Die Frage sollte langsam lauten: Wann ist TUI pleite ?
Mi, 15.02.1210:30
Tui rutscht tiefer in Verlustzone
Hannover (dpa) - Die Nordafrika-Krise und der harte Wettbewerb im
Frachtgeschäft haben Europas größten Reisekonzern Tui zu Beginn der
Wintersaison tiefer in die roten Zahlen getrieben.
Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember
stieg der Verlust unter dem Strich um 89 Prozent auf fast 88
Millionen Euro, wie
das Unternehmen am Mittwoch vor
der Hauptversammlung in Hannover mitteilte. Sowohl das Reisegeschäft als auch die Container-Reederei
Hapag-Lloyd lieferten rote Zahlen ab. Mit der Trennung
vom Frachtgeschäft ist Tui einen Schritt weiter: Bis zum Sommer
soll die Beteiligung an Hapag-Lloyd auf 22 Prozent schrumpfen.
Die Tui-Aktie reagierte am Morgen mit einem Kurssprung um fast
sechs Prozent auf die Nachrichten. Wenig später lag das Papier noch
mit 2,80 Prozent auf 6,381 Euro im Plus und war damit stärkster
Wert im MDax. Dabei wirkten sich sowohl die Lösung für die
Hapag-Lloyd-Anteile als auch die Quartalsergebnisse positiv aus.
Analysten hatten unter dem Strich mit noch Schlimmerem
gerechnet.
Dass es besser kam als erwartet, verdankte Tui unter anderem
spendableren Urlaubern und der Verlagerung der Nachfrage nach
Spanien. Dort stieg die Auslastung der Riu-Hotels, an denen Tui
beteiligt ist, spürbar an. Auch die differenzierten Angebote etwa
für Singles, Familien, Senioren und Sportler, verkauften sich
besser. Tui versucht verstärkt Hotels anzubieten, die andere
Veranstalter nicht im Programm haben, und will sich so teilweise
dem Preiskampf in der Branche entziehen.
Von dieser Entwicklung getrieben, legte der Konzernumsatz um fünf
Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zu. Der Löwenanteil stammt von der
Veranstaltertochter Tui Travel, die an der Londoner Börse notiert
ist. Die
politischen Umwälzungen in Nordafrika kamen Tui mit 30
Millionen Euro teuer zu stehen. Der operative
Verlust (bereinigtes EBITA), bei dem der Konzern
Sondereffekte wie Umstrukturierungskosten herausrechnet, stieg im
Quartal um 23 Prozent auf 147 Millionen
Euro. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote
Zahlen, weil sie ihre Kosten nicht decken können. Die Gewinne
fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein.
Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September erwartet Tui-Chef
Michael Frenzel weiterhin ein moderates Plus bei Umsatz und
operativem Gewinn. Die Anteile von Minderheitsaktionären etwa bei
Tui Travel eingerechnet, soll das Konzernergebnis weiterhin positiv
ausfallen.
Im ersten Geschäftsquartal lag es bei minus 137
Millionen Euro.
Unterdessen machten Hapag-Lloyd der Preiskampf im Frachtgeschäft
und hohe Treibstoffkosten zu schaffen. Tui ist noch mit 38,4
Prozent an der Container-Reederei beteiligt und musste dafür einen
Verlust von 9 Millionen Euro verbuchen. Ein Jahr zuvor hatte hier
noch ein Plus von 18 Millionen gestanden.
Mit der langwierigen Trennung von der Reederei ist Tui einen
Schritt weiter. Das Konsortium Albert Ballin um die Stadt Hamburg
und den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne, das vor drei
Jahren die Mehrheit an Hapag-Lloyd erworben hatte, übernimmt bis
zur Jahresmitte für 475 Millionen Euro weitere Anteile an der
Reederei. Auf 22 Prozent bleibt Tui aber vorerst sitzen, wie das
Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung am Vorabend mitgeteilt
hatte.
Tui-Finanzchef Horst Baier verspricht sich aus dem Geschäft
einen Buchgewinn von 30 Millionen Euro. Insgesamt sollen dem
Konzern 700 Millionen Euro zufließen, weil im Zuge des
Anteilsverkaufs auch ein hochverzinster Kredit für Hapag-Lloyd
abgelöst und teilweise in Aktien umgewandelt wird. Mit dem Geld
hatte Tui der Reederei im Krisenjahr 2009 durch schweres Fahrwasser
geholfen.
Tui will sich komplett vom Containergeschäft trennen und sich ganz
auf das Reisegeschäft konzentrieren. Für seine verbliebenen
Hapag-Lloyd-Aktien darf sich der Reisekonzern anschließend selbst
einen Käufer suchen - oder die Anteile an die Börse bringen.
Den Verkaufserlös will Tui zur Schuldentilgung einsetzen und
verstärkt ins Reisegeschäft investieren. Ob der Konzern dazu
seine Veranstaltertochter Tui Travel komplett übernimmt, ließ
Finanzchef Baier am Morgen offen. Es gebe dazu keine Entscheidung.
Mit dem Hapag-Lloyd-Verkauf habe Tui allerdings noch genügend
andere Aufgaben abzuarbeiten.
Quelle: dpa-AFX

Ohhhgott, wenn Frenzel nach 20 Jahren fertig ist, ist der
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