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schrieb am 01.08.05 15:56:13
Zur Erinnerung:
" Bei Börsenmänteln ist Geduld eine wichtige Tugend "
01. Juli 2005 Börsenmäntel haben auf bestimmte Anlegerschichten
schon immer eine besondere Anziehungskraft. Das hat mit den im
Erfolgsfall riesigen Gewinnchancen zu tun. Gleichzeitig ist die
Spekulation mit derartigen Konstrukten auch sehr risikoreich (lesen
Sie dazu auch: Beim Handeln mit Börsenmänteln ist viel Fachwissen
gefragt).
Mit der allgemeinen Belebung der Aktienmärkte hat auch das Segment
der Börsenmäntel zuletzt wieder eine spürbare Belebung erfahren.
FAZ.NET sprach aus diesem Anlaß mit Sam Winkel, Vorstand der Bremer
Carthago Capital Beteiligungen AG (ISIN: DE0005418404, 21,50 Euro).
Winkel gilt als ausgewiesener Kenner der Szene, zählt zu den
Kerngeschäftsfeldern der börsennotierten Carthago Capital
Beteiligungen AG doch auch die Akquisition und Umwidmung von
Börsenmänteln.
Daneben ist die Gesellschaft in der Corporate Finance-Beratung für
Börsenkandidaten und börsennotierte Unternehmen sowie dem
Arbitrage-Handel tätig und hat sich auf Beteiligungen an
unterbewerteten börsennotierten Unternehmen spezialisiert. Offenbar
mit Erfolg, denn nach einem Gewinn je Aktie von einem Euro im
Vorjahr sollen 2005 mindestens 1,50 Euro erwirtschaftet werden.
Herr Winkel, was sind die Gründe dafür, daß Mantelspekulationen
zuletzt wieder beliebter geworden sind?
Nach einem eher zurückhaltenden Jahr 2004, rückte das Thema der
Mantelspekulation 2005 tatsächlich wieder deutlich mehr in den
Fokus der Interessenten und Investoren. Gründe hierfür sind, daß
die Börsenlandschaft wieder an Konturen gewinnt und Anleger und
Investoren ihren durch die langwährende Baisse aufgekommenen
Vertrauensverlust nach und nach abbauen.
Was reizt die Anleger an dem Segment, was sind die Erfolgstugenden
und wo liegen die Risiken?
Aus Anlegersicht ist die Mantelspekulation insbesondere dann
interessant, wenn man den Reiz des Besonderen liebt und Geduld
mitbringt. Viele Börsenmäntel zeichnen sich durch eine jahrelange
Seitwärtsbewegung im Kurs aus, um dann, nach Abschluß der
Manteltransaktion, einen starken Kursanstieg aufzuweisen. Dennoch
muß der Anleger vorsichtig sein: Insbesondere bei Insolvenzwerten
muß man sich bewußt sein, daß hier hohe Risiken schlummern. Nicht
jeder insolvente Wert wird zum Börsenmantel, teilweise wird die
Börsennotierung einfach nach Abschluß des Insolvenzverfahrens
eingestellt.
Eine der wichtigsten Tugenden im Börsenmantelgeschäft ist Geduld.
Häufig sehen Anleger außergewöhnliche Kursentwicklungen innerhalb
kurzer Zeiträume und vergessen dabei, daß fast immer Jahre der
Wartens dem vorher gingen. In vielen Fällen ist es durchaus so, daß
ein Börsenmantel gut abgehangen sein muß, bevor er knitterfrei, das
heißt ohne Altlasten an den Käufer übergeben werden kann.
Was macht Börsenmäntel aus Sicht eines Unternehmens mit
Börsenplänen interessant?
Aus Käufersicht sind die wichtigsten Argumente für den Kauf eines
Börsenmantels: Schnelligkeit, der Preis und die Flexibilität.
Klassische Börsengänge haben eine Vorlaufzeit von Monaten oder
teilweise Jahren, wie man am Beispiel des für 2006 geplanten
Börsengangs der Deutschen Bahn sehen kann. Mit einem Börsenmantel
kann man innerhalb von wenigen Wochen den Weg an die Börse
gehen.
Klasssiche Börsengänge haben ihren Preis - und der liegt häufig
jenseits von einer Million Euro allein für die Konsortialbanken. Es
kommen Kosten für Wirtschaftsprüfer und Rechtsberater noch hinzu.
Börsenmäntel sind häufig schon für weniger als eine Million Euro zu
erhalten. Genaue Preise können wir leider nicht nennen, da dies in
jedem Fall individuell von den Anforderungen des Kunden sowie vom
Marktsegment abhängig ist.
Börsenmäntel im Amtlichen Handel oder Geregelten Markt sind teurer
als im Freiverkehr. Dafür bietet sich mit einer solchen Notierung
die Möglichkeit in den General oder Prime Standard der Frankfurter
Börse aufgenommen zu werden - in Segmente also, in denen die "
großen" Werte notiert sind. Börsenmäntel im Freiverkehr haben den
Vorteil, daß mit ihnen relativ geringe laufende Kosten verbunden
sind.
Zudem bieten Börsenmäntel gerade in Zeiten zurückhaltender
Kreditvergabepraxis bei den meisten Banken eine Möglichkeit zur
Verbreitung der Eigenkapitalbasis durch Ausgabe von börsennotierten
Aktien ohne große Folgekosten. In jüngster Zeit werden auch
häufiger so genannte Debt-to-Equity-Swaps vorgenommen, das heißt
Unternehmen tauschen Verbindlichkeiten gegen Aktien. Die Gläubiger
werden dies in der Regel aber nur akzeptieren, wenn die Aktien
börsennotiert sind.
Wie lassen sich interessante Unternehmen ausfindig machen? Welche
Beurteilungskriterien gibt es?
Ingesamt haben wir in etwa 150 Werte ständig auf unserer Watchlist,
hierunter befinden sich insbesondere Insolvenz- und Konkurswerte.
Das Besondere beim Börsenmantelgeschäft ist, daß es kein
Beurteilungsschema zur Bewertung von Börsenmänteln geben kann, da
jede Gesellschaft stets ihre eigene Geschichte hat und in jeder
Gesellschaft die ihr eigenen Probleme verborgen sind, die es zu
finden und zu lösen gilt. Zudem kann man nicht davon ausgehen, daß
die Beurteilung einer Gesellschaft auf dem Stand von heute auch
morgen noch zutreffend ist. Parameter, die wir in diesem sehr
zeitabhängigen Geschäft ständig überprüfen sind beispielsweise
Börsenkurs und Liquidität der Aktie, Streubesitz,
Abgabebereitschaft von Paketaktionären sowie in der Gesellschaft
verborgene Risiken, steuerlicher, bilanzieller, rechtlicher oder
personeller Natur.
Nur wenn absolut sichergestellt werden kann, daß ein Mantel
innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens einem neuen Zweck
zugeführt und absolut blütenrein übergeben werden kann und der
Einkaufspreis stimmt, wird dieser für uns interessant. Dies trifft
bei Auswertung unserer Watchlist regelmäßig auf etwa zwei Dutzend
Werte zu. Diese werden dann abermals nach ihrer Güte strukturiert,
so daß gemessen am bisherigen Schnitt dieses Jahres in etwa fünf
Mäntel pro Jahr parallel bearbeitet werden können.
Wie viele potentielle Mantelkandidaten gibt es auf dem deutschen
Kurszettel und wie viele Marktteilnehmer tummeln sich in dem
Segment?
Zur Zeit gibt es in etwa 150 potenzielle Börsenmantelkanditen.Als
weitere Adresse mit profundem Wissen bezüglich des
Börsenmantelgeschäfts ist neben der Carthago Capital Consulting AG
noch die Allerthal Werke AG aus Köln zu nennen.
In diesem Jahr ist die Einbringung der Autowelt AG in den German
Brokers AG i.K. gescheitert. Lassen sich auf diesem Fall allgemeine
Lehren für die Mantelspekulation ableiten?
Nein, da die Einbringung nicht am Börsenmantel an sich, sondern
vielmehr an der Vorbereitung der Einbringung gescheitert ist.
Welche Beispiele für eine erfolgreiche und erfolglose
Mantelspekulation fallen Ihnen ein?
Erfolglos war die bereits erwähnte Einbringung der Autowelt AG in
die German Brokers AG. Erfolgreich verlief dagegen der von uns
vermittelte Börsenmantel der Impera AG (vormals Füchsel &
Wiegratz AG) nunmehr Impera Total Return AG (ISIN: DE0005751309).
Als weitere erfolgreiche Story`s sind die Albis Leasing AG und die
Arques Industries AG zu nennen.
Können Sie Namen interessanter Kandidaten nennen, bei denen eine
Nutzung des Mantels denkbar wäre?
Die Carthago-Gruppe betreut derzeit beispielsweise den ehemaligen
Neuer-Markt-Wert Sunburst Merchandising AG in Insolvenz (ISIN:
DE0007201501) und die insolvente Münchner Softwaregesellschaft
Questos AG (ISIN: DE0005412407). Beide Gesellschaften können nach
Durchführung eines Insolvenzplans weitergeführt werden. Weitere
Kandidaten können wir bedauerlicher Weise derzeit noch nicht
veröffentlichen.
Das Gespräch führte Jürgen Büttner
Text: @JüB
Bildmaterial: Carthago Capital Beteiligungen AG
schrieb am 01.08.05 16:11:59
@Elmsi
Also die hohe auszahlungsquote ist wohl nicht ganz korrekt

