Zitat von prallhans@Schumann1960:
Die Überlegung, dass Silber nach oben manipuliert wird, habe ich
auch schon einmal angestellt.
Silber ist nach oben manipuliert. Da werde ich jetzt nochmal weit
ausholen um das etwas genauer und mit Beispielen zu erklären.
Meine Aussage bezog sich nicht nur auf Silber, sondern alle Güter,
die an der Börse mit Papier gelistet sind, werden im Preis
künstlich nach oben gehieft. Jeder Papierzettel ETF ist eine
Nachfrage und erhöht den Preis künstlich. Also auch jeder Silber
ETF, ETC, mit Hebel wird die Nachfrage nochweiter künstlich
verstärkt. Aber wie schon gesagt, das ist gut für den Silberpreis,
somit steigt er ( allerdings vergleichbar wie ein Kartenhaus ).
Viele wollen und werden aus verschiedenen Gründen kein physisches
Silber kaufen ( Einbrecher, Platzbedarf, Mwst, Ausgabeaufschläge,
hoher Preis bei kleiner Stückelung usw. ). Ohne Papiersilber-ETF
hätten und würden die überhaupt kein Silber kaufen und stattdessen
vor allem in Aktien investieren, oder wenns denn physich sein muss,
vielleicht noch in phsisches Gold ( günstigere Banksafelagerung,
bessere Handlichkeit, geringerer Platzbedarf zuhause ) oder anderes
Anlageklassen umschichten. Also zieht der Papiermarkt besonders
viele Silberanleger an, die sonst nicht da wären. Das ist natürlich
gut für steigende aber künstliche Silberpreise.
Da aber nun nahezu alle Bereiche in Papierzettelform gekauft werden
können, gleicht sich das wieder aus und es entsteht auf diesem Weg
erst sehr spät eine Blase. Jede Spekulation mit einem Papierzettel
auf ein Rohstoff oder ähnliches erhöht den Preis
künstlich.
Also erhöhen auch die unzähligen Papierzettel Silber-ETF den
Silberpreis und das enorm. Ohne Papier ETF auf Silber wäre der
Silberpreis
sehr viel tiefer, was ja jedem einleuchtet. Ohne
Spekulation wäre nicht nur Silber sondern auch Heizöl, Benzin,
Energie und vieles mehr wesentlich günstiger.
Gerade beim Rohöl ist der Spekulationsablauf doch längst jedem
bekannt, oder doch nicht ?
Ölmarktspekulanten sind Marktteilnehmer die nicht vorwiegend ein
eigenes Betriebsrisiko absichern wollen sondern grundsätzlich ein
fremdes Handelsrisiko suchen.
Der Ölterminkontrakt, der in der Regel nicht zur physischen
Lieferung führt, kann z. B. zur Absicherung der erdölverarbeitenden
Industrie gegen unerwarteten Preisverfall des Ölfertigprodukts
(durch einen Put, der Händler geht „short“) oder des
Transportgewerbes gegen unerwartete Preissteigerungen (durch einen
Call, der Händler geht „long“) dienen. Er wird in diesen Fällen den
Spotpreis nicht maßgeblich beeinflussen, weil das Volumen der
Kontrakte hinter dem physischen Kerngeschäft zurückbleibt. Der
Spotpreis ist der Preis für den kurzfristigen Verkauf oder Kauf,
wenn innerhalb von zwei Wochen geliefert wird.
Das Volumen des an den Terminbörsen über Futurekontrakte
gehandelten Rohöls beträgt inzwischen ein Vielfaches der
tatsächlich gelieferten Ölmengen. Dabei werden nur ungefähr 5
Prozent aller Futurekontrakte physisch als Öllieferung zum
Laufzeitende abgewickelt, der Großteil wird über
Ausgleichszahlungen abgegolten.
Rohstoffindizesinvestments 1970–2008
Investments in Rohstoffindizes haben sich in der Zeit vom Jahre
2003 mit 13 Mrd. US-$ zum Jahre 2008 mit 260 Mrd. US-$
vervielfacht. Investoren in Rohstoffindexfonds sind keine Käufer
physischer Ölmengen, sondern investieren über den Fondsmanager in
Futurekontrakte. Dabei besteht das einzige Investmentinteresse der
Anleger in steigenden Ölpreisen. Die Spekulation auf sinkende
Preise ist hier die Ausnahme.
