Bericht über die Bilanzpressekonferenz der Bijou Brigitte AG
2010 am 28.04.2011
BPK2011
.
Informationen zur BPK 2001 stehen in den Postings # 169, 172, 173,
181, 182 und 183
Informationen zur BPK 2002 stehen in den Postings # 462, 463, 494
und 495
Informationen zur BPK 2003 stehen in den Postings # 812, 823 und
825
Informationen zur BPK 2004 stehen in den Postings # 1269, 1276,
1294 und 1315; außerdem gibt es einen Eventbericht bei
GSC-Research
Informationen zur BPK 2005 steht in dem Post # 2077
Informationen zur BPK 2006 steht in dem Post # 3217
Informationen zur BPK 2007 steht in dem Post # 4361
Informationen zur BPK 2008 steht in dem Post # 5331
Informationen zur BPK 2009 steht in dem Post # 6229
Informationen zur BPK 2010 steht in dem Post # 6700
Allgemeines
- Es waren nur 7 von 12 angemeldeten Journalisten da; erstmals gab
es auch eine Präsentation der Zahlen mittels Beamer;
- in 2010 wurden 77 Geschäfte neu eröffnet, 35 Filialen geschlossen
und nur 14 Filialen renoviert; das man in 2010 nur so wenige
Filialen renoviert hat lag u.a. daran, dass man in 2009 und 2010
bereits einige der zur Renovierung anstehenden Filialen geschlossen
hat; wir wollen in 2011 bei den Renovierungen wieder mehr Gas
geben;
- teilweise werden Filialen schon nach sieben Jahren renoviert
(z.B. besonders frequenzstarke Standorte), teilweise gibt es auch
Mietverträge, die nur 5 Jahre laufen, aber im Prinzip ist es so,
dass sich längerfristig Schließungen + Renovierungen in einem Jahr
ungefähr mit der Anzahl der zehn Jahre zuvor neu eröffneten
Filialen decken;
- es gibt immer noch den Effekt, dass eine renovierte Filiale
erstmal einen höheren Umsatz ausweist;
- Die Materialaufwandsquote stieg von 13,7 % in 2008 über 15,2 % in
2009 auf 16,2 % in 2010; "Der Anstieg resultierte im Wesentlichen
aus dem gestiegenen Kurs des US-Dollars gegenüber dem Euro, der die
Wareneinkäufe verteuerte. Die Mehrwertsteuererhöhungen in Spanien
und Portugal sowie Griechenland und Finnland haben die Rohmarge
negativ beeinflusst."; durch die Lohnsteigerungen in Asien und die
gestiegenen Rohstoffpreise (u.a. Silber) verteuert sich der
Einkauf, wobei sich der Einkauf durch den schwachen Dollar gerade
wieder vergünstigt; der Dollarkurs ist der größte Einflussfaktor
beim Wareneinkauf;
- Aufgrund der schwächeren Geschäftsentwicklung in 2010 haben wir
aktiv Maßnahmen ergriffen, "um konzerninterne Abläufe zu
optimieren, Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit von Bijou
Brigitte zu stärken"; so wurden sämtliche Mietverträge unter
Kostengesichtspunkten geprüft; da wo es möglich ist, ist man in
Verhandlungen mit Vermietern getreten, was vor allem in Spanien und
Portugal der Fall ist, wo viele Center nennenswerte Leerstände
haben; außerdem wurden Optimierungspotentiale für den
Personaleinsatz in den Filialen identifiziert; es wurde begonnen
die Vertriebsorganisation zu straffen; all diese Aktivitäten werden
in 2011 und folgenden Geschäftsjahren fortgeführt;
- in Hamburg in der Zentrale werden derzeit 550 Mitarbeiter
beschäftigt; auf Vollzeitkräfte gerechnet sind das 20 Mitarbeiter
mehr als in 2009; da wir unsere Ware händisch verpacken, wird die
Mitarbeiterzahl in der Zentrale mit der weiteren Filialexpansion
sicherlich auch weiter ansteigen;
- unter der Berücksichtung der teilweise extrem schwierigen Lage,
bin ich mit den vorgelegten Zahlen zufrieden; die Zahlen sind im
Vergleich nach wie vor sehr gut; wir bewegen "uns doch insgesamt
auf einem hohen Niveau. Zur Erinnerung: Bei einem Umsatz von rund
378 Mio. EUR und nach einem EBIT von rund 85 Mio. EUR erzielten wir
im vergangenen Jahr eine EBIT-Marge von rund 22 %. Unsere
Eigenkapitalquote ist mit über 86 % exzellent. Das Unternehmen ist
nach wie vor schuldenfrei. Die Filialexpansion finanzieren wir aus
dem laufenden Cash Flow."
