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Bijou Brigitte: Wer hat eine Meinung zu der Aktie ? ( beliebteste Beiträge )

Diskussionsstatistik
eröffnet am 19.03.00 21:44:16
von
neuster Beitrag 25.05.12 23:36:37
von

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Diskussionsnr.: 98.337

Bijou Brigitte

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schrieb am 27.01.11 18:52:01
Beitrag Nr.7007 
(40.938.261)
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Zitat
Diskussionskontext
Bijou Brigitte – der Wettbewerber beeline „schwächelt“ ebenfalls

Damit hier keine reine Chartanalyse oder -Diskussion aufkommt und der Thread eine Auffrischung erhält, möchte ich aus gegebenen Anlass und im Interesse der Bijou-Aktionäre wieder informieren und heute mein Hauptaugenmerk ausschließlich auf die Konkurrenz ausrichten. Denn ich komme gerade aus der Domstadt Köln zurück und habe „brandaktuelle“ Zahlen, Daten und Fakten mit im Gepäck und möchte damit die Debatte hier etwas befeuern.

Der Wettbewerbe beeline legt erstmals für das Geschäftsjahr 2009 einen Konzernabschluss und -Lagebericht vor. Dies wird sicherlich nicht nur in Hamburg aufmerksam und mit Interesse verfolgt werden, sondern dürfte bei unserem Vorstand, der IR-Abt und den Aktionären etwas Zuversicht, Hoffnung und vielleicht sogar Freude aufkommen lassen?

Denn schon einmal vorneweg gesagt: auch bei beeline scheint mir etwas „Feuer unterm Dach“ oder zumindest Sand im Getriebe zu sein. Und exklusiv zur Beruhigung an das Clubmitglied „Schmuckel“ gerichtet: ebenso bin ich bei beeline auf keine Goldader gestoßen. Seine etwaigen suggerierten übertriebenen, exzessiven Befürchtungen (auch Goldfieber oder Goldrausch genannt) entbehren hier jeder Grundlage.

Unbefangen nach der Frage zum (jetzigem) Einstieg in die Bijou-Aktie, muss jeder Anleger dies generell selbst entscheiden und sich ein eigenes, unabhängiges Urteil bilden. So genannte „Experten“ aus Rosenheim oder andere „erste Adressen“ führen da nicht weiter, sondern garantieren meist den Weg in den Verlust bis hin zum Ruin.

Vielleicht helfen ja auch die folgenden Ausführungen und meine „An- und Erregungen“ weiter oder runden das Meinungsbild ab? Damit wir uns unmissverständlich richtig verstehen: eine Kauf- oder Verkaufempfehlung gebe ich hier ausdrücklich nicht ab!

beeline: mehr Umsatz, weniger Gewinn

Zur Erinnerung: im Vorjahr (vgl. Beitrag #6646 vom 1.03.2010) waren wir alle von den sehr guten 2008er Zahlen völlig überrascht, verblüfft oder sogar leicht „geschockt“ gewesen. Nachträglich sehen diese Zahlen nicht mehr ganz so toll aus, denn der Einblick hat sich erweitert. beeline hat im Geschäftsjahr 2009 die Unternehmensgruppe neu gegliedert und mit Wirkung zum 1.01.2009 die beiden Holdings (Retail + Concessions) auf die Muttergesellschaft verschmolzen. Dies bedeutet: alle deutschen und internationalen Tochtergesellschaften werden vollkonsolidiert und die beeline GmbH fungiert jetzt als Dachgesellschaft.

Zum besseren Verständnis wurden im Abschluss 2009 die Vorjahreszahlen im Vergleich „Als-ob-Konzern“ dargestellt. Aber schaut euch die Fakten lieber selbst an. Mein erstes Schaubild stellt die G+V-Rechnung für die Jahre 2008 und 2009 gegenüber:



beeline ist nach 2008 auch in 2009 wieder beim Umsatz sowohl absolut als auch relativ stärker gewachsen als Bijou. Beim Ergebnis 2009 geht es allerdings relativ mit -17,9 % (Bijou -8,7%) deutlicher abwärts. In absoluten Beträgen verliert beeline 5,5 Mio. € und büßt Bijou 7,2 Mio. ein. Die Nettorendite fällt von 15,1 % auf nur noch 10,6% und halbiert sich damit fast im Vergleich zu Bijou mit 19,3%.

Der Ergebnisrückgang ist wesentlich durch die um 3,7 Prozentpunkte gestiegene Materialaufwandsquote und wegen erhöhten Personalkosten und Verkaufsprovisionen begründet. Trotz ungünstiger Entwicklung beim US-Dollar hat beeline im Zeitraum 2009, anders als in den Vorjahren, auf den Gebrauch von Finanzinstrumenten zur Absicherung von Kursschwankungen verzichtet. Der Materialaufwand verzeichnet eine überproportionale Steigerung von 32,5%, der Umsatz legt nur um 16,8% zu. Die Parallelen zu Bijou im Jahre 2009 sind mehr als deutlich: MA +15,1% und beim Umsatz +3,8%. Offensichtlich scheint man sich in den beiden Unternehmen mit einem effektivem Devisenmanagement (mangels Fachleuten?) nicht ernsthaft zu beschäftigen und nimmt lieber schnell ein paar Mio. €. Kursverluste in Kauf?

Daneben ist auf nationale Ebene (Einzelabschluss), trotz geringfügig rückläufigem Vorsteuerergebnis, mit 2,3 Mio. € ein höherer Aufwand bei den Ertragssteuern angefallen.

Wenn ich mir heute kurz die letzten verfügbaren Unternehmensporträts von beeline und dem Gründer Ulrich Beckmann (HB vom 05.10.2007, Köln Nachrichten vom 29.12.2008 und FAZ vom 24.02.2009) ins Gedächtnis rufe, dann stelle ich fest, das sich meine damalige Vermutung jetzt vollauf bestätigt: es wurde (wie immer in solchen „Stories“) viel zu dick aufgetragen! Die dort für 2007 / 2008 genannten (rund oder mehr) als 300 und 350 Mio. € Umsatz, bis zu 3.000 Mitarbeiter und 100 Mio. Teile-Auslieferungen waren allesamt unglaubwürdig und sind es bis zum Gegenbeweis auch heute noch.

Selbst die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (Aushilfen eingerechnet) dürfte auf Vollzeitbasis für 2009 – großzügig gerechnet – ca. 2.200 betragen (Bijou 3.500). Immerhin plant beeline für 2011 ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm einzuführen. Dagegen konnte das Bijou-Personal bereits seit 1988 Aktien ihres Unternehmens an der Börse erwerben. Aber paradoxerweise haben lt. Aussage Koetke nur ganz wenige davon gebraucht gemacht. Nur ein Gedanke: Bijou könnte ja die inzwischen zurückgekauften eigenen Aktien der Belegschaft zu Sonderkonditionen anbieten?

Im Kontrast zu Bijou und seinem Vorstand versteht es beeline und Ulrich Beckmann eben viel besser und effektiver, sein Unternehmen und sich selbst in der Öffentlichkeit darzustellen, dafür Interesse zu wecken und sich zu verkaufen! Mein Eindruck: bei beeline sind vom Typus her mehr hemdsärmelige, demokratische und kooperative Macher und Gestalter am Werk, bei Bijou zugeknöpfte, autoritäre und verschwiegene Verwalter und Überwacher in der Verantwortung. Außerdem agiert hier noch der Firmengründer und Patriarchat F.-W. Werner via Beratervertrag im Hintergrund. Dagegen ist der Kontrollfreak Koetke zum Jahresende 2010 ausgeschieden. Letztere, charakterisierte Typen werden ohnehin von Investoren eher gemieden.

beeline-international - Standorte

Anders als bei Bijou tragen die meisten Tochtergesellschaften von beeline unmittelbar nichts oder nur wenig zum Unternehmenserfolg bei. Vielmehr geht aus der Anteilbesitzliste für 2009 hervor, das die Töchter per Saldo einen Verlust von 8,6 Mio. € ausweisen. Der eigentliche mittelbare Profit wird bei der Muttergesellschaft über die Warenbelieferung zu festgelegten Verrechnungspreisen erwirtschaftet.

Die nächste Übersicht zeigt eine Aufgliederung nach Ländern mit Anzahl der Filialen (Retail) und Flächen (Concessions) für 2009 und 2010 (vgl. auch beeline-website) sowie die entsprechenden Jahresergebnisse der Gesellschaften für 2009:



Es fällt sofort auf, das sämtliche Retail-Töchter (mit Ausnahme von Luxemburg) negative Ergebnisse erwirtschaften, während alle Concessions-Töchter positiv abschließen. Selbst die größte Retailgesellschaft – nämlich, die Deutsche – fährt trotz einer 15%igen Umsatzsteigerung auf 24.742 T€ (VJ 21.496 T€) einen Jahresfehlbetrag von 822 T€ ein und liegt damit um rund 990 T€ unter dem Vorjahr (plus 169 T€).

Im 2009er Abschluss der Retail GmbH weist beeline darauf hin: „eine wesentliche Stellschraube bilden in diesem Zusammenhang die Konzernverrechnungspreise, die wir – in enger Abstimmung mit der beeline GmbH – in 2010 einer Überprüfung unterziehen werden.“
Im Konzernabschluss hält beeline dazu weiter fest: „unsere Retail-Landesgesellschaften erwirtschaften derzeit aufgrund zum Teil unterschiedlicher Kostenstrukturen deutlich voneinander abweichende Margen. Diesem Umstand werden wir unser Augenmerk widmen. Wir beabsichtigen die Einführung differenzierter Verrechnungspreise, die es unseren Tochtergesellschaften erlauben, unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Strukturen nachhaltig positive Ergebnisse zu erzielen. Dies ist bislang nicht der Fall. Wir streben daher an, unser Verrechnungspreissystem in 2011 neu auszurichten und die Transferpreise für unsere Produkte aufgrund der jeweiligen Umstände des Einzelfalls stärker zu individualisieren.“

Bzgl. obiger Darstellung bedauere ich, dass Bijou hier seit langer Zeit und bei weitem keine ausreichende Transparenz (mehr) bietet und deshalb ein Vergleich nur eingeschränkt möglich ist. Die Vorstände haben wohl richtig Angst davor, so als würden sie mit blanken Hintern dastehen oder noch schlimmer zur „Hinrichtung“ geführt werden?
Darüber hinaus möchte ich noch folgende Punkte festhalten:

1) Filialeröffnungen und Concessionsflächen 2009/2010

beeline hat in 2009 die inländische Anzahl von 55 auf 79 (Zuwachs 24) Filialen erhöht (vgl. Bijou 15 Fil.) und das ausländische Filialnetz um 49 Filialen von 155 auf 204 erweitert (vgl. Bijou 25 Fil.). Insgesamt war beeline bei der Expansion in 2009 mit 73 Filialzuwachs auf 283 wesentlich agiler, als Bijou mit nur 40 Filialen auf 1.125. Dieser Trend hat sich in 2010 fortgesetzt, denn beeline weist aktuell einen Zuwachs von 61 auf 344 Filialen, gegenüber Bijou mit 42 auf 1.167 Filialen aus.

Allerdings hat beeline die für 2010 geplante Anzahl von ca. 28 Neueröffnungen im Inland offensichtlich nicht erreicht, denn rein rechnerisch steht hier nur ein Zuwachs von 13 auf 92 Filialen zu Buche. In Deutschland legt Bijou 2010 mit einem Zuwachs von 21 auf 420 Filialen stärker zu!

Dagegen hat Bijou im Bereich Concession nach wie vor nichts zu melden und bleibt gegenüber den Wettbewerbern ein (Mini)Zwerg. Seit der bescheidenen Mitteilung zum 30.09.2010 darf man bei Bijou weiterhin rätseln, ob hier in 2011 noch etwas Substantielles folgen wird?

Vielmehr baut beeline diesen Bereich – wie die Entwicklung in den letzten fünf Jahren zeigt - sehr erfolgreich aus:

Jahr Flächen
-------------------
2006 4.836
2007 6.510
2008 8.410
2009 9.128
2010 rund 10.000

Die deutsche Tochter hat in 2009 trotz einem Zuwachs von 4.256 auf 4.461 Flächen ihren Umsatz und das Ergebnis nur halten können. Der Umsatz ist geringfügig von 10.412 T€ auf 10.444 T€ gestiegen, das Ergebnis nach Steuern stagniert bei 339 T€ (VJ 340 T€). Folglich dürften die SSS leicht negativ sein!

2) Expansion USA

Für 2010 und 2011 plant beeline die Expansion nach den USA. In den Jahresberichten kann man nachlesen: „Wir sind derzeit dabei, die Übertragung unseres Geschäftsmodells auf die USA zu überprüfen. Erste Tests zeigen, dass der US-Markt auf unser Geschäftsmodell positiv reagiert und für uns ausgesprochen interessante Perspektiven eröffnet. Wir befinden uns in erfolgversprechenden Tests mit einer namhaften Textilkette in den USA. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2010 haben wir über eine Tochtergesellschaft einen ersten Retail-Store in Queens/New York eröffnet.“ Die Eröffnung einer zweiten Filiale in der Roosevelt Field Mall, GardenCity, NY steht kurz bevor.

Ich komme nicht darum, aber klingen diese Worte in unseren Ohren nicht ähnlich verheißungsvoll, wie bei Bijou im Jahre 2006: „die beiden seit März 2006 bestehenden Fachgeschäfte in Florida/USA haben bewiesen, dass Bijou Brigitte von den US-amerikanischen Kunden gut angenommen wird.“ Das wurde damals den Aktionären u.a. als „Kampfansage“ an den Konkurrenten Claire’s verkauft. Bekanntlich hat Bijou im Laufe des Jahres 2007 noch vier weitere Filialen eröffnet, aber seitdem herrscht Stillstand und es wurde von weiteren Filialeröffnung Abstand genommen. Bereits im GB 2008 ist die Aufbruchstimmung vorbei: „die weitere Expansion in den USA ist z. Zt. angesichts der schweren wirtschaftlichen Probleme, die das Land in vielfältige Turbulenzen stürzten, ausgesetzt.“

Was hat sich seitdem im wirtschaftlichen US-Umfeld positiv geändert, dass beeline zu einer anderen Auffassung gelangt? Ich kann da nichts erkennen, im Gegenteil der Niedergang der US-Wirtschaft hat sich weiter beschleunigt. Eine zunehmende marode Infrastruktur, hunderte von Pleitekommunen, viele bankrotte Bundesstaaten, massive Entlassungen im öffentlichen Sektor, mehr als 40 Mio. Food Stamps Bezieher und eine weiterhin eingetrübte Verbraucherstimmung lassen m.E. einer erfolgreichen US-Expansion kaum eine Chance. Hinzufügen könnte man noch die seinerseits von Bijou beklagten, bürokratischen Hemmnisse und Vorschriften. Aber bekanntlich – wie im Falle Bijou - stirbt die Hoffnung wohl zuletzt…

Vielleicht spielen aber hier - ähnlich wie bei Bijou - auch Eitelkeit und Prestige-Gedanken (Eroberung des US-Marktes) eine tragende Rolle? Meines Erachtens wird beeline in den USA nur Geld verlieren.

3) Expansion GB

Aber auch in GB sieht es nicht gerade rosig aus – oder es schon schlimmer als in den 1920er Jahren?

http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/8282354/Bank-of…

Die Insel hat beeline schon 2006 (Schließung letzter Store) mit Verlust verlassen. Da befindet sich nur noch eine „Zombie“-Tochter. Eine Wiederbelebung ist nicht geplant.

Es verwundert schon sehr, dass Bijou hier Ende letzten Jahres einige Filialen eröffnet hat und offensichtlich mehr Erfolg erwartet. In 2010 wird man sicherlich noch Verluste erwirtschaften, aber 2011 sollte der break-even erreicht werden. Ansonsten dürfte das „Abenteuer“ GB-Markt der Vergangenheit angehören…

Mein Fazit für USA und GB: eine Expansion in die BRIC-Staaten würde ich vielmehr begrüßen. Wer wird hier der Erste sein? Zumindest hat Bijou ja bereits Anfang 2009 den Gang nach Südamerika (langfristig) angekündigt. Den Worten sollten Taten folgen, könnte also langsam Zeit werden…

Segmentberichterstattung

Im nächsten Schaubild werden die Umsatzerlöse (Konzern) nach Segmenten (Verkaufsgebiete und Vertriebswege) für die Jahre 2008 (nur Total) und 2009 gegenüber gestellt:



Der Umsatz legt im Vergleich zum Vorjahr um 16,8% zu. Das Wachstum im Bereich Concessions war jedoch stärker als im Bereich Retail.
Die Umsatzerlöse werden zu 62% im Ausland und 38% im Inland erzielt. Bijou weist für 2009 fast gleiche Relationen – 40% Inland und 60% Ausland – aus.

Der Vertriebsbereich Concession scheint bei Bijou nach dem Start in 2008 mit 100 Standorten und Inbetriebnahme des neuen Lagegebäudes im Okt. 2010 nicht spürbar fortgeschritten zu sein. Ich erwarte dass die Vorstände hierzu nähere Angaben und Erläuterungen zu BPK geben. Mich interessieren der Umsatz, das Segmentergebnis und die zukünftige Entwicklung – insbesondere ob die Planung der Internationalisierung dieses Vertriebsweges umgesetzt wird und damit im Geschäftsjahr 2011 einen nennenswerten Beitrag leistet?

Bilanzen

Abschließend sollten wir es nicht versäumen, noch ein Blick auf die Bilanzen der Jahre 2008 und 2009 zu werfen:



Die Bilanzsumme hat sich im Berichtszeitraum deutlich – um rund 37% - auf 229 Mio. € erhöht. Auf der Aktivseite resultiert dieser Zuwachs im Wesentlichen mit 29 Mio. € aus der Erhöhung des Anlagevermögens und 24 Mio. € bei den liquiden Mitteln. Besondern hervorzuheben ist im diesem Zusammenhang der Neubau des vollautomatisiertem Logistikzentrum. In den Standort Köln-Kalk wurden 2008/2009 rund 39 Mio. € investiert.

Auf der Passivseite fällt die Zunahme der Bankverbindlichkeiten mit 27 Mio. € sofort ins Auge. Obwohl die „Kriegskasse“ schon Ende 2008 reichlich gefüllt war, hat man für die Finanzierung der umfangreichen Investitionen (über die beiden Logistik-Tochtergesellschaften) Bankkredite in Anspruch genommen. Das überrascht mich sehr, zumal ich im Vorjahr noch davon ausgegangen bin, dass die weitere Expansion und Baumaßnahmen kein Liquiditätsproblem darstellt und Fremdmittel weiterhin eine absolute Ausnahme bleiben. Eine Antwort auf meine Fehleinschätzung habe ich noch nicht gefunden!

Da Bijou über keine Bankschulden verfügt, haben sich die Bilanzrelationen gegenüber beeline weiter verbessert. Die liquiden Mittel machen bei beeline 36% und bei Bijou 59% der Bilanzsumme aus. Die Eigenkapitalquote beträgt bei Bijou ausgezeichnete 84% und bei beeline sehr gute 68%.

Vergleichsweise und größenordnungsmäßig dürfte es in der deutschen Unternehmenslandschaft nur wenige Unternehmen geben, die ähnlich gute, außerordentliche Werte auf der Vermögens- Finanz- und Ertragsseite ausweisen. Wünschen wir uns, dass es so bleibt!

Ausblick und Schlussfolgerungen

beeline erwartet insgesamt für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 aufgrund ihrer Expansionsstrategie mit weiteren Steigerungen beim Umsatz. Geht aber ebenfalls bei den SSS von stagnierenden oder sogar leicht rückläufigen Umsatz auf der Fläche aus. Zudem dürfte es aufgrund zunehmender Konkurrenz schwer fallen, flächbereinigt Umsatzzuwächse zu erzielen.

beeline ist zuversichtlich, die Expansion- und Geschäftsentwicklung in 2010 und 2011 weiter voranzutreiben und Ergebnisse auf ähnlich hohem Niveau wie in der Vergangenheit zu erwirtschaften.

beeline rechnet mittelfristig mit Effizienzsteigerungen, die mit der Einführung ihres neuen Logistikzentrums einhergehen und zu Entlastungen auf der Kostenseite führen werden. Durch die Automatisierung der Logistikprozesse erwartet man proportional leicht sinkende Kosten mit entsprechender positiver Auswirkung auf die Ergebnismarge.

beeline betrachtet – international gesehen - die flächenmäßige Verbreitung ihrer Kollektionen und ihres Geschäftsmodells als noch längst nicht abgeschlossen. Die strategische Zielsetzung besteht – neben der ständigen Verbesserung ihrer Kollektionen und der Warenpräsentation - darin, auch in den kommenden Jahren neue Märkte zu identifizieren und zu besetzen.

Der noch Anfang 2009 publizierte Neubau der Firmenzentrale gegenüber der Messe in Köln-Deutz (Brügelmannstr.) scheint kein Thema mehr zu sein? Das neue Headquarter sollte ursprünglich bis 2010 entstehen und bezogen werden.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich mein Bild von beeline nur leicht verändert, mein grundsätzliches Urteil muss ich nicht revidieren:

beeline wächst in der Krise schneller als Bijou und agiert agiler im Marktumfeld, holt weiter auf und gewinnt Marktanteile hinzu. Ohne die 2010er Zahlen zu kennen, gehe ich jetzt davon aus, dass auch hier beeline gegenüber Bijou bei der Expansion sowie beim Umsatzwachstum und Ergebnisausweis die Nase vorne hat. Bekanntlich verzeichnet Bijou 2010 nach 1995 erstmals wieder einen Umsatzrückgang. Bei beeline sehe ich noch einen Zuwachs, allerdings könnte das Ergebnis auch sinken.

Hier muss Bijou aufpassen, denn die direkte Konkurrenz um die Marktanteile kennen die meisten Firmen sehr genau, nicht hingegen die tödliche Substitutionsgefahr.

Freilich braucht sich Bijou nicht hinter beeline zu versteckten oder gar zu fürchten, sondern sollte mehr in die Offensive gehen. Das erfordert aber mehr Transparenz, Ehrlichkeit und Aussagefähigkeit. Bijou agiert hier einfach zu behäbig und nimmt dabei lieber eine Lauerstellung und abwartete Haltung ein. Zugeben, der Firmengründer hat sich selbst als „ökonomisch konservativ und wertebewusst, risikoscheu, aber nicht feige“ bezeichnet. Da will ich nicht widersprechen, die grundsolide Bilanz und exzellente Liquidität geben ihm Recht. Damit lassen sich „schwerste Zeiten“ überstehen und der Branchen-Abschwung wird seinen Boden finden. Die Durststrecke hält zwar weiterhin an, aber die Wettbewerber kochen offensichtlich auch nur mit Wasser. Wir werden es erleben, wer am Ende den längeren Atem hat.

Trotz aller begründeter Kritik (schließe mich hier ein) schrieb Joe nach der HV am 16.07.2010 (vgl. #6757) u.a. …Aber Bijou ist ein gutes Unternehmen mit einem interessanten Geschäftsmodell, so dass man berechtigter Weise hoffen kann, dass die Zeiten auch wieder besser werden…

Das sehe ich auch heute noch genau so und Joe wird mir sicherlich nicht widersprechen?

Der Bijou-Aktienkurs und die Entwicklung der Börsen ist freilich eine andere Geschichte, denn hier spielen zunehmend fundamentale, ökonomische Daten eine Nebenrolle. Hauptsache die Druckerpressen laufen weiter und das Mee(h)r an Liquidität steigt. Aber damit will ich mich heute nicht befassen, zudem muss man nicht täglich auf die Kurse schauen.

Abschließend bleibt mir noch zu wünschen, das beeline die 2010er Abschlüsse schneller erstellt, testiert und festgestellt werden. Ohnehin dürfte hier die Geschäftsführung gegen ihre eigene Satzung gehandelt haben. Das macht aber nichts, da der alleinige Gesellschafter die gleiche Person ist. Vielleicht hatte man mit der organisatorischen Neueinrichtung des Konzerns auch nur zu viel Arbeit. Deshalb wäre eine Einreichung zum Herbst 2011 doch auch mal was Schönes!

Ansonsten, müssen wir jetzt im Fall von Bijou die Ergebnismeldung und Dividendenankündigung Mitte März abwarten. Auch dazu werde ich heute nichts sagen und mich zur gg. Zeit äußern.

CU Dieter :cool:

Ps.: evtl. Rechtschreib- und Rechenfehler bitte ich zu entschuldigen, sind aber trotz aller Sorgfalt nicht immer zu vermeiden - Danke!
Die gefährlichsten Börsenfallen - und wie man sie umgeht
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Uwe Lang
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schrieb am 24.12.11 15:57:03
Beitrag Nr.7369 
(42.520.657)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Bijou Brigitte - eine schöne Bescherung

Bevor der Thread hier völlig einschläft oder auf eine totsichere Goldader stößt, dachte ich mir, wie wäre es mal einen Wiederbelebungsversuch zu starten?

Immerhin hat mein eigenes Engagement für Bijou in den letzten Monaten nicht durch Gold sondern durch bloße Abwesenheit geglänzt. Aber jede Streikaktion findet ihr Ende, zumal ich (noch) nicht die Absicht hege hier (völlig) zu desertieren, sondern vielmehr den Wunsch äußere bei der Sache zu bleiben und weiter zu diskutieren.

Zudem, wenn schon Bijou über’s Jahr nicht für gute Stimmung sorgt und auch keine Weihnachtspräsente verschenkt, will ich immerhin versuchen eine Überraschung zu bieten.

Laut w:o habe ich in den letzten 180 Tagen keine Beiträge geleistet. Dafür aber in Sachen Bijou im Hinter- und „Untergrund“ gearbeitet. Während die EU-Politiker in diesem Jahr vor allem Rettungspakete geschnürt haben, geht es bei mir heute um ein sehenswertes Päckchen, das sicherlich nicht nur für Neulinge von Interesse sein wird. Ich möchte dieses „belastende“ Geschenk ungern mit ins nächste Jahr nehmen und deshalb nicht länger schuldig bleiben. Lieber möchte ich mich auf der Zielgeraden im Weihnachtsgeschäft entschulden; obwohl in der heutigen Zeit rein fiskalisch das Motto gilt: Ohne Schulden läuft nichts, und auch nicht ohne Geschenke.

Filialnetz

Zunächst ist mir der Wunschzettel von

Muellermilch2 schrieb am 17.11.11 12:41:44 Beitrag Nr.7334 (42.363.088)

Zitat: Hat jdm. vlt eine Quelle aus der die Filialstruktur ersichtlich ist ?
Mich würde interessieren in welchen Ländern wieviele Filialen sind.


aufgefallen.

Ich habe mich bemüht deinem Anliegen nahe zu kommen und versucht meine letzte Filialübersicht aus 07/2009 auf den aktuellen Stand zu bringen:



Danke für Hinweis von Kiemeler (vgl. #7366) auf die Pressemitteilung. Jetzt wissen wir, das Bijou seit Anfang Dezember in 22 Ländern aktiv ist. Leider vermeidet der Vorstand mit dem Wechsel des Vorsitzenden ab 2009 in den Geschäftsberichten exakte Stichtagszahlen zu den einzelnen Ländern anzugeben und lässt auch die staatenbezogene Anzahl der Neueröffnungen und Schließungen (fast völlig) außer Acht! Sei es aus mangelnder Einsicht, sturem Widerstreben oder aus Angst vor der Konkurrenz?

Deshalb sind meine Angaben für die Jahre 2009 und 2010 teilweise geschätzt und stellen für 2011 nur eine Indikation / Prognose dar. Vielleicht schafft es ja der neue Vertriebsvorstand hier zukünftig für mehr Klarheit und Transparenz zu sorgen? Ich hoffe, er verfügt über das notwendige Durchsetzungsvermögen!

Wenn auch mein Schaubild en detáil kein exaktes Abbild widerspiegelt, so werden dennoch einige Schwachpunkte sofort deutlich, die Fragen aufwerfen:

1) Die fetten Jahre mit bis zu 100 und mehr Filialzugängen sind seit 2009 vorbei, eine ähnlich starke Expansion ist für die nächsten Jahre m.E. weit und breit nicht in Sicht.
2) In Spanien wurde der „Peak-Stores“ bereits erreicht, Italien zeigt Stagnation und Frankreich ist rückläufig. In Deutschland dürfte mehr oder weniger Sättigung erreicht sein? Wo soll also das Wachstum herkommen?
3) Die beiden neuen Töchter Schweiz und Brasilien stehen noch „nackt“ dar. Hier dürfte außer einer ersten „Einkleidung“ in 2012 nicht viel passieren?
4) Die US und GB Filialen schreiben rote Zahlen und bei der Expansion herrscht Stillstand.
5) Von 22 Ländern ist Bijou in 11 Ländern nicht einmal mit mehr als 10 Filialen vertreten. Zahlt sich der enorme Aufwand im gegenwärtigen wirtschaftlichen, wettbewerblichen Umfeld unterm Strich aus oder überwiegt nur das Prestige? Ich fürchte, abgesehen von Finnland und der Slowakei bleibt da ertragsmäßig nichts übrig.
6) Für Ende 2011 bin ich ursprünglich von einem Filialbestand von 1.200 ausgegangen, rechne aber jetzt nur noch mit 1.185. Muss man nicht befürchten, dass es aufgrund der Schuldenkrise im EU-Raum, hier in den nächsten Jahren auch einmal zu einem Rückgang (wegen frequentier Schließungen) kommen kann?

Allerdings ist die Anzahl und Struktur der Filialen nur die Bildseite (Revers) der Bijou-Medaille. Der Avers zeigt den eigentlichen Wert (Umsatz und Ertrag) an. Deshalb möchte ich noch etwas weiter in die Tiefe gehen und dicke Bretter bohren.

Segmentberichterstattung

Die Einschränkung auf nur drei Länder seit Geschäftsbericht 2007 habe ich ja hier wiederholt scharf kritisiert und wurde auch anlässlich der HVs von Fragestellern moniert. Aufgrund der EU-Schuldenkrise (PIGS-Zone) und des Ergebniseinbruchs wurde dann im GB 20101 als weiteres Land Portugal in die Auswahl aufgenommen.

Ich halte diese Segmentierung für reine Willkür, nicht stringent und völlig unzureichend. Denn wie mein Tableau zeigt, verdienen weitere Länder die gleiche Berechtigung. Wird man Portugal in 2011 wieder entfernen? Sinnvoll - besser: zwingend notwendig - halte ich dagegen meine vorgestellte A-B-C Gliederung, also Erweiterung um die Länder Niederlande, Österreich und Frankreich:



Auch hier fallen bei näherer Betrachtung einige Schwächen ins Auge und ich spreche das aus, was der Vorstand lieber verschweigt: unangenehme Wahrheiten.