Das entscheidende Bindeglied zwischen Terminkontrakten bzw. den mit
ihnen aufgelegten Rohstoffindizes und dem physischen Markt ist der
Arbitragehandel, ein physischer Zwischenkauf bei einem Contango.
Von einem Contango spricht man, wenn der aktuelle Marktpreis
niedriger liegt als der Terminpreis. Der grundsätzlich zur
Bereinigung von Marktdisparitäten gewünschte Arbitragehandel führt
in diesem Fall zu einer Anpassung an den Preis für die
Terminsoption.
Interessieren sich nun immer mehr Spekulanten für Rohöl, steigert
das natürlich die Nachfrage und somit den Preis.
Somit ist nicht nur neben Rohöl auch Silber aufgrund immer mehr
Spekulanten über-den-Wert-bewertet sondern eigentlich alle
Güter.
Der Spekulant auf Heizöl braucht gar kein Heizöl, aber er kauft es
in Form einer Nachfrage in Papierzettelform weil er damit Geld
verdienen will und diese Spekulation zahlt am Ende der Kunde der
wirklich Heizöl braucht um den Tank zu füllen. Bei Silber läufts
genauso ab. Der Börse sei dank, denn deshalb haben wir höhere
Silberpreise, was die Silberkäufer ( besonders Industrie ) zu
schaffen macht und sie dehalb weiterhin nach Alternativen suchen
werden.
Letztlich bezahlt somit jeder mehr für seine Güter des täglichen
Bedarfs. Allerdings haben wir die Möglichkeit selbst an der Börse
Güter zu kaufen und somit von den Preissteigerungen mitprofitieren.
Allerdings dreht sich die Spirale somit immer schneller.
Das endet im Endeffekt alles in einer Blase. Derzeit wieder in
China mit den Immobilien, die demnächst platzen wird.
Also werden sämtliche Güter ( auch Silber ) künstlich teurer, aber
das sind nunmal die Folgen einer Geldmengenausweitung. Unterm
Strich verdienen die wenigsten daran, da diese künstlichen
Preissteigerungen des Alltags von jedem einzelnen bezahlt werden
müssen. Somit haben die Bürger immer weniger in der Tasche, trotz
einiger % Lohnerhöhung/jährlich. Das geht solange gut, bis die
Belastung des kleinen Mannes zu groß werden und er auf die Straße
geht. Davon sind wir weltweit nicht mehr weit entfernt.
Um das alles zu verstehen muß man nicht studiert haben. Man muß
eigentlich nur 1+1 zusammenzählen und da kommt immer noch 2
raus.
Und weil wir dieses System haben werden Sachwerte ( auch Silber )
weiter im Preis ansteigen, allerdings nur künstlich aufgrund der
Papiezettel-Spekulation, denn Silber wird wegen Spekulationskäufe
nicht mehr Wert. Aufgrund der physischen Nachfrage ist eine
Preissteigerung bei Silber gerechtfertigt, aber die macht nur einen
kleinen Bruchteil der Spekulation aus. Somit ist der Löwenanteil
der Preissteugerung nicht mehr als heiße Luft.
Aus diesen Gründen haben sich Silber wie viele andere Anlagen in
den letzten 10 Jahren bereits vervielfacht, während andere
Anlageklassen ohne Börse überhaupt nicht gestiegen sind. Mein
Bekannter hat 2011 nach 15 Jahren nochmal 1 ha Wald gekauft (
gleicher Bestand wie beim ersten kauf ) . Im Vergleich zum ersten
Kauf hat sich der Preis in diesen 15 Jahren um genau 10% verteuert,
also pro Jahr nur 0,66%. Das war natürlich nur möglich da Wald
bisher nicht an der Börse gehandelt wurde und den Preis keine
Spekulanten mit ihren Papierzettel erhöht haben.
Somit ist nicht die Frage ob Silber künstlich nach oben manipuliert
ist, sondern nur um wieviel.
Ich hab das alles jetzt aufwendiger und bewußt mit Wiederholungen
erklärt, um das jetzt nochmal verständlicher auszudrücken. Aber das
dürfte jetzt endlich einleuchten, denke ich.