- ich schätze, dass wir in Deutschland einen Marktanteil von 24-25
% haben;
- das Ressort Finanzen hat Marc Gabriel von Herrn Koetke
übernommen; Roland Werner verantwortet jetzt den Bereich
Expansion;
- es wird weiterhin mittelfristig angestrebt ein drittes Mitglied
in den Vorstand zu berufen, aber bisher ist da noch nichts in
Aussicht; vielleicht kann man auf der kommenden HV eine Aussage
dazu machen;
- wir kündigen die Aktienprogramme an, weil wir dann die Chance
haben, tätig zu werden, wenn wir wollen; aber weil die
flächenbereinigten Umsätze weiter gesunken sind, haben wir uns mit
Aktienrückkäufen zurückgehalten; wir machen unsere Aktienrückkäufe
davon abhängig, wie sich der Kurs, unser Geschäft und die
allgemeine Lage entwickelt;
Segmentergebnisse nach Steuern (in Mio. Euro)
..................................2008........2009........2010
Deutschland..............29,8.........36,0.........30,7
Spanien.....................21,5.........13,3...........6,8
Portugal.....................k.A............5,0...........3,4
Italien.........................5,5............6,7...........6,9
übrige Länder............k.A..........14,0..........10,7
Konzern....................82,5............75,4..........58,3
Hinweis: In 2009 wurde Portugal noch unter den "übrigen Ländern
ausgewiesen"; auf der BPK erklärte Herr Gabriel praktisch nebenbei,
dass man das Segment Portugal neu aufgenommen habe; Ich wundere
mich, dass man diese Land jetzt separat ausweißt, nachdem man zu
den übrigen Landesgesellschaften kaum etwas sagen wollte.
Ausblick
- im Q1 2011 wurden 13 neue Filialen eröffnet (8 davon in
Deutschland) und 8 geschlossen; 10 Filialen wurden renoviert und
eine Filiale verlegt; per 31.03.2011 hatte man 1.172 Filialen;
- Bijou plant für 2011 mit 60 bis 70 Filialneueröffnungen, "um das
bestehende Filialnetz weiter zu verdichten und in neue Märkte zu
expandieren"
- per Stand heute haben wir für 2011 rund 40 Schließungen
identifiziert; ca. 50 % davon werden in Spanien stattfinden, wo
einige Filialen in den roten Zahlen sind; ich schätze, dass es im
Konzern insgesamt 40-45 Schließungen in 2011 geben wird;
- "Die Wirtschaftslage in Spanien wird sich voraussichtlich auch in
2011 nicht entspannen. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer Mitte
vergangenen Jahres und eine rekordhohe Arbeitslosigkeit
beeinträchtigen die Konsumlust der Spanier nachhaltig und
spürbar."
- wir gehen davon aus, dass der flächenbereinigte Umsatz auch in
2011 im Konzern weiter sinken wird;
- Aufgrund der weiterhin schwierigen Wirtschaftlage in Spanien
(hohe Arbeitslosigkeit und MwSt-Erhöhung) und Portugal, der
nachlassenden Dynamik in Deutschland, einer Expansion "mit
Augenmaß" (ca. 60-70 Filialen bei ca. 40-45 Schließungen), weiterer
Kostenoptimierungsmaßnahmen "und auf Basis des bisherigen
Geschäftsverlaufs im ersten Quartal
rechnen wir für das
Geschäftsjahr 2011 mit einem leichten Umsatzrückgang. Unter
Berücksichtigung der üblichen Teuerung bzw. Lohnkostensteigerung
könnte im laufenden Geschäftsjahr ein Ergebnis nach Steuern
zwischen 45 und 50 Mio. EUR erzielt werden."