1) Spanien steht richtig unter Wasser, das Jahresergebnis von 2008 scheint sich zu atomisieren.
2) Italien wird nach drei Jahren der Ergebnisverbesserung wieder zurückfallen
3) Frankreich ist trotz 60 Filialen in 2010 im Vergleich zu 2009 beim Ergebnis richtig abgesackt und dürfte sich m.E. in 2011 an der Null-Linie bewegen.
4) Österreich ist der einzige Lichtblick und Fels in Brandung. Wenn man bedenkt das dieses Land mit seinen 42 Filialen in 2010 rund 4,4 Mio. € (VJ 4,9Mio. €) Gewinn erwirtschaftet hat, bleibt Frankreich eine totale Katastrophe.
5) Sowohl die drei A als auch vier B-Länder werden in 2011 in der Summe beim Umsatz und Ergebnis abnehmen. Die restlichen fünfzehn C-Länder dagegen zunehmen. Allerdings machen hier Umsatz und Gewinn jeweils noch keine 10% des Konzerns aus.
6) In der Totalbetrachtung scheinen sich bei Bijou – seit Werner Junior das Ruder in der Hand hat – die Kennzahlen Gewinn, Ergebnis/Filiale und Rendite einer Halbierung zu nähern.

IV-Quartal und Gesamtjahr 2011

Obwohl ich im Vorjahr mit meinen Ausblick (vgl. #6950 vom 13.11.10) beim Umsatz, SSS und Ergebnis nicht gerade ins Schwarze getroffen habe, möchte ich dennoch eine Einschätzung für 2011 vornehmen. Diesmal fällt es mir ohnehin leichter, da der Vorstand ja die Spurführung und Fahrtrichtung vorgeben hat.



Legende:
SSS = Same-Store-Sales
EvSt = Ergebnis vor Steuern
EnSt= Ergebnis nach Steuern
Δ% = Veränderung zum Vorjahr/Vorperiode
NFil = Nettozugang Filialen

Falls im IV. Quartal der Umsatz – wie in den Vorjahren- nicht unter die 100 Mio. € Marke fällt, rechne ich insgesamt mit knapp 375 Mio. Gesamtumsatz. Die SSS dürften sich gegenüber dem Rekordrückgang in 2010 von 7,2% in Richtung Minus 5,0% verbessern. Das Nettoergebnis sollte 47 Mio. € erreichen. Das Schlussquartal könnte mit netto 14 Filialzugängen noch „weihnachtlich“ glänzen. Die Differenz von 24 Filialen zum Gesamtvorjahr ist natürlich mehr als ärgerlich.

Auf Basis des Schlusskurses (Xetra) vom 23.12 von 76,98 € und 5,95 € EPS errechnet sich ein KGV von 12,9. Die Div.-Rendite beläuft sich bei unveränderter Zahlung von 6,50 € auf 8,4%.

Abschließend hoffe ich hier gehört zu werden und das meine Sicht auf die Probleme bei Bijou gedanklich eine Richtschnur bilden. Vielleicht tut es dem einen oder anderen Bijou-Aktionär gut zwischen dem Jahreswechsel ein wenig zur Ruhe zu kommen und mit etwas Abstand meinen Beitrag zu reflektieren, oder zu kommentieren und eine Kritik zu schreiben?

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern fröhliche und friedliche Weihnachten sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr.

CU Dieter:cool:

Ps.: nur der Ordnung halber erwähne ich:
1) evtl. Rechtschreibe- und Rechenfehler bitte ich zu entschuldigen!
2) mein Beitrag versteht sich nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung für die Bijou-Aktie
Avatar
schrieb am 06.01.11 18:23:19
Beitrag Nr.6970 
(40.813.718)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Informationen zum Jahreswechsel 2009/2010 vgl. Posting #6593 vom 04.01.10
Infos zum JW 2008/2009 siehe Posting #6088 vom 06.01.09
Infos zum JW 2007/2008 vgl. Posting #4949 vom 02.01.08
Infos zum JW 2006/2007 finden sich unter Posting #4045 vom 31.12.06 und
Infos zum JW 2005/2006 sind unter Posting #2820 vom 30.12.05 nachzulesen

BIJOU BRIGITTE – schlechte Zeiten – vergesst Zweitausendzehn!

Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle geschrieben: Ich gehe davon aus, das ich im nächsten Jahr nicht schreiben muss 2010 war das Jahr der trügerischen Hoffnung. Dann wäre wohl besser das Motto: „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“ angebracht.

Aber genau dies ist eingetreten: 2010 war ein Jahr der Enttäuschungen, die Hoffnungen wurden regelrecht zerstört, denn im Jahr 2010 hat nicht nur der Anspruch gelitten, das Primat der Politik könne sich doch noch irgendwie gegen das Finanzmonster und die globalen Märkte durchsetzen. Hier ist die Hoffnung ausgeblieben, es könne noch Politiker geben, die das überhaupt wollen. Deshalb platzte auch die Hoffnung bei den G20-Gipfeln, als es nicht gelang, die Finanzmärkte effektiv an die Leine zu legen. Dieses Monster wird uns wieder heimsuchen.

Der Euro versinkt im Schuldensumpf. Die europäischen Politiker haben gezeigt, dass sie dieser Schuldenkrise nicht gewachsen sind. Diese verlogene Politikerkaste und Schönrechner ohne Langzeitverantwortung hat gerade das Vertrauen in die gemeinsame Währung zerstört. Es geht nicht an, die Zukunft unserer Kinder immer weiter mit neuen Schulden zu verspielen. Die Regierungen werden früher oder später um einen massiven Haircut bei den End-Gläubigern, sprich Sparern nicht herumkommen. Je länger man wartet, umso teurer und verheerender werden die Auswirkungen sein.

Es wird sich bald zeigen, ob wir uns den Euro von ein paar anglo-amerikanischen Gauklern „zerschießen“ lassen und das EU-Kartenhaus zusammenbricht? Aber die Angelsachsen bekommen ja fast alles fertig. Dabei sind bei ihnen, angesichts der eigenen ökonomischen Krise, die Sorgen mindestens so groß und dringend. Aber dort mangelt es völlig an Verantwortungsgefühl, Mut und am Willen zum Sparen.

Deutschland hat den Abschwung noch am besten aufgefangen, aber die Menschen spüren, dass der Grund schwankt. Die Bürger scheinen langsam aufzuwachen und zu merken, dass die Politiker unseren Staat in unverantwortlicher Weise finanziell an den Abgrund geführt haben. Die politischen Parteien sind mehr ausgerichtet auf das Erringen und Bewahren der Macht als auf eine sachgerechte Führung des Landes. Wir sind nun in eine Lage geraten, welche die Existenz unseres Staats bedroht. Deshalb halte ich das Gefasel von einem kräftigen Aufschwung, sinkende Arbeitslosenzahl, wachsende Konsumfreude und jede Aufschwungeuphorie für völlig unangebracht. Ich denke, es ist noch viel zu früh zum Aufatmen!

Im Falle von Bijou stelle ich ohnehin fest, dass dort kein Aufschwung statt gefunden hat. Vielmehr haben die Auswirkungen der Schuldenkrise sowie der massive Wettbewerb sowohl Umsatz, Absatz (Anzahl der Kassenbons) und Ergebnis stärker belastet, als von mir erwartet. Nein, 2010 hat auch bei Bijou nicht wirklich Fortschritte gebracht, nicht einmal eine Stabilisierung.

Denn in dieser Krise ist weit mehr verloren gegangen als Geld, nämlich Vertrauen. Ohne diesen Wert funktioniert aber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht. Niemand ist allein schuld, dass es so kam. Aber alle können es 2011 besser machen.

Unberechenbare Aktienmärkte – Optimismus pur

Das Börsenjahr 2010 war ein hervorragendes Jahr für Aktien. Das Erwartungssoll hat dieser Jahrgang deutlich übertroffen. Rückblickend kann hier "gefahrlos" von einem Aufschwung gesprochen wurde. Allerdings fand der Aufschwung am Aktienmarkt, der im Frühjahr 2009 begann, wiederum weitgehend ohne Beteiligung deutscher Privatanleger statt.

Nur die Bijou-Aktie fällt 2010 wieder einmal aus der Rolle und steht damit auf der Verlierliste. Immerhin, mein (negatives) Jahresziel von 86,50 € (vgl. #6750 vom 15.07.10) wurde nicht annähernd erreicht und auch meine später geäußerte Hoffnung, das die 100 €-Marke bis zum Jahresende hält, hat sich erfüllt.

Nach einem zwischenzeitlichen Plus von über 20% zum Jahresanfang im Vergleich zum Schlusskurs 2009, verlor die Bijou-Aktie bis Ende August kontinuierlich an Boden, und beendete das Jahr trotz leichter Aufwärtstendenz in den letzten Monaten, im Minus. Wie der Kursverlauf in meiner Monatsübersicht zeigt, sind uns auch in 2010 Extremausschläge (Schockmomente) bei der Wertentwicklung, wie sie noch in 2008 zu verzeichnen waren, erspart geblieben:



Die Bijou-Aktie erreichte bereits am 16.02. ihr Jahreshoch von 144,25 €. Nachdem das Publikum von der schwachen HV-Vorstellung nicht gerade begeistert war und der Dividendenausschüttung im Juli, erreichte die Aktie am 23.08. ihr Jahrestief bei 98,65 €. Gestützt von einer lockeren Geldpolitik und damit stetig wachsenden Zuversicht in die Aktienmärkte, verzeichnete die Bijou-Aktie – trotz unerfreulicher Zwischenmitteilung vom 04.11 zum 30.09. – einen leichten Anstieg zum Jahresende und schloss das Börsenjahr mit einem Kurs von 109,15 € ab. Auf Jahressicht verlor die Aktie 7,1%.

Die Umsätze in der Aktie (bis 15.07. Ffm, ab 16.7. XETRA-Einführung) sich auch in 2010 gegenüber 2009 weiter rückläufig. Gingen in 2009 noch gut 1,24 Mio. Aktien um, waren es in 2010 nur mehr knapp 1,0 Mio. Aktien. Entsprechend lag der durchschnittliche Umsatz pro Börsentag in 2010 nur noch bei knapp 3.900 Stück und in 2009 bei etwas über 4.900 Stück.

Das Interesse an Bijou ist also in den letzten Jahren merklich zurückgegangen. Das überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass das Wort Aktie in den Zwischenmitteilungen und Halbjahresberichten unserer AG nicht vorkommt und auch vom Vorstand nur widerwillig in den Mund genommen wird. Ich möchte hier meinen Passus aus dem Vorjahr nicht wiederholen, aber verschärft zum Ausdruck bringen: auf die Dauer kann so der Vorstand nur weiter an Ansehen verlieren.

Ich möchte die Bijou-Aktie jedoch nicht nur isoliert betrachten, sondern abermals einem Vergleich aussetzen. Als Vergleichswerte habe ich wieder die alten Bekannten aus 2009 ausgewählt:



Überspitzt könnte man sagen: Viele Aktienanleger werden wohl denken: wenn so Krisenjahre aussehen, hätte man doch bitte gerne mehr davon. In 2010 verzeichnet der DAX ein Plus von 16,1%.

Deutlich besser ist diesmal die Douglas-Aktie mit Plus 23,4% gelaufen. Der Douglas-Konzern scheint – im Gegensatz zu Bijou - seine Hausaufgaben gemacht zu haben. Douglas hat sein Umsatzziel für das GJ 2009/2010 leicht übertroffen und die Ergebnisprognose erneut bestätigt. Der Schmuckbereich entwickelte sich besser als die Branche.

Einen wahren Höhenflug hat im abgelaufenen Jahr die Preisentwicklung von Gold hingelegt. Das Edelmetall profitierte dabei vor allem von der verstärkten Nachfrage von Finanzinvestoren, die seine Funktion als sicherer Hafen wieder entdecken. Dies vor dem Hintergrund, dass weltweit Papierwährungen immer weicher werden. Sowohl in Dollar als auch in Euro und vielen anderen Währungen konnte das Edelmetall in diesem Jahr neue Allzeithochs erzielen. Auf Dollar-Basis verteuerte sich Gold seit Jahresbeginn um rund 28%, in Euro berechnet sogar um 38%.

Das Schlusslicht mit einer negativen Performance von 7,1% bildet Bijou, weiterer Kommentar ist hier überflüssig.

Der absolute Spitzenreiter bleibt jedoch Silber mit 80% in Dollar und 94% in Euro berechnet. Nicht das ich unserem Edelmetall-Freund den Erfolg nicht gönne, aber diese Performance hätte den Rahmen der Abbildung „gesprengt“ oder verzerrt, und damit die vier Vergleichswerte recht mickrig aussehen gelassen. Also meinen aufrichtigen Glückwunsch an das Klubmitglied „Schmuckel“!

Übrigens, im 10-Jahresvergleich (2000 – 2010) hat sich die Reihenfolge nicht geändert (nur Gold holt mächtig auf) Hier die einzelnen Werte:

1) Bijou +940 % (p.a. 25,1 %)
2) Gold (in €) +260 % (p.a. 13,7 %) / Gold in US-Dollar +417 % (p.a. 17,9 %)
3) DAX 8 % (p.a. 0,7%)
4) Douglas 2 % (p.a. 0,2%)

Bei allem Optimismus und Zuversicht für das Aktienjahr 2011 gibt es doch „Restposten“ an Unsicherheit. Das gilt für die Baustelle EU-Schuldenkrise, aber auch für die Frage ob die BRIC-Staaten, allen voran China, in diesem Jahr der Weltwirtschaft die gleiche Schubkraft bieten wie in 2010. Schließlich ist es auch von Gewicht, ob die US-Wirtschaft 2011 zum Wachstumspfad zurückfinden wird, oder wegen der hohen Arbeitslosigkeit, anziehenden Inflation und drohenden Schuldenausfälle bei (Gewerbe)Immobilen und Kommunen in die Rezession zurückfällt.

Mein Fazit: Per Saldo bewerte ich die Risiken für ein drittes Boomjahr am deutschen Aktienmarkt höher ein als die Chancen. Für die Bijou-Aktie könnte es freilich wieder besser laufen, da bin ich inzwischen Überraschungen gewohnt. Mehr dazu im nächsten Absatz.

Bijou-Aktie - Langfrist-Entwicklung

Wer bei Bijou von Anfang an dabei ist, für den hat sich Bijou mehr als solides Investment erwiesen. Denn was aus dem Kauf einer Bijou-Aktie bis zum Jahresende 2010 geworden ist, findet sich auf dem folgenden Beipackzettel – mit Risiken und Nebenwirkungen - wieder:



Als Erstzeichner stelle ich fest, das bei einem Ausgabepreis von 281 €, sich der Wert einer erworbener Aktie per Ende 2010 auf 5.526 € beläuft. Immerhin ein „passabler“ Gewinn von 1.867 Prozent. Damit konnten die „Altaktionäre“ eine jährliche (steuerfreie) Rendite von 13,8% ex. Div. erzielen! Incl. der noch nicht gezahlten Div. für das GJ 2010 errechnet sich eine (vor Steuer) Rendite von 15,7%. Die durchschnittliche jährliche Div.-Rendite beläuft sich auf 5,3% (vor Steuer).

Wer von uns 1988 48.400 DM in Bijou gesteckt hat, war 2005 erstmals €-Millionär und wenn er es weiterhin richtig gemacht hat, ist er es heute allemal! Nebenbei bemerkt: den gleichen Startbetrag dürfte ein durchschnittlicher (Ketten)Raucher in 17 Jahren verqualmt oder eine gewöhnliche Lotto-Tippgemeinschaft - ohne großen Gewinn – verspielt haben. Allerdings, etwas haben die drei Beispiele gemeinsam: sie machen entweder abhängig oder süchtig!

In den letzten 23 Jahren hat die Aktie 12-mal im Plus und 11-mal im Minus geschlossen. Trotzdem hat die Aktie bisher eine bemerkenswerte Performance hingelegt. Ich hoffe nicht, dass die Bilanz in 2011 ausgeglichen wird!

Für den Sohn des Firmengründers fällt die Bilanz für die ersten beiden Jahre als Vorsitzender Vorstand wie folgt aus:

1) Aktienkurs von 83,55 € auf 109,15 € gestiegen => Plus 30,6 %
2) Die (Grund)Dividende für 2010 steht noch aus (zuletzt 6,50 € => unverändert)

Meine Tabelle zeigt für 2010 eine Div. von 6,50€. Ob Roland Werner hier abermals den Mut besitzt noch einen „Schnaps“ obendrauf zu legen, bezweifele ich. Dass ich mehr fordere ist hier ohnehin bekannt. In diesem Zusammenhang halte ich die aktuelle Ankündigung eines vierten Aktien-Rückkaufgramms für einen alten Witz, dessen Pointe wir alle schon kennen. Der Vorstand sollte diesen lächerlichen Betrag von 10,0 Mio. € lieber zusätzlich an seine Aktionäre ausschütten – ergibt immerhin zusätzlich 1,25 € für jede div.berechtige Aktie -. Ich weiß dieses Geld schon richtig anzulegen. Klubsprecher „Schmuckel“ würde wohl eine erste Tranche in EM verlangen, aber soweit will ich nicht gehen.

Ausblick - Bijou Brigitte - kein Wunschkonzert

Der Wunsch sei zwar oft der Vater des Gedanken, aber selten die Mutter der Weisheit, weiß der Aphoristiker, doch ich gebe ihm darin nicht recht. Vielleicht stimmt eher, was Julius Cäsar meinte: dass die Menschen das glauben, was sie wünschen. Oder es gilt Wilhelm Busch zu widerlegen, der meinte: „Wo man am meisten drauf erpicht, gerade das bekommt man nicht.“ Ein paar Wünsche hatte ich ja im Vorjahr auch an Bijou gerichtet. Bevor ich hier neue Wünsche vorbringe, soll jedoch die Erfüllung meiner alten „Begehren“ stehen:

Erstens, die Filialexpansion ist in 2010 weiter auf Sparflamme gelaufen. Mit netto (Neueröffnungen minus Schließungen) ca. 40 Filialen (ca. 70 – ca. 30) gegenüber 2009 – ebenfalls 40 Filialen (64 - 24) ist kein Fortschritt zu verzeichneten. Einem Plus von 10% bei den Neueröffnungen, steht ein Plus von ca. 25% bei den Schließungen gegenüber. Umgekehrt wäre es mir lieber, aber Joe befürchtet ja nicht unberechtigt einen weiteren Anstieg bei den Schließungen. Erfreulich ist, das Bijou neben Bulgarien in Rumänien Fuß fassen konnte und damit mein Wunsch, in zwei weiteren Ländern tätig zu werden, erfüllt wurde. Mehr erfreut und überrascht bin ich allerdings vom Beginn der UK-Expansion Ende 2010. Das Filialnetz sollte dort 2010 auf 18 Filialen anwachsen. Ich hatte lediglich mit einem Stand von 10 Filialen zum Stichtag 31.12. gerechnet.

Absolut unerfreulich bleibt die Entwicklung im Bereich Concession. Hier scheint man immer noch nicht aus den Startlöchern gekommen zu sein, die Konkurrenz hat meilenweit Vorsprung. So lässt sich kein Wettbewerb gewinnen.

Für 2011 erwarte ich eine Erhöhung der Schlagzahl. Vielleicht bietet der neue angekündigte Vertriebsvorstand – falls er denn kommt – Überraschungspotential, neue Ideen und bessere Qualitäten + Quantitäten?

Zweitens, eine Akquisition oder Kooperation wurde auch 2010 nicht gemeldet Hier vermögen nur Hellseher und Sternendeuter etwas ausrichten. Auch einen Blick in die Glaskugel überlasse ich in diesem Punkt für 2011 lieber Wikileads oder anderen Bedenkenträgern.

Drittens, das dritte Aktienrückkaufprogramm ist tatsächlich im Sand verlaufen und wurde auch nicht in Gold verwandelt. Offensichtlich war das Sprungvermögen zu klein, lag die Latte (Aktienkurs) dem Vorstand immer zu hoch oder der Goldpreis war ihm einfach zu niedrig. Die Chancen, dass der Vorstand mit der vierten Auflage in 2011 abermals auf der Nase landet, stehen gut. Weitere Fehlversuche bis zum Ablauf der Ermächtigung am 14. Juli 2014 schließe ich nicht aus. Bijou muss halt immer nur wieder nach dem Hinfallen auch wieder Aufstehen. In Sachen ARKP wünsche ich mir: besser liegen bleiben.

Mein vierter Wunsch wurde nur kommissarisch erfüllt. Die langjährige Mitarbeiterin und Prokuristin, Frau Véronique Porr (vgl. GB 1996 Seite 15) ist bisher nicht Nachfolgerin vom Finanzvorstand Koetke geworden. Immerhin macht Sie als Finance Director „gute Miene“ und gibt umfassend Auskunft zum „grenzenlosen“ Geldverkehr und –Disposition:

http://www.the-financedirector.com/projects/unicreditborder/

Für Gert Koetke dürfte sein letztes Bijou-Jahr enttäuschend verlaufen sein. Einen schlechteren Zeitpunkt des Abgangs, konnte er sich wohl nicht aussuchen? Trotzdem muss es in 2011 einen neuen Finanzvorstand geben, der allerdings auch gleichzeitig als Risikovorstand fungiert. Denn angesichts der 200 Mio. € Cash mache ich mir zunehmend Sorgen.

Zukünftig halte ich auch einen weiteren Vorstand für Personal und Recht als erforderlich. Der Hauptkonkurrent beeline hat neben dem geschäftsführendem Gesellschafter noch drei weitere Geschäftsführer und sogar deren Verantwortungsbereiche ausgewiesen.

Fünftens, der Relaunch der Bijou-Website war bitter nötig, ist aber nur halbseitig geglückt. Die bessere Hälfe, der Online-Shop präsentiert sich in frischer Optik. Die Seiten-Trennung und den Auftritt halte ich für gelungen. Dagegen spricht die eigentliche Unternehmens-Präsenz Bände und scheint aus den Anfängen des Internets und Windows 95 zu stammen. Absehen davon, dass diese Seiten keinerlei ästhetischen Genuss bieten, hält sich dort sicherlich kein interessierter Anleger, Aktionär oder Bewerber gerne auf. Da kommt einfach nur Langweile, Ödnis und eine unglaubliche Phantasielosigkeit auf. Selbst die Konkurrenz und vergleichbare börsennotierte Unternehmen haben hier viel mehr zu bieten und sind damit erfolgreich.

Für 2011 kann ich nur dringend an den Vorstand appellieren und zur Aufgabe geben: bitte, schnell neu und vor allen Dingen, viel besser machen!

Sechstens, das sich wirklich etwas – in Richtung positiv - an der IR-Arbeit geändert hat, ist nicht fest zu stellen. Im Gegenteil, wie es Joe bereits an anderer Stelle erwähnte, scheint Roland Werner folgende Kommunikationstrategie zu fahren: noch weniger sagen und preisgeben. Die Furcht – oder ist etwa schon Angst – vor der Konkurrenz muss wohl bedeutend sein?

Ich kann nur wiederholt sagen: Mehr Transparenz wagen. Das schafft Berechenbarkeit und Vertrauen. Denn Vertrauenswürdigkeit ist der wichtigste Wert eines Unternehmens und darin müssen alle Vorstände (nicht nur bei Bijou) investieren.

Inwieweit mein Wunschkatalog 2011 diesmal umgesetzt wird, liegt jetzt am Vorstand. Vielleicht machen ja der Vorstand und die Mitarbeiter eine konzertierte Aktion daraus und das Unternehmens-Orchester spielt wie in den alten guten Zeiten, wieder harmonischer zusammen? Denn das Jahres-Konzert und die HV-Vorstellung 2010 haben zu wünschen übrig gelassen…

Zum guten Schluss hoffe ich, dem Leser mit diesem Beitrag wieder nützliche Informationen an die Hand gegeben zu haben Ich bedanke mich für das Lob und die Anerkennung, aber auch für Euer Interesse und Anregungen im letzten Jahr. Leider ist nicht nur das Interesse an der Bijou-Aktie gesunken, sondern dieses befindet sich hier im Forum – mehr oder weniger auf dem Tiefpunkt. An dieser Stelle möchte ich doch noch einen „kleinen“ Wunsch äußern: eine Belebung der Diskussion – insbesondere durch neue Teilnehmer – würde sicherlich nicht nur mir Freude bereiten. Auch wenn ich als „Bijouloge“ angesehen werde, die jeweiligen Erfahrungen von anderen, können nie schaden – im Gegenteil, man kann sie für sich nutzbar machen!

Ein Motto gebe ich für 2011 nicht aus. Ich hoffe nur, dass sich Bijou in diesem Jahr nicht weiter zum Blindgänger entwickelt, sondern wieder ein echter Knaller wird.

Nun wünsche ich uns allen, dass wir gemeinsam mit einer guten Portion Optimismus und Freude ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2011 erleben werden.

CU Dieter:cool:

Ps.: Rechtschreib- und Rechenfehler gehen zu meinen Lasten und bitte ich zu entschuldigen.
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schrieb am 05.01.12 12:23:37
Beitrag Nr.7381 
(42.553.610)
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Diskussionskontext
Informationen zum Jahreswechsel 2010/2011 gibt’s unter Posting #6970 vom 06.01.11
Infos zum JW 2009/2010 vgl. Posting #6593 vom 04.01.10
Infos zum JW 2008/2009 siehe Posting #6088 vom 06.01.09
Infos zum JW 2007/2008 vgl. Posting #4949 vom 02.01.08
Infos zum JW 2006/2007 finden sich unter Posting #4045 vom 31.12.06 und
Infos zum JW 2005/2006 sind unter Posting #2820 vom 30.12.05 nachzulesen

BIJOU BRIGITTE – im Krisenmodus

Es ist wieder einmal die Jahreszeit der NJ-Empfänge, Rückblicke und Vorschauen. Mein traditioneller Beitrag an dieser Stelle und mein Resümee zum Jahreswechsel werden in diesem Jahr nicht besonders positiv – eher dramatisch - ausfallen. Aber Dramatik ist in Krisenzeiten nur ein anderes Wort für Wirklichkeit.

Zweifellos das beherrschende Thema war und ist die Schuldenkrise in der Eurozone. Sie hatte sich bereits 2009 mit Problemen in Portugal, Irland und Griechenland, als Folge der US-Finanzkrise, bemerkbar gemacht. Was sich dann weiter in 2010 mit der Euro- und PIIGS-Krise angekündigt hat, setzte sich in 2011 verschärft fort und hat in Griechenland eine neue Dimension gefunden: Demonstrationen, Regierungskrise, Schuldenschnitt, Hilfsgelder, Depression. Außerdem sind inzwischen weitere Problemfälle aufgetaucht und bringen die EU ernsthaft in Bedrängnis. Hier ist vor allem Italien zu nennen. „Musterknabe“ Deutschland scheint dagegen der Fels in der Brandung zu sein und wird zum Retter der Gemeinschaft auserkoren.

Die Versäumnisse in Politik und Finanzwirtschaft treten offen zu Tage. Verschuldung, Ratings, Stresstests, Rettungspakete und Krisengipfel prägen das Zeitbild und lösen bei vielen Menschen berechtigte Sorgen und Ängste aus. Angst vor der großen globalen Wirtschaftskrise. Angst vor dem Bankrott der viel zu lange einer nahezu ungebremsten Schuldenorgie frönenden Staaten und dem totalem Zusammenbruch der Finanzmärkte. Sorgen um die Stabilität des Euro und der EU-Währungszone.

Neben dem durch die Politiker angerichtetem (Schulden)Unheil (eine EU-Gemeinschaft, in der Verträge das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben wurden) und die von den internationalen Finanzjongleuren (die Bankherren des von ihnen erfundenen künstlichen Geldes) verursachten Schäden in der Realwirtschaft, hatten in 2011 verheerende Naturkatastrophen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Weltwirtschaft.

Alles im allen eine unselige Gemengelage aus Schuldenkrise, Bankennotstand und politischer Krise. Und eines kann man mit Sicherheit sagen: 2011 wird uns in Erinnerung bleiben. Nun ist die bange Frage: Wie geht es 2012 weiter? Das Positivste am Jahr 2011 ist, so ein Spötter kürzlich, dass es vermutlich besser war als 2012. Niemand von uns kann in die Zukunft sehen.

Es ist daher besser, die Lage anhand bestehender Fakten zu analysieren und sich für 2012 auf wahrscheinliche Entwicklungen einzustellen. Die Sorgen um weitere Rückschläge in der Eurozone bleiben. Das Vertrauen in die Politik, Währung und Finanzmärkte ist so gut wie weg. Das Europa des versprochenen Friedens, Wohlstands und der finanziellen Sicherheit gleicht nun eher einer Ruine, von deren Baufälligkeit so manch verantwortlicher Politiker auch um den Preis der Aufgabe demokratischer Grundrechte abzulenken versucht. Alles, was derzeit gemacht wird, ist noch mehr Schulden und Haftungen aufzutürmen - so als könnte man Wasser zu Wein machen. Auch 2012 tanzen wir auf dem Schulden-Vulkan. Politik und Banken können m.E. ihr Rettungsspiel nicht gewinnen, nur den Kollaps noch etwas (vielleicht ein paar Jahre) hinausschieben. Das Trio Infernale – die drei Rating-Agenturen werden das Weltfinanzsystem weiterhin im Griff haben. Die G20 Staaten werden nicht die Kraft aufbringen, ihrem Treiben ein Ende zu setzen – zu mächtig sind die Geldherren gegenüber den Marionetten der Politik.

Ich bin kein Hellseher, aber dass der Euro zum Erfolg zurückgeführt wird, das halte ich nach menschlichem Ermessen für ausgeschlossen. Schlussendlich muss man sich klar machen: es gibt kein Happyend in dieser Schuldenkrise. Eine Währungsreform ist unvermeidlich. Trotzdem, der Euro wird bleiben, aber gewiss nicht mit den gleichen Mitgliedern wie bisher.

Sicher und wahr ist dagegen, dass in einigen wichtigen Ländern Wahlen stattfinden werden, die das politische Gefüge verändern könnten. Dazu zählen die USA, Frankreich, Mexiko, Indien und Russland. Auch in Griechenland soll im April gewählt werden. Dabei entscheidet sich dann endgültig, ob die neue Regierung Besserung gelobt oder das Land zum dauerhaften Sanierungsfall macht. Deutschland dürfte stark von den Entwicklungen in Asien betroffen sein. In China beginnt die Machtübergabe an die fünfte Generation der Parteiführung, und da wird den Chinesen vor allem China wichtig sein und nicht Europa. Rettungsgelder für die EU stehen dann nicht auf dem Programm.

