Zumwinkel Haftbefehl ausgesetzt
Wenn es beim Postmann zwei Mal klingelt: Heute früh um sieben Uhr schellte es an der Villa des Postchefs Zumwinkel. Zeitgleich wurden die Privaträume sowie die Zentrale des Logistikkonzerns durchsucht. Der Vorwurf: Steuerhinterziehung in zweistelliger Millionenhöhe.Valentinstag einmal anders: Heute früh hat die Polizei zeitgleich das Privathaus und das Büro des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post durchsucht. Gegen Mittag wurde Zumwinkel vor laufender Kamera aus seinem Haus abgeführt. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuß, der Haftbefehl wurde außer Vollzug gesetzt. Der Post-Chef sei kooperationsbereit und habe einen hohen Geldbetrag als Sicherheit hinterlegt, so die Staatsanwaltschaft.
Gegenwärtig prüft die Staatsanwaltschaft, ob Zumwinkel über zwei Jahrzehnte mehr als 10 Millionen Euro über eine Stiftung nach Liechtenstein geschleust hat. Die Untersuchungen wurden Medienberichten zufolge über Wochen unter strengster Geheimhaltung von der zuständigen Staatsanwaltschaft vorbereitet. Seit Sommer 2007 wird - aufgrund eines anonymen Hinweises - bereits gegen einen Familienangehörigen Zumwinkels wegen Steuerhinterziehung ermittelt.
Die zuständige Staatsanwaltschaft kündigte weitere Informationen im Laufe des Tages an. Die Post wollte sich derzeit nicht zu den Untersuchungen im Privathaus Zumwinkels sowie der Postzentrale äußern.
Zumwinkel, Dienstältester Chef eines Dax-Unternehmens, steht dem Logistikkonzern seit 1990 vor. Er verantwortete den Umbau der früheren staatlichen Bundespost zu einem erfolgreichen weltweit agierenden Logistikunternehmen. Sein Vertrag läuft jedoch Ende 2008 aus. Zudem ist Zumwinkel Aufsichtsratsvorsitzender der Post-Tochter Postbank und der Deutschen Telekom sowie Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Lufthansa und der Arcandor. Heftig in die Kritik geriet der Post-Chef, als er Ende letzten Jahres nach der Verabschiedung des Mindestlohngesetzes für Postdienstleister nach Anstieg der Papiere eigene Postaktien in Millionenhöhe veräußerte.
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