- wir sind zuversichtlich, dass der Ergebnisrückgang im Gesamtjahr
2011 mit prognostizierten 14-23 % geringer ausfallen wird, als der
Rückgang im Q1 2011 mit 30 %; Hintergrund ist, dass die
Kostensteigerungen im Q1 immer besonders stark durchschlagen; so
steigen die Mieten generell im Q1 und auch die Personalkosten; aber
das holen wir dann durch das Weihnachtsgeschäft wieder auf; in 2010
hat es diesen Effekt auch gegeben [Anm. von mir: Mit dem
Unterschied, dass das Nachsteuerergebnis im Q1 2010 um 18,2 %
gefallen war und der Jahresüberschuss 2010 um 22,7 % gefallen
ist];
- wir können heute noch nichts zu unserem Dividendenvorschlag für
das Geschäftsjahr 2011 sagen; aber ich bin kein Pessimist - schauen
wir doch erstmal was am Ende 2011 raus kommt; Grundsätzlich stehen
wir aber dazu, dass uns die Dividendenkontinuität wichtig ist,
daran hat sich nichts geändert; [so wurde in der Präsentation u.a.
betont, dass die Dividende mit 6,50 Euro praktisch seit 5 Jahren
unverändert ist]
Expansion
- wie viele Filialen wir eröffnen ist eine Frage von Angebot und
Nachfrage; wenn mir viele interessante Angebote auf dem Tisch
haben, werden wir auch mehr Filialen eröffnen;
- Roland Werner verantwortet jetzt den Bereich Expansion: wir haben
für die Expansion ein großes, eingespieltes und erfahrenes Team,
das sehr gute Arbeit leistet; deshalb wäre es ein großer Fehler,
wenn der Vorstand jede Expansionsentscheidung absegnen müsste und
der Vorstand so zum Flaschenhals der Expansion wird; [Anm. von mir:
Viel wollte der Vorstand zu dem Thema nicht sagen, aber ich hatte
den Eindruck, dass sich hier substantiell etwas ggü. früher
geändert hat]
- Neue Tochtergesellschaften haben wir im Oktober 2010 in Belgien
und im Februar 2011 in der Schweiz gegründet; aber es ist sehr
schwierig in diese Märkte vorzudringen; vor allem in der Schweiz
ist es sehr teuer; vermutlich werden wir erst in Belgien und dann
in der Schweiz zum Zuge kommen;
- was die Expansion in Märkte außerhalb Europas angeht ist jetzt
nicht die richtige Zeit eine weitere Großbaustelle aufzumachen
(z.B. die von einem Journalisten angesprochene Expansion in Asien
oder dem mittleren Osten); aus unserer Sicht muss es derzeit
vorrangig darum gehen, dass bestehende Fundament weiter zu stärken,
d.h. in den bestehenden Märkten stärker zu werden und die
Marktführerschaft zu verteidigen; das hat jetzt absoluten Vorrang;
erst wenn wir das erreicht haben, können wir auch wieder über eine
Expansion ins außereuropäische Ausland nachdenken;
- Fernost, mit Ländern wie China und Südkorea, sind für uns schon
deshalb nicht interessant, weil es für die Konsumenten dort viele
günstige Quellen/Straßenmärkte für Modeschmuck gibt; vor allem die
europäischen Luxusgüterproduzenten haben in diesen Ländern erfolg,
aber Bijou ist kein Luxusgüterproduzent;
- wir haben in Brasilien gerade eine Tochtergesellschaft gegründet,
aber es gibt noch keine konkrete Planungen, wann wir da starten;
Brasilien ist ein kompliziertes Land;
- die gut gefüllte Kriegskasse ermöglicht uns auch mal einen
Wettbewerber zu übernehmen; aber die Suche nach Akquisitionen ist
nicht ganz einfach; für uns ist ein Wettbewerber nur interessant,
wenn wir durch die Übernahme interessante, neue Standorte gewinnen
können; deshalb wäre ein Deutscher Wettbewerber nicht wirklich
interessant für uns; aber im Ausland, z.B. um einen Markteintritt
in einem neuen Land zu erleichtern, wäre das eine Option; aber da
gibt es nur wenige mögliche Kandidaten;
- der amerikanische Markt ist nicht einfach; der Umsatzerfolg in