Die größte Gefahr hätte jedoch eine Eskalation in den Staaten der „Achse des Bösen“. Dabei ändern sich nur ein paar Namen. Von Afghanistan verlagert sich nun der Schwerpunkt nach Pakistan und statt des Irak macht nun vor allen der Iran Sorgen. In Nordkorea ist das Land zwar das gleiche, der unberechenbare Diktator wurde nur durch seinen unbekannten Sohn nebst Beraterkreis ersetzt. In Syrien kriselt es weiter, in Ägypten und den anderen Ländern des arabischen Frühlings tut man sich mit der "Demokratie" und neuen "Freiheit" schwer. All das könnte schnell den Ölhahn zudrehen, den Ölpreis in ungeahnte Höhen treiben oder andere ungünstige Folgen haben. Wirtschaft und Börse wird ein solches Szenario besonders negativ beeinflussen. 2012 sind die Anleger deswegen gut beraten, wachsam zu bleiben.

Schwierige Zeiten stehen nicht nur - dank des Versagens von Politik und den ruinösen, bedenkenlosen Finanz-Hallodris - unserer Bijou AG ins Haus. Nachdem hier bereits 2010 vom Abschwung geprägt war, hat das Jahr 2011 nicht nur weiter enttäuscht, sondern dem Bijou-Aktionär schwer zugesetzt. Freilich ist auch Bijou nicht gegen den Krisenbazillus immun. Fraglich bleibt, ob die ernste Erkrankung wieder zur vollständigen Gesundung führt oder aber, der Infekt chronisch wird? Nur der (freie) Markt kann hier Heilung bringen und das Bijou Geschäftsmodell – nachhaltig praktiziert, schuldenfrei und sich flexibel den wandelnden Anforderungen anpassend – wird auch dann noch erfolgreich sein, wenn sich das abstrakte Geld aus den „Gewinnmaschinen“ der Investmentbanker im historischen Rückblick schon lange in Nichts aufgelöst hat.


Wenig Lichtblicke im Aktienjahr 2011

Der Jahrgang 2011 wird als ein verlustreicher in die Börsengeschichte eingehen. Es waren einfach zu viele „dicke Brocken“ zu verdauen. Zunächst der Fukushima-Schock, dann das Dauerthema Griechenland und schließlich aufkeimende Rezessionsängste. Als Stimmungsblocker erwies sich vor allem die Schuldenkrise, bei der sich zwar Gipfel auf Gipfel häufte, aber dennoch kein erhoffter Durchbruch erfolgte, geschweige denn eine endgültige Lösung brachte. So waren die vergangenen zwölf Monate von großen Kursturbulenzen begleitet und am Ende blieben viele Minuszeichen.

Dabei wurde die Bijou-Aktie einmal mehr ihrem inzwischen schlechten Ruf gerecht und steht mit an der Spitze auf der Verliererliste. Gleich von Jahresbeginn bis einschließlich August ging es nur bergab, danach wechselt sich Plus und Minus oszilliert ab. Wie der Verlauf in meiner Monatsübersicht zeigt, gesellen sich zu den zehn Minusbalken nur zwei Plusbalken. Seit meiner Aufzeichnung beginnend 2002 stellt dies ein Novum dar. Immerhin im Jahre 2003 war es genau umgekehrt. An der Börse ist eben alles möglich, auch das Gegenteil.



Die Bijou-Aktie erreichte bereits am 06.01. ihr Jahreshoch von 116,00 €. Dreistellig notierte die Aktie noch bis 15.03. Nach der HV und der Dividendenzahlung erfolgte am 08.07. mit 8,9% der stärkste Tagesverlust sowie das gleichzeitig Unterstreiten der 80 € Marke. Am 12.09. erreichte die Aktie 08. ihr Jahrestief bei 62,47 €. Im November erfolgte aufgrund der 9-Monats-Zwischenmitteilung eine kurze Gegenbewegung ein, die aber bereits Ende Dezember verpuffte. Seitdem stagniert die Aktie und schloss das Börsenjahr mit einem Kurs von 73,00 € ab. (VJ 109,15 € ). Auf Jahressicht verlor die Aktie 33,1% bzw. absolut 36,15 €.

Die Umsätze in der Aktie (bis 15.07. Ffm, ab 16.7. XETRA-Einführung) haben sich in 2011 gegenüber um ca. 10% erhöht, bleiben aber mit 1,1 Mio. Stück (Xetra) weit hinter dem Spitzenwert aus 2006 mit 3,1 Mio. Stück (Ffm) zurück. Entsprechend lag der durchschnittliche Umsatz pro Börsentag in 2011 nur noch bei rund 4.300 Stück.

Das Interesse an Bijou hat sich nicht belebt. Im Gegenteil, die beiden als „Überraschungscoup“ gedachten ad hoc-News - ARKP Auflage 4 und die „klein Maxi“-Vorstandskäufe - haben sich als reine Nebelkerzen erwiesen. Mir diesen hilflosen, absolut lächerlichen Aktionen haben die Vorstände weiteren Kredit verspielt. Da überrascht es auch nicht, wenn man bedenkt, dass das Wort Aktie seit Jahren außerhalb des Geschäftsberichts nicht vorkommt und auch vom Vorstand nur widerwillig in den Mund genommen wird. Die Akzeptanz der Bijou-Aktie hat dadurch sichtbar Schaden genommen. Denn die Vorstände tragen hier ohne Zweifel einen erheblichen Schuldanteil - neben dem zugestandenen „Krisenbonus“ – an der Kurshalbierung seit Ende 2006. In diesem Punkt halte ich die Kritik an den Vorständen für vollumfänglich berechtigt und geboten!

Ich möchte die Bijou-Aktie jedoch nicht isoliert betrachten, sondern meinem altbekannten Vergleichswerten der Vorjahre aussetzen:



In 2011 verzeichnet der DAX ein Minus von 14,7 %. Die Experten hatten vor einem Jahr allerdings ganz positiv argumentiert. Damals sagten sie dem deutschen Leitindex ein Jahresplus von rund 9% auf etwa 7.560 Punkte voraus. Tatsächlich aber schloss der Dax dieses Jahr aber bei rund 5.900 Punkten. Soviel zur Zielgenauigkeit der Börsenspezialisten!

Die Bijou-Aktie verliert mit 33,1% mehr als doppelt so viel – ob damit der Sinkflug zu Ende ist, wird sich in 2012 zeigen - alles andere dazu ist bereits gesagt.

Das Schlusslicht bildet diesmal die Douglas-Aktie mit minus 33,8%. Immerhin ein MDAX-Wert, der im Vorjahr noch ein deutliches Plus von 23,4% aufzuweisen hatte, während Bijou schon negativ auffiel.

Auf Dollar-Basis verteuerte sich Gold seit Jahresbeginn um 11,3%. Gold beschließt das Jahr zum 11. Mal in Folge mit einem Plus, in Euro sogar besser mit 15%. Aber am Goldpreis und Goldkauf scheiden sich ja bekanntlich nicht nur hier im Forum die Geister. „Schmucki“ würde wohl sagen: am Gold führt kein Weg vorbei, an Bijou allemal. Also, meinen aufrichtigen Glückwunsch an diesen „Goldschürfer“ und seinen „Think Tank“.

Übrigens, im 10-Jahresvergleich (2001 – 2011) hat sich die Reihenfolge wieder geändert. Bijou hält die Nr. 1, Gold holt weiter auf und DAX und Douglas tauschen die Plätze. Hier die einzelnen Werte:

1) Bijou +623 % (p.a. 21,9 %)
2) Gold in € +290 % (p.a. 14,6 %) / Gold in US-Dollar +469 % (p.a. 19,0 %)
3) DAX 14,3 % (p.a. 1,3%)
4) Douglas -10,3 % (p.a. -1,2%)

Für 2012 ergeben sich mehr Fragen als Antworten. Die EU-Gefahrenzone und Schuldenkrise erschwert zwangsläufig einen Ausblick auf das Börsenjahr 2012. Tatsächlich müssen die Prognostiker der Börsenszene mehr denn je die Kristallkugel bemühen, wenn sie die Marschrichtung der Aktienkurse in diesem Jahr ausloten. Als gemeinsamer Nenner drängt sich die Feststellung auf: der Erwartungshorizont ist breiter denn je – mit Überraschungspotenzial nach beiden Seiten. Die Volatilität an den Börsen wird hoch bleiben.

Im Vorjahr hatte ich die Risiken für den DAX stärker gewichtet, als die Chancen und damit richtig gelegen. Diesmal lasse ich mich nur zur der Prognose hinreißen, das physisches Gold für alle Anleger die nach Sicherheit suchen, gewiss ins Kalkül gehören. Unter dem Gesichtspunkt der Kapitalstreuung halte ich das aktuelle Niveau als ein einladendes Angebot.

Aber letztlich führt der Weg zum Erfolg wohl wieder zu der Frage, in wie weit die Politiker und Finanzakteure bei der Krisenbewältigung vorankommen und vor allem, verspieltes Vertrauen wiedergewinnen. Dahinter setzte ich drei ???

Bijou-Aktie - Langfrist-Entwicklung

Wer bei Bijou seit dem Börsengang 1988 dabei ist, darf zufrieden sein. Jedoch für die überwiegende Mehrheit der (freien) Aktionäre dürfte ich damit gründlich daneben liegen, sie als „Gewinner“ anzusehen. Denn die Aktie notiert Ende 2011 mit 73,00 € unter ihrem Schlusskurs von 2004 und markiert damit ein 7-Jahrestief! Deshalb habe ich erstmals die Bijou-Aktie nicht mehr als solides, sondern als tristes Investment (Schmuckstück) bezeichnet. Zukünftige Verbesserungen sind nicht ausgeschlossen. Denn was aus dem Kauf einer Bijou-Aktie bis zum Jahresende 2011 geworden ist, findet sich auf meinem aktualisierten Beipackzettel – mit Risiken und Nebenwirkungen - wieder:



Als Erstzeichner stelle ich fest, das bei einem Ausgabepreis von 281 €, sich der Wert einer erworbener Aktie per Ende 2011 auf 3.696 € beläuft. Immerhin ein „passabler“ Gewinn von 1.215 Prozent. Damit konnten die „Altaktionäre“ eine jährliche (steuerfreie) Rendite von 11,3% ex. Div. erzielen! Incl. der noch nicht gezahlten Div. für das GJ 2011 errechnet sich eine (vor Steuer) Rendite von 14,0%. Die durchschnittliche jährliche Div.-Rendite beläuft sich auf 5,4% (vor Steuer).

In den letzten 24 Jahren hat die Aktie 12-mal im Plus und 12-mal im Minus geschlossen. Alles im allem eine ausgeglichene Bilanz. Trotzdem hat die Aktie bisher eine bemerkenswerte, positive Performance hingelegt. Allerdings der „Gewinnvorrat“ nimmt seit 2005 kontinuierlich ab. Ich hoffe nicht, dass die Bilanz in 2012 ist negative kippt.

Für Roland Werner fällt die Bilanz für seine ersten drei Jahre als Vorsitzender Vorstand negativ aus:

1) Aktienkurs von 83,55 € auf 73,00 € gefallen => Minus 12,6 %
2) Ergebnisrückgang von 82,5 Mio. € auf 47,0 Mio. € erwartet => Minus 43,0%
3) keine Umsatzsteigerung gegenüber 2008 mit 375,7 Mio. € zu erwarten!
4) Die Dividende für 2011 steht noch aus (zuletzt 6,50 €) => erwarte Reduzierung!

Meine Tabelle weist für 2011 eine Div. von 6,00 € auf. Obwohl Bijou über reichlich Geld in der Kasse verfügt, traue ich dem Vorstand eine Kürzung zu! Ferner halte ich, das Bijou die „überflüssige“ Kassenhaltung aufgibt und einen Teilbestand an die Aktionäre ausgeschüttet, für ausgeschlossen. Denn der Vorstand hat bereits vor zehn Jahren (vgl. Gegenantrag „Sonderdividende“ zur HV 2001) bzgl. der Cashanhäufung das Unwort „alternativlos“ zementiert. Unsere Kanzlerin kam erst viel später (2010) damit einher, aber es einig sie immerhin, weil beide mit ihrer Aussage falsch liegen!

Ausblick – Zeit der Umbrüche

„O tempora, o mores“ – Was für Zeiten, was für Sitten!“ entsetzte sich einst vor dem römischen Senat der Staatsmann Marcus Tullius Cicero. Und heute nach mehr als 2.000 Jahren?

Was bedeutet es für eine Gesellschaft, deren Glaube an die Allmacht der (Finanz)Märkte schwer erschüttert wurde, und die jetzt daran gehen muss, ihre ethische Werteskala neu zu justieren?
Welcher moralische Kodex aber soll den Weg in die Zukunft flankieren? Der des „Weiter so!“ oder des „Augen zu und durch!“? Was lernen wir aus den in immer kürzeren Abständen aufflammenden globalen Krisen? Und: Sind auf Egozentrik basierende Gesellschaften überhaupt fähig und bereit zum individuellen Verzicht – wenn er denn notwendig würde? Ein paar Antworten fallen mir dazu ein:

Solidität statt schnellem Geld – Realwirtschaft contra Fabrikation wertloser Finanzprodukte - Banken als Dienstleister für die Wirtschaft und Bürger anstatt Erpresser von Regierungen - Vertrauen statt ungezügeltes Finanzmarkt-Roulette – Arbeit und Ersparnis anstelle von Finanz- und Pumpkapitalismus -Verlässlichkeit statt Renditemaximierung: die Krise ist ein strenger Zuchtmeister und verändert Wertmaßstäbe gründlich.

Krisen erzeugen Verunsicherung, eine längere Zeit dauernde Verunsicherung kann Sorgen und im Extremfall Katastrophenängste auslösen. All das ist verständlich, aber es kann trotzdem nicht schaden, auch in Krisen einen kühlen Kopf zu bewahren, auch wenn gerade in Krisen niemand der Erfahrung widersprechen kann, wonach sich nichts so schlecht voraussagen lässt wie die Zukunft.

In Zeiten hoher Unsicherheit kann man deshalb Anlegern nur raten, was man ihnen auch in ruhigen Zeiten raten würde: die Streuung des Vermögens.

Dabei führen gerade Krisenzeiten immer zu Umbrüchen und an den Finanzmärkten haben diese bereits begonnen. So bieten sich Anleihen von guten Unternehmen als Alternative zu Staatsanleihen an. Ansonsten explizit Sachwerte, dazu gehört immer die Aktie, aber als Ausweichreaktion auch Rohstoffe, Währungen, Immobilien und „neuerdings“ zunehmend Gold.

Am Aktienmarkt können Anleger m.E. unter Beachtung der Risiken weiterhin gute Qualität zu günstigen Preisen aufsammeln. Denn es gibt viele Unternehmen, die die Chance besitzen, flexibel zu agieren, politische Unwägbarkeiten zu überdauern und weiter zu wachsen. Also Aktien, die sich dem vorherrschenden Abwärtstrend entziehen und die neben guten Zahlen und einer klaren Strategie dies auch noch den Marktteilnehmern – sprich: ihren Aktionären - vermitteln können.

Ob dies auch noch für den Bijou-Vorstand und die Bijou-Aktie gilt, muss jeder Anleger selbst entscheiden. Ich kann nur hoffen, dass sich die Durststrecke und Lethargie bei Bijou nicht „unendlich“ fortsetzt. Soweit zu meinen einzigen Wünschen in Sachen Bijou im neuen Jahr.

In den Beiträgen der letzten Tage sehe ich ja eine gewisse Unterstützung und Zuversicht. Hoffnung verbreitet auch der neue Vertriebsdirektor Gödecke, seit 01.01.2012 als Vorstand Vertrieb in „Amt und Würden“. Zur neuen Aufgabe wünsche ich ihm viel Erfolg und Freude bei der Durchsetzung seiner Ziele. Allerdings hat Gödecke bisher bei mir noch keinen „Staub“ aufgewirbelt (vgl. #7372 Kampfkater1969)!

Was steht bei mir sonst noch auf der (Personal)Agenda für 2012? Dank Internet bin ich doch tatsachlich fündig geworden:

1) Personalleiterin, Prokuristin, und Geschäftsführerin Bettina Diek feiert ihren vierzigsten Geburtstag.
2) Finance Director, Prokuristin, und Geschäftsführerin Véronique Porr feiert ihren fünfzigsten Geburtstag und zwanzig Jahre Tätigkeit für Bijou Brigitte
3) Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Karl-Joachim Dreyer und Firmengründer Friedrich-Wilhelm Werner begehen ihren siebzigsten Geburtstag.

Ich hoffe, keine anderen Mitarbeiter in Schlüsselpositionen mit „Rundung“ vergessen und die chronologische Reihenfolge der freudigen Ereignisse eingehalten zu haben? Ansonsten, entschuldige ich mich dafür!

Zum Schluss freue ich mich, dass sich die Diskussion um Bijou wieder etwas belebt und versachlicht hat – somit dieses Forum nicht völlig vor die Hunde geht. Als nächstes werde ich mir die Konkurrenz zur Aufgabe machen, denn ich denke hier lassen sich für Bijou-Anleger neue interessante Einsichten, Aspekte und Erkenntnisse gewinnen. Das sollte doch in Krisenzeiten zumindest eine gute Nachricht sein!

Ich danke den verbliebenen Diskutanten und „Querdenkern“ für ihr Interesse an diesem Forum, die positive Bewertung sowie die geäußerte Kritik.

Ich wünsche Euch für 2012 alles erdenklich Gute – vor allem Erfolg. Dieses Forum will dazu einen kleinen Teil beitragen. Es soll ein treuer Wegbegleiter sein, der Euch informiert, orientiert und mit neuen Gedanken anregt. In diesem Sinne allen Lesern ein gesundes und friedliches Neues Jahr!

CU Dieter :cool:

Ps.: nur der Ordnung halber erwähne ich:
1) evtl. Rechtschreibe- und Rechenfehler bitte ich zu entschuldigen!
2) mein Beitrag versteht sich nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung für die Bijou-Aktie
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schrieb am 01.05.11 11:26:22
Beitrag Nr.7069 
(41.435.176)
Antwort
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Diskussionskontext
Bericht über die Bilanzpressekonferenz der Bijou Brigitte AG 2010 am 28.04.2011

BPK2011
.
Informationen zur BPK 2001 stehen in den Postings # 169, 172, 173, 181, 182 und 183
Informationen zur BPK 2002 stehen in den Postings # 462, 463, 494 und 495
Informationen zur BPK 2003 stehen in den Postings # 812, 823 und 825
Informationen zur BPK 2004 stehen in den Postings # 1269, 1276, 1294 und 1315; außerdem gibt es einen Eventbericht bei GSC-Research
Informationen zur BPK 2005 steht in dem Post # 2077
Informationen zur BPK 2006 steht in dem Post # 3217
Informationen zur BPK 2007 steht in dem Post # 4361
Informationen zur BPK 2008 steht in dem Post # 5331
Informationen zur BPK 2009 steht in dem Post # 6229
Informationen zur BPK 2010 steht in dem Post # 6700


Allgemeines
- Es waren nur 7 von 12 angemeldeten Journalisten da; erstmals gab es auch eine Präsentation der Zahlen mittels Beamer;
- in 2010 wurden 77 Geschäfte neu eröffnet, 35 Filialen geschlossen und nur 14 Filialen renoviert; das man in 2010 nur so wenige Filialen renoviert hat lag u.a. daran, dass man in 2009 und 2010 bereits einige der zur Renovierung anstehenden Filialen geschlossen hat; wir wollen in 2011 bei den Renovierungen wieder mehr Gas geben;
- teilweise werden Filialen schon nach sieben Jahren renoviert (z.B. besonders frequenzstarke Standorte), teilweise gibt es auch Mietverträge, die nur 5 Jahre laufen, aber im Prinzip ist es so, dass sich längerfristig Schließungen + Renovierungen in einem Jahr ungefähr mit der Anzahl der zehn Jahre zuvor neu eröffneten Filialen decken;
- es gibt immer noch den Effekt, dass eine renovierte Filiale erstmal einen höheren Umsatz ausweist;
- Die Materialaufwandsquote stieg von 13,7 % in 2008 über 15,2 % in 2009 auf 16,2 % in 2010; "Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus dem gestiegenen Kurs des US-Dollars gegenüber dem Euro, der die Wareneinkäufe verteuerte. Die Mehrwertsteuererhöhungen in Spanien und Portugal sowie Griechenland und Finnland haben die Rohmarge negativ beeinflusst."; durch die Lohnsteigerungen in Asien und die gestiegenen Rohstoffpreise (u.a. Silber) verteuert sich der Einkauf, wobei sich der Einkauf durch den schwachen Dollar gerade wieder vergünstigt; der Dollarkurs ist der größte Einflussfaktor beim Wareneinkauf;
- Aufgrund der schwächeren Geschäftsentwicklung in 2010 haben wir aktiv Maßnahmen ergriffen, "um konzerninterne Abläufe zu optimieren, Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit von Bijou Brigitte zu stärken"; so wurden sämtliche Mietverträge unter Kostengesichtspunkten geprüft; da wo es möglich ist, ist man in Verhandlungen mit Vermietern getreten, was vor allem in Spanien und Portugal der Fall ist, wo viele Center nennenswerte Leerstände haben; außerdem wurden Optimierungspotentiale für den Personaleinsatz in den Filialen identifiziert; es wurde begonnen die Vertriebsorganisation zu straffen; all diese Aktivitäten werden in 2011 und folgenden Geschäftsjahren fortgeführt;
- in Hamburg in der Zentrale werden derzeit 550 Mitarbeiter beschäftigt; auf Vollzeitkräfte gerechnet sind das 20 Mitarbeiter mehr als in 2009; da wir unsere Ware händisch verpacken, wird die Mitarbeiterzahl in der Zentrale mit der weiteren Filialexpansion sicherlich auch weiter ansteigen;
- unter der Berücksichtung der teilweise extrem schwierigen Lage, bin ich mit den vorgelegten Zahlen zufrieden; die Zahlen sind im Vergleich nach wie vor sehr gut; wir bewegen "uns doch insgesamt auf einem hohen Niveau. Zur Erinnerung: Bei einem Umsatz von rund 378 Mio. EUR und nach einem EBIT von rund 85 Mio. EUR erzielten wir im vergangenen Jahr eine EBIT-Marge von rund 22 %. Unsere Eigenkapitalquote ist mit über 86 % exzellent. Das Unternehmen ist nach wie vor schuldenfrei. Die Filialexpansion finanzieren wir aus dem laufenden Cash Flow."
- ich schätze, dass wir in Deutschland einen Marktanteil von 24-25 % haben;
- das Ressort Finanzen hat Marc Gabriel von Herrn Koetke übernommen; Roland Werner verantwortet jetzt den Bereich Expansion;
- es wird weiterhin mittelfristig angestrebt ein drittes Mitglied in den Vorstand zu berufen, aber bisher ist da noch nichts in Aussicht; vielleicht kann man auf der kommenden HV eine Aussage dazu machen;
- wir kündigen die Aktienprogramme an, weil wir dann die Chance haben, tätig zu werden, wenn wir wollen; aber weil die flächenbereinigten Umsätze weiter gesunken sind, haben wir uns mit Aktienrückkäufen zurückgehalten; wir machen unsere Aktienrückkäufe davon abhängig, wie sich der Kurs, unser Geschäft und die allgemeine Lage entwickelt;

Segmentergebnisse nach Steuern (in Mio. Euro)
..................................2008........2009........2010
Deutschland..............29,8.........36,0.........30,7
Spanien.....................21,5.........13,3...........6,8
Portugal.....................k.A............5,0...........3,4
Italien.........................5,5............6,7...........6,9
übrige Länder............k.A..........14,0..........10,7
Konzern....................82,5............75,4..........58,3
Hinweis: In 2009 wurde Portugal noch unter den "übrigen Ländern ausgewiesen"; auf der BPK erklärte Herr Gabriel praktisch nebenbei, dass man das Segment Portugal neu aufgenommen habe; Ich wundere mich, dass man diese Land jetzt separat ausweißt, nachdem man zu den übrigen Landesgesellschaften kaum etwas sagen wollte.


Ausblick
- im Q1 2011 wurden 13 neue Filialen eröffnet (8 davon in Deutschland) und 8 geschlossen; 10 Filialen wurden renoviert und eine Filiale verlegt; per 31.03.2011 hatte man 1.172 Filialen;
- Bijou plant für 2011 mit 60 bis 70 Filialneueröffnungen, "um das bestehende Filialnetz weiter zu verdichten und in neue Märkte zu expandieren"
- per Stand heute haben wir für 2011 rund 40 Schließungen identifiziert; ca. 50 % davon werden in Spanien stattfinden, wo einige Filialen in den roten Zahlen sind; ich schätze, dass es im Konzern insgesamt 40-45 Schließungen in 2011 geben wird;
- "Die Wirtschaftslage in Spanien wird sich voraussichtlich auch in 2011 nicht entspannen. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer Mitte vergangenen Jahres und eine rekordhohe Arbeitslosigkeit beeinträchtigen die Konsumlust der Spanier nachhaltig und spürbar."
- wir gehen davon aus, dass der flächenbereinigte Umsatz auch in 2011 im Konzern weiter sinken wird;
- Aufgrund der weiterhin schwierigen Wirtschaftlage in Spanien (hohe Arbeitslosigkeit und MwSt-Erhöhung) und Portugal, der nachlassenden Dynamik in Deutschland, einer Expansion "mit Augenmaß" (ca. 60-70 Filialen bei ca. 40-45 Schließungen), weiterer Kostenoptimierungsmaßnahmen "und auf Basis des bisherigen Geschäftsverlaufs im ersten Quartal rechnen wir für das Geschäftsjahr 2011 mit einem leichten Umsatzrückgang. Unter Berücksichtigung der üblichen Teuerung bzw. Lohnkostensteigerung könnte im laufenden Geschäftsjahr ein Ergebnis nach Steuern zwischen 45 und 50 Mio. EUR erzielt werden."
- wir sind zuversichtlich, dass der Ergebnisrückgang im Gesamtjahr 2011 mit prognostizierten 14-23 % geringer ausfallen wird, als der Rückgang im Q1 2011 mit 30 %; Hintergrund ist, dass die Kostensteigerungen im Q1 immer besonders stark durchschlagen; so steigen die Mieten generell im Q1 und auch die Personalkosten; aber das holen wir dann durch das Weihnachtsgeschäft wieder auf; in 2010 hat es diesen Effekt auch gegeben [Anm. von mir: Mit dem Unterschied, dass das Nachsteuerergebnis im Q1 2010 um 18,2 % gefallen war und der Jahresüberschuss 2010 um 22,7 % gefallen ist];
- wir können heute noch nichts zu unserem Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2011 sagen; aber ich bin kein Pessimist - schauen wir doch erstmal was am Ende 2011 raus kommt; Grundsätzlich stehen wir aber dazu, dass uns die Dividendenkontinuität wichtig ist, daran hat sich nichts geändert; [so wurde in der Präsentation u.a. betont, dass die Dividende mit 6,50 Euro praktisch seit 5 Jahren unverändert ist]


Expansion
- wie viele Filialen wir eröffnen ist eine Frage von Angebot und Nachfrage; wenn mir viele interessante Angebote auf dem Tisch haben, werden wir auch mehr Filialen eröffnen;
- Roland Werner verantwortet jetzt den Bereich Expansion: wir haben für die Expansion ein großes, eingespieltes und erfahrenes Team, das sehr gute Arbeit leistet; deshalb wäre es ein großer Fehler, wenn der Vorstand jede Expansionsentscheidung absegnen müsste und der Vorstand so zum Flaschenhals der Expansion wird; [Anm. von mir: Viel wollte der Vorstand zu dem Thema nicht sagen, aber ich hatte den Eindruck, dass sich hier substantiell etwas ggü. früher geändert hat]
- Neue Tochtergesellschaften haben wir im Oktober 2010 in Belgien und im Februar 2011 in der Schweiz gegründet; aber es ist sehr schwierig in diese Märkte vorzudringen; vor allem in der Schweiz ist es sehr teuer; vermutlich werden wir erst in Belgien und dann in der Schweiz zum Zuge kommen;
- was die Expansion in Märkte außerhalb Europas angeht ist jetzt nicht die richtige Zeit eine weitere Großbaustelle aufzumachen (z.B. die von einem Journalisten angesprochene Expansion in Asien oder dem mittleren Osten); aus unserer Sicht muss es derzeit vorrangig darum gehen, dass bestehende Fundament weiter zu stärken, d.h. in den bestehenden Märkten stärker zu werden und die Marktführerschaft zu verteidigen; das hat jetzt absoluten Vorrang; erst wenn wir das erreicht haben, können wir auch wieder über eine Expansion ins außereuropäische Ausland nachdenken;
- Fernost, mit Ländern wie China und Südkorea, sind für uns schon deshalb nicht interessant, weil es für die Konsumenten dort viele günstige Quellen/Straßenmärkte für Modeschmuck gibt; vor allem die europäischen Luxusgüterproduzenten haben in diesen Ländern erfolg, aber Bijou ist kein Luxusgüterproduzent;
- wir haben in Brasilien gerade eine Tochtergesellschaft gegründet, aber es gibt noch keine konkrete Planungen, wann wir da starten; Brasilien ist ein kompliziertes Land;
- die gut gefüllte Kriegskasse ermöglicht uns auch mal einen Wettbewerber zu übernehmen; aber die Suche nach Akquisitionen ist nicht ganz einfach; für uns ist ein Wettbewerber nur interessant, wenn wir durch die Übernahme interessante, neue Standorte gewinnen können; deshalb wäre ein Deutscher Wettbewerber nicht wirklich interessant für uns; aber im Ausland, z.B. um einen Markteintritt in einem neuen Land zu erleichtern, wäre das eine Option; aber da gibt es nur wenige mögliche Kandidaten;
- der amerikanische Markt ist nicht einfach; der Umsatzerfolg in den USA ist weiterhin nicht ausreichend/befriedigend, um eine weitere Expansion zu rechtfertigen; wir haben auch weitere Bundesstaaten untersucht, konnten aber keine besseren Aussichten feststellen; wir haben festgestellt, dass die Marktakzeptanz in den USA eine andere ist; junge amerikanische Mädchen stehen eher auf Pink und Plastik, wie es Claires anbietet; Erwachsene kaufen sich eher günstigen Echtschmuck, der oft gleich durch die Juweliere finanziert wird; es scheint als wäre für echten Modeschmuck kein wirklicher Platz in den USA, womit die Akzeptanz unseres Angebotes begrenzt ist; wir haben auch festgestellt, dass das Kreuz in der Mitte der Malls üblicherweise von vier Juwellieren besetzt ist, die dort auch die höchsten Mieten zahlen; unsere sechs amerikanischen Filialen haben in 2010 200.000 Euro Verlust generiert; im Moment werden wir die sechs Filialen behalten, aber wir wollen nicht ausschließen, die eine oder andere verlustbringende Filiale zu schließen;
- wenn wir ins Ausland gehen machen wir das mit unserem europäischen Sortiment; das würde auch in Brasilien so laufen; aber längerfristig kann man dann schauen, ob man das Sortiment an den Geschmack vor Ort anpasst;
- wir haben in Deutschland über 420 Standorte, so dass es in Deutschland nur noch wenige weiße Flecken gibt; das sind eher kleine Städte mit 50.000 Einwohnern; wir haben im Q1 2011 8 neue Filialen in Deutschland eröffnet;
- alle großen Einkaufszentren mit passendem Mietermix und mit einem großen Einzugsgebiet sind für uns interessant; auch Fußgängerzonen mit entsprechender Frequenz; wir haben da keine Präferenzen - auch nicht, wenn wir zwischen Festmiete und Umsatzmiete wählen können;
- der für uns wichtigste Faktor bei der Standortwahl ist, dass dort viel Laufkundschaft vorbei kommt; exklusive Lagen - z.B. von hochpreisigen Luxusgüteranbietern - helfen uns nicht, wenn nicht viel Laufkundschaft vorbei kommt;
- in Großbritannien waren wir jetzt mal ein bisschen mutiger und haben das Experiment auf eine breitere Basis gestellt; in den letzten zwei Jahren ist das Mietniveau auch erträglicher geworden;
- Das Center, in dem unsere erste türkische Testfiliale ist, ist neu und nicht so gut angelaufen, aber wollen weitere Testfilialen eröffnen;


