Oberpfälzer speichern Deutschland ab
Firmen aus der Region liefern Technik für neuen elektronischen
Reisepass
Regensburg/Roding. (upl) Im Mittelalter machte Eisenerz die
Oberpfalz berühmt. Als Stein- oder Erdäpfelpfalz bezeichneten
Heimatschreiber den Landstrich zwischen Regensburg und Waldsassen
später. Im 21. Jahrhundert sind Computerchips und "IT-Security" die
Aushängeschilder der Region. Oberpfälzer Firmen sind maßgeblich an
der Entwicklung der neuen elektronischen Reisepässe beteiligt.
Der neue elektronische Reisepass: Damit er funktioniert, ist auch
Technik aus der Oberpfalz "an Bord".
Die Pässe, die ab November dieses Jahres ausgegeben werden, tragen
einen Computerchip, auf dem zunächst nur das Foto des Inhabers
abgespeichert werden soll. Später - frühestens ab März 2007 -
sollen weitere biometrische Merkmale, wie etwa der Abdruck der
beiden Zeigefinger auf dem Mini-Speicher hinterlegt werden.
Auch wenn sich der Chef der Rodinger Mühlbauer AG, Josef Mühlbauer,
weitestgehend in Geheimhaltung übt, versichert er doch, dass sein
Unternehmen "
in der Wertschöpfungskette des deutschen
Reisepasses tief integriert ist und eine wesentliche Rolle
spielt".
Die Mühlbauer AG liefert wichtige Komponenten für die Erfassung und
die Aufbereitung der biometrischen Daten. Auf der Computermesse
CeBit präsentierte das Unternehmen im März eine komplette
"IT-Security-Station", die das Personalisieren erlektronischer
Dokumente vor Ort und im Minutentakt erlaubt.
Darüber hinaus stattet Mühlbauer High-Tech-Unternehmen aus der
ganzen Welt mit Maschinen aus, die die Chip-Herstellung überhaupt
erst ermöglichen. "Wir können unseren Kunden ein komplettes Paket
zur Identifikation von Personen und Gütern nicht nur anbieten",
erklärt Marketing-Leiter Werner Sobek.
Neben dem deutschen
Reisepass, wirken die Rodinger Security-Spezialisten an neuen
elektronischen Passports in drei weiteren Ländern mit. Unter
anderem in Thailand und Singapur.
Ein weiteres in der Oberpfalz ansässiges Unternehmen ist mit
"IT-Security" dick im Geschäft. Im Regensburger Infineon-Werk
werden künftig die Speicherchips für den deutschen Reisepass
hergestellt. Laut Firmenleitung werde Infineon ab 2006 jährlich
etwa eine Million der Mini-Festplatten an die Bundesrepublik
Deutschland liefern.
Quelle:
http://www.zeitung.org/zeitung/729746-100,1,0.html