den USA ist weiterhin nicht ausreichend/befriedigend, um eine
weitere Expansion zu rechtfertigen; wir haben auch weitere
Bundesstaaten untersucht, konnten aber keine besseren Aussichten
feststellen; wir haben festgestellt, dass die Marktakzeptanz in den
USA eine andere ist; junge amerikanische Mädchen stehen eher auf
Pink und Plastik, wie es Claires anbietet; Erwachsene kaufen sich
eher günstigen Echtschmuck, der oft gleich durch die Juweliere
finanziert wird; es scheint als wäre für echten Modeschmuck kein
wirklicher Platz in den USA, womit die Akzeptanz unseres Angebotes
begrenzt ist; wir haben auch festgestellt, dass das Kreuz in der
Mitte der Malls üblicherweise von vier Juwellieren besetzt ist, die
dort auch die höchsten Mieten zahlen; unsere sechs amerikanischen
Filialen haben in 2010 200.000 Euro Verlust generiert; im Moment
werden wir die sechs Filialen behalten, aber wir wollen nicht
ausschließen, die eine oder andere verlustbringende Filiale zu
schließen;
- wenn wir ins Ausland gehen machen wir das mit unserem
europäischen Sortiment; das würde auch in Brasilien so laufen; aber
längerfristig kann man dann schauen, ob man das Sortiment an den
Geschmack vor Ort anpasst;
- wir haben in Deutschland über 420 Standorte, so dass es in
Deutschland nur noch wenige weiße Flecken gibt; das sind eher
kleine Städte mit 50.000 Einwohnern; wir haben im Q1 2011 8 neue
Filialen in Deutschland eröffnet;
- alle großen Einkaufszentren mit passendem Mietermix und mit einem
großen Einzugsgebiet sind für uns interessant; auch Fußgängerzonen
mit entsprechender Frequenz; wir haben da keine Präferenzen - auch
nicht, wenn wir zwischen Festmiete und Umsatzmiete wählen
können;
- der für uns wichtigste Faktor bei der Standortwahl ist, dass dort
viel Laufkundschaft vorbei kommt; exklusive Lagen - z.B. von
hochpreisigen Luxusgüteranbietern - helfen uns nicht, wenn nicht
viel Laufkundschaft vorbei kommt;
- in Großbritannien waren wir jetzt mal ein bisschen mutiger und
haben das Experiment auf eine breitere Basis gestellt; in den
letzten zwei Jahren ist das Mietniveau auch erträglicher
geworden;
- Das Center, in dem unsere erste türkische Testfiliale ist, ist
neu und nicht so gut angelaufen, aber wollen weitere Testfilialen
eröffnen;
Concession
- per 31.12.2010 hatte man 161 Concessionstandorte;
- mit der Entwicklung des Concessionbereichs sind wir ganz
zufrieden; allerdings sind die Umsätze auch im Concessionbereich
unter Druck geraten, die flächenbereinigten Umsätze sind
rückläufig; die Entwicklung ist analog der Entwicklung in
Deutschland; genaue Angaben zum Umsatz und Gewinn wollte der
Vorstand nicht machen;
- die „Concessions"-Standorte wurden vorrangig in Deutschland
weiter ausgebaut; im Herbst 2010 haben wir dieses Vertriebskonzept
auch auf den italienischen Markt ausgeweitet und vor rund zwei
Wochen wurden erste Concessionsflächen in der deutschsprachigen
Schweiz eröffnet;
- der Ausbau des Bereiches Concession soll in 2011 "forciert"
werden;
Wettbewerb/flächenbereinigter Umsatz
- die Wettbewerbssituation hat sich im vergangenen Jahr nicht
entspannt; wie man sieht, sind wir derzeit einem massiven
Wettbewerb ausgesetzt - nicht nur durch die großen
Textilfilialisten; der Markt wird derzeit von Modeschmuck
regelrecht "überschwemmt"; es gibt an jeder Ecke Modeschmuck;
- man hätte nach so vielen starken Rückgängen beim
(flächenbereinigten) Umsatz eigentlich erwarten können, dass die
Talsohle mal erreicht ist - zumindest in Spanien oder Portugal -