Concession
- per 31.12.2010 hatte man 161 Concessionstandorte;
- mit der Entwicklung des Concessionbereichs sind wir ganz zufrieden; allerdings sind die Umsätze auch im Concessionbereich unter Druck geraten, die flächenbereinigten Umsätze sind rückläufig; die Entwicklung ist analog der Entwicklung in Deutschland; genaue Angaben zum Umsatz und Gewinn wollte der Vorstand nicht machen;
- die „Concessions"-Standorte wurden vorrangig in Deutschland weiter ausgebaut; im Herbst 2010 haben wir dieses Vertriebskonzept auch auf den italienischen Markt ausgeweitet und vor rund zwei Wochen wurden erste Concessionsflächen in der deutschsprachigen Schweiz eröffnet;
- der Ausbau des Bereiches Concession soll in 2011 "forciert" werden;


Wettbewerb/flächenbereinigter Umsatz
- die Wettbewerbssituation hat sich im vergangenen Jahr nicht entspannt; wie man sieht, sind wir derzeit einem massiven Wettbewerb ausgesetzt - nicht nur durch die großen Textilfilialisten; der Markt wird derzeit von Modeschmuck regelrecht "überschwemmt"; es gibt an jeder Ecke Modeschmuck;
- man hätte nach so vielen starken Rückgängen beim (flächenbereinigten) Umsatz eigentlich erwarten können, dass die Talsohle mal erreicht ist - zumindest in Spanien oder Portugal - aber das ist noch nicht der Fall;
- Wenn man mich vor ein oder zwei Jahren gefragt hätte, ob eine Verstärkung des Wettbewerbs noch möglich ist, hätte ich das verneint; aber ich wurde eines besseren belehrt; der Wettbewerb hat weiter zugenommen; ich war kürzlich in Spanien, um mir selbst einen Eindruck zu verschaffen; ich war überrascht, wie viele Modeschmuck-Anbieter - vor allem aus China - dort den Markt mit günstigstem Modeschmuck regelrecht überschwemmen; diese Anbieter sind nicht nur auf den Wochenmärkten, sondern eröffnen auch eigene Filialen; diese Filialen liegen nicht gerade an attraktiven Standorten, haben auch keine schöne Atmosphäre oder Ware, weshalb ich nicht glaube, dass sich diese Anbieter dauerhaft am Markt behaupten können, aber heute nehmen sie uns Kunden und Umsatz weg; das muss man ganz offen sagen; auch unsere größeren Wettbewerber wie beeline oder Accessorize führen ihre Filialisierung fort, weshalb der Wettbewerb nicht abnimmt, sondern weiter zunimmt;
- in Spanien gibt es auch viele Zwei-Euroläden, die sehr viel Modeschmuck anbieten; auch Anbieter wie Primarkt (bisher 3 Filialen in Deutschland) wollen [trotz Margenrückgang] weiter expandieren;
- die Konzepte unserer größeren Wettbewerber haben sich auch gefestigt und sind nicht schlecht, weshalb sie uns Kunden wegnehmen; das muss man ganz klar sagen;
- ich gehe davon aus, dass der Wettbewerb ähnlich leidet, wie wir; auch der Wettbewerb hat mit flächenbereinigten Umsatzrückgängen zu kämpfen; die haben die gleichen Probleme, wie wir;
- wir gehen davon aus, dass der flächenbereinigte Umsatz auch in 2011 im Konzern weiter sinken wird;
- aufgrund der gesunkenen flächenbereinigten Umsätze, müssen wir erstmal in Europa unsere Hausaufgaben machen und dafür sorgen, dass unser Filialkonzept im Wettbewerb besteht; aus unserer Sicht muss es derzeit vorrangig darum gehen, dass bestehende Fundament weiter zu stärken, d.h. in den bestehenden Märkten stärker zu werden und die Marktführerschaft zu verteidigen; wir müssen dem Kunden unsere Vorteile deutlich machen und den Kunden überzeugen bei uns zu kaufen und nicht bei der Konkurrenz; das hat jetzt absoluten Vorrang;


Flächenbereinigter Umsatz........2003.........2004.........2005........2006......2007......2008......2009........2010
Konzern................................... +10,0%.....+13,9%.....+13,9%.....-0,7%....-3,9%.....-4,9%......-3,5%.....-7,2%
Deutschland............................+10,0%......+17,3%....+16,5%.....+0,2%...-7,0%......-2,4%.....+0,7%.....-4,5%
Spanien......................................................................................positiv....+2,1%.....-8,2%....-12,4%...-13,5%
Italien.....................................................................................................................................+6,2%.......??
Frankreich..............................................................................................................-12,8%.....-0,4%.....-5,0%
Quellen: Bijou Jahresabschlüsse; Bilanzpressekonferenz 2008/2009/2010, HV 2009


Für die "Kernmärkte" geben wir die aktuelle Filialanzahl auf Nachfrage heraus; für alle anderen Länder nicht;
Filialanzahl per 27.04.2011
Deutschland..................422
Spanien.........................268
Italien.............................122
Frankreich.......................60
Portugal...........................56
per 31.12.2010 gab es 420 Filialen in Deutschland und 747 Filialen im Ausland;


Fazit

Ich denke "More of the same" fasst es ganz gut zusammen.


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@ Dieter

Ich will Dir für Deinen vielen fundierten Beiträge meinen Dank und Respekt bekunden. Ich lese das Board nur noch alle paar Monate, weshalb ich nicht jeden einzelnen Beitrag kommentiere. Ich habe mir im Rahmen der Vorbereitung der BPK alle Board-Beiträge der letzten 7 Monate durchgelesen. Daher hier das gesammelte Feedback für diese Zeit: Super gute Arbeit!!!

>> Trotz aller begründeter Kritik (schließe mich hier ein) schrieb Joe nach der HV am 16.07.2010 (vgl.
>> #6757) u.a. …Aber Bijou ist ein gutes Unternehmen mit einem interessanten Geschäftsmodell, so
>> dass man berechtigter Weise hoffen kann, dass die Zeiten auch wieder besser werden…
>> Das sehe ich auch heute noch genau so und Joe wird mir sicherlich nicht widersprechen?
Nein, da widerspreche ich Dir nicht. Aber den Zeithorizont sollte man dabei nicht aus den Augen lassen. Für mich wird immer deutlicher, dass es noch ein paar Jahre dauern kann, bis die Zeiten wieder besser werden. Ich bin froh, dass jetzt auch bei Beeline die Margen in die richtige Richtung, d.h. runter, gehen. Aber man sollte dabei nicht vergessen, dass eine Vorsteuerumsatzmarge von 18,5 %, wie sie Beeline in 2009 noch erwirtschaftet hat, für einen deutschen Einzelhändler absolut traumhaft sind. Da kann das Eindampfen der Marge noch eine Weile dauern.

Ich war überrascht, wie schlecht die Entwicklung in Spanien in 2010 war. Nach dem Katastrophenjahr 2009 hätte ich nicht gedacht, dass man da noch einen draufsetzen kann. Allerdings hat ja auch die Arbeitslosigkeit in Spanien im Q1 2011 ein neues Hoch erreicht.

Was die zerstörten Hoffnungen angeht, die Du in Post # 6912 angesprochen hast, kann man wohl getrost feststellen, dass das Unternehmen in den letzten Jahren nach und nach alle operativen Hoffnungen tatsächlich zerstört hat. Viele Hoffnungsträger (wie z.B. Azotobacter) haben sich mittlerweile vom Board auch zurückgezogen und Du warst einer der letzten, der das Hoffnungs-Fähnchen noch hoch gehalten hat. Aus meiner Sicht bleibt für die Aktionäre nur noch eine Hoffnung - nämlich dass die Dividende hält. Sobald auch die fällt, könnte auch der Aktienkurs einen Boden finden und eine echte Einstiegschance bieten.

Deine Skepsis bezüglich der USA teile ich nicht. Ich denke zwar nach wie vor, dass es für einen europäischen Einzelhändler nicht leicht ist, dort Fuss zu fassen, aber es ist nicht unmöglich. Und angesichts des Potentials dieses Marktes sollte man Zeit und Geld investieren, um herauszufinden, wie man es am Besten angeht. Insofern halte ich es weiterhin für einen großen Fehler, dass Bijou nicht mehr Testfilialen eröffnet und jemanden abstellt, der an dem Konzept arbeitet. Man kann Modeschmuck in den USA verkaufen (Claires macht es vor) und die wirtschaftliche Entwicklung dort, d.h. die Sparzwänge der Verbraucher, sollten eigentlich der ideale Nährboden für Modeschmuck sein.
Machen wir uns nichts vor - dass man beeline das Geschäft mit den Concessions überlassen hat, war ein großer strategischer Fehler. Hoffen wir, dass wir das gleiche nicht in 15 Jahren von den USA sagen müssen (das ursprüngliche Concessiongeschäft "Bijou Brigitte Petite" wurde im Jahre 1997 mit folgender Begründung eingestellt: zu hoher Aufwand, keine richtige Akzeptanz bei dem Kooperationspartner und am Ende fallende Umsätze. ... Das klingt doch irgendwie vertraut.)

MfG J:)E
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schrieb am 17.04.12 10:46:59
Beitrag Nr.7495 
(43.048.055)
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Diskussionskontext
Bijou Brigitte – verliert weiterhin Marktanteile an Wettbewerber beeline

Das Kölner „Modeschmuck-Imperium“ beeline ist offenkundig so intensiv damit beschäftigt seine Marktposition auszubauen und zu stärken, dabei die Wettbewerber in Schach zu halten, dass es sich mit der Aufstellung des Konzernabschlusses 2010 bis zum 24.02.2012 Zeit nahm. Der Wirtschaftsprüfer scheint über den Verstoß des Allein-Gesellschafters Beckmann gegen die gesetzlichen Fristen nach §264 HGB (Pflicht zur Aufstellung) und §325 HGB (Offenlegung) gnädig hinweg zu sehen, schließlich testiert er ja einen potenten Mandaten.

Dabei können sich die Zahlen durchaus sehen lassen und liefern den Interessenten ein unverfälschtes Bild über die Lage der Gesamtgruppe beeline. Das mir beeline jetzt – verspätet – einen Blick in seine Bücher gewährt, nehme ich dankbar auf. Es gibt mir wieder Gelegenheit hier meine jährliche Wettbewerbsanalyse aufzufrischen.

Dies wird sicherlich nicht nur in Hamburg aufmerksam und mit Interesse verfolgt werden. Die Analyse dürfte insbesondere bei unserem Vorstand, der IR-Abteilung, bei der bevorstehenden AR-Sitzung (am 25.04.12.) und den Aktionären brennende Neugier wecken, zum Nachdenken und zur Kritik anregen?

Denn über beeline gibt es Erfreuliches zu berichten. Auch im Geschäftsjahr 2010 hat die Gruppe den Umsatz und Absatz weiter gesteigert, kräftig investiert und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Das Ergebnis ist dagegen nur leicht gesunken.

Das Zahlenwerk ist zwar nicht mehr up to date, aber um wichtige Schlussfolgerungen zu ziehen, sollte kein Bijou-Aktionär und möglicher Anleger darauf verzichten. Nachfolgend die Daten und Fakten im Detail:


beeline: Vertrauen auf Expansion und durch Investitionen in die Zukunft

Zur Erinnerung: im Vorjahr (vgl. Beitrag #7007 vom 27.01.11) hatte beeline erstmals Konzernzahlen für 2008 und 2009 veröffentlicht. Zum besseren Verständnis habe ich jetzt die 2010er G+V der entsprechenden Bijou Ergebnisrechnung im Vergleich gegenüber gestellt. Aber schaut euch bitte mein erstes spreadsheet lieber selbst an:



beeline ist nach 2009 auch in 2010 beim Umsatz mit 21,5 Mio. € auf 257,7 Mio. € oder um 9,1% wieder stark gewachsen. Das Ergebnis 2010 geht gegenüber 2009 leicht um 1,5 Mio. € oder 5,8% € auf 23,7 Mio. € zurück. Bei Bijou ging es dagegen bekanntlich 2010 mit 22,6% oder absolut 17,0 Mio. € deutlich abwärts. Die Nettorendite fällt bei beeline von 10,7 % auf 9,2%. Im Vergleich verliert Bijou 3,9%-Punkte, sieht aber mit 15,4% immer noch „gut genährt“ aus (allerdings für 2011 weiterer Rückgang auf 13,3%)!

Beim Ergebnisrückgang wird u.a. auch auf die Entwicklung des Dollarkurses verwiesen. Trotz ungünstiger Entwicklung beim US-Dollar hat beeline auch im Zeitraum 2010 auf den Gebrauch von Finanzinstrumenten zur Absicherung von Kursschwankungen verzichtet und begibt sich damit genauso wie Bijou auf Blindflug. Gerade Mittelständler müssen ihre Materialeinkäufe professionalisieren und sich besser gegen die Schwankungen der Preise wappnen. Dies gilt bei Einkäufen in Fremdwährung umso mehr!

Auffallend ist der starke Anstieg der Personalkosten um 14,2% auf 74,5 Mio. € (Quote 29,0%) sowie das negative Finanzergebnis – trotz üppig vorhandenen Cash. Auch im Umgang mit der Liquidität scheint beeline das Anlageverhalten von Bijou zu kopieren und „bevorzugt“ die Inflation. An dieser passenden Stelle grüße ich das Clubmitglied und den „Goldjungen Schmuckel“, der bisher mit seinen Anlagetipps nichts falsch gemacht hat. Damit wäre das auch erledigt!

Daneben ist im Jahresabschluss der GmbH das Ergebnis wesentlich stärker gesunken von 35,3 Mio. € im Jahre 2009 auf 25,7 Mio. € in 2010 (um 27,1% oder 9,6 Mio. €). Dies liegt im Wesentlichen an der Abwertung auf Anteile an verbundenen Unternehmen (vgl. nächste Übersicht).

Fazit: Die Krise bei Bijou nützt beeline geschickt aus und irritiert damit die Wettbewerber. Mit einer klaren, gewagten Wachstumsoffensive baut der Modeschmuckhändler seine Marktposition aus und greift die Konkurrenten – insbesondere den Platzhirschen Bijou – direkt an. Für seine Wachstumsstrategie nimmt die beeline-gruppe hohe Kosten in Kauf. Die Folge sind sinkende Gewinne. Trotzdem, die Branchenkenner applaudieren. Bijou schaut tatenlos zu und die Aktionäre sind entsetzt! Das Vertrauen in beeline wächst und nimmt bei Bijou weiter ab.


beeline-international - Standorte

Anders als bei Bijou tragen die meisten Tochtergesellschaften von beeline unmittelbar nichts oder nur wenig zum Unternehmenserfolg bei. Vielmehr geht aus der Anteilbesitzliste für 2010 hervor, das die Töchter per Saldo einen Verlust von 10,5 Mio. € (VJ -8,6 Mio. €) ausweisen. Der eigentliche mittelbare Profit wird bei der Muttergesellschaft über die Warenbelieferung zu festgelegten Verrechnungspreisen erwirtschaftet.

Die nächste Übersicht zeigt eine Aufgliederung nach Ländern mit Anzahl der Filialen (Retail) und Flächen (Concessions) für 2010 und 2011 (vgl. auch beeline-website > unternehmen > beeline-international) sowie die entsprechenden Jahresergebnisse der Gesellschaften für 2010:



Es fällt sofort auf, das sämtliche Retail-Töchter (mit Ausnahme von Luxemburg und Schweiz) negative Ergebnisse erwirtschaften, während alle Concessions-Töchter positiv abschließen. Gemäß Jahresabschluss wurden auf die Beteiligung an einer französischen Tochtergesellschaft außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 11,1 Mio. € vorgenommen.

Die größte Retailgesellschaft – nämlich, die Deutsche – ist von der Offenlegung nach §264 Abs. 3 HGB befreit und seit 2010 besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft.

Weiter hält beeline im Konzernabschluss fest: „Unsere Retail-Landesgesellschaften erwirtschaften aufgrund zum Teil unterschiedlicher Kostenstrukturen deutlich voneinander abweichende Margen. Neben der Einführung differenzierter Verrechnungspreise wurden die Rabattsätze ab dem Geschäftsjahr 2011 reduziert, um die Ergebnisse unserer Tochtergesellschaften, unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Strukturen und lokalpolitischer Besonderheiten, nachhaltig zu verbessern. Diesem Umstand werden wir weiterhin unser Augenmerk widmen“.

Bzgl. obiger Darstellung ist es sehr ärgerlich, dass Bijou hier in den letzten Jahren keine ausreichende und vergleichbare Transparenz bietet. Die IR schafft es nicht einmal eine vernünftige länderspezifische Filialübersicht per anno zu erstellen und unter der Rubrik > Unternehmen aufzuführen. Die Befürchtungen des Vorstands müssen wohl groß sein – oder soll es ein Geheimnis bleiben? beeline kennt hier keine Ängste, pflegt und hält hier seine Daten immer (online für jedermann sichtbar) auf aktuellen Stand und gibt selbst Neueröffnungen auf seiner separaten SIX-website rechtzeitig bekannt. Besser für die Öffentlichkeit und kundenfreundlicher geht es nicht.

Darüber hinaus möchte ich noch folgende Punkte festhalten:

1) Filialeröffnungen und Concessionsflächen 2010/2011

beeline hat in 2010 die inländische Anzahl von 79 auf 92 (Zuwachs 13) Filialen erhöht (vgl. Bijou 21 Fiel.) und das ausländische Filialnetz um 49 Filialen von 204 auf 253 erweitert (vgl. Bijou 21 Fiel.). Insgesamt war beeline bei der Expansion in 2010 mit 62 Filialzuwachs auf 345 (Stand Anfang 2011) wieder wesentlich agiler, als Bijou mit nur 42 Filialen auf 1.167. Dieser Trend hat sich in 2011 fortgesetzt, denn beeline weist aktuell einen Zuwachs von 41 auf 386 Filialen (Stand Anfang 2012), gegenüber Bijou mit 8 auf 1.175 Filialen aus. Klar, bei Bijou macht sich die zunehmende Anzahl von Schließungen spürbar bemerkbar. Bei beeline ist diese Problematik nach meiner bisherigen Beobachtung nur eine Ausnahme.

Im Bereich Concessions hat Bijou nach wie vor nichts zu melden und bleibt gegenüber den Wettbewerbern ein (Mini)Zwerg. Lt. Bijou > Firmenportrait (Stand Januar 2012) gibt es rund 300 Standorte. Seit Vorstellung des neuen Vertriebskonzepts im März 2008 ist das eine sehr magere Entwicklung. Das schaut nach wie vor nach „Laborbetrieb“ und nicht nach „Produktionsbetrieb“ aus

Vielmehr baut beeline diesen Bereich – wie die Entwicklung in den letzten fünf Jahren zeigt - sehr erfolgreich aus:

Jahr++++Flächen
-------------------
2007++++6.510
2008++++8.410
2009++++9.128
2010+++10.184e
2011+++11.526e

(e = zeitpunktbezogen - gemäß beeline Website Anfang 2011 und 2012 ermittelt und festgehalten)

Die deutsche Tochter hat in 2010 trotz einem Zuwachs von 4.461 auf 4.808 Flächen ihren Umsatz nur minimal um 100 TEUR auf 10,8 Mio. € steigern können. Das Jahresergebnis stagniert bei 340 T€ (VJ 339 T€). Im Lagebericht schreibt die Gesellschaft: „Trotz der positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 2010 hat sich die beeline Gruppe 2010 nicht wie erwünscht entwickelt. Es ist nicht gelungen, die Umsätze im Bereich Concessions in Deutschland auszuweiten. Für die deutschen Concessionsflächen ist sogar ein Umsatzrückgang von 4,8% zu verzeichnen“. Und weiter: „Für das Jahr 2011 ist weiterhin die Ausweitung der Concessionsflächen geplant. Die beeline Concessions GmbH geht davon aus, dass die beeline GmbH den Concessionsumsatz in Deutschland auch in 2011 noch steigern kann. Zum einen ist die beeline GmbH ständig in Gesprächen, um weitere Partner für den Bereich Concessions zu gewinnen, zum anderen arbeitet die beeline GmbH an der Verbesserung ihrer Kollektionen und der Warenpräsentation“.

2) Expansion USA

Während Bijou in den USA die Segel streicht, scheint beeline hier weiter Fuß zu fassen: „Im Geschäftsjahr 2010 hat beeline im Rahmen der Expansionsstrategie im nordamerikanischen Raum verschiedene Gesellschaften in den USA gegründet. Mit der Eröffnung von 4 Retail-Stores in New York, Virginia und Connecticut wurde ein wesentlicher Meilenstein für die Präsenz auf dem amerikanischen Markt gesetzt. Des Weiteren hat beeline die Zusammenarbeit im Geschäftsmodell Concessions mit einem namhaften US Retailer intensiviert und eine umfassende Testphase in 20 POS gestartet. Die Ergebnisse dieser Tests verliefen äußerst erfolgversprechend, so dass eine kooperative und intensive Zusammenarbeit mit diesem Concessions Partner ab 2011 begonnen wurde“.

Aktuell (Stand 13.04.2012) liefert die USA-Tochter bzgl. Anzahl der Standorte folgende Daten:

Retail: 4
Concessions: 255 (Anmerkung: wurden in zwei Jahren erreicht - und Bijou schafft gerade einmal 300 Standorte in vier Jahren konzernweit!!)

Vielleicht wird beeline im Gegensatz zu Bijou in den USA – trotz dem katastrophalen wirtschaftlichen Umfeld - tatsächlich Geld verdienen, erfolgreich expandieren und kein Lehrgeld bezahlen? Vor Ulrich Beckmann würde ich dann den Hut ziehen!

3) Expansion Russland

An gleicher Stelle habe ich im Vorjahr den Wunsch geäußert: „…eine Expansion in die BRIC-Staaten würde ich vielmehr begrüßen. Wer wird hier der Erste sein? Zumindest hat Bijou ja bereits Anfang 2009 den Gang nach Südamerika (langfristig) angekündigt. Den Worten sollten Taten folgen, könnte also langsam Zeit werden…“

Jetzt wissen wir es – beeline prescht in Russland vor und hat die Nase vorn. Die Frage ob Bijou in Brasilien in 2012 an den Start geht muss man sich wohl bis zur HV aufsparen. Immerhin wurde hier die Tochter bereits am 09.02.2011 gegründet und wartet – um Laufen zu lernen - auf ihre ersten Schritte…

Weshalb beeline Russland mit keinen Wort in den Berichten erwähnt, ist mir schleierhaft. Allerdings kann man unter dem Punkt Kreativbereich nachlesen: „Wir streben eine weitere Internationalisierung und Diversifizierung unserer Kollektionen an. Hiermit einher geht eine ständige Verbesserung der Art unserer Warenpräsentation sowie die Berücksichtigung von landesspezifischen Anforderungen insbesondere im Nahen Osten.“

Bei „Nahen Osten“ denke ich an die arabischen Staaten (Vorderasien). Wenn man einmal von Israel absieht, akzeptieren diese Länder eigentlich nur Gold(schmuck) und ich frage mich, was will man hat dort mit wertlosen „fashion jewellery“ erreichen?

Segmentberichterstattung

Im nächsten Schaubild werden die Umsatzerlöse (Konzern) nach Segmenten (Verkaufsgebiete und Vertriebswege) für die Jahre 2009 (unbereinigt und total bereinigt) sowie 2010 gegenüber gestellt:



Der Umsatz legt im Vergleich zum Vorjahr (bereinigt) um 9,1 zu. Während im Bereich Concessions ein Null-Wachstum zu verzeichnen ist, legt der Retail-Bereich um 22,2% zu.

beeline schreibt hierzu: „Der Bereich Retail hat sich infolge der Konzentration und Ausweitung der Geschäftsaktivitäten auf Flagship Stores zufriedenstellend entwickelt. Demgegenüber konnte das rückläufige Geschäft im Bereich Concessions nur durch die Ausweitung von Concessionsflächen aufgefangen werden.

Außerdem sind wir weiterhin bestrebt, die Zahl der durch die Retailgesellschaften betriebenen Stores in Lagen mit guten Frequenzen zu erhöhen und die vorhandenen Filialen weiterhin zu optimiere…Insbesondere aus dem internationalen Geschäft heraus erwarten wir deutliche Wachstumsimpulse“.

Die Umsatzerlöse werden zu 64% (VJ 62%) im Ausland und 36% (VJ 38%) im Inland erzielt. Bijou weist für 2010 eine differente Relation – 59% Ausland und 41% Inland – aus.

Bijou hält es offensichtlich nicht für nötig eine entsprechende Darstellung nach Vertriebswegen und Absatzgebieten zu erstellen oder will die Zahlen geheimniskrämerisch unter Verschluss halten?

Bilanzen

Abschließend sollten wir es nicht versäumen, noch ein Blick auf die Bilanzen der Jahre 2008 bis 2010 zu werfen:



Die Bilanzsumme hat sich im Berichtszeitraum um rund 10% - auf 251 Mio. € erhöht. Auf der Aktivseite ist dieser Zuwachs im Wesentlichen auf die umfangreichen Investitionen in die Logistik sowie Investitionen in neue und bereits bestehende Retail Stores zurück zu führen. Zudem wurde mit er erfolgreichen Inbetriebnahme des gruppenweiten Logistikcenters und der Erhöhung des Geschäftsvolumens sowie der Sortimentserweiterung die Lieferfähigkeit in 2010 deutlich gestärkt und ausbaut. Dies führte zu einem notwendigen Anstieg der Warenbestände.

beeline hat in 2009 und 2010 alleine mehr als 60 Mio. € in Sachanlagen investiert. Das entspricht vergleichsweise in etwa der Investitionssumme bei Bijou für 2007 bis 2010. Bijou ist damit ein Unternehmen, das in den letzten Jahren zu wenig investiert hat und könnte es – wenn es einen (Krisen)-Turn-around geben sollte – gegenüber den Wettbewerbern schwer haben. Sicherlich, Bijou könnte auch weiter existieren, wenn man über Jahre gar keinen Laden neu eröffnen würde. Aber das ist nicht Sinn und Zweck der Veranstaltung – insbesondere unter dem Aspekt der überflüssigen Barmittel, für die man seit Jahren keinen wirtschaftlichen Verwendungszweck findet.

Dagegen plant beeline für 2011 bereits die nächste Ausbaustufe ihres Logistikzentrums: „Die neue Logistik mit ihrer technikunterstützten Kommissionierung und den automatisierten Hochregallagern war bisher eher auf die kleinteiligen Kernsortimente ausgelegt. Mit dem vergrößerten textilen Sortiment erweitern wir stetig unsere Sortimentspalette und untermauern so unsere Fashion Kompetenz. Dies erfordert den Ausbau des Großvolumenlagers (GVL), womit eine zusätzliche Kapazität von 35.000 Lagerplätzen geschaffen wird. Zusätzlich wird für Zwecke der Kommissionierung auf das „Pick-by-voice“-System umgestellt und ein optimierter Füllgrad der Auftragskartons konzipiert“.

Die liquiden Mittel haben sich deshalb in 2010 bei beeline um 14,5 Mio. € auf 66,8 Mio. € verringert und machen jetzt 26,6% (VJ 35,5 %) der Bilanzsumme aus. Mit mehr als 131 Mio. € weist Bijou fast den doppelten Kassenbestand aus und legt mit den übrigen verfügbaren Wertpapieren in Höhe von 38 Mio. € insgesamt 56% der Bilanzsumme auf die hohe Kante. Bleibt die unbeantwortete Frage: nur wozu? Etwa zur Freude des Gründers oder der Banker, zur Abschreckung des Kapitalmarkts, zur Ausschüttung an die Aktionäre oder zur Mahnung und Warnung von „Schmuckel“? Eine vernünftige, überzeugende Antwort ist der Vorstand seit dem Gegenantrag zur HV 2001 schuldig geblieben. Die damalige Stellungnahme und Ablehnung durch den Vorstand und Aufsichtsrat wurde in allen Folgejahren widerlegt und ad absurdum geführt.

Auf der Passivseite fällt bei beeline die Zunahme des Eigenkapitals wegen der Gewinn-Thesaurierung ins Auge und die EK-Quote beträgt nun rund 72% der Bilanzsumme. Hier stellt Bijou mit gut 86% einen neuen Rekordwert auf!

Die internationalen Wettbewerber Monsoon Accessorize, Glitter (Skandinavien/Polen) können bei diesen Bilanzrelationen nicht mithalten – von Claire’s mit negativen EK und voller Schulden ganz zu schweigen. Dafür erzielte Monsoon im GJ 2010(08/28) einen Rekordumsatz von 562 Mio. £ und ein Rekordergebnis von 72 Mio. £. Monsoon ist in 62 Ländern präsent und u.a. in Deutschland sehr erfolgreich unterwegs. Claire’s schafft im letzten Geschäftsjahr 2012/01/28 zwar 1,496 Mrd. $ Umsatz aber nur ein mageres Ergebnis von 11,6 Mio. $ und schreibt in Deutschland Verluste!

