Das Kapital:
Der Bewertungsabschlag von Europa bleibt
hoch
Es ist nur ein Symptom. Aber es zeigt, dass die Anleger nach wie
vor orientierungslos in einer Spekulationsblase umherirren.
Weitere Themen in diesem Kapital: TUI und KPN.
(...)
TUI
Zwar ist bei TUI das traditionell verlustreiche Q1 bestenfalls als
Indiz für das Gesamtjahr zu werten. Trotzdem stimmten im dominanten
Touristikgeschäft das solide Umsatzplus von 6,3 Prozent, vor allem
aber die 10,8 Prozent höheren Buchungserlöse fürs entscheidende
Sommergeschäft zuversichtlich,
dass man hier 2005 tatsächlich
schneller als der Markt wachsen könnte. Und das hieße mindestens um
vier Prozent, nach 3,6 Prozent im Vorjahr. Dabei ist der
Preisdruck nicht so immens, wie der korrespondierende Gästezuwachs
um ein Fünftel suggeriert. Denn ohne das umgelagerte
Billigfliegergeschäft hätten 8,6 Prozent mehr Sonnensucher immerhin
ein Buchungsplus von 9,5 Prozent beschert.
Und da TUI gerade in der beliebten Türkei oder auf den Balearen
weiter an der Hotelauslastung feilt, stiftet dieser kleine
Preisvorsprung schon Vertrauen,
dass die Margen auch
steigen, wenn etliche Reiselustige wieder abspringen. Storno
nützt bei Billigflügen wenig.
Insofern will man nach dem
jüngsten Umsatzplus von 52 Prozent gerne glauben, dass TUIs größter
Billiganbieter LHX heuer die Gewinnschwelle kratzt. Gut möglich
also, dass die Touristik 2005 sogar einen Gewinnzuwachs von einem
Drittel stemmt - wenigstens vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (Ebitda).
Bleibt zudem der Druck auf die
Frachtraten in der Schifffahrt moderat, könnte auch TUIs zweites
Standbein das 2004er Gewinnniveau halten.
So gesehen hätte TUIs Restgeschäft an der
Summe der Anteile gemessen noch einigen Wert aufzuholen.
Doch wie viel davon wird operativ erwirtschaftet? Noch 2004 stellte
allein das "Übrige" unter dem "Sonstigen" in der GuV ein gutes
Fünftel vom Gewinn.
Viel Chancen kleine Risiken ....