aber das ist noch nicht der Fall;
- Wenn man mich vor ein oder zwei Jahren gefragt hätte, ob eine
Verstärkung des Wettbewerbs noch möglich ist, hätte ich das
verneint; aber ich wurde eines besseren belehrt; der Wettbewerb hat
weiter zugenommen; ich war kürzlich in Spanien, um mir selbst einen
Eindruck zu verschaffen; ich war überrascht, wie viele
Modeschmuck-Anbieter - vor allem aus China - dort den Markt mit
günstigstem Modeschmuck regelrecht überschwemmen; diese Anbieter
sind nicht nur auf den Wochenmärkten, sondern eröffnen auch eigene
Filialen; diese Filialen liegen nicht gerade an attraktiven
Standorten, haben auch keine schöne Atmosphäre oder Ware, weshalb
ich nicht glaube, dass sich diese Anbieter dauerhaft am Markt
behaupten können, aber heute nehmen sie uns Kunden und Umsatz weg;
das muss man ganz offen sagen; auch unsere größeren Wettbewerber
wie beeline oder Accessorize führen ihre Filialisierung fort,
weshalb der Wettbewerb nicht abnimmt, sondern weiter zunimmt;
- in Spanien gibt es auch viele Zwei-Euroläden, die sehr viel
Modeschmuck anbieten; auch Anbieter wie Primarkt (bisher 3 Filialen
in Deutschland) wollen [trotz Margenrückgang] weiter
expandieren;
- die Konzepte unserer größeren Wettbewerber haben sich auch
gefestigt und sind nicht schlecht, weshalb sie uns Kunden
wegnehmen; das muss man ganz klar sagen;
- ich gehe davon aus, dass der Wettbewerb ähnlich leidet, wie wir;
auch der Wettbewerb hat mit flächenbereinigten Umsatzrückgängen zu
kämpfen; die haben die gleichen Probleme, wie wir;
- wir gehen davon aus, dass der flächenbereinigte Umsatz auch in
2011 im Konzern weiter sinken wird;
- aufgrund der gesunkenen flächenbereinigten Umsätze, müssen wir
erstmal in Europa unsere Hausaufgaben machen und dafür sorgen, dass
unser Filialkonzept im Wettbewerb besteht; aus unserer Sicht muss
es derzeit vorrangig darum gehen, dass bestehende Fundament weiter
zu stärken, d.h. in den bestehenden Märkten stärker zu werden und
die Marktführerschaft zu verteidigen; wir müssen dem Kunden unsere
Vorteile deutlich machen und den Kunden überzeugen bei uns zu
kaufen und nicht bei der Konkurrenz; das hat jetzt absoluten
Vorrang;
Flächenbereinigter
Umsatz........2003.........2004.........2005........2006......2007......2008......2009........2010
Konzern...................................
+10,0%.....+13,9%.....+13,9%.....-0,7%....-3,9%.....-4,9%......-3,5%.....-7,2%
Deutschland............................+10,0%......+17,3%....+16,5%.....+0,2%...-7,0%......-2,4%.....+0,7%.....-4,5%
Spanien......................................................................................positiv....+2,1%.....-8,2%....-12,4%...-13,5%
Italien.....................................................................................................................................+6,2%.......??
Frankreich..............................................................................................................-12,8%.....-0,4%.....-5,0%
Quellen: Bijou Jahresabschlüsse; Bilanzpressekonferenz
2008/2009/2010, HV 2009
Für die "Kernmärkte" geben wir die aktuelle Filialanzahl auf
Nachfrage heraus; für alle anderen Länder nicht;
Filialanzahl per 27.04.2011
Deutschland..................422
Spanien.........................268
Italien.............................122
Frankreich.......................60
Portugal...........................56
per 31.12.2010 gab es 420 Filialen in Deutschland und 747 Filialen
im Ausland;
Fazit
Ich denke "More of the same" fasst es ganz gut zusammen.
