Antwort auf Beitrag Nr.:
38.198.873 von JilSun am 17.10.09
12:40:34Wenn ihr jetzt den Wert der ARQ-Aktie an der
Gigaset festmachen wollt, dann frohe Weihnachten. Ohne auf die
aktuelle Lage der Gigaset einzugehen: Es sind bereits zwei
Vorstände über diese Beteiligung gestolpert: Der, der sie
eingekauft hat und der, der sie hätte restrukturieren sollen. Das
passiert ja nicht einfach ohne Grund.
Am meisten erschreckt mich aber, dass hier immer noch Leute
glauben, dass in der Holding cash massiv vorhanden wäre, bzw. der
Konzern wirklich freie Mittel hätte (und das noch in der
Größenordnung, die Gigaset aktuell benötigt). Die in der
Konzernbilanz ausgewiesenen Finanzmittel (zum 30.06.09 rund 91m)
liegen vermutlich vor allem in den Beteiligungen operativ fest (ja,
man braucht Finanzmittel auch für das operative Geschäftsleben), in
den gängigen Bilanzdatenbanken sind die Einzelabschlüsse einsehbar,
ich will meine credits jetzt aber für diese Infos nicht
einsetzen).
Die ARQ war schon vor dem Actebis-deal klamm und GU hat mehrfach
gesagt, dass aus dem Actebis-Verkauf keine freie Mittel generiert
wurden, sondern, dass diese Mittel zur Tilgung verwendet
wurden/werden mussten (?). Dass die ARQ mittlerweile
Schwierigkeiten hat ihre Beteiligungen insbesondere in der
aktuellen Krise finanziell zu stützen ist das eine Problem. Bei
Gigaset kann man wirklich davon ausgehen, dass Siemens einspringen
wird (aber sicher nicht umsonst!). Bei anderen wird jedoch niemand
einspringen. Hoffentlich können diese Beteiligungenen dann
rechtzeitig abgegeben werden, damit diese Unternehmen
weiterexistieren können.
Schlimmer ist doch, dass die ARQ im Zukauf nicht mehr
handlungsfähig ist: Keine Mittel, ein deutliches angschlagenes
Image, keine Mitarbeiter in der Akquisition, kein wirklich
erfahrener und erfolgreicher Vorstand FFB, dessen Vertrag auch noch
bald ausläuft, ein wirklich mehr als ungünstiger M&A-Markt (bei
dem man bei den wenigen Transaktionsmöglichkeiten echtes Geld
benötigt, sei es als Kaufpreis, Kommittment oder
Restrukturierungszuschuss)....
Aktuell ist keine Phantasie in der Aktie, weil sämtliche
Voraussetzungen dafür fehlen. Ohne frisches Geld lässt sich die
aber nicht herbeizaubern... eine Kapitalerhöhung wäre für die ARQ
wirklich wünschenswert... aber das viele Geld im Markt flüchtet
lieber in Bestandsaktien und treibt die Börse ohne wirklichen Grund
nach oben... wird es dem aktuellen Vorstand gelingen, Investoren
vom ARQ-Modell zu überzeugen? Reicht dafür der track-record des
aktuellen Vorstands oder geben Investoren ihr Geld lieber den
erfahrenen Altvorständen und Erfindern des Geschäftsmodells in eine
unbelastete und nicht puplizitätspflichtige BluO?
Oder man stellt einfach mal einen skrupellosen Dirk M. von Aurelius
oder einen kreativen Peter L./BluO neben einen Eon-GU oder einen
phantasielosen FFB: Wer glaubt Ihr denn, macht im Zweifel einen
deal? Die aktuelle Mannschaft hat doch "nur" die Aufgabe, das
Sterben des Ladens zu vermeiden und nicht ihn wieder aufleben zu
lassen. Ersteres ist schon wirklich schwierig genug in dieser
Wirtschaftslage. Schade für die Investoren, aber es geht hier
wirklich mehr um das Überleben der Beteiligungen und der ARQ. Im
Geschäft um attraktive Akquisitionen spielt die ARQ schon ein Jahr
lang nicht mehr mit...