Ausblick und Schlussfolgerungen

Für die Folgejahre 2011 und 2012 trifft beeline u.a. folgende Aussagen:

„Wir streben auch in 2011 eine Fortsetzung unseres internationalen Wachstumskurses an…Die Erschließung neuer Märkte ist mit Eintrittsrisiken behaftet, die wir durch den Einsatz erfahrener Country Manager reduzieren. Gleichzeitig tritt ein Risikostreuungseffekt durch die regionale Diversifizierung ein, der uns in der Gesamtbetrachtung von der Entwicklung in einzelnen Ländern wie z. B. Deutschland unabhängiger macht…

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2011 haben wir unser neues Textil-Label YSTRDY erfolgreich in unseren I am Stores eingeführt und die Internetpräsenz aller Brands mit eigenen Websites sowie in einschlägigen Portalen ausgebaut...
Im Bereich Private Label führen wir erfolgversprechende Gespräche mit diversen vertikalen Fashionanbietern. Wir sind derzeit dabei, ein weiteres Label im mittleren Preisbereich zu entwickeln und über einen geeigneten Vertriebsweg gemeinsam mit Partnern zu vermarkten…

Wir betrachten – international gesehen - die flächenmäßige Verbreitung unserer Kollektionen und unserer Geschäftsmodelle als noch längst nicht abgeschlossen. Unsere strategische Expansionsplanung besteht darin, auch in den kommenden Jahren neue Märkte und Vertriebskanäle zu identifizieren und auszubauen. Parallel verbessern wir kontinuierlich unsere Kollektionen und die Warenpräsentation.

Für 2011 und 2012 planen wir die Übertragung unserer Geschäftsmodelle auf Nordamerika sowie den Ausbau der Geschäftsbeziehungen im Bereich Franchise.

Für 2011 gehen wir angesichts des geplanten Ausbaus unseres Filialnetzes sowie erfolgversprechender Partnerschaften im Concessions- und Franchisebereich von einem zweistelligen Umsatzwachstum aus. Flächenbereinigt müssen wir infolge zunehmender Konkurrenz und schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in von der Finanzkrise geschwächten Regionen Europas regional mit stagnierenden Umsatzzahlen oder Umsatzeinbußen rechnen…

Für 2012 lässt sich daher noch nicht absehen, wie sich die flächenbereinigten Umsätze entwickeln werden. Es dürfte jedoch eine Herausforderung sein, flächenbereinigt ein Umsatzwachstum zu erzielen.

Dies spornt uns an und stellt hohe Anforderungen an unsere Kreativität. Wir möchten unsere Qualität noch weiter steigern, unsere Marktposition stärken und unseren Kunden attraktive Produkte bieten.

Wir sind zuversichtlich, die positive Geschäftsentwicklung weiter voranzutreiben und für 2011 und 2012 Ergebnisse auf ähnlich hohem Niveau wie in der Vergangenheit zu erzielen. Mittelfristig rechnen wir mit weiteren Effizienzsteigerungen, die aus der Optimierung von Prozessen und Strukturen in verschiedenen Unternehmensbereichen resultieren“.

Das hört sich doch alles gründlich durchdacht, sehr konzeptionell und zielstrebig an. Die Strategie dahinter dürfte folgende sein: Wichtig ist für beeline, dass der Abstand zur europäischen Nummer Eins stetig kleiner wird. Und der hat sich 2011 bestimmt weiter verringert und die Verfolgungsjagd wird auch in 2012 weitergehen. Vielleicht hat Ulrich Beckmann ja – unausgesprochenen - das Ziel, spätestens 2015 (zum 25. Firmenjubiläum) den Marktführer zu überholen? In jedem Fall möchte Beckmann an Bijou immer so nah dran sein, dass sein Atem spürbar ist.

Ohne die 2011er Zahlen zu kennen, ist jetzt schon abzusehen, dass auch hier beeline gegenüber Bijou bei der Expansion sowie beim Umsatzwachstum und Ergebnisausweis die Nase vorne hat. Zudem ist beeline in den Mittelmeerländern (mit Ausnahme Spanien) nur schwach vertreten – hat dafür aber gegenüber Bijou mit der Schweiz (und Luxemburg) Top-Standorte! Bekanntlich ist es Bijou in 2011 missglückt ihre Schweizer Tochter auf die Beine zu stellen und verzeichnet im Konzern 2011 nach 2010 erneut einen (leichten) Umsatzverlust – aber einen deutlichen Gewinnrückgang. Bei beeline sehe ich noch einen Umsatzzuwachs, das Ergebnis sollte sich stabilisieren.

Freilich eine klare Kampfansage an Bijou ist es (noch) nicht. Und vielleicht wird Bijou ja selbst vom Gejagten zum Jäger? Allerdings hat Bijou mehr zu verlieren und beeline mehr zu gewinnen.

Bijou wird mit der Haltung "die Krise auszusitzen, Sparen und Gesundschrumpfung" nicht viel erreichen und läuft Gefahr, damit am Ende zu scheitern. Da muss viel mehr passieren. Denn die schlimmsten Probleme ergeben sich immer aus den „Untätigkeitskosten“, die lange Zeit unsichtbar bleiben, aber dann plötzlich und explosionsartig steigen. Provokant könnte man sagen: Bijou bringt sich mit seiner unnützen Cashhaltung und Sparen selbst um! Oder mit Albert Einstein: „Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht“. Bijou sollte mit einer neuen Strategie überzeugen!

Aber der Vorstand will ja lieber Schweigen und in Ruhe gelassen werden, quasi Verschwiegenheit als Geschäftsprinzip manifestieren. Wer beim Fußballspiel gewinnen will, muss (mehr) Tore schießen. Anstelle von starrer Defensive wäre in puncto Bijou kreative Offensive angesagt. Also mehr Transparenz, Offenheit und Information für Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und die Öffentlichkeit ist sicherlich eine gute Idee und kluger Spielzug. Leider hat der Vorstand das immer noch nicht begriffen. A propos Fußball: beeline will ich einmal mit dem BVB (Ballspiel-Verein Borussia) und Bijou mit Bayern München vergleichen – und in der Champions League schlagen die sich prächtig – während Dortmund dort sang- und klanglos unter ging. Aber der BVB ist im Unterschied immerhin als Aktie handelbar.

Stattdessen gibt der Vorstand lieber dem „Gegner“ Presse die Schuld, wenn Bijou nur „geringere Resonanz“ zur BPK, HV, etc. findet? Damit stellt sich Bijou ein Armutszeugnis aus. Aber der Vorstand will ja keine Aufmerksamkeit erfahren. Das im diesen Jahr keine BPK stattfindet kostet weiteres Vertrauen und ist ein schlechtes Signal an die Aktionäre und den Kapitalmarkt. Aber Vertrauen gewinnt man nicht durch Wortkargheit und Schweigen, sondern indem man die eigene Geschäftspolitik glaubhaft erklärt.

Ich stelle mir die Frage: Weshalb lädt Bijou nicht einfach die lokale Presse und Joe zur BPK an ihren Firmensitz - statt im einen elitären Hotel - nach Poppenbüttel ein? Da dürfte im Anschluss auch noch Zeit für eine Firmenrundgang und einen Imbiss in der eigenen Kantine sein. Dabei vergibt man sich bestimmt nichts – im Gegenteil, es könnte ein Gewinn sein! Jetzt bleibt mir nur noch die Hoffnung, dass der Vorstand unserem lieben Joe, nach 10 Jahren wieder einmal ein Interview gewährt?

Da sich der Vorstand nicht erklärt, ist es nicht verwunderlich, dass hier eigene meiner Aussagen im Umfeld und Tenor all (zu) kritisch ausfallen. Aber ich halte diesen Tonfall für notwendig, geboten und gerechtfertigt!

Trotz alledem könnte Bijou für den Dauerlauf besser gerüstet sein? Nur die Durststrecke ist noch nicht zu Ende und eine Wende ist nicht in Sicht (vgl. Phasentheorie von Joe und bourbaki #7380 vom 5.1.12 und vorherige). Ich halte jetzt Bijou seit mehr als 20 Jahre (früher mehr brav + heiter – jetzt etwas trotzig + launig) die „Treue“ – habe damit noch kein Geld verloren - und will es im jedem Falle miterleben, wer hier am Ende den längeren Atem hat. Das beeline Bijou und seine Aktionäre weiter in Atem hält, steht dabei außer Frage.

Abschließend bleibt mir noch zu wünschen, das beeline und der geschäftsführende Allein-Gesellschafter Beckmann die 2011er Abschlüsse schneller erstellen und testieren lassen. Einer gesetzes-konformen (früheren) Veröffentlichung steht dann auch nichts mehr im Wege.

Bei Bijou steht jetzt erst einmal am 26.04. die Veröffentlichung der Abschlüsse an. Mal abwarten und schauen, was da noch an Überraschungen auf uns zukommt!

CU Dieter :cool:

Ps.: 1) dieser Beitrag stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der Bijou-Aktie dar! Wenn beeline eine Aktie wäre, würde ich wahrscheinlich an dieser Stelle empfehlen: nachkaufen!

2) evtl. Rechtschreib- und Rechenfehler bitte ich zu entschuldigen, sind aber trotz aller Sorgfalt nicht immer zu vermeiden - Danke!
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schrieb am 14.09.11 20:52:07
Beitrag Nr.7237 
(42.088.410)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.071.579 von Schmuckldchen am 11.09.11 15:16:23He Schmuddel, haste Langeweile?? Wenn du die Aktie nicht hast, kannst dich eigentlich auch raushalten, oder? Oder warum willst du mich zum Gold bekehren?? Bist ja schlimmer als die Zeugen Jehovas :laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh:
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schrieb am 15.09.11 22:11:06
Beitrag Nr.7241 
(42.094.489)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Was mich bewegt: Warum schreiben die Mitglieder der Goldsekte ihre Goldanalysen nicht in einen Goldthread? Sowas hat hier nichts zu suchen. Und warum kommen manche mit mehreren IDs daher, um uns zu bekehren?
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schrieb am 18.09.11 17:22:59
Beitrag Nr.7258 
(42.102.774)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Gold, Gold, Gold, jedesmal wenn ich in den Bijou Brigitte Thread reinschaue ärgere ich mich über den unerträglichen Schwachsinn diverser Goldbugs. Warum lässt Wallstreet Online diesen Krampf überhaupt zu? Solche Posts sind doch ganz klar gegen die Regeln dieses Forums. Wenn ich etwas über Gold lesen möchte, dann gehe ich in die entsprechenden Threads. Mich schreckt das ganze threadfremde Gedöns einfach nur noch ab und ich verliere die Lust an Wallstreet Online! Deshalb mein Appell an Administratoren und Moderatoren von WO: macht etwas gegen diesen Wildwuchs. Posts über Gold gehören nicht in einen BIJ Thread, basta.
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schrieb am 18.09.11 22:06:17
Beitrag Nr.7262 
(42.103.410)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Es ist traurig was aus diesem Thread geworden ist. Einige scheinen hier wirklich zuviel Zeit und Langeweile zu haben. Warum streitet Ihr Euch nicht weiter über Boardmail? :rolleyes:
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schrieb am 04.04.12 12:39:35
Beitrag Nr.7492 
(43.000.421)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Wir hatten dieser Tage mit der IR bei Bijou Brigitte wegen der BPK per E-Mail Kontakt aufgenommen:

Betreff: Bijou Brigitte bloggt – und blockt die BPK

Guten Morgen,

sehr geehrte Damen Wittmaack und Siegele,

es gibt bedauerlichweise wieder einen berechtigten Anlass, der uns keine Ruhe lässt, Ihnen nicht zu schreiben. Sie können sich schon denken, um welches Delikt es sich diesmal handelt.

Obwohl wir nicht der Presse angehören, entnehmen wir jetzt aus dem Internetforum bei wallstreet:online „alles rund um Bijou Brigitte…wer hat eine Meinung zu der Aktie“, dass in diesem Jahr ohne Not und Gebot keine Bilanzpressekonferenz abgehalten werden soll?

Wir fragen Sie ernsthaft: ist dies nur ein übler Aprilscherz oder sind Sie jetzt von allen guten Geistern verlassen?



Sehr verehrte Damen, bitte sind Sie so liebenswürdig und helfen uns weiter. Sagen Sie uns doch einfach ungeschminkt die Wahrheit. Falls Ihre Antwort dennoch negativ ausfallen sollte, würden wir dies als unerfreulichen Akt (Act) empfinden und nicht begrüßen. Noch schlimmer - müssen wir jetzt etwa damit rechnen das dies zur Regel wird - oder bleibt es nur eine faule Ausnahme?

Immerhin finden wir etwas Trost in Ihren tollen Blog: Bijou Brigitte Act of (jewellery) Love und senden schöne Grüße an die Actors. Bei dieser Gelegenheit möchten wir anregen auch einen Blog für die Aktionäre – etwa „Corner of (smart) Investors“ - einzurichten.

Das ideale Format für uns könnte ein Blog direkt im Anschluss an den Investor Relations Pfad auf ihrer Webseite sein. Dann bekämen wir Aktionäre endlich beides geliefert: erst die Wirklichkeit und dann die Wahrheit.


In jedem Fall, wollen wir es uns nicht nehmen lassen, Tacheles zu reden, wenn wir es für angemessen halten. Denn wir finden, nur mit einer transparenten Kommunikation kann Vertrauen bewahrt werden.

Wir freuen uns wieder von Ihnen zu hören und indem wir Ihnen frohe Ostertage wünschen, verbleiben wir mit

freundlichen Grüßen …
Herr + Frau XYZ



und haben gestern folgende Antwort erhalten:


Sehr geehrte Frau XYZ, sehr geehrter Herr XYZ,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Aufgrund der geringen Resonanz der Presse in den vergangenen Jahren werden wir in diesem Jahr keine Bilanzpressekonferenz in der gewohnten Form abhalten. Selbstverständlich stehen Vorstand und Investor Relations im Rahmen der Veröffentlichung von Konzern- und Einzelabschluss 2011 am 26. April 2012 für Anfragen von Pressevertretern zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen ebenfalls frohe Ostertage und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Sandra Siegele
Investor Relations

Bijou Brigitte modische Accessoires AG



Wir hoffen, im Sinne der Aktionäre, für etwas Aufklärung gesorgt zu haben und wünschen der Veröffentlichung des Zahlenwerks am 26.04. viel Aufmerksamkeit und reges Interesse.

Damit an diesem Termin erst keine Informationsdefizite entstehen, gehen wir davon aus, dass die IR alle in diesem Zusammenhang stehenden wesentlichen Fragen der Presse und die entsprechenden Antworten der Vorstände, ihren Aktionären (unter ihrer Website >IR > Bilanzpressekonferenz) möglichst "realtime" mitteilt.

Abschließend ist es uns, bei dieser Gelegenheit, ein besonderes Anliegen, dem Vertriebsvorstand, Herrn Jürgen Gödecke, zu seinem heutigen Geburtstag ganz herzlich zu gratulieren.

Allen Lesern dieses Forums wünschen wir ein frohes Osterfest.
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schrieb am 17.02.11 16:07:10
Beitrag Nr.7015 
(41.059.256)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Zunächst vielen Dank für die zahlreichen Bewertungen. In der Tat, das neue Tool von w:o verschafft einen schnellen Überblick und verhilft bei den Beiträgen, die Streu vom Weizen zu trennen.

Hier noch ein paar „Kurzmeldungen“ zum Februar:

Aschaffenburg, 04.02.2011

"Hinter Glasscheiben haben Handwerker im Hauptbahnhof damit zu tun, Geschäfte einzurichten. Die meisten Läden, die seit der Eröffnung des neuen Aschaffenburger Bahnhofs vor einer Woche um Kundschaft werben, sind mit den ersten Tagen rundum zufrieden…

…Neu in der Stadt ist das Geschäft »I am«, das zum Kölner Unternehmen Beeline gehört. Im Bahnhof verkauft die Firma auf 72 Quadratmetern Modeschmuck. Bundesweit gibt es 92 Filialen. »Es könnte besser laufen«, gibt Jan Schildknecht zu, der für die Läden im Rhein-Main-Gebiet zuständig ist. Er hofft auf bessere Geschäfte, wenn alle Läden geöffnet sind und sich die Aschaffenburger an den Bahnhof als Einkaufszentrum gewöhnt haben".

Quelle: Main-Netz – Der Main-Echo-Onlinedienst

CHICAGO, Illinois, February 11, 2011.

Claire’s legt vorlfd. Zahlen für das GJ 2010 (ended January 29, 2011) vor und rechnet beim Umsatz mit einem Zuwachs von 6,3% auf 1,426 Mrd. Dollar (VJ 1,342 mrd. Dollar)

Quelle

http://phx.corporate-ir.net/External.File?item=UGFyZW50SUQ9O…

Claire erwartet beim adjusted EDBITA einen 12%igen Anstieg von 234 auf ca. 263-265 Mill. Dollar.

Hier noch ein paar Kennzahlen zum FY 2010

SSS
Consolidated 6.5%
North America 7.8%
Europe 4.3%.

Change in average transaction value:
Consolidated 6.7%
North America 5.8%
Europe 7.8%

Change in average number of transactions per store:
Consolidated 0.9%
North America 2.9%
Europe (2.4) %

Average selling price $ 5.91
Average transaction value $ 14.38
Accessories penetration 54.5%

Store count (Company-Owned) as of
January 29, 2011 2.981
January 30, 2010 2.948

Ich vermute einmal, vergleichbare Angaben würden für Bijou einen wirtschaftlichen Offenbarungseid bedeuten? Hier scheint der dezimierte (Rest)Vorstand weiterhin ein Brett vor dem Kopf zu haben und vernagelt zu sein. Aber die Vorstände von Bijou bleiben lieber Transparenz-Zwerge par excellence!

Fazit: Im Gegensatz zu Bijou kann man für 2010 bei Claire’s nicht von einem Katastrophenjahr sprechen!

Nur die enorme Schuldenlast von 2,5 Mrd. Dollar macht Claire’s weiterhin gewaltig zu schaffen. Da kündigt man schon einmal vorsorglich eine neue Anleihe an:

“Costume jewelry and accessories retailer Claire's Stores is looking to price a USD400m eight-year non-call four second lien offering via Credit Suisse, JP Morgan and Goldman Sachs later this week to repay bank debt”.1)

Nur: “Moody's rates claire's second lien notes Caa3; Caa2 cfr affirmed” 2)

Quelle 1) + 2) Feb 16, 2011 (Reuters)

Da frage ich mich, wer will diesen Schrott erwerben? Aber die „qualifizierten institutionellen Käufer“ u.a. auch Bondaffen und Papiertiger genannt, sterben nicht aus! Gewiss, die „Goldmänner“ und übrigen Bankster werden den Mist schon locker flockig unterbringen…

Korbach, 16.02.2011

Modeschmuck-Anbieter Bijou Brigitte eröffnet Filiale in Korbach

„Die Eröffnung wird bereits an diesem Samstag, 19. Februar, sein“, sagte Annegret Wittmaack, Sprecherin der Bijou Brigitte modische Accessoires AG, am Dienstag.

Mehr und mehr gehe man in kleinere Kreisstädte, in denen und in deren Umkreis entsprechende Kaufkraft vorhanden sei, erklärte Wittmaack.

Quelle:

http://www.hna.de/nachrichten/kreis-waldeck-frankenberg/korb…

Zum Schluss noch drei Randnotizen:

Im Jahresdurchschnitt 2010 beschäftigte der Bijou Brigitte-Konzern im In- und Ausland insgesamt 3410 Mitarbeiter (inklusive der auf Vollzeit umgerechneten Teilzeitkräfte). Im Klartext: abermals seit zuletzt 1995 baut Bijou wieder Arbeitsplätze (42 MA) ab. Die Personalkosten 2010 dürften damit in etwa auf dem Level von 2009 (92,3 Mill. €) liegen.

Auch die Abschreibungen werden in 2010 wieder seit zuletzt 1997 die Investitionen übertreffen. Sollte dies in den nächsten Jahren so bleiben, schmort Bijou quasi im eigenen Saft und verzehrt seine Substanz!

#6955 joati

Stimmt! Die Halsbänder werden unter der Marke "Sweet Dog Collection" angeboten. Es gibt sie in diversen Größen (für den Fiffi bis zum „Werwolf“). Bleibt nur zu Hoffen, das die Hunde samt Frauchen oder Herrchen bei dem Anblick nicht gleich Leine ziehen. Immerhin, die Aktie wird schon seit Wochen an der kurzen Leine „Gassi“ geführt…

CU Dieter:cool:

Ps.: Im Gegensatz zu unserer, korrekten und m(er)[a]kellosen Blendgranate, namens "Dr." Karl von Copy & Paste Gutti versichere ich, in meinen Beitrag alle Fußnoten und Quellenangaben nach besten Wissen und Gewissen angegeben zu haben. Klar, ich führe ja auch keinen Doktortitel!
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schrieb am 15.09.11 22:07:33
Beitrag Nr.7240 
(42.094.470)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Schmuddel ist ja auch nicht fein, sowas sagt man nicht. ;)

Er heißt schließlich Schmockludchen!

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schrieb am 17.04.12 21:30:37
Beitrag Nr.7497 
(43.051.932)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Danke für die Ausarbeitung, Dieter.

Sehr interessant und informativ.
Allerdings bewerte ich die Lage etwas anders.
Zum Ersten, ist das Finanzergebnis von Beeline negativ, das bei historisch niedrigen Zinsen.
Zum Zweiten ist das Consessionsgeschäft in D bereits rückläufig, und das wohl kaum wegen BB's Eintritt in diese Kategorie. Hier vermute ich eher die schwindenden Margen bei den Weiderverkäufern, die diese Schmuckständer schnell durch lukrativere Sachen ersetzen können und wollen.
Desweiteren liegt bei Beeline für das Jahr 2010 die Nettorendite bereits unter 10% und wird für 2011 wohl weiter fallen. Hier ist auch nicht zu unterschätzen, dass bei Beeline durch den Neueröffnungsbonus seiner Filialen das Ergebnis kaschiert wird. Das war in starken Zeiten von BB so und bei Schlecker brachte dieser Umstand letztendlich den Tod: Grenzwertige Standorte gingen nach der Eröffnungsphase in die Verlustzone und waren dann ein Klotz am Bein. BB hat in Spanien nochmal die Kurve gekriegt, Schlecker nicht. Und jede Verdichtung des Filialnetzes, egal durch welchen Makrtteilnehmer, vergrößert die Anzahl grenzwertiger Standorte. Von daher ist für mich nicht einsichtig, wieso BB vom bewährten Kurs der soliden Expansion mit Konzentration auf die lukrativen Standorte abweichen soll.

Es ist zwar gut, wenn man immer wieder mal einen Blick auf andere Marktteilnehmer wirft, aber meine Philosphie ist: Mach Dein Ding und lasse dich nicht beirren. Und es gibt nichts schlimmeres, als sich von Neid und anderen Irrungen treiben zu lassen.

BB ist Welten davon entfernt, von anderen an die Wand gedrückt zu werden und verdienen außerdem besser als die Konkurrenten. Um mit den Worten von schnucklchen zu reden: Was hat BB bisher falsch gemacht?
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betterthantherest
schrieb am 28.04.12 11:27:36
Beitrag Nr.7508 
(43.100.102)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.098.710 von Rostlaube am 27.04.12 19:23:03Ohne die fundierten Infos von DieterJuwelier und philojoephus wäre dieser Thread genauso belanglos, wie 95% aller Threads hier auf WO.

Ich bin beiden sehr dankbar, dass sie sich die Arbeit machen und ihre Erkenntnisse mit uns teilen.

Persönliche Anfeindungen sind für mich hier völlig fehl am Platz.
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schrieb am 12.01.11 18:40:17
Beitrag Nr.6988 
(40.849.863)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.813.718 von DieterJuwelier am 06.01.11 18:23:19Leute,

nur ganze zwei Leser (inklusive mir) fanden, dass Dieters Post ein "Daumen hoch" verdient hat? Das kann doch nicht sein. Bitte nutzt doch stärker das neue Bewertungstool von WO, damit man in Zukunft besser die sinnvollen Beträge von den sinnlosen Beiträgen unterscheiden kann. Das neue Bewertungstool befindet sich auf der linken Seite der Kopfzeile jeden Beitrags. Also:

DieterJuwelier schrieb am 06.01.11 18:23:19 Beitrag Nr.6912 (40.813.718)................Bewertung: 2 x

MfG J:)E
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schrieb am 24.02.11 12:51:41
Beitrag Nr.7019 
(41.099.013)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Zitat von joati... Damit definiert Bijou die 1A-Lage neu.

Diese Versuche, hier und da etwas Umsatz her zu holen, zeigen, dass der Kern des Unternehmens weiter schwächelt. In guten Zeiten denkt Bijou über solche Umsatztreiber nicht nach. Die Fläche dürfte weiter erodieren und die 100 werden wir bald von unten sehen.


Absolut korrekt, Joati.

Meiner Meinung nach haben wir bei Bijou die folgenden Schlüsselprobleme:

1. Seit 2005 haben sich die Umsätze um über 30% erhöht, aber der Ertrag stagniert. Damit ist es ein Topmanagementproblem!

2. Die Personalkosten stiegen in der Zeit von 2005 bis 2011 sehr viel stärker als die Umsätze. Die steigenden Personalkosten gehen in der Relation überweigend auf das Konto der Verwaltung. Dieser Punkt hängt mit Punkt 1 zusammen.

3. Bijou hat die ungesunde Tendenz, massive Klumpenrisiken anzuhäufen. Siehe Spanien, Portugal, Ostblockstaaten.

4. Bijou hat aus meiner Sicht keine schlüssige Strategie, um die Firma global weiter zu entwickeln. In den wichtigsten Märkten ist man nicht vertreten oder zieht nicht richtig durch.

5. Bijou vergißt, womit die Firma erfolgreich war und groß geworden ist.

Mit Kreisstädten wäre Bijou nicht da, wo sie jetzt sind. Eine Expansion in die kleinen Kreisstädte ist meiner Meinung nach kontroproduktiv. Ein Shop mit 100.000 Euro Umsatz braucht fast die gleichen Verwaltungsressourcen wie ein Shop mit 500.000 Jahresumsatz. Da sträuben sich bei mir alle Haare. Anders kann man es nicht mehr sagen. Rechnerisch mögen Kreisstädte zwar überdurchschnittliche Kaufkraft sitzen, aber selbst wenn man großzügig die umliegenden Einzugsgebiete mitrechnet, landet nur ein Bruchteil dieser Kaufkraft in den Bestlagen dieser Städte. Man muß nur einen x-beliebigen Händler in diesen Städten fragen und erfährt, dass dort Stagnation und Rückschritt Trumpf sind. Aber soweit muss man gar nicht gehen. Die Bewohner dieser Kreisstädte mit Umland geben ihr Geld bevorzugt in den großen und ganz großen Städten aus, und natürlich im Internet. Man muß einfach mal den eigenen Bekanntenkreis fragen, sofern der in einer Kreisstadt oder seinem Umland wohnt. Die fahren oft 50, 100 oder gar 200 Kilometer, um in der 1A-Fußgängerzone ein prima Shoppingerlebnis zu genießen, selbst wenn sie in die Innenstadt ihrer Kreisstadt zu Fuß gehen könnten.

Was müßte das Management tun, um Bijou weiter zu entwickeln?

1. In die großen Städte dieser Welt gehen! Das hätte gleichzeitig den Vorteil, dass die bestehenden Klumpenrisiken (Spanien, Portugal, Ostblock) prozentual geringer werden und abgeschwächt werden. Man geht doch nicht in eine 25000 Einwohner Kreisstadt, wenn man noch keinen Laden in den 100 größten Städten des amerikanischen Kontinents hat! Wenn LVMH & Co auch so denken würden, dann würden sie auch in einer deutschen Kleinstadt versauern. Ein Laden in Vancouver, Toronto, Montreal, San Franchisco, Honolulu, Houston oder sonstwo macht 10-20 mal soviel Umsatz wie ein Laden in der deutschen Prärie. Und darüber hinaus ist man auch noch nicht in jeder Millionenstadt Europas vertreten. Geschweige denn in den Regionen, in den heute die Musik spielt und in Zukunft noch mehr, Asien und Australien zum Beispiel.

2. In jedem Land, in dem man schon präsent ist, muß unbedingt ein landessprachlicher Onlineshop aufgebaut werden. Man verschenkt hier bares Geld, hohe Margen und darüber hinaus verschenkt man kostenlose Eigenwerbung. Alternativ dazu muß man ein mehrsprachiges System mit optimiertem Fulfilment wie Amazon aufbauen.

3. Die Bürokratie in der Zentrale muß abgebaut werden. Es müssen in den vielversprechenden Ländern, die jeweils ein Potential 50, 100 und mehr Shops haben, eigenständige Ländergesellschaften etabliert werden, die relativ autonom entscheiden können. In San Francisco darf ruhig einiges anders laufen als in Hamburg.

4. Die Expansion in den neuen Märkten könnte sehr viel besser gemanagt werden. Und hier meine ich das Topmanagement! Die USA sind wie Europa ein Sammelsurium von einzelnen Staaten. Man sieht in Florida nicht, ob man in den 100 größten Städten funktionierende Shops aufbauen kann. Das wäre wie wenn man von einem Shop in Madrid auf einen Shop in Hamburg schließen würde. Es ist verwunderlich, dass eine Firma mit einer Barkasse von 200 Mio. hier nicht in der Lage ist anständig durchzuziehen. Worauf wartet man hier? Wenn die Mieten billiger werden, dann steigt das Risiko, dort etwas zu verdienen. Wenn die Mieten teurer werden, dann deswegen, weil andere Retailer zuschlagen. Catch 22.

5. Die Mieten in UK sind nicht auch das Problem. Für die Margen, die Bijou hat, sind Toplagen in allen Großstädten dieser Welt kein Problem. Mindestens 90% der Retailer dieser Welt haben niedrigere Margen und sind trotzdem erfolgreich.

Die Erfolge der Familie Werner können in Summe nicht hoch genug gewertet werden. Dieses Werk muß auf jeden Fall mit ruhiger Hand weiter geführt werden. Im Retail braucht man keine gigantischen Risiken einzugehen. Man muß auch ganz sicher keine Wettbewerber übernehmen, um langfristig erfolgreich zu sein. Aber man braucht eine gesunde tragfähige langfristige Strategie. Step by Step, aber vorwärts.