... mehr habe ich auch nicht erfahren
schrieb am 01.08.05 17:01:17
[posting]17.414.487 von ZockerFreak am 01.08.05
16:11:59[/posting]Zf, man hält sich sehr bedeckt...
schrieb am 06.08.05 18:57:25
Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Oder???
flashgoerdi
schrieb am 08.08.05 09:04:21
[posting]17.468.336 von flashgoerdi am 06.08.05
18:57:25[/posting]Auf keinen Fall....die Aktien sind wohl in
festen Händen.
schrieb am 08.08.05 14:51:51
Kaum Umsatz, wenn hier mal Schwung reinkommt, gibt es wenig
Widerstand.
schrieb am 08.08.05 15:51:30
Sehe ich genau so. Könnte die nächste Gontard werden.
Ich wäre von Anfang an dabei.

flashgoerdi
schrieb am 09.08.05 09:37:02
Die Aktie hält sich ohne Umsätze auf 0,08 €.
flashgoerdi
schrieb am 09.08.05 10:11:14
Für 0,08 verkauft keiner.
schrieb am 09.08.05 13:04:49
Der Kurs steigt von Woche zu Woche ohne oder mit geringen Umsätzen.
Also gezockt wird hier nicht. Meiner Meinung steckt da irgendetwas
dahinter


. Keine Kaufempfehlung
Aktuelle Kursdaten 09.08., 09:01:39
Kurs Volumen
Akt. 0,08 EUR 0
Diff. in % +8,11% -
Diff. abs. +0,006 -
Geld 0,067 26.800
Brief 0,094

48.200
Spread in % 28,72% -
Spread abs. 0,03 -
Eröffnung 0,08 EUR 0
Vortag 0,074 EUR (Schluss) 533 (Tag gesamt)
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