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@ Dieter
Ich will Dir für Deinen vielen fundierten Beiträge meinen Dank und
Respekt bekunden. Ich lese das Board nur noch alle paar Monate,
weshalb ich nicht jeden einzelnen Beitrag kommentiere. Ich habe mir
im Rahmen der Vorbereitung der BPK alle Board-Beiträge der letzten
7 Monate durchgelesen. Daher hier das gesammelte Feedback für diese
Zeit: Super gute Arbeit!!!
>> Trotz aller begründeter Kritik (schließe mich hier ein)
schrieb Joe nach der HV am 16.07.2010 (vgl.
>> #6757) u.a. …Aber Bijou ist ein gutes Unternehmen mit
einem interessanten Geschäftsmodell, so
>> dass man berechtigter Weise hoffen kann, dass die Zeiten
auch wieder besser werden…
>> Das sehe ich auch heute noch genau so und Joe wird mir
sicherlich nicht widersprechen?
Nein, da widerspreche ich Dir nicht. Aber den Zeithorizont sollte
man dabei nicht aus den Augen lassen. Für mich wird immer
deutlicher, dass es noch ein paar Jahre dauern kann, bis die Zeiten
wieder besser werden. Ich bin froh, dass jetzt auch bei Beeline die
Margen in die richtige Richtung, d.h. runter, gehen. Aber man
sollte dabei nicht vergessen, dass eine Vorsteuerumsatzmarge von
18,5 %, wie sie Beeline in 2009 noch erwirtschaftet hat, für einen
deutschen Einzelhändler absolut traumhaft sind. Da kann das
Eindampfen der Marge noch eine Weile dauern.
Ich war überrascht, wie schlecht die Entwicklung in Spanien in 2010
war. Nach dem Katastrophenjahr 2009 hätte ich nicht gedacht, dass
man da noch einen draufsetzen kann. Allerdings hat ja auch die
Arbeitslosigkeit in Spanien im Q1 2011 ein neues Hoch erreicht.
Was die zerstörten Hoffnungen angeht, die Du in Post # 6912
angesprochen hast, kann man wohl getrost feststellen, dass das
Unternehmen in den letzten Jahren nach und nach alle operativen
Hoffnungen tatsächlich zerstört hat. Viele Hoffnungsträger (wie
z.B. Azotobacter) haben sich mittlerweile vom Board auch
zurückgezogen und Du warst einer der letzten, der das
Hoffnungs-Fähnchen noch hoch gehalten hat. Aus meiner Sicht bleibt
für die Aktionäre nur noch eine Hoffnung - nämlich dass die
Dividende hält. Sobald auch die fällt, könnte auch der Aktienkurs
einen Boden finden und eine echte Einstiegschance bieten.
Deine Skepsis bezüglich der USA teile ich nicht. Ich denke zwar
nach wie vor, dass es für einen europäischen Einzelhändler nicht
leicht ist, dort Fuss zu fassen, aber es ist nicht unmöglich. Und
angesichts des Potentials dieses Marktes sollte man Zeit und Geld
investieren, um herauszufinden, wie man es am Besten angeht.
Insofern halte ich es weiterhin für einen großen Fehler, dass Bijou
nicht mehr Testfilialen eröffnet und jemanden abstellt, der an dem
Konzept arbeitet. Man kann Modeschmuck in den USA verkaufen
(Claires macht es vor) und die wirtschaftliche Entwicklung dort,
d.h. die Sparzwänge der Verbraucher, sollten eigentlich der ideale
Nährboden für Modeschmuck sein.
Machen wir uns nichts vor - dass man beeline das Geschäft mit den
Concessions überlassen hat, war ein großer strategischer Fehler.
Hoffen wir, dass wir das gleiche nicht in 15 Jahren von den USA
sagen müssen (das ursprüngliche Concessiongeschäft "Bijou Brigitte
Petite" wurde im Jahre 1997 mit folgender Begründung eingestellt:
zu hoher Aufwand, keine richtige Akzeptanz bei dem
Kooperationspartner und am Ende fallende Umsätze. ... Das klingt
doch irgendwie vertraut.)
MfG J

E