Aus meiner Erfahrung kann zuviel Kohle in der Tasche einem problemlos ein Loch in den Kittel brennen und man spürt eine gewisse Tendenz, extrem vorsichtig zu sein, um das erreichte, das übernommene zu bewahren. Das ist allerdings der falsche Ansatz. Mit Bewahren ist es nicht getan. Das Bewahren und Verharren führt langfristig nicht zum Erfolg. Bijou sollte aus meiner Sicht entweder stärker in neue Länder investieren oder aber das Eigenkapital massiv verringern. Bijou könnte ohne Probleme das Eigentkapital halbieren und die bewährte Null-Schulden-Politik bis in alle Ewigkeit fortfahren. Meine Erfahrung ist die, dass Firmen mit einer adäquaten Eigenkapitalausstattung viel besser wirtschaften als mit einer massiven Überkapitalisierung. Letztere verleitet dazu, dass man über Fehlentwicklungen leicht hinwegsieht, weil man es sich ja leisten kann. Das führt dann dazu, dass die Umsätze massiv ansteigen müssen, nur um ein Ertragsniveau zu halten.

Insgesamt bin ich aber zuversichtlich, dass Bijou die Kurve kriegt und in den nächsten 5-10 Jahren zu einer echten, weltweit vertretenen Perle werden kann. Die Aussichten für Werner Junior sind glänzend. Ich hoffe er nutzt seine Chance, uns allen zu beweisen, dass die zweite Generation nicht nur Bewahrer ist, sondern ebenso zu neuen Ufern aufbrechen kann wie die erste Generation.
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schrieb am 28.05.11 18:56:30
Beitrag Nr.7103 
(41.571.502)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Hatte hier in 2009 zuletzt eine kurze Einschätzung abgegeben. Diese kann ich unverändert auf 2011 übertragen. Zusammengefasst: Weiterhin expansiver Wettbewerb zulasten von BB, weil die Eintrittsbarrieren gering sind und die Margen immer noch attraktiv. Ein Investment in BB erscheint mir weiterhin völlig sinnlos.

EBIT-Margen von BB:

2005 37%
2006 35%
2007 32%
2008 30%
2009 27%
2010 22%
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schrieb am 28.05.11 22:44:14
Beitrag Nr.7104 
(41.571.812)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Antwort auf Beitrag Nr.: 41.571.502 von Syrtakihans am 28.05.11 18:56:30Danke für deine Einschätzung Syrtakihans. Ich bin aus diesem Grund auch nicht investiert, wobei die Dividendenredite zum aktuellen Kurs hoch ist und selbst bei rückläufiger Dividende hoch bleiben wird. Warum siehst du es dann bei der Friseurkettenaktie anders? Auch nur eine Cashcow ohne Wachstum. Gut bei BB ist der Gewinn rückläufig, aber sie sind gut kapitalisiert und die Zeiten könnten sich auch wieder ändern, vielleicht erobern sie so aufsteigende Wirtschaftsmärkte wie Brasilien.
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schrieb am 10.07.11 19:07:52
Beitrag Nr.7144 
(41.767.204)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Antwort auf Beitrag Nr.: 41.767.143 von Kampfkater1969 am 10.07.11 18:24:12Meine Infos zur besuchten HV:

Neuer Vertriebsvorstand (siehe Adhoc Meldung) stellte sich mit Rede und Bildpräsentation seiner Ideen und schon laufenden Umsetzungen vor.

In 2010 wurden in GB weitere 11 Filialen eröffnet

Belgien wird in 2011 angegangen. Vor kurzem startete ein Flagshipstore (!) mit mehr Fläche und anderem Ladenbaukonzept (Fotos wurden gezeigt) in Antwerpen. Kundenreaktion sei sehr gut.

In 2010 das Schmuckständerkonzept in Deutschland und Italien mit 161 Standorten betrieben

Biografie neuer Vertriebsvorstand Gödecke wie geschaffen laut meiner Ansicht für die vorhandenen Probleme und die künftige Expansion. Leistete bei bisherigem Arbeitgeber
sehr gute Arbeit (Modekette New Yorker). Headhunter warben ihn von dort ab. War quasi einer der Wunschkandidaten.

Alle Filialen erhalten künftig die sogenannte Promotion-Zone, ich habe sie mir in Hamburg am
Filialstandort Europa Einkaufscenter angeschaut. Die weiblichen Kundinnen sprechen nach meiner Beobachtung sehr gut darauf an. Auch meine weibliche Begleitung sieht es mit ihren Frauenaugen positiv. Die Erfahrungen damit seien sehr gut, wurde dazu ausgeführt.

Social Media, wie Facebook etc wird nun verstärkt angegangen, weitere fremdsprachige Internetprojekte sind in der Röhre bzw. schon umgesetzt.

Onlineshop wird weiter optimiert und verbessert, endlich wird man wach in diesem Punkt.

2010 war Neueröffnungsschwerpunkt der Filialen in Deutschland.

Spanien und Portugal sind auch im 1. Halbjahr 2011 weiter problematisch. Deutschland und Italien stabil.

2. Quartal besser als 1. Quartal 2011, auch wenn man Ostereffekt korrigiert, könnte das Tal der Tränen bald durchschritten sein meiner Ansicht nach. Vor allem wenn die Vertriebspower nun durchstartet.

In der Schweiz und in Brasilien wurden im 1. Halbjahr 2011 neue Tochterfirmen gegründet.

In 2011 sollen in Summe 60 - 70 neue Filialen eröffnet werden, jedoch auch mindestens 40 geschlossen werden. Dies würde die Rendite positiv beeinflussen.

Bei Ständerkonzept sollen minimal weitere 100 neue Standorte kommen im 2. Halbjahr 2011.

Gründung Tochterfirma in Norwegen kommt bald.

Umfassende vertriebliche Aktivitäten starten und/oder laufen bereits. Marke soll weiter gestärkt werden.

Logistik für Ständerkonzept nun komplett verfügbar in Hamburg.

Prognose Umsatz und Gewinn für 2011 nach meiner Ansicht und laut Aussage Vorstand eher konservativ. Ich denke, mehr als 50 Mio € Gewinn könnten drin sein.

Künftiger Vertriebsvorstand:
kennt Markt in 12 europäischen Ländern durch seine Tätigkeit
ist auf jede einzelne Filiale fixiert um den größtmöglichen Nutzen zu haben
Anspruch von ihn, an jedem Standort vor Ort der beste Anbieter zu sein
ebenso der wirtschaftlich am erfolgreichsten zu sein
Produktbreite und Kundinnenspanne vom Alter soll beibehalten werden (also alle Mädchen und Frauen)
2. und 3. Vertriebsebene bereits umgebaut
in 2010 über 150 Mio Kundenkontakte bei allen Filialen in Summe, Kundenbindung soll erhöht werden.

Weitere Punkte folgen (Fragen der Aktionäre und Antworten)
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schrieb am 10.07.11 21:32:11
Beitrag Nr.7145 
(41.767.483)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Antwort auf Beitrag Nr.: 41.767.204 von Kampfkater1969 am 10.07.11 19:07:52Sprecher SdK (vertrat ca. 37.000 Stimmen):

Kritik an Entwicklung seit 2007

Nicht nur Finanzkrise Schuld an Gewinnsituation

Aktienkurs kritisiert

lobte aktuelle Entwicklung Vertriebsmaßnahmen und Ausführungen des neuen Vertriebsvorstandes (aktuell ja Vertriebsdirektor)

Prognose für 2011 sei niederschmetternd

Anworten Vorstand:

Konkurrenz wesentlich härter als früher

arbeiten aktiv an Gegenmaßnahmen

direkte Wettbewerber dürften ebenso leiden

Ziel sei Marktführerschaft in jedem Land auszubauen oder zu erreichen

Filialnetz wird optimiert, Spanien würde einiges davon betreffen

In GB witerhin stramme Mieten, Filialen nur dann wenn Gewinnrenditen passen

überzeugt dass Maßnahmen im Vertrieb sich positiv auswirken werden

Sprecherin DSW:

lobte Maßnahmen Onlineauftritt incl. Freundezahl bei Facebook im Vergleich zu Konkurrenz

Kritik weniger hart an Vorstand als auf HV in 2010, jedoch weiterhin Finger in die Problematik gestochen

Vortrag neuer Vertriebsvorstand scheint auch sie beeindruckt zu haben

Antworten Vorstand:

Koetke erhält keine Bezüge mehr seit seinem Ausscheiden, also auch kein Beratervertrag mehr

Vater Werner weiterhin tätig, sei sehr wertvoll für AG, € wurde nicht benannt (besteht auch keine Pflicht)

Spanien = Gegenmaßnahmen verpuffen teils, weil Leute kein Geld haben. Trotzdem werden neue sehr gute Lagen angemietet, schlechtere geschlossen, auch 2012 stehen dort weitere Schließungen bevor. In 2011 aktuell 20 dicht gemacht oder steht bevor (also etwa die Hälfte aller Schließungen 2011 betrifft Spanien)

Italien = Standortsuche sehr schwer, aber weitere Expansion, sehr guter Markt

Onlineaktivitäten sollen jüngere Käuferinnen wieder verstärkt an Bijou binden, Wettbewerb war hier in Vergangenheit besser.
Umsatz nicht wichtig, aber Präsenz und Bindung an Marke

Neue Filialen 2011 ca 1/3 in D, ca 1/3 Osteuropa

Ukraine und Rußland in 2011 nichts geplant (Douglas hatte ja von Rußland die Schnauze gestrichen voll und strich die Segel)

Polen sehr hohes Potential (6,9 Mio € Umsatz in 2010)

Ständerkonzept in 2010 ca 5,2 Mio € Umsatz, in D mehrere Anbieter benannt
in Italien eine Firma, die ich nicht kenne, benannt

Im Vertrieb keine Sparmaßnahmen, es sollen die sss verbessert werden. Aktuell Sortiment in viel mehr internationalen Modepublikationen zu sehen (also einer der verbesserten Vertriebsmaßnahmen)

Werbung = da täglich ca 10 Mio Passanten an Läden vorbeilaufen, soll dieses Potential verstärkt genutzt werden, sei effektiver und kostengünstiger (als z.B. TV oder andere Medien).
Von ca 150 Mio Ladenbesuchern im Jahr ca 40 Mio die auch kaufen. Sehr hohes Potential, wenn diese Quote gesteigert wird.

Für Polen weitere ca 60 Filialen möglich, für Italien ca 100

Gewinn in Griechenland auf Konzernniveau (!)
Aktuell eine weitere Filiale eröffnet (nun 7)

Anlagen Wertpapiere erläutert (Tagesgeld, Festgeld, Schuldscheindarlehen, nur sehr gute Bonität), glauben halt weiter an Papiergeld und €.

Wettbewerber würden eher auf temporäre Trends setzen, Trefferquote riskanter, Bijou Brigitte AG durch breiteres Sortiment und breitere Kundengruppe weniger anfällig.
Kunden wachsen lebenslang mit (von 7-70...)

Wettbewerberlage
Die Textileinzelhändler seien eher problematisch als Beeline/Six oder Claires. Aber selbst wenn diese Textiler direkt neben Filiale seien, würde es kein Thema sein für Gewinn und Umsatz dort.
Breiteres Sortiment spräche Kundinnen sehr gut an.

Aktienrückkauf
Die Käufe 2011 seien ein Signal an den Markt gewesen. Ist als Vorratsbeschluss zu sehen, wenn alles passt, wird weiter zurückgekauft.


Weiterer Frager (Privataktionär), hier die Antworten:

Kundinnen kaufen weiterhin im Durchschnitt für gleich viel Geld ein. Problem also die Kundinnen, die aktuell nicht kaufen. Also Kassenbon passt!

Man hätte Marktanteile verloren, die Rückgewinnung ist angelaufen (siehe neue Vertriebspower)

Ausländische Mietmärkte haben teils hohe Abstandssummen, um den Standort zu kriegen.
1A Lagen oft weiter sehr umkämpft.

Aktuell decken Baulichkeiten in Hamburg 2000 Filialen ab, die von dort beliefert werden könnten.

Dänemark seltsame Vorschriften (Produktrestriktionen), deshalb vorerst kein Markteintritt

Spanien hat EBIT von 12 Prozent

Indexanpssungsklauseln führen bei einigen Mietverträgen zu weiterem Kostenanstieg, wenn es nicht wegverhandelt werden kann.

Weitere Antworten zu Fragen weiterer Aktionäre (u.a. Aktionär seit 9 Jahren und einer der ein Family-Office aus Großraum München vertrat):

Firmenlogorenovierung wurde abgelehnt, sei sehr sensibel in Kundenwahrnehmung

Verkäuferinnen dafür zu belohnen, wenn diese Kundinnen bedrängen, wurde abgelehnt. Würde Leute aus Läden treiben (sehe ich auch so)

Weitere Ideen für künftige Filialauftritte inn Arbeit (je nach Größe.....siehe Flagshipstore Antwerpen)

Für 2012 wird mit verstärktem Greifen der Vertriebsveränderungen gerechnet., also Gewinn mehr

D im 1. Halbjahr 2011 stabil = + 1,4 Prozent mehr Umsatz

Auf Ständervertrieb kommt die Ware, die in den Filialen am besten läuft. Je nach Standort der Ständer teils über 1000 verschiedene Teile.
Produktidentität mit Filialsortiment insoweit

Frankreich = 61 Filialen in 2010, läuft 2011 sehr gut

Brasilien vorerst keine Filialen

Schweiz = Test mit Ständerpartner floppte, weitere Versuche in Arbeit. Eigene Filialen harter Markt um Objekte zu bekommen.

Bei Materialeinkaufskosten aktuell optimistisch, keine Probleme wegen Lohnentwicklung Asien und Rohstoffe

Social Media, keine gekauften Freunde, anders als wohl andere agieren. Ich staune!
Qualität der Facebookkontakte sei besser

Vorstand überzeugt, dass Margen besser seien als die der Konkurrenz (leider nicht alle börsennortiert oder genau erkennbar wie bei H+M oder Inditex)

Zukauf Wettbewerber schwierig wegen Filialüberschneidungen

Expansion Hauptbahnhöfe und Flughäfen wird geprüft, aktuell nur an HBF vereinzelt. Oft zu teuer und zu kurze Mietlaufzeiten

Diebstahl
Einkalkuliert, Ware wegzuschließen in Masse würde nicht zielführend sein. Besonders betroffene Filialen gibt es Mittel und Wege (männliches Personal, teils in auffälliger Kleidung, sah ich auch schon! Oder auch RFID am Artikel)

Inditextochter mit neuem Konzept und Kette hätte anderes Produktsortiment, wenig Überschneidungen (ich habe schon mehrere Läden begutachtet, stimmt! Aber als Inditexaktionär freut mich auch deren Erfolg)
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schrieb am 11.07.11 15:19:48
Beitrag Nr.7150 
(41.770.434)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Hallo,

habe auch einige Bijou-Aktien (Einstandskurs 102,80€ Anfang das Jahres, kurz vor der Dividendenausschüttung nachgekauft für 87,07€).
Bin auch dankbar für die Berichte.
Die Golddiskussion verstehe ich aber nicht.

Ihr könnt doch nicht im Ernst verlangen, das Bijou die liquiden Mittel, für die für laufende Mieten, Löhne, Rohstoffe etc. und natürlich die Dividende gedacht sind, in Goldbarren hält.
Ob man die nicht benötigten "Cashberge" lieber als (Sonder)Dividende ausschüttet, eigene Aktien zurückkauft oder in Reserve hält, weil man investieren will, ist ja eine andere Frage.

Aber mit Gold spekulieren? Nein.
Und eine Spekulation ist das.
Mancher sieht Gold als Sicherheit, manche auch Immobilien, Schweizer Franken oder gar einen Vorrat Nahrungsmittel und ne geladene Waffe.
Aber das hat mit Bijou nichts zu tun.

Ich kaufe Bijou-Aktien, weil ich glaube, das die mit dem Verkauf von Modeschmuck Geld (Euro) verdienen können und ich davon was abhaben will. Sollte der Euro zusammenbrechen, werden die Kunden eben in der neuen Währung zahlen.
Solange das nicht passiert wird man für den laufenden Geschäftsbetrieb Geld halten müssen, die Verkäuferinnen und Vermieter wollen sicher nicht mit Krügerrands oder Australian Nuggets bezahlt werden.
Wenn ich vom Preisanstieg von Gold überzeugt bin oder Gold als Sicherheit sehe, kaufe ich Goldbarren, ETCs auf Gold, Goldminenaktien etc.
Aber das ist ein anderes Thema.



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schrieb am 11.01.12 16:23:36
Beitrag Nr.7407 
(42.579.514)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Zitat von philojoephusMfG J:)E

Bijou Brigitte - Mitteilung zum Umsatz im Geschäftsjahr FY 2011

11.01.2012 DZ BANK RESEARCH, AKTIENSTRATEGIE – DAILY, Analyst: Dr. Holger Schwesig -- Gestern veröffentlichte der Modeschmuck-Konzern eine enttäuschende Mitteilung zum Umsatz im Geschäftsjahr 2011: Der Umsatz sank um 1% auf 374 Mio. Euro (DZ-Bank-Prognose: 379 Mio. Euro), wobei er flächenbereinigt um 4,8% zurückging (DZ-Bank-Prognose: -3,7%). Der Nettogewinn lag am unteren Rand der vom Unternehmen prognostizierten Spanne von 45 – 50 Mio. Euro (DZBank-Prognose: 49 Mio. Euro).
DZ BANK Meinung: Obwohl bereits das vierte Quartal 2010 wegen der außergewöhnlich ungünstigen Witterung schwach ausgefallen war, konnte der Fachhandelskonzern nicht einmal eine leichte Umsatzverbesserung verzeichnen oder die ohnehin schon konservative Prognose schlagen.
Unter Berücksichtigung des ungünstigeren mittelfristigen Ausblicks und eines Bewertungsabschlags aufgrund der völlig unzureichenden Kapitalmarktkommunikation sehen wir den fairen Wert der Aktie, der mit Hilfe verschiedener Methoden ermittelt wird, unverändert bei 62,50 Euro. Der einzige Faktor, der noch für ein Halten der Aktie spricht, ist die attraktive Dividendenrendite.
Aufgrund des ungünstigen Chance-Risiko-Profils empfehlen wir jedoch weiterhin, Positionen in Bijou Brigitte-Aktien abzubauen.
Anlageurteil: Verkaufen (zuvor Verkaufen)
Fair Value: 62,50 EUR
ISIN / WKN: DE0005229504 / 522950
Bloomberg: BIJ GR


Kurse von BIJ kann ich nicht vorhersagen, aber wenn ich die Wahl habe, zwischen einer langfristigen Anlage über 10 Jahre und mehr in BIJ oder einer Anlage in ein Sparbuch, Bonds, Zertifikate innerhalb der DZ-Bank, würde ich ohne zu Zögern Bijou Brigitte wählen. BIJ wurde kurz vor der Veröffentlichung der "Rearch Studie" des Herrn Doktor Schwesig kurzzeitig unter EUR 65 gehandelt. Unter diesem Aspekt kann ich ein "Kursziel" oder einen "fairen" Wert von EUR 62,50 für mich selber nur unter der Rubrik "Akademiker-Schwachsinn" einordnen.

Die Zock-Experten der DZ-Bank verzockten Milliarden mit US-Subprime Krediten und Staatskrediten an Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, Italien, Ostblockländern, etc. und maßen sich an, den "fairen" Wert eines schuldenfreien und gnadenlos überkapitalisierten Unternehmens wie BIJ zu bewerten? Dümmer geht´s nümmer!

Kein normaler Mensch außer den DZ Buchhaltern weiß, zu welchen Kursen die verzockten Milliarden in der DZ Bilanz stehen. Bei dem Hebel, den die DZ-Bank fährt, kann man getrost davon ausgehen, dass diese Bank technisch insolvent wäre, wenn sie ihren Papierschrott zu Marktpreisen bewerten müssten und nicht eine implizite Garantie der vielen kleinen Genossenschaftsbanken und des deutschen Staates dahinter stehen würde.

Völlig entwürdigend, aber irgendwie auch ein treffendes Abbild der aktuellen Situation in Bankenland: Zocker, die gnadenlos versagt haben und das thesaurierte Kapital von Generationen von Genossen verspielt haben, urteilen mit gesenktem Daumen über eines der konservativsten und stabilsten deutschen Unternehmen.

Manchmal kann man nur noch den Kopf schütteln über diese verrückte Welt.
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schrieb am 24.04.12 08:36:35
Beitrag Nr.7501 
(43.078.814)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.075.433 von philojoephus am 23.04.12 14:38:09ich weiss ja nicht was ihr jungs hier vorhabt...?? macht doch einfach einen beeline thread auf....esst doch dort eure buchstabensuppe
Avatar
schrieb am 25.04.12 13:58:36
Beitrag Nr.7503 
(43.086.226)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Good Afternoon "Beeliner", sorry Bijou’ler!

In einer Zeit, in der die User hier natürlich völlig überraschend aus den Kisten springen wie Clowns aus Kartons, werden die unterschiedlichen Sichtweisen über Bijou mehr als deutlich.

Vielleicht glauben auch manche Leute, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen. Dabei waren es in Wirklichkeit nur Buchstabensuppen! Jetzt fehlt nur noch, dass „Herr Orwell“ mal wieder grüßen lässt.

Wenn ich mir rückwirkend die Einschätzungen von Joe zu Bijou anschaue, dann hat er die Entwicklung in vielen Punkten schon sehr früh richtig eingeschätzt - sowohl was den Aufstieg, als auch den Absturz betrifft. Ich sehe mich Joe zu Dank verpflichtend – alleine seine Berichte von den BPKs und HVs sind beispielhaft – deshalb gibt es von mir auch einen Daumen hoch! Ergänzend könnte man heute sagen: die Zeiten ändern sich und wer das nicht mitbekommt, wird von diesen Veränderungen irgendwann überrannt.

Deshalb ist es für mich auch stets wichtig, nicht nur die Kennzahlen von Bijou zu betrachten.

Unternehmensdaten sind das eine, aber um die Marktsituation eines Unternehmens beurteilen zu können sollte man auch das wirtschaftliche, wettbewerbsmäßige und politische Umfeld im Blick haben. An erster Stelle stehen für mich natürlich die Beiträge hier im Forum – selbst wenn diese inhaltlich konträr sind – gerade das belebt die Diskussion und gibt mir immer wieder Anlass, die eigene Anlageentscheidung zu überdenken.

Ich möchte heute dort anknüpfen, wo ich zuletzt aufgehört habe – nämlich beim Wettbewerb.

Habe aktuell vom skandinavischen Marktführer Glitter eine Mitteilung gefunden, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Bergendahls Fashion 2010/2011 (Glitter as per of 08/31)

In fiscal year passed a strong expansion in a period of consolidation.

The pace of expansion of store network was stepped down and the business
in wholesaling company Escasa liquidated. These are the main causes
that turnover fell from 593 to 571 Mio. SEK (ca. 63 Mio. EUR)

During the fiscal year, an extensive change process was initiated, as
resulted in major changes in organization, management functions and inventory.

While earnings were negatively impacted by non-recurring items as a result of
the initiation of the change process and the review of the product range and stock levels.

A new EDP system was implemented during the year to support improved
follow-up into Glitter and thus new business opportunities.

Three stores were liquidated, and eight new stores were established (total 254 units),
most of them are in Glitter's largest by turnover market Norway.
The Finnish market's 25 stores had the most positive sales and earnings development during the year.

Fashion is still in a transition which will to dominate in 2011/12.
The recruitment of several key personnel has been completed and the management team will be
strengthened during the year. The changes undertaken and is planned is expected to strengthen
Glitter's position as the Nordic market leader in its segment and the long term it is estimated
that business area's earnings potential is good.


Quelle: Bergendahls Ekonomisk information / Årsredovisning 2010/2011 (mittels Google Übersetzer – Angaben ohne Gewähr)

Anmerkungen:

1) Das Jahresergebnis 2010/2011 der Fashion AB schreibt eine „schwarze Null“ (VJ 3,2 Mio. SKR).

2) Bijou dürfte per Ende 2011 gerade einmal ein Dutzend Filialen im hohen Norden aufweisen!

3) Bekanntlich hat die Bergendahls-Gruppe in 2004 die Modeschmuckkette „Glitter“ erworben. Bijou hat sich wohl damals diese Akquisition nicht zugetraut und hat jetzt einen harten Stand gegenüber dem Marktführer.

Da ich heute noch mit einer Nachricht aus Hamburg rechne – Bekanntgabe der Eckdaten zum 1. Quartal 2012 - möchte ich in Sachen Skandinavien schon einmal die Zahlen für das abgelaufende Geschäftsjahr 2011 (und VJ) bzgl. der schwedischen Tochter vorstellen:

Bijou+++SWE+++++++++2011+++++++++2010++++++++++++2009++++++++++++2008
Umsatz* TKR+++++++++12118++++++++11065++++++++++++8313++++++++++++2025
Ergebnis** TKR+++++++++350++++++++++363+++++++++++++200+++++++++++ -968
Filialen++++++++++++++++4e+++++++++++4+++++++++++++++3+++++++++++++++2
Mitarbeiter+++++++++++++12+++++++++++14++++++++++++++15++++++++++++++12
Marge %+++++++++++++2,89+++++++++3,28++++++++++++2,43++++++++++++ -36,35
Ø 1 € = +++++++++++++9,0298+++++++9,5373+++++++++10,6191+++++++++++ 9,6152
Entspricht*+++++++++++1.342 T€+++++1.160 T€++++++++++783 T€++++++++++++211 T€
**+++++++++++++++++++39 T€+++++++38 T€+++++++++++19 T€++++++++++ -101 T€

Quelle: ECR, eigene Recherche und Berechnungen

Alles Weitere werden wir dann morgen verfolgen können.

Ich Wünsche einen schönen Tag - mit oder ohne Bijou!

CU Dieter :cool:
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schrieb am 27.04.12 19:23:03
Beitrag Nr.7506 
(43.098.710)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Zitat von DieterJuwelierIn einer Zeit, in der die User hier natürlich völlig überraschend aus den Kisten springen wie Clowns aus Kartons, werden die unterschiedlichen Sichtweisen über Bijou mehr als deutlich.
Dann komme ich mal als weiterer "Clown" aus dem Karton und frage dich, warum

- deine Beiträge ständig in Selbst- und Fremdbeweihräucherungen ausarten müssen?

Und warum

- du bis heute nicht in der Lage bist, eine formatierte Tabelle in den Text einzufügen, obwohl du so ein Crack bist. Was du da ablieferst, ist Augenpulver!

Wetten, daß bald Schmockludchen, Kielmeier, ufz und wie sie noch alle heißen, aufmarschieren werden, um mir zu verklaren, wie dumm das war, was ich geschrieben habe? ;)

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betterthantherest
schrieb am 03.01.11 11:28:07
Beitrag Nr.6959 
(40.788.423)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.783.782 von Schmuckldchen am 31.12.10 17:23:24Ich finde du solltest unbedingt ein Buch schreiben. Auf deine genialen Eingebungen wartet die ganze Menschheit.

Ich denke da an so 100.000 Seiten...



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Joschka Schröder
schrieb am 10.01.11 12:29:33
Beitrag Nr.6975 
(40.831.717)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Zitat von ufzI. Hallo Dieter,
da hier vier Tage lang niemand Deine Zeilen und Arbeit lobt, will ich es heute mal als ständiger Leser tun. Deine Beiträge und Rechercheleistungen sind wirklich klasse.


Zustimmung!


Zitat von ufzII. Die Gut- und Bessermenschen wissen deinen Beitrag nicht zu würdigen und lassen dich lieber die ganz „Drecksarbeit“ leisten. Sie fühlen sich wohl wirklich als etwas „Besseres“, auf jeden Fall halten sie sich als „moralisch überlegen“. Feiglinge sind sie!


:confused: :confused:


Zitat von ufzIII. Mir sind Normalos mit Argumenten viel lieber, als Gutmenschen mit Denkblokaden!


:confused: :confused:



Zitat von ufzV. Mein Beileid Dieter, du wirst es sicherlich verkraften oder aussitzen und überleben?


:confused: :confused:
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schrieb am 11.01.11 13:36:27
Beitrag Nr.6981 
(40.838.962)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
In 2009 konnte BB insbesondere im letzten Quartal vom starken Euro profitieren. Dieser Effekt sollte auch den Warenbestand im ersten Quartal 2010 positiv beeinflusst haben. Insgesamt war der Dollar in 2010 stärker als 2009, daher sollte der Trend steigender Materialkosten in 2010 anhalten. Bei 16% würden die Materialkosten auf 60,5 Mio. steigen. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden die Raukosten ansteigen und Verkaufsprovisionen abnehmen. Vielleicht hat man bei Werbungs-, Reise- und Renovierungskosten geknausert. In Summe sollte die Position um 2-4 Mio. Euro steigen. Die Abschreibungen werden leicht ansteigen, ebenso die Personalkosten (3-5 Mio.)

Bei einer Materialkostenquote von 15,5% stehen 58,6 Mio. in der Bilanz. Davon ausgehend steigt die Kostenseite um 4-8 Mio. Euro.

Positiv gerechnet bleibt ein Betriebsergebnis um die 90 Mio. Netto als etwas über 60 Mio.

Realistisch sehe ich Netto leicht unter 60 Mio.

Bijou nährt sich der Vollausschüttung. Eine höhere Ausschüttungsquote haben doch viele gefordert. Jetzt aber mal ein bisschen Lob fürs Management. :D
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schrieb am 12.01.11 18:16:01
Beitrag Nr.6987 
(40.849.668)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Das hat nichts mit Humor zu tun, Sexismus ist nie humorös, und schon gar nicht hier.
Frau Werner hat mit der Firma Bijou Brigitte überhaupt nichts zu tun, die Erwähnung von diesem Schmckldchen hat also hier gar nichts verloren.
Man könnte fast glauben, dieser Herr(?) wolle eine persönliche Fehde mit der Familie Werner auszufechten.

