein Preis“ die sehr persönliche Geschichte seines
Aufstiegs mit Foris zu einem der „Top-New-Comer“ des Neuen Marktes
der Börse im Jahr 1998 bis zu seinem Abstieg, seinem Rausschmiss im
Jahr 2003. Er
erzählt gleichzeitig in eindrucksvollen Szenen, wie er schon früh,
1977 als junger Jurist, bei einer Hamburger Bank die Idee der
Prozessfinanzierung entwickelte und was er dabei in Panama mit
Notaren, Behörden, Piloten und Frauen erlebte.
Neben den vielen Einblicken ins Rechtssystem dokumentiert
Müller-Güldemeister, wie man ohne nennenswerte Geschäftstätigkeit,
nur mit einer famosen Idee und vielen begeisterten Anlegern zum
Multimillionär werden kann, und wie schnell es bergab geht, wenn
andere die Idee kopieren und die Begeisterung abnimmt. Und er
schreibt, wie
bei alledem auch seine Ehe kaputt ging.
Der Autor, früher einmal kurzzeitig Filmproduzent, erzählt sehr
einfühlsam, flüssig und bildhaft aus der Ich-Perspektive. Es ist
nicht die von langen, komplizierten Sätzen und vom Behördenjargon
geprägte Juristensprache. Der Stil erinnert an einen
Jerry-Cotton-Roman, allerdings auf sehr hohem Niveau.
Müller-Güldemeister schreibt kurz und präzise auf 363 spannenden
Seiten, chronologisch mit einigen
Rückblicken.
Es ist keine Hasspredigt auf seine Gegner, die noch immer Foris
lenken und mit denen er vor Gericht streitet, sondern eine
Problemanalyse mit vielen selbstkritischen Momenten.
Wer dieses Buch gelesen hat, wird hoffentlich vor vielen der
beschriebenen Fehler bewahrt bleiben.
„Das Recht und sein Preis – Der Fall Foris“ ist im März erschienen
im Better-Solutions-Verlag Axel Gierspeck und kostet 24,90 Euro.
ISBN 3-9808662-2-X
Michael Schmuck
schrieb am 21.12.05 11:05:28
BGH hebt Freisprüche für Ackermann und Consorten auf.
Müssen Rollmann und Cobet nun auch zittern?
schrieb am 23.12.05 17:41:04
vorgestern gelesen im "Göttinger Tageblatt":
Finten und Tricks aus dem Hinterhalt
Lothar Müller-Güldemeister „Der Fall Foris“
Ein ausgesprochen spannendes Buch hat der Better Solutions Verlag
Axel Gierspeck aus Göttingen vorgelegt: „Der Fall Foris“ von Lothar
Müller-Güldemeister ist ein Wirtschafts-Tatsachenkrimi – ein Genre,
das in Deutschland noch wenig populär ist.
Der Autor, kein professioneller Schriftsteller und ohne Ghostwriter
tätig gewesen, beschreibt seinen Werdegang als Gründer und Vorstand
der Foris AG – einem Unternehmen, das gegen Erfolgsbeteiligung
Prozesse finanziert, die sich die direkt Betroffenen nicht leisten
können. Müller-Güldemeister brachte das Unternehmen 1999 an die
Börse, wurde 2002 jedoch fintenreich aus der Firma gedrängt. Worum
es im Einzelnen geht, verrät der Untertitel: „Ein Tatsachenbericht
über Anwälte, Aktionäre und den Moloch Neuer Markt, über Prozesse
und Prozessfinanzierung, über Gerechtigkeit, Gerichte und
Geld“.
Vertrauen und Hinterhalt
Von Verrat ist nicht nur an einer Stelle die Rede, aber
Müller-Güldemeister ist weit davon entfernt, über eigene
Versäumnisse, auch Fehlentscheidungen hinwegzuschreiben. Zu
vertrauensvoll, zu arglos habe er als Jurist, der eine innovative
Geschäftsidee entwickelt und umgesetzt wurde, sich die Mitarbeiter
ausgesucht, die er in Führungspositionen brachte und die ihn später
mit Tricks aus dem Hinterhalt aus dem Unternehmen warfen. Bitter:
Das Geld der Firma, die er selbst gegründet hatte, wurde später
benutzt, gegen ihn zu prozessieren.
Der Auf- und Abstieg der Foris AG mit Behördenpfusch, verfehlten
Gewinnprognosen, gezielten oder unabsichtlichen Täuschungen von
Anlegern, der problematischen Rolle der Presse, falschen
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und Krach mit der Börse ist
spannender zu lesen als jeder fiktive Krimi. Nebenbei wird
exemplarisch deutlich, welchen Niedergang die unternehmerische
Ethik jüngst genommen hat und welch mittelmäßige Figuren im
Wirtschaftsleben Millionen bewegen und Schlagzeilen machen. hein
schrieb am 08.03.06 10:36:34
S. 128:
"Was aber, wenn die Käufer verrückt spielen? Wenn sie einmal in
kollektive Kaufverweigerung verfallen, ein andermal den Verkäufern
die Waren aus der Hand reißen, so närrisch ihre Motive, so
trügerisch ihre Überlegungen auch sein mögen? In diesen Fällen gilt
nur noch das Gesetz vom größten Deppen, die "Greatest Fool Theory".
Nach dieser steigt der Kurs eines Wertpapiers so lange, bis auch
der größte Depp noch gekauft hat - nämlich der, der den Preis
zahlt, den kein anderer mehr zu zahlen bereit ist. DAnn kippt der
Markt. Leider sagt das Gesetz nicht, woran man merkt, dass man
selbst gerade der größte Depp ist".
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