Neben der Commerzbank ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters auch die Frankfurter Private-Equity-Fondsgesellschaft Eurokapital in einen Skandal um internationale Geldwäschegeschäfte verwickelt. Die Täter sollen mit Hilfe von Commerzbank-Mitarbeitern Vermögenswerte aus ehemaligen russischen Telekommunikationsfirmen veruntreut und unter anderem über Scheingesellschaften in Private-Equity-Fonds überführt haben. Die Höhe der Schadenssumme stehe derzeit noch nicht fest, so Doris Möller-Scheu, Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft.
Derzeit wird gegen sieben aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der Commerzbank ermittelt, wie eine Sprecherin der Commerzbank gegenüber DER FONDS.com bestätigte. Namen wollte sie jedoch nicht nennen. Laut Financial Times Deutschland (FTD) laufen die Ermittlungen unter anderem gegen den ehemaligen Commerzbank-Manager Michael North. Der Geschäftsführer von Eurokapital soll die veruntreuten Gelder in vier Eurokapital-Fonds investiert und über die Fonds weitere Beteiligungen an russischen Firmen erworben haben. Eurokapital wurde 2002 in Frankfurt gegründet, die Gesellschaft ist auf Beteiligungen in Osteuropa spezialisiert und hat Büros in Kiew, New York, Toronto und Zypern. Neben North arbeiten auch die ehemaligen Commerzbanker Vadim Vinogradov und Alexey Sokolov bei Eurokapital. Alle drei waren zuvor im Osteuropa-Geschäft der Bank tätig. Die Gesellschaft wollte gegenüber DER FONDS.com keine Stellungnahme zu den Ermittlungen abgeben.
Auch gegen den ehemaligen Commerzbank-Personalvorstand Andreas de Maizière wird ermittelt. Er war mehrere Jahre für das Mittel- und Osteuropa-Geschäft der Bank verantwortlich und hatte Anfang vergangener Woche zunächst ohne Begründung seinen Rücktritt erklärt. Heute meldete die Bank jedoch, dass er wegen der Ermittlungen zurückgetreten sei.
DER FONDS.com 25.07.05 cl
Quelle: DER FONDS.com