Und die sexistische Anwort Ihrerseits ist ebenso überflüssig. Die Frau auf ihr Äußeres zu reduzieren und im gleichen Satz ihr Können abzuwerten zeugt nur von lächerlichem Machogehabe und kulturellem Unverständnis. Andere, die auf solch unpassendes Verhalten hinweisen, als verklemmten humorlosen Spießer zu bezeichenen, ist ein weiteres Indiz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Macho


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schrieb am 27.01.11 19:37:04
Beitrag Nr.7008 
(40.938.650)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Exzellente Anaylse, Dieter! Vielen Dank. Ich habe allergrößten Respekt vor der Lebensleistung von Herrn Werner senior. Man kann viel kritisieren, aber am Ende des Tages kommt es doch immer darauf an, dass das Schiff möglichst sicher gemacht wird. Bijou hat noch viele Jahre des Wachstums vor sich. Knapp unter 1200 Filialen ist bei Modeschmuck noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Für einen Grundpfeiler des Bijou Erfolges halte ich die absolute Bankschuldenfreiheit. Dass muss auch in Zukunft unbedingt so bleiben. Ob allerdings der hohe Cashberg bei Bijou förderlich für die künftige Entwicklung ist, das steht auf einem anderen Blatt. Eigentlich sollte man in der Krise massiv investieren und auf dem Hoch eines Booms vorsichtig sein, nicht anders herum. Da Bijou sich ordentliche Investments aber zur Zeit offensichtlich nicht zutraut, sollte man das Unternehmen abspecken und mindestens die Hälfte des Cashberges an die Eigentümer ausschütten. Die wüßten damit besseres anzufangen, als es zu realen Negativzinsen bei einer Bank zu parken. Es ging noch nie gut, wenn Unternehmenslenker sich Sorgen machen müssen, was sie mit zuviel Cash anfangen sollen. Das lenkt von der eigentlichen Aufgabe ab.
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schrieb am 02.03.11 11:08:31
Beitrag Nr.7026 
(41.131.706)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
+++E I L M E L D U N G+++E I L M E L D U N G+++

Bijou jetzt auch in der Schweiz - HR Neueintrag:

http://www.webofant.ch/hrdetail.asp?fid=CH17040103235

Die Bijou Website gibt hierzu wie immer nix her. Offensichtlich ist die IR-Abt. überarbeitet oder schon eingeschläfert?

Die belgische Tochter ist bisher auch noch nicht aufgetaucht – oder muss dieser Beteiligung erst Leben eingehaucht werden?

Jetzt fehlt auf der westeuropäischen Landkarte nur der Lückenschluss Luxemburg. Ich rechne damit, dass Bijou hier in 2012 endlich Fuß fasst:

http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/trier/Heute-in-…

+++S C H L A G Z E I L E N+++S C H L A G Z E I L E N+++

Seit wann ist Bijou Brigitte eine Marke? Obwohl die Expansion in die USA gescheitert ist, bleibt das Geschäft sexy:

http://www.brandeins.de/aktuelle-ausgabe/artikel/was-marken-…

Übrigens, beeline sucht für den Bereich Concessions in den USA mehrere District Manager für die Regionen:

- Atlanta
- Boston
- Chicago
- Los Angels
- New York
- Philadelphia
- Seattle

Offensichtlich war hier der Test mit einer namhaften Textilkette in den Staaten erfolgreich?

Davon abgesehen, beeline betreibt auch schon einen Store in Island. beeline ist nicht nur viel transparenter, sondern anscheinend auch schneller und weltoffener, als Bijou!


+++P R E S S E N O T I Z+++P R E S S E N O T I Z+++


Normalerweise dürfte es sich bei dieser Meldung nur um eine Randnotiz in der Presse handeln. Bijou sorgt aber in Finnland für einen ungewöhnlichen Prozess, mächtig Schlagzeilen und kostenlose Werbung.

Aber der Reihe nach:

Eine offensichtlich unbequeme, geschasste Mitarbeiterin ruft nach ihrer Kündigung zum Boykott von Bijoufilialen in facebbook auf:

http://www.facebook.com/group.php?gid=118338894653

Ein „nettes“ Filmchen zur „Übeltäterin“ mit Einblick ins „Bijoureich“ halte ich für äußerst sehenswert:

http://www.ruutu.fi/video?vt=video&vid=80175

Bijou-Finnland hat daraufhin gegen Frau Elina Karjalainen bei Gericht eine Klage auf Schadenersatz in Höhe von 5.000 Euro eingereicht.

Der Anspruch auf Schadensersatz wurde jetzt vom Gericht abgewiesen und Bijou hat Kosten zu erstatten:

http://www.pam.fi/fi/uutiset/Sivut/ElinaKarjalainenvoittioik…

Begründung: Die Meinungsfreiheit wird höher bewertet, als die Interessen der Firma. Zudem konnte Bijou keinen echten materiellen Schaden nachweisen und weigerte sich wohl auch Buchhaltungsunterlagen offen zu legen.

Fazit: Außer Spesen, nix gewesen – nur die Publicity zählt!

Dabei läuft Finnland gar nicht schlecht und die Zahlen für 2009 (mit vier Filialen?) können sich wirklich sehen lassen:

Turnover: 2.239 T€
Net profit: 379 T€
Marge: 16,9 %

Quelle: EBR European Business Register.

+++Kommentar+++Kommentar+++

#6962 Die Qualität des Beitrags vom Goldsteiger über Bijou entspricht der Qualität der ehemaligen, früheren Aktivitäten vom Azotobacter! Auch Goldsteiger bleibt bisher jede Rechnung und Nachweis schuldigt!

CU Dieter:cool:

Ps.: rein für- und vorsorglich: für die vtl. mangelhafte Übersetzung aus dem finnischem, hafte ich nicht - dafür ist ausschl. mein Translator verantwortlich!
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schrieb am 13.06.11 14:34:57
Beitrag Nr.7110 
(41.639.743)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Wir hatten Bijou Brigitte angeschrieben und um Übersendung des Geschäftsberichts gebeten.

Gleichzeitig haben wir deutlich gemacht, dass die Erklärung zur Unternehmungsführung (Angaben gemäß §289a HGB) auf der Internetpräsenz www.group.bijou-brigitte.com mit Stand April 2011 fehlerhaft ist, denn das Gremium Vorstand besteht dort aus drei Mitgliedern! Dabei ist Gert Koetke bereits zum 31.12.2010 ausgeschieden. Da waren es nur noch zwei!

Folgende eMail-Antwort haben wir postwendend erhalten:

Betreff: AW: Geschäftsbericht 2010 - Erinnerung –
Datum: 06.06.11 15:34

Sehr geehrte Frau xyz,
sehr geehrter Herr xyz,

der Versand des Geschäftsberichts erfolgt in dieser Woche. Aufgrund der gesetzlichen Fristen bezüglich der Versendung der Einladung zur Hauptversammlung erfolgt der Versand des Geschäftsberichts zeitlich versetzt zur Veröffentlichung auf der Internetseite.

Vielen Dank für die Unterrichtung über den sehr bedauerlichen redaktionellen Fehler in der Erklärung zur Unternehmensführung.

Mit freundlichen Grüßen
Bijou Brigitte modische Accessoires AG
Wirtschaftspresse / Investor Relations
Annegret Wittmaack

Der Geschäftsbericht ist letzte Woche eingetroffen. Stil, Inhalt und Aufmachung kommen uns wie aus dem letzten Jahrhundert vor.

Das mit den gesetzlichen Fristen bzgl. Einladung HV verstehe wer will, da möchten wir erst einmal die entsprechenden §§ und Gesetze sehen, das Geschäftsberichte und Einladungen erst einen Monat vor dem HV Termin versandt werden dürfen!

Richtig erscheint uns vielmehr, dass die Einladung zur HV über die Depotbanken gerne verzögert auf den Weg gebracht und damit eine Einhaltung der Fristen für Ergänzungs- und/oder Gegenanträge absichtlich knapp gehalten werden! Obwohl uns die Unterlagen noch nicht vorliegen, bleibt noch ausreichend Zeit, um für das Stimmrecht alternative Weisungen zu erteilen.

Der „redaktionelle“ Fehler wurde ebenso prompt, aber tricky behoben. Die Website hat man einfach überschrieben, nach dem Motto: aus Drei mache Zwei. Erst beim download als pdf.Dokument fällt auf, das dort jetzt - Stand Juni 2011 - aufgeführt ist, also quasi systematisch und temporär die „Müllabfuhr“ tätig war!

Dafür leistet sich der Vorsitzender des Aufsichtsrat im Bericht über das Geschäftsjahr 2010 auf Seite 8 einen weiteren Lapsus, indem er mit Datum 27.04.2011 u.a. bestätigt: „Im vergangen Jahr [2010] wurden Tochtergesellschaften in der Türkei und Rumänien gegründet…“ (Unsere Anmerkung: es fehlt Belgien!). Aber wichtiger:

Offensichtlich hat Dr. Dreyer bereits länderspezifisch total den Überblick verloren, denn an gleicher Stelle [GB 2009, Seite 8] berichtet er für das Geschäftsjahr 2009 u.a. wie folgt: „Im August und November erfolgten die Markteintritte in Litauen, in der Hauptstadt Vilnius, und in der Türkei, in der Millionenmetropole Istanbul“.

Es scheint bei Bijou Brigitte in der Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Aussichtsrat und IR typisch zu sein, das die linke Hand nicht wissen soll, was die rechte tut. Von fremden Händen ganz zu schweigen. Hier bleibt die Verantwortung, Verlässlichkeit und das Vertrauen, also die „Alltagsethik“ auf der Strecke. Die bevorstehende HV bietet ja ausreichend Gelegenheit zu zeigen, ob man bereit und willig ist, für das was man tut oder versäumt hat, einzustehen. Die Aktionäre werden es gewiss zu schätzen wissen.

Vielleicht bringt ja gerade jetzt Pfingsten Erleuchtung und Einsicht und es erfüllt sie ein neuer Geist?

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für die Zukunft.
Frau + Herr xyz
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schrieb am 26.06.11 16:01:03
Beitrag Nr.7118 
(41.701.553)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Was soll der ewige Quatsch mit dem miesen Agieren des Vorstandes und des Aufsichtsrates.

Es ist doch nicht notwendig auf jeden Furz zu reagieren.
Dieses "ich kommentiere jeden Krankenstand meiner Mitarbeiter" ist doch widerwärtig.
Die sollen in aller Ruhe Ihren Job machen. Der Rest gibt sich!!

Warum mit aller Macht Shops eröffnen? Horrende Mieten akzeptieren. Miese Lagen in EKZ halten?
Mal sehen, wer am Ende des Tages lacht.

:p
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schrieb am 04.07.11 14:41:30
Beitrag Nr.7127 
(41.738.288)
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Zitat
Diskussionskontext
Serie: Menschen im Hotel Vincent Coyle tut für Brigitte alles

http://www.derwesten.de/nrz/niederrhein/Vincent-Coyle-tut-fuer-Brigitte-alles-id4827693.html
01.07.2011 von Stephan Wappner Niederrhein -- Schermbeck. Vincent Coyle hat es sich in einem beige-braunen Sessel im Foyer des Landhotels Voshövel bequem gemacht. Er schaut aus dem Fenster, denkt kurz über die Frage nach, dann sagt er: „Ja, ich glaube, ich bin ein glücklicher Mensch.“
Über das glatt rasierte Gesicht des Hamburgers mit britischer Staatenzugehörigkeit huscht ein Ansatz von Lächeln. Der Mann ist smart, wirkt gleichzeitig unnahbar, unterkühlt, irgendwo zwischen very british und nordisch by nature. Vielleicht bringt das der Job mit sich. Immer auf dem Sprung.
Der 51-Jährige mietet als so genannter Expansionsleiter für ein Unternehmen aus der Schmuckindustrie Ladenlokale an. In ganz Europa. Da musst du mit Einfühlungsvermögen ans Werk gehen, aber auch hart verhandeln können. Vor allem aber bist du immer auf Achse.
„Expansionsmensch“ seit 20 Jahren
Werner Klump wiederum bleibt seit Jahren standfest. Er ist seit 1981 Inhaber des idyllisch gelegenen Landhotels zwischen Schermbeck und Wesel und kennt seinen Dauergast ziemlich gut. In den vielen Jahren, in denen Coyle in diesem Viersternehaus für die gehobene Klientel absteigt, hat sich eine dicke Freundschaft entwickelt. Hin und wieder gehen die beiden gemeinsam Skifahren in Österreich oder Doppelkopf spielen. „Vincent ist ein liebenswerter Mensch“, sagt Klump. „Und vor allem in seinem Job ist er eine Koryphäe.“
Sein Spezi und Stammgast Coyle hat eine deutsche Mutter, einen britischen Vater, ist in Bocholt geboren, hat schon in Düsseldorf und München gelebt, begann vor 20 Jahren für Ernstings Family Ladenlokale anzumieten. Danach Tchibo, Kamps, jetzt Bijou Brigitte. Das ist ein Anbieter von Schmuck und modischen Accessoires mit Sitz in Hamburg, der in Europa weit mehr als 1000 Filialen betreibt. Viele davon hat sich Coyle ausgeguckt. „Ich bin ein Expansionsmensch“, beschreibt Coyle seine Tätigkeit, bei der er „Maklergebote prüfen, unglaublich viel Datenmaterial sichten und schließlich vor Ort verhandeln“ muss. Neben ihm gibt es europaweit nur noch zwei weitere Leute, die für die Firma arbeiten.
„In unserer Branche ist die Lage das A und O“, sagt der Hamburger Brite. „Es heißt immer: Lage, Lage, Lage. Deshalb musst du dir das Umfeld eines potenziellen Standortes genau angucken und die Frequenz beobachten.“ Was für ihn ganz wichtig ist: „Ich vertrete ein namhaftes Unternehmen, ich darf nirgends verbrannte Erde hinterlassen. Und vor allem: Ich muss jeden Tag in den Spiegel schauen können. Ich würde niemals die Oma, die ihr Ladenlokal vermietet, übers Ohr hauen.“
Coyle ist überall unterwegs: in Deutschland, Österreich, Italien, Schweiz, Türkei, England. Er hat sich für seine Tripps in die Fußgängerzonen dieser Welt an strategisch günstig gelegenen Orten Hotels gesucht und seine Lieblingshäuser gefunden. In der Pfalz, in München, Dresden, Berlin, Wien - Voshövel. „Ein gutes Hotel muss drei Dinge erfüllen“, plaudert Coyle: „Es muss erstens Inhaber geführt sein, zweitens eine gute Küche haben, drittens komfortable Zimmer.“
Das alles wird ihm im Landhotel am Postweg mit 53 Zimmern, die auf insgesamt zehn(!) Gebäude verteilt sind, mit zehn Tagungsräumen sowie mit diversen Gärten und Terrassen geboten. Wenn es sich einrichten lässt, darf das Nordlicht immer ins selbe Zimmer - in das mit der Nummer 58. Schließlich ist er alle paar Wochen für mehrere Tage zu Gast. „Es ist aber auch schon vorgekommen, das hier nichts mehr frei war“, erzählt der Stammgast. Also einen Freibrief, den hat er auch nicht, sagt er.
Heirat im Landhotel
Und auch wenn die Gästehäuser wie das in Voshövel für den Mann immer ein Stückchen Heimat bedeuten, schläft Coyle knapp die Hälfte des Jahres in fremden Betten und eben nicht zuhause, wo es eine Familie gibt. Der 51-Jährige hat seine Frau Erna daheim und das gerade einmal zwei Jahre junge Töchterchen namens Helen. „Natürlich vermisst man seine Familie “, sagt er. „Aber ich bin es andererseits schon lange gewohnt, weg zu sein, und meine Frau hat mich auch so kennen gelernt.“ Mit der Einsamkeit habe er indes früher zu tun gehabt, „heute finde ich es oft schade, dass meine Familie nicht dabei ist, wenn ich irgendwo an einem schönen Ort bin - dass man dann das Glück nicht teilen kann.“
Vor vier Jahren hat Coyle sein Glück geteilt, eben dort, im Landhotel Voshövel. Dort, im in der Region bekannten Hochzeitseldorado, ist er mit Erna seine zweite Ehe eingegangen. Das war eine große Party mit Gästen von überall her. Über dieses Fest redet er. Ein bisschen. Von der dazugehörigen Gefühlswelt jedoch will er nicht zu viel preisgeben - ganz Gentleman, ganz nordisch by nature. „Also das hat gut gepasst hier, allein von der Lage“, sagt er. „Wir hatten viele Gäste aus München, Düsseldorf, aus Hamburg - da haben wir uns eben in der Mitte Deutschlands getroffen.“

MfG J:)E
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schrieb am 25.07.11 22:11:27
Beitrag Nr.7173 
(41.842.792)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
fundamental hat bijou brigitte kaum noch was zu bieten außer einer sehr soliden bilanz und einer schönen dividende.
operativ dürfte es weiter bergab gehen.
spanien hat komplett fertig.
50% arbeitslosigkeit bei den menschen unter 25 jahren......
spanien war mal der bringer bei bb.
das wagnis usa ist auch ein rohrkrepierer gewesen.
italien dürfte auch durchhängen.....
und in deutschland ist das geld zwar da ,aber bb ein bischen out.....

was tun mit der aktie?

erst mal zuschauen und bei 50 euro kaufen.

nur meine meinung.

cf
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schrieb am 16.09.11 17:04:37
Beitrag Nr.7249 
(42.098.219)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Diese ganze Goldeuphorie hat hier rein gar nichts zu suchen. Mehr sage ich dazu nicht. Wer Gold kaufen wollte, hat es wohl schon getan. Folglich wird meines Erachtens ab sofort der Preis sinken. Ich hoffe daher, dass BB diese Diskussion hier nicht zum Vorbild für ihr Handeln nimmt.
Avatar
schrieb am 16.09.11 20:38:15
Beitrag Nr.7251 
(42.099.324)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Selbst Schuld, wer den Goldhamster nicht auf "ignore" setzt und den Ziffernfetischisten ebenso.
Avatar
schrieb am 17.09.11 18:03:27
Beitrag Nr.7252 
(42.101.282)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
bin heute an 2 bijouläden vorbeigelaufen. Rappel-voll. Nichts von Krise zu spüren.
Avatar
schrieb am 18.09.11 19:11:08
Beitrag Nr.7259 
(42.102.979)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
@axxienwicht: stimme dir zu! dieser ganz gold-kram grenzt ja schon an wahn. überhaupt habe ich das gefühl das halb deutschland hier mit diesem krisengeschwafel am verarmungswahn leidet...
Avatar
schrieb am 18.09.11 20:26:26
Beitrag Nr.7260 
(42.103.147)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.102.205 von Schmuckldchen am 18.09.11 12:26:39He Schmuddel,

du hast beim Senator und MdB a.D. Elmar P. geputzt?? Glaube ich nicht, der nahm doch schon damals nur Putzmänner mit mindestens Hauptschulabgang 8. Klasse :laugh:

Sonnige Grüße
Jupp
BB Kleinaktionär
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schrieb am 17.11.11 18:44:31
Beitrag Nr.7340 
(42.365.431)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.360.955 von Goldsteiger am 16.11.11 22:57:50Ist nicht das Problem, dass die überschuldeten Industriestaaten nur noch mit künstlich niedrig gehaltenen Minizinsen überleben können? Ein Witz, wenn sich ein Land wie Italien maßlos verschuldet und dann meint, sich auf Dauer zu €-Minizinsen zu refinanzieren zu können.

Länder wie Italien sind im Durchschnitt der Bevölkerung vergleichsweise reich, selbst der durchschnittliche Deutsche hat weniger (weil vor allem kaum entschuldete Immobilien und tapfer Miete bezahlt wird).
Wenn Italien den Wohlstand der Bürger fair besteuern würde, wäre genug an Knete da für laufenden Haushalt und Tilgungsbeginn der Altschulden.
Aber wenn man jahrelang z.B. keine Grundsteuern erhebt, ist das schon krass.

Griechenland hat sich schlicht verweigert, über die korrupte Steuerverwaltung die Reichen zu besteuern. Aktuell z.B. wird eine Sonderabgabe auf Wohnflächen über die Stromrechnung eingetrieben, Grund ist die unfähige Finanzverwaltung.

Deshalb wird entweder mit massiver Inflation weltweit entschuldet (besser für Demokratien, da die meisten Wähler es nicht blicken, anders wären Gesetzeseinschnitte in Subventionen oder Steuererhöhungen) oder es wird ein Währungsschuldenschnitt kommen müssen.

Es kann ja nicht sein, dass selbst Deutschland sogar in Boomjahren zu dumm ist, endlich zu sparen und Schulden zu tilgen. Was ist erst wieder los, wenn einige harte Rezessionsjahre kommen? Dann Minuszinsen?? Oder Geldabwurf via Helicopter wie der amerikanische Notenbankchef nüchtern (!!!!) von sich gab......

Deshalb für mich:
Gut gestreute Sachwerte über alle Arten von Vermögen. Noch gehört auch die Bijou Brigitte dazu ;-)
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schrieb am 26.12.11 10:02:44
Beitrag Nr.7370 
(42.521.561)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.520.657 von DieterJuwelier am 24.12.11 15:57:03Dieter,

vielen Dank für Deine mal wieder sehr ausführliche Analyse zur aktuellen Sitution bei Bijou.

Ich teile ebenfalls Deine Einschätzung, dass in den nächsten Jahren kaum mit einer Beschleunigung des Fillialwachstums zu rechnen ist und uns vielleicht sogar ein bis zwei Jahre mit rückläufiger Fillialanzahl bevorstehen. Dennoch bin ich der Ansicht das der Zeitpunkt für eine Investition in Bijou derzeit sehr günstig ist und zwar aus folgenden Gründen:

1. Trotz aller Probleme erwirtschaftet Bijou immer noch eine sehr hohe Marge
2. Die weiterhin tadellose, schuldenfreie Bilanz mit hohen Cashreserven, die es ermöglicht auch eine lange Wirtschaftskrise zu verkraften.
3. Der für mich wichtigste Punkt, die hervorragende Ausgangssituation von Bijou Im Sorgenkind/-land Spanien:)

Den letzten Punkt muss ich natürlich noch erläutern:

Wie aus Deiner Aufstellung gut ersichtlich, fand das grösste Fillialwachstum in Spanien zwischen 2002 und 2004 statt. Wenn man eine üblich Laufzeit der Mietverträge von 10 Jahren unterstellt, befindet sich Bijou jetzt in der komfortablen Situation, dass in den nächsten beiden Jahren, mitten im Hochpunkt der Kriese in Spanien, ein Grossteil der Mietverträge ausläuft bzw. zur Neuverhandlung ansteht. Warum ist das für Bijou ideal? Bijou ist immer noch einer der rentabelsten Einzelhändler. Die Existenz zahlreicher Vermieter hängt in Spanien derzeit an den Mieteinnahmen ihrer solventen Mieter (das ist Bijou ja nun mal unbestritten). Bijou hat in den nächsten Jahren nun also die Möglichkeit gegenüber den Vermietern an unrentablen Standorten entweder massive Mietkürzungen durchzudrücken, so dass der jeweilige Standort wieder profitabel betrieben werden kann, oder alternativ den Vermieter durch Auslaufenlassen des Mietvertrages in die Hölle und in die Zwangsversteigerung seiner Immobilie zu schicken:eek:

In beiden Fällen profitiert Bijou deutlich: in dem Fall der Schliessung von Verlustbringern, steigt die Rentabilität wieder langsam an. Noch besser der Fall der Durchsetzung von Mietkürzungen: die entsprechende Filliale kann dann trotz Wirtschaftskrise wieder profitabel betrieben werden und im Falle einer Erholung der Wirtschaft in Spanien in 3 bis 5 Jahren droht eine regelrechte Gewinnexplosion in Spanien:D
Ich gehe allerdings davon aus, dass es in den meisten Fällen zur Schliessung der unrentablen Standorte in Spanien kommen wird.

Mein Basis-Szenario für Bijou für die nächsten 3-5 Jahre sieht somit wie folgt aus:

1.In den Jahren 2012 bis 2014 praktisch kein Fillialwachstum mehr, eventuell geringe Schrumpfung der Anzahl der Standorte.
2. Durch die Optimierung der Fillialstruktur Stabilisierung des EPS je Aktie im Bereich von € 6.
3. Dividende bleibt stabil.
4. Spätestens ab 2015 Wideraufnahme eines moderaten Fillialwachstums bei wieder langsam steigenden Gewinnen.

Damit spricht nach meiner Auffassung derzeit sehr viel für eine Investition in Bijou Aktien:

1. Mit einem Erwerb zu aktuellen Kursen sichert man sich langfristig eine Dividendenrendite über 8%.
2. Auf Grund der guten Kapitalausstauung sollte die Existenz von Bijou auch im Fall einer noch schwereren Wirtschaftskrise gesichert sein.
3. Durch den Einstieg zu Krisenzeiten sicher man sich langfristig auf Grund der hohen Dividendenrendite auf 10 Jahressicht vermutlich eine durchschnittliche zweistellige Rendite jährlich. Dreistellige Kurse sollten in 3 bis 4 Jahren wieder drinn sein.

Alles in allem ist Bijou auf dem jetzigen Niveau für mich ein typisches Value Investment.:)

Ich werde meinen Bestand an Bijou Aktien jedenfalls kontinuierlich ausweiten. Nach meinem Komplettausstieg vor 2 Jahren zu € 130, bin ich in den letzten Monaten bereits in mehrern Tranchen zwischen € 65 und € 77 wieder eingestigen.
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schrieb am 25.03.12 12:10:16
Beitrag Nr.7487 
(42.951.748)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Ich bin bereits im November 2011, als die letzte ernüchternde „Ergebnispräzision“ durch die „Gutsherren“ am unteren Ende der Spanne zwischen 45 und 50 Mio. EUR erfolgt ist, auf Expertise eines Bijoutier fest von einer Dividendenkürzung ausgegangen.

Dagegen hatte Goldsteiger den BB_Aktionären immer (bis zuletzt) eine Dividende von 6,50 € versprochen. :laugh: Doch die Aufseher in Hamburg meinten wohl jetzt nach Feinjustierung des Ergebnisses, dass BB dafür zu schwach und die Kürzung alternativlos ist! :mad:

Noch einfältiger und besser ist nur der Goldsteiger, der sich so sicher war, dass es nur „(s)eine“ Dividende geben kann und jetzt tiefstapelt. Ja BB lehrt Demut:

Zitat von Goldsteiger...Die Dividendensenkung ist etwas entäuschend, da genügend Kapital vorrätig wäre, aber das ist wohl hanseatische Genügsamkeit...

Deshalb ist mir der Goldsteiger auch so sympathisch: Die Irrtümer sind von ihm, aber die Wahrheiten stammen von mir. :laugh:

Tatsächlich sind die „Gutsherren“ wohl nie von einer Dividenden_Kontinuität ausgegangen, sondern haben sich und ihren Aktionären nur etwas vorgegaukelt?

Angesichts der Cashberge füge ich hinzu: Die Vernunft ist nie ausreichend, vor allem dann nicht, wenn sie sich zur Genügsamkeit verleiten lässt.

Ich vermute einmal, der ignorante, umgepolte Grippe_Paniker und „Impfomat“ würde es sicherlich viel eindringlicher propagieren: "Oft ist es auch ihre Genügsamkeit, die manche Viren und Parasiten überleben lässt".

Aber ich merke, man kann sich anscheinend auf nichts mehr verlassen. Das gilt übrigens für das ganze Geldgeschäft_ und Gewerbe: Es gibt keine Garantien mehr. Deswegen favorisiere ich ja seit Jahren Edelmetall gegenüber Aktien. Und auf alles, was von dem Finanzgesindel an „genuss“_ und verlustreichen Versuchungen und verderblichen Produkten ausgedacht wird, verzichte ich ohnehin_ freiwillig.

Fazit: Nachdem zuerst die GR_Staatsanlei(c)hen_Besitzer ihren verdienten Schuldenschnitt erhalten haben, bekommen jetzt auch die BB_Aktionäre ihren ersten Haircut. Vielleicht wird ja 2013 dividendenmäßig wieder ein Jubeljahr für die gebeutelten BB_Aktionäre? Darauf vertrauen würde ich allerdings nicht. Und Wetten sind auch nicht mein Ding.

mfg
der Levitenleser

Ps.: Was ist jetzt mit der BPK im April? War dafür nicht immer der J:)E zuständig? Ist die abgesagt _ oder befindet sich die Äußerungslust der „Gutsherren“ nur auf dem Nullpunkt? Frage an unseren Pharmazeut: gegen linguistische Frigidität gibt es doch bestimmt auch ein Potenzmittel?
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schrieb am 24.04.12 16:22:15
Beitrag Nr.7502 
(43.081.350)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Zitat von philojoephus...
Hast du nicht das, was du jetzt über beeline schreibst, vor Jahren so ungefähr auch für BB geschrieben? ;)

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schrieb am 13.11.10 21:26:43
Beitrag Nr.6950 
(40.517.669)
Antwort
Zitat
Diskussionskontext
Bijou Brigitte – keine Besserung in Sicht

Langsam habe ich mich damit abgefunden, hier im Thread quasi fundamental den „Alleinunterhalter“ zu spielen. Sei’s drum. Letzte Woche hat Bijou die Q3-Zahlen präsentiert und ich machte mich wieder einmal an die Arbeit. Wobei streng genommen dies mit den Zahlen so nicht stimmt, weil der Vorstand ja immer nur kumulativ Bericht erstattet und so die tatsächliche Entwicklung und Abbildung rein informatorisch „verwässert, verfälscht“ und „verrückt“.

Verrückt scheinen auch einige Leute hier zu sein, die nicht in der Lage sind sich der Realität zu nähern, sondern sich von ihr entfernen. Aber Menschen mit gesundem Verstand schmunzeln genüsslich über soviel Mist, den einige User hier fabrizieren. Jeder hat unbestritten das Recht zu schreiben, was er will. Aber beleidigen und diffamieren ist keine Kritik, sondern einfach nur niveaulos. Letztlich ist mir Bijou wichtiger, als persönliche Befindlichkeiten und Empfindsamkeiten. Ich versuche deshalb hier konziliant im Ton, aber hart in der Sache zu bleiben.

Ausflug ins Goldreich

Die „Eskapaden“ von User „Schmuckelchen“ in den letzten Jahren waren Gold wert. Und auch Silber. Man hätte es ahnen können. Bin ich jetzt heimlich ein Goldfan? Man könnte es vermuten…deshalb nur hier und heute exklusiv meine ultimative Meinung dazu:

Dem Einen oder Anderen von uns, werden (wieder) in diesen Tagen die großformatigen Flyer der Goldaufkäufer in den Tageszeitungen aufgefallen sein, damit sollte „klein Erna“ doch wissen, was gespielt wird und die Stunde geschlagen hat. Aber die Schafe und Lemminge verkaufen natürlich ihr Gold.

Sicherlich wachsen die Bäume für Gold und Silber nicht in den Himmel. Wer einen ungehinderten Durchmarsch erwartet, sollte sich nicht durch Rückschläge entmutigen lassen. Das macht gar nichts – der Goldpreis zieht seit Jahren unaufhaltsam seine Bahn – nach oben. Die Zentralbanken weltweit haben mit ihren massiven Gelddruck-Arien die Büchse der Pandora geöffnet. Das Gold und Silber langfristig noch teurer werden, davon bin ich fest überzeugt!

Deshalb halte ich Edelmetalle als ausgezeichnete Möglichkeit mein Depot gegen die Unwägbarkeiten der Banken-, Währungs- und Schuldenkrise abzusichern. Die einfachsten Sachen sind oft die besten Lösungen.

Denn bekanntlich leben wir in einer Welt, in der für unwahrscheinlich gehaltene Ereignisse häufiger auftreten, als gemeinhin angenommen.

Sogar „Joe“ empfiehlt schon Gold:

http://www.cash.ch/news/topnews/deutsche_bank_nennt_die_sich…

Gold zwingt uns also zum Umdenken? War das nicht immer schon die Funktion von Gold? Aber sicher, JA!

An dieser Stelle finde ich es völlig legitim und evident auf den „Fels des Ärgernisses“ bei Bijou zu verweisen, nämlich die Anhäufung immer höherer Bargeldreserven. Der auf allen Weltmeeren und Kanälen bekannte Käpt’n Blaubär „spinnt“ jetzt etwas Seemannsgarn dazu:

Hein Blöd oder der Bootsmann Werner werden bei stürmischer See auch nicht volles Segel fahren. Trotzdem ist Werner auf großer Fahrt anlageseitig und schwer belastet der Mast gebrochen, aber das „Flaggschiff“ Bijou wird deshalb nicht gleich untergehen. Einfach die gefährliche Sturmzone zwecks Instandsetzung verlassen und direkt auf den sicheren Hafen Kurs nehmen. Dabei stets die Untiefen im Auge behalten und die periphere Piratengebiete (Pleitestaaten) geschickt umschiffen, sonst könnte die Reparatur sehr teuer werden.

Über Gold zu streiten lohnt sich nicht: entweder man hat es oder man hätte es gerne gehabt. Der Nutzen und der Nutzer entscheiden.

Dagegen lässt sich ausgiebig über die Bijou-Geldberge debattieren. Solange der Vorstand nach der Devise handelt: CASH is King, können wir ja gemeinsam die logische Forderung aufstellen:

Rückt das Geld raus!

Das der Bijou-Vorstand jetzt das Ruder herumreißt, eine 180-Grad-Wende vollzieht und etwas vom Papiergeld versilbert oder gar vergoldet, davon gehe ich nicht aus. Also keine Besserung in Sicht. Definitiv sicher ist nur, welches Geld sich im Laufe der Zeit schneller verflüssigt und verflüchtigt.

Aber es bleiben ja grundsätzlich noch fünf weitere Möglichkeiten, die Cash-Berge wieder los zu werden:

1. Sie können ins eigene Geschäft investieren, um neues Wachstum zu erschließen.
- Erfolgt bei Bijou aus dem Cashflow und löst das Problem nicht.

2. Sie können andere Unternehmen kaufen.
- Bijou hat nach der Rubin-Übernahme in 1996 alle Angebote abgelehnt und ist wohl selbst nicht in der Lage (Bijou verfügt m.E. über zuwenig Vorstandskapazität) eigenständig erfolgreich zu akquirieren.

3. Sie können Schulden abbauen.
- Da kann man bei Bijou mit der Lupe suchen und wird trotzdem nicht fündig.

4. Sie können eigene Aktien zurückkaufen.
- Bijou ist trotz drei Versuche kläglich gescheitert. Einmal wurde die Latte bei halber Sprunghöhe gerissen und beim letzten Anlauf ist man sogar unter der Latte abgetaucht. Das jeweilige „Sprungvermögen“ war ohnehin von Beginn an zu schwach, nicht bemerkenswert und hat sich im Training nicht verbessert.

5. Sie können das Geld ihren Aktionären geben.
- Die letztgenannte Alternative vernachlässigt der Vorstand und Firmengründer seit Jahren. Denn Geld ist Macht, und welcher Vorstand verzichtet darauf schon freiwillig? Kein Wunder, das der Vorstand lieber den prallen Geldsack geschlossen hält, als damit die Aktionäre zu beglücken.
Ein erstmaliger Liquiditätsbonus von 0,50€ war zwar ganz nett, aber kein starker Regen. Hier hält es der Vorstand wie mit seiner IR-Arbeit (vgl. Absatz ZM weiter unten), kein Liquiditätsabfluss, sondern nur ein Tröpfchen. Den gleichen Bonus könnte man wohl noch die nächsten 20 Jahre zahlen, aber wer will das schon? Aus den vorgenannten Gründen, halte ich zur HV 2011 eine Sonderausschüttung in Höhe von 5 bis 6 € für angemessen und erforderlich.

Aber ich fürchte, aufgrund der unerfreulichen Ergebnisentwicklung in 2010 könnte der Vorstand sogar die Dividende kappen und/oder den Bonus streichen? Also keine Besserung, sondern ein Rückgang in Sicht. Auch hier besitzen wir als Aktionäre die schlechteren Karten.

Trotzdem, Dividenden sind schön, aber an der Börse brauchen wir auch Kursgewinne. Und damit zur Aktie:

Monatsupdate

Nachdem die Aktie bereits im September leicht zulegt hat, verzeichnet der Oktober ein kräftiges Plus von 12,2% auf 116,15 €. Woher der Anstieg ohne neue Kurstreibende Nachrichten kommt, ist mir unerklärlich. Aber in einem See voller Liquidität, hebt es wohl jedes Boot.



Der Kursverlauf der Bijou-Aktie in den ersten 10 Monate ähnelt einem Schaukelstuhl: Es gibt Bewegungen nach vorne, nach hinten und wieder nach vorne – aber das ganze Gebilde bleibt relativ stabil und der dort ruhende Investor braucht sich im Prinzip keine Sorge um die Stabilität seiner Liege zu machen. Allerdings scheint der Anleger inzwischen eingeschlafen zu sein und die Umsätze reißen ihn auch nicht gerade vom Stuhl. Nun ja, die Bijou-Aktie ist ja auch kein Schleudersitz.

Nach der letzen „Vorwärtsbewegung“ und des „No-Events ZM Q3“ (die Zahlen sind für Anleger nicht inspirierend) sind keine Impulse für einen weiteren Anstieg zu erkennen, also auch hier keine Besserung in Sicht.

Außerdem liegt der aktuelle Kurs immer noch unter dem Schluss-Stand von 2009 (117,50 €). DAX und Co. - selbst die Douglas-Aktie - schneiden da viel besser ab, von den Edelmetallen ganz zu schweigen. Bleibt nur noch die Frage, ob sich meine Prognose aus #6750 vom 15.07.10 erfüllt, und die Aktie im Jahresvergleich im Plus oder Minus schließt. Ich denke meinerseits ist ein kleine Korrektur angebracht: ich bleibe bei Minus, aber hoffe das die Latte von 100 € hält und nicht fällt.

Zwischenmitteilung - Anmerkungen und Kritik

Wie nicht anders zu erwarten und gewohnt, mangelt es hier wieder an Offenheit, Transparenz und Aussagekraft.

Mein Vorwurf an den Vorstand und die IR-Abt. gerichtet: Informationsfluss, kennt ihr das Wort? - ihr seid bloß ein Informationströpfchen.

Wie immer bedarf die Zwischenmitteilung der Ergänzung, kritischen Kommentierung und der Zugabe einiger Informationshäppchen:

Seit 17 Quartalen sind die SSS nun rückläufig. Ist mit dem Rückgang von 8,1% im Q3 2010 der Höhepunkt erreicht und wann wird dieser Trend endlich gestoppt oder kehrt sich um?

Leider ist Spanien und Portugal nicht Österreich, sonst wäre Bijou eine Goldgrube. In jedem Falle war dort die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in den beiden letzten sehr erfreulich:

Austria für 2009 (VJ 2008)
Umsatz 16.750 ( 14.566 ) T€
Ergebnis 4.858 ( 4.380) T€
Mitarbeiter 113 (103)
Filialen 37 (34)
Rendite: 29,0% ( 30,1%)

Quelled: EBR – European company information online

Für 2010 ist in Österreich eine weitere Umsatzsteigerung geplant und es wird auch mit einer Gewinnsteigerung gerechnet. Das Filialnetz dürfte auf ca. 40 Filialen anwachsen.

Das Bijou jetzt mit über 70 Filialeröffnungen in 2010 plant ist erfreulich, somit dürften bei ca. 30 Schließungen, netto mit einem Zugang von 40 Stores zu rechnen sein und damit die Vorjahresanzahl erreicht oder übertroffen werden! Schön, Bijou erhöht also im Schlussquartal die Schlagzahl.

Dürfte wohl auch an der Expansion in England liegen, die in der ZM mit keinem Wort erwähnt wird; das musste ich hier schon vorab übernehmen, verfolgen und melden.

Der Filialbestand per 30.09. teilt sich wie folgt auf:

Inland++++404+++35,2%
Ausland++ 743+++64,8%
-----------------------------------
Total++++1147++100,0%

Der Ausbau der Concession-Flächen scheint nicht wirklich voran zu kommen. Angaben über Anzahl und zusätzliche Länder (Ausnahme Italien) werden vermieden.

Jegliche Aussagen zur Kostenentwicklung (z. B. Personal, Materialaufwand und sbA) sucht man vergeblich und sind dem Vorstand nicht erwähnenswert.

Auch die Neugestaltung und Annahme des Onlineshop spielt für Bijou keine Rolle. Mit ca. 165.000 pagesviews per month dürfte der Jahresumsatz wohl der einer Top-Filiale mit 400 – 500 T€ entsprechen? Warum das Onlineangebot nicht etwa auf Spanien und Italien ausgedehnt wird, bleibt zu beantworten!

Erfreut nehme ich zur Kenntnis, das Bijou den Markteintritt in Belgien beabsichtigt. Die entsprechende Tochtergesellschaft ist ja schon gegründet:

BIJOU BRIGITTE
Avenue du Boulevard 21
1210 BRUXELLES

Rechtsform: Société privée à esponsabilité limitèe
Ersteintragung: 01.10.2010
Registrierungs-Nr.: 0830652174

Ich sehe da jetzt wieder etwas Arbeit auf die IR-Dame, Frau Wittmaack, zukommen! Einen entsprechenden Hinweis in der Zwischenmittlung hätte es auch getan!

Insgesamt sehe ich bei der IR auch keine Besserung in Sicht.

Sei es darum, immerhin stelle ich fest, dass die HV 2011 acht Tage vorgezogen wird, vielleicht findet diese ab 2012 wünschenswert im Monat Juni statt?

IV-Quartal und Gesamtjahr 2010

#6867 Vielen Dank für Deinen Respekt Joati. Für meinen guten Spürsinn war ich schon immer bekannt. Trotzdem bin ich mit meiner Umsatzprognose unzufrieden. Hatte für das Q3 nur mit einem Rückgang von 4,0 % gerechnet, aber tatsächlich sind es dann 8,1% geworden! Die anhaltende Malaise auf der iberischen Halbinsel dürfte den Umsatz und das Ergebnis noch weiter beeinträchtigen.

Seit zuletzt 1995 muss Bijou wohl in 2010 erstmals wieder einen Umsatzrückgang hinnehmen. Das hätte vor Jahren wohl niemand gedacht, ist traurig aber wahr. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, wie der Hauptkonkurrent beeline abschneidet – aber hier stehen ja noch die 2009er Zahlen aus!

Wie im Vorjahr will ich mir es nicht nehmen lassen, eine neuerliche persönliche Einschätzung für 2010 abzuliefern:



Legende:
SSS = Same-Store-Sales
EvSt = Ergebnis vor Steuern
EnSt= Ergebnis nach Steuern
Δ% = Veränderung zum Vorjahr/Vorperiode
NFil = Nettozugang Filialen

Gegenüber meinem Beitrag #6748 vom 15.07.2010 sind folgende Änderung wirksam:

Minderung bei
- Umsatz von 394 auf 382,6 Mio. €
- Gewinn nach Steuern von 65 auf 62,5 Mio. €
Verschlechterung der
-SSS von -4,0 auf -5,7 %

sowie Rückgang der
- Rendite jetzt 16,3% statt 16,5 %
- EPS jetzt 7,92 statt 8,24

Bei der Dividende sehe ich den Wegfall des Bonus und eine leichte Kürzung auf 6 € - allerdings fordere ich mehr (siehe oben). Hoffentlich wird Werner jetzt schon sein Gewissen plagen…und lässt sich nicht lumpen.

Auf Basis des Schlusskurses (Xetra) vom 29.10.2010 von 116,15 € errechnet sich ein KGV von 14,7 und eine Div.-Rendite von 5,2%.

Nachdem ich hier Überstunden gemacht habe, würde ich mich jetzt auch einmal auf weitere Beiträge und Kommentare freuen. Aber offensichtlich sind hier an Bord keine „Hartgesottenen“ Bijoulogen mehr übrig geblieben, die guten alten Zeiten sind vorbei, das Klima bleibt rau und der „Lotse“ Koetke geht bald von Deck.

Mit der Zeit wird sich bei Bijou wieder Besserung einstellen, davon bin ich überzeugt. Nur muss der Vorstand viel dafür tun, denn es gibt ja ausreichend alte und neue Felder zu beackern. Die Ernte könnte also bald wieder ertragreicher ausfallen.

In diesem Sinne wünsche ich dem Vorstand, Bijou und uns immer eine handbreit Wasser unterm Kiel.

CU Dieter:cool:

Ps.: evtl. Rechtschreibe- und Rechenfehler gehen zu meinen Lasten und bitte ich zu entschuldigen!
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schrieb am 24.11.10 09:04:16
Beitrag Nr.6952 
(40.579.328)
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Zur Info.

MfG J:)E

AKTIE IM BLICK: BIJOU BRIGITTE: Preiswerte Klunker

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21.11.2010, Nr. 46, S. 58 VON CHRISTIAN SIEDENBIEDEL -- Die Aktie der Modeschmuck-Kette Bijou Brigitte gehört zu den großen Gewinnern das letzten Jahrzehnts. Der Gründer, Friedrich Wilhelm Werner, der Vater des heutigen Vorstandschefs, hatte die Firma 1971 nach Bijou (französisch für Schmuckstück) und Brigitte (nach seiner Ehefrau) benannt. Mit Schmuckstücken oft zwischen fünf und zehn Euro eröffnete die Kette Filialen rund um die Welt.
In den vergangenen Jahren litt der Kurs der Aktie allerdings darunter, dass der Umsatz je Quadratmeter rückläufig war. Daran waren nicht nur Konkurrenten wie Claire's Store schuld - der Umsatz mit Modeschmuck ist offenkundig auch recht konjunkturabhängig. So hofft die Kette jetzt auf Aufschwung und Weihnachtsgeschäft.
Für die Aktie spricht, dass sie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,2 im Augenblick auffällig niedrig bewertet ist. Allerdings ist sie nur etwas für risikofreudige Anleger - die davon überzeugt sind, dass im Einzelhandel das Geschäft jetzt wieder anspringt.
Analysten loben die Dividendenstärke des Unternehmens, das schon seit Jahren 6,50 Euro zahlt. Im vorigen Jahr gab es sogar noch 50 Cent Bonus. Trotzdem sind die Ansichten der Analysten geteilt: Drei raten zum Halten, einer zum Verkauf.


AKTIE IM BLICK: BIJOU BRIGITTE "Jedes Jahr eröffnen wir 80 neue Filialen"

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21.11.2010, Nr. 46, S. 58 Interview2 -- Gert Koetke ist Finanzvorstand von Bijou Brigitte. Das Unternehmen verkauft Modeschmuck. Die Modeschmuck-Kette Bijou Brigitte wächst stark. Nur in Spanien läuft es nicht ganz so gut
FAZ: Herr Koetke, Bijou Brigitte eröffnet derzeit eine Filiale nach der anderen. Wann haben Sie genug?
Eine Obergrenze haben wir nicht. Wir wachsen kontinuierlich. Jedes Jahr kommen etwa 80 Filialen dazu. Dafür werden einige an schlechter gewordenen Standorten auch wieder geschlossen. Weltweit sind wir bei 1.160 Filialen.
FAZ: Ihr Geschäft läuft nicht in allen Ländern gleich gut. Wovon hängt der Erfolg ab?
In Deutschland geht es so. Hier spüren wir vor allem mehr Wettbewerb. Ein Land, in dem es im Augenblick nicht so gut läuft, ist Spanien. Dort haben wir 274 Filialen. Die Leute in dem Land selbst haben noch unter den Folgen der Wirtschaftskrise zu leiden. Vor allem aber fehlen uns dort Touristen, die mit prall gefüllten Portemonnaies kommen und Zeit zum Einkaufen haben. Allein die Zahl der Touristen aus England ist um zwei Drittel, aus Deutschland um ein Drittel zurückgegangen.
FAZ: Als eine Stärke Ihres Unternehmens gilt das Sortiment. Wie viele Schmuck-Artikel führen Sie?
Wir haben etwa 9000 verschiedene Artikel.
FAZ: Wie alt sind Ihre Kunden im Schnitt?
Das unterscheidet sich je nach Standort. In Kurorten wie Bad Pyrmont liegt der Altersdurchschnitt sicher über 60, in einigen Trabantenstädten unter 30. Unsere Hauptkundschaft aber ist zwischen 25 und 45 Jahre alt, davon sind 98,7 Prozent weiblich. Männer holen sich bei uns höchstens mal einen glänzenden Edelstein, den man anleuchten kann.
FAZ: Was ist in diesem Jahr denn der letzte Schrei im Modeschmuck?
In der Kollektion Herbst/Winter 2010 gibt es viele Pastelltöne und den Retrolook. Außerdem ist ein Schwerpunkt Schmuck, der vom Reisen erzählt.
FAZ: Sie haben Ihren Investoren lange Zeit eine konstante Dividende von 6,50 Euro gezahlt. Bleibt das so?
Das entscheidet nicht der Vorstand, sondern erst die Hauptversammlung im Juli, wobei Vorstand und Aufsichtsrat nach Fertigstellung des Jahresabschlusses Ende März bereits einen Dividendenvorschlag veröffentlichen. Wir streben aber Dividenden-Kontinuität an. Im vorigen Jahr hatten wir den Aktionären zusätzlich zur Dividende von 6,50 Euro noch einen Bonus von 0,50 Euro gezahlt.
FAZ: Wagen Sie schon eine Prognose fürs Ergebnis?
Bis jetzt liegen wir beim Ergebnis noch um 19,4 Prozent unter dem Vorjahr. Aber das Weihnachtsgeschäft spielt für uns eine wichtige Rolle - und das kann noch keiner einschätzen. Allgemein ist ja die Rede davon, dass der Konsum anspringt. Wir spüren allerdings noch nicht viel davon. Bislang haben wir absolut gesehen ein Umsatzminus von gut zwei Prozent, flächenbereinigt sind es mehr als 6 Prozent.


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schrieb am 11.01.11 14:42:29
Beitrag Nr.6983 
(40.839.499)
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Zitat von Joschka SchröderGegen Schmuckl(ä)dchens Goldprognosen war bislang nichts einzuwenden.


Ich habe weder etwas gegen Goldprognosen, noch gegen Gold etc. als Anlageklasse. Nur gibt es hier dafür Spezialforen. Der missionarische Eifer, mit dem einige Goldbugs gebetsmühlenartig immer und immer wieder versuchen andere zu bekehren, nervt irgendwann.
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schrieb am 31.01.11 14:42:51
Beitrag Nr.7009 
(40.954.183)
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I. Prädikat Weltklasse, Dieter! Hoffentlich wird deine akribische Arbeit nicht nur in HH aufmerksam verfolgt und trägt irgendwann Früchte?

II. Ob der Bijou-Vorstand die hier wiederholt massiv geäußerte, völlig berechtigte Kritik ernst nimmt, abarbeitet und umsetzt, steht auf einem anderen Blatt. Aber Lernbereitschaft und Lernfähigkeit sind zwei Seiten der gleichen Medaille und ergeben das Lernpotential. Und das sollte i.S. der Aktionäre zielgerichtet, nachhaltig und wirksam sein!

III. Trotzdem hat Bijou in 2009 - alles im allem gerechnet - im Vergleich zu beeline dreimal soviel Reibach gemacht! In 2010 dürfte es m.E. allerdings von der Fitness her, nur noch zum zweifachen „Reibacher“ reichen?

IV. In der Tat, Bijou sitzt auf liquiden Mitteln, deren Höhe beunruhigt und keine realen Erträge bringt. Entsprechend schwierig erscheint es, dieses Geld künftig auf eine sinnvolle Art auszugeben. Deshalb müsste auch der uneinsichtige Vorstand von Bijou irgendwann einräumen, dass selbst diese Anhäufung nicht unbefristet ist – zumal die Wachstumsaussichten nur begrenzt sind – und das Geld an die Aktionäre ausschütten. Dürfte spannend bleiben, wie Bijou dieses Dilemma auflöst. Immerhin ist die Situation nicht alternativlos!

V. Trotz positivem Statement und gut gemeintem Rat von Joe im Vorjahr, sind die Zeiten für Bijou nicht besser geworden und ich werde weiterhin die Finger davon lassen. Es sei denn, ich vernehme seinen Lockruf oder es bläst hier jemand anders, unüberhörbar zum Einstieg (der Thread steht nach wie vor unter meiner Beobachtung).

Dagegen habe ich Joe’s Hinweis vom 21.09.10 Beitrag Nr. 6818

Pandora geht an die Börse - mit beneidenswerten Margen.

dankbar aufgenommen, weiter verfolgt, umgesetzt und bis heute nicht bereut!

VI. Denn der dänische Schmuckhersteller Pandora (Armbänder / Charms) hat ja ein glänzendes Börsendebüt hingelegt. Die Nachfrage war phänomenal hoch, an eine Zuteilung war nicht zu denken. Gleich am Tag der Börseneinführung (5. Oktober 2010 IPO zu 210 DKK ca. 28,10 €) ist die Aktie deutlich um 25 Prozent auf 263 DKK (Schlusskurs) nach oben geschnellt. Seit Anfang Nov. ist der Wert auch in Deutschland (u.a. Ffm, Stgt) notiert und hat weiter kräftig zugelegt (28.01.2011 353 DKK ca. 47,40 €).

Habe damit fast 30% Plus in knapp drei Monaten erreicht. Da dürfte wohl selbst der Goldesel, Klassikliebhaber und Maren Werner Fan Schmuckl(ä)dchen nicht schlecht staunen!

VII. Vielleicht wird ja Bijou irgendwann auch wieder so erfolgreich und profitabel? Den "Laden" sollte man jedenfalls noch nicht aus den Augen verlieren!
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schrieb am 26.03.11 22:39:54
Beitrag Nr.7051 
(41.271.284)
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I. #6981 - Kater, obwohl ich mich beizeiten gedanklich schon von der Bijou-AG, seinem Vorstand und der Aktie verabschiedet habe, zähle ich mich nicht zu den Angsthasen, sondern Realisten. Das bedeutet jedoch nicht, falls ich auf frische Nachrichten aufmerksam gemacht werde, den Wert völlig zu ignorieren, sondern einmal wieder meine Referenz zu erweisen.

Allerdings komme ich bei den aktuellen Zahlen und Ergebnissen nicht zu neuen Einsichten, sondern kann nur in den nächsten Punkten meine Abneigung und Kritik bekräftigen.

Deshalb sollte selbst ein ausgehungerter Kampfkater bei der Ignoranz, Unfähigkeit und dem erbärmlichen Anblick von Bijou sofort Reißaus nehmen und diese „Beute“ verschmähen. Mein Stoffwechsel hat sich schon vor der letzten Bijou-HV auf gesunde, nahrhafte Kost umgestellt.

II. Die Analysten von Warburg und Hanseatischer „Bärendienst“ zähle ich zur Gilde der törichten Schwafler, die man zur Gebärdensprache verurteilen sollte. Bei meinen Anlageentscheidungen verlasse ich mich nur auf drei „Gefahren“- Quellen:

1. meine eigene Dokumentation und Recherche
2. eigene Lebenserfahrung und gesunden Menschenverstand sowie
3. die Sensibilität und Instinkt meiner Frau (siehe VIII.)

Die Analysten sind doch nur Handlager und Schmarotzer eines betrügerischen und korrupten Banken- und Finanzsystems.

Keine Sorge, jetzt kommen auch schon die Prior-„Experten“ (vor 12 Monaten für Bijou noch ein Kursziel von 200 Euro ausposaunt):laugh: und empfehlen jetzt bei Bijou zu Kursen um die 95 Euro und niedriger zuzuschlagen. Frage: Wie viele Aktien müssen diese Rindviecher wohl noch losschlagen? Immerhin, die „Visionäre“ Lacantun und MIRU haben es voll und ganz begriffen!

III. #6978 – Stefan, danke für die Einspielung. Konzernüberschuss noch unter 60 Mio. € - das kommt ja einem Tsunami gleich. EPS beträgt nur noch 7,40 € (nach 9,56 €). Bijou stellt bei den SSS eine Rekordserie auf: seit 2006 geht’s abwärts! Und die Probleme werden nicht weniger, denn die Zukunft lässt auch nicht Gutes erahnen:

IV. Neuer US-Konkurrent für Bijou, beeline & Co.:

http://www.liasophia.de/index_de_DE.jsp

Das Unternehmen scheint in Nordamerika eine „große“ bekannte Nummer zu sein und sich auf bestes Marketing zu verstehen (u.a. 100%-Zufriedensheitsgarantie). Da werden deutschland- und europaweit wohl bald 10.000de unausgelastete, geschwätzige Klatsch- und Tratschweiber mit Faible für Modeschmuck als Fashion Advisor rekrutiert und allwöchentlich 1.000te Schmuckpartys stattfinden? Ein genialer Schachzug. Frage: Weshalb sollte das Geschäftsmodell Tupperware und Dessous nicht auch bei Modeschmuck funktionieren?

Wenn alles nichts mehr hilft, kann man ja immer noch auf die altbekannte und bewährte Geschäftsidee, den Vorschlag und auf die Forderung von Dr. Udo Brömme (CDU) mit 100%-Befriedigungsgarantie ausweichen!:laugh:

V. #6964– DaRumpel, neue Spielrunde:

Klaus Lage - Monopoly

http://www.youtube.com/watch?v=5RTPORRx8ys

…Bijou ist nur der Loser in einem toughen Spiel – und die Wettbewerber in den Einkaufsstraßen gewinnen viel zu viel ...


Richtige Investoren und gestandene Unternehmer spielen und spekulieren nicht, sondern betreiben echte Vorsorge, Werterhaltung und Risikostreuung. Dazu gehört schon immer (nicht erst seit Ausbruch der Finanzkrise) - aber seitdem im besonderen – Edelmetall und zwar (nur) physisch! Freilich Gold und Co. kommen bei Monopoly und Bijou nicht vor!

VI. Beim Orakel aus Omaha allerdings auch nicht. Dafür aber reichlich Cash: “Cash is trash.” (Warren Buffett) Und weiter: "Today people who hold cash equivalents feel comfortable," he writes. "They shouldn't. They have opted for a terrible longterm asset, one that pays virtually nothing and is certain to depreciate in value."

VII. Bijou hält seit Jahren einfach soviel passives Kapital. Passives Kapital ist dummes Geld! Vom Sicherheitsaspekt betrachtet ist diese massive Überkapitalisierung äußerst bedenklich und im Gefahrenkatalog als Klumpenrisiko ganz oben einzustufen. (oberste Stufe oder worst case = Finanz-GAU). In diesem Umfeld ist das unwirksame Aktienrückkaufprogramm ohnehin für die Katz und zeugt nur von Entscheidungsschwäche, Inkompetenz und Irreführung der Vorstände. Sie verfügen m.E. über keine ausreichende Risikointelligenz. Im Klartext: Im Casheinsatz und Cashverwendung herrscht zuviel Gedanken- und Sorglosigkeit.

Deshalb sollten die Herren den Umgang mit Cash, nur so zur Sicherheit ihrer eigenen Sicherheit auf den Prüfstand stellen. Dann könnten sie eben ganz sicher sein, dass ihre Aktionäre ganz sicher sein können, dass sie eigentlich ganz sicher sind. Und in einem können sie wirklich ganz sicher sein, dass nach dieser Revision der "scheinbare Geldschatz“, adäquat behandelt, noch sehr viel sicherer sein wird als er es zuvor jemals war. Sicherer ist ein gewöhnlicher bijou-typischer Komparativ. Die Steigerungsform lautet: sicher, ganz sicher, todsicher.

VIII. Damit komme ich auch schon zum Fazit: Bijou bleibt für mich weiterhin anlagemäßig striktes Sperrgebiet. Diese Grenzerfahrung ist dem gewöhnlichen Aktionär schon schwer genug zu vermitteln, weil die meisten Anleger in viel zu engen Grenzen denken. Nicht auszuschließen: Dieter und Andere denken vielleicht schon weiter oder schweben gar in den Bijou-(Logo)-Wolken?

Nicht zu vergessen, meine kritische Distanz sowie den eindringlichen, gewinnbringenden Ausstieg (#6745 13.07.10), den ich meiner besseren Hälfe zu verdanken habe. Mit den Frauen ist es halt wie mit Wertpapieren. Leider machen die wenigsten Männer hier Due Dilligence, bevor sie heiraten oder Aktien, etc. kaufen. Ich kann ein Lied davon singen: Man hat es wahrlich nicht einfach, wenn man mit Frauen oder Aktien hantiert. Eigenartig, mit Gold habe ich bisher keine Schwierigkeiten gehabt…ist das normal? Vielleicht liegt es einfach daran, das Gold nie sein Gewicht(Masse) und seinen Glanz verliert!

IX. #6986 - Frage an den gescheiten Goldsteiger: Weshalb steigt eigentlich seit Jahren weltweit die Menge an verkauften Gold- und Silbermünzen, obwohl ich keinen Preisrückgang feststellen kann? Wie ist dazu deine Einstellung und Erwartungshaltung?

Hätte der selbstgefällige, verblendete Vorstand seinen Cashflow bei Zeiten vernünftig kanalisiert, wäre m.E. sowohl in 2009 und 2010 ein neues Rekordergebnis erzielt worden und ich gerne Aktionär geblieben. Stattdessen kreißt der Cashberg und gebiert ein Mäuschen, das sofort vom gefährlichen, nimmersatten Inflationskater aufgefressen wird. Dagegen ist der Kampfkater wohl inzwischen von seiner Angriffslust kastriert worden?

X. #6982 - Kiemeler, statt den Blick auf den parfümierten, ergebnisschwachen Gemischtwarenladen Douglas zu werfen, sollte dein Augenmerk lieber auf echten LUXUS ausgerichtet sein. Ich werfe einmal bspw. LVMH, Richemont und Coach oder andere unternehmerseitig exzellent geführte Wachstumswerte wie Inditex, Fielmann, Gerry Weber und Pandora